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Corona-News | Baerbock (Grüne) für Impfpflicht bestimmter Gruppen

Newsblog zu Covid-19  

Baerbock schließt Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus

23.08.2021, 13:59 Uhr | t-online, dpa, rtr, AFP

Corona-News | Baerbock (Grüne) für Impfpflicht bestimmter Gruppen. Annalena Baerbock: Die Grünen-Kanzlerkandidatin schließt eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus. (Quelle: Reuters/Kay Nietfeld)

Annalena Baerbock: Die Grünen-Kanzlerkandidatin schließt eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus. (Quelle: Kay Nietfeld/Reuters)

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, schließt Pflichtimpfungen nicht aus – zumindest für bestimmte Berufsgruppen. Sie nennt auch Beispiele. Alle Infos im Newsblog.

In Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 3,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben 91.980. Im Zuge der Ende 2020 begonnenen Impfkampagne haben inzwischen 63,9 Prozent der Bundesbürger mindestens eine Impfdosis erhalten, 58,8 Prozent sind vollständig geimpft (Stand: 23. August 2021).

 

Baerbock schließt Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus

Für den Fall einer drastischen Verschlimmerung der Corona-Lage in Deutschland schließt Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nicht aus. "Eine Impfpflicht ist in unserem Land gesetzlich, rechtlich, juristisch nicht ganz einfach", antwortete Baerbock im Online-Programm Tagesschau24 auf eine entsprechende Zuschauerfrage. Es gebe aber Berufszweige etwa bei der Bundeswehr, wo so etwas möglich sei.

Es könne dazu kommen, dass man "über die Frage weiterer Impfpflichten in einzelnen Berufsgruppen" sprechen müsse. Die Grünen-Chefin verwies insbesondere auf die Lage in den Schulen und auf Kinder, die wegen ihres jungen Alters noch nicht geimpft werden könnten. 

Jens Spahn will 50er-Inzidenz als Grenzwert abschaffen

Gesundheitsminister Jens Spahn hat ein klares Ende für eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 als Entscheidungsgrundlage in der Corona-Pandemie formuliert. Künftig soll ein anderer Parameter die Maßnahmen bestimmen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Israel will Schüler in Unterrichtszeit impfen

Mit Beginn des neuen Schuljahrs am 1. September will Israel Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit gegen das Corona-Virus impfen. Dafür sei lediglich die Zustimmung der Eltern erforderlich, teilte das Corona-Kabinett der Regierung am Montag mit. Israel impft grundsätzlich Kinder schon mit zwölf Jahren, in Ausnahmefällen sogar schon mit fünf. Dies gilt allerdings nur für besonders gefährdete Kinder – etwa wegen extremer Fettleibigkeit, schweren chronischen Lungenkrankheiten oder Herzproblemen.

Neuseeland verlängert Corona-Lockdown

In Neuseeland ist der landesweite Lockdown wegen drei Dutzend neuer Corona-Fälle verlängert worden. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern kündigte am Montag in der Hauptstadt Wellington an, dass die strengen Auflagen in dem gesamten Pazifikstaat nun mindestens bis Samstag gelten. Zuvor waren 35 neue Fälle bekannt geworden. Die meisten Ansteckungen des derzeitigen Ausbruchs wurden in Auckland auf der neuseeländischen Nordinsel registriert, der größten Stadt des Landes. Auch die Hauptstadt selbst ist betroffen.

Nachfrage nach Corona-Impfterminen in Arztpraxen rückläufig

Die Nachfrage nach Corona-Impfterminen in Arztpraxen in Niedersachsen ist seit Anfang August rückläufig. Das teilte die Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) in Hannover mit. Dies liege an der Urlaubszeit der Patienten und Praxen. Ein weiterer Grund für die rückläufige Entwicklung sei die steigende Zahl der bereits vollständig Geimpften.

Scholz will Lockdown vermeiden – "Winter muss anders werden als letzter"

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will einen neuen Lockdown vermeiden. "Es muss ein Ziel sein: kein neuer Lockdown", sagt Scholz bei Bild-TV. "Der Herbst und Winter muss anders verlaufen als der letzte." Einige Vorsichtsmaßnahmen seien aber weiter nötig, in Bahn und Bussen zum Beispiel, womöglich auch in Restaurants. "Wir werden einen Anstieg der Patienten in den Intensivstationen erleben. Es werden auch welche sterben - und nicht alle, aber fast alle davon werden ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sein." Mehr dazu hier.

Lauterbach warnt: "NRW verliert die Kontrolle"

Die Corona-Inzidenz liegt bundesweit bei über 50, in Nordrhein-Westfalen ist der Wert auf fast 100 gestiegen. Mehr dazu lesen Sie im folgenden Eintrag. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt nun: "NRW verliert die Kontrolle". Er schreibt bei Twitter weiter: "Wenn wir bis zur Bundestagswahl so weitermachen werden in den nächsten 5 Wochen zu viele Menschen schwer erkranken". Deswegen müsse nun überall die 2G-Regeln angewendet werden. Heißt: Es reicht nicht mehr, einen negativen Test vorzuweisen. Um etwa ein Kino besuchen zu können, müsste man geimpft oder genesen sein.

Corona-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen fast bei 100

Die Corona-Inzidenz ist in Nordrhein-Westfalen auf einen Wert von beinahe 100 gestiegen. Damit liegt das bevölkerungsreichste Bundesland nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag deutschlandweit mit seinem hohen Infektionsgeschehen an der Spitze des Negativ-Rankings. Die Zahl der gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen erreichte 99,2, wie aus den RKI-Zahlen hervorging. Vor einer Woche hatte der Wert in dem Land bei 54,4 gelegen. Der Bundesschnitt betrug am Sonntag 54,5.

Der Stadtstaat Berlin war laut RKI mit 67,3 das Land mit dem zweithöchsten Wert. Andere große Flächenländer wie Baden-Württemberg (46,6) und Bayern (41,1) liegen unter dem Bundesschnitt.

Altmaier rechnet nicht mit Corona-Lockdown

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet trotz stark steigender Corona-Infektionszahlen nicht mit einem weiteren generellen Lockdown. "Nach allem, was wir heute wissen, können wir einen neuen Lockdown für Geimpfte und Genesene vermeiden", sagte Altmaier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das heiße: "Restaurants und Geschäfte können im Winter offen bleiben."

Der Minister zeigte zugleich Verständnis für Restaurants, Theater oder Veranstalter, die Ungeimpften den Zutritt verweigerten. Sie hätten sehr schwierige Monate hinter sich. "Ich kann daher gut nachvollziehen, wenn manche jetzt sagen: Wir wollen auch weiterhin so gut es geht verhindern, dass es bei uns zu Ansteckungen kommt – und das Risiko dafür ist bei getesteten Personen eben höher als bei Geimpften und Genesenen." Zu einer entsprechenden staatlichen Regelung wollte sich Altmaier nicht äußern. "Über etwaige weitere Maßnahmen entscheiden Bund und Länder gemeinsam", sagte er.

Australien bleibt im Lockdown

Angesichts rasch steigender Infektionszahlen mit der Delta-Variante und einer niedrigen Impfquote setzt Australien weiterhin auf Lockdowns. Der australische Premierminister Scott Morrison sagte am Sonntag im Fernsehen, das Land müsse eine Impfquote von mindestens 70 Prozent der Bevölkerung erreichen, bevor man ohne Lockdowns auskommen könne. Nur 30 Prozent der Australier über 16 Jahren sind bereits vollständig geimpft. Es gab bisher zu wenig Pfizer/Biontech-Impfstoff und ein verbreitetes Unbehagen gegenüber dem Vakzin von AstraZeneca.

Tausende Fußballfans infizieren sich bei EM in London

Bei der Finalrunde der Fußball-EM in London mit Zehntausenden Zuschauern und etlichen Fans rund um das Wembley-Stadion haben sich mehr als 3.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health England zu den beiden England-Spielen im Halbfinale und Finale am 7. und 11. Juli hervor, die diese am Freitag veröffentlichte. 2.295 der Anwesenden in und um das Stadion sollen demnach zum Zeitpunkt der Spiele höchstwahrscheinlich infektiös gewesen sein. 3.404 weitere Menschen sollen sich infiziert haben.

Die britische Regierung war zuvor von Gesundheitsexperten kritisiert worden, auf dem Höhepunkt einer massiven Corona-Infektionswelle bei den Spielen auch auf Druck der Europäischen Fußball-Union 60.000 Zuschauer im Stadion zuzulassen. Nach der Veröffentlichung der Zahlen riefen die Verantwortlichen die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen und weiterhin aufzupassen.

Pfizer/Biontech-Impfstoff soll FDA-Zulassung bekommen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA will das Vakzin von Pfizer/Biontech ab Montag vollständig zulassen. Wie die Zeitung "New York Times" berichtet, gehe es im Moment nur noch darum, den "Papierkram" sowie Verhandlungen mit dem Unternehmen durchzuarbeiten und abzuschließen. Die Zeitung stützt sich dabei auf Aussagen einer mit der Planung vertrauten Person, die nicht genannt werden wollte. Keiner der drei in den USA zugelassenen Impfstoffe hat bisher eine vollständige FDA-Zulassung erhalten. 

