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"Nichts kann diese sinnlose Tat erklÀren"

Von dpa, afp, pdi

Aktualisiert am 21.02.2020Lesedauer: 18 Min.
BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Budenbender bei der Trauerveranstaltung in Hanau.
BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Budenbender bei der Trauerveranstaltung in Hanau. (Quelle: Reuters-bilder)
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Der Abend in Hanau gehört dem Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags. BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier ist zu einer Mahnwache in Stadt gekommen. Alle Infos im Newsblog.

Im hessischen Hanau hat es am spĂ€ten Mittwochabend einen Anschlag auf mehrere Lokale gegeben. Der Angreifer erschoss dort neun Menschen und verletzte mehrere Personen. Die Polizei fand den mutmaßlichen TĂ€ter und dessen Mutter spĂ€ter tot in seiner Wohnung. Ein Bekennerschreiben und ein Video deuten auf ein rassistisches Motiv fĂŒr den Anschlag hin.


Anschlag in Hanau: Eine Stadt unter Schock

Ein Projektil liegt in unmittelbarer NĂ€he des Tatorts am Heumarkt.
Hessens Innenminister Peter Beuth (li.) besucht den Tatort am Heumarkt.
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3 Uhr: StaatsprÀsident bestÀtigt: Eines der Todesopfer von Hanau war RumÀne

Eines der Todesopfer des Anschlags von Hanau stammt offenkundig aus RumĂ€nien. Das bestĂ€tigte der rumĂ€nische StaatsprĂ€sident Klaus Iohannis in der Nacht zum Freitag auf Twitter. Er habe mit BestĂŒrzung vom Tod eines rumĂ€nischen StaatsbĂŒrgers erfahren, schrieb Iohannis, der sich wegen des mehrtĂ€gigen EU-Gipfels in BrĂŒssel aufhielt. RumĂ€nischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Todesopfer um einen 23 Jahre alten Mann.

2.30 Uhr: EKD ruft nach Hanau-Anschlag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt auf

Nach dem rechtsextremistischen Anschlag in Hanau hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen. Zur Überwindung der Gewalt sei es jetzt notwendig, "dass die Menschen in unserem Land zusammenstehen", sagte der Landesbischof der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). Die Gottesdienste, zu denen die Kirchen nach der Gewalttat eingeladen haben, gĂ€ben Raum, um Erschrecken, Betroffenheit und Trauer zum Ausdruck zu bringen.

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Bedford-Strohm sagte, im Vorgehen gegen Rechtsextremismus komme es "auf jeden Einzelnen" an: "Wir sind alle gefordert, Rassismus und Antisemitismus in den konkreten Situationen des Alltags vehement zu widersprechen." Der EKD-Ratsvorsitzende forderte zudem die Ausgrenzung von Rechtsextremisten in der Parteienlandschaft: "Wer Rechtsextremen in einer Partei Deckung gibt, trĂ€gt Mitverantwortung dafĂŒr, wenn deren Ideologien Gehör finden."

3 Uhr: Pistorius: AfD trÀgt Mitschuld an Enthemmung

Nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag in Hanau gibt der niedersĂ€chsische Innenminister Boris Pistorius der AfD eine Mitschuld an der Zunahme rechter Gewalttaten. "NatĂŒrlich gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Erstarken der AfD und der Zunahme rechter Gewalt", sagte Pistorius der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Freitag). "AuslĂ€ndischen MitbĂŒrgern wird die MenschenwĂŒrde abgesprochen. Das ist so gefĂ€hrlich, weil es manche erst dazu bringt, zur Tat zu schreiten. Hier ist eine fatale Enthemmung in Gang geraten, und die AfD trĂ€gt daran Mitschuld", so der SPD-Politiker.

Mit der AfD sitze eine Partei in den Parlamenten, "die verbal alle Grenzen ĂŒberschreitet", sagte Pistorius. Und auf den Straßen und im Untergrund formierten sich Netzwerke, die bĂŒrgerkriegsĂ€hnliche Situationen vorbereiteten und Menschen töten wĂŒrden. "Beide haben das Ziel - die einen parlamentarisch und die anderen auch mit Gewalt – die Gesellschaft und den Staat zu destabilisieren und die Demokratie auszuhebeln."

Freitag, 21. Februar, 2 Uhr: Unionsfraktionsvize fordert mehr Befugnisse fĂŒr Verfassungsschutz

Als Konsequenz aus dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau hat der stellvertretende Unionsfraktionschef Thorsten Frei erweiterte Befugnisse fĂŒr den Bundesverfassungsschutz gefordert. Das Amt mĂŒsse mehr Möglichkeiten erhalten, um die Kommunikation von Einzelpersonen zu ĂŒberwachen, sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt" (Freitagsausgabe). Bislang sei es fĂŒr die Sicherheitsbehörden sehr schwierig, eine Radikalisierung zu erkennen, die sich im Stillen und außerhalb eines Gruppenzusammenhangs vollziehe.

Frei forderte konkret erweiterte Kompetenzen fĂŒr den Verfassungsschutz unter anderem bei der sogenannten Quellen-TelekommunikationsĂŒberwachung. Dabei handelt es sich um den Zugriff auf elektronische Kommunikation, bevor diese standardmĂ€ĂŸig verschlĂŒsselt wird, oder um deren nachtrĂ€gliche EntschlĂŒsselung. Der CDU-Politiker verlangte auch erweiterte Möglichkeiten fĂŒr die sogenannte Online-Durchsuchung, also das Eindringen in Computer oder Smartphones mittels versteckter Software.

