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Dieser Plan der G7 soll Putin empfindlich treffen

  • Mauritius Kloft
Von Frederike Holewik, Mauritius Kloft

Aktualisiert am 28.06.2022Lesedauer: 4 Min.
Wladimir Putin: Aktuell verdient er Milliarden mit seinem Öl- und Gasgeschäft.
Wladimir Putin: Aktuell verdient er Milliarden mit seinem Öl- und Gasgeschäft. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)
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Hohe Energiekosten machen Verbrauchern weltweit zu schaffen. Die USA wollen deshalb eine Preisobergrenze für russisches Öl einführen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was schlagen die USA genau vor?
  • Wie realistisch ist das?
  • Was bedeutet das für Verbraucher und den Ölpreis?
  • Welche Alternative gibt es zu einem Ölpreisdeckel?

9-Euro-Ticket, Energiezuschuss, Tankrabatt: Die Ampelregierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen Entlastung für die hohen Energiepreise zu schaffen.

Die USA haben dazu nun einen eigenen Vorschlag ins Spiel gebracht, der ebenfalls die Spritpreise dämpfen würde: einen Ölpreisdeckel. Doch dafür braucht es internationale Zustimmung. Auf dem G7-Gipfel wollen die USA ein Bündnis schmieden.

t-online erklärt, wie diese Preisdeckelung funktionieren soll und was das für Verbraucher bedeuten würde.

Was schlagen die USA genau vor?

Die USA wollen eine Preisobergrenze für russisches Öl einführen, mit dem Putin aktuell Milliarden verdient. Dazu brauchen sie internationale Unterstützung. Auf dem G7-Gipfel in Elmau warb die Delegation um US-Präsident Joe Biden daher um Mitstreiter.

Der Vorschlag sieht dabei vor, Russland künftig dazu zu zwingen, Öl zu einem deutlich niedrigeren Preis an große Abnehmer wie Indien zu verkaufen. Dies könnte funktionieren, indem der Westen Dienstleistungen wie Versicherungen für Öltransporte an die Einhaltung des Preisdeckels knüpft.

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Mit der Obergrenze soll einerseits dafür gesorgt werden, dass Russland nicht länger von Preisanstiegen auf dem Energiemarkt profitiert. Andererseits soll sie weltweit zu einer Entspannung auf den Ölmärkten beitragen. Nicht nur in der EU, sondern auch in den USA sind die hohen Spritpreise derzeit ein großes Thema.

Wie realistisch ist das?

Durchaus realistisch. Bereits am Freitag, dem ersten Tag des G7-Treffens, hieß es aus Regierungskreisen, dass sich die Runde auf einem guten Weg befände. Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte sich bereits im Mai offen für eine solche Maßnahme gezeigt. Er sagte damals: "Wir zahlen nicht mehr jeden Preis."

Auch der engste Wirtschaftsberater von Kanzler Olaf Scholz, Jörg Kukies, sagte vergangene Woche: "Wir sind offen dafür, diese Diskussion auf internationaler Ebene zu führen und können uns durchaus vorstellen, dass dies sinnvoll ist, wenn es umgesetzt wird."

Neben Deutschland und den USA gehören auch Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada in die G7-Gruppe. Die USA wollen am liebsten bis zum Ende des Gipfels am Dienstag eine Einigung erzielt haben.

Charles Michel: "Wollen einen Feinschliff"

Doch noch ist nichts entschieden: Die EU ist bislang nicht hundertprozentig überzeugt. "Wir wollen noch mehr in die Details gehen. Wir wollen einen Feinschliff", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel am Sonntag. Es sei wichtig, dass alle 27 EU-Staaten ein solches Projekt unterstützten.

Nach Angaben von Michel braucht es unter anderem eine klare Vorstellung über die direkten Auswirkungen und mögliche Nebenwirkungen des geplanten Mechanismus für eine Preisgrenze. Demnach muss klar sein, dass dieser Russland wirklich trifft und nicht nur dafür sorgt, dass die Situation für die EU noch schwieriger und komplexer wird. Auf die Frage, ob es beim G7-Treffen eine Einigung geben könnte, sagte Michel: "Ich bin vorsichtig."

Die Teilnehmer des G7-Gipfels – samt EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.
Die Teilnehmer des G7-Gipfels – samt EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. (Quelle: Reuters-bilder)

Auch ist unklar, inwiefern ein solcher Ölpreisdeckel in das EU-Embargo integriert werden soll. Die Europäische Union hatte jüngst beschlossen, ihre Ölimporte aus Russland nach diesem Jahr zu beenden.

Der Erfolg eines Ölpreisdeckels hängt derweil nicht nur an der EU. Auch große Player wie Indien müssten mitspielen (siehe unten). Kein Zufall also, dass der indische Premierminister Narendra Modi ebenfalls zum Gipfel zu Gesprächen eingeladen wurde.

Was bedeutet das für Verbraucher und den Ölpreis?

Im Idealfall würden die Preise für Öl zurückgehen, im weniger guten Fall zumindest nicht weiter steigen. Auch für Verbraucher könnte das eine Entlastung bedeuten, da die Spritpreise in einem solchen Fall sinken könnten.

Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) Öl der russischen Sorte Urals um die 100 US-Dollar. Bei geschätzten Produktionskosten von etwa 20 Dollar und einer Preisobergrenze von beispielsweise 60 Dollar würde Russland dann die Hälfte seines Gewinns pro Barrel einbüßen. Zugleich könnten diejenigen Staaten, die überhaupt kein Öl mehr aus Russland kaufen wollen, hoffen, dass sich die Lage auf den Märkten etwas entspannt.

Genaue Prognosen sind aber schwer möglich. Der Mineralöl-Wirtschaftsverband Fuels und Energie erklärte bereits in der Diskussion um das EU-Ölembargo, dass die Markt- und Preisentwicklung von vielen Faktoren abhänge, etwa auch vom Dollarkurs und Beschlüssen der großen Förderländer.

Wie viele machen bei "Anti-Russland-Kartell" mit?

Auch Ökonom Alexander Sandkamp vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) ist skeptisch, was einen Ölpreisdeckel angeht. "Wie stark die Ölpreise sinken, hängt davon ab, wie viele Länder bei einem Anti-Russland-Kartell mitmachen", sagte er t-online. "Ich halte es aber für Wunschdenken, dass sich große Ölnachfrager wie Indien oder China dem Vorschlag anschließen."

Realistischer sei es, dass diese Staaten weiterhin russisches Öl am Weltmarkt einkaufen – und der Kreml hier eher einen größeren Abschlag gewährt, wie bereits aktuell. "Dann aber würde der Effekt eines Ölpreisdeckels zumindest teilweise verpuffen."

Doch selbst wenn die Ölpreise sinken würden, hält Sandkamp das für problematisch. "Eine Preisobergrenze für russisches Öl verschleiert die aktuelle Knappheit, die wir aber haben. Ähnlich wie bei dem Tankrabatt könnte die Nachfrage nach Öl steigen – das wäre genau der falsche Weg, auch im Sinne der Klimaziele."

Welche Alternative gibt es zu einem Ölpreisdeckel?

Die EU einigte sich bereits jüngst auf ein Embargo von russischem Öl, nach Ende 2022 will sie kein Öl mehr aus Russland importieren. Daher ist es auch fraglich, inwiefern der Preisdeckel darüber hinaus wirken soll.

IfW-Ökonom Sandkamp bringt derweil noch einen anderen Vorschlag ins Spiel: der eines Zolls auf russische Exporte von Öl und Gas. Konkret würde ein solcher Zoll es teurer machen, wenn etwa EU-Staaten oder die USA Öl aus Russland einkaufen.

Russland aber müsste den Preis senken, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. "Der Effekt wäre der gleiche wie bei einem Preisdeckel", sagte Sandkamp. "Putins Einnahmen würden drastisch schrumpfen."

Allein: Für Verbraucher würden die Spritpreise womöglich weiter steigen – doch auch dafür hat Sandkamp eine Lösung. "Mit den Einnahmen aus dem Zoll könnte die EU gezielte Entlastungen für Verbraucher auf den Weg bringen."

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  • Nele Behrens
Von Nele Behrens
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