Bericht: Herzerkrankung durch Corona-Impfung bei Jugendlichen

Das für die Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bis Ende Juli 24 Fälle einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach Corona-Impfungen mit dem Biontech-Wirkstoff bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren registriert. Die Fälle seien häufiger nach der zweiten Impfung beobachtet worden, heißt es im Sicherheitsbericht des Instituts, der am Freitag veröffentlicht wurde. Betroffen seien 22 männliche und 2 weibliche Jugendliche. Es gebe keine Meldung über einen Todesfall.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis der mRNA-Impfstoffe wie dem von Biontech/Pfizer bewertet das PEI unter anderem wegen der Seltenheit der Berichte dennoch weiter positiv. Insgesamt seien Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 in dem Zeitraum mehr als 1,3 Millionen Impfdosen gespritzt worden. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff ist seit 31. März 2021 auch für die Impfung von 12- bis 15-Jährigen zugelassen.

Portugal verzeichnet Impfquote von über 70 Prozent

Nach schnelleren Impffortschritten als erwartet zieht Portugal einige Corona-Lockerungen um zwei Wochen vor. Unter anderem sollen Gaststätten nun bis 02.00 Uhr nachts offen bleiben dürfen. "Die Pandemie ist nicht vorbei", mahnt Kabinettsministerin Mariana Vieira da Silva zugleich. Zahlreiche Maßnahmen bleiben bestehen. In Portugal sind inzwischen mehr als 70 Prozent der Bevölkerung geimpft.

Anteil an Corona-Patienten in italienischen Krankenhäusern gestiegen

In Italien ist der Anteil von Corona-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser gestiegen. Landesweit seien die Intensivbetten nach jüngsten Angaben im Schnitt zu 4,5 Prozent mit Covid-19-Kranken belegt, teilte das Gesundheitsministerium mit. In der Vorwoche gaben die Experten diesen Wert noch mit 3,4 Prozent an. Gesundheitsexperte Gianni Rezza erklärte, betroffen seien vor allem Ungeimpfte.

Großbritannien lässt Antikörper-Medikament zu

Die britische Zulassungsbehörde hat grünes Licht für ein Antikörper-Medikament gegeben, mit dem Ex-US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr behandelt wurde. Das Medikament Ronapreve reduziere das Risiko eines schweren Verlaufs und könne eingesetzt werden, um Covid-19-Symptome zu behandeln und schwere Verläufe zu verhindern, teilte die Behörde am Freitag mit.

Auch die europäische Zulassungsbehörde EMA prüft die Zulassung von Antikörper-Cocktails. In den USA gibt es bereits seit längerem eine Notfallzulassung.

Spahn erwägt Auffrischimpfungen für alle Bürger

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte allen Bürgern eine Auffrischimpfung anbieten. "Eine Booster-Impfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz", sagt Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge. Die Länder starteten jetzt bereits schrittweise mit den Booster-Impfungen in den Pflegeeinrichtungen und für besonders gefährdete Menschen.

Außerdem könnten sich diejenigen noch einmal impfen lassen, die bislang nur Vektorimpfstoffe bekommen hätten. "In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten", so der Minister. Impfstoff sei ausreichend vorhanden.

Lockdown in Sydney bis Ende September verlängert

Die Behörden des australischen Bundesstaates New South Wales verlängern den Lockdown in Sydney bis Ende September. Wie Ministerpräsidentin Gladys Berejiklian vor Reportern bestätigt, sei es nach fast zwei Monaten nicht gelungen, den Ausbruch der Delta-Variante einzudämmen. Ab dem 23. August sollen in den zwölf am stärksten betroffenen Stadtbezirken Ausgangssperren von 21.00 bis 5.00 Uhr verhängt werden.

Robert Koch-Institut sieht Beginn der vierten Pandemie-Welle

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) hat in Deutschland die vierte Welle in der Corona-Pandemie begonnen. Der Anteil der positiven Proben unter den PCR-Tests in Laboren sei innerhalb einer Woche bis Mitte August von vier auf sechs Prozent gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Instituts vom Donnerstagabend. Von Infektionen betroffen seien vor allem jüngere Altersgruppen. "Damit zeigt sich nun deutlich der Beginn der vierten Welle, die insbesondere durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung an Fahrt aufnimmt", heißt es im Text. Hier lesen Sie mehr.

Drei geimpfte US-Senatoren mit Corona infiziert

In den USA sind drei geimpfte Senatoren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dabei handelt es sich um den Republikaner Roger Wicker aus dem Bundesstaat Mississippi, den Demokraten John Hickenlooper aus Colorado und den unabhängigen Politiker Angus King aus Maine. Der 70-jährige Wicker weise milde Symptome auf, teilt sein Büro mit. Der 69-jährige Hickenlooper erklärte, er fühle sich gut, werde sich aber auf ärztlichen Rat hin in Quarantäne begeben. Der 77-jährige King sei vorsorglich getestet worden, nachdem er am Mittwoch über Unwohlsein geklagt habe, teilt sein Büro mit.

Sechs Wochen Haft für Briten in Singapur wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht

In Singapur ist ein 40-jähriger Brite zu sechs Wochen Haft verurteilt worden, weil er keine Corona-Schutzmaske getragen und sich gegen seine Festnahme durch die Polizei massiv zur Wehr gesetzt hatte. Dies bestätigte ein Gerichtsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Benjamin Glynn wurde laut Medienberichten im Mai festgenommen, nachdem Aufnahmen von ihm ohne Maske in einem Zug im Internet aufgetaucht waren.

Zu einer ersten Gerichtsverhandlung erschien er erneut ohne Maske und wehrte sich vehement gegen das "lächerliche" Verfahren. Den örtlichen Medien zufolge versicherte er, dass Masken nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützten.

Der Richter ordnete zunächst eine psychiatrische Untersuchung an. Als der Gutachter Glynn für gerichtstauglich erklärte, wurde er am Mittwoch wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln, Widerstand gegen die Polizei und öffentlichen Ärgernisses verurteilt. Das Urteil wurde auf den 19. Juli datiert. Da der 40-Jährige somit schon zwei Drittel der Strafe abgesessen hatte, wurde er nach dem Urteil freigelassen und soll laut der "Straits Times" abgeschoben werden.

Nach Stiko-Empfehlung: Großer Andrang bei Kinderärzten

Nach dem Votum der Ständigen Impfkommission (Stiko) für eine Impfung gegen Covid-19 bei allen Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ist die Nachfrage bundesweit sprunghaft angestiegen. "Das ging sofort am Montag los", sagte Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Der Andrang sei groß, es sei aber generell genug Impfstoff da. Engpässe seien nicht zu erwarten. Wegen der Nachbestellungen in den Praxen könnten Impftermine im Moment aber manchmal bis zu zwei Wochen dauern.

Die Kommission hatte sich nach wochenlanger Prüfung am vergangenen Montag für die Impfung aller Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren ausgesprochen. Zuvor galt die Empfehlung des Gremiums nur eingeschränkt für chronisch kranke Kinder und Teenager. Nach dem gegenwärtigem Wissensstand überwögen die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen, hieß es nun. Für Kinder bis zwölf ist noch kein Impfstoff zugelassen.

Laborärzte fordern mehr staatlich finanzierte PCR-Tests

Sollten die Inzidenzen weiter steigen, könne es in Alten- und Pflegeheimen wieder zum Problem werden, wenn Bewohner, Personal und Besucher fast nur noch mit Schnelltests getestet würden, sagt der Verbands-Vorsitzende Andreas Bobrowski der "Welt". Impfdurchbrüche bei vulnerablen Gruppen könne man nur mit einem PCR-Test vernünftig nachweisen. Ein falscher Schnelltest mit vielen Infizierten sei für den Staat allemal teurer als ein PCR-Test, der den Infizierten sicher erkenne.

Mediziner: Die meisten Covid-Patienten in Kliniken sind ungeimpft

Die meisten Covid-Kranken in deutschen Kliniken haben nach Angaben eines Intensivmediziners keine Corona-Impfung. Der Kölner Intensivmediziner Christian Karagiannidis sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, es gebe aber auch Fälle von geimpften Corona-Patienten in stationärer Behandlung. Rund jeder zehnte Corona-Patient in deutschen Krankenhäusern ist demnach trotz Impfung erkrankt.

"Aktuell haben wir in Nordrhein-Westfalen 12 bis 13 Prozent der Covid-Patienten in den Kliniken mit Impfschutz. Diese Quote dürfte auch der bundesweiten Quote entsprechen", sagte Karagiannidis. Die Mehrzahl werde auf den Normalstationen behandelt, einzelne Fälle gebe es aber auch auf den Intensivstationen.

Bei den stationär behandelten Menschen mit Impfdurchbrüchen handele es sich nach seiner Erfahrung etwa um Patienten mit eingeschränkter Immunantwort, etwa als Folge einer medikamentösen Dämpfung des Immunsystems. Wichtig sei, dass jetzt insbesondere den Patienten, die ein gedämpftes Immunsystem hätten, eine dritte Impfung als Booster angeboten werde. Karagiannidis sagte, dass das Divi-Intensivregister künftig auch Angaben über den Impfstatus der Covid-Patienten auf den Intensivstationen erheben und veröffentlichen werde.

Drogeriekette dm stellt Betrieb von Testzentren ein

Die Drogeriekette dm stellt einem Bericht zufolge den Betrieb ihrer mehr als 200 eigenen Corona-Schnelltestzentren ein. Wie die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Unternehmensangaben berichtete, beendet die Kette dieses Angebot Ende September.

Diese Entscheidung sei "im Zuge sinkender Nachfrage und auf Basis der Entscheidungen von Bund und Ländern" getroffen worden. So sei der Bedarf wegen der steigenden Impfquote zuletzt zurückgegangen, zudem sollen die Tests ab Oktober kostenpflichtig sein.