Frei kĂŒndigte zudem an, dass seine Fraktion eine mögliche weitere VerschĂ€rfung des Waffenrechts "sehr genau prĂŒfen" wolle. Ziel sei es, "mehr Sicherheit im Land" zu schaffen, ohne allerdings SportschĂŒtzen und JĂ€ger mit unnötiger BĂŒrokratie zu belasten.

20. Februar, 21.24 Uhr: Tausende Menschen bei Mahnwachen in Deutschland

Tausende Menschen haben in Hessen am Donnerstag bei Mahnwachen der Opfer des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags in Hanau gedacht. BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier, MinisterprĂ€sident Volker Bouffier (CDU) und OberbĂŒrgermeister Claus Kaminsky (SPD) sprachen in Hanau vor rund 5.000 Menschen. "Heute ist die Stunde, in der wir zeigen mĂŒssen: Wir stehen als Gesellschaft zusammen, wir lassen uns nicht einschĂŒchtern, wir laufen nicht auseinander", sagte Steinmeier. Friedliche Gedenkveranstaltungen gab es nach Angaben der Polizei auch in Frankfurt, Kassel, Fulda, Gießen oder in Darmstadt. In Frankfurt versammelten sich an der Paulskirche nach Polizeiangaben rund 3.500 Menschen.

Viele prominente Politiker kamen bei der Mahnwache am Brandenburger Tor zusammen.
Viele prominente Politiker kamen bei der Mahnwache am Brandenburger Tor zusammen. (Quelle: dpa-bilder)

Auch in Berlin waren mehrere Hundert Menschen, darunter etliche prominente Politiker, am Brandenburger Tor der Opfer zusammengekommen. Sie bildeten eine große Menschenkette rund um das Tor. Einige hielten Kerzen in den HĂ€nden und legten Blumen an dem Bauwerk ab. Vereinzelt waren Europaflaggen zu sehen. Auf einem Schild stand zu lesen: "Wir trauern um die Opfer von Hanau, Halle, Kassel, Mölln etc. Stoppt Hass und Hetze in den asozialen Medien".

Zuvor hatten sich rund 20 Politiker verschiedener Parteien an den HĂ€nden gefasst und eine Schweigeminute abgehalten. Zu ihnen zĂ€hlten die beiden Bundes- und Fraktionsvorsitzenden der GrĂŒnen, Annalena Baerbock und Katrin Göring-Eckardt, FDP-Chef Christian Lindner, SPD-GeneralsekretĂ€r Lars Klingbeil und der SPD-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh. Danach gingen die Bundespolitiker geschlossen zum Bundestag zurĂŒck.

In Köln gedachten 300 Menschen der Opfer, an der Lorenzkirche in NĂŒrnberg versammelten sich laut Polizeiangaben rund 650 Menschen. Weitere rund 200 Menschen verliehen am PlĂ€rrer ihrer Trauer Ausdruck. In MĂŒnchen wollten sich am Abend am Odeonsplatz Menschen zu einer Mahnwache treffen. In FĂŒrth trafen sich 120 Menschen zu einer Kundgebung. In Erlangen waren es 25.

19.11 Uhr: Hunderte Menschen bei Mahnwache am Brandenburger Tor

Mehrere Hundert Menschen, darunter etliche prominente Politiker, haben am Abend in Berlin am Brandenburger Tor der Opfer des Anschlags von Hanau gedacht. Sie bildeten eine große Menschenkette rund um das Tor. Einige hielten Kerzen in den HĂ€nden und legten Blumen an dem Bauwerk ab. Vereinzelt waren Europaflaggen zu sehen. Auf einem Schild stand zu lesen: "Wir trauern um die Opfer von Hanau, Halle, Kassel, Mölln etc. Stoppt Hass und Hetze in den asozialen Medien".

Zuvor hatten sich rund 20 Politiker verschiedener Parteien an den HĂ€nden gefasst und eine Schweigeminute abgehalten. Zu ihnen zĂ€hlten die beiden Bundes- und Fraktionsvorsitzenden der GrĂŒnen, Annalena Baerbock und Katrin Göring-Eckardt, FDP-Chef Christian Lindner, SPD-GeneralsekretĂ€r Lars Klingbeil und der SPD-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh. Danach gingen die Bundespolitiker geschlossen zum Bundestag zurĂŒck.

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Mahnwache vor dem Brandenburger Tor: Mehrere Hundert Menschen, darunter Politiker wie die GeneralsekretÀre von CDU, FDP und SPD, Paul Ziemiak, Linda Teuteberg und Lars Klingbeil, sowie Prominente wie Michel Friedman haben sich vor dem Berliner Wahrzeichen versammelt.
Mahnwache vor dem Brandenburger Tor: Mehrere Hundert Menschen, darunter Politiker wie die GeneralsekretÀre von CDU, FDP und SPD, Paul Ziemiak, Linda Teuteberg und Lars Klingbeil, sowie Prominente wie Michel Friedman haben sich vor dem Berliner Wahrzeichen versammelt. (Quelle: Hanna Klein/T-Online-bilder)

18.59 Uhr: "Man muss doch da ansetzen, wo es anfÀngt."

Cihan Demirel ist die Cousine von Opfer Gökhan GĂŒltekin und steht bei der Mahnwache neben der BĂŒhne in der ersten Reihe. "Sein Vater, mein Onkel, hat Krebs im Endstadium. Jetzt ist er es, der seinen Sohn zu Grabe tragen muss."

Als die Steinmeier-Rede beendet ist, ruft eine Frau in die kurzzeitige Stille hinein: "Gegen Rassismus zu sein und die AfD tolerierten, das geht nicht!" Cihan Demirel nickt energisch: "Das war meine Schwester", sagt sie. "Sie hat Recht. Man muss doch da ansetzen, wo es anfÀngt."

18.48 Uhr: Zwischenrufe sorgen fĂŒr Unmut

FĂŒr viel Unmut bei den Teilnehmern der Mahnwache sorgen Zwischenrufe bei der Rede von Hessens MinisterprĂ€sident Bouffier, in denen mangelhafte NSU-Aufarbeitung kritisiert wird. Menschen schauen sich fassungslos an.

18.40 Uhr: Steinmeier: "Nichts kann diese sinnlose Tat erklÀren"

"Ich stehe vor Ihnen als BĂŒrger dieses Landes, als Mensch, der wie sie und wir alle um Worte ringt", sagt Frank-Walter Steinmeier weiter. "Was geschehen ist, ist furchtbar, denn geschehen ist, was wir alle zutiefst befĂŒrchten: geliebte Menschen zu verlieren. Nichts kann diese sinnlose Tat erklĂ€ren." Der BundesprĂ€sident fĂŒgt hinzu: "Wir stehen zusammen und halten zusammen. Das ist das stĂ€rkste Mittel gegen Hass."

18.36 Uhr: Frank-Walter Steinmeier tritt ans Mikrofon

Nun spricht BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier. Er sagt, was in Hanau geschehen sei, mache fassungslos, mache traurig, mache zornig.

18.33 Uhr: Bouffier: "Wir gehören zusammen"

Hessens MinisterprÀsident Volker Bouffier sagt in Hanau: "Wir gehören zusammen, auch und gerade in einer so schrecklichen Stunde. Wir werden alles tun, denen entgegenzustehen, die glauben, durch Hass und Gewalt die Gesellschaft verÀndern zu können."

18.28 Uhr: Mahnwache mit Steinmeier beginnt

Auf dem Marktplatz in Hanau beginnt eine Mahnwache, an der auch BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier und Hessens MinisterprĂ€sident Volker Bouffier (CDU) teilnehmen. Hanaus OberbĂŒrgermeister Claus Kaminsky (SPD) sagt zu Beginn, dass nach dem Anschlag in der Stadt nichts mehr so sei wie vorher. Doch Hass gegen Mitmenschen habe keine Zukunft, fĂŒgt er hinzu.

18.05 Uhr: Auch ein Bulgare unter den Todesopfern

Unter den neun Todesopfern des Anschlags auf zwei Shisha-Bars in Hanau ist auch ein bulgarischer StaatsbĂŒrger. Das teilten die bulgarischen Behörden mit. Nach Angaben von Generalbundesanwalt Peter Frank hatten alle neun Opfer einen Migrationshintergrund. Sie waren zwischen 21 und 44 Jahren alt, unter ihnen waren demnach sowohl auslĂ€ndische als auch deutsche Staatsangehörige.

17.56 Uhr: Auch in Berlin versammeln sich Menschen

Am Brandenburger Tor in Berlin kommen immer mehr Menschen zusammen, momentan sind es rund 500 Personen, wie die Polizei mitteilte. Am Berliner Wahrzeichen wollen sie gemeinsam um die Opfer in Hanau trauern. Als Teilnehmer haben sich unter anderem GrĂŒnen-Chefin Annalena Baerbock und BundestagsvizeprĂ€sidentin Claudia Roth (GrĂŒne) angekĂŒndigt.

Auch am Brandenburger Tor versammeln sich Menschen, darunter CDU-GeneralsekretÀr Paul Ziemiak.
Auch am Brandenburger Tor versammeln sich Menschen, darunter CDU-GeneralsekretÀr Paul Ziemiak. (Quelle: T-Online-bilder)
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Auch FDP-Chef Christian Lindner, CDU-GeneralsekretÀr Paul Ziemiak, sein SPD-Kollege Lars Klingbeil und SPD-Chefin Saskia Esken sind vor Ort.

17.38 Uhr Steinmeier legt Blumen in Hanau nieder

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier hat den Opfern des Anschlags in Hanau gedacht. Steinmeier legte an einem der beiden Tatorte Blumen nieder. Zusammen mit Hessens MinisterprĂ€sident Volker Bouffier (CDU) und Hanaus OberbĂŒrgermeister Claus Kaminsky (SPD) will er anschließend mit BĂŒrgern sprechen. SpĂ€ter ist eine Teilnahme an der Mahnwache der Stadt auf dem Marktplatz geplant, wo er auch Gedenkworte sprechen will.

16.58 Uhr: Nach Anschlag bleiben Schule und zwei Kitas in Hanau geschlossen

Nach dem Anschlag mit elf Toten in Hanau sollen eine Schule und zwei KindertagesstĂ€tten auch am Freitag geschlossen bleiben. Grund seien die laufenden Ermittlungen der Polizei im Stadtteil Kesselstadt/Weststadt, teilte die Stadtverwaltung mit. Betroffen sind die Heinrich-Heine-Schule und die Kinderburg West sowie das Kinderhaus West. Ein Notdienst sei in einer Kita in unmittelbarer NĂ€he eingerichtet worden. Der Unterricht an der Heinrich-Heine-Schule soll nach einer bereits geplanten Pause ĂŒber Fastnacht an diesem Mittwoch wieder starten. Die Schule und die beiden Kitas waren bereits am Donnerstag geschlossen geblieben.

16.14 Uhr: Tobias R. bestand Eignungstest fĂŒr Schusswaffen

Der mutmaßliche TodesschĂŒtze von Hanau, Tobias R., hat vor einem Jahr einen Eignungstest fĂŒr Schusswaffen bestanden. 2019 habe die Kreisverwaltung des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen die charakterliche Eignung des mutmaßlichen TodesschĂŒtzen ĂŒberprĂŒft, teilte die Behörde mit. Dabei wurde etwa geschaut, ob die Waffen ordnungsgemĂ€ĂŸ aufbewahrt werden, sagte der Kreissprecher. Dies war bei R. der Fall.

R. besaß seit Sommer 2013 eine Waffenbesitzkarte. Ein Jahr spĂ€ter sei die erste Waffe darauf eingetragen worden, sagte ein Behörden-Sprecher in Gelnhausen. Der mutmaßliche TodesschĂŒtze war zudem in einem Frankfurter SchĂŒtzenverein aktiv. Er sei Mitglied im SchĂŒtzenverein Diana Bergen-Enkheim gewesen, sagte Thilo von Hagen, Sprecher des Deutschen SchĂŒtzenbundes (DSB). Laut dem Verein selbst war Tobias R. ein "eher ruhiger Typ", der in keiner Weise auffĂ€llig geworden sei.

"Er hat keinerlei auslĂ€nderfeindliche SprĂŒche geklopft", sagte der Vorsitzende Claus Schmidt. Auch im Umgang mit Vereinsmitgliedern mit Migrationshintergrund habe R. kein auffĂ€lliges Verhalten gezeigt. Seit 2012 sei der 43-JĂ€hrige Mitglied bei Diana gewesen. Er habe mit eigenen Waffen geschossen, was aber ĂŒblich sei. Dass Tobias R. im Internet wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien Ă€ußerte, sei nicht bekannt gewesen. "Mit dem konnte man sich ganz vernĂŒnftig unterhalten", sagte Schmidt.

16.07 Uhr: Mutmaßlicher TĂ€ter von Hanau hatte offenbar keine Verbindung zu Terrorzelle

Nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag in Hanau mit elf Toten gibt es laut NRW-Innenminister Innenminister Herbert Reul (CDU) keine Hinweise auf Verbindungen zu der am Freitag aufgeflogenen rechten Terrorzelle. Auch Hinweise auf Verbindungen zu anderen rechtsextremen Netzwerken gebe es bisher nicht, sagte er vor Journalisten.

Nach allem, was bisher bekannt sei, habe der mutmaßliche TĂ€ter in Hanau "aus rassistischen Motiven" gehandelt, sagte Reul. Der Anschlag "lĂ€sst mich fassungslos zurĂŒck". Gemessen an der Zahl der Getöteten handele es sich um "eine der schlimmsten rechtsextremistischen Taten in der Geschichte der Bundesrepublik". Dass es sich offenbar um einen "EinzeltĂ€ter" gehandelt habe, "macht die Tat kein bisschen weniger schrecklich".

15.32 Uhr: Kriminalbeamtenbund sieht Parallelen zu Halle und Christchurch

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, sieht "signifikante Parallelen" zwischen den tödlichen SchĂŒssen von Hanau und den AnschlĂ€gen von Halle und Christchurch in Neuseeland. Dem SWR sagt er, in allen FĂ€llen habe man es mit einer Mischung von Leuten zu tun, "die sich an krude, rechtsextreme, rassistische Ideologien anhĂ€ngen oder sich sogar ihre eigenen zusammenbasteln".

15.32 Uhr: SchĂŒtzenbund will keine VerschĂ€rfung des Waffenrechts

Der Deutsche SchĂŒtzenbund Ă€ußert sich "fassungslos" zu der Tat. FĂŒr eine VerschĂ€rfung des Waffenrechts gebe es aber keinen Grund: "Es gibt genĂŒgend Kontrollen fĂŒr SportschĂŒtzen", erklĂ€rt Verbands-Vize Walter Wolpert.

15.15 Uhr: Seehofer will schÀrfere Sicherheitsvorkehrungen

Als Reaktion auf den Anschlag von Hanau will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland verstĂ€rken. Er werde noch am Abend mit den Innenministern der LĂ€nder darĂŒber beraten, "wie wir in den nĂ€chsten Tagen die Sicherheitslage noch besser gewĂ€hrleisten können", sagte Seehofer bei einem Besuch an einem der Tatorte in Hanau. Dies sei auch "vor dem Hintergrund vieler öffentlicher Veranstaltungen in den nĂ€chsten Tagen" erforderlich.

15.04 Uhr: Pressestatement beendet

Ohne Fragen zuzulassen hat der Generalbundesanwalt die Pressekonferenz beendet. Zuvor sagte Frank, dass die Ermittlungen nun darauf zielten, ob es Mitwisser oder UnterstĂŒtzer fĂŒr den TĂ€ter im In- oder Ausland gebe.

15.01 Uhr: Generalanwaltschaft: "Zutiefst rassistische Gesinnung"

In einem kurzen Statement hat sich Generalbundesanwalt Peter Frank zur Tat in Hanau geĂ€ußert. Der TodesschĂŒtze hatte nach Angaben von Frank eine "zutiefst rassistische Gesinnung". Das habe die Auswertung von Videobotschaften und einer Art Manifest auf dessen Internetseite ergeben, sagte Frank in Karlsruhe.

15.00 Uhr: Generalbundesanwalt Ă€ußert sich zur Tat

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe will sich um 15 Uhr zum aktuellen Stand der Ermittlungen zu dem Terroranschlag in Hanau Ă€ußern.

14. 57 Uhr: Bericht: Tobias R. bestellte Waffe offenbar in Online-Shop

Der mutmaßliche AttentĂ€ter von Hanau soll seine Tatwaffe 2014 in einem Online-Shop bestellt haben. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland und beruft sich auf Sicherheitskreise. Dabei soll es sich um eine Pistole Glock 17,9 Millimeter Luger handeln. R. soll zudem zwei weitere Waffen besessen haben.

14.17 Uhr: Neun Todesopfer hatten Migrationshintergrund

Der TodesschĂŒtze von Hanau hat neun Menschen mit Migrationshintergrund getötet – und seine Mutter. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag zudem aus Sicherheitskreisen erfuhr, haben vier der fĂŒnf Verletzten auslĂ€ndische Wurzeln.

14.02 Uhr: Steinmeier will bei Mahnwache in Hanau sprechen

Nach der mutmaßlich rassistisch motivierten Gewalttat in Hanau will BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier noch am Donnerstag in die hessische Stadt reisen. Das kĂŒndigte Hessens MinisterprĂ€sident Volker Bouffier (CDU) bei einem Besuch in Hanau an. OberbĂŒrgermeister Claus Kaminsky (SPD) sagte, der BundesprĂ€sident werde am frĂŒhen Abend auch bei einer Mahnwache in der Stadt sprechen.

13.45 Uhr: Eintracht Frankfurt will in Trauerflor spielen – Gedenkminute bei Bundesliga-Spielen

Nach der Gewalttat von Hanau spielt Eintracht Frankfurt in der Europa-League-Partie am Donnerstag (18.55 Uhr) gegen RB Salzburg mit Trauerflor. Zudem wird es vor dem Anpfiff in der Commerzbank-Arena eine Schweigeminute geben, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte. Dies geschehe "in Gedenken an die Betroffenen und als klares Zeichen gegen jegliche Form von Rassismus und Extremismus".

"Die schrecklichen Vorkommnisse in Hanau in der letzten Nacht sorgen fĂŒr Trauer und Entsetzen im gesamten Bundesgebiet und speziell in der Rhein-Main-Region. Eintracht Frankfurt ist aufgrund dieser VorfĂ€lle geschockt und in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer", hieß es weiter in der PresseerklĂ€rung. Das Stadion im Hinspiel der ersten K.o.-Runde ist mit 47.000 Zuschauern ausverkauft.

Auch die Bundesliga und die 2. Bundesliga werden am Wochenende mit einer Schweigeminute der Opfer von Hanau gedenken. Die Fußballer werden zudem Trauerflor tragen. "Die Morde von Hanau sind ein entsetzliches Verbrechen", sagt der Sprecher des PrĂ€sidiums der Deutschen Fußball Liga (DFL), Christian Seifert. "Die Tat lĂ€sst uns geschockt und verstĂ€ndnislos zurĂŒck. Der deutsche Profifußball setzt an diesem Wochenende geschlossen ein Zeichen der Anteilnahme. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen."

13.34 Uhr: Anwohnerin: "Unsere Freunde wurden umgebracht"

Nach den tödlichen SchĂŒssen in Hanau stehen viele Menschen in der hessischen Stadt unter Schock. Angelika Diaz kannte einige der Opfer. t-online.de hat mit ihr gesprochen. Hier geht es zum Artikel mit dem Video.

13.30 Uhr: Bericht: Schwangere Frau unter den Opfern

Nach "Bild"-Informationen ist unter den Opfern des Anschlags von Hanau eine 35-jÀhrige Frau. Sie soll schwanger gewesen sein, berichtet das Blatt unter Berufung auf Angehörige der Frau.

13.13 Uhr: Anadolu: FĂŒnf tĂŒrkische StaatsbĂŒrger unter den Toten

Unter den Todesopfern in Hanau sind nach einem Bericht der tĂŒrkischen Nachrichtenagentur Anadolu auch fĂŒnf tĂŒrkische StaatsbĂŒrger. Die staatliche Nachrichtenagentur berief sich auf den tĂŒrkischen Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin.

Das tĂŒrkische Außenministerium in Ankara verurteilte unterdessen den "niedertrĂ€chtigen Anschlag" in Hanau. Er sei eine "neue und schwere Auswirkung von wachsendem Rassismus und Islamfeindlichkeit". Es sei an der Zeit, solche Angriffe zu stoppen."

12.38 Uhr: Bundestags-Innenausschuss plant Sondersitzung

Der Innenausschuss im Bundestag plant am kommenden Donnerstag eine Sondersitzung zur Gewalttat von Hanau. Sie habe die Sitzung fĂŒr 10.30 Uhr beantragt, "um mehr ĂŒber die HintergrĂŒnde zu erfahren", teilte die Ausschussvorsitzende Andrea Lindholz (CSU) mit. "Damit erhalten die Behörden genĂŒgend Zeit, um einen soliden Ermittlungsstand aufzubauen." PrioritĂ€t habe nun zunĂ€chst die Ermittlungsarbeit.

12.24 Uhr: Merkel: "Rassismus ist ein Gift, der Hass ist ein Gift"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Angehörigen und Opfern der Gewalttat von Hanau ihre tiefe Anteilnahme ausgedrĂŒckt. Dies sei ein "ĂŒberaus trauriger Tag fĂŒr unser Land. Der tiefe Schmerz ĂŒber den gewaltsamen Tod so vieler MitbĂŒrger, den die Menschen heute in Hanau empfinden, empfinde ich und die Menschen in ganz Deutschland", sagte Merkel in Berlin.

Sie hoffe, dass die große Anteilnahme in der Bevölkerung den Angehörigen ein wenig Kraft geben könne. Und sie hoffe auch, dass die Betroffenen nicht nur die körperlichen, sondern auch die seelischen Folgen ĂŒberwinden könnten. Es werde alles unternommen, um die HintergrĂŒnde der entsetzlichen Morde "bis ins Letzte" aufzuklĂ€ren, versicherte die Kanzlerin. "FĂŒr eine abschließende Bewertung ist es noch zu frĂŒh." Doch weise derzeit vieles darauf hin, "dass der TĂ€ter aus rechtsextremistischen, rassistischen Motiven gehandelt hat. Aus Hass gegen Menschen mit anderer Herkunft, anderem Glauben oder anderem Aussehen."

Sie fĂŒgte hinzu: "Rassismus ist ein Gift, der Hass ist ein Gift. Und dieses Gift existiert in unserer Gesellschaft. Und es ist Schuld an schon viel zu vielen Verbrechen. Von den Untaten des NSU ĂŒber den Mord an (dem Kasseler RegierungsprĂ€sidenten) Walter LĂŒbcke bis zu den Morden von Halle." Die Bundesregierung und alle staatlichen Institutionen stĂŒnden fĂŒr die "Rechte und WĂŒrde eines jeden Menschen in unserem Land. Wir unterscheiden BĂŒrger nicht nach Herkunft oder Religion. Wir stellen uns denen, die versuchen, in Deutschland zu spalten, mit aller Kraft und Entschlossenheit entgegen."

12.19 Uhr: MĂŒnchen sagt Faschingsfeier ab

Die Stadt MĂŒnchen hat die Feier "Fasching hat Herz" auf dem Viktualienmarkt abgesagt. Als Grund wird der Anschlag in Hanau genannt. Eine weitere Faschingsfeier im Landtag fĂ€llt ebenfalls aus. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

11.24 Uhr: TĂŒrkei verurteilt "rassistischen Angriff auf unsere BĂŒrger"

Die TĂŒrkei hat die Gewalttaten in Hanau als "rassistischen Angriff auf unsere BĂŒrger" verurteilt und eine AufklĂ€rung gefordert. "Wir erwarten von den deutschen Behörden maximale Anstrengungen, um den Vorfall aufzuklĂ€ren", schrieb auf Twitter der Sprecher des tĂŒrkischen PrĂ€sidenten Erdogan, Ibrahim Kalin.

Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob unter ihnen auch auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger sind, war zunĂ€chst nicht bekannt. "Rassismus ist ein kollektiver Krebs", fĂŒgte Kalin hinzu.

10.52 Uhr: Bayerischer Landtag sagt Faschingsfeier ab

Der bayerische Landtag hat nach der Tat von Hanau seine Karnevalsveranstaltung abgesagt. "Der Bayerische Landtag trauert um die Toten dieser schrecklichen Tat. Wieder sind Menschen Opfer von Hass und Terror geworden", sagte LandtagsprĂ€sidentin Ilse Aigner (CSU) in MĂŒnchen. Der Angriff auf die offene Gesellschaft und ihre Werte mache fassungslos. "In Gedanken sind wir in diesen traurigen Stunden bei den Angehörigen und Freunden der Getöteten. Wir wĂŒnschen Ihnen Kraft und Beistand."

Eigentlich wollten am "Unsinnigen Donnerstag" Faschingsnarren aus ganz Bayern im Landtag auftreten und feiern.

10.40 Uhr: SPD-GeneralsekretÀr ruft zu Demo auf

SPD-GeneralsekretĂ€r Lars Klingbeil ruft zu einer Demonstration auf. "Wir mĂŒssen ein Zeichen setzen. Gegen den rechten Terror, gegen den rechten Hass, gegen Faschismus", schreibt er auf Twitter. "Lasst uns um 18h am Brandenburger Tor treffen und deutlich machen, dass wir den Hetzern und rechten Terroristen nicht unser Land ĂŒberlassen."

10.37 Uhr: Beuth: 43-JĂ€hriger war SportschĂŒtze

Der mutmaßliche SchĂŒtze von Hanau war nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) SportschĂŒtze und verfĂŒgte ĂŒber eine entsprechende Waffenbesitzkarte.

10.31 Uhr: Bouffier: Gewaltverbrechen in Hanau macht "unendlich traurig"

Hessens MinisterprĂ€sident Volker Bouffier (CDU) hat das Gewaltverbrechen in Hanau mit mehreren Toten als furchtbares Verbrechen bezeichnet. Es schockiere, mache sprachlos und "unendlich traurig", sagte der Regierungschef am Donnerstag in Wiesbaden. Die Taten in Hanau seien ein Verbrechen, das in seiner Dimension außergewöhnlich sei.

"Wir sind jetzt in einer Situation, in der wir Einiges wissen, vieles noch nicht", erklĂ€rte Bouffier. Es werde sehr viel spekuliert. Bouffier rief die BĂŒrger auf, sich nicht an diesen Spekulationen zu beteiligen. Es sei noch zu frĂŒh fĂŒr eine Beurteilung der Lage.

Er habe am Morgen bereits mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefoniert, um sie ĂŒber die vorliegenden Erkenntnisse zu informieren, sagte Bouffier. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) und er selbst werden im Laufe des Tages nach Hanau fahren.

Liebe Leserinnen und Leser, nach der Tat von Hanau sind bestimmt auch Ihre Gedanken bei den Opfern. Was bewegt Sie mit Blick auf die Betroffenen und ihre Familien? Teilen Sie Ihre Beileidsbekundungen und formulieren Sie unterstĂŒtzende Worte. Schicken Sie uns Ihre Gedanken per E-Mail an leseraufruf@t-online.de. Eine Auswahl der Einsendungen werden wir mit Nennung des Namens veröffentlichen.

9.58 Uhr: Söder: Rechtsstaat wird sich Gewalt entgegenstellen

Der bayrische MinisterprĂ€sident Markus Söder kĂŒndigt ein hartes Vorgehen an. "Der Rechtsstaat wird sich solcher Gewalt mit aller HĂ€rte und Entschiedenheit entgegenstellen", twittert der CSU-Politiker. Die brutale Tat mache ihn fassungslos. "In Gedanken sind wir bei den Angehörigen der Opfer."

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9.37 Uhr: Hessens Innenminister: Verdacht auf Terror in Hanau

Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach der Gewalttat in Hanau laut dem hessischen Innenminister Peter Beuth wegen Terrorverdachts. Nach jetzigen Erkenntnissen sei ein fremdenfeindliches Motiv durchaus gegeben, sagte Beuth (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden.

Zu Beginn einer geplanten Plenarsitzung im hessischen Landtag sagte Beuth: "Ich verurteile die Tat zutiefst. Es besteht der deutliche Verdacht, dass der mutmaßliche TĂ€ter ein fremdenfeindliches Motiv hatte." Beuth bestĂ€tigte den Ablauf der Angriffe in Hanau. Es habe an mehreren Tatorten Schussabgaben auf Personen gegeben, dabei seien neun Menschen getötet, eine Person schwer verletzt und eine unbekannte Anzahl an Menschen verletzt worden.

"Das Fahrzeug des mutmaßlichen TĂ€ters wurde schnell mit Hilfe von Überwachungskameras ausfindig gemacht und auch bei seiner gemeldeten Adresse vorgefunden", sagt Beuth. In dem Haus habe man dann den mutmaßlichen Angreifer und seine Mutter erschossen vorgefunden. Der Mann war weder der Polizei noch dem Verfassungsschutz bekannt und wir bitten die BĂŒrger, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen."

9.23 Uhr: Merkel sagt wegen Hanau Termin in Halle ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat wegen des Gewaltverbrechens mit vielen Toten in Hanau einen geplanten Besuch in Sachsen-Anhalt abgesagt. Sie werde an diesem Donnerstag nicht wie geplant zum Amtswechsel an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina nach Halle fahren, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. "Die Bundeskanzlerin lĂ€sst sich fortlaufend ĂŒber den Stand der Ermittlungen in Hanau unterrichten."

9.13 Uhr: Rassistische Äußerungen in Bekennervideo

Der mutmaßliche TĂ€ter von Hanau hat vor dem Gewaltverbrechen eine umfangreiche Sammlung von ErklĂ€rungen und Weltanschauungstheorien im Internet verbreitet. In einem knapp einstĂŒndigen Video behauptet er unter anderem, Deutschland werde von einem Geheimdienst mit weitreichenden FĂ€higkeiten gesteuert. Außerdem Ă€ußert er sich negativ ĂŒber Migranten aus arabischen LĂ€ndern und der TĂŒrkei.

8.28 Uhr: Zweite Leiche in Wohnung soll Mutter des mutmaßlichen SchĂŒtzen sein

Nach Informationen des ARD-Terrorismusexperten Holger Schmidt handelt es es sich bei der zweiten Leiche in der Wohnung um die Mutter des mutmaßlichen SchĂŒtzen:

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8.19 Uhr: Generalbundesanwalt ĂŒbernimmt Ermittlungen zu Taten von Hanau

Nach mehreren Gewalttaten mit vielen Toten in Hanau hat der Generalbundesanwalt bereits in der Nacht die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls ĂŒbernommen. Das sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Donnerstag. Nach dpa-Informationen sind Hinweise auf eine auslĂ€nderfeindliche Motivation des mutmaßlichen TĂ€ters der Grund.

7.59 Uhr: Mutmaßlicher TĂ€ter veröffentlichte kurz vor Tat Video

Der mutmaßliche TĂ€ter von Hanau hat nach Informationen aus Sicherheitskreisen wenige Tage vor der Tat ein Video bei Youtube veröffentlicht. In diesem Video spricht der Mann in fließendem Englisch von einer "persönlichen Botschaft an alle Amerikaner". Der Clip, der am Donnerstagmorgen weiter im Internet zu sehen war, wurde offensichtlich in einer Privatwohnung aufgenommen, ins Netz gestellt wurde er vor wenigen Tagen.

Darin sagt der Mann, in den USA existierten unterirdische MilitĂ€reinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet wĂŒrden. Dort wĂŒrde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische StaatsbĂŒrger sollten aufwachen und gegen diese ZustĂ€nde "jetzt kĂ€mpfen". Ein Hinweis auf eine bevorstehende eigene Gewalttat in Deutschland ist in dem Video nicht enthalten. Das Motiv des Verbrechens mit insgesamt elf Toten blieb zunĂ€chst unklar.

7.48 Uhr: Bericht: TĂ€ter handelte aus rechtsextremen Motiven

Wie "Bild" berichtet, soll der mutmaßliche SchĂŒtze von Hanau aus rechtsextremen Motiven gehandelt haben. Das gehe aus dem aufgetauchten Bekennerschreiben hervor. Bei dem mutmaßlichen TĂ€ter soll es sich demnach um einen Deutschen gehandelt haben. Er habe einen Jagdschein besessen. In seinem Fahrzeug sollen sich Munition und Magazine befunden haben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Polizeikreise.

7.34 Uhr: Sicherheitskreise: Bekennerschreiben und Video zu Hanau gefunden

Nach mehreren Gewalttaten mit vielen Toten in Hanau sind nach Informationen aus Sicherheitskreisen ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden. Beides werde nun ausgewertet, das Motiv sei noch unklar, hieß es am Donnerstag. Zuerst hatte die "Bild" darĂŒber berichtet.

7.22 Uhr: "Ein echtes Horrorszenario fĂŒr uns alle"

Ein schweres Gewaltverbrechen erschĂŒttert Hanau. Mindestens elf Menschen sterben, weitere Menschen werden schwer verletzt. Die Suche nach dem mutmaßlichen TĂ€ter endet erst nach Stunden. In der Stadt herrscht Entsetzen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

6.34 Uhr: Bundesregierung erschĂŒttert ĂŒber Gewaltverbrechen

Die Bundesregierung hat bestĂŒrzt auf das schwere Gewaltverbrechen in Hanau mit bislang elf Toten reagiert. "Die Gedanken sind heute Morgen bei den Menschen in #Hanau, in deren Mitte ein entsetzliches Verbrechen begangen wurde", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstagmorgen auf Twitter. "Tiefe Anteilnahme gilt den betroffenen Familien, die um ihre Toten trauern", fĂŒgte er hinzu. Seibert Ă€ußerte die Hoffnung, dass die Verletzten bald wieder gesund werden.

Im hessischen Hanau wurden neun Menschen an zwei verschiedenen Orten erschossen. Stunden nach dem Verbrechen entdeckte die Polizei in der Nacht zum Donnerstag die Leiche des mutmaßlichen TodesschĂŒtzen in seiner Wohnung. Dort fanden SpezialkrĂ€fte auch noch eine weitere tote Person. Die genauen HintergrĂŒnde fĂŒr die außergewöhnliche Gewalttat sind bislang unklar.

6.34 Uhr: Mutmaßlicher TĂ€ter tot in Wohnung aufgefunden

Ein nach den tödlichen SchĂŒssen in Hanau als tatverdĂ€chtig gesuchter Mann ist tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Wie das PolizeiprĂ€sidium SĂŒdosthessen am frĂŒhen Donnerstagmorgen mitteilte, entdeckten SpezialkrĂ€fte der Polizei in derselben Wohnung zudem noch eine weitere Leiche.

Bei einem der Toten in der Wohnung "dĂŒrfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den TĂ€ter handeln", erklĂ€rte die Polizei. Hinweise auf mögliche weitere TĂ€ter gebe es derzeit nicht. Die HintergrĂŒnde der Bluttaten waren weiterhin unklar. Die Ermittlungen zur IdentitĂ€t der Opfer und des mutmaßlichen TĂ€ters dauerten an, hieß es von der Polizei.

5.33 Uhr: Polizei: Keine Hinweise auf weitere TĂ€ter in Hanau

Die Polizei hat im Fall der tödlichen SchĂŒsse in Hanau bislang keine Hinweise auf weitere TĂ€ter. Das teilte sie am Donnerstagmorgen ĂŒber Twitter mit. Zuvor war der mutmaßliche TodesschĂŒtze nach Angaben der Ermittler tot aufgefunden worden. In der Wohnung wurde eine weitere Leiche entdeckt. Die Zahl der Menschen, die zuvor durch SchĂŒsse an zwei Orten in Hanau starben, erhöhte sich indes von acht auf neun.

2.43 Uhr: "Es war ein Schock fĂŒr alle."

Am Tatort im Hanauer Stadtteil Kesselstadt laufen die kriminaltechnischen Untersuchungen. Um ein beschĂ€digtes Auto, das mit Rettungsdecken abgedeckt war, wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Feuerwehrzelt aufgebaut, das auch als Sichtschutz diente. Die Polizei sperrte den Bereich weitrĂ€umig ab. Schwer bewaffnete Beamte sicherten ihn. Dort sollen zuvor ebenfalls an oder womöglich auch in einer Art Kiosk SchĂŒsse gefallen sein. Insgesamt starben laut Polizei an zwei Tatorten acht Menschen.

SchĂŒsse in Hanau: Die Orte der AnschlĂ€ge in Hessen.
SchĂŒsse in Hanau: Die Orte der AnschlĂ€ge in Hessen.

Immer wieder tauchten Menschen am Absperrband in dem Stadtviertel mit vielen Wohnblocks auf. Unter ihnen war ein 24-JĂ€hriger, der nach eigenen Angaben der Sohn des Kioskbesitzers ist. Er sei bei der Tat nicht vor Ort gewesen, sein Vater, wie er erst spĂ€ter erfahren habe, auch nicht. Als er von den SchĂŒssen gehört habe, sei er sofort hergekommen.

"Ich habe erstmal einen Schock bekommen." Die Opfer seien Leute, "die wir jahrelang kennen". Es seien zwei Mitarbeiter und eine Person, die er schon von klein auf kenne. "Wir kennen sowas nicht, wir sind auch nicht mit Leuten zerstritten. Wir können es uns gar nicht vorstellen. Es war ein Schock fĂŒr alle."

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Von Fabian Reinbold, Elmau
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