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Coronavirus: Kiel meldet sieben Neuinfizierte nach Familienfeier

Newsblog zu Covid-19  

Kiel meldet sieben Neuinfizierte nach Familienfeier

02.07.2020, 15:24 Uhr | rtr, dpa, AFP, t-online.de

Coronavirus: Kiel meldet sieben Neuinfizierte nach Familienfeier. Female scientist working in the CDC laboratory. (Quelle: Getty Images/Eugeneonline)

Test im Labor: In der Stadt Kiel haben sich sieben Menschen mit dem Coronavirus infiziert. (Symbolbild) (Quelle: Eugeneonline/Getty Images)

In Kiel gibt es sieben Neuinfizierte. Sie haben sich bei einer Familienfeier angesteckt. Drei von ihnen arbeiten in Altenhilfe-Einrichtungen. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich bereits mehr als zehn Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als eine halbe Million Erkrankte sind gestorben. Das Land mit den meisten registrierten Infektionen – über 2,5 Millionen Fälle – sind die Vereinigten Staaten. Dort sind bereits mehr als 128.000 Menschen an den Folgen des Virus gestorben.


Sieben Menschen offenbar nach Familienfeier in Kiel infiziert

Eine Familienfeier in Kiel hat Konsequenzen: Dort haben sich sieben Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet.

Die Feier habe im Freien stattgefunden und sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen. Drei der Infizierten arbeiten offenbar in Altenhilfe-Einrichtungen. Die Stadt Kiel schrieb am Donnerstag auf Twitter: "Sieben Neu-Infizierte müssen wir heute vermelden, damit steigt die Zahl der #Corona-Infizierten auf 13 Personen in #Kiel. Die Zahl der Menschen in Quarantäne steigt auf 160." 

Bericht: Hunderttausende mangelhafte Schutzmasken an Ärzte geliefert

An niedergelassene Ärzte wurden nach Informationen des "Bayerischen Rundfunks" (BR) hunderttausende mangelhafte Schutzmasken geliefert. Mindestens 800.000 der im Frühjahr verteilten Masken wiesen Mängel auf oder entsprachen nicht den Anforderungen, berichtete der Radiosender am Donnerstag. Die Journalisten hatten Anfragen an alle Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland gestellt.

Etliche der Masken seien vom Bundesgesundheitsministerium geliefert worden. Nach Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns war die Qualität der vom Bund gelieferten Waren "teilweise sehr schwankend." Die gemeinsame Recherchen des BR mit der Rechercheplattform OCCRP und internationalen Partnermedien zeigten außerdem, dass europaweit Behörden Millionen von unsicheren Masken kauften. In vielen Fällen steckte offenbar Betrug mit Zertifikaten dahinter.

Kleine Tochter kapert Live-Interview im Fernsehen

Eigentlich wollte das britische Fernsehen eine Gesundheitsexpertin interviewen. Warum es dann plötzlich um Einhörner statt um den Coronavirus ging, sehen Sie hier im Video.

Türkei kommt Deutschland für Aufhebung von Reisewarnung entgegen

Außenminister Heiko Maas sieht Fortschritte in den Gesprächen mit der Türkei. Eine Zusage für eine Aufhebung der bestehenden Reisewarnung gebe es aber noch nicht. Man suche eine Abstimmung im EU-Rahmen, sagte Maas nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag in Berlin.

Der türkische Außenminister hatte am Donnerstag bei einem Besuch in Berlin zugesagt, dass Corona-infizierte Touristen nicht mit dem umstrittenen Medikament Hydroxychloroquin zwangsbehandelt werden sollen. Das lobte Maas.

Die türkische Regierung will die EU-Staaten davon überzeugen, die Türkei auf die Liste der sicheren Drittstaaten zu setzen, um den Tourismus wieder in Gang zu bringen. Deshalb führten auch der türkische Tourismusminister und die stellvertretende Gesundheitsministerin Gespräche in Berlin.

Österreich streicht Reisewarnung für den Kreis Warendorf

Österreich hat die Reisewarnung für den Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen zurückgenommen. Die am Donnerstag aktualisierten Hinweise des österreichischen Außenministeriums verweisen nur noch für den Kreis Gütersloh auf "eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5)" aufgrund erhöhter Infektionszahlen nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies. Eine generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen hatte die österreichische Regierung bereits zu Beginn der Woche aufgehoben.

Israel: Neue Beschränkungen wegen Rekord bei Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am späten Mittwochabend mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 868 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April.

In der Nacht zum Donnerstag wurden daher neue Beschränkungen verkündet. Verschiedene Viertel in Lod bei Tel Aviv sowie in der Hafenstadt Aschdod sollten für mindestens eine Woche abgeriegelt werden. Auch in den Palästinensergebieten soll von Freitag an ein fünftägiger Lockdown in Kraft treten. In Israel und den Palästinensergebieten war die Pandemie zunächst glimpflich verlaufen. Nach Lockerungen sind die Zahlen der Infizierten jedoch seit gut einem Monat stark angestiegen.

Covid-19 in Afrika: Katastrophen-Szenario bleibt bislang aus

Im Frühjahr war die Sorge groß, Afrika könnte schon bald ein Hotspot der Corona-Pandemie werden. Doch bisher bleibt das Katastrophenszenario aus. Warum das so ist, erklärt t-online.de-Reporter David Ruch hier.

USA melden mehr als 50.000 neue Fälle in 24 Stunden

Die Corona-Zahlen in den USA erreichen einen neuen Rekord. US-Präsident Donald Trump meint dennoch, das Virus wird "gewissermaßen einfach verschwinden". t-online.de-Korrespondent Fabian Reinbold berichtet aus Washington.

Neuseelands Gesundheitsminister tritt zurück

Neuseelands Gesundheitsminister David Clark tritt zurück. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass die Regierung ohne ihn besser auf die Coronavirus-Pandemie reagieren könne, sagt er bei einer Pressekonferenz im Parlament. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern habe seinen Rücktritt angenommen.

Zuvor wurde Clark wegen seines Umgangs mit der Corona-Krise vielfach scharf kritisiert. Laut dem neuseeländischen Portal "RNZ" wird er durch Bildungsminister Chris Hipkins ersetzt. Zudem soll Ardern den Rücktritt so kommentiert haben: "Was dem Minister klar geworden ist und eine Einschätzung, der ich zustimme, ist, dass seine Rolle leider weiterhin eine Ablenkung war und, dass wir das einfach nicht hätten fortsetzen können."

Umfrage: Mehrheit für kostenlose Corona-Tests für alle 

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger befürwortet kostenlose Corona-Tests für alle. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag) sprachen sich 60 Prozent dafür aus, dass jeder Bürger unabhängig von Symptomen und Risiko einen vom Staat bezahlten Corona-Test in Anspruch nehmen können sollte. 31 Prozent lehnten das ab.

Pfizer und Biontech: Erster Testerfolg für Impfstoffkandidat 

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben erste Ergebnisse ihrer Tests in den USA für einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus als "ermutigend" bezeichnet. Bei allen 24 Probanden, denen bei jeweils zwei Injektionen der Wirkstoffkandidat verabreicht worden war, seien nach vier Wochen Antikörper gegen Sars-CoV-2 festgestellt worden, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Schwerwiegende Nebenwirkungen seien bei dem Wirkstoff nicht festgestellt worden. Biontech-Mitbegründer und -chef Ugur Sahin nannte die vorläufigen Daten sehr ermutigend. Sie zeigten, dass der Impfstoffkandidat "eine Immunantwort mit neutralisierenden Antikörpern im Menschen induzieren kann".

Außer in den USA testet Biontech auch potenzielle Impfstoffe in Deutschland. Es hatte hierzulande als erstes Unternehmen die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts bekommen.

Bayern: Kontaktbeschränkungen werden erneut verlängert

Die derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen in Bayern werden bis zum 19. Juli verlängert. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Zuerst hatte der Radiosender "Antenne Bayern" darüber berichtet. Eigentlich sollten die Kontaktbeschränkungen am 5. Juli auslaufen. Derzeit dürfen sich im öffentlichen Raum maximal zehn Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Im privaten Umfeld gibt es keine Beschränkung. Welche Corona-Schutzmaßnahmen in anderen Bundesländern gelten, können Sie hier nachlesen.

Bundesagentur: Keine "Generation Corona" hinterlassen

Die Bundesagentur für Arbeit will bei der Vermittlung von Lehrstellen in diesem Sommer einen "Corona-Jahrgang" verhindern. Derzeit seien bei den Arbeitsagenturen ungefähr 450.000 Ausbildungsplätze gemeldet, dem stünden 400.000 Bewerber gegenüber. Beide Zahlen bedeuteten ein Minus von acht bis neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Wir hinken in der Besetzung der Ausbildungsstellen um sechs bis acht Wochen den anderen Jahren hinterher", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele, sagte am Mittwoch in Nürnberg.

Jugendarbeitslosigkeit: EU-Kommission will gegensteuern

In der Corona-Krise will die EU-Kommission 22 Milliarden Euro gegen einen befürchteten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit mobilisieren. Dazu präsentierte die Brüsseler Behörde am Mittwoch Vorschläge an die EU-Staaten. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union ist doppelt so hoch wie die von Erwachsenen. Nach Beginn der Pandemie stieg die Quote im April von zuvor 14,9 Prozent auf 15,4 Prozent. In den nächsten Monaten befürchtet die Behörde einen starken Anstieg.

Gegensteuern will die EU-Kommission mit der Ausweitung der sogenannten Jugendgarantie. Diese gilt seit 2013 und verspricht Jugendlichen binnen vier Monaten ein Angebot – sei es ein Job, ein Ausbildungsplatz oder ein Praktikum. 24 Millionen jungen Leuten sei schon geholfen worden, erklärt die Kommission.

USA kaufen Medikamentenbestände fast restlos auf

Medienberichten zufolge haben die USA große Bestände des möglichen Corona-Medikaments "Remdesivir" gekauft. Nach Angaben des britischen Guardian haben die Vereinigten Staaten sich mit 500.000 Einheiten die kompletten Produktionskapazitäten für Juli und 90 Prozent derer von August und September gesichert. Für Patienten in Europa und dem Rest der Welt stehen demnach kaum noch Dosen des Medikaments zur Verfügung. 

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann – von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Arbeitslosenzahlen steigen weiter – Rekordwert bei Kurzarbeit

Die Corona-Krise trifft den deutschen Arbeitsmarkt hart: Die Arbeitslosenzahlen sind im Juni gestiegen – allerdings weniger stark als erwartet. Mehr erfahren Sie hier bei t-online.de

Skandal um Beatmungsgeräte in Slowenien – Minister festgenommen

In Slowenien ist die Regierung wegen eines Skandals um mutmaßliche Regelverstöße bei der Materialbeschaffung für den Kampf gegen die Corona-Pandemie in Erklärungsnot geraten. Der Innenminister trat am Dienstag zurück, der Wirtschaftsminister wurde vorübergehend festgenommen. Die rechtsgerichtete Regierung unter Ministerpräsident Janez Jansa amtiert erst seit Anfang März.

Eine Sondereinheit der Polizei ermittelt zu möglichen Gesetzesverstößen bei der Anschaffung von Schutzkleidung gegen das Coronavirus und Beatmungsgeräten. Dabei wurden am Dienstag mehrere Wohnungen durchsucht. Laut Berichten slowenischer Medien soll Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek bei der Beschaffung des medizinischen Materials bestimmte Firmen bevorzugt haben, obwohl ihr Material nicht geeignet gewesen sei. Pocivalsek weist die Vorwürfe zurück. Er wurde laut Presseinformationen nach seiner Festnahme am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bericht: Tönnies-Fahrer sollten trotz Quarantäne ausliefern

Im Skandal um den Fleischkonzern Tönnies gibt es neue Vorwürfe: Wie der WDR berichtet, sollen die Fahrer einer Spedition Tourenaufträge von Tönnies erhalten haben, obwohl sie unter Quarantäne standen. Die Aufträge wurden laut WDR am 20. Juni 2020 per SMS für den Folgetag erteilt. Ein Sprecher des Fleischkonzerns sagte dazu, dass an jenem Tag 14 Touren außerhalb des Betriebsgeländes gestartet seien. Man habe die Fahrer aber noch am selben Tag aufgefordert, ihre Tour zu beenden. Damit widersprach sich das Unternehmen jedoch selbst, da es laut WDR zuvor mitgeteilt hatte, dass die Touren noch am 20. Juni 2020 abgesagt wurden – und nicht erst am Folgetag.

USA: Zahl der Infizierten steigt so stark wie noch nie

In den USA ist die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Innerhalb eines Tages gab es Reuters-Daten zufolge mehr als 47.000 neue Infektionen. Kalifornien, Texas und Arizona haben sich zu neuen Epizentren entwickelt. Es sei eindeutig, dass es momentan keine wirkliche Kontrolle gebe, sagt US-Seuchenexperte Anthony Fauci vor einem Senatsausschuss. Er befürchtet, dass die tägliche Zahl an Neuinfektionen bis zu 100.000 betragen könnte, sollte nicht gegengesteuert werden.

Mitarbeiter von Tönnies-Betrieb in Weißenfels sollen getestet werden

Die Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sollen auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis am Dienstag angeordnet, wie die Verwaltung mitteilte. Hintergrund sei eine nicht zweifelsfrei geklärte Infektionskette. "Ein Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachtbetriebes kann somit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden", teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) mit.

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Eigenen Angaben zufolge sind am Standort in Weißenfels rund 2.200 Mitarbeiter beschäftigt. Am Freitag will die Stadt in einer Pressekonferenz über die vorläufigen Ergebnisse informieren. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte am Dienstag, das Vorgehen sei mit der Landesregierung abgesprochen worden.

Mediziner warnt vor massivem Infektionsanstieg in den USA

Der US-Mediziner und Präsidentenberater Anthony Fauci hat vor einem massiven Anstieg der Coronavirus-Infektionen gewarnt. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA könne von derzeit mehr als 40.000 auf 100.000 ansteigen, sagte Fauci am Dienstag bei einer Anhörung im US-Senat. Lesen Sie hier mehr darüber. 

Infektionen in den USA nehmen zu – New York ändern Bestimmungen für Quarantäne

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA ist zuletzt wieder deutlich angestiegen. Mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten verzeichnet derzeit einen raschen Anstieg von Ansteckungen. Betroffen sind Bundesstaaten im Süden des Landes wie Texas und Florida, aber auch im Westen wie Kalifornien.

Angesichts des Anstiegs der Infektionszahlen verdoppelt New York die Zahl der Bundesstaaten, deren Bewohner sich bei einem Besuch in Quarantäne begeben müssen. Wie New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag sagte, gilt die zweiwöchige Quarantäne fortan auch für Besucher aus Kalifornien, Nevada, Georgia, Iowa, Idaho, Louisiana, Mississippi und Tennessee. Die Maßnahme betrifft damit insgesamt 16 Bundesstaaten.

In den USA wurden bereits mehr als 2,6 Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 126.000 Todesfälle bestätigt. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen der Welt.

Söder kippt Maskenpflicht in einem Bereich 

In Bayern müssen Besucher von Theatern, Kinos und anderen Veranstaltungen im Kulturbereich demnächst keine Maske mehr tragen. Das verkündete Ministerpräsident Markus Söder am Dienstagmittag. Sobald Besucher am Platz sitzen, dürfen sie den Mund-Nasen-Schutz für die Dauer der Veranstaltung absetzen. Sonst bleibe es bei den derzeitigen Regeln, betonte Söder. Bayern setze auf die langsame Lockerungen, um nicht zu schnell voranzugehen und dann Lockerungen zurücknehmen zu müssen. 

Außerdem betonte er, wie wichtig die bayerische Teststrategie sei. Für ihn sei das das einzige wirksame Instrument des Staates, um der Pandemie Herr zu werden. Die Einhaltung der Corona-Regeln obliege den Bürgern. Hier spürten viele eine Unsicherheit, weil sie Leichtsinn beobachteten. Söder betont, dass die Gefahr durch das Coronavirus unverändert bestehe.

Viele neue Infektionen: Kreis muss zwei weitere Schulen schließen

Rheinland-Pfalz: Die rund 3.000 Einwohner zählende Gemeinde Schwegenheim hat wegen zahlreicher neuer Coronavirus-Infektionen zwei weitere Schulen geschlossen. Diese würden von Kindern aus betroffenen Familien besucht, begründete der Kreis Germersheim am Dienstag den Entschluss. Bereits am Montag waren in der Ortsgemeinde zwei Schulen und eine Kita geschlossen worden. Der Kreis Germersheim war drei Wochen lang nahezu coronafrei gewesen. Innerhalb weniger Tage wurden nun 28 Menschen positiv getestet, mit einer Ausnahme kommen alle aus Schwegenheim.

Kreis Starnberg: Suche von Kontaktpersonen nach Ausbruch bei Caterer 

Im bayerischen Kreis Starnberg ist unter Mitarbeitern einer Catering-Firma das Coronavirus ausgebrochen. Mindestens 44 Menschen sind erkrankt. Nun läuft die Suche nach Kontaktpersonen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Anstieg der Infektionen: Bulgarien will Klinik-Kapazitäten erhöhen

Bulgarien will die Kapazitäten seiner Krankenhäuser wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen umgehend erhöhen. Die Covid-19-Intensivabteilungen sollen nun mit mehr Betten, Schutzkleidung, -Masken und -Brillen ausgestattet werden. Das entschied der Krisenstab in Sofia bei einer Sitzung mit Regierungschef Boiko Borissow am Dienstag. Borissow ordnete zudem an, dass Gesundheitsminister Kiril Ananiew die ausreichende Finanzierung der Behandlung von Covid-19 sicherstelle.

In Bulgarien mit seinen knapp sieben Millionen Menschen stiegen die nachgewiesenen Corona-Fälle in den vergangenen zwei Wochen schneller als je zuvor auf nun 4831 an. Mitte Juni waren es noch 3290 gewesen. Die negative Entwicklung wurde auch auf die Vernachlässigung der Schutzmaßnahmen seitens der Bevölkerung zurückgeführt. Durch einen Lockdown im März und April wurde im ärmsten EU-Staat vermieden, dass die technisch und personell teils schlecht ausgestatteten Krankenhäuser überlastet werden.

In Bulgarien war vor einer Woche das obligatorische Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen wieder eingeführt worden. Vielerorts wird aber kaum kontrolliert, ob die "drei D: Disziplin, Desinfektion und Distanz" auch eingehalten werden. Für Kritik sorgte, dass Diskotheken und Nachtclubs nach der Corona-Zwangspause in dem Balkanland wieder geöffnet sind.

Johnson will britische Wirtschaft mit "Infrastruktur-Revolution" anregen

Der britische Premierminister Boris Johnson will Großbritannien mit einer "Infrastruktur-Revolution" aus der Wirtschaftskrise führen. Sein Programm für neue Arbeitsplätze sei "Bauen, Bauen, Bauen", sagte Johnson in einer Grundsatzrede am Dienstag. Er stellte insgesamt fünf Milliarden Pfund (5,5 Milliarden Euro) zur Stützung der von den Corona-Maßnahmen schwer getroffenen britischen Wirtschaft in Aussicht. Der Zeitpunkt sei eine Gelegenheit, "die Dinge anders zu machen", sagte Johnson.

Geplant sind massive staatliche Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur. Johnson will unter anderem eine Milliarde Pfund in Schulen investieren, zudem sollen Gelder in weitere Infrastruktur- sowie Breitband-Projekte fließen.

Johnson ließ sich dabei nach eigenen Angaben vom "New Deal" des ehemaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt inspirieren. Dieser hatte in den 30er Jahren den "New Deal" als Antwort auf die damalige Weltwirtschaftskrise ins Leben gerufen und unter anderem ein umfangreiches Sozialversicherungssystem geschaffen.

Sachsen-Anhalt schafft Kontaktverbot ab 

Das Kontaktverbot in Sachsen-Anhalt läuft zum Donnerstag nach mehr als drei Monaten aus und wird durch eine Empfehlung ersetzt. In der siebten Landesverordnung zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus, die das Landeskabinett am Dienstag in Magdeburg beschloss, wird empfohlen, sich mit nicht mehr als zehn Personen aufzuhalten, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag sagte. Außerdem empfiehlt die Landesregierung, den Personenkreis, zu dem ein physisch-sozialer Kontakt besteht, möglichst konstant zu halten.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte allerdings, dass es sich um eine dringende Empfehlung handele. Vom 1. zum 2. Juli, wenn die neue Verordnung in Kraft tritt, ändere sich ja nichts an der Ansteckungsgefahr. Der Wechsel vom Verbot zur Empfehlung sei auch ein Vertrauensvorschuss an die Bevölkerung. In einem Monat will die Regierung die neue Verordnung, die bis zum 16. September gelten soll, bewerten und gegebenenfalls nachschärfen.

Laschet: Werden noch viele Ausbrüche wie in Gütersloh erleben

"Wir werden noch viele Ausbrüche wie in Gütersloh erleben", sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet. 10.000 Menschen befinden sich nach einem Ausbruch in dem Kreis in Quarantäne, es wird in großem Maße getestet. Nicht überall würden diese Ausmaße erreicht.

Die Bundesländer müssen sich auf neue Corona-Wellen vorbereiten. Die Länder müssten sich im Falle einer neuen Situation im Oktober, November oder Dezember abstimmen, um gezielter agieren zu können, sagt Laschet. Die Außengrenzen Deutschlands müssten etwa offen bleiben. Pauschale Abriegelungen solle es möglichst nicht geben. "Wir müssen mit der Pandemie leben", das zeigten die aktuellen Fälle, so Laschet. "Wir leben in Zeiten der Ungewissheit", deshalb gelte es, weiter achtsam zu bleiben. 

NRW: Vorerst keine Corona-Massentests

Nordrhein-Westfalen wird zunächst keine flächendeckenden Corona-Tests nach bayerischem Vorbild einführen. Ministerpräsident Armin Laschet sagte: "Ich will das nicht bewerten, was die bayerischen Kollegen machen. Wir machen, was wir für Nordrhein-Westfalen richtig halten. Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen." Laschet nannte als Beispiel die Fleischindustrie, wo ab dem 1. Juli Beschäftigte in NRW mindestens zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden müssen.

Corona-Tests für alle: Berlin will Bayerns Vorbild folgen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat kostenfreie Corona-Tests für alle in Aussicht gestellt – zumindest mittelfristig. "Es geht. Und ich glaube, wir werden auch sehr bald diesen bayerischen Weg einschlagen", sagte der SPD-Politiker am Montagabend in einem ntv-Interview. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gemeinsamer Schulunterricht in Hessen nach Sommerferien

Die Schulen in Hessen kehren nach Ende der Sommerferien Mitte August zum gemeinsamen Präsenzunterricht für alle Kinder und Jugendlichen zurück. Das Abstandsgebot wegen der Corona-Pandemie gelte dann nicht mehr im Unterricht, kündigte Kultusminister Alexander Lorz am Dienstag in Wiesbaden an.

Neue Art der Schweinegrippe mit Pandemiepotenzial entdeckt

In China haben Wissenschaftler eine neue Art eine Schweinegrippe entdeckt, die eine Pandemie auslösen könnte. Das Virus mit dem Namen G4 besitze "alle wesentlichen Eigenschaften, um Menschen infizieren zu können", schrieben die Forscher mehrerer chinesischer Universitäten und des chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -prävention in einem am Montag veröffentlichten Artikel in der US-Fachzeitschrift "PNAS". G4 stamme vom H1N1-Virus ab, das 2009 eine Pandemie auslöste.

Die Wissenschaftler führten Studien an Frettchen durch, weil diese dem Menschen ähnliche Symptome aufweisen. Dabei wurde beobachtet, dass G4 hochinfektiös ist, sich in menschlichen Zellen vermehrt und bei den Frettchen schwerwiegendere Symptome verursacht als andere Viren. Tests zeigten auch, dass jegliche Immunität, die Menschen durch die saisonale Grippe gewinnen, keinen Schutz vor G4 bietet. 

Die Hauptsorge der Wissenschaftler ist, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte. Es sei besorgniserregend, dass sich das Virus an den Menschen anpasse und sich damit das Risiko einer Pandemie beim Menschen erhöhe, schrieben die Forscher.

Die Studie sei "eine Erinnerung daran, dass wir ständig dem Risiko des erneuten Auftretens zoonotischer Krankheitserreger ausgesetzt sind und dass Nutztiere, mit denen der Mensch mehr Kontakt hat als mit Wildtieren, als Quelle für wichtige Pandemieviren dienen können", sagte James Wood, Leiter der Abteilung für Veterinärmedizin an der Universität Cambridge in Großbritannien. Eine zoonotische Infektion wird durch einen Erreger verursacht, der von einem Tier auf einen Menschen übergesprungen ist.

WHO: Corona-Pandemie bei Weitem nicht vorbei 

Sechs Monate nach ersten Meldungen über das neue Coronavirus im chinesischen Wuhan – und weltweit inzwischen mehr als 10 Millionen Infektionen – ist die Pandemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch lange nicht vorüber. "Wir alle wollen, dass dies vorbei ist, wir alle wollen mit unserem Leben weitermachen. Aber die harte Realität ist: Es ist noch nicht einmal annähernd vorbei", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz am Montagabend.

Mit Blick auf das Ausmaß der Pandemie mit inzwischen mehr als 500.000 Todesfällen sagte er: "Dies hätte mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden können." Tedros forderte die Länder auf, zu testen, soziale Kontakte zurückzuverfolgen und Quarantäneregeln zu verhängen.

Verantwortlich für das Ausmaß der Corona-Pandemie sind nach Tedros Einschätzung Versäumnisse bei der Umsetzung grundlegender Gegenmaßnahmen sowie eine mangelnde Einheit innerhalb und zwischen Ländern. "Das Schlimmste wird noch kommen", sofern dieses politische Problem nicht angegangen werde, sagte der WHO-Chef. "Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und dieses gefährliche Virus gemeinsam bekämpfen."

Bezirk Los Angeles meldet "alarmierenden Anstieg" neuer Fälle

Der Landkreis Los Angeles meldet einen "alarmierenden Anstieg neuer Fälle, positiver (Test-)Ergebnisse und Einlieferungen ins Krankenhaus", wie die für öffentliche Gesundheit zuständige Direktorin Barbara Ferrer mitteilt. Am Montag seien 2.903 neue Infektionen – ein Rekord – und 22 Todesfälle verzeichnet worden. Benötigt würden sofortige Maßnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Auch Arizona zieht Lockerungen zurück

Nach Florida, Kalifornien und Texas nimmt Arizona als ein weiterer US-Bundesstaat des "Sonnengürtels" Lockerungen zurück. Bars, Nachtclubs, Fitnessstudios, Kinos und Wasserparks müssen wieder schließen, gibt Gouverneur Doug Ducey bekannt. Die Schulen sollen erst am 17. August wieder öffnen. "Die Zeit für weitere Maßnahmen ist gekommen", sagt Ducey. "Wir werden so bald nicht zur Normalität zurückkehren." Arizona mit etwa 7,3 Millionen Einwohnern hatte am Sonntag einen Tagesrekord bei der Zahl neuer Infektionen gemeldet.

Der Bezirk Los Angeles verfügte zudem für das kommende lange Wochenende eine Schließung aller Strände, um Menschenmengen zu vermeiden. Bei Tausenden Neuinfektionen pro Tag sei das "Risiko" von Menschenmengen an den Stränden nicht vertretbar, erklärte die zuständige Beamtin Janice Hahn über Twitter. Auch in Teilen Floridas sollten die Strände geschlossen bleiben.

Der Bundesstaat Nevada verschob die nächste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli. Gouverneur Steve Sisolak appellierte an die Bürger, in der Öffentlichkeit weiter eine Maske zu tragen und sich an den empfohlenen Sicherheitsabstand zu halten. Der Bundesstaat New Jersey verschob angesichts der Zunahme von Neuinfektionen im Süden des Landes die für Donnerstag geplante Erlaubnis für Restaurants, Gäste wieder in geschlossenen Räumen bewirten zu dürfen.

Söder erwartet Corona-Massentests bald auch in anderen Bundesländern

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist überzeugt, dass auch andere Bundesländer trotz ihrer teils heftigen Kritik bald dem bayerischen Vorbild von freiwilligen Corona-Tests für jedermann folgen werden. "Ich glaube schon, dass das eine Wirkung hat, weit über Bayern hinaus", sagte der CSU-Chef der "Augsburger Allgemeinen".

"Ich wurde, als wir über Schulschließungen geredet haben, angegriffen, danach hat es jeder gemacht." Auch bei den bayerischen Ausgangsbeschränkungen habe es am Anfang Kritik gegeben, kurz darauf habe jedes Bundesland Kontaktsperren verhängt. Ebenso seien inzwischen alle Bundesländer Bayern bei den Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten gefolgt. Bayern trifft mit seinem Vorstoß zu Corona-Tests für jedermann auch ohne Symptome auf breite Skepsis. Mehrere andere Länder hatten am Montag eine solche Ausweitung ohne konkrete Anlässe für Massentests abgelehnt.

Söder sagte der "Augsburger Allgemeinen", die Kritik an dem bayerischen Vorgehen sei nicht medizinisch begründet. "Der eigentliche Hintergrund ist etwas ganz anderes: Das sind die Kosten." Er habe die gleiche Debatte schon vor Wochen auf der Ministerpräsidentenkonferenz geführt, als er den bayerischen Weg angekündigt habe. "Das Hauptargument war von dem ein oder anderen Kollegen, das koste uns zu viel, wer soll denn das alles bezahlen." Testen sei jedoch das wichtigste medizinische Angebot nach dem Aufbau von Intensivbetten und der Produktion von Schutzmaterial. "Das ist die einzige ernsthafte medizinische Leistung, die der Staat an dieser Stelle erbringen kann."

Weber: EU vergibt Corona-Hilfen nur an reformbereite Länder

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Manfred Weber, hat betont, dass die Corona-Hilfen der Europäischen Union an klare Bedingungen geknüpft sind. Es gebe Richtlinien für die Verteilung des Hilfspakets im Umfang von 750 Milliarden Euro. "Wir werden die Gelder nur freigeben, wenn die Mitgliedstaaten im Inneren reformbereit sind und das Geld für Zukunftsinvestitionen ausgeben", sagte Weber der "Rheinischen Post". "Wir wollen den Steuerzahlern versichern, dass Länder nur Geld bekommen, wenn sie eine unabhängige Justiz und unabhängige Medien haben."

Mit Bezug auf Polen und Ungarn sagte der CSU-Politiker: "Uns machen manche Länder Sorgen. Wer die Werte Europas, die demokratischen Regeln nicht einhält, kann von der EU kein Geld bekommen", sagte Weber und fügte hinzu: "Die EU ist kein Bankautomat, sondern eine Wertegemeinschaft."

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat in der Corona-Krise einen schuldenfinanzierten Wiederaufbauplan mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro präsentiert. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite an EU-Staaten vergeben werden. Verhandelt wird der Plan zusammen mit dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen, für den die Kommission 1,1 Billionen Euro ansetzt.

Mehr als 58.000 Tote in Brasilien

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen 24 Stunden 24.052 neue Infektionen und 692 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,37 Millionen bekannte Fälle und 58.314 Todesfälle. 

Kontaktbeschränkungen in englischer Stadt Leicester werden verschärft

Die britische Regierung hat die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in der englischen Stadt Leicester erneut verschärft. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag im Parlament in London mit. Geschäfte in der mittelenglischen Stadt sollten von Dienstag an wieder zumachen, kündigte Hancock an. Auch Schulen müssen ihre Tore im Laufe der Woche wieder schließen.

Die Regierung in London hatte die Ende März in England verhängten Beschränkungen in den vergangenen Wochen teilweise wieder aufgehoben. Seit Mitte Juni sind Läden in dem größten britischen Landesteil wieder offen. Auch der Schulunterricht wurde für bestimmte Jahrgangsstufen wieder aufgenommen. Vom 4. Juli an sollen auch Restaurants, Hotels, Museen, Kirchen und Büchereien wieder Besucher empfangen dürfen. Das gelte aber nicht für Leicester, sagte Hancock. "Wir empfehlen den Menschen in Leicester, zu Hause zu bleiben, so viel sie können, und wir raten von allen nicht dringend notwendigen Reisen von und nach Leicester ab."

Die Neuinfektionen in der Stadt mit etwa 350.000 Einwohnern machten nach Angaben von Hancock in der vergangenen Woche zehn Prozent aller Fälle in England aus. 

WHO sendet für Ermittlungen zu Virusherkunft Team nach China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will nächste Woche ein Team nach China entsenden, um den Ursprung des Coronavirus festzustellen. "Wir können das Virus besser bekämpfen, wenn wir alles über es wissen, inklusive wie alles angefangen hat", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag während einer Video-Pressekonferenz.

Die Organisation drängt China seit Anfang Mai dazu, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Mit der Entsendung eines Teams hoffe die WHO, die Entstehungsgeschichte des Virus besser nachvollziehen zu können. Wie das Team zusammengesetzt sein wird und was konkret seine Aufgabe vor Ort ist, sagte Tedros nicht.

Der Generaldirektor merkte während der Videokonferenz an, dass die Pandemie das Beste und das Schlimmste der Menschheit zum Vorschein gebracht habe. Er zählte Beispiele von weltweiter Solidarität auf, erwähnte aber auch die Verbreitung von Fehlinformationen und die Politisierung der Pandemie.

Hersteller setzt Preis für Wirkstoff Remdesivir

In der Coronavirus-Pandemie hat das US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences den Preis für den Wirkstoff Remdesivir für den US-Markt festgelegt. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2.340 Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O’Day am Montag in einem offenen Brief. Für private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann – von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Hessen lehnt Vorstoß zu Corona-Tests für jedermann ab

Bayerns Vorstoß zu Corona-Tests für jedermann auch ohne Symptome ist in Hessen auf Ablehnung gestoßen. "Hessen teilt die Auffassung von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU), Testen ohne systematisches Vorgehen sei nicht zielführend", teilte das Sozialministerium am Montag auf Anfrage mit. Anlasslose Reihentestungen seien mit erheblichem Aufwand verbunden, würden aber keine neuen Informationen erbringen. Es würde vielmehr ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Die Aussagekraft der Tests sei zeitlich sehr eng begrenzt. Das Risiko für falsch-positive Testergebnisse würde erhöht.

Bayern hatte am Sonntag angekündigt, Tests für alle zu ermöglichen – auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko.

Broadway-Theater in New York bleiben bis 2021 geschlossen 

Im berühmtesten Theaterviertel der Welt bleiben wegen des Coronavirus in diesem Jahr die Lichter aus: Am New Yorker Broadway wurden am Montag alle Vorstellungen für den Rest des Jahres abgesagt. Bereits gekaufte Tickets bis zum 2. Januar würden erstattet oder umgetauscht, teilte der Branchenverband The Broadway League mit. Wegen der Pandemie waren vom 12. März an alle Vorstellungen abgesagt worden.

Der Broadway mit seinen rund 40 Theaterstücken und Musicals zählt zu den wichtigsten Touristenmagneten der Millionenmetropole. Im Jahr 2019 wurden 14,7 Millionen Tickets für insgesamt knapp 1,8 Milliarden Dollar verkauft. Das entspricht in etwa dem Anderthalbfachen des Ticketsumsatzes in allen deutschen Kinos. Zuvor hatte auch bereits das berühmte Konzerthaus Carnegie Hall angekündigt, dass es bis Anfang Januar 2021 keine Auftritte geben werde.

Laschet: Lockdown in Gütersloh wird verlängert 

Der Corona-Lockdown in Gütersloh wird nach einem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen um eine weitere Woche verlängert. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Montagnachmittag. 

Zum Kreis Warendorf sagte er: "Wir werden die Lockdown-Maßnahmen nicht verlängern." Laschet sieht dort kein erhöhtes Infektionsrisiko. Es sei durch die sehr schnellen Maßnahmen gelungen, ein Überspringen des Virus von der Tönnies-Fabrik auf die Bevölkerung zu verhindern. Die Einschränkungen laufen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus.

Corona-Regeln in NRW um weitere zwei Wochen verlängert

Die aktuellen Regelungen der Coronaschutzverordnung in NRW werden um weitere zwei Wochen bis mindestens zum 15. Juli 2020 verlängert. Das teilte die Landesregierung am Montag mit. Dazu gehört unter anderem die Maskenpflicht für bestimmte Bereiche. Zudem dürfen sich im öffentlichen Raum nur zehn Menschen treffen, wenn das Abstandsgebot nicht eingehalten wird.

Bergamo trauert um mehr als 6.000 Tote 

Mit einer Zeremonie in Bergamo hat Italien der zahlreichen Opfer der Corona-Pandemie gedacht. Das Virus habe in Italien "unauslöschliche Narben" hinterlassen, sagte Staatschef Sergio Mattarella am Sonntagabend. Weltweit stieg die Zahl der Todesopfer der Corona-Pandemie derweil auf mehr als eine halbe Million. Rund um den Globus wurden mittlerweile mehr als zehn Millionen Ansteckungen nachgewiesen.

Die Trauerzeremonie in Bergamo galt den Corona-Opfern in der gleichnamigen norditalienischen Provinz. Präsident Mattarella machte jedoch deutlich, es sei das ganze Land, das in Bergamo "gelitten hat, das verletzt worden ist, das geweint hat".

Bergamo und andere norditalienische Gebiete waren die am schlimmsten von dem neuartigen Virus heimgesuchten Regionen Italiens. Mehr als 6.000 Menschen starben allein in der Provinz Bergamo an den Folgen der Infektion, landesweit waren es bislang mehr als 34.000 Todesopfer. Die dramatischen Bilder von Dutzenden an Friedhöfen aufgereihten Särgen oder von Militärkonvois zum Transport von Corona-Toten gingen um die Welt. In der schlimmsten Phase der Krise fanden in Bergamo Bestattungen unter Ausschluss der Familien statt.

Trotz Kritik: China testet Impfstoff an Soldaten

Chinas Militär hat grünes Licht erhalten für die Nutzung eines Covid-19-Impfstoffkandidaten. Das teilt die Firma Cansino Biologics mit, die gemeinsam mit der Forschungseinheit der Armee für die Entwicklung verantwortlich ist. Klinische Studien hätten gezeigt, dass der Impfstoffkandidat Ad5-nCoV sicher und in gewissem Umfang effizient sei. Ad5-nCoV ist einer von acht Impfstoffkandidaten, die von chinesischen Firmen entwickelt und für Tests an Menschen zugelassen wurden.

An der Zulassung gibt es jedoch auch Kritik. In einem Artikel des Fachblatts "New England Journal of Medicine" kritisieren Wissenschaftler, die bisher erhobenen Daten seien noch nicht aufschlussreich genug. Probanden zwischen 18 und 60 Jahren hatten Impfstoffdosen von niedrig bis hoch erhalten. Bei 50 bis 75 Prozent der Versuchsteilnehmer stieg die Antikörperkonzentration zwar um das Vierfache. Ob das reiche, sei aber völlig offen, heißt es auch in einem anderen Fachbeitrag. 

Außerdem zeigten sich Nebenwirkungen. So klagte die Hälfte der Probanden über Schmerzen an der Einstichstelle, fast 50 Prozent bekamen außerdem leichtes Fieber, fast genauso viele gaben Müdigkeit an, 39 Prozent Kopfschmerzen. Ein Patient klagte nach der Impfung 48 Stunden lang über ein schweres Fieber von 38,5 Grad, über starke Müdigkeit, Muskelbeschwerden und Atemprobleme. 

Dennoch wird das Mittel beim Militär nun zunächst für ein Jahr verwendet. Außerhalb dieses Bereichs ist die Nutzung bisher nicht gestattet, es gibt keine Zulassung für eine kommerzielle Verwendung. 

Rekord bei Neuinfektionen – fast 190.000 Fälle an einem Tag

Die Zahl der täglichen gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen neuen Rekordwert geklettert. Binnen 24 Stunden seien weltweit 189.000 neue Fälle registriert worden, teilte die WHO am Sonntagabend mit. Auch in einigen Ländern sei der Anstieg auf Rekordhöhe. Unter den Ländern mit besonders vielen Neuinfektionen ragen erneut Brasilien und die USA heraus. In Brasilien wurden laut WHO 46.860 neue Fälle verzeichnet. In den USA seien es 44.458 gewesen. Den weltweit dritthöchsten Anstieg in der jüngsten Tabelle hatte Indien mit 19.906 Fällen.

Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe. Die Organisation rechnet nach ihrer Zählung in Kürze mit einem Überschreiten der Zehn-Millionen-Marke. Die Tabelle vom Sonntagabend weist 9,84 Millionen Corona-Fälle weltweit aus. 

Gütersloh: Corona-Fälle ohne Bezug zu Tönnies nehmen zu

Im Kreis Gütersloh wurden 107 Menschen, die nicht in Bezug zum Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies stehen, positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Am Samstag war noch die Rede von 75 Erkrankten. Darüber informierte der Kreis am Sonntagabend in einer Mitteilung. Die steigende Zahl wird auf die ausgeweiteten Testmöglichkeiten zurückgeführt. Die meisten Infizierten zeigen keine Symptome. Am Dienstag soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Derzeit gilt im Kreis der erste lokale Lockdown. 

Nach spanischen Angaben: EU legt bis Dienstag Liste mit sicheren Ländern vor

Die EU legt nach spanischen Angaben bis spätestens Dienstag eine Liste der Covid-19-sicheren Länder vor. Die Liste werde 15 Staaten umfassen, in die man nach epidemiologischen Kriterien sicher reisen könne, sagt die spanische Außenministerin Arancha González Laya dem Hörfunksender Cadena SER. Die Coronavirus-Pandemie lasse im größten Teil Europas nach.

Party-Wochenende eskaliert – Polizei muss einschreiten und wird angegriffen

Vielfach sind am Wochenende in Düsseldorf, Köln und Bonn Partys und Zusammenkünfte eskaliert. Feiernde gerieten in den nordrhein-westfälischen Großstädten mit Polizei und Ordnungsdiensten aneinander. Auch in München musste die Staatsmacht eingreifen.

Dabei kam es zu Schlägereien von Gruppen untereinander sowie immer wieder zu Gewalt und Aggression gegenüber den Beamten, hieß es von der Polizei in NRW. Die Beteiligten seien zumeist stark alkoholisiert gewesen, hätten die Corona-Abstandsregeln missachtet, Polizisten beleidigt und sich respektlos gezeigt.

In München hätten viele Menschen ungeachtet der Corona-Pandemie gemeinsam gefeiert, hieß es von der Polizei in Bayern. In der Nacht von Freitag auf Samstag hätten sich in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Menschen an der Isar aufgehalten, von Samstag auf Sonntag seien es rund 5.000 gewesen. Laut Polizeiangaben blieb dabei alles friedlich.

Etwas anders sah es auf der als Feiermeile vor allem nach Fußballerfolgen bekannt gewordenen Leopoldstraße aus. Dort wurde der Polizei am frühen Sonntagmorgen "eine größere Anzahl aggressiver Personen" gemeldet. Die Beamten rückten "mit hohem Kräfteeinsatz an" und trafen dort auf rund 200 bis 300 Menschen. Bei aggressiv auftretenden Personen stellten die Polizisten die Personalien fest, zudem sprachen sie mehrere Platzverweise aus. Zwei Menschen wurden wegen Beleidigung der Einsatzkräfte angezeigt.

Zahl der Todesfälle weltweit übersteigt 500.000

In der Corona-Pandemie ist erneut ein trauriger Meilenstein erreicht worden. Weltweit sind nun mehr als 500.000 positiv auf SARS-CoV-2 getestete Menschen verstorben. Insgesamt wurden rund zehn Millionen Fälle registriert. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Behörden melden 44.703 weitere Infektionen

Die Zahl der Infektionen in den USA ist nach Angaben der Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) um 44.703 auf 2,504 Millionen gestiegen. Zudem seien 508 weitere Todesfälle und damit insgesamt 125.484 verzeichnet worden.

Gruppe um 18 Nobelpreisträger und 32 ehemalige Staatschefs startet Aufruf für freien Corona-Impfstoff

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und mehr als hundert weitere namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kunst setzen sich für die kostenlose Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus weltweit und für alle Menschen ein. In einem am Sonntag gestarteten Aufruf werben sie dafür, dass Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 als "globales, öffentliches Gut" (Global Common Good) angesehen und damit allen zur Verfügung stehen werden. Sie appellieren zugleich an die kollektive Verantwortung für alle schutzbedürftigen Menschen ohne jegliche Diskriminierung.

In dem Aufruf heißt es unter anderem, die Effizienz künftiger Impfkampagnen werde von der weltweiten Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängen. Doch die Pandemie zeige die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Landes sowie die Schwierigkeiten, Zugang zum Gesundheitssystem zu haben. Die Unterzeichner rufen Regierungen, UN-Chef António Guterres, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Stiftungen, Forschungslabore und andere Einrichtungen dazu auf, sich dieser Sichtweise anzuschließen. Jeder sei eingeladen, sich dem Aufruf auf der Webseite Vaccinecommongood.org anzuschließen.

Neben dem aus Bangladesch stammenden Yunus tragen der Pressemitteilung des Yunus Centre zufolge mehr als hundert bekannte Persönlichkeiten den Aufruf mit, darunter 18 Nobelpreisträger sowie 32 frühere Staats- und Regierungschefs. Zu den Unterstützern zählen etwa Südafrikas Ex-Erzbischof Desmond Tutu, Aktivistin Malala, IOC-Präsident Thomas Bach, der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef Michael Gorbatschow und Tenor Andrea Bocelli.

Einen Impfstoff gegen das Coronavirus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, gibt es bislang nicht.

Lauterbach fordert neue Corona-Teststrategie

Während Bayern eine Testoffensive startet, macht sich SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach Gedanken über die richtige Teststrategie. Er fordert billigere Tests und deren passgenaueren Einsatz. Mehr dazu lesen Sie hier.

Koma-Patientin bringt Kind zur Welt

In Kolumbien hat eine mit dem Coronavirus infizierte Koma-Patientin einen Jungen geboren. Die Ärzte im Versalles-Krankenhaus in der Stadt Cali nahmen einen Kaiserschnitt bei der 36-jährigen Diana Angola vor, um den kleinen Jefferson zur Welt zu bringen, wie die Internistin Paula Velásquez der Nachrichtenagentur AFP sagte. Inzwischen ist Angola wieder gesund – und hofft, das Krankenhaus gemeinsam mit ihrem Sohn bald verlassen zu können.

Jefferson sei 14 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen und habe kurz nach der Geburt wiederbelebt werden müssen, sagte der an der komplizierten Geburt beteiligte Kinderarzt Edwin Olivo. Obwohl der Junge noch im Inkubator sei, entwickle er sich gut. Das Neugeborene gewinne zunehmend an Gewicht und atme leichter. Ein Coronavirus-Test sei negativ ausgefallen.

Virologe Streeck fordert "Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten"

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck fordert schnelle Eingriffsmöglichkeiten bei Infektionskrankheiten wie Covid-19 auf nationaler und internationaler Ebene. So müsse etwa die Weltgesundheitsorganisation WHO gestärkt werden, sagte Streeck in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Seiner Meinung nach sollte es "ein Emergency Response Team der WHO" geben. "Eine Einheit, die weltweit Infektionen eindämmen kann."

Prof. Hendrik Streeck: Der Bonner Virologe fordert ein eigenes Einsatzteam im Kampf gegen das Coronavirus. (Quelle: imago images/teutopress)Prof. Hendrik Streeck: Der Bonner Virologe fordert ein eigenes Einsatzteam im Kampf gegen das Coronavirus. (Quelle: teutopress/imago images)

Auch für Deutschland wünscht er sich "eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten". Diese solle ein Verband sein, der national agiere, "nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder". Für sinnvoll hält er, einen solchen Verband "beim Robert Koch-Institut anzudocken". Dieser solle eigenes Eingreifpersonal haben und auch auf das Technische Hilfswerk zurückgreifen können.

Mehr als 2,5 Millionen Corona-Fälle in den USA gemeldet 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in den USA hat am Samstag die Marke von 2,5 Millionen überschritten. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Mehr als 125.000 Menschen in den USA sind demnach bereits infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Weltweit steuert die Zahl der Infizierungen auf die 10-Millionen-Marke zu. Die Zahl der Todesopfer in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 weltweit nähert sich einer halben Million.

Bayern will Corona-Tests "massiv" ausweiten

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Coronavirus testen lassen können – ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen "massiv" ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte. Sie kündigte eine "Corona-Testoffensive" an.

"Ein Eckpunkt unseres bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben", betonte Huml. "Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen."

Menschen mit Symptomen, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht, sollen allerdings Vorrang haben. Ein Schwerpunkt der Tests soll auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, "größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen", sagte die Gesundheitsministerin.

300 Gäste eines Clubs in der Schweiz müssen in Corona-Quarantäne

In der Schweiz müssen 300 Menschen nach dem Besuch eines Clubs vorsorglich in eine zehntägige Quarantäne. Mehrere Gäste des Betriebs in Zürichs waren zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich am Samstagabend mitteilte. Der Clubbetreiber konnte den Behörden eine Liste mit den Kontaktdaten der Besucher des Clubs vom Abend des 21. Juni aushändigen.

Dank dieser Liste habe das Contact-Tracing-Team die Gäste am Samstag über die notwendige Quarantäne informieren können, hieß es. Zuletzt hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz wieder zugenommen. Binnen eines Tages wurden 69 neue Fälle bekannt, etwa drei Mal mehr als zu Wochenbeginn.

"Corona-Rebellen" sorgen für Schließung von Kretschmanns Facebook-Seite

Nach einem massiven Angriff durch "Corona-Rebellen und Verschwörungsideologen" auf die Facebook-Seite des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Staatsministerium die Seite vorübergehend vom Netz genommen. Nach der Veröffentlichung von Kretschmanns jüngstem Podcast am Freitagabend sei die Seite ununterbrochen angegriffen worden, teilte sein Ministerium am Samstag mit. Ein normaler Betrieb der Seite sei nicht mehr möglich gewesen.

Im Sekundentakt wurden demnach "zahlreiche Falschaussagen, Verschwörungserzählungen, Drohungen, Beleidigungen und andere strafrechtlich relevante Inhalte" gepostet. An einer sachlichen Diskussion sei keiner der Störer interessiert gewesen, erklärte das Staatsministerium. Vielmehr hätten sie auch andere Nutzerinnen und Nutzer massiv attackiert.

Insgesamt gingen laut der Erklärung in 20 Stunden weit über 4.000 Kommentare der Störer ein. Fragen von Bürgern zu den Corona-Maßnahmen der Landesregierung seien dadurch völlig untergegangen. Deshalb habe sich die Pressestelle am Samstag "schweren Herzens" entschieden, die Facebook-Seite vorübergehend vom Netz zu nehmen. Die Landesregierung sei aber über alle weiteren Kanäle erreich- und ansprechbar, fügte das Ministerium hinzu.

Fleischindustrie in NRW muss Beschäftigte zwei Mal pro Woche testen

Die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen muss Beschäftigte auf ihre Kosten künftig mindestens zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen. Die neue Vorgabe gelte ab 1. Juli für Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und vorrangig fleischverarbeitende Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten und unabhängig davon, ob es sich um eigene Beschäftigte oder Werkvertragsnehmer handele, teilte das NRW-Ministerium für Arbeit und Gesundheit in Düsseldorf mit.

In der entsprechenden neuen Allgemeinverfügung heißt es wörtlich: "Es dürfen nur Personen in der Produktion eingesetzt werden, die mindestens zweimal pro Woche auf Kosten des Betriebsinhabers auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch PCR-Verfahren getestet werden und dabei ein negatives Testergebnis haben." Die Testung könne im Poolverfahren erfolgen. Die Auswertung müsse durch ein anerkanntes Labor erfolgen. Die Test-Nachweise seien in dem Betrieb vorzuhalten.

Die Verfügung enthält auch umfangreiche Dokumentationspflichten: Die Unternehmen würden verpflichtet, die Namen und Wohn- beziehungsweise Aufenthaltsadressen sämtlicher auf dem Betriebsgelände anwesender Personen zu erheben und für vier Wochen aufzubewahren, hieß es. "Die Vorfälle in Coesfeld und Gütersloh zeigen: Offenbar kann sich das Virus unter den Bedingungen eines Schlachthofs beziehungsweise eines fleischverarbeitenden Betriebes besonders gut verbreiten", erklärte Landesminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der Mitteilung. Das frühzeitige Erkennen von Infektionen sei ein zentraler Schlüssel bei der Bekämpfung des Virus. Auch die Kontaktdaten seien wichtig. "Es kann nicht sein, dass bei einem Ausbruchsgeschehen die Behörden vor Ort tagelang diesen Daten hinterherlaufen müssen", betonte er.

Massentests in der Bevölkerung bringen neue Fälle ans Licht

Bei Massentests in der Bevölkerung sind im Kreis Gütersloh Dutzende Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Tausende weitere Testergebnisse stehen noch aus. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Serbische Spitzenpolitiker mit Coronavirus infiziert

Drei hohe Amtsträger der serbischen Führung sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dabei handelt es sich um die Präsidentin des vergangenen serbischen Parlaments, Maja Gojkovic, den serbischen Verteidigungsminister Aleksandar Vulin und den Chef der Kosovo-Kanzlei, Marko Djuric, wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug am Samstag meldete. Gojkovic (57) werde mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt, ihr Zustand sei nicht besorgniserregend. Vulin (47) und Djuric (37) begaben sich in häusliche Quarantäne, sie haben den Berichten zufolge keine Symptome.

Die drei Politiker gelten als loyale Funktionäre des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic, der alle wichtigen Entscheidungen selbst trifft. Gojkovic stand seit 2014 dem serbischen Parlament vor. Nach Neuwahlen am Sonntag vor einer Woche soll sich das nächste Parlament im Juli konstituieren. Die Kosovo-Kanzlei ist das höchste Staatsorgan, das sich mit den Angelegenheiten des heute fast ausschließlich albanisch bevölkerten Kosovos befasst. Serbien erkennt die 2008 proklamierte Unabhängigkeit seiner ehemaligen Südprovinz nicht an.

In Serbien ist die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus SARS-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, zuletzt deutlich gestiegen. Allein am Samstag wurden 227 neue Fälle aus den zurückliegenden 24 Stunden bekannt. Die Gesamtzahl der Ansteckungen stieg damit auf 13.792. Die Zahl der Toten wird mit 267 angegeben

Überfüllte Strände an der Ostsee: Badeorte ziehen die Notbremse

Das Sommerwetter hat in der Corona-Krise bereits am Samstagmittag zu viele Touristen in die Urlaubsorte Scharbeutz und Haffkrug an der Ostsee gezogen. Die Kapazitätsgrenze für Parkplätze und Strand sei erreicht, teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post mit.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Gäste, unsere Parkplätze sind bereits jetzt voll. Anreisende Gäste werden nur noch...

Gepostet von Bettina Schäfer - Gemeinsam für Scharbeutz am Samstag, 27. Juni 2020

"Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet." Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. "Bitte halten Sie Ihre Buchungsbestätigung bereit", teilte sie weiter mit. Da sich das Wetter am Nachmittag verschlechterte und viele Menschen die Strände verließen, konnten auch die Sperrungen wieder aufgehoben werden.

Ministerium: Thüringen erlässt kein Corona-Einreiseverbot

Thüringen schert bei den neuen Reiseregeln für Menschen aus Corona-Risikogebieten aus. "Wir werden kein Einreise- und kein Beherbergungsverbot erlassen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag auf Anfrage in Erfurt. Thüringen habe dazu bei der Bund-Länder-Vereinbarung zum Reiseverkehr am Freitag eine entsprechende Protokollerklärung abgegeben. Nach dieser Vereinbarung sollen Reisende aus Corona-Risikogebieten in den anderen Ländern nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen aufgenommen werden, wenn sie ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorlegen können, das nicht älter als zwei Tage ist. In Thüringen ist dies demnach nicht nötig.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte in einem Video, das das Ministerium auf Twitter verbreitete, "wir orientieren uns an den Maßnahmen und Entscheidungen der Behörden vor Ort".

Da der westfälische Kreis Gütersloh keine Aus- und Einreiseverbote erlassen habe, "werden wir auch in Thüringen solche Einreiseverbote nicht vollziehen". In dem Kreis gibt es viele Corona-Infizierte beim Fleischproduzenten Tönnies.

Der Sprecher der Ministerin sagte, auch negative Corona-Testergebnisse, die nach der Bund-Länder-Vereinbarung in Hotels vorgelegt werden sollen, böten keine 100-prozentige Sicherheit. Wichtig sei, das die Infektionsschutzvorschriften mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung eingehalten würden. In Thüringen gibt es in vielen Kreise seit geraumer zeit keine Corona-Neuinfektionen mehr. Der Tourismus mit Städtetouristen sowie Aktiv- und Wanderurlaubern ist eine wichtige Wirtschaftsbranche.

Bundesweite Beschränkungen für Reisende aus Corona-Risiko-Kreisen

Angesichts der stark gestiegenen Zahlen an Corona-Infizierten in einzelnen Regionen Deutschlands haben sich Bund und Länder am Freitag auf neue Beschränkungen für Reisende geeinigt. Reisende aus Landkreisen oder kreisfreien Städte mit mehr als 50 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage dürfen nur noch eine Übernachtung buchen, wenn sie nachweisen können, dass sie nicht infiziert sind. Darauf einigten sich das Kanzleramt und die Staatskanzleichefs der 16 Länder. Thüringen schert aber aus und hat in einer Protokollnotiz festgehalten, dass die örtlichen Gesundheitsämter selbst über das Vorgehen entscheiden.

Reisende aus Risiko-Kreisen wie etwa Gütersloh müssen ein ärztliches Zeugnis vorweisen, das bestätigt, dass sie nicht im Verdacht stehen, an dem Coronavirus erkrankt zu sein. "Ein aus einem fachärztlichen Labor stammender Befund ist ein ärztliches Zeugnis", heißt es in dem Beschluss. Ein Test muss höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden seien. Bund und Länder einigten sich darauf, dass bei einem sehr klar lokal begrenzten Corona-Ausbruch die Vorschrift auch auf den genauen Ort begrenzt werden können und nicht den gesamten Kreis betreffen müssen. Mit der Maßnahme wollen Bund und Länder die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Zudem sollen die Testungen in den stark betroffenen Kreisen auch an symptomfreien Personen ausgeweitet werden. Dafür will der Bund die Kosten übernehmen.

Bund und Länder wollen in zwei Wochen beraten, wie sie weiter vorgehen. Nachdem etliche Reisende aus dem Kreis Gütersloh in anderen Bundesländern Probleme bekommen hatten, hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf eine möglichst bundesweit einheitliche Regelung gepocht, um Diskriminierungen zu vermeiden. 

"Vor dem Herbst": Söder warnt vor früher zweiter Corona-Welle 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. "Wir müssen wirklich aufpassen", sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. "Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen." In der vergangenen Woche sei "unglaublich viel passiert", sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, "ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind" - sondern man müsse "handeln und entscheiden".

Grundschule in Baden-Württemberg wegen Coronavirus geschlossen 

Eine Grundschule in Göppingen in Baden-Württemberg ist wegen des Coronavirus geschlossen worden. Bei einem Kind, das die Schule besuche, sei eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden, teilte ein Sprecher der Stadt Göppingen am Freitagabend mit. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt bleibe die Grundschule daher bis einschließlich Mittwoch geschlossen. An diesem Samstag sollten Schüler und Lehrer auf das Coronavirus getestet werden. An der Uhland-Grundschule werden rund 250 Schüler in zwölf Klassen unterrichtet, wie auf der Internetseite der Stadt zu lesen ist.

687 registrierte Neuinfektionen in Deutschland 

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.243 Menschen in Deutschland nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06., 0 Uhr).

8.954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Rekord bei Corona-Neuinfektionen in den USA – Trump beschwichtigt

Mit rund 40.000 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA einen neuen Höchststand erreicht. Damit ist der bisherige Rekord von rund 36.400 Neuinfektionen vom 24. April übertroffen, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Noch vor zwei Wochen lagen die täglich gemeldeten Infektionszahlen bei etwas mehr als der Hälfte des Wertes vom Donnerstag.

Donald Trump im Garten des Weißen Hauses: Der US-Präsident hat den Corona-Infektionsrekord in den USA mit gestiegenen Testkapazitäten begründet.  (Quelle: AP/dpa)Donald Trump im Garten des Weißen Hauses: Der US-Präsident hat den Corona-Infektionsrekord in den USA mit gestiegenen Testkapazitäten begründet. (Quelle: AP/dpa)

US-Präsident Trump spielte die steigenden Fallzahlen schon vor Bekanntwerden des Rekords herunter. "Wenn wir nicht testen würden, hätten wir keine Fälle", sagte Trump in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders Fox News. Die USA hätten bislang rund 30 Millionen Menschen auf das Virus getestet, mehr als jedes andere Land der Welt. Trumps Einschätzung zufolge geht darauf die hohe Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA zurück.

Merkel: Deutschland kann sich höhere Verschuldung erlauben

Angesichts der beispiellosen Herausforderung durch die Corona-Pandemie darf Deutschland nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Europa nicht nur an sich selbst denken. Man müsse in diesen Zeiten vielmehr zu einem "außergewöhnlichen Akt der Solidarität bereit" sein, sagte Merkel der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe) und fünf weiteren europäischen Zeitungen unmittelbar vor Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft am 1. Juli. Sie rief die EU auf, den "starken europäischen Binnenmarkt zu erhalten und in der Welt geschlossen aufzutreten".

Merkel verteidigte den von Deutschland und Frankreich angeschobenen Wiederaufbaufonds. In einer solchen Krise müsse man das Notwendige tun, "und das Notwendige ist in diesem Fall etwas Außergewöhnliches". Deutschland könne sich mit seiner niedrigen Verschuldungsrate eine höhere Verschuldung erlauben. Es liege im deutschen Interesse, dass der Binnenmarkt stark sei, Europa zusammenwachse und nicht auseinanderfalle. "Was gut für Europa ist, war und ist gut für uns." Allerdings sollte man nicht zu oft die Existenzfrage stellen, sondern seine Arbeit tun.

Pence sieht Erfolge beim Kampf gegen Coronavirus in USA

Trotz Rekordzahlen bei Corona-Neuinfektionen in den USA sieht US-Vizepräsident Mike Pence Erfolge im Kampf gegen das Virus. "Wir haben wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht", sagte Pence am Freitag beim ersten Briefing der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses seit fast zwei Monaten. Zwar steige die Zahl der bestätigten Neuinfektionen besonders in südlichen Bundesstaaten. Die Zahl der Todesopfer sinke aber landesweit. Die Lage sei daher deutlich besser als vor zwei Monaten. Pence führte die steigende Zahl der bestätigten Neuinfektionen unter anderem auf die Ausweitung der Tests zurück - ähnlich argumentiert US-Präsident Donald Trump.

Laschet verteidigt Lockdown und schließt Änderung nicht aus

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den "Lockdown" für die Kreise Gütersloh und Warendorf verteidigt. Man habe "intensiv abgewogen, ob man einzelne Städte aus dem Kreis aus den Regelungen herausnehmen kann, wofür es viele gute Gründe gibt", sagte Laschet den "Westfälischen Nachrichten" (Münster/Samstagsausgabe).

Die Verabredung der Länder mit der Bundesregierung und dem Robert Koch-Institut sehe aber bewusst Regeln für das gesamte Kreisgebiet vor. "Für die Zukunft wird man da vielleicht über neue Mechanismen nachdenken müssen", so Laschet.

Nach Corona-Ausbruch: Wiesenhof-Betrieb bei Oldenburg wird eingestellt

Der Betrieb im von einem Corona-Ausbruch betroffenen Wiesenhof-Schlachthof bei Oldenburg wird mit Ende des Freitags eingestellt. Dies erklärte Landrat Carsten Harings auf einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag. 46 von 1200 Beschäftigten seien bisher positiv getestet worden. "Das Geschehen ist durchaus geeignet, eine größere Rolle in der Region zu spielen", sagte Harings. Es bestehe ein "unkalkulierbares Risiko".

Auch für bisher noch nicht positiv getestete Angestellte hat die Entscheidung Folgen: "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nun als Kontaktpersonen ersten Grades unter Quarantäne gestellt", erklärte Harings weiter. "Ich halte diese Entscheidung für unerlässlich zum Wohle der Menschen dieses Landkreises."

Schwedens Staatsepidemiologe: Unverständnis für WHO-Einschätzung

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hat mit Unverständnis auf die Einordnung Schwedens als besonderes Risikoland durch die WHO reagiert. "Das ist leider eine totale Fehldeutung der Daten", sagte Tegnell am Freitagmorgen im Morgenstudio des schwedischen Fernsehsenders SVT.

Schweden habe steigende Fallzahlen, die jedoch darauf beruhten, dass das Land deutlich mehr Tests durchführe als vorher, sagte Tegnell. "Es ist unglücklich, Schweden mit Ländern zu vermischen, die zuvor überhaupt keine Probleme hatten und offenbar erst am Anfang ihrer Epidemie stehen." Die WHO hätte sich vermutlich einfach in Stockholm melden sollen, dann hätte man ihr ein detaillierteres Bild der schwedischen Situation geben können, sagte Tegnell.

Park in Stockholm: Die WHO sprach von einer beschleunigten Übertragungsrate – auch in Schweden. (Quelle: imago images/TT)Park in Stockholm: Die WHO sprach von einer beschleunigten Übertragungsrate – auch in Schweden. (Quelle: TT/imago images)

Der Leiter des WHO-Regionalbüros Europa, Hans Kluge, hatte erklärt, in elf Ländern habe eine beschleunigte Übertragungsrate zu einem sehr deutlichen Wiederaufleben des Coronavirus geführt – darunter neben Schweden Länder wie Armenien, Aserbaidschan, Albanien und die Ukraine. In diesen Ländern würden starke Belastungen für das Gesundheitswesen drohen, wenn nicht entschieden gegen die Ausbreitung vorgegangen werde, so Kluge. Mehr zu Schwedens Sonderweg lesen Sie hier.

Rekordwerte: USA und Brasilien melden 40.000 Neuinfektionen

Die Lage in den USA und in Brasilien ist dramatisch. In beiden Ländern werden am Donnerstag etwa 40.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der bekannten Neuinfektionen in den USA steigt nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters auf einen Rekordwert. Demnach wurden mindestens 39.818 neue Fälle registriert. Der bisherige Höchstwert lag am 24. April bei 36.426. In dieser Woche haben die Bundesstaaten Alabama, Arizona, Kalifornien, Florida, Idaho, Mississippi, Missouri, Nevada, Oklahoma, South Carolina und Wyoming Rekordanstiege gemeldet.

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 39.483 neue Infektionen und 1.141 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,2 Millionen bekannte Fälle und 54.971 Todesfälle.

Mehrheit der Deutschen für schärfere Auflagen in Fleischindustrie

Die Mehrheit der Deutschen ist laut ZDF-Politbarometer für neue Auflagen in der Fleischindustrie. 92 Prozent der Befragten wären auch dafür, wenn das Fleisch teurer würde. Dass die meisten Menschen bereit wären, dann auch mehr Geld für Fleisch und Wurst auszugeben, glauben aber nur 55 Prozent. Die Corona-Auflagen in den nordrhein-westfälischen Landkreisen Gütersloh und Warendorf nach den Corona-Infektionen beim Fleischverarbeiter Tönnies halten 89 Prozent der Befragten für richtig. Die meisten (56 Prozent) sind generell mit den aktuellen Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen zufrieden, 32 Prozent gehen diese Lockerungen zu weit - nur zehn wollen weitere Lockerungen.

Einreise in Großbritannien bald ohne Quarantäne möglich?

Die britische Regierung arbeitet Umweltminister George Eustice zufolge an Lockerungen der Quarantäne-Regel für Reisende aus dem Ausland. Dabei gehe es um Reisende aus Ländern, in denen ein geringeres Risiko bestehe, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, sagt Eustice im BBC-Fernsehen. Verkehrsminister Grant Shapps prüfe diese Möglichkeit sehr genau. Einen Zeitrahmen dafür könne er aber nicht nennen. Die Regierung in London ist in die Kritik geraten, weil sie bei Einreisen eine Quarantäne verlangt, während andere europäische Länder ihre Reisebeschränkungen in der Corona-Krise wieder weitgehend aufgehoben haben.

Umfrage zeigt: Wenig Vertrauen in Corona-Warn-App

Die neue Corona-Warn-App ist millionenfach heruntergeladen worden – aber das Vertrauen in ihre Wirksamkeit ist einer Umfrage zufolge relativ gering. Nur 38 Prozent gehen davon aus, dass diese App einen großen Beitrag zur Begrenzung der Pandemie in Deutschland leisten wird, wie das ZDF-Politbarometer zeigt. Eine Mehrheit von 56 Prozent bezweifelt dies. Vor allem die Anhänger der Grünen (62 Prozent), der FDP (70 Prozent) und der AfD (90 Prozent) äußern sich kritisch.

Quarantäne in Göttinger Wohnblock beendet

Die Corona-bedingte Quarantäne für einen Wohnkomplex in Göttingen mit rund 700 Bewohnern ist beendet. Die Verpflichtung sei planmäßig um Mitternacht ausgelaufen, sagte ein Stadtsprecher am Morgen. Der Zaun werde auf einer Seite derzeit abgebaut. An einer anderen Straße bleibt der Zaun allerdings noch stehen – dort finden Ein- und Auslasskontrollen statt, um sicherzustellen, dass einzelne Bewohner, für die noch eine Quarantäne-Pflicht gilt, das Gelände nicht verlassen. Bis Dienstag soll es zweimal täglich kostenlose Mahlzeiten geben. Ziel der Quarantäne war, den Infektionsausbruch mit rund 120 nachgewiesenen Ansteckungen zu begrenzen.

Spahn warnt vor Diskriminierung von Bürgern aus Ostwestfalen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies vor einer Diskriminierung von Bürgern aus Ostwestfalen gewarnt. Bürger mit Autokennzeichen aus den betroffenen Kreisen Gütersloh und Warendorf seien beschimpft und ihre Wagen zerkratzt worden, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Diese "Art von Stigmatisierung" sei falsch. Das Virus könne jeden in jeder Region zu jeder Zeit erwischen.

Einzelne Bundesländer wollen Sommerurlauber aus Ostwestfalen nicht mehr beherbergen. Spahn riet dazu, sich als Betroffener freiwillig testen zu lassen. Wer einen frischen Test vorweisen könne und frei von dem Coronavirus sei, könne auch reisen.

Bericht: Heimgekehrter Bulgare mit Corona infiziert

Ein nach dem Covid-19-Ausbruch in einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies heimgekehrter bulgarischer Mitarbeiter ist nach einem Fernsehbericht mit dem Coronavirus infiziert. Der Test auf das Virus sei positiv ausgefallen, sagte der Bürgermeister des südwestbulgarischen Beliza, Radoslaw Rewanski, am Donnerstag dem Fernsehsender bTV. Der Mann und seine Familie seien nach ihrer Heimkehr erneut auf das Coronavirus getestet worden, da sie, wie es hieß, die Ergebnisse der Tests in Deutschland nicht gewusst hätten.

Bei der Tochter des Infizierten seien dem Bericht zufolge Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die dreiköpfige Familie steht nunmehr in Beliza unter Quarantäne.

Bulgarien will alle aus Deutschland zurückgekehrte Tönnies-Mitarbeiter ausfindig machen, um eine mögliche weitere Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Doch dies wird dadurch erschwert, dass die Behörden an der Grenze nicht erfahren, wer genau woher kommt, falls die Einreisenden das nicht selbst angeben. Zudem müssen Einreisende aus Deutschland in Bulgarien nicht mehr in Quarantäne. In Bulgarien, das soweit relativ schwach von der Pandemie betroffen wurde, wurden bis Donnerstag insgesamt 4.242 Coronavirus-Fälle identifiziert. Es starben 209 Infizierte.

Norwegen und Dänemark lockern Reisebeschränkungen

Norwegen und Dänemark haben weitere Lockerungen ihrer Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie angekündigt. Ab Samstag dürfen die Dänen wieder in die meisten europäischen Länder reisen, wie die Regierung in Kopenhagen am Donnerstag mitteilte. Voraussetzung für die Aufhebung der Reisewarnung ist vor allem, dass die Zahl der Neuinfektionen im jeweiligen Land unter 20 pro 100.000 Einwohner liegt.

Norwegen will seine Reisebeschränkungen, die bislang mit die strengsten in Europa sind, am 15. Juli weiter lockern, wie Ministerpräsidentin Erna Solberg ankündigte. Norwegen, das zwar nicht EU-Mitglied ist, aber dem Schengenraum angehört, hat seine Grenzen aktuell für die meisten Ausländer ohne Wohnsitz in Norwegen geschlossen. Für die Norweger selbst sind Auslandsreisen zwar nicht offiziell verboten, bei Rückkehr ist aber eine zehntägige Quarantäne vorgeschrieben.

Studie: Deutlich mehr Amerikaner infiziert

In den USA haben sich nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC wohl rund zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang bekannt. "Für jeden Fall, den wir verzeichnet haben, gab es wahrscheinlich zehn weitere Infektionen", sagte CDC-Direktor Robert Redfield bei einer telefonischen Pressekonferenz am Donnerstag. Das sei vor allem auf asymptomatische Infektionen zurückzuführen und darauf, dass in den USA in den ersten Monaten des Ausbruchs deutlich weniger getestet worden sei als jetzt. "Mit den Methoden, die wir im April und Mai benutzt haben, haben wir wahrscheinlich rund zehn Prozent der Infektionen verzeichnet."

Die Behörde gibt derzeit für die USA mehr als 2,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen an - mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt. Mehr als 121.000 Menschen starben laut CDC infolge einer Covid-19-Erkrankung.

Mehr als 25.000 Todesopfer in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der offiziell registrierten Infektionen mit dem Coronavirus auf mehr als 200.000 und die der Todesopfer auf mehr als 25.000 gestiegen. Nach Angaben der Regierung vom Donnerstag kamen in den vorherigen 24 Stunden 6.104 Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 und 1024 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung hinzu. Im internationalen Vergleich rückte das nordamerikanische Land nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA bei der Anzahl der Infektionen an Frankreich vorbei auf den 11. Platz. Die Zahl der Toten ist die siebthöchste der Welt.

Die wahren Zahlen dürften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äußerst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen Oxford-Universität zusammengetragen wurden, lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 3,46 pro 1.000 Einwohner - in Deutschland waren es 64,6 und in den USA 86,31.

Hans: Reisen aus Corona-Hotspots verbieten

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich für ein Verbot von Reisen aus Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen ausgesprochen. Eine "bundesweit einheitliche Verfahrensweise" gegenüber "Reisenden aus betroffenen Gebieten" sei nötig, teilte er am Donnerstag in Saarbrücken mit. "Damit lokal begrenzte Lockdowns funktionieren, sollten Reisen aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen nicht möglich sein." Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Hans habe in einem Schreiben an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Markus Söder (CSU), vorgeschlagen, "dass Bund und Länder gemeinsam Kriterien und daraus abzuleitende Maßnahmen festlegen". Damit solle "ein Flickenteppich verschiedener Regelungen" vermieden werden. Derzeit werde im Länderkreis darüber beraten. Die Saar-Regierung erwäge "im Geleitzug anderer Länder" einen entsprechenden Passus in einer neuen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die am 29. Juni in Kraft treten solle.

Coronavirus wanderte wohl von Schlachthof zu Schlachthof

Zwischen den großen Ausbrüchen in den Schlachthöfen von Tönnies und des Konkurrenten Westcrown gibt es Verbindungen. Offenbar trafen sich infizierte Mitarbeiter beider Unternehmen. Den exklusiven Bericht von t-online.de lesen Sie hier.

Antikörper-Studie: Viele Bürger Ischgls waren infiziert

Im österreichischen Ischgl war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten Bürger Antikörper auf das Coronavirus entwickelt. Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.

Ischgl mit seinen Après-Skibars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch viele deutsche Touristen haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt. Eine Kommission im Bundesland Tirol soll nun das stark kritisierte Krisenmanagement unter die Lupe nehmen.

Auffällig sei, dass von den positiv auf Antikörper getesteten Personen zuvor nur 15 Prozent die Diagnose erhalten hatten, infiziert zu sein, sagte von Laer. "85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht." Trotz des hohen Antikörper-Werts sei auch in Ischgl keine Herden-Immunität erreicht. Entscheidend für den Rückgang der Fälle seien die Quarantäne und die soziale Distanz gewesen, hieß es.

Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1.473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden. 

Menschen stehen Schlange beim gratis Coronavirus-Test: Bislang gab es nur ein positives Ergebnis bei den neuen Testungen.  (Quelle: dpa/Guido Kirchner)Menschen stehen Schlange beim gratis Coronavirus-Test: Bislang gab es nur ein positives Ergebnis bei den neuen Testungen. (Quelle: Guido Kirchner/dpa)

2.000 Tests in Gütersloh durchgeführt – nur einer positiv

Mit massenhaften Corona-Tests will die Landesregierung in NRW den Ausbruch in dem Virus-Hotspot rund um Gütersloh eindämmen. Nun gibt es erste Ergebnisse: Von 2.000 aktuell durchgeführten Corona-Tests im Kreis ist nur einer positiv ausgefallen. Das sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.

Weitere Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Hotspots

Weitere Bundesländer wollen Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Hotspots beschließen: So will Baden-Württemberg Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus dem Kreis Gütersloh mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten. Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkündet werde, teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit.

Auch Sachsen-Anhalt will Einschränkungen für Urlauber nicht ausschließen. "Ich will nicht verhehlen, dass wir am nächsten Dienstag im Kabinett eine neue Verordnung beschließen – und dass wir durchaus auch derzeit sehr stark erwägen, in dieser Verordnung ein sogenanntes Beherbergungsverbot aufzunehmen", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstagmorgen im Interview mit "MDR Aktuell". Urlauber aus Risikogebieten könnten dann etwa keine Hotelzimmer mehr in Sachsen-Anhalt buchen. Als weitere Möglichkeit führte Haseloff Quarantäne-Regelungen für Urlauber an. Die Frage sei "nicht ob, sondern wie" man entsprechende Regelungen durchsetzen werde.

Haseloff sprach sich außerdem dafür aus, dass sich die Bundesländer im Umgang mit Menschen aus Risikogebieten auf gemeinsame Richtlinien einigen sollten. In den vergangenen Tagen hatten Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Einschränkungen für Urlauber aus solchen Regionen angeordnet. Ausgenommen sind in der Regel Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen.

Migranten wollen nicht abgeschoben werden: Tausende klagen gegen eine Regelung der Bundesregierung.  (Quelle: imago images/Zuma Wire)Migranten wollen nicht abgeschoben werden: Tausende klagen gegen eine Regelung der Bundesregierung. (Quelle: Zuma Wire/imago images)

Migranten klagen gegen Abschiebe-Sonderregelung

Tausende Migranten klagen gegen eine deutsche Abschiebe-Sonderregelung in der Corona-Krise. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jenes Land für Asylanträge zuständig, auf dessen Boden Schutzsuchende zuerst den Boden der Europäischen Union betreten haben. Auch Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein sind Teil des Systems. Wenn diese Menschen in andere europäische Staaten wie Deutschland weiterziehen, können diese sie in der Regel binnen sechs Monaten dorthin zurückschicken – danach werden sie selbst für deren Asylantrag zuständig.

In der Corona-Krise hat Deutschland diese sogenannten Dublin-Überstellungen im März ausgesetzt und erst Mitte Juni wieder aufgenommen. Währenddessen hat das Bundesinnenministerium auch die Sechs-Monats-Frist für vorübergehend außer Kraft erklärt, um die Menschen später überstellen zu können. Bis zum 1. Juni informierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) laut Ministerium rund 21.700 Asylbewerber über die Aussetzung der Frist. Andernfalls wäre in rund 2.600 Fällen die Zuständigkeit für das Asylverfahren an Deutschland übergegangen. 9.300 Klagen gegen den Bescheid des Bamf waren Anfang Juni noch anhängig.

Corona-Infektionsrate in Brasilien steigt steil an

In Brasilien hat die Rate der Neuinfektionen mit dem Coronavirus stark zugenommen. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 42.725 Ansteckungen verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Mittwoch mitteilte. Dies ist die bislang zweithöchste Zahl von registrierten Neuinfektionen im bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land.

Insgesamt wurden in Brasilien bislang mehr als 1,18 Millionen Infektionsfälle verzeichnet. Die offizielle Zahl der Corona-Todesopfer stieg um weitere 1.185 Verstorbene auf 53.830. Die brasilianische Corona-Kurve sei im "steilen Anstieg", dabei befinde sich das Land noch in der ersten Ausbreitungswelle des Virus, sagte der Wissenschaftler Domingos Alves, der einer mit der Pandemie befassten Forschergruppe angehört.

Mehrere brasilianische Bundesstaaten hatten gleichwohl zuletzt mit einer Lockerung der Corona-Restriktionen begonnen. 

Eine Familie sitzt auf einem Fußballfeld in der Favela Paraisopolis in Sao Paulo: Die Neuinfektionen in dem lateinamerikanischen Land steigen weiter rasant an. (Quelle: Andre Penner/AP/dpa)Eine Familie sitzt auf einem Fußballfeld in der Favela Paraisopolis in Sao Paulo: Die Neuinfektionen in dem lateinamerikanischen Land steigen weiter rasant an. (Quelle: Andre Penner/AP/dpa)

Australische Regierung entsendet rund tausend Soldaten nach Melbourne

Die australische Regierung entsendet im Kampf gegen das Coronavirus rund tausend Soldaten in die Millionenmetropole Melbourne. Bis zu 850 von ihnen sollten kontrollieren, ob aus dem Ausland eingetroffene Reisende die vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne einhalten, teilte Verteidigungsministerin Linda Reynolds am Donnerstag mit. Weitere 200 Soldaten sollen nach ihren Angaben logistische und medizinische Unterstützung von Coronavirus-Testeinrichtungen leisten.

Eine deutliche Zunahme der Coronavirus-Neuinfektionen im Bundesstaat Victoria hat in Australien große Besorgnisse ausgelöst. Die meisten davon traten in der Regionalhauptstadt Melbourne auf. Die Behörden in Victoria verzeichneten in den vergangenen Tagen knapp 150 neue Infektionsfälle. Viele der Neuinfektionen in Melbourne – der nach Sydney zweitgrößten Stadt des Landes –stehen offenbar im Zusammenhang mit einem Hotel, in dem aus dem Ausland zurückgekehrte Australier unter Quarantäne gestellt waren. Auch ein Bekleidungsgeschäft im Norden der Stadt zählt zu den neuen Infektionsherden.

Die australischen Streitkräfte sind bereits jetzt im Kampf gegen die Pandemie im Einsatz. So bewachen Soldaten etwa die Grenzen von Bundesstaaten, die für Besucher von außerhalb geschlossen sind. Auch unterstützt das Militär Gesundheits- und Notdienste. Einen solch massiven Corona-Einsatz der Armee in einer australischen Großstadt wie die jetzt für Melbourne angekündigte Entsendung gab es bisher aber noch nicht.

LKA: Kriminelle Clans in NRW könnten Corona-Gelder erhalten haben

Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) geht dem Verdacht nach, dass kriminelle Clans staatliche Corona-Soforthilfegelder abgegriffen haben könnten. Mehr dazu lesen Sie hier.

SPD will Immunitätsausweis womöglich doch zustimmen

Die SPD ist unter bestimmten Voraussetzungen nun womöglich doch zur Einführung eines Corona-Immunitätsausweises bereit. Auf das Virus getestete Menschen hätten einen Anspruch auf einen solchen Nachweis, sagte die stellvertretende Fraktionschefin und Gesundheitspolitikerin Bärbel Bas der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Entscheidend sei aber, dass der Ausweis nicht zu einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft von Menschen mit Immunität und solchen ohne" führe. Hier lesen Sie mehr.

Bärbel Bas: Die stellvertretende Fraktionschefin der SPD hat sich zu der Idee eines Immunitätsausweises geäußert. (Quelle: imago images/Archivbild)Bärbel Bas: Die stellvertretende Fraktionschefin der SPD hat sich zu der Idee eines Immunitätsausweises geäußert. (Quelle: imago images/Archivbild)

Schäuble: Hoffe, dass wir gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hofft, dass die Gesellschaft die Corona-Krise zum Anlass für Veränderungen nimmt. "Meine größte Sorge ist, dass wir glauben, es wird alles einfach so weitergehen. Es war ein kurzer Betriebsunfall und wir machen genauso weiter, wie es vorher war", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Meine größte Hoffnung ist deshalb, dass wir die Erfahrung dieser Pandemie wirklich nutzen, um uns selbst, jeder für sich, aber auch für die Welt als Ganzes zu fragen: Was haben wir in der Vergangenheit übertrieben? Was können wir für die Zukunft besser machen?"

Er hoffe, dass Europa "nun wirklich handlungsfähiger und einiger wird". "Ich hoffe, dass wir unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, der in der Krise gewachsen ist." Er erinnerte etwa an spontane Nachbarschaftshilfe. "Wenn davon viel erhalten bleibt, dann werden wir sagen können: Es war eine fürchterliche Krise, aber sie hat uns in vielem auch vorangebracht."

Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Krise überwunden werden könne: "Wir werden das schaffen." Aber danach werde vieles anders sein als vorher. Positiv dabei sei: "Wir können jetzt Dinge verändern, die wir in der Vergangenheit gerne geändert hätten, es aber nicht konnten oder wollten. Darin liegt die Chance."

Qantas streicht wegen Corona-Krise 6.000 Stellen

Die australische Fluggesellschaft Qantas Airways plant infolge der der Coronavirus-Krise mindestens 20 Prozent ihrer Belegschaft abzubauen und über Abschreibungen rund 1,3 Milliarden Dollar Liquidität aufzubringen. "Wir müssen uns für mehrere Jahre positionieren, wenn der Umsatz viel niedriger ausfällt", sagte Qantas-Chef Alan Joyce bei der Vorstellung eines Drei-Jahres-Plans. "Und das bedeutet, kurzfristig eine viel kleinere Fluggesellschaft zu werden."

Qantas kündigte an, mindestens 6.000 Stellen unter den 29.000 Mitarbeiter zu streichen, weitere 15.000 Mitarbeiter blieben vorübergehend freigestellt, bis vor allem der internationale Flugverkehr wieder zunehme. Joyce sagte, rund 100 Flugzeuge müssten zudem für bis zu 12 Monate oder länger am Boden bleiben, die sechs in der Flotte verbliebenen Boeing 747 sollen sofort – und nicht wie geplant erst in sechs Monaten – in den Ruhestand geschickt werden. Zudem wolle die Fluggesellschaft über die Abschreibung ihrer derzeit stillgelegten Airbus A380-Flotte bis zu 1,3 Milliarden Dollar aufbringen, um die Liquidität des Unternehmens zu sichern.

Steigen Ticketpreise bei Deutscher Bahn und Lufthansa?

Die Deutsche Bahn und die Lufthansa planen trotz der Corona-Krise keine Erhöhung ihrer Ticketpreise. Das versicherten Bahnchef Richard Lutz und der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr in der ""Bild"-Zeitung.

Lutz sagte, die Bahn stehe vor der "größten Investitions- und Wachstumsoffensive in der Geschichte der Eisenbahn" mit einem Volumen von 180 Milliarden Euro. Dies lasse sich aber nicht mit steigenden Preisen finanzieren. Vielmehr sollten mehr Reisende für die umweltfreundliche Bahn begeistert werden.

Spohr rechnet sogar mit sinkenden Preisen. "Spontan würde ich sagen, zunächst gehen Preise zurück, weil zu viel Angebot im Markt ist – aber nicht alle Airlines werden Corona langfristig überstehen", sagte er. Der Lufthansa-Chef sprach sich aber gegen Flug-Ticketpreise unter 30 Euro aus, "die es gar nicht geben dürfte". Das sei weder ökonomisch noch ökologisch zu verantworten.

Fahrgäste warten im Hauptbahnhof auf einem Bahnsteig auf ihren Zug: Die Arbeiten an einem Zukunftsplan für die Schiene stehen vor dem Abschluss.  (Quelle: dpa/Sven Hoppe/dpa)Fahrgäste warten im Hauptbahnhof auf einem Bahnsteig auf ihren Zug: Die Arbeiten an einem Zukunftsplan für die Schiene stehen vor dem Abschluss. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa)

Trump-Regierung will Finanzierung von Corona-Teststationen stoppen

Die US-Regierung will laut einem Bericht des Senders CNBC Corona-Teststationen nur noch bis Ende Juni mit Bundesgeldern finanziell unterstützen. Dabei soll es sich laut dem Bericht um 13 Corona-Teststationen in fünf US-Bundesstaaten handeln. 

Corona-Neuinfektionen in den USA erreichen Tageshöchstwert seit April

Die USA haben einen neuen Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Dienstag wurden rund 34.700 neue Infektionen nachgewiesen – der höchste Stand seit Ende April und der dritthöchste Tageswert seit Beginn der Pandemie, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Im Vergleich: Am 1. Juni lag der Tageswert bei rund 17.400 Neuinfektionen. Die bisher höchste Zahl (36.400) wurde am 24. April verzeichnet. Hier lesen Sie mehr.

Szene in New York: Die USA bleiben weiter Schwerpunkt der Corona-Krise. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)Szene in New York: Die USA bleiben weiter Schwerpunkt der Corona-Krise. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Kanzleramtsminister: Bei Corona nicht zu sorglos werden

Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen etwa im Kreis Gütersloh hat Kanzleramtsminister Helge Braun zur Vorsicht gemahnt. "Diese größeren Ausbrüche haben jetzt gezeigt: In dem Moment, wo man dem Virus eine Chance gibt, schlägt es auch wieder zu", sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

"Wir haben nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung, auch auf eine soziale Entspannung (...), wenn die Infektionszahlen sehr, sehr niedrig sind", sagte Braun. "Deshalb glaube ich, ist die Aufgabe jetzt wirklich, jeden lokalen Ausbruch sehr, sehr genau und sehr schnell zu beantworten, aber auch nicht zu sorglos zu werden."

Aus seiner Sicht habe es in den letzten zwei, drei Wochen eine Phase gegeben, "wo manche Leute fast den Eindruck hatten, die Pandemie wäre vorbei". (...). "Und das ist unsere allergrößte Sorge, weil, bis wir wirklich einen effektiven Impfstoff oder Heilmittel haben, wird das Virus weiter lauern. Und deshalb ist das Beste, was wir tun können, dass wir wirklich diese Grundregeln alle konsequenter einhalten."

Laschet: Gütersloh nicht schlimmer als Ischgl

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat Österreich wegen der ausgesprochenen Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen indirekt kritisiert. Bei "Bild live" wird der Politiker gefragt, ob Gütersloh schlimmer als Ischgl sei. Laschets Antwort: "Als in Ischgl mal etwas passiert ist, haben wir nicht eine Reisewarnung für ganz Österreich ausgesprochen." "Ich glaube nicht, dass Gütersloh schlimmer ist als Ischgl."

Laschet kündigte an, alles Notwendige zu tun, um eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen: "Wir tun jetzt erst mal alles dafür, dass wir die Zahlen so kriegen, dass diese Reisewarnung bald wieder aufgehoben werden kann." Ein Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies hatte in den Kreisen Gütersloh und Warendorf zu einer deutlichen Verschärfung der Schutzmaßnahmen geführt.

Österreich hat nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies eine Reisewarnung für NRW herausgegeben: Das kritisiert Ministerpräsident Armin Laschet.  (Quelle: dpa)Österreich hat nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies eine Reisewarnung für NRW herausgegeben: Das kritisiert Ministerpräsident Armin Laschet. (Quelle: dpa)

Zu Reisebeschränkungen für Bürger aus dem Kreis Gütersloh an der Ostsee sagte Laschet, er verstehe Urlaubsregionen, dass sie "Klarheit haben wollen". "Aber ich werbe auch dafür, dass die Menschen, die sich haben testen lassen, die auch nachweisen können, dass sie das Virus nicht tragen, auch die Möglichkeit haben, in Urlaub zu gehen."

Bund schickt Corona-Schutzausrüstung für Kreis Gütersloh

Im Kampf gegen den großen Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hilft der Bund mit Nachschub an Schutzausrüstung. Nach einer entsprechenden Bitte des dortigen Lagezentrums sollen 20 000 Masken, 10 000 Kittel, 10.000 Handschuhe, 1000 Schutzbrillen und 200 Liter Desinfektionsmittel geliefert werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundesgesundheitsministerium erfuhr. Damit sollen 90 Einsatzkräfte für drei Wochen ausgestattet werden können. Das Material sollte noch am Mittwoch versandt werden.

Mecklenburg-Vorpommern schickt Reisegruppe zurück nach Gütersloh

Eine Reisegruppe aus Gütersloh ist von einem Hotel im Ostseebad Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern zurückgewiesen worden. Wie ein Sprecher des Landkreises Rostock am Mittwoch mitteilte, war die Gruppe am Sonntag angereist. Das Hotel habe das Gesundheitsamt informiert, da bei der Anreise der Gruppe nicht sicher feststand, ob Gütersloh bereits ein Risikogebiet war. Das Gesundheitsamt und das Rechtsamt hätten dem Hotel auf Grundlage der Landesverordnung geraten, die etwa 40 Reisenden zurückzuschicken. Die Gäste konnten keinen negativen Corona-Test vorweisen, wie es die Landesverordnung in Mecklenburg-Vorpommern für Reisende aus Risikogebieten fordert.

Ostseestrand in Mecklenburg-Vorpommern: 40 Reisende konnten dort keinen Urlaub antreten. (Quelle: dpa/Jens Büttner)Ostseestrand in Mecklenburg-Vorpommern: 40 Reisende konnten dort keinen Urlaub antreten. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

NRW-Ministerpräsident: Ausbruch bei Tönnies birgt "enormes Pandemierisiko"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) maß der Infektionsserie beim Tönnies-Fleischkonzern nahe Gütersloh am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag ein "enormes Pandemierisiko" bei. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte, wenn man es "diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus".

Laschet sagte im Landtag: "Diese Krise ist noch nicht zu Ende. Das Virus ist weiter unter uns." Die Corona-Fälle bei Tönnies seien das "bisher größte Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland". Neben dem massiven Ausbruch in Ostwestfalen verzeichneten die Behörden in den vergangenen Tagen auch kleinere Corona-Infektionsherde in anderen Bundesländern.

Laschet: Urlauber aus Kreis willkommen heißen

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die anderen Bundesländer aufgerufen, negativ auf das Coronavirus getestete Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf willkommen zu heißen. Für beide Kreise hatte die Landesregierung erneut deutliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt, um ein Übergreifen des Coronavirus aus einem Tönnies-Schlachthof auf die übrige Bevölkerung zu verhindern.

Bayern hatte ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen angekündigt, Menschen mit negativen Tests aber ausgenommen. Er habe in dieser Sache mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder telefoniert, der klar gemacht habe, dass Menschen aus Gütersloh willkommen seien, sagt Laschet im Landtag. Er erwarte dies auch von anderen Bundesländern. Menschen aus Gütersloh dürften nicht stigmatisiert werden.

Niedersachsen: 35 Infizierte in Putenschlachterei

Nach dem Start eines Corona-Massentests unter Mitarbeitern einer Putenschlachterei des Wiesenhof-Konzerns in Niedersachsen ist die Zahl der Infizierten auf 35 gestiegen. Bis Mittwochnachmittag wurden nach Angaben der Wiesenhof-Mutter PHW 341 Menschen in dem Betrieb in Wildeshausen getestet. Unter den 35 Infizierten befinden sich vier Festangestellte und 31 Arbeiter mit Werkvertrag. In Absprache mit den Behörden seien die Beschäftigten sowie Kontaktpersonen umgehend ermittelt worden und befänden sich in Quarantäne. Bis Freitagnachmittag sollen alle Mitarbeiter des Betriebs getestet worden sein.

Alle 35 positiv Getesteten haben sich dem Unternehmen zufolge privat eine Unterkunft angemietet, nur eine der Personen wohne in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nach Angaben eines Sprechers des Landkreis Oldenburg wohnen die Betroffenen in diesem Landkreis sowie den Nachbarkreisen Cloppenburg, Diepholz, Vechta sowie in Delmenhorst.
Unterdessen hat der Landkreis Oldenburg über das Landesgesundheitsamt weiteres Personal zur Kontaktverfolgung angefordert. "Kontaktverfolgung ist das A und O", sagte der Sprecher. Diese sogenannten Containment Scouts seien speziell geschulte Mitarbeiter oder Medizinstudenten, die die Kontakte, die die Infizierten in den vergangenen Wochen hatten, nachverfolgen sollen.

Experten planen Corona-Experiment in britischer Stadt

Britische Wissenschaftler wollen mit einem ungewöhnlichen Experiment zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen. Ihr Vorschlag: Jegliche Ausgangsbeschränkungen sollten in einer "mittelgroßen Stadt" aufgehoben werden, um festzustellen, ob das Virus nur durch wöchentliche Tests aller Einwohner, Warn-Apps und Selbstisolation bei ersten Covid-19-Anzeichen bekämpft werden kann.

Ihre Idee veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift "Open Science" der britischen Royal Society. Für die vielen notwendigen Corona-Tests sollten Speichelproben untersucht werden, schrieb das Team unter Leitung des Epidemiologen Julian Peto von der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Neue Spucke-Schnelltests ermöglichten rasche Untersuchungen großer Bevölkerungsgruppen. Erste Tests mit diesem sogenannten RT-LAMP-Verfahren sollen bald in Southampton starten.

Scharfe Kritik an Laschet nach Corona-Ausbruch

Der Oppositionsführer im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), hat Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Führungsschwäche beim Krisenmanagement nach dem massiven Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik vorgeworfen. Hier lesen Sie mehr dazu.

Brasilien: Fast 40.000 Neuinfizierte an einem Tag

Brasilien hat 1.374 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Brasília am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Dem Portal "G1" zufolge ist es – nach 1.470 Toten am 4. Juni – die zweithöchste für einen 24-stündigen Zeitraum registrierte Zahl seit Beginn der Pandemie. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in Brasilien auf 52.645. Neu-Infizierte kamen 39.436 dazu. Insgesamt haben sich mehr als eine Million Menschen in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas nach den offiziellen Daten mit dem Coronavirus infiziert.

Massentests bei Wiesenhof gestartet

Alle Mitarbeiter eines zur Wiesenhof-Gruppe gehörenden Putenschlachthofs im niedersächsischen Wildeshausen werden seit Mittwoch auf das Coronavirus getestet. Davon betroffen sind mehr als 1.100 Menschen. Am Dienstag waren bereits Corona-Infektionen bei 23 Mitarbeitern festgestellt worden.

Die Proben würden von einem privaten Labor entnommen, aber "unter enger Aufsicht des Gesundheitsamtes durchgeführt", sagte ein Sprecher des Landkreises Oldenburg. "Es muss jetzt sehr schnell gehen." Im Laufe des Tages erwarte man zudem Ergebnisse von Tests vom Dienstag. Dabei gehe es um etwa 150 direkte Kontaktpersonen der zum Wochenbeginn ermittelten infizierten Mitarbeiter.

Betroffen ist ein mehrheitlich zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörender Schlachthof. Das Unternehmen hatte erklärt, in den kommenden Tagen nochmals alle Mitarbeiter testen zu lassen – Anfang Juni hatte es bereits einen ersten Durchlauf gegeben. Der Landkreis stellte die unmittelbaren Kontaktpersonen und Arbeitskollegen unter Quarantäne.

Auf Mittelmeer gerettete Flüchtlinge positiv getestet

Auf Sizilien ist bei 28 von insgesamt mehr als 200 aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die 28 Migranten befänden sich auf der Fähre Moby Zazà im Hafen von Porto Empedocle in Quarantäne, teilte der Präsident der Region Sizilien, Nello Musumeci, mit. Die insgesamt 209 Migranten wurden italienischen Medienberichten zufolge am Dienstagmorgen getestet. Sie waren von der deutschen Hilfsorganisation Sea Watch gerettet worden.

Regionalpräsident Musumeci verwies im Online-Netzwerk Facebook darauf, dass er am 12. April darauf gedrungen habe, die Flüchtlinge zunächst auf dem Schiff unterzubringen, "um zu verhindern, dass sich Epidemien auf der Insel ausbreiten, ohne dass wir sie eindämmen und kontrollieren können". Inzwischen werde seine Forderung "besser verstanden" und jene, "die uns beinahe des Rassismus beschuldigten, merken, dass wir Recht hatten".

NRW-Gesundheitsminister: Neue Erkenntnisse über Ausbrüche bis zum Wochenende

Die Landesregierung will mit Massentests in den Kreisen Gütersloh und Warendorf bis Ende der Woche Erkenntnisse über die Verbreitung des Coronavirus erhalten. Bis Ende der Woche wolle man wissen, "ob das Virus in andere Teile der Bevölkerung übergesprungen ist", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Düsseldorfer Landtag zum Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück. Rund 900 Polizisten in beiden Kreisen unterstützen nach Angaben des Ministers die Behörden bei der Durchsetzung der Quarantäne der rund 7.000 betroffenen Tönnies-Beschäftigten.

Laumann kündigte erneut einen scharfen Kurs gegen die Zustände in der Fleischindustrie an. "Das hat mit einer humanen Arbeitswelt nichts mehr zu tun", sagte er. Der CDU-Politiker wies Vorwürfe zurück, die Behörden hätten Schlachthöfe nicht gut genug kontrolliert. In 30 Schlachthöfen seien bei Kontrollen erhebliche Mängel festgestellt worden, sagte Laumann. Dazu gehörten auch Tönnies-Betriebe. "Der Arbeitsschutz war pausenlos unterwegs, gerade in den Hotspots in NRW." Das derzeitige "System der industriellen Schlachtung" habe keine Zukunft mehr, meinte Laumann.

Laschet fordert Lösungen für Urlauber aus Kreis Gütersloh 

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die anderen Bundesländer aufgefordert, Menschen aus dem Kreis Gütersloh trotz des Corona-Ausbruchs Urlaub zu ermöglichen. "Eines geht nicht: dass man die Menschen aus dem Kreis Gütersloh öffentlich stigmatisiert", sagte Laschet am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf. In einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies im Kreis Gütersloh war es zuletzt zu dem Ausbruch gekommen.

Er habe mehrmals mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) telefoniert, sagte Laschet. Dieser habe versichert, Menschen aus Gütersloh seien willkommen, wenn sie auf das Coronavirus getestet seien. "Ich erwarte auch von den Bundesländern in Norddeutschland, dass wir zu solchen Regelungen kommen und dass wir gemeinsam diese Krise bewältigen", sagte Laschet in der Unterrichtung des Landtags. Außerhalb der Beschäftigten in der Fleischindustrie sei nur eine kleine Zahl von Fällen bisher bekannt.

7-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh bei über 270

Im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 270,2 gestiegen. Das teilte der Kreis am Mittwoch auf Nachfrage mit. Am Dienstag lag der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch bei 257,4. Im benachbarten Kreis Warendorf stieg er auf 66,2. Am Tag zuvor hatte der Wert dort bei 61,2 gelegen.

Bund und Länder hatten in der Corona-Krise vereinbart, dass ab der Marke von 50 in einem Landkreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden sollen. Diese wurden am Dienstag von der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die Kreise Gütersloh und Warendorf verkündet und traten in der Nacht auf Mittwoch in Kraft. Unter anderem dürfen im öffentlichen Raum nun nur noch zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen. Betroffen sind insgesamt rund 640.000 Einwohner der beiden Kreise.

Österreich warnt vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen 

Österreich hat für Nordrhein-Westfalen eine partielle Reisewarnung verhängt. Das Land warnt damit offiziell vor Reisen in das Bundesland  "Vor allem unser Nachbarland Deutschland mit der Region Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, wie schnell es zu einer weiteren dramatischen Situation kommen kann", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz nach einer Kabinettssitzung der Regierung.

Der konservative Politiker ergänzt, er hoffe, dass es zu keiner Ausbreitung auf ganz Deutschland komme. Für Österreich kündigte Kurz aufgrund der niedrigen Infektionszahlen weitere Lockerungsschritte unter anderem im Bereich der Gastronomie und bei Veranstaltungen an.

Fauci sieht die USA in "entscheidender Phase"

Angesichts der weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sieht US-Chefvirologe Anthony Fauci sein Land in einer entscheidenden Phase. Die nächsten zwei Wochen seien "entscheidend für unsere Fähigkeit", mit dem Anstieg der Infektionszahlen in Bundesstaaten wie Florida und Texas umzugehen, sagte der Berater von US-Präsident Donald Trump am Dienstag bei einer Ausschussanhörung im Kongress in Washington.

Zugleich versicherte Fauci, dass Trump ihn und andere Vertreter der Gesundheitsbehörden niemals angewiesen habe, die Corona-Tests einzuschränken. "Tatsächlich werden wir mehr Tests machen", fügte er hinzu.

Laschet dankt den Krisenhelfern in Gütersloh

Laschet dankte den Behördenmitarbeitern vor Ort für deren Einsatz. Ein örtlicher Krisenstabsleiter habe in der vergangenen Nacht gesundheitliche Probleme bekommen und sei "zusammengebrochen", sagte der Düsseldorfer Regierungschef. Die Menschen vor Ort arbeiteten bis an ihre persönlichen Belastungsgrenzen.

Laschet verteidigt seinen Umgang mit den Corona-Ausbrüchen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seinen Umgang mit der Corona-Pandemie verteidigt und die Notwendigkeit einer ständigen Abwägung von Grundrechtseinschränkungen und vorsichtigen Lockerungsmaßnahmen hervorgehoben. "In dieser Lage muss man verantwortlich abwägen, immer wieder, jeden Tag neu", sagte Laschet am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landtag.

"Diese Krise ist noch nicht zu Ende. Das Virus ist weiter unter uns", sagte Laschet mit Blick auf den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies in Westfalen. Laschet nannte die Fälle dort "bisher größte Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland". Die Lage berge ein "enormes Pandemierisiko". 

Bei der Bevölkerung der beiden Kreise warb Laschet für Verständnis für den nun dort geltenden Teillockdown. "Ja, wir muten Ihnen da viel zu - die Sicherheit macht es erforderlich." Die Bürger rief Laschet auf, die Kreise "nur in besonderen Fällen zu verlassen". Menschen mit Reiseplänen in den bevorstehenden Sommerferien empfahl der Ministerpräsident: "Lassen Sie sich testen".

Beherbergungsverbot für Touristen aus Gütersloh in Niedersachsen

Niedersachsen erlässt nach dem massenhaften Corona-Ausbruch im Bereich Gütersloh ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region. "Das Land wird die bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung im Tourismusbereich anwenden auf Menschen aus dem Bereich Gütersloh", sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover.

Laschet: Menschen aus Güterloh und Warendorf sollen mit negativem Test verreisen können

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die anderen Bundesländer aufgerufen, negativ auf das Coronavirus getestete Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf willkommen zu heißen. Für beide Kreise hatte die Landesregierung erneut deutliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt, um ein Übergreifen des Coronavirus aus einem Tönnies-Schlachthof auf die übrige Bevölkerung zu verhindern.

Bayern hatte ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen angekündigt, Menschen mit negativen Tests aber ausgenommen. Er habe in dieser Sache mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder telefoniert, der klar gemacht habe, dass Menschen aus Gütersloh willkommen seien, sagt Laschet im Landtag. Er erwarte dies auch von anderen Bundesländern. Menschen aus Gütersloh dürften nicht stigmatisiert werden.

Jens Spahn äußert sich zu neuem Lockdown

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor der bundesweiten Gefahr durch regionale Corona-Hotspots gewarnt. "Wenn man es diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus", sagte er am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er verstehe die Enttäuschung in den nordrhein-westfälischen Landkreisen Gütersloh und Warendorf, für die Corona-Lockerungen nach dem massiven Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies wieder weitgehend zurückgenommen wurden.

Es sei jetzt wichtig, auch deutlich zu machen, dass dies zum Schutz sowohl für die Bürger vor Ort wie auch aller Menschen im Bundesgebiet erforderlich sei, mahnte Spahn. Nach dem Ausbruch in Heinsberg etwa habe man gesehen, "wie schnell aus lokalem Geschehen dann auch bundesweites werden kann".

Günther: Entscheidungsfreude aus Krise auch nach Corona beibehalten

Als Konsequenz aus der Corona-Krise sollte die Politik nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) Entscheidungsprozesse beschleunigen. "Man hätte sich vor der Krise gar nicht vorstellen können, dass man von einem Tag auf den anderen Entscheidungen von so großer Tragweite treffen muss", sagte Günther der Deutschen Presse-Agentur. "Schnelligkeit ging in diesen Krisenzeiten plötzlich, und ich wünsche mir ausdrücklich, dass wir in wichtigen Fragen an Geschwindigkeit zulegen." Ein Beispiel seien die Planungen für große Infrastrukturvorhaben.

Als weitere besondere Erfahrungen aus der Corona-Zeit nannte Günther die Solidarität, die Einsicht in die Notwendigkeit, sich und andere vor dem Virus zu schützen und die Bereitschaft, Schutzmaßnahmen zu akzeptieren, die man in der Demokratie normalerweise nicht akzeptiere.

Im Falle einer möglichen zweiten Infektionswelle könne es schwieriger werden, die Notwendigkeit von Einschränkungen zu kommunizieren, sagte Günther. "Unsere Vorbereitungen sind aber auch so gut, dass die Einschnitte in jedem Fall geringer ausfallen würden." So seien mittlerweile Kapazitäten in Krankenhäusern und beim Schutzmaterial deutlich aufgestockt worden. "Zu Beginn mussten wir einen so harten Shutdown machen, weil die Kapazitäten nicht ausreichten." Das gäbe es bei einer zweiten Welle in dieser Dramatik nicht mehr.

Forscher warnen vor zweiter Welle in Großbritannien 

Führende britische Mediziner warnen vor einer zweiten Welle der Corona-Epidemie in dem Land. "Während der künftige Verlauf der Pandemie in Großbritannien schwer vorherzusagen ist, deuten die verfügbaren Hinweise an, dass lokale Ausbrüche immer wahrscheinlicher werden und eine zweite Welle ein echtes Risiko darstellt", heißt es in dem am Mittwoch im "British Medical Journal" veröffentlichten offenen Brief. "Viele Elemente der Infrastruktur, die zur Eindämmung des Virus benötigt werden, werden gerade erst eingerichtet, aber es gibt noch erhebliche Herausforderungen." Zu den Unterzeichnern gehören die Präsidenten des Royal College of Surgeons, des Royal College of Physicians und des Royal College of Emergency Medicine.

Premierminister Boris Johnson hatte erst am Dienstag verkündet, dass Kneipen, Restaurants und Hotels in England Anfang nächsten Monats wieder öffnen könnten. Auch Sportplätze, Kinos, Museen, Galerien und Büchereien sollen wieder öffnen dürfen. In Schottland, Wales und Nordirland entscheiden die dortigen Regierungen.

Großbritannien zählt zu den weltweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Der Johns Hopkins University zufolge wurden fast 308.000 Infizierte gezählt. Mehr als 43.000 starben mit dem Virus. 

Gouverneur: Bürger in Texas sollten zu Hause bleiben

Angesichts des starken Anstiegs der Coronavirus-Neuinfektionen in Texas hat Gouverneur Greg Abbott Bürger in seinem Bundesstaat aufgerufen, zu Hause zu bleiben. "Da sich das Virus im Moment so schnell ausbreitet, gibt es für Sie keinen Grund, Ihr Zuhause zu verlassen, es sei denn, es ist erforderlich. Der sicherste Ort für Sie ist Ihr Zuhause", sagte Abbott dem lokalen Fernsehsender KBTX. 

Mehrere US-Bundesstaaten verzeichnen die zweite Wochen in Folge Rekordanstiege bei der Zahl der bekannten Infektionen. Allein Texas gab für Montag mehr als 5.000 neue Fälle bekannt. Das Texas Children's Hospital kündigt an, wegen der großen Zahl der schweren Covid-19-Erkrankungen im Raum Houston nun auch Erwachsene aufzunehmen. Einer Reuters-Zählung zufolge erlitten am Dienstag auch Nevada und Arizona Rekordzuwächse.

Ein Mann in Texas wird auf das Virus getestet: Es hat binnen eines Tages mehr als 5.000 Neuinfektionen in dem Bundesstaat gegeben. (Quelle: Reuters/Callaghan O'Hare)Ein Mann in Texas wird auf das Virus getestet: Es hat binnen eines Tages mehr als 5.000 Neuinfektionen in dem Bundesstaat gegeben. (Quelle: Callaghan O'Hare/Reuters)

Fast 40.000 Neuinfektionen und knapp 1.400 weitere Todesfälle in Brasilien

Brasilien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen 24 Stunden 39.436 neue bestätigte Coronavirus-Fälle sowie mit 1.374 weiteren Toten eine Verdopplung der Todesfälle innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Pandemie sind in dem lateinamerikanischen Land mehr 1,1 Millionen Infektionen registriert, die weltweit zweithöchste Zahl nach den USA. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt dem Ministerium zufolge auf 52.645. 

Bericht: EU-Grenzen könnten für US-Bürger geschlossen bleiben

Die Europäische Union erwägt offenbar, Reisenden aus den Vereinigten Staaten im Sommer weiterhin die Einreise zu verwehren. Das geht aus einem Bericht der "New York Times" hervor. Demnach seien auf einer vorläufigen Liste mit Ländern, für die ab dem 1. Juli weiter Einreiseverbote gelten sollten, die USA, Russland und Brasilien verzeichnet. Die EU prüft derzeit, zu welchen Ländern die Grenzen Anfang Juli wieder geöffnet werden können. 

Söder verteidigt Urlaubsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht in den Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten im Freistaat eine unbedingt notwendige Sicherheitsmaßnahme. Es gehe um die Sicherheit für alle Beteiligten - für die Menschen in Bayern, die Urlauber von überall her und auch für die Menschen aus den betroffenen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen, sagte Söder am Dienstagabend in der ARD und im Bayerischen Fernsehen. "Wir möchten nicht, dass der Urlaub in Bayern für viele Leute unsicher wird."

Direkte Kritik am Corona-Krisenmanagement der NRW-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) übte Söder nicht. Auf die Frage, ob die strikten Beschränkungen für die beiden betroffenen Landkreise zu spät verhängt worden sei, sagte er: "Das kann ich von hier aus nicht beurteilen. Ich glaube, dass die Entscheidung jetzt aber richtig ist." Er müsse Laschet keinen Rat geben, dieser wisse genau, was er zu tun habe. Söder sagte lediglich, man habe sich schon ein "bisschen gewundert", warum die Menschen in den Corona-Hotspots nicht von Anfang an für eine Woche oder zehn Tage unter sich bleiben mussten. Lesen Sie hier mehr.

Umfrage: Jeder zweite Deutsche hat Angst vor einer zweiten Corona-Welle im Sommer

In einer Umfrage geben die Hälfte aller Befragten an, vor einer zweiten Corona-Welle während der Sommerferien Angst zu haben. Dies geht aus einer Befragung des Meinungsinstituts INSA im Auftrag der Zeitung "Bild" hervor. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten, 34 Prozent, teilen diese Sorge nicht.

In der Umfrage zeigt sich, dass sich Frauen mit 55 Prozent häufiger vor einer zweiten Welle in den Ferien fürchten als Männer mit 45 Prozent. Während die Befragten zwischen 18 und 59 Jahren zu 46 bis 49 Prozent Angst vor einer zweiten Welle haben, steigt der Anteil bei den ab 60-Jährigen merklich auf 55 Prozent. Für den INSA-Meinungstrend wurden vom 19. bis zum 22. Juni 2020 insgesamt 2.058 Bürgerinnen und Bürger befragt.

Neuinfektionen in Berlin: R-Wert im roten Bereich 

In Berlin sind mittlerweile 7974 Coronavirus-Infektionen bestätigt worden. Von Montag auf Dienstag kamen nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung 59 neue Fälle hinzu. Erneut sprang ein Wert der sogenannten Corona-Ampel auf Rot: Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag bei 1,96 und zum dritten Mal in Folge bei einem Wert von 1,2 oder höher. Sie gibt die Dynamik des Infektionsgeschehens an – und in den vergangenen beiden Wochen war ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen beobachtet worden.

Weiter im grünen Bereich sind aber die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im Verhältnis zur Einwohnerzahl (mit 13,55 unter 20) und der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden (mit 3,1 Prozent deutlich unter dem Grenzwert von 15 Prozent).

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen erst Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, müssen Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umgesetzt werden. 6961 Patienten gelten inzwischen als genesen, 130 werden im Krankenhaus behandelt, 39 davon intensivmedizinisch. Auch aus den rund 370 unter Quarantäne stehenden Haushalten in Neukölln sind weitere Corona-Fälle bekannt geworden. 106 Tests seien positiv ausgefallen, teilte das Bezirksamt Neukölln am Dienstagabend mit – das waren acht mehr als am Montag. Ob diese Fälle bereits in die Statistik der Gesundheitsverwaltung einflossen, war zunächst unklar. Insgesamt seien 798 Tests durchgeführt worden, noch lägen aber nicht alle Ergebnisse vor.

Gericht in Brasilien: Maskenpflicht für Bolsonaro

Die Verfügung eines Gerichts verpflichtet Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro, in öffentlichen Räumen, Verkehrmitteln und Geschäften im Hauptstadtbezirk Brasília eine Schutzmaske zu tragen. Eine Zuwiderhandlung wird übereinstimmenden brasilianischen Medienberichten vom Dienstag zufolge mit einer Strafe von 2000 Reais (340 Euro) am Tag geahndet. Die Maskenpflicht gilt demnach auch für Angestellte im öffentlichen Dienst.

Niederlage: Brasiliens Präsident Bolsonaro muss künftig eine Maske tragen. (Quelle: imago images/Fotoarena)Niederlage: Brasiliens Präsident Bolsonaro muss künftig eine Maske tragen. (Quelle: Fotoarena/imago images)

Die Justiz folgt damit einer Zivilklage, die ein Anwalt aus der Hauptstadt eingereicht hat. Im Hauptstadtdistrikt ist nach einem Dekret des Gouverneurs Ibaneis Rocha das Tragen von Masken in der Corona-Pandemie verpflichtend. "Das Verhalten des Präsidenten der Republik, Jair Messias Bolsonaro, zeigt die klare Absicht, die von der Regierung des Hauptstadtdistrikts auferlegten Regeln zu brechen", zitierte das Portal "G1" aus der Begründung des Gerichts.Der rechtspopulistische Politiker verharmloste das Coronavirus und lehnte Schutzmaßnahmen ab. Bolsonaro zeigte sich bei diversen Gelegenheiten ohne Maske, löste Menschenansammlungen aus und machte Selfies mit Fans. Am Sonntag vergangener Woche war der damalige Bildungsminister Abraham Weintraub wegen der Teilnahme an einer Demonstration von Regierungsanhängern in Brasília ohne Maske zur Zahlung von 2000 Reais verdonnert worden.

Fauci: "Beunruhigender Anstieg von Infektionen" in den USA

Der führende US-Immunologe in der Corona-Krise, Anthony Fauci, hat sich besorgt über deutlich steigende Fallzahlen von Coronavirus-Infektionen in mehreren US-Bundesstaaten geäußert. Fauci sprach am Dienstag bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus von einem "beunruhigenden Anstieg von Infektionen" in Florida, Texas, Arizona und anderen Bundesstaaten. Die nächsten paar Wochen würden entscheidend dafür, diesem Anstieg entgegenzuwirken. Fauci sagte, es gebe aber auch Erfolge im Kampf gegen das Virus in den USA. So sei es etwa im Bundesstaat New York gelungen, die Fallzahlen zu senken.

Rund die Hälfte der 50 US-Bundesstaaten verzeichnen eine Zunahme von Fällen. Fauci sagte, die gewaltigen Anstrengungen bei der Suche nach einem Impfstoff machten Fortschritte. Er sei weiterhin zuversichtlich, dass ein wirksamer Impfstoff Anfang kommenden Jahres zur Verfügung stehen könne. Es gebe aber keine Garantie dafür. Fauci sagte, die USA seien schwer von der Pandemie getroffen worden. Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit. Mehr als 2,3 Millionen Fälle wurden seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Mehr als 120 000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2.

WHO: Weltweit meiste Neuinfektionen an einem Tag 

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind am 21. Juni weltweit über 183.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden – so viele wie nie zuvor. Das vermeldete der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei einer Pressekonferenz.

Laut der WHO nehmen die Fallzahlen weltweit aktuell wieder zu. Knapp 8,8 Millionen Menschen sind global mit dem Erreger infiziert, über 450.000 sind ums Leben gekommen. Der WHO-Generaldirektor rief die Staaten im Hinblick auf den Balanceakt zwischen der Sicherheit der Bürger und der Minimierung des wirtschaftlichen Schadens dazu auf, "vorsichtig und kreativ Lösungen zu finden, die es den Menschen ermöglichen, sicher zu bleiben, während sie mit ihrem Leben weitermachen".

Demnach befinde sich das derzeitige Zentrum der Pandemie auf den amerikanischen Kontinenten. Knapp die Hälfte der bekannten Fälle wurde dort registriert. Besonders schlimm betroffen sind die USA mit über 2,3 Millionen und Brasilien mit über 1,1 Millionen Infizierten. 

44 Corona-Infizierte in Gebäudekomplex in Friedrichshain

Bei 44 Bewohnern eines Gebäudekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Aufgrund "einiger" Corona-Fälle habe das Gesundheitsamt dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, teilte eine Sprecherin des Bezirks am Dienstag auf Anfrage mit. Lesen Sie hier mehr darüber.

Berlin lockert Corona-Regeln weiter 

Die Stadt Berlin lockert die Mitte März eingeführten Corona-Regeln weiter. Die Kontaktbeschränkungen auf zwei Haushalte oder fünf Personen werden aufgehoben, kündigt der Senat an. Lesen Sie hier mehr darüber.

Berlin: Razzia wegen Corona-Subventionsbetrugs in islamistischer Szene

Wegen mutmaßlichen Betrugs bei der staatlichen Corona-Soforthilfe in der islamistischen Szene haben Berliner Ermittler am Dienstag mehrere Orte in Berlin durchsucht. Der Verdacht wegen Subventionsbetrugs richte sich gegen zwei Männer aus der Szene, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Im Fokus der Durchsuchungen standen laut Polizei eine Moschee in Berlin-Tempelhof, eine Wohnanschrift sowie eine Wohn- und Geschäftsadresse. Festnahmen gab es demnach zunächst nicht. Bei der Razzia waren 250 Beamte im Einsatz.

Im April hatte die Berliner Staatsanwaltschaft mitgeteilt, durch Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfen sei ein Schaden von rund 700.000 Euro entstanden. Bereits im Mai durchsuchten Ermittler wegen Corona-Betrugsverdachts in Berlin Wohnungen und Autos mutmaßlicher Salafisten, die laut damaligen Angaben betrügerisch Corona-Soforthilfen für Kleinbetriebe beantragt und teilweise auch erhalten haben sollen.

England lockert Corona-Beschränkungen 

In England werden die Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert. Vom 4. Juli an werde der vorgeschriebene Abstand zwischen zwei Personen von zwei auf "einen Meter plus" verringert, sagt Premierminister Boris Johnson. Das trage dazu bei, dass das Gastgewerbe wieder den Betrieb aufnehmen könne.

Hochzeitsfeiern seien wieder erlaubt, allerdings mit maximal 30 Gästen. Gotteshäuser würden wieder für Gottesdienste geöffnet. Fitnesszentren, Schwimmbäder und Bowlingbahnen blieben aber geschlossen. Dagegen dürften Sportplätze, Kinos, Museen, Galerien und Büchereien wieder öffnen. In Schottland, Wales und Nordirland entscheiden die dortigen Regierungen.

Lothar Wieler: "Virus wird unser Land nicht verlassen"

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) schaut mit Sorge auf die neuen Corona-Hotspots in Deutschland. RKI-Präsident Lothar Wieler erklärte am Dienstag, dass wir noch lange mit dem Virus leben müssten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Erster regionaler Lockdown: Das sind die neuen Regeln

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies hat NRW-Landeschef Armin Laschet einen Lockdown für den Kreis Gütersloh verhängt. Außerdem soll es massive Testungen in der Bevölkerung geben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Armin Laschet: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag den bundesweit ersten regionalen Lockdown im Kreis Gütersloh verkündet.  (Quelle: dpa/David Inderlied)Armin Laschet: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag den bundesweit ersten regionalen Lockdown im Kreis Gütersloh verkündet. (Quelle: David Inderlied/dpa)

Chinesische Firma darf Impfstoffkandidaten an Menschen testen

Eine Tochter des chinesischen Unternehmens Chongqing Zhifei Biological Products hat grünes Licht von den heimischen Behörden erhalten, einen Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus in Tests mit Menschen zu erproben. Chongqing Zhifei Biological Products teilt mit, der Impfstoff werde gemeinsam mit Anhui Zhifei Longcom Biopharmaceutical und dem Institute of Microbiology Chinese Academy of Sciences entwickelt.

Mexiko: Neugeborene Drillinge positiv auf das Coronavirus getestet

In Mexiko sind Drillinge nach offiziellen Angaben vermutlich mit Coronavirus-Infektionen zur Welt gekommen. Sie waren wenige Stunden nach ihrer Geburt am Mittwoch getestet worden, weil es sich um Frühgeburten handelte, wie die Gesundheitsministerin des Bundesstaates San Luis Potosí, Mónica Rangel, am Montag (Ortszeit) mitteilte. Bei allen drei Babys – zwei Jungen und einem Mädchen – fiel das Ergebnis den Angaben nach positiv aus. Eines von ihnen habe Symptome der Lungenkrankheit Covid-19. Die Eltern hätten keine Symptome, seien aber isoliert und getestet worden – die Ergebnisse stünden noch aus.

Es sei unmöglich, dass sich die Kinder nach ihrer Geburt angesteckt hätten, sagte Rangel. Man werde untersuchen, ob sich das Virus über die Plazenta übertrage. Es hatte zuvor vereinzelt Berichte aus anderen Ländern über Neugeborene gegeben, die mit dem Erreger SARS-CoV-2 auf die Welt gekommen waren.

Mehr als 100.000 Corona-Infektionen in Südafrika 

In Südafrika ist die Zahl der registrierten Coronavirus-Infektionen über die Schwelle von 100.000 gestiegen. Die Zahl liege nun bei 101.590, teilte das Gesundheitsministerium in Pretoria am Montag mit. Südafrika ist das Land mit der mit Abstand höchsten Zahl von offiziell erfassten Coronavirus-Fällen auf dem afrikanischen Kontinent.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in dem Land hatte zuletzt deutlich zugenommen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entfällt mehr als die Hälfte der in ganz Afrika erfassten Coronavirus-Infektionsfälle auf Südafrika. Die Zahl der offiziell verzeichneten Corona-Toten in dem Land lag am Montag bei 1.991. Binnen 24 Stunden zählten die Behörden 61 weitere Todesfälle.

Bundesamt erwartet mehr als drei Millionen Arbeitslose im Sommer

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Bundesamts für Arbeit (BA) infolge der Corona-Krise erstmals seit zehn Jahren im Sommer wieder über drei Millionen steigen. "Wir werden im Sommer voraussichtlich die Drei-Millionen-Marke überschreiten", sagte BA-Chef Detlef Scheele der "Süddeutschen Zeitung". Im saisonbedingt üblicherweise schwierigeren Arbeitsmarkt im Winter war die Arbeitslosigkeit zuletzt vor fünf Jahren so hoch.

Scheele hofft aber, dass sich die Lage nach dem Sommer bessert. Damit die Arbeitslosenzahl im Herbst wieder sinke, müssten jetzt die Lockerungen der Corona-Restriktionen in der Gastronomie oder Reisebranche wirken, der Welthandel in Gang kommen und das Konjunkturpaket der Bundesregierung "zünden".

Besonders hart treffe die Corona-Krise befristet Beschäftigte und Zeitarbeiter, sagte der BA-Chef. Auch die Jugendarbeitslosigkeit steige an. Bei Frauen habe die Corona-Krise eine doppelte Negativwirkung. Sie seien stärker in besonders betroffenen Branchen tätig als Männer und verdienten dadurch weniger. Zugleich müssten sie mehr Betreuungsaufgaben übernehmen.

Söder sagt zweite Corona-Welle voraus

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat davor gewarnt, die Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus leichtfertig zu verspielen. "Dass es eine zweite Welle gibt, da bin ich ganz sicher", sagte der CSU-Chef auf einem Onlinepodium der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in München. Die Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen, Peking und anderswo zeigten, dass schon ein Funke genüge. Solange es keinen Impfstoff und kein Medikament gebe, sei die Sache noch nicht gelaufen.

Erwägungen, nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischindustrie Leiharbeit und Werkverträge über diese Branche hinaus zu verbieten, lehnte Söder ab. Leiharbeit könne der angeschlagenen Wirtschaft nächstes Jahr sehr helfen. Vbw-Verbandspräsident Wolfram Hatz sagte, im Maschinenbau gehe es nicht ohne Leiharbeit und Werkverträge.

Hatz und Söder kritisierten, dass die SPD eine breitere Autokaufprämie im Konjunkturpaket verhindert habe. Das Thema Auto sei noch nicht erledigt, sagte der Ministerpräsident. Aber mit dem Konjunkturpaket sei bereits viel Geld da. Und wegen der kommenden Bundestagswahl dürfte die Politik auch nächstes Jahr einen langen Atem haben. Jetzt im Herbst sei vor allem wichtig, die Verwaltungsverfahren zu beschleunigen und "die Fettschicht, die in der Bürokratie entstanden ist, wegzuschneiden".

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