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Steuerentspurt 2019: Steuerzahler können noch bis Jahresende Geld sparen

Steuerendspurt 2019  

So können Steuerzahler noch bis Jahresende Geld sparen

09.10.2019, 10:49 Uhr | sm, dpa-tmn

Steuerentspurt 2019: Steuerzahler können noch bis Jahresende Geld sparen. Steuerlast senken: Mit diesen Tipps können Sie bares Geld sparen. (Quelle: dpa/tmn/Alexander Heinl)

Steuerlast senken: Mit diesen Tipps können Sie bares Geld sparen. (Quelle: Alexander Heinl/dpa/tmn)

Nicht mehr lange und 2019 ist Geschichte. Bis dahin können Steuerzahler noch einiges für ihren Geldbeutel tun. Denn wer bis zum Jahresende seine Unterlagen ordnet, die richtigen Bescheinigungen besorgt und wichtige Anträge stellt, kann Steuern sparen.

Weihnachtsgeschenke kaufen, Plätzchen backen, Baum aufstellen – zum Jahresende wird es bei vielen richtig hektisch. Doch bei all dem Stress sollten die eigenen Finanzen nicht aus dem Blick geraten. Denn bis zum 31. Dezember kann jeder noch einiges für den eigenen Geldbeutel tun. Ein Überblick:

Freistellungsauftrag richtig verteilen

Ob Tagesgeldkonto, Bausparvertrag oder Fondsanteile – jeder Sparer hat einen Freibetrag. Ledige können bis zu 801 Euro und zusammen veranlagte Verheiratete bis zu 1.602 Euro Kapitalerträge im Jahr vor dem Steuerabzug schützen.

Der Sparer-Pauschbetrag kann auf mehrere Konten und Depots aufgeteilt werden. Rechtzeitig vor Jahresende sollten Sparer prüfen, ob der Pauschbetrag richtig aufgeteilt ist. Wenn nicht, darf die Bank grundsätzlich 25 Prozent davon als Abgeltungsteuer einbehalten – zuzüglich Solidaritätszuschlages und gegebenenfalls Kirchensteuer. Zu viel gezahlte Steuern können sich Anleger zwar über die Einkommensteuererklärung zurückholen. Weniger aufwendig ist es jedoch, die Freistellungsanträge vor dem Jahreswechsel zu prüfen.

Beitrag für Rentenversicherung prüfen

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, für eine Rürup-Rente oder zu berufsständischen Versorgungswerken können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Im Jahr 2019 beträgt der Prozentsatz der Beiträge, die als Sonderausgaben geltend gemacht werden können, 88 Prozent von maximal 24.305 Euro bei Ledigen beziehungsweise 48.610 bei Verheiraten oder eingetragenen Lebenspartnern). Das macht am Ende 21.388 Euro oder 42.776 Euro, die als Sonderausgaben geltend gemacht werden können.

Info: Bei Arbeitnehmern reduziert sich dieser Maximalwert um den Betrag, den der Arbeitgeber für ihn in die gesetzliche Rentenversicherung oder das Versorgungswerk eingezahlt hat.

Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, Einzahler in ein Versorgungswerk, aber auch Rürup-Sparer sollten überprüfen, ob sie den Maximalbetrag 2019 ausgeschöpft haben. Nur so erhalten sie den höchst möglichen Steuereffekt. Ist das nicht der Fall, können Rürup-Sparer ansonsten eine zusätzliche Einmalzahlung überdenken und durchrechnen.

Selbstständige und Freiberufler können über den Abschluss einer Rürup-Rente nachdenken und mit einer Einmalzahlung starten, um sich so maximale steuerliche Vorteile für 2019 zu sichern. 

NV-Bescheinigung beantragen

Wer wenig verdient, muss keine Einkommensteuer zahlen. Im Jahr 2019 liegt die Grenze bei 9.168 Euro. Betroffene können sich in diesem Fall auch von der Abgeltungsteuer befreien lassen. Dafür müssen sie beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen.

Wird das Dokument bei der Bank vorgelegt, schreibt diese alle Kapitalerträge ohne Steuerabzug gut. Da die NV-Bescheinigung in der Regel für drei Jahre gilt, sollte zum Jahreswechsel geprüft werden, ob sie noch gültig ist oder neu beantragt werden sollte.

Werbungskosten überschlagen

Jeder Beschäftigte kann pauschal 1.000 Euro Werbungskosten pro Jahr geltend machen. Überschreiten die Ausgaben für den Job diese Grenze, mindert das die Steuerlast. Es lohnt sich also, Kosten zu bündeln. Das gilt insbesondere, wenn der Arbeitnehmer-Pauschbetrag überschritten ist oder der Steuerzahler knapp darunter liegt.

Berufstätige können in diesem Fall versuchen, Ausgaben bereits 2019 geltend zu machen – indem sie etwa eine Rechnung für eine 2020 geplante Fortbildung vorziehen und noch im Jahr 2019 bezahlen. Für teure Elektrogeräte und Arbeitsmittel können Berufstätige nun Ausgaben bis zu einem Kaufpreis von 952 Euro brutto voll absetzen.

Handwerkerkosten richtig planen

Wer einen Handwerker beauftragt, sollte genau rechnen – das Finanzamt erkennt maximal 6.000 Euro pro Jahr an. 20 Prozent davon werden vom Finanzamt anerkannt – also maximal 1.200 Euro. Um in Genuss der höchsten steuerlichen Abschreibung zu gelangen, kann es sich lohnen, Ausgaben vorzuziehen – Arbeiten also etwa schon 2019 anzuzahlen.

Das Finanzamt erkennt Kosten für Reparaturen, Renovierungs- sowie Sanierungsarbeiten an, die ein Handwerker am Haus, in der Wohnung, im Garten, in der Garage oder an Geräten im Haushalt erledigt hat. Wichtig, damit die Aufwendungen abzugsfähig sind: Der Handwerker muss eine Rechnung stellen – und Materialkosten separat ausweisen. Der Auftraggeber muss den Betrag zudem überweisen. Für den Fiskus zählt der Zeitpunkt, an dem die Rechnung bezahlt wurde.

Lohnsteuer-Ermäßigung prüfen

Liegen die Aufwendungen aus Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen höher als 600 Euro, kann bei den Finanzbehörden ein Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung gestellt werden. Ab dem Monat, der auf den Antrag folgt, kann es dann am Ende heißen: mehr Netto vom Brutto. Damit die steuerliche Entlastung auch beim Weihnachtsgeld oder dem Jahresbonus greift, muss der Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung bis zum 30. November gestellt sein.

Gesundheitskosten bündeln

Jeder muss bei Kosten für die Gesundheit einen Eigenanteil tragen. Die Grenze wird individuell berechnet – je nach Familienstand und Einkommen. Hier kann es sinnvoll sein, Krankheitskosten aus zwei Jahren zu bündeln.

Wer in diesem Jahr bereits größere außergewöhnliche Belastungen hatte, sollte prüfen, ob er Aufwendungen des Folgejahres vorziehen kann. Das gilt beispielsweise für eine teure Zahnbehandlung, Medikamentenbestellungen oder eine neue Brille. Wer hingegen in diesem Jahr noch keine größeren außergewöhnlichen Belastungen hatte, kann Aufwendungen gegebenenfalls auf das nächste Jahr verlagern.

Verwendete Quellen:
  • Bundesministerium der Finanzen
  • Bund der Steuerzahler (BdSt)
  • Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BVL)
  • Nachrichtenagentur dpa/tmn
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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