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EM 2021 | Fußball-News: 60.000 Fans im Stadion? "Mache mir keine Sorgen"


EM-Newsblog  

60.000 Fans im Stadion? "Mache mir keine Sorgen"

23.06.2021, 13:44 Uhr | t-online

EM 2021 | Fußball-News: 60.000 Fans im Stadion? "Mache mir keine Sorgen". Frankreich-Fan Cyril (l.) in Budapest: Klarer Tipp für die "Équipe Tricolore". (Quelle: Dominik Sliskovic)

Frankreich-Fan Cyril (l.) in Budapest: Klarer Tipp für die "Équipe Tricolore". (Quelle: Dominik Sliskovic)

Mit einem Jahr Verspätung findet die Fußball-EM statt. Die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw ist mit dabei und steht vor dem letzten Gruppenspiel gegen Ungarn. Alle News dazu finden Sie hier.

Vom 11. Juni bis zum 11. Juli findet die Fußball-EM in elf verschiedenen Spielorten statt. Einer davon ist München.

Die deutsche Nationalmannschaft musste sich nach der Niederlage zum Auftaktgegen Weltmeister Frankreich gegen Portugal beweisen – und feierte ein berauschendes 4:2 gegen den Europameister. Damit Sie auf dem Laufenden bleiben, können Sie alle Nachrichten, Infos, Anekdoten zum Turnier und die wichtigsten Updates aus dem DFB-Lager von unserem Reporter Noah Platschko hier im EM-Newsblog nachlesen. 


"Ich mache mir keine Sorgen"

Frankreich-Fan Cyril: "Frankreich wird heute 2:1 gewinnen, Mbappe und Benzema werden treffen." Sorgen wegen der 60.000 Fans in der Puskas Arena macht sich der 27-Jährige nicht – im Gegenteil: "Ich freue mich so sehr darauf, endlich wieder in einem Fußballstadion zu sein. Um meine Gesundheit mache ich mir keine Sorgen, wir wurden doch alle getestet."

"Portugal wird 2:0 gewinnen"

Nur noch wenige Stunden bis zum Finale der Gruppe F: Deutschland trifft in München auf Ungarn, Frankreich in Budapest auf Portugal. t-online-Reporter Dominik Sliskovic ist vor Ort in der ungarischen Hauptstadt und berichtet vom Spiel. Die Stadt ist bereits gefüllt mit Fans beider Länder. Marco beispielsweise ist Portugiese und lebt in Frankreich. Die heutige Partie ist für ihn also etwas ganz besonderes. "Ich freue mich, dass ich beide Teams, die mir am Herzen liegen, in Budapest anfeuern kann", sagt er. Der 25-Jährige hält jedoch klar zu Portugal. "Portugal wird 2:0 gewinnen, durch zwei Tore von Cristiano Ronaldo, wer auch sonst?"

Portugal-Fan Marko (l.): Keine Bedenken wegen 60.000 Fans im Stadion. (Quelle: Dominik Sliskovic)Portugal-Fan Marko (l.): Keine Bedenken wegen 60.000 Fans im Stadion. (Quelle: Dominik Sliskovic)

Sicherheitsbedenken hat er vor dem Spiel mit 60.000 Zuschauern in der Puskas Arena nicht. "Die Stadionauslastung sehe ich nicht als Problem. Wir haben alle unsere zwei PCR-Tests gemacht und freuen uns jetzt einfach darauf, unser Team bei der EM anfeuern zu können."

Niederlande: Turnier-Aus für Torjäger

Für den niederländischen Stürmer Luuk de Jong ist die Fußball-Europameisterschaft wegen einer Knieverletzung frühzeitig vorbei. Der ehemalige Gladbacher müsse das Trainingscamp in Zeist notgedrungen verlassen, teilte der niederländische Verband am Mittwoch mit. Der Angreifer vom FC Sevilla habe sich im Training am Dienstag eine Innenbandverletzung zugezogen, die weitere Einsätze unmöglich mache.

Bondscoach Frank de Boer stehen damit nur noch 24 Spieler zur Verfügung. Bereits kurz vor Turnierbeginn hatte Mittelfeldspieler Donny van de Beek von Manchester United wegen einer Verletzung passen müssen. Nachnominierungen sind jetzt nicht mehr möglich. Mit Virgil van Dijk und Torwart Jasper Cillessen hatten bereits zuvor zwei wichtige Spieler passen müssen.

Die Niederlande haben die Gruppe C als Erster abgeschlossen. Die Elftal trifft am Sonntag in ihrem Achtelfinale in Budapest auf einen der vier besten Gruppendritten.

Kroos: "Es ist noch nichts gewonnen" 

Fußball-Nationalspieler Toni Kroos hat vor dem entscheidenden Gruppenspiel bei der EM gegen Ungarn vor Selbstsicherheit gewarnt. "Es ist noch nichts gewonnen", sagte der Mittelfeldspieler von Real Madrid in der neuesten Ausgabe des Podcasts "Einfach mal Luppen!" im Gespräch mit seinem Bruder Felix. Nach dem 4:2 gegen Europameister Portugal sei die Ausgangslage besser geworden. "Aber es ist ja auch unser Anspruch die Gruppe zu überstehen."

Die deutsche Mannschaft habe nach der Auftaktniederlage gegen Weltmeister Frankreich und dem Sieg gegen Portugal nun drei Punkte. Das bedeute aber erst einmal gar nichts. "Außer dass wir es in der eigenen Hand haben", sagte der 31-Jährige vor dem Spiel am Mittwoch (21.00 Uhr im Liveticker bei t-online) in München. Er erinnerte an die Ausgangssituation bei der WM 2018 in Russland vor dem letzten Gruppen-Spiel gegen Südkorea. "Damals war es auf dem Papier auch schon halb gewonnen gegen Südkorea, wurde es aber nicht." Das DFB-Team war nach dem 0:2 gegen die Asiaten erstmals bei einer WM in der Vorrunde gescheitert.

Der Sieg gegen Portugal bringe nur etwas, "wenn wir es natürlich weiterführen gegen Ungarn", meinte Kroos. Er schätzt die Ungarn hoch ein, die gegen Portugal erst durch späte Tore verloren und gegen Frankreich ein 1:1 erreichten. "Da wird schon was auf uns zukommen", sagte Kroos. "Wenn wir das bringen, was wir gegen Portugal gebracht haben, werden wir aber das Spiel gewinnen."

England-Stars fallen für Gruppenfinale aus

Schlechte Nachrichten für Englands Nationalmannschaft. Die Leistungsträger Ben Chilwell und Mason Mount können nicht beim letzten Gruppenspiel der "Three Lions" gegen Tschechien (Dienstag, 21 Uhr im t-online-Liveticker) teilnehmen, sondern müssen sich stattdessen in Isolation begeben. Sie sind Erstkontakte von Schottlands Profi Billy Gilmour, der am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Das gab die Uefa am Dienstag bekannt.

Beide Profis trainieren getrennt von der Mannschaft, heißt es in der Mitteilung. Sie halten sich in privaten Zonen von Englands Trainings-Baselager St. George's Park auf. Die englische Nationalmannschaft wird nach ihrem letzten Gruppenspiel im Wembley dorthin zurückkehren. Das Team hat sich bereits für das Achtelfinale qualifiziert. 

Debatte um Regenbogen-Farben: Stadien in Köln und Frankfurt planen Beleuchtung

in der Diskussion um das Verbot der Regenbogen-Beleuchtung an der Münchner EM-Arena planen zwei andere Bundesligastadien eine Reaktion. Um welche Spielstätten es sich handelt und was die Verantwortlichen dazu sagen, lesen Sie hier

England isoliert Chilwell und Mount vorsorglich

Die englischen Nationalspieler Ben Chilwell und Mason Mount sind vorsorglich vom Rest der Mannschaft isoliert worden. Beide hatten bei der Europameisterschaft im Rahmen des 0:0 am vergangenen Freitag gegen Schottland Kontakt mit dem schottischen Spieler Billy Gilmour, der am Montag positiv auf Corona getestet wurde. Dies teilte der englische Verband FA am Montagabend mit. Damit dürften Chilwell und Mount auch für das abschließende Vorrundenspiel der Three Lions am Dienstagabend (21.00 Uhr/ARD und Magenta TV) gegen Tschechien ausfallen.

Gilmour, Chilwell und Mount spielen alle bei Champions-League-Sieger FC Chelsea und könnten aus diesem Grund vor und nach dem Spiel engeren Kontakt miteinander gehabt haben. Wie die FA weiter mitteilte, sind die Corona-Tests aller 26 Spieler des Kaders am Montagnachmittag negativ gewesen. Dennoch wurden Chilwell und Mount vorsorglich isoliert. Alles Weitere werde nach Rücksprache mit der Gesundheitsbehörde PHE entschieden.

Karassjow pfeift letztes Gruppenspiel gegen Ungarn

Der Russe Sergej Karassjow pfeift am Mittwoch das letzte deutsche Gruppenspiel bei der Fußball-Europameisterschaft gegen Ungarn. Das teilte die Uefa am Montag mit. Der 42 Jahre alte Unparteiische aus Moskau war als Schiedsrichter auch im Einsatz, als Deutschland Ende März in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien 1:2 verlor. Bei der EM leitete er bislang ein Spiel: das 3:0 Italiens gegen die Schweiz. In der Champions League pfiff er Borussia Mönchengladbachs Achtelfinal-Rückspiel gegen Manchester City (0:2).

Bestätigt: EM-Aus für Frankreich-Star

Für den früheren Dortmunder Ousmane Dembélé ist die EM vorzeitig beendet. Das bestätigte der französische Verband am Montag. Demnach ist der 24 Jahre alte Offensivspieler des FC Barcelona bereits abgereist. Eine Diagnose veröffentlichte der Verband nicht, sondern erklärte nur, dass der voraussichtliche Heilungsprozess über das Turnier hinausgehe. Dembélé hatte im Spiel gegen Ungarn (1:1) am Samstag einen Schlag aufs Knie bekommen.

Starke Quote für Italien-Spiel im ZDF

Knapp acht Millionen Zuschauer (7,98 Mio.) haben am Sonntagabend die Live-Übertragung vom EM-Vorrundenspiel zwischen Italien gegen Wales (1:0) im ZDF gesehen. Der Marktanteil betrug 38,0 Prozent.

Das "sportstudio live" im Anschluss verfolgten im Zweiten mit der Zusammenfassung vom zweiten Sonntagsspiel zwischen der Schweiz und der Türkei (3:1) noch 6,33 Millionen (Marktanteil 24,0 Prozent).

Der eidgenössische Sieg wurde zuvor live vom Streamingdienst MagentaTV übertragen. Über Abrufzahlen unter seinen vier Millionen Kunden macht der Sender keine Angaben.

Nordmazedonien: Pandev kündigt Rücktritt an

Nordmazedoniens Rekordnationalspieler Goran Pandev beendet seine internationale Karriere nach der EM. "Dies ist mein letztes Spiel für die Nationalmannschaft", sagte der 37-Jährige vor dem Vorrundenfinale am Montag (18.00 Uhr/MagentaTV) in Amsterdam gegen die Niederlande: "Ich denke, es ist der richtige Moment zurückzutreten."

Sportlich geht es für den EM-Debütanten gegen die als Gruppensieger feststehende Elftal um nichts mehr. In der Gruppe C kann der Außenseiter nach den Niederlagen gegen Österreich (1:3) und die Ukraine (1:2) den letzten Tabellenplatz nicht mehr verlassen. "Ich hoffe, diese Jungs, diese Generation, qualifizieren sich auch für die WM", sagte Pandev: "Sie bringen den Nordmazedoniern viel Freude. Ich denke, sie verdienen es, es zur WM zu schaffen."

Eigentlich hatte der langjährige Italien-Profi noch am 11. Oktober das Rückspiel in der WM-Qualifikation in Skopje gegen die deutsche Nationalmannschaft bestreiten wollen. Im Hinspiel hatte er beim sensationellen 2:1 in Duisburg am 31. März das erste Tor des Außenseiters erzielt.

Infektiologe sieht EM mit Sorge: "Keine gute Idee"

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, sieht die Fußball-Europameisterschaft mit Sorge. "Ich verstehe den Drang nach draußen und in die Biergärten. Draußen zu feiern ist sicher besser als in geschlossenen Räumen zu feiern, aber gerade die Begeisterung lässt auch Tröpfchen und Viren fliegen", sagte der Infektiologe vom Universitätsklinikum Regensburg der Deutschen Presse-Agentur. "In dieser Situation ist die EM beziehungsweise jede große Veranstaltung vermutlich keine gute Idee."

Tausende Fans hatten am Wochenende im Stadion, in der Münchner Innenstadt und in vielen anderen deutschen Städten feucht-fröhlich - und vielfach ohne Masken oder Abstand - den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Portugal gefeiert. Biergärten und Gaststätten waren teilweise brechend voll mit Fans in Deutschland-Trikots, die auf Bildschirmen das Spiel verfolgten.

EM-Boom für deutsche Unternehmen bleibt aus 

Fußballgroßereignisse wie die EM sind für die deutsche Wirtschaft traditionell ein gutes Geschäft. Doch wie das "Handelsblatt" berichtet, fällt beim diesjährigen Turnier das Resümee vieler werbetreibender Unternehmen bisher verhalten aus. 

So sei das Interesse der Deutschen im Vergleich zum letzten Turnier vor fünf Jahren geringer: Sahen 2016 noch 15 Millionen Menschen das Eröffnungsspiel, waren es dieses Jahr gerade einmal 9,8 Millionen. Entsprechend zurückhaltend sei die Werbeindustrie bei Fußballthemen. Als Grund für die ausbleibende Euphorie-Welle werden die unsichere Corona-Lage etwa beim Public Viewing und die nicht ausverkauften Stadien genannt. 

Selbst bei den deutschen Bierbrauern, denen Fußball-Großevents sonst verlässlich mehr Geld in die Kassen spülten, ist von einer Fußball-Euphorie noch nichts zu spüren. Weil bis zum Eröffnungsspiel unklar war, welche Corona-Regeln für Public Viewing gelten würden, hätten viele Brauereien auf große Marketing-Aktionen für die EM verzichtet, schreibt das "Handelsblatt". 

Beim Sportartikel-Hersteller Adidas, der acht EM-Teilnehmer ausrüstet, sei zwar eine höhere Nachfrage nach etwa Trikots zu verzeichnen, doch insgesamt sei der kommerzielle Nutzen der Europameisterschaft bisher überschaubar. 

Lauterbach hält Spiele in London für "unvertretbar"

Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht die Austragung von EM-Spielen in London kritisch. "Es ist unvertretbar, dass in England Fußballspiele mit Zuschauern stattfinden", sagte der SPD-Mann bei RTL/ntv: "Die Delta-Variante ist einfach zu gefährlich. Das ist eine Gefährdung der Bürger Englands und der Bürger Europas. Man müsste die Spiele in ein anderes europäisches Land verschieben."

Nach der Austragung von Gruppen- und Achtelfinalspielen wird das Wembley-Stadion im Juli zum exklusiven Ausrichter dieser paneuropäischen EM: Beide Halbfinals und das Finale sollen in London stattfinden.

Wie die Tageszeitung The Times allerdings am Freitag berichtete, denkt die Europäische Fußball-Union (UEFA) darüber nach, diese Spiele wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und der strengen Quarantäneverordnung in England kurzfristig nach Budapest zu vergeben. Noch soll sich der Kontinentalverband aber um Ausnahmeregelungen bemühen, damit Spieler, Offizielle und VIP-Gäste problemlos ein- und ausreisen können.

Löw kündigt gegen Portugal einige taktische Veränderungen an

Joachim Löw hat für das zweite EM-Gruppenspiel einige taktische Veränderungen in der Offensive angekündigt. "Taktisch müssen wir schon etwas anderes ins Spiel reinbringen, das heißt mehr Offensivkraft", sagte der Bundestrainer. Ob damit auch personelle Neubesetzungen in der Startelf verknüpft sind, ließ der Bundestrainer vor der Partie gegen Europameister Portugal am Samstag (ab 18.00 Uhr im Liveticker von t-online) offen.

"Taktische Änderungen kann man mit der gleichen Formation durchführen, man kann aber auch einige Wechsel vornehmen", bemerkte Löw. Defensiv seien keine Veränderungen nötig, die Stabilität habe im ersten Turnierspiel gestimmt.

Nach dem 0:1 zum EM-Auftakt gegen Weltmeister Frankreich ist die deutsche Nationalmannschaft schon in Zugzwang. Portugal hat sein erstes Match gegen Ungarn mit 3:0 gewonnen. "Der Druck ist unverändert", sagte Löw dennoch. Aber man müsse durch Ergebnisse den Schlüssel in der Hand behalten: "Mit dem Druck können alle umgehen. Den kenne ich seit 15 Jahren. Der Druck wird uns nicht erdrücken."

Christian Eriksen: Der dänische Mittelfeldspieler ist auf dem Weg der Besserung. (Quelle: imago images/ULMER Pressebildagentur)Christian Eriksen: Der dänische Mittelfeldspieler ist auf dem Weg der Besserung. (Quelle: ULMER Pressebildagentur/imago images)

Eriksen aus Krankenhaus entlassen

Christian Eriksen ist nach seinem dramatischen Kollaps erfolgreich operiert und noch am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte der dänische Verband DBU mit.

Eriksen, der am vergangenen Samstag nach einem Zusammenbruch auf dem Spielfeld reanimiert werden musste, wurde ein Defibrillator eingesetzt. Der 29-Jährige besuchte am Freitag nach DBU-Angaben das dänische Team in Helsingör und reiste von dort nach Hause zu seiner Familie.

Eriksen schreibt nächste Nachricht an dänisches Team

Christian Eriksen hat sich nach der 1:2-Niederlage seines Teams bei der Europameisterschaft gegen Belgien schon kurz nach dem Schlusspfiff bei seinen Kollegen gemeldet.

"Christian hat uns eine Nachricht in die WhatsApp-Gruppe geschrieben. Er schrieb uns, dass wir unglaublich waren", berichtete der Stürmer Martin Braithwaite vom FC Barcelona nach der Partie.

Kanzleramtsminister rät von Reisen zu EM-Spielen in London ab

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) rät deutschen Fußballfans wegen der als besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus von Reisen nach London zu den Halbfinalspielen und dem Finale der Europameisterschaft ab. Die Ausbreitung der Delta-Variante in Großbritannien sei seine "große Sorge", sagte Braun dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Man sollte nicht in Virusvariantengebiete reisen", warnte er.

Braun verwies darauf, dass die Bundesregierung Großbritannien im Mai als Virusvariantengebiet eingestuft hatte. Fußballfans müssten sich deshalb nach einer Reise zu den EM-Spielen in London in Deutschland für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Der Kanzleramtsminister kritisierte zugleich Ungarn für seinen EM-Auftakt in Budapest mit vollem Stadion: "Ein voll besetztes Stadion finde ich daneben." Dagegen habe das Spiel Deutschland gegen Frankreich in München gezeigt, "dass Abstandsregeln eingehalten werden können".

Slowakischer Spieler positiv auf Coronavirus getestet

Spitzenreiter Slowakei ist vor dem zweiten Spiel in der Gruppe E von zwei Corona-Fällen betroffen. Trainer Stefan Tarkovic bestätigte am Donnerstag bei der Pressekonferenz in St. Petersburg zu der Partie am Freitag (15 Uhr/im Liveticker bei t-online) gegen Schweden, dass bei Abwehrspieler Denis Vavro von Lazio Rom ein positiver Befund vorliege. "Ich habe mit ihm gesprochen, er zeigt keine Symptome", sagte Tarkovic. Vavro habe sich wie die zweite Person, die aus dem Betreuerstab stammt und nicht namentlich genannt wurde, umgehend in Selbstisolation begeben.

Sie würden eng mit den russischen Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten und hätten sofort das Protokoll der Uefa angewendet, damit sich das Virus nicht weiter im Team verbreiten könne, versicherte der slowakische Coach. Er hatte beim 2:1-Auftaktsieg gegen Polen auf einen Einsatz des 25 Jahre alten Vavro verzichtet.

Schweizer Torwart Sommer nach dem Italienspiel abgereist

Der Schweizer Nationaltorwart Yann Sommer ist nach dem 0:3 (0:1) im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Italien am Mittwoch nach Deutschland abgereist. Seine Frau Alina erwartet in den kommenden Tagen das zweite Kind. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Schweiz-Stars plötzlich blond: "Zeichen" für Italien-Spiel

Die Schweizer Fans im Olympiastadion von Rom rieben sich verwundert die Augen. Zum Spiel gegen Mitfavorit Italien liefen Granit Xhaka und Manuel Akanji mit blondierten Haaren auf, und Nico Elvedi hatte sich von dem eigens ins Mannschaftshotel beorderten Friseur modische Strähnchen in seine Haarpracht färben lassen.

Ob es beim Kopfball hilft? Manuel Akanji im Spiel gegen Italien mit blonden Haaren. (Quelle: imago images/GEPA Pictures)Ob es beim Kopfball hilft? Manuel Akanji im Spiel gegen Italien mit blonden Haaren. (Quelle: GEPA Pictures/imago images)

Wozu das alles? Wieso sahen die drei Stars plötzlich aus, als hätten sie es als Werbung für ihre neue CD auf eine Titelgeschichte in der "Bravo" abgesehen, lebensgroße Starschnitte über mehrere Ausgaben inklusive? Das Trio wollte, wie es aus dem Lager der Eidgenossen hieß, in dem prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell "ein Zeichen" setzen. Genutzt hat das allerdings wenig, stattdessen packten die Italiener die Chance beim Schopfe – es gab eine 0:3-Niederlage, die am Ende nur die Schweizer selbst in eine haarige Situation gebracht hat.

Mahnendes Beispiel übrigens: Rumänien vor dem Gruppenspiel gegen Tunesien bei der WM 1998. Einzig Torwart Bogdan Stelea war eine Teilnahme an der großen Schönfärberei nicht vergönnt – der Schlussmann hatte schon mit damals 30 Jahren eine Glatze.

Legendär: Rumäniens Nationalelf vor dem Spiel gegen Tunesien bei der WM 1998. (Quelle: imago images/Norbert Schmidt)Legendär: Rumäniens Nationalelf vor dem Spiel gegen Tunesien bei der WM 1998. (Quelle: Norbert Schmidt/imago images)

Der Außenseiter aus Nordafrika war indes nur wenig erschreckt von den Blonden vom Balkan und trotzte ihnen widerborstig ein 1:1 ab.

Schweizer Torwart Sommer nach Italien-Spiel abgereist

Nationaltorwart Yann Sommer ist unmittelbar nach der 0:3-Niederlage der Schweiz im EM-Vorrundenspiel gegen Italien nach Deutschland abgereist. Der 32-Jährige wird in den kommenden Tagen zum zweiten Mal Vater und will bei der Geburt des Kindes dabei sein. Wann der Torhüter vom Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zur Nationalmannschaft zurückkehrt ist offen. Die Schweiz trifft im letzten Gruppenspiel am Sonntag in Baku auf die Türkei.

Ungarns Hauptstadt ist in EM-Begeisterung

Tausende Fans haben sich am Dienstagnachmittag auf einen zwei Kilometer langen Weg vom Budapester Heldenplatz zum Fußballstadion gemacht, das den Namen der ungarischen Fußball-Legende Ferenc Puskas trägt. Größtenteils in roten Trikots gekleidete Anhänger zogen lautstark durch Ungarns Hauptstadt. Dabei riefen sie auch den Namen von Dänemarks Starspieler Christian Eriksen, der am Samstag auf dem Platz zusammengebrochen war und reanimiert werden musste.

Bereits Tage vor dem für 18 Uhr angesetzten Spiel der ungarischen Nationalelf gegen Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo war die Fußball-Euphorie groß. Viele Fans hatten für Kneipenterrassen ihre Plätze reserviert, wo das Spiel auf Bildschirmen übertragen wird, berichteten Wirte in ungarischen Medien. Das Budapester Stadion ist das einzige, das bei der EM trotz der Corona-Pandemie voll ausgelastet werden darf. Laut Medienberichten soll es mit etwa 50 000 ungarischen Fans besetzt sein.

Volle Auslastung: Im Stadion haben sich auch schon viele Fans einen Platz gesucht. (Quelle: Reuters/Bernadett Szabo)Volle Auslastung: Im Stadion haben sich auch schon viele Fans einen Platz gesucht. (Quelle: Bernadett Szabo/Reuters)

"Ich wünschte, jedes Stadion wäre voll. Das ist toll für den Fußball und die Fans. Wir sind aber nicht diejenigen, die entscheiden", hatte Ronaldo schon am Montag gesagt. "Wir als Spieler sehen die Stadien natürlich gerne voll", sagte der 36 Jahre alte Stürmer von Juventus Turin. Die Arena hat bei der EM nach UEFA-Angaben eine Vollauslastung von 61 000 Fans. Im Stadion gilt keine Maskenpflicht, wohl aber die Empfehlung, eine Maske zu tragen. Ausländische Fans müssen am Stadioneingang einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Die ungarischen Fans benötigen für den Besuch der EM-Matches in Budapest einen Immunausweis - für sie reicht ein negativer PCR-Test nicht aus. Einen solchen Ausweis erhält in Ungarn, wer zumindest eine Impfung gegen Covid-19 erhalten hat oder nachweislich eine Corona-Erkrankung überstanden hat. Am Dienstag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 9,9 pro 100 000 Einwohner.

"Deutschland hat gute Mannschaft, aber Frankreich ist stärker"

t-online-Reporter Noah Platschko, der die EM verfolgt und aktuell in München vor Ort ist, hat mit Fans über das Spiel gegen Frankreich heute Abend gesprochen.

Dabei hat er Jonathan (24), Dominique (37) und Lache (21/v. l. n. r.) getroffen, sie sind alle drei aus Frankreich angereist und heute Abend im Stadion. "Frankreich gewinnt natürlich. Sie sind aktuell die Nummer 1. Deutschland hat eine gute Mannschaft, aber Frankreich ist stärker", sagen sie. Dominique tippt auf ein 2:1, Jonathan auf ein 3:1 und Lache ist sich sicher: "Benzema macht mindestens zwei Buden. Mindestens."

Jonathan (24), Dominique (37) und Lache (21/v. l. n. r.): Sie glauben an einen Frankreich-Sieg gegen Deutschland.  (Quelle: t-online/t-online/Noah Platschko)Jonathan (24), Dominique (37) und Lache (21/v. l. n. r.): Sie glauben an einen Frankreich-Sieg gegen Deutschland. (Quelle: t-online/Noah Platschko/t-online)

Ganz anders sieht das Henrik (29), er traut dem DFB-Team um Jogi Löw einiges zu: "Ich bin nachher im Stadion und bin relativ optimistisch – im Gegensatz zu vor paar Monaten. Im Tippspiel habe ich 2:2 getippt, hoffe aber auf ein 3:2 oder 3:1 für Deutschland." Auch bei der Frage, wer Europameister wird, hat er eine klare Meinung: "Deutschland, man muss ja optimistisch bleiben", lacht er und geht.

Henrik (29): Der Deutschland-Fan traut dem Team um Jogi Löw einiges zu. (Quelle: imago images/t-online/Noah Platschko)Henrik (29): Der Deutschland-Fan traut dem Team um Jogi Löw einiges zu. (Quelle: t-online/Noah Platschko/imago images)

Pavard: "Wenn wir die EM gewinnen, ist Frankreich besser als Bayern"

Benjamin Pavard glaubt, dass die französische Fußball-Nationalmannschaft im Falle eines Titelgewinns bei der EM im Vergleich zu seinem Verein Bayern München das qualitativ bessere Team ist. "Es sind zwei großartige Teams", sagte er im Gespräch mit "eurosport.de": "Wenn wir die EM gewinnen, dann würde ich sagen, dass Frankreich besser als Bayern ist."

Nach den vielen Erfolgen in den vergangenen zwei Jahren in München und dem WM-Titel 2018 ist er noch nicht zufrieden. Er koste diese nicht aus, denn "dafür habe ich keine Zeit", sagte Pavard: "Ich spiele Fußball, um Titel zu gewinnen und nicht, um Geld zu verdienen. Aber ein Titel fehlt mir noch. Den habe ich fest im Blick", ergänzte er mit Blick auf die laufende Europameisterschaft.

Von seinem neuen Vereinstrainer Julian Nagelsmann ist Pavard fest überzeugt: "Er hat in Hoffenheim und Leipzig einen sehr guten Job gemacht. Wenn sich die Bayern dafür entschieden haben, passt er zum Verein", sagte er: "Seine Mannschaften spielen auf jeden Fall sehr guten Fußball."

Diese französischen Spieler können Deutschland gefährlich werden

Die Vorfreude auf den deutschen EM-Auftakt gegen Frankreich steigt minütlich. Bei aller Euphorie darf der schwere Gegner jedoch nicht aus den Augen verloren werden.

t-online-Reporter Noah Platschko, der das DFB-Team während des gesamten Turniers verfolgt, hat analyisert, welche drei französischen Spieler der deutschen Mannschaft besonders gefährlich können. Seine Einschätzung finden Sie hier oder im oben angehangenen Video.

Deutschland als Außenseiter? Die Buchmacher sehen es anders

Die Buchmacher sehen beim EM-Auftaktspiel der DFB-Elf keinen klaren Favoriten. Der deutsche Heimvorteil in München und die höhere individuelle Qualität der französischen Mannschaft gleichen sich demnach etwas aus. Die "Équipe Tricolore" geht nur mit einem leichten Plus in die Partie. 

Bei "Tipico" liegt die Quote auf einem Deutschland-Sieg bei 2,75, der auf einem Frankreich-Sieg bei 2,60.

Bei "bwin" ist die Lage ähnlich. Deutschland 2,80, Frankreich 2,60. Bei "bet-at-home" ist die Quote identisch zur bei "bwin". Einig sind sich die Anbieter bei dem Fakt, dass ein Unentschieden noch unwahrscheinlicher ist. Die Quote für ein Remis liegt bei 3,30 (Tipico) oder 3,20 (bwin, bet-at-home). 

Überraschung beim Abschlusstraining der DFB-Elf 

Die deutsche Nationalmannschaft hat am Montagabend ein letztes Mal vor dem Auftaktspiel gegen Frankreich trainiert. Dabei gab es laut "Bild" eine Überraschung: Statt Kai Havertz spielte Bayern-Profi Leroy Sané im lila Leibchen der A-Elf.

Noch in der vergangenen Woche hatte Bundestrainier Löw mit Havertz in der ersten Formation trainieren lassen. Auch beim letzten Test gegen Lettland stand der Chelsea-Profi von Beginn an auf dem Platz. Ob Sané es tatsächlich noch in die erste Elf geschafft hat, wird erst kurz vor Spielbeginn am Dienstagaabend (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online) klar werden. Fakt ist: Es ist nicht das erste Mal, dass Löw im Abschlusstraining eine oder mehrere Positionen neu besetzt – so auch vor dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal bei der WM 2014.

EM-Finale vor 40.000 Zuschauer

Falls die DFB-Elf ins Finale einziehen sollte, würde sie dort vor immerhin knapp halbvollen Rängen spielen. Denn trotz der rapiden Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante erlaubt Großbritannien am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion rund 40.000 Zuschauer, wie Kultur- und Sportminister Oliver Dowden am Montag der Nachrichtenagentur PA zufolge mitteilte.

Nationalspieler Neuer sendet Videobotschaft an die Fans 

Deutschlands Kapitän Manuel Neuer wirbt mit einer Videobotschaft in den Sozialen Medien um die Gunst der deutschen Fans. "Ihr wisst: Wir brauchen einfach eure Unterstützung", rief der Torhüter dem Anhang vor dem EM-Start gegen Frankreich am Dienstag (21.00 Uhr/t-online-Liveticker) zu: "Drückt uns die Daumen – egal ob im Stadion, zu Hause, mit Freunden. Wir wissen, dass ihr hinter uns steht. Vielen Dank dafür!"

Neuer versicherte: "Wir haben uns super vorbereitet, wir sind richtig heiß und motiviert – und wollen alles geben für die Europameisterschaft." Das Duell mit dem Weltmeister sei sofort das "erste Finale" für die DFB-Auswahl, betonte Neuer. Weitere Gegner in der "Todesgruppe" F sind Titelverteidiger Portugal (19.6.) und Ungarn (23.6.) ebenfalls in München.

Vor Deutschland-Spiel: Deschamps verrät Elfer-Schützen nicht

Frankreich-Trainer Didier Deschamps hat sich vor dem ersten EM-Spiel am Dienstag (21 Uhr/ZDF und Magenta TV) in München gegen Deutschland nach einigen Fehlschüssen nicht auf einen Elfmeter-Schützen festgelegt. "Das werde ich nicht beantworten", sagte der 52-Jährige und schob nach, dass er "nicht dem Gegner diese Information geben will". In der vergangenen Saison haben die Franzosen vier Elfmeter zugesprochen bekommen. Vier Schützen versuchten sich, nur Olivier Giroud traf. Antoine Griezmann, Karim Benzema und Kylian Mbappé, die für Dienstag als Offensiv-Trio vorgesehen sind, haben je einmal vergeben.

Bei England-Spiel: Zuschauer stürzt von Tribüne

Beim EM-Spiel zwischen England und Kroatien (1:0) im Londoner Wembley-Stadion ist ein Zuschauer am Sonntag schwer verletzt worden. Wie ein Sprecher nach der Partie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, stürzte die Person kurz nach dem Anpfiff von einer Tribüne. Nach medizinischer Erstbehandlung vor Ort sei die Person in "kritischem Zustand" in ein Krankenhaus gebracht worden.

Nach Informationen der Zeitung "Evening Standard" handelte es sich um einen Mann, der von einem Rang gestürzt und auf die Sitze und den Steinboden in der Etage darunter gefallen war. Man werde den Vorfall gemeinsam mit der UEFA untersuchen, kündigte der Wembley-Sprecher an.

Schiedsrichter für Deutschlandspiel steht fest

Der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande leitet das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der EM gegen Weltmeister Frankreich am Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in München. Das gab die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Sonntag bekannt.

Der 45-Jährige pfeift seit 2013 international und ist in Deutschland kein Unbekannter. Del Cerro Grande hat in der abgelaufenen Saison in der Champions League Spiele von Borussia Dortmund (1:2 gegen Manchester City) und RB Leipzig (4:3 bei Basaksehir) geleitet. Die Franzosen begegneten ihm zuletzt in der Nations League im November 2020 beim 0:0 gegen Europameister Portugal.

Bei Kniefall: Erneut vereinzelte Buhrufe für England-Star

Englands Nationalmannschaft ist auch kurz vor ihrem EM-Auftaktspiel gegen Kroatien wieder von einigen Fans für eine Anti-Rassismus-Geste ausgebuht worden. Als Kapitän Harry Kane und seine Mitspieler am Sonntag im Wembley-Stadion vor dem Anpfiff für wenige Sekunden mit einem Knie auf den Boden gingen, buhten einige der bis zu 22.500 Zuschauer. Die Buhrufe gingen jedoch im lauten Beifall der meisten Fans unter. Auch der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato kniete nieder. Englands Spieler waren schon vor ihren EM-Testspielen vereinzelt dafür ausgebuht worden. Sie wollen vor jedem ihrer EM-Spiele mit einem Knie auf den Boden gehen. Am Tag zuvor setzten auch die belgischen Nationalspieler ein Zeichen gegen Diskriminierung.

Tim Meyer: Der DFB-Teamarzt sprach am Sonntag über den Fall Christian Eriksen. (Quelle: imago images/Defibrillator)Tim Meyer: Der DFB-Teamarzt sprach am Sonntag über den Fall Christian Eriksen. (Quelle: Defibrillator/imago images)

DFB-Arzt äußert sich zum Fall Eriksen

Tim Meyer, DFB-Teamarzt sowie Vorsitzender der medizinischen Kommission der Uefa, äußerte sich am Sonntag auf einer Pressekonferenz zum Zusammenbruch Christian Eriksens am Vortag: "Ich wünsche Christian Eriksen alles Gute. Sie können sich nicht vorstellen, wie froh wir waren, dass er bei Bewusstsein und stabil sei. Ich bin nicht der behandelnde Arzt gewesen, aber es war ganz offensichtlich ein kardiales Ereignis. Das Herz hat offensichtlich akkute Rhythmusstörungen entwickelt und das Gehirn wurde mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Die Vorgänge am Ort des Geschehens waren sehr schnell. Es ist von Vorteil, wenn am Spielfeldrand ein Notfallarzt sitzt, um lebensrettende Maßnahmen einzuleiten und die Funktionen des Körpers zu erhalten."

Auf eine entsprechende Frage, ob der Fall verhindert hätte werden können, äußerte sich Meyer mit Bedacht. "Wir und andere Nationen verfolgen grundsätzlich zwei Ansätze. Erstens: Spieler regelmäßig nach Vorerkankungen zu untersuchen. Ich kann mir vorstellen, dass das System in Dänemark ähnlich aufgebaut ist wie in Deutschland. Christian Eriksen spielt in Italien, auch dort ist das System vorbildlich. Zweitens muss man, sollte so ein Fall eintreten, sofort reagieren und Maßnahmen einleiten können. Dazu sind die entsprechenden Vorkehrungen getroffen worden."

Meyer weiter: "Ich kann bis zu einem gewissen Punkt nur Mutmaßungen treffen. Es handelte sich bei Herrn Eriksen wohl um ein Kammerflimmern. Der Spieler ist mit einem Defibrillator geschockt worden und wurde damit in den normalen Status zurückversetzt."

Verteidiger Rüdiger: "Ich glaube, ich hätte nicht spielen können"

Stand jetzt sieht Meyer trotz des Unglücks keinen Anlass für Konsequenzen. "Ich sehe keinen Ansatzpunkt. Man wird solche Fälle nie gänzlich verhindern können. Ich denke, dass wir mit unserem System sehr gut aufgestellt sind."

Zur Frage, ob es zumutbar war, die Spieler weiterspielen zu lassen, wollte sich Meyer nicht weiter äußern: "Offenbar waren die Spieler mit einbezogen. Ich würde mich einer Bewertung gerne enthalten."

Verteidiger Antionio Rüdiger sagte dazu: "Man muss die Gefühlslage der Spieler kennen. So wie ich das mitbekommen habe, wollten sie und Christian weiterspielen. Die Finnen auch. Ich glaube aber, ich hätte nicht spielen können. Aber jeder ist da anders. 

Einen Zusammenhang mit einer etwaigen Corona-Erkrankung oder Impfung schloss Meyer nach seinen Quellen aus.

Dänischer Verband gibt Update zu Eriksen

Der dänische Fußballverband DBU hat sich am Sonntagmorgen erneut zum Zustand von Christian Eriksen geäußert. In einem Statement hieß es unter anderem: "Wir haben an diesem Morgen mit Christian Eriksen, der seinen Mitspielern Grüße übermittelt hat, gesprochen. Sein Zustand ist stabil und er bleibt im Krankenhaus für weitere Untersuchungen."

Corona-Fall bei DFB-Gegner Portugal

Coronafall bei Deutschlands EM-Vorrundengegner Portugal: Abwehrspieler Joao Cancelo von Englands Meister Manchester City wurde nach Verbandsangaben von Sonntag positiv auf Covid-19 getestet und steht im weiteren Turnierverlauf nicht mehr zur Verfügung. Er wird durch Diogo Dalot (AC Mailand) ersetzt.

Dänemark verschiebt Training und sagt Medientermine ab

Dänemarks Nationalteam hat nach dem Zusammenbruch von Christian Eriksen das für Sonntag geplante Training zunächst verschoben. Auch alle Medienaktivitäten wurden gestrichen. Das teilte der dänische Verband am Sonntagmorgen nach dem 0:1 (0:0) am Samstag in Kopenhagen gegen Finnland mit. Der 29 Jahre alte Eriksen von Inter Mailand war kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit auf dem Platz kollabiert und musste reanimiert werden.

Inzwischen ist der Zustand Eriksens nach Verbandsangaben stabil sein, er liegt in einem Krankenhaus in Kopenhagen. Trotz des Vorfalls wurde die Partie schließlich fortgesetzt, Die Entscheidung fällten nach übereinstimmenden Aussagen beide Mannschaften. Der dänische Verband hat seinen Spielern inzwischen auch psychologische Hilfe angeboten.

Eriksen schreibt nach Kollaps an Inter-Teamkollegen

Christian Eriksen hat nach Angaben von Inter Mailands Geschäftsführer Beppe Marotta wenige Stunden nach seinem Zusammenbruch im EM-Spiel gegen Finnland eine Nachricht an seine Klub-Kollegen geschickt. "Es geht ihm sehr viel besser. Das Schöne ist, dass er eine Nachricht in unseren internen Inter-Chat geschickt hat. Er hat die Mannschaft beruhigt und gesagt, dass er bald zurück sein wird", sagte Marotta im italienischen TV Sender Sky Sport.

Der belgische Spieler Tomothy Castagne wird vom Platz geführt. Er hatte sich bei einem Kopfballduell verletzt. (Quelle: Reuters/Anton Vaganov)Euro 2020 - Group B - Belgium v Russia (Quelle: Anton Vaganov/Reuters)

Aus für belgischen Spieler

Für den belgischen Fußball-Nationalspieler Timothy Castagne ist die EM schon nach dem ersten Spiel beendet. Wie Trainer Roberto Martinez nach dem 3:0-Auftaktsieg gegen Russland bei VRT 1 erklärte, erlitt der Abwehrspieler bei einem Zusammenprall in der ersten Halbzeit einen Bruch der Augenhöhle und muss operiert werden.

"Es sind wirklich schlechte Nachrichten, Timothy Castagne ist definitiv raus aus dem Turnier", sagte Martinez auf der Pressekonferenz. Castagne und der Russe Daler Kusjajew waren bei einem Luftduell mit ihren Köpfen zusammengerasselt, beide mussten ausgewechselt werden.

Unwetter in Bukarest stoppt Österreich

Ein Unwetter in Bukarest hat zu einer Planänderung bei Österreichs Nationalteam einen Tag vor dem ersten EM-Spiel gegen Nordmazedonien geführt. Das Abschlusstraining der Mannschaft von Trainer Franco Foda wurde am Samstag kurzfristig verschoben. Grund waren heftige Regenfälle mit Hagelschauern in der schwül-warmen Hauptstadt Rumäniens. "Die Wettersituation ist klar eine andere als in Seefeld", sagte Foda am Samstag im Vergleich zum Teamquartier der Österreicher. "Ich gehe davon aus, dass die klimatischen Bedingungen am Sonntag keine Rolle spielen", sagte Foda weiter. Allerdings sind auch für den Spieltag Gewitter vorhergesagt. Das Spiel findet am Sonntag um 18 Uhr statt.

Florenzi fällt aus

Italien muss am Mittwoch im zweiten Gruppenspiel bei der Fußball-EM gegen die Schweiz auf Außenverteidiger Alessandro Florenzi verzichten. Der 30-Jährige zog sich beim überzeugenden 3:0 der Squadra Azzurra im Auftaktspiel eine Muskelverletzung in der rechten Wade zu. Dies teilte der Verband FIGC am Samstag mit. Ob Florenzi, der gegen die Türken zur Pause ausgewechselt werden musste, zum Abschluss der Gruppenphase gegen Wales (20.6.) wieder spielen kann, ist offen. Hoffnung auf einen Einsatz schon gegen die Schweiz besteht dagegen bei Mittelfeldchef Marco Verratti. Der Profi von Paris St. Germain war in den vergangenen Wochen wegen einer Bänderverletzung im Knie ausgefallen.

EM-Spiel erstmals nicht im Free-TV

Sowas gab es bei einer EM noch nie. Das zweite Spiel dieses Turniers findet nämlich nicht im Free-TV statt, sondern ist nur im Pay-TV zu sehen.

Die Partie Wales gegen die Schweiz um 15 Uhr wird bei MagentaTV zu sehen sein. Das Portal der Telekom hat sich exklusiv zehn der 51-EM-Spiele gesichert. Wer alle Spiele sehen will, muss also ein Abo abschließen. Welche Spiele wo laufen, können Sie auch nochmal in dieser Übersicht nachschauen.

Hofmann muss noch warten

Weiter Bangen um Jonas Hofmann. Der Gladbacher war am Samstag wegen seiner Knieverletzung nur im Fitnesszelt, hat eine Einheit auf dem Rad gemacht. Nun wird von Tag zu Tag entschieden, wie es bei ihm weitergeht. Er bleibt aber weiter im Quartier. Ein Einsatz gegen Frankreich bleibt unklar.

DFB-Star warnt vor Folgen durch Hasskommentare

Nationalspieler Robin Gosens hat vor den Folgen für die Profis durch Hasskommentare in den Sozialen Medien gewarnt. "Gerade Social Media ist mittlerweile so gefährlich und teilweise so verletzend. Es ist nicht einfach, wenn man tagtäglich mit Morddrohungen zu kämpfen hat und auf das Übelste beschimpft wird", sagte der Profi von Atalanta Bergamo in der hr3-Morningshow.

Es gebe sicher auch Spieler, die "daran zerbrechen können", meinte Gosens und betonte: "Es ist einfach zu sagen, die Jungs verdienen so unglaublich viel Geld, die müssen alles ertragen. Ich glaube nicht, dass wir alles akzeptieren müssen."

Kunstschuss von Robert Lewandowski im Polen-Training

Polen startet zwar erst am Montag gegen die Slowakei in die EM-Endrunde – aber Star-Stürmer Robert Lewandowski ist schon jetzt offenbar weiter in überragender Form wie in der abgelaufenen Saison beim FC Bayern: Ein Video aus dem Training der Nationalmannschaft zeigt, wie der Torjäger mit einem Kunstschuss einem Teamkollegen das Handy aus der Hand schießt.

Im Clip ist klar zu sehen, dass Lewandowski – an der Strafraumgrenze – schaut, ausholt und mit einem gezielten Schuss das Telefon des Spielers hinter dem Tor (!) trifft. Dieser lässt das Gerät dann erschreckt fallen.

Da kann sich wohl auch die Defensive der Slowakei auf einiges einstellen.

Ungarns Coach lobt RB-Torhüter: "Klasse wie Neuer"

Ungarns Fußball-Nationalcoach Marco Rossi attestiert seinem Torwart Peter Gulacsi (RB Leipzig) die Klasse des deutschen Schlussmanns Manuel Neuer.

"Er hat in den vergangenen Jahren auf einem absoluten Top-Niveau gespielt und das auch im internationalen Wettbewerb gegen die besten Mannschaften in Europa bewiesen. Daher denke ich, dass man ihn absolut auf dem gleichen Niveau wie Manuel Neuer sehen muss", sagte Rossi (56) der Deutschen Presse-Agentur im Interview. "Neuer ist aber schon eine Legende. Ich hoffe, dass Peter am Ende seiner Karriere zu einer Legende in Leipzig werden kann."

Rossis Ungarn sind am 23. Juni in Gruppe F letzter Gegner der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw.

U2 schließen Eröffnungsfeier ab

Zum Abschluss der Zeremonie nach dem Auftritt von Andrea Bocelli präsentieren Sänger Bono und Gitarrist The Edge von der Band U2 zusammen mit DJ Martin Garrix den offiziellen EM-Song "We Are The People". Außerdem gab es auch ein kleines Feuerwerk, 24 überdimensionale Bälle in den entsprechenden Landesfarben standen für die 24 teilnehmenden Nationen.

Viel bunter Rauch: Szene bei der EM-Eröffnungsfeier im Stadio Olimpico in Rom. (Quelle: AP/dpa)Viel bunter Rauch: Szene bei der EM-Eröffnungsfeier im Stadio Olimpico in Rom. (Quelle: AP/dpa)

Am Ende steht eine von zumindest in der TV-Übertragung vorherrschenden Akustikproblemen bei den Gesangsauftritten geprägte Eröffnungsfeier, die auch sonst merkwürdig steril geriet. Obwohl doch Zuschauer im Stadio Olimpico in Rom sind, entschied man sich dafür, U2 in einem vorab mit vielen aufwändigen Spezialeffekten produzierten Einspieler "auftreten" zu lassen. Auch die Abschlussnummer mit aufsteigenden Ballons geriet trotz viel buntem Rauch doch etwas farblos.

Der Auftritt der irischen Weltstars wurde auch von den Zuschauern scharf kritisiert. Ein Überblick über die Reaktionen finden Sie hier.

Bocelli eröffnet die EM

Andrea Bocelli eröffnet mit seinem Lied "Nessum Dorma" die EM in Rom. Mit einem spektakulären Feuerwerk hört das Lied auf.

Die Eröffnungsfeier beginnt

Alessandro Nesta und Francesco Totti sind da. Besonders Letzterer verbindet mit dem "Stadio Olimpico" besondere Erinnerungen. Als Roma-Legende beendete er hier seine Karriere. 

Eröffnungsfeier mit Fußball-Legenden – Tausende Fans vor Ort

Um 21 Uhr wird das Auftaktspiel der EM in Rom angepfiffen. Italien und die Türkei treffen vor rund 16.000 Zuschauern im Olympiastadion Rom aufeinander. Zuvor wird es eine Eröffnungsfeier geben, bei der Andrea Bocelli singt. 

Dazu werden Francesco Totti und Alessandro Nesta, zwei Legenden des italienischen Fußballs, mit dabei sein.

Das sind die Aufstellungen des Eröffnungsspiels

Türkei: 23 Cakir/Trabzonspor (25 Jahre/9 Länderspiele) - 2 Celik/OSC Lille (24/3), 3 Demiral (23/22), 4 Söyüncü/Leicester City (25/36), 13 Meras/AC Le Havre (25/14) - 5 Okay/West Bromwich Albion (27/35), 6 Tufan/Fenerbahce Istanbul (26/61) - 9 Karaman/Fortuna Düsseldorf (27/23), 10 Calhanoglu/AC Mailand (27/57), 11 Yazici/OSC Lille (24/31) - 17 Burak Yilmaz/OSC Lille (35/68). - Trainer: Günes

Italien: 21 Donnarumma/AC Mailand (22 Jahre/27 Länderspiele) - 24 Florenzi/AS Roma (30/44), 19 Bonucci/Juventus Turin (34/103), 3 Chiellini/Juventus Turin (36/108), 4 Spinazzola/AS Rom (28/14) - 18 Barella/Inter Mailand (24/24), 8 Jorginho/FC Chelsea (29/29), 5 Locatelli/Sassuolo Calcio (23/11) - 10 Insigne/SSC Neapel (30/42), 17 Immobile/Lazio Rom (31/47), 11 Berardi/Sassuolo Calcio (26/12). - Trainer: Mancini

Hummels beim Training von Ball im Gesicht getroffen

Schrecksekunde noch vor Beginn des DFB-Training: Vor einer kurzen Ansprache von Bundestrainer Joachim Löw bekam Abwehrchef Mats Hummels einen Ball von Antonio Rüdiger aus kurzer Distanz auf den Kopf uns biss sich dabei wohl auf die Lippe. Mehrere Mitspieler vergewisserten sich nach dem Wohlbefinden des BVB-Stars. Nach kurzem Schütteln und einer Entschuldigung von "Übeltäter" Rüdiger war die Sache jedoch bereits abgehakt und Hummels nahm beschwerdefrei am restlichen Training teil.

Feueralarm auf Adidas-Gelände während des DFB-Trainings 

Ein Feuerwehreinsatz mit mehreren Löschfahrzeugen hat auf dem Adidas-Gelände in Herzogenaurach während des Trainings der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für Aufregung gesorgt. Mit Sirenen fuhren die Einsatzkräfte auch der Polizei am Freitagvormittag auf den riesigen Campus des fränkischen Sportartikelherstellers in Herzogenaurach. Wenig später gab es Entwarnung: Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Nürnberg. Eine Feuermelder habe ohne erkennbare Ursache ausgelöst, hieß es.

Bundestrainer Joachim Löw übte mit seinen Spielern zeitgleich im weiter entfernten Adi-Dassler-Stadion, das sich auch auf dem Areal befindet. Der DFB-Tross wohnt für die Zeit der Europameisterschaft auf dem Gelände des DFB-Partners in einem neu erbauten Wohnkomplex.

Koch: "Jeder kann wichtig werden" 

Fußball-Nationalspieler Robin Koch sieht seiner möglichen Rolle als Reservist zum Auftakt der EM gelassen entgegen. "Das Besondere an so einem Turnier ist: Jeder, der hier dabei ist, hat es zu 100 Prozent verdient. Während des Turnierverlaufs kann jeder Einzelne wichtig werden", sagte Koch am Freitag im DFB-Quartier in Herzogenaurach.

Mit dieser Einstellung gehen laut Koch alle 26 Spieler ins Training – ob Stammspieler oder Joker. "Jeder haut alles rein, wir pushen uns gegenseitig, jeder geht an seine persönliche Grenze. So ist das Niveau hoch", sagte der frühere Freiburger.

Gladbacher Hofmann fehlt bei DFB-Training

Der EM-Einsatz von Turnier-Debütant Jonas Hofmann ist ungewiss. Der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach hat sich bereits am Donnerstag am Knie verletzt und konnte die Trainingseinheit der Fußball-Nationalmannschaft am Freitag in Herzogenaurach nicht absolvieren. "Er ist noch hier im Quartier", berichtete DFB-Pressesprecher Jens Grittner bei der digitalen Pressekonferenz der Fußball-Nationalmannschaft. Dort werde der 28-Jährige weiter untersucht.

Ein Einsatz Hofmanns im EM-Auftaktspiel am Dienstag (21.00 Uhr im Liveticker bei t-online) in München gegen Frankreich ist demnach unwahrscheinlich. Nach Leon Goretzka, der nach seiner Muskelverletzung gegen den Weltmeister noch nicht einsatzbereit ist, wäre Hofmann der zweite Ausfall. Bundestrainer Joachim Löw muss ohnehin drei seiner 26 Akteure aus dem finalen Aufgebot für jedes Spiel streichen.

Corona-Fall im russischen Team

Auch die russische Fußball-Nationalmannschaft beklagt unmittelbar vor ihrem Start in die EM einen Corona-Fall. Mittelfeldspieler Andrej Mostowoi (23) von Zenit St. Petersburg sei positiv getestet worden, teilten die Russen am Freitag mit, einen Tag vor dem Duell mit Belgien am Samstag (ab 21.00 Uhr im Liveticker von t-online).

Mostowoi wird das Turnier somit verpassen, er wurde umgehend aus dem Kader gestrichen. Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow, früher Bundesliga-Torhüter bei Dynamo Dresden, nominierte Abwehrspieler Roman Jewgenijew (22) von Dinamo Moskau nach. Inwiefern der Corona-Fall Mostowoi weitere Auswirkungen hat, war zunächst nicht bekannt.

Merkel wünscht DFB-Team Glück per Videoschalte 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Donnerstagabend auf eine anspruchsvolle Europameisterschaft eingestimmt. "Ich freue mich auf Ihre Spiele", sagte die 66-Jährige im Rahmen einer Videoschalte mit den Spielern, Trainern und Betreuern der DFB-Auswahl: "Es geht gleich schwierig los; ich drücke die Daumen, dass Sie ganz weit kommen." Nach dem Video-Talk mit Merkel posierten Toni Kroos und seine Kollegen noch für ein Gruppenbild mit der freundlich von der Leinwand lächelnden Angela Merkel.

Das Team dankte noch am Abend via Twitter für die "Unterstützung und die guten Wünsche, liebe Frau Bundeskanzlerin". Am Freitagabend beginnt die paneuropäische Endrunde mit dem Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei in Rom, am Dienstag startet dann Deutschland in München gegen Weltmeister Frankreich ins Turnier. Weitere Gruppengegner sind Titelverteidiger Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni).

In der Vergangenheit hatte Merkel die gesamte Mannschaft vor großen Turnieren persönlich getroffen, dies war aufgrund der Pandemie diesmal nicht möglich. Auch der virtuelle Austausch sei aber "eine riesige Wertschätzung und eine schöne Ablenkung", hatte DFB-Direktor Oliver Bierhoff gesagt: "Jedem wird deutlich, dass es eine nationale Angelegenheit und das Ergebnis wichtig für uns alle ist."

Nach Muskelfaserriss: Goretzka wieder im Training

Bundestrainer Joachim Löw kann das erste Training der deutschen Nationalmannschaft im EM-Quartier in Herzogenaurach mit allen Spielern bestreiten. Am Donnerstagnachmittag wird auch Leon Goretzka nach überstandenem Muskelfaserriss auf dem Rasen des Adi-Dassler-Stadions stehen. "Es ist schön, dass wir auf alle Spieler zurückgreifen können. Wir haben die volle Kapelle beisammen", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

Leon Goretzka: Der Bayern-Star steht wieder im Teamtraining der Nationalmannschaft.  (Quelle: Reuters/Angelika Warmuth)Leon Goretzka: Der Bayern-Star steht wieder im Teamtraining der Nationalmannschaft. (Quelle: Angelika Warmuth/Reuters)

Goretzka hatte nach seiner verspäteten Anreise ins Trainingslager in Seefeld individuell trainiert. Die Testspiele gegen Dänemark (1:1) und Lettland (7:1) hatte der Mittelfeldspieler des deutschen Rekordmeisters Bayern München verpasst. Die DFB-Auswahl startet am Dienstag in München gegen Weltmeister Frankreich ins Turnier.

Niederländer pfeift das Eröffnungsspiel

Der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie (38) pfeift das Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei. Wie aus der offiziellen Ansetzung der Partie hervorgeht, kommt die Französin Stéphanie Frappart (37), die als erste Schiedsrichterin für eine Männer-EM nominiert worden war, als Vierte Offizielle zu ihrem ersten Einsatz.

Als erste Schiedsrichterin bei einer Männer-EM: Stéphanie Frappart. (Quelle: imago images/Shutterstock)Als erste Schiedsrichterin bei einer Männer-EM: Stéphanie Frappart. (Quelle: Shutterstock/imago images)

Weniger Verletzungssorgen

Nach dem bitteren EM-Aus von Donny van de Beek haben die Niederlande erst einmal keine weiteren Personalsorgen zu beklagen. Am Mittwoch standen auch Juventus-Verteidiger Matthijs de Ligt und Abwehrspieler Daley Blind von Ajax Amsterdam auf dem Trainingsplatz. Beide hatten zuletzt mit leichteren Verletzungen zu kämpfen, scheinen aber rechtzeitig für das erste Gruppenspiel gegen die Ukraine am Sonntag in Amsterdam fit zu sein.

Baby-Boom bei Ungarn

Ein kleiner Baby-Boom hat bei Deutschlands Gruppengegner Ungarn kurz vor der EM eingesetzt. Vor wenigen Tagen wurde Stürmer Janos Hahn (Paksi SE) Vater der kleinen Sara. Kurz danach folgte Adam Nagy (Bristol City). Der Mittelfeldspieler wurde Papa vom kleinen Vencel. "Wir sind alle glücklich, es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte ein strahlender Nagy ungarischen Medien. "Ich bin mir sicher, das wird mir extra Motivation während der EM geben."

Deutsche Fans vertrauen Jogi-Elf

Die deutschen Fans trauen der deutschen Nationalmannschaft bei der EM einiges zu. Mit 74,5 Prozent sehen fast drei Viertel der 1156 Befragten die DFB-Auswahl mindestens im Viertelfinale. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) und des Nürnberger Marktforschungsunternehmens SLC Management. Nahezu 15 Prozent glauben sogar ans Finale, davon knapp die Hälfte an den Titel.

Das letzte Mal Europameister: Kapitän Jürgen Klinsmann (M.) stemmt 1996 den Pokal in die Höhe. Direkt neben ihm steht die Königin von England, Queen Elisabeth. (Quelle: imago images/Camera 4)Das letzte Mal Europameister: Kapitän Jürgen Klinsmann (M.) stemmt 1996 den Pokal in die Höhe. Direkt neben ihm steht die Königin von England, Queen Elisabeth. (Quelle: Camera 4/imago images)

Hoffenheimer Skov wohl bereit

Der dänische Nationalspieler Robert Skov vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim kann entgegen erster Befürchtungen doch noch auf seine erste EM-Teilnahme hoffen. Der 25 Jahre alte Flügelspieler hatte sich am Sonntagabend beim Testspiel gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) den Knöchel verdreht. Drei Tage später gab sein Nationaltrainer Kasper Hjulmand aber zumindest eine vorläufige Entwarnung. "Bei Robert sieht es positiv aus. Wir haben noch ein Scan machen lassen und sind jetzt an einem Punkt, an dem wir glauben, ihn fit zu bekommen", sagte Hjulmand.

Mit wem soll Deutschland spielen? Stellen Sie Ihre Elf auf

Die deutsche Nationalmannschaft hat die letzten beiden Tests vor dem Start der Europameisterschaft absolviert. Das erste EM-Spiel gegen Frankreich findet schon am 15. Juni statt. Doch wen stellt Bundestrainer Löw dafür auf? Was meinen Sie? Springen Sie Jogi Löw zur Seite und stellen Sie Ihre Elf auf. Klicken Sie hier und wählen Sie Ihre DFB-Startelf gegen Frankreich.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Eigene Beobachtungen
  • Mit der Nachrichtenagentur dpa
  • Mit der Nachrichtenagentur SID
  • weitere Quellen
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