Biden ordnet Corona-Impfpflicht in bestimmten Pflegeheimen an

US-Präsident Joe Biden hat eine Impfpflicht für Mitarbeiter bestimmter Pflegeheime angekündigt. Wie Biden am Mittwoch im Weißen Haus sagte, soll die Impfpflicht in Heimen gelten, in denen über die öffentlichen Krankenversicherungen Medicare und Medicaid abgesicherte Menschen leben. Nach Angaben des Weißen Hauses betreffen die geplanten Regelungen landesweit mehr als 15.000 Pflegeheime mit 1,3 Millionen Mitarbeitern und 1,6 Millionen Bewohnern.

In den USA haben bereits rund 200 Millionen Menschen und damit 60 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist durchgeimpft. Von den Erwachsenen wurden 72 Prozent mindestens ein Mal geimpft, 62 Prozent sind vollständig geimpft.

Die US-Gesundheitsbehörden gaben am Mittwoch bekannt, dass von Mitte September an allen Bürgern eine Corona-Auffrischungsimpfung angeboten werden soll. Biden sagte dazu, eine dritte Impfdosis werde die Immunreaktion stärken und den Schutz vor Covid-19 verbessern. Eine Booster-Impfung sei auch der beste Schutz vor möglichen neuen Virus-Varianten.

Holetschek: Zehnfach erhöhte Corona-Inzidenz bei Ungeimpften

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist bei Ungeimpften in Bayern zehnmal so hoch wie bei Geimpften. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liege bei Ungeimpften derzeit bei 58 – bei Geimpften dagegen nur bei 5,75, teilte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch in München mit. "Das zeigt, wie wichtig Impfungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind - auch für eine Rückkehr zu möglichst vielen Freiheiten und mehr Normalität", sagte der Minister.

Land will genauere Daten zu Impfquote

Mit eigenen Umfragen will die Landesregierung herausfinden, wie groß die Gruppe der harten Impfgegner in Baden-Württemberg ist. Die Zahl der Menschen, die sich auf keinen Fall impfen lassen möchten, könne derzeit nur vermutet werden, sagte der Amtschef des Sozialministeriums, Uwe Lahl, dem "Südkurier" und der "Heilbronner Stimme" (Donnerstag). "Wir wissen aber nicht, ob es fünf Prozent, zehn Prozent oder 15 Prozent sind." Die Landesregierung werde daher repräsentative Meinungsumfragen in Auftrag geben, um ein konkretes Bild über die Impfbereitschaft zu erhalten. Das bestätigte auch ein Sprecher des Sozialministeriums am Mittwochabend.

"Wir beobachten seit einiger Zeit eine Diskrepanz zwischen den Daten, die wir über das Reporting aus Berlin bekommen - also die RKI-Zahlen – einerseits, und den Daten aus der anderen Erkenntnisquelle, den repräsentativen Umfragen, die auf Bundesebene durchgeführt werden", sagte Lahl den Zeitungen. Die Abweichung zwischen diesen Quellen liege bei den Erstimpfungen bei etwa zehn Prozent.

USA bieten allen Bürgern Corona-Auffrischungsimpfung an

Die USA werden von Mitte September an allen Bürgern eine Corona-Auffrischungsimpfung anbieten. Die US-Gesundheitsbehörden begründeten dies am Mittwoch mit einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Impfstoffe und der Ausbreitung der Delta-Variante. Ab dem 20. September soll deswegen eine dritte Impfdosis mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna angeboten werden.

Bahn Streik: Lauterbach warnt vor mehr Corona-Infektionen 

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den angedrohten erneuten Bahnstreik in der Corona-Pandemie kritisiert. "Der Streik der Lokführer wird zu mehr Corona-Infektionen führen", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch. Überfüllte Züge würden erheblich zur Weiterverbreitung der Delta-Variante beitragen. Ein Tarifstreit "in dieser Form auf dem Rücken der gesunden Bevölkerung ist ziemlich rücksichtslos", kritisierte Lauterbach.

Karl Lauterbach: Der SPD-Gesundheitsexperte warnt vor einem Kontrollverlust in Nordrhein-Westfalen. (Quelle: imago images/Future Image)Karl Lauterbach: Der SPD-Gesundheitsexperte warnt vor einem Kontrollverlust in Nordrhein-Westfalen. (Quelle: Future Image/imago images)

Der SPD-Politiker betonte mit Blick auf die jüngste Streikandrohung der Lokführergewerkschaft GDL, er bedauere, dass zu diesem Zeitpunkt der Pandemie und auf diese Art gestreikt werde. "Es hätte Wege geben, andere Bereiche oder Abteilungen der Bahn wirksam zu bestreiken und gleichzeitig das Gesundheitsrisiko gering zu halten. Aber das war offenbar von vornherein nicht geplant", bemängelte Lauterbach. Es gehe der Gewerkschaft offenbar auch "um möglichst viel Außenwirkung".

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn hatte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, zuletzt einen längeren Streik als vergangene Woche angekündigt. 

Australische Airline Qantas führt Impfpflicht für Beschäftigte ein

Die australische Airline Qantas führt eine Impfpflicht für alle Beschäftigten ein. Piloten, Kabinen- sowie Flughafenpersonal hätten bis Mitte November Zeit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, alle anderen Beschäftigten bis Ende März kommenden Jahres, wie das Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Ein komplett geimpftes Personal schütze nicht nur die eigenen Leute, sondern auch Kunden und die Menschen am Zielort, sagte Qantas-Chef Alan Joyce.

Die Vorgaben gelten demnach auch für den Billigableger der Airline, Jetstar. In Australien hatte die konservative Regierung zuletzt auf eine Impfpflicht verzichtet, es den Unternehmen des Landes aber freigestellt, welche Impfpolitik sie verfolgen. Qantas ist nun eine der ersten großen australischen Firmen, die eine Verpflichtung zur Impfung für das eigene Personal einführen.

Drosten: Delta unterstreicht Notwendigkeit der Impfung für jeden Einzelnen

Ungeimpften Erwachsenen steht nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten ein schwieriger Herbst und Winter bevor. Mehr dazu lesen Sie hier. 

USA: Erstmals wieder über 1.000 Corona-Tote pro Tag 

In den USA sterben einer Reuters-Zählung zufolge erstmals wieder mehr als 1.000 Menschen am Tag am Coronavirus. Grund dafür ist die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante in Landesteilen mit geringer Impfquote. Im Juli bereits war die Zahl der binnen 24 Stunden Verstorbenen im Schnitt auf 769 gestiegen, den höchsten Wert seit Mitte April. Insgesamt sind in den USA bislang knapp 623.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Trotz Lockdown: Sydney meldet höchsten Tagesanstieg bei Neuinfektionen 

Trotz des seit bereits zwei Monaten andauernden Lockdowns verzeichnet die australische Metropole Sydney einen Rekordstand an Neuinfektionen binnen 24 Stunden. "Wir haben das Schlimmste noch nicht hinter uns, und wir können dem nur Einhalt gebieten, wenn alle zu Hause bleiben", sagt die Premierministerin von Neu-Süd-Wales (NSW), Gladys Berejiklian.

NSW meldete den höchsten Tagesanstieg mit 633 neuen Fällen, darunter allein 545 in Sydney. Seit dem Bekanntwerden des ersten Delta-Falls am 16. Juni in Sydney, sind in dem australischen Bundesstaat sechzig Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Schließung überregionaler Impfzentren nach Auslaufen der Finanzierung

Mit dem Ende der Finanzierung durch den Bund wollen einem Medienbericht zufolge alle Bundesländer den Betrieb ihrer überregionalen Impfzentren einstellen. Das ergab eine Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter allen 16 Landesgesundheitsministerien. Grundsätzlich soll nach der Schließung der Impfzentren das Impfen von den Impfzentren regelhaft in die Arztpraxen übergehen, sagt das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen. Die Finanzierung durch den Bund läuft Ende September aus.

Weitere Fälle in Neuseeland – alle Delta

Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern gibt vier weitere Fälle bekannt. Bei allen sei die Delta-Variante nachgewiesen worden, sagt sie dem Sender Radio New Zealand.

Mangelnde Nachfrage: Millionen Impfstoffdosen bleiben in Arztpraxen liegen

Laut einem "Spiegel"-Bericht werden derzeit bis zu zehn Prozent der ausgelieferten Impfdosen in Arztpraxen nicht verimpft. Sie können derzeit auch nicht zurückgegeben werden. Insgesamt geht es demnach um rund 3,2 Millionen Dosen, die in den Praxen liegen bleiben und zu verfallen drohen. Nicht verimpft werden konnten demnach 1,7 Millionen Dosen Biontech (5,1 Prozent der gelieferten Dosen), 1,1 Millionen Dosen Astrazeneca (17,7 Prozent der gelieferten Dosen) und 0,4 Millionen Dosen Johnson & Johnson (17,4 Prozent der gelieferten Dosen).

Zwar können Bundesländer ungenutzte Dosen aus Impfzentren und von mobilen Impfteams zwar zurückgeben. Für Arztpraxen gilt dies jedoch nicht – und so werden niedergelassene Ärztinnen und Ärzte nun vermutlich auf den ungenutzten Dosen sitzen bleiben. Dies sorgt für massive Kritik: Es gebe kein Argument dafür, dass die in den Arztpraxen gelagerten Impfdosen schlechter seien als die aus den Impfzentren, sagte Johannes Fechner, stellvertretender Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, dem "Spiegel".

Türkei ist nun Corona-Hochrisikogebiet

Wegen gestiegener Corona-Infektionen gilt die Türkei aus deutscher Sicht nun als Hochrisikogebiet. Mitten in der Urlaubssaison gelten damit für Menschen, die aus dem bei Touristen beliebten Land einreisen, seit Mitternacht andere Regeln, wie aus einer Mitteilung des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Einreisende, die weder genesen noch geimpft sind, müssen sich nach ihrer Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne begeben – ab dem fünften Tag kann diese durch einen negativen Corona-Test beendet werden. Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantänepflicht automatisch nach fünf Tagen, wie es auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums heißt.

USA wollen Maskenpflicht für Reisende bis Mitte Januar

Die US-Regierung will Insidern zufolge die Maskenpflicht im Personenverkehr bis zum 18. Januar verlängern. Die großen US-Fluggesellschaften seien von den Plänen in Kenntnis gesetzt worden, erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von drei Personen, die darüber informiert worden waren. Die Regel würde für Flug-, Bus- und Zugpassagiere gelten. Bislang läuft die Maskenpflicht bis zum 13. September.

Nach einem Corona-Fall: Neuseeland geht in den Lockdown

Neuseeland verhängt einen befristeten landesweiten Lockdown. Das kündigt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern nach Entdeckung eines Corona-Falles in der größten Stadt Auckland an. Dort soll der Lockdown für sieben Tage gelten, andernorts für drei Tage. Ardern zufolge gehen die Behörden davon aus, dass es sich bei dem genannten Fall um die Delta-Variante des Virus handelt.

Hausärzteverband: Praxen stehen für impfwillige Jugendliche bereit

Nach dem neuen Votum der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren sehen sich die Arztpraxen für eine mögliche stärkere Nachfrage gewappnet. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Für impfwillige Jugendliche stehen auch bei steigender Nachfrage die Kinder- und Hausarztpraxen bereit." Weigeldt kritisierte, die Politik habe Druck auf die Stiko ausgeübt. "Wir haben immer betont, dass die Wissenschaft entscheidet, wann ausreichende Erkenntnisse vorliegen, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen." Beim Thema Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren sei die Politik vorgeprescht und habe damit eine Diskussion ausgelöst.

Ein Jugendlicher wird gegen Corona geimpft (Archivfoto): Das RKI verzeichnet einen sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. (Quelle: Chema Moya/Imago)Ein Jugendlicher wird gegen Corona geimpft (Archivfoto): Das RKI verzeichnet einen sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. (Quelle: Chema Moya/Imago)

Die Stiko hatte sich für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen. Nach sorgfältiger Bewertung neuer Daten komme man nun zu der Einschätzung, "dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen", teilte das unabhängige Gremium am Montag mit. Davor hatte sie Corona-Impfungen von Kindern zwischen 12 und 17 Jahren nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes empfohlen.

Die Impfungen von gesunden Jugendlichen waren laut Stiko aber auch schon mit ärztlicher Aufklärung als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten bereits Anfang August breitere Impfangebote für Kinder vereinbart – etwa in regionalen Impfzentren. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind 24,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen Corona geimpft und 15,1 Prozent vollständig.

USA raten zu Auffrischungsimpfung nach 8 Monaten

Einem Zeitungsbericht zufolge sollen US-Amerikaner acht Monate nach der letzten Corona-Impfung eine Auffrischungsimpfung erhalten können. Dies berichtet die "New York Times" unter Berufung Regierungskreise. Die sogenannten Booster sollen Durchgeimpften bereits ab Mitte September angeboten werden. Die Entscheidung werde noch im Laufe der Woche bekanntgeben.

Mehr als 10.000 Covid-Patienten in französischen Kliniken

Erstmals seit dem 22. Juni werden wieder mehr als 10.000 Menschen in französischen Krankenhäusern wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Insgesamt betrage ihre Zahl derzeit 10.151, teilen die französischen Gesundheitsbehörden mit. Die Zahl der Patienten in Intensivstationen ist demnach binnen 24 Stunden um 56 auf 1.908 gestiegen.

Intensivstation in Frankreich (Archivbild): Die Zahl der Covid-Patienten steigt wieder.  (Quelle: imago images/Ruaud M/Andia.fr)Intensivstation in Frankreich (Archivbild): Die Zahl der Covid-Patienten steigt wieder. (Quelle: Ruaud M/Andia.fr/imago images)

Auffrischungsimpfung: Biontech reicht erste Daten für US-Zulassung ein

Das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben erste Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht. In den kommenden Wochen sollten diese Daten einer Phase-1-Studie auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und weiteren Behörden eingereicht werden, teilten die Unternehmen am Montag mit. Weitere Daten sollen folgen.

Die Teilnehmer der Phase-1-Studie hätten acht bis neun Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung erhalten. Im Vergleich zu einer zweifachen Impfung hätten bei den Menschen mit Auffrischungsimpfung "signifikant höhere neutralisierende Antikörpertiter" nachgewiesen werden können – sowohl gegen das ursprüngliche Virus als unter anderem auch gegen die Delta-Variante.

In der vergangenen Woche hatte die FDA eine Auffrischungsimpfung bereits für Menschen mit geschwächtem Immunsystem zugelassen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen in den USA ist bislang vollständig geimpft.

Grüne für rasche 'Schulhof-Angebote' zu Corona-Impfungen

Die Grünen fordern nach dem neuen Votum der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren rasche konkrete Impfgelegenheiten. "Jetzt braucht es Tempo, um einfach zugängliche Schulhof-Impfangebote für Schülerinnen und Schüler zu schaffen, die dann auch gleich ihren Eltern offenstehen", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Frau mit zwei Schulkindern: Die Stiko hat nun auch die Impfung für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen. (Quelle: imago images)Frau mit zwei Schulkindern: Die Stiko hat nun auch die Impfung für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen. (Quelle: imago images)

Auch die Aufklärung und die Informationskampagne müssten nun Schritt halten. "Deswegen braucht es gut verständliche Erklärangebote auch für ältere Jugendliche selbst." Göring-Eckardt verwies darauf, dass in den meisten Bundesländern Kinder und Jugendliche in den nächsten Wochen aus den Sommerferien zurückkommen.

Die Bundesregierung betonte, dass auch für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jähringen weiterhin kein Zwang zur Impfung besteht. "Die Impfung bleibt freiwillig und darf nicht zur Voraussetzung für den Schulbesuch gemacht werden", teilte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) am Montag mit.

Söder fordert neue Corona-Grenzwerte 

Bund und Länder sollten sich laut CSU-Chef Markus Söder noch vor der Bundestagswahl auf neue Grenz- und Schwellenwerte verständigen. Aufgrund der zahlreichen Impfungen tauge die Inzidenz allein dafür nicht mehr, sagt Söder im Polit-Talk der "Bild". Neben der Inzidenz gehöre die Hospitalisierung und die Impfquote dazu, um entscheiden zu können, ab welcher Zahl, ab welcher Impfquote man von einem relativ geringen Verbreitungsrisiko ausgehen könne. Jedem müsse klar sein, dass noch vor der Bundestagswahl die Inzidenzen steigen würden.

Markus Söder: Laut dem bayrischen Ministerpräsidenten reicht die Inzidenz als alleiniger Corona-Grenzwert nicht mehr aus.  (Quelle: dpa/Christian Mang)Markus Söder: Laut dem bayrischen Ministerpräsidenten reicht die Inzidenz als alleiniger Corona-Grenzwert nicht mehr aus. (Quelle: Christian Mang/dpa)

Auffrischungsimpfungen starten in Bayern 

In Bayern können von sofort an etwa Alte und Pflegebedürftige Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus erhalten. "Die Impfzentren und die niedergelassenen, behandelnden Ärzte können in Bayern schon jetzt Auffrischungsimpfungen anbieten", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag in München. Dies gilt vor allem für Hochbetagte über 80 Jahre, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit Immunschwächeerkrankungen oder Immunsuppression und Pflegebedürftige, die zu Hause leben.

Voraussetzung für die Auffrischung ist, dass die Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt. Vorgesehen sind laut Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz für eine Auffrischung auch alle, die vollständig mit einem Vektorimpfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft sind. In der Praxis wird dieser Personenkreis allerdings wegen des auch hier geltenden Sechs-Monate-Abstandes erst ab Anfang September an die Reihe kommen.

Griechenland: Geimpfter ohne Vorerkrankung an Corona gestorben

Zum ersten Mal ist in Griechenland ein Patient an Covid-19 gestorben, obwohl er vollständig geimpft war und keinerlei Vorerkrankungen hatte. Der Mann habe vor seiner Erkrankung keine gesundheitlichen Probleme gehabt und alle Corona-Vorsichtsmaßnahmen befolgt, auch seine Frau und seine Kinder seien geimpft, sagte der Leiter der Intensivstation im Papanikolaou-Krankenhaus von Thessaloniki, Nikos Kapravelos.

Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem Toten um einen 70-jährigen Zahnarzt. Nach Angaben von Kapravelos ist es der erste derartige Fall unter den bislang mehr als 13.200 Corona-Toten in Griechenland.

In dem Land steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen derzeit wieder rapide an. Die Sorge ist groß, dass die Rückkehr Hunderttausender Sommerurlauber in die Städte im Herbst eine vierte Welle auslösen wird.

Carrie Johnson fordert Schwangere zur Impfung auf 

Die Frau des britischen Premierministers, Carrie Johnson, hat Schwangere dazu ermutigt, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Auf ihrem privaten Instagram-Account berichtete sie am Samstag von ihrer zweiten Impfung. Sie fühle sich "großartig", so die Frau von Boris Johnson, die selbst ein Kind erwartet.

Carrie Johnson hatte erst vor wenigen Wochen ihre zweite Schwangerschaft öffentlich gemacht und dabei auch von einer vorangegangenen Fehlgeburt berichtet.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt allen schwangeren und stillenden Frauen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Neue Daten einer Studie mit knapp 2.500 Schwangeren zeigten, dass Impfungen mit den Präparaten der Hersteller Moderna oder Pfizer/Biontech vor der Schwangerschaft oder in den ersten 20 Wochen nicht zu einem höheren Risiko einer Fehlgeburt führten, teilte die Behörde in der vergangenen Woche mit. In Deutschland will die Ständige Impfkommission (Stiko) voraussichtlich bis Ende August entscheiden, ob sie eine Corona-Impfung für Schwangere doch empfiehlt.

Erstmals mehr als 600 Corona-Tote im Iran an einem Tag

Im Iran wurden erstmals mehr als 600 Corona-Tote an nur einem Tag registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag gab es in den vergangenen 24 Stunden 620 Tote und fast 37.000 Neuinfektionen. Somit stieg die Gesamtzahl der Toten in Verbindung mit dem Coronavirus in dem Land auf fast 98.000, die der Infektionen auf mehr als 4,4 Millionen.

Die Ursache für den drastischen Anstieg ist dem Gesundheitsministerium zufolge die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus. Um die Todeswelle zu stoppen, hat die iranische Regierung erneut einen landesweiten Lockdown verhängt.

Polen verkauft eine Million Impfdosen an Australien 

Polen hat eine Millionen Dosen Corona-Impfstoff an Australien weiterverkauft. "In diesen für unsere australischen Freunde schwierigen Zeiten hat Polen beschlossen, eine Million Dosen des Impfstoffs von Pfizer-Biontech mit Australien zu teilen und sofort zu liefern", sagt der polnische Botschafter in Australien, Michal Kolodziejski, am Sonntag.

Gesundheitsminister Adam Niedzieslki sagte, Polens Impfstoffkäufe "ermöglichen es uns, die Bedürfnisse unserer Bürger zu erfüllen und andere in Not zu unterstützen". Die Impfstofflieferung an Australien sei Teil einer "verantwortungsvollen Politik der Solidarität" seiner Regierung.

Erneute Massenimpfungen in Tunesien 

In Tunesien hat am Sonntag eine weitere große Impfaktion gegen das Corona-Virus begonnen. Fast eine Million Menschen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren waren in dem von der Pandemie schwer getroffenen nordafrikanischen Land aufgerufen, eine erste Impfdosis zu erhalten. Bereits vor einer Woche waren rund eine Million Menschen ab 40 zu einer Massenimpfung eingeladen. Am Ende wurden nach offiziellen Angaben 550.000 Menschen immunisiert.

Steigende Infektionszahlen: Sydney verschärft Lockdown 

Die australische Millionenmetropole Sydney verschärft wegen steigender Corona-Zahlen ihre Lockdown-Vorgaben. Von Montag an dürfen sich Bewohner des gesamten Großraums Sydney nur noch in einem Umkreis von fünf Kilometern rund um ihr Zuhause aufhalten, um etwa einzukaufen oder Sport zu treiben. Dies kündigte Regionalregierungschefin Gladys Berejiklian am Samstag an. Bisher waren es zehn Kilometer. Sydney und große Teile des Bundesstaates New South Wales befinden sich seit Ende Juni im Lockdown.

Auch Bußgelder wurden erhöht: Für Verstöße gegen Quarantäne-Vorgaben etwa können Bürger mit bis zu 5.000 australischen Dollar (rund 3100 Euro) zur Kasse gebeten werden. Die Maßnahmen sollen helfen, eine landesweite Ausbreitung des Virus einzudämmen. Auch in Melbourne und der Hauptstadt Canberra gelten Beschränkungen für die Bevölkerung.

Immer weniger Artpraxen nehmen an Impfkampagne teil 

Kassen- und Privatärzte ziehen sich einem Medienbericht zufolge offenbar zunehmend aus der Corona-Impfkampagne zurück. In der Woche vom 2. bis 8. August hätten lediglich noch 29.300 Praxen Patienten gegen das Coronavirus geimpft und damit deutlich weniger als sich insgesamt an der Kampagne beteiligt haben, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen des Robert Koch-Instituts.

Seit Impfbeginn haben demnach mehr als 52.600 Praxen Covid-19-Impfungen verabreicht. Auch die Impfstoffbestellungen der Praxen seien seit Juni rückläufig, wie das Blatt mit Verweis auf Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) schreibt. Zudem planen laut dem Bericht die Bundesländer das Ende ihrer Impfzentren. Elf der 16 zuständigen Landesministerien hätten der Zeitung auf Anfrage mitgeteilt, ihre Einrichtungen bis spätestens 30. September komplett oder zumindest weitgehend zu schließen.

Lindner: Maskenpflicht "für Geimpfte und Genesene überflüssig"

FDP-Chef Christian Lindner fordert ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel für Geimpfte und Genesene. "Bei Geimpften und Genesenen halte ich die Maskenpflicht für überflüssig", sagte er dem "Tagesspiegel". Von diesen Gruppen gehe keine Gefahr mehr aus. Zudem betonte er, es sei an der Zeit, dass das Prinzip der gesundheitlichen Eigenverantwortung wieder zum Tragen komme. 

Als Ausnahme nannte Lindner den öffentlichen Verkehr. Dort sei es aus praktischer Sicht nicht möglich, von jedem den Impfnachweis zu kontrollieren. Kritik äußerte der FDP-Chef an dem Vorhaben von Kanzlerkandidat Armin Laschet, die pandemische Notlage über den 11. September hinaus zu verlängern. "Die Union findet nicht aus dem Ausnahmezustand heraus", sagte Lindner. Seit Beginn der Pandemie habe sich die Lage deutlich verändert, die Politik-Pandemie aber nicht. 

New York meldet mehr als eine Million Corona-Fälle seit Pandemiebeginn

New York City hat Behörden zufolge die Marke von einer Million Corona-Fällen seit Beginn der Pandemie überschritten. Die Gesundheitsbehörde der Millionenmetropole an der US-Ostküste veröffentlichte am Samstag dementsprechende Zahlen. Die meisten Fälle waren durch PCR-Tests nachgewiesen worden, die Statistik enthält aber auch "wahrscheinliche" Infektionen, die etwa durch Antigen-Tests oder anhand von Krankheitssymptomen erfasst worden waren.

Seit Februar 2020 sind demnach 33.645 Menschen in New York City an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Mehr als 117.000 der rund 8,8 Millionen Einwohner New Yorks mussten zeitweise im Krankenhaus behandelt werden. Die sich rasch ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus, die in den USA mittlerweile dominant ist, wird für 90 Prozent der Neuinfektionen in der Stadt verantwortlich gemacht. Nach den am Samstag veröffentlichen Zahlen sind jetzt 67 Prozent der Erwachsenen in New York vollständig gegen Covid-19 geimpft.

Neue Umfrage schürt Zweifel an Impfstatistik des RKI

Eine neue Umfrage zu den Corona-Impfungen in Deutschland zeigt nach Informationen des "Spiegel" deutliche Differenzen zu den offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). In einer repräsentativen Befragung mit dem Titel "Corona Compass" von Infratest dimap in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagten bis 13. Juli demnach 75 Prozent der 18- bis 59-Jährigen, sie hätten ihre erste Spritze erhalten. Das sind 16 Prozent mehr, als in der offiziellen RKI-Statistik verzeichnet sind. 

Das RKI hatte am Mittwoch selbst von einer Differenz zwischen offiziellen Meldezahlen und Umfrageangaben bei der Impfquote der unter 60-Jährigen berichtet. Das Institut veröffentlichte eine Umfrage, in der sogar 79 Prozent der 18- bis 59-Jährigen angaben, erstgeimpft zu sein. Dies wären 20 Prozentpunkte mehr, als das Impfquotenmonitoring zum selben Zeitpunkt auswies.

Die Differenzen wiesen darauf hin, dass die tatsächliche Impfquote deutlich höher liegt als die Statistik ausweist, sagte der DIW-Forscher Mathias Huebener dem "Spiegel". Er geht von mindestens 70 Prozent Erstimpfungsrate bei den 18- bis 59-Jährigen bis zum 13. Juli aus. Demnach wären hochgerechnet rund fünf Millionen Menschen mehr erstimmunisiert als es die RKI-Statistik ausweist.

IT-Panne bei Frankreichs Testsystem

Eine IT-Panne hat in Frankreich an zwei Tagen in Folge verhindert, dass negativ auf Corona Getestete einen offiziellen Nachweis darüber erhalten haben. Diesen Nachweis, den sogenannten Gesundheitspass, muss in dem Land jeder vorzeigen, der etwa ins Restaurant gehen oder in einen Fernzug steigen will. Der Ausfall der IT-Systeme habe von Freitagnachmittag bis in die Nacht und am Samstagmorgen nochmals zwei Stunden lang gedauert, teilte das Pariser Gesundheitsministerium mit. Als Folge konnten demnach Apotheken negative Corona-Tests nicht elektronisch erfassen - und so auch nicht den QR-Code für den Gesundheitspass ausstellen, der für die Teilnahme am öffentlichen Leben erforderlich ist.

USA: Eine Million Bürger vor offizieller Genehmigung zum dritten Mal geimpft

Mehr als eine Million US-Bürger haben eine dritte Dosis eines Corona-Impfstoffes erhalten. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deuschland. Sie erhielten die zusätzliche Dosis bereits vor der offiziellen Genehmigung für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, so die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention). Demnach erhielten etwa 1,1 Millionen Menschen, die zuvor zwei Dosen eines Vakzins von Biontech und Pfizer oder von Moderna erhalten hatten, mindestens eine weitere Dosis des jeweiligen Impfstoffes.

Auch etwa 90.000 Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten hatten, seien jeweils mindestens ein weiteres Mal immunisiert worden. Da von dem Impfstoff nur eine Dosis nötig ist, erhielten die Menschen demnach zwei Impfungen. 

Russland meldet erneut Rekordzahl bei Corona-Toten 

Den dritten Tag infolge hat es in Russland einen Höchststand bei den Corona-Todesfällen gegeben. Am Samstag meldeten die Behörden 819 Tote innerhalb von 24 Stunden – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Über Wochen hinweg lag dieser Wert knapp unter 800, obwohl die Zahl der Corona-Neuinfektionen gesunken war. Am Samstag wurden in der Statistik 22.144 neue Fälle erfasst. Auch in Russland mit seinen rund 146 Millionen Einwohnern breitet sich die Delta-Variante rasch aus, die als besonders ansteckend gilt.

Wegen Delta-Variante: Iran verhängt sechstägigen Lockdown 

Nach einem Anstieg der Todes- und Infektionszahlen in Zusammenhang mit der Delta-Variante des Coronavirus hat der iranische Corona-Krisenstab einen landesweiten Lockdown verhängt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna vom Samstag ist der am Montag beginnende Lockdown aber nicht – wie vom Gesundheitsminister beantragt – für zwei Wochen, sondern nur für sechs Tage angesetzt.

Aus wirtschaftlichen Erwägungen war ein Lockdown vergangene Woche noch abgelehnt worden. Wegen der zuletzt extrem hohen Corona-Zahlen - im Durchschnitt gibt es rund alle drei Minuten einen Toten, und etwa alle drei Sekunden eine Neuinfektion – wurde diese Entscheidung jedoch revidiert.

PCR-Tests für Geimpfte: Ärztevertreter unterstützen RKI-Vorschlag

Das Robert Koch-Institut hat die Unterstützung von Ärztevertretern für seine Forderung, infizierte Geimpfte auch dann per PCR-Verfahren zu testen, wenn sie nur leichte Symptome zeigen. Sowohl der Vorsitzende des Hausärzte-Verbands, Ulrich Weigeldt, als auch der Chef der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sprachen sich beim Redaktionsnetzwerk Deutschland dafür aus. Das RKI hatte die Forderung erhoben, weil die Testzahl in den Arztpraxen in den vergangenen Wochen stark gesunken ist. Zugleich nimmt der Anteil positiver Befunde zu.

Reinhardt sagte: "Mit steigenden Infektionszahlen wird es zeitversetzt zwangsläufig vermehrt Fälle geben, bei denen sich Geimpfte anstecken. Wir brauchen deshalb valide Informationen zu den Gründen. Wo kommen Impfdurchbrüche vor, bei welchen Impfstoffen treten sie vor allem auf und durch welche Vorerkrankungen werden sie eventuell begünstigt?" Das könne helfen, die Wirksamkeit der Impfstoffe weiter zu steigern und sie an Virusvarianten anzupassen.

Wegen Corona: Ausnahmezustand in Guatemala verhängt 

Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei hat wegen der Corona-Pandemie einen 30-tägigen Ausnahmezustand verhängt. Giammattei begründete dies in einer am Freitag im Fernsehen ausgestrahlten Ansprache mit der "Aggressivität" der Delta-Variante des Coronavirus. Zahlreiche Regierungen hätten bereits Einschränkungen für die Bevölkerung verhängen müssen, sagte der Staatschef. "Guatemala kann nicht die Ausnahme sein."

In Guatemala mit seinen 17 Millionen Einwohnern wurden bislang mehr als 400.000 Corona-Fälle und mehr als 11.000 Todesfälle registriert. Der Ausnahmezustand muss noch vom Parlament bestätigt werden. Ab Sonntag würde dann unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre gelten.

Mehr als 150.000 Verstöße gegen Meldepflicht bei Einreisen aus Risikogebieten 

Seit Mitte Januar har die Bundespolizei mehr als 150.000 Verstöße gegen die Pflicht zur Einreisemeldung bei Einreisen aus Risikogebieten festgestellt, meldet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Lesen Sie hier den gesamten Bericht. 

Mehrheit der Deutschen begrüßen Ende von kostenlosen Corona-Tests

Das von Bund und Ländern beschlossene Ende der kostenlosen Corona-Tests ab Oktober trifft auf große Zustimmung in der Bevölkerung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 66 Prozent, sie hielten die Entscheidung für richtig. 28 finden sie falsch, 6 Prozent machten keine Angaben. Bei möglichen Einschränkungen für Ungeimpfte ist das Stimmungsbild ein anderes. Lesen Sie hier mehr darüber. 

Auch Kanada verpflichtet Beamte zum Impfen

Angesichts zunehmender Corona-Infektionen mit der hochansteckenden Delta-Variante hat die kanadische Regierung eine Impfpflicht für alle Mitarbeiter der Bundesbehörden angekündigt. "Wir wissen, dass Impfstoffe der beste Weg sind, diese Pandemie zu beenden", sagte der Minister für Regierungskoordination, Dominic LeBlanc, am Freitag in Ottawa. Die Regierung erwarte daher, dass die Staatsbediensteten sich "an diese Pflicht-Voraussetzung" einer Corona-Impfung halten.

Der Zeitpunkt des Inkrafttretens der Impfpflicht für die rund 300.000 Mitarbeiter der Bundesbehörden soll in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. Im Verkehrssektor soll sie spätestens ab Oktober gelten. Auch bei Staatsunternehmen wie der Post soll die Impfpflicht gelten. Zu möglichen Strafen für nicht geimpfte Staatsbedienstete machte LeBlanc keine Angaben.

NRW schafft zum Schulstart die Klassen-Quarantäne ab

In Nordrhein-Westfalen muss mit Schulbeginn am kommenden Mittwoch nicht mehr die gesamte Schulklasse in Quarantäne, wenn ein Corona-Fall auftritt.  Nur die Schülerinnen und Schüler, die in unmittelbarer Nähe sitzen, müssen dann 14 Tage zu Hause bleiben, erklärte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in Düsseldorf. Zusätzlich müsse wegen des engen Kontakts auch das Lehrpersonal in Quarantäne. 

Vollständig geimpfte Sitznachbarn seien grundsätzlich von der 14-tägigen Quarantäne ausgenommen, wenn sie ohne Symptome sind, erklärte Gebauer. Darüber hinausgehende Quarantänen könnten vom Gesundheitsamt festgelegt werden. Wenn es weiteren engeren Kontakt mit anderen Schülerinnen und Schülern gegeben habe, könnten auch diese in Quarantäne geschickt werden.

Gebauer kündigte eine Impfoffensive für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II an. Sie sollen Termine in den Impfzentren des Landes machen können. Zusätzlich sollen mobile Impfteams an oder in die Schulen kommen. Gebauer appellierte erneut, vor allen Dingen an alle Erwachsenen, sich impfen zu lassen, um Kinder und Enkelkinder zu schützen.

Zahl der Impfärzte seit Mai mehr als halbiert 

Die Impfkampagne in Deutschland gerät offenbar weiter ins Stocken. Das geht aus einer Recherche des "Business Insider" hervor. Demnach haben für die letzte Augustwoche nur knapp 27.000 Praxen Corona-Impfstoff beim Bund bestellt – im Mai lag die Zahl der Impf-Ärzte bei mehr als 65.000. 

Corona-Impfung in einer Praxis im Kreis Ludwigsburg: Für Ende August haben nur noch knapp 27.000 Praxen in Deutschland Impfstoff bestellt. (Symbolfoto) (Quelle: imago images/Wilhelm Mierendorf)Corona-Impfung in einer Praxis im Kreis Ludwigsburg: Für Ende August haben nur noch knapp 27.000 Praxen in Deutschland Impfstoff bestellt. (Symbolfoto) (Quelle: Wilhelm Mierendorf/imago images)

Auch die Menge der bestellten Impfstoffe geht dem Magazin zufolge deutlich zurück. So hätten für Ende August rund 4.000 Praxen ihre Bestellungen des Biontech-Mittels auf insgesamt 618.762 Dosen reduziert. Von Astrazeneca wurden knapp 4.000 Dosen weniger geordert als in der Vorwoche, von Johnson & Johnson knapp 6.000 weniger. 

Die Regierung setzt auf wieder anziehende Corona-Impfungen nach der Ferienzeit. "Mit dem Ende des Sommerurlaubs bauen wir auf noch mehr Impftempo in allen Altersgruppen", schrieb Gesundheitsminister Spahn (CDU) auf Twitter. Spahn wies darauf hin, dass sich inzwischen auch fast jeder vierte zwischen zwölf und 17 Jahren habe impfen lassen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind aktuell 23,5 Prozent in dieser Altersgruppe mindestens einmal geimpft. Bereits vollständig geimpft sind demnach 14,2 Prozent.

WHO erhöht Druck auf China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat China dazu aufgerufen, Rohdaten zu den ersten Corona-Fällen offenzulegen. Der Zugang zu diesen Informationen sei von "entscheidender Bedeutung" für die weiteren Untersuchungen zum Ursprung der Pandemie, erklärte die WHO am Donnerstag. Dies sei auch wichtig, um die Theorie eines Laborunfalls zu prüfen.

Schon bald nach Beginn der Pandemie war darüber spekuliert worden, dass das Virus aus dem Institut für Virologie in Wuhan, in dem an Coronaviren geforscht wird, entwichen sein könnte. Die chinesische Regierung bestreitet dies energisch.


Ein Team internationaler Experten im Auftrag der WHO hatte Wuhan erst im Januar besuchen können – mehr als ein Jahr nach Entdeckung des Virus. Der entsprechende Bericht wurde Ende März veröffentlicht, lieferte aber keine klaren Ergebnisse.

Impfanstieg in einigen Bundesländern

Die Bundesländer Sachsen, Baden-Württemberg und Hamburg melden eine leichte Zunahme an Corona-Impfungen. "Die Zahl der Impfungen hat seit dem Ende der Sommerferien deutlich angezogen", teilte die Sozialbehörde in Hamburg dem Redaktions Netzwerk Deutschland mit.

Besonders werde der Impfstoff der Firma Johnson&Johnson in Hamburg vermehrt nachgefragt – vermutlich, weil bei diesem Vakzin keine Zweitimpfung nötig sei, mutmaßt der Sprecher der Sozialbehörde. Auch in Baden-Württemberg und Sachsen sprechen die Behörden von einem leichten Anstieg der täglichen Impfungen. 

San Francisco verlangt Impfnachweis für Restaurantbesucher

Die US-Westküstenmetropole San Francisco verlangt künftig einen Impfnachweis für den Besuch von Restaurants, Cafés, Bars, Fitnessstudios und bestimmten Events in öffentlichen Räumen. Dies gab Bürgermeisterin London Breed am Donnerstag bekannt. Die Regelung tritt am 20. August in Kraft. Ab dann müssen Besucher eine vollständige Corona-Impfung nachweisen, ein Negativ-Test reicht nicht aus. Ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren und Personen, bei denen medizinische Gründe gegen eine Impfung sprechen.

San Francisco ist damit die erste US-Großstadt, die für Aktivitäten in einigen öffentlichen Innenräumen eine vollständige Impfung vorschreibt. Die Millionenmetropole New York hatte kürzlich eine ähnliche Regelung getroffen, dort reicht allerdings der Nachweis für eine Impfdosis aus.

Mit der Maßnahme sollen die weitere Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eingedämmt und zudem weitere Menschen dazu gebracht werden, sich impfen zu lassen.

Gesundheitsexperten in Israel für Booster-Impfung für Unter-60-Jährige

Experten des israelischen Gesundheitsministeriums empfehlen nun auch Menschen ab 50 Jahren eine Auffrischungsimpfung gegen Corona. Die Ratschläge des Gremiums müssen noch vom Direktor der Behörde abgesegnet werden. Israel hat bereits alle doppelt geimpften über 60-Jährigen aufgefordert, sich eine dritte Dosis geben zu lassen. Damit soll gegen die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus vorgegangen werden. Trotz hoher Impfquote verschärft sich die Corona-Lage in Israel zunehmend.

RKI: Knapp 11.000 Corona-Erkrankungen trotz Impfung

Bislang sind knapp 11.000 Menschen in Deutschland trotz vollständigem Impfschutz an Covid-19 erkrankt. Das geht aus dem jüngsten Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Seit dem 1. Februar seien 10.827 sogenannte Impfdurchbrüche – also symptomatische Coronainfektionen mindestens zwei Wochen nach vollständiger Impfung – registriert worden. Die Effektivität der Im­pfung bewertet das RKI dennoch als hoch: Sie liege bei Erwachsenen bei rund 87 Prozent.

100 Dollar zur Corona-Impfung in New York: 50.000 Menschen nehmen an

Nachdem die Millionenmetropole New York Ende Juli einen Impfanreiz von 100 Dollar (etwa 85 Euro) eingeführt hat, haben schon rund 50.000 Menschen dieses Angebot angenommen. Das gab Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag bekannt und feierte das Angebot städtischer Impfstellen als großen Erfolg. US-Präsident Joe Biden hatte Bundesstaaten, Bezirke und Kommunen landesweit aufgefordert, eine solche Belohnung auszuloben.

Insgesamt sind in der Metropole New York mit rund 8,5 Millionen Einwohnern, die im vergangenen Frühjahr zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie geworden war, bereits rund 73 Prozent aller Erwachsenen voll geimpft.

Dosen des Impfstoffs von Biontech-Pfizer: Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft seltene Nebenwirkungen. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)Dosen des Impfstoffs von Biontech-Pfizer: Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft seltene Nebenwirkungen. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

EU-Behörde prüft seltene Nebenwirkungen bei mRNA-Impfstoffen

Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) prüft, ob gewisse seltene Symptome nach der Gabe von mRNA-Impfstoffen gegen Corona als Nebenwirkungen eingestuft werden sollten. Der zuständige Sicherheitsausschuss befasse sich mit Berichten über eine Form von allergischer Hautreaktion und zwei Nierenleiden, die bei kleinen Personengruppen aufgetreten seien, teilte die Behörde am Mittwoch im Rahmen eines Routineberichts mit.

Um wie viele Fälle es sich handelte, wurde nicht bekannt. Stellungnahmen der Hersteller Pfizer – Partner von Biontech – und Moderna lagen zunächst nicht vor. Ihre Aktien lagen im Verlauf an der Wall Street mehr als 14 Prozent im Minus.

Russland meldet Tagesrekord an Corona-Toten

In Russland hat es mit täglich mehr als 800 Corona-Todesfällen einen Höchststand seit Beginn der Pandemie gegeben. 808 Menschen seien innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Seit Wochen melden sie an vielen Tagen hohe Todeszahlen – trotz gesunkener Zahl an Neuinfektionen. Am Donnerstag wurden landesweit fast 22.000 neue Fälle gemeldet. Im Juli waren es zeitweise fast 7.000 Neuinfektionen mehr.

Unbekannte stehlen Zertifikate aus Testzentren auf Usedom

Unbekannte haben aus zwei Corona-Testzentren auf Usedom unter anderem Test-Zertifikate gestohlen. Sie seien im Zeitraum zwischen Mittwochnachmittag beziehungsweise -abend und Donnerstagmorgen in die Testzentren in Karlshagen und Trassenheide eingebrochen, teilte die Polizei mit. Die Zertifikate könnten als offizieller Nachweis eines Corona-Tests genutzt werden, etwa um ins Ausland zu reisen, sagte ein Sprecher. Es sei denkbar, dass der oder die Täter diese weiterverkaufen wollten.

Israel verschärft Corona-Maßnahmen wieder

Angesichts stark ansteigender Corona-Infektionszahlen dehnt Israel die Anwendung des sogenannten Grünen Passes auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aus. Alle Personen ab drei Jahren müssen eine Bescheinigung vorzeigen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind, wie das Corona-Kabinett am Mittwochabend entschied. Dies gilt unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants und Konferenzen. Die Regelung gelte ab kommenden Mittwoch.

Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne Sitzplätze dürfen nur von bis zu 1000 Menschen besucht werden, im Freien von bis zu 5000 Menschen. Private Veranstaltungen werden in geschlossenen Räumen auf 50 und im Freien auf 100 Besucher begrenzt. In Läden mit mehr als 100 Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich ab Montag zudem nur ein Kunde pro 7 Quadratmeter aufhalten.

Seit Anfang Juni steigen die Infektionszahlen in Israel wieder deutlich an. 

Kaum Impfstoffe in Deutschland vernichtet

Trotz nachlassender Impfbereitschaft in Deutschland musste die Hälfte der Bundesländer bislang keine ungenutzten oder abgelaufenen Impfdosen in nennenswertem Umfang vernichten. Bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur gaben 7 der 16 Landesregierungen an, dass eine Entsorgung von Corona-Impfstoff weitgehend vermieden werden konnte. "Zu keinem Zeitpunkt musste Impfstoff vernichtet werden, weil er wegen ablaufender Haltbarkeit nicht genutzt werden konnte", versicherte etwa die Hamburger Gesundheitsbehörde.

Im Gegensatz dazu haben die Impfzentren in Bayern bereits rund 53 000 ungenutzte Impfdosen entsorgt - deutlich mehr als die anderen Bundesländer. So meldet Brandenburg lediglich rund 5500 verfallene Impfdosen, Baden-Württemberg hat bislang 4000 Dosen Astrazeneca entsorgt. In anderen Ländern war allenfalls von einigen hundert Fällen die Rede.

Neuseeland öffnet 2022 für Geimpfte

Neuseeland will Regierungsangaben zufolge ab Anfang nächsten Jahres die Grenzen für Geimpfte auf einem risikobasierten Modell wieder öffnen. Reisende aus Ländern mit geringem Risiko könnten dann mit Impfnachweis ohne Quarantäne einreisen, kündigt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern an. Aus Ländern mit mittlerem und hohem Risiko müssten Geimpfte bestimmte Quarantänemaßnahmen durchlaufen, die von Selbstisolierung bis zu 14-tägiger Hotelquarantäne reichten.

Schülerausweis als Impfnachweis?

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) spricht sich für die Nutzung des Schülerausweises als Beleg von Corona-Tests aus. "Ich halte die Idee grundsätzlich für gut, den Schülerausweis für den Testnachweis nach der Schule zu erweitern. Damit könnte Kindern und Jugendlichen, für die es noch keine uneingeschränkte Impfempfehlung oder keine Impfstoffe gibt, eine Erleichterung im Alltag geboten werden, wenn sie in ihrer Freizeit den negativen Test aus der Schule nachweisen müssen", sagt Karliczek der Zeitung "Rheinische Post" (Donnerstagausgabe). Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor nach den Beratungen von Bund und Ländern zu künftigen Corona-Maßnahmen eine solche Regelung ins Gespräch gebracht. 

Test in China für Doppelimpfstoff

Chinas Arzneimittelaufsichtsbehörde hat eine erste Studie mit gemischten Impfstoffen des Landes genehmigt, sagte das an der Studie beteiligte Unternehmen Inovio. Hintergrund ist die schnelle Verbreitung der Delta-Variante und die Skepsis gegenüber örtlichen Impfstoffe.

Die Studie soll die Wirksamkeit der Kombination eines "inaktivierten" Impfstoffs des chinesischen Unternehmens Sinovac mit einem DNA-basierten Impfstoff testen, der vom US-Pharmaunternehmen Inovio entwickelt wurde, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung.

Präklinische Arbeiten hatten ergeben, dass "zwei verschiedene Impfstoffanwendungen ... eine noch stärkere und ausgewogenere Immunantwort erzeugen", sagte Wang Bin, Vorsitzender von Hersteller Advaccine, in einer Pressemitteilung.

USA empfehlen Impfung für Schwangere

Angesichts des Vormarsches der Deltavariante des Coronavirus empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC nun auch Schwangeren eine Impfung gegen das Coronavirus. "Die Impfungen sind sicher und effektiv", sagte am Mittwoch CDC-Chefin Rochelle Walensky. Eine Infektion mit dem Virus könne "bei Schwangeren schwerwiegende Konsequenzen" haben. Dazu zählten unter anderem Fehlgeburten.

Bisher hatte die CDC keine klare Aussage zu Impfungen für Schwangere gemacht und war monatelang bei diesem Thema zurückhaltend. Nun aber empfiehlt die Behörde auch Schwangeren das Impfen, sie stützt sich dabei nach eigenen Angaben auf eine Studie zu fast 2500 schwangeren Frauen. Bisher sind laut CDC in den USA weniger als ein Viertel der Schwangeren mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft.

Deutschland bietet Impfstoff-Verzicht an

Deutschland hat einem Sprecher des Gesundheitsministeriums zufolge angeboten, zugunsten anderer EU-Staaten auf Impfstoff-Lieferungen zu verzichten. "Wir haben in der Tat über die EU-KOM angeboten, in den beiden Wochen auf Lieferungen von Moderna zu verzichten, wenn andere Staaten noch Mehrbedarf haben", zitiert der "Spiegel" den namentlich nicht genannten Sprecher in einem Vorabbericht. Dem Magazin zufolge handelt es sich um insgesamt 2,65 Millionen Dosen, die Deutschland für die ersten beiden August-Wochen nicht in Anspruch nimmt. Es sei das erste Mal seit dem Beginn der Pandemie, dass die Bundesrepublik auf mRNA-Impfstoff verzichte. Hintergrund sei die stockende Impfkampagne in Deutschland.

Steinmeier: "Impfung ist der Königsweg aus der Pandemie"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erneut für die Corona-Impfung geworben. "Lange Zeit haben wir auf vieles verzichten müssen", sagte Steinmeier bei der Eröffnung des Hafenfestes in Bremerhaven und rief die Menschen auf, sich impfen zu lassen. "Nur die Impfung ist der Königsweg aus der Pandemie." Dann gebe es Hoffnung auf weitere große Feste.

Indien: In Mumbai dürfen nur geimpfte Menschen in Lokalzüge

Lokalzüge in der indischen Finanzmetropole Mumbai dürfen ab Ende dieser Woche nur Menschen transportieren, die seit mindestens 14 Tagen vollständig gegen Corona geimpft sind. Ab Mittwoch können Menschen von der Bahn gegen Vorlage einer Impfbescheinigung einen dazu nötigen Bahnpass erhalten. Das teilten die Behörden in Mumbai mit. Mitarbeiter der Regierung und Gesundheitspersonal dürften auch ungeimpft Zug fahren.

In dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Land Indien sind mehr als acht Prozent der Bevölkerung ganz und weitere 20 Prozent halb gegen Corona geimpft. Die Corona-Zahlen sind nach einer heftigen zweiten Welle unter anderem im Zusammenhang mit der Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt worden ist, relativ stabil. Während zum Höhepunkt der zweiten Welle an einigen Tagen mehr als 400.000 Infektionen erfasst wurden, sind es nun um die 30.000 bis 40.000 am Tag.

Industrie kritisiert Bund-Länder-Beschlüsse zu Corona

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hält die Beschlüsse von Bund und Ländern für nicht ausreichend, um die Corona-Pandemie einzudämmen. "Angesichts der nahenden vierten Corona-Welle ist das Treffen einen konkreten, einheitlichen und praxistauglichen Maßnahmenfahrplan schuldig geblieben", kritisierte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Mittwoch in Berlin. Impfen sei die einzige Antwort auf die wieder steigende Virus-Ausbreitung. "Echte Impulse zum Zünden des Impfturbos fehlen. Oberste Prämisse der Politik muss es sein, einen weiteren Lockdown mit hohen ökonomischen und sozialen Kosten unbedingt zu verhindern."

Die Politik lasse die Unternehmen mit Blick auf die Fortführung der Testangebotspflicht für Ungeimpfte im Dunkeln stehen, kritisierte Lang weiter. Die Befreiung Geimpfter und Genesener von staatlichen Testauflagen und bestimmten Quarantänepflichten sei zu begrüßen. "Richtig ist es, zur Bewertung der Krisenlage einen neuen Indikatoren-Dreiklang aus Inzidenz, Hospitalisierung und Impfquote einzuführen. Bund und Länder haben nicht beantwortet, wie diese neuen Indikatoren zu einer Veränderung der Corona-Schutzmaßnahmen führen. Das ist zu wenig."

Lindner sieht Corona-Beschlüsse als "verpasste Chance" an

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde vom Dienstag zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie als "verpasste Chance" kritisiert. "Mit den aktuellen Beschlüssen verharrt unser Land in einem Ausnahmezustand", sagte Lindner am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er warf speziell der CDU und dem von ihr geführten Kanzleramt eine offenbar geringe Bereitschaft vor, angesichts des Impffortschritts und des beherrschbaren Pandemiegeschehens die Normalisierung des Lebens einzuleiten.

"Es besteht längst die Möglichkeit, Freiheitseinschränkungen aufzuheben und dem Deutschen Bundestag alle Befugnisse zurückzugeben. Die Pandemie ist nicht überwunden, aber ihr veränderter Charakter ist keine Rechtfertigung mehr für diese Politik", sagte Lindner. Die Inzidenz allein sei für die Bewertung der Pandemie nicht mehr aussagekräftig. Nötig sei ein Corona-Index, der die Zahl schwerer Krankheitsfälle und die Hospitalisierungsrate einbezieht. "Ein solcher Corona-Index würde anzeigen, dass längst die Zeit gekommen ist, pauschale Maßnahmen für das Land durch die individuelle Verantwortung für die eigene Gesundheit zu ersetzen."

Intensivmediziner-Präsident Marx ruft eindringlich zu Corona-Impfungen auf

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hat an die Deutschen appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. "Wir sind noch nicht über den Berg. Wir haben es selber in der Hand, ob eine vierte Welle steil wird oder ob sie flach bleibt", sagte Marx am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk.

"Ich verstehe gar nicht, warum man sich nicht impfen lässt – außer man hat vielleicht medizinische Konstellationen, die das verhindern. Wenn man das viele Leid der Verstorbenen und der Angehörigen und derer, die die Infektion überlebt haben, sieht, kann ich es persönlich nicht nachvollziehen, warum man dieses tolle Errungenschaft der Impfung nicht nutzt."

Ethikrat-Vorsitzende befürwortet kostenpflichtige Corona-Tests 

Alena Buyx, die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, hat sich für kostenpflichtige Corona-Schnelltests ausgesprochen. Dies sei folgerichtig und nachvollziehbar, denn wer sich trotz aller niedrigschwelligen Impfangebote jetzt gegen die Impfung entscheide, der sorge letztlich dafür, dass die Pandemie weitergehe, sagte Buyx am Mittwoch dem Fernsehsender Phoenix. "Und dann ist es sehr schwer zu begründen und zu sagen: "Bitte zahlt mir als Solidargemeinschaft, die ihr euch alle impft, weiter die Tests, damit ich ins Kino oder ins Konzert kann"."

Bund und Länder hatten auf einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag beschlossen, dass Corona-Schnelltests ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos sein werden.

Impfzahlen in Deutschland steigen 

Die Corona-Impfungen in Deutschland kommen weiter leicht voran. Vollständig geimpft sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vom Mittwoch nun knapp 46,2 Millionen Menschen oder 55,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine erste Dosis bekommen haben 52,1 Millionen Menschen oder 62,7 Prozent aller Einwohner.

Am Dienstag wurden bundesweit insgesamt mehr als 404.000 Impfungen gemacht – davon führten mehr als 334.800 Dosen zu einer vollständigen Impfung. Im Vergleich der Bundesländer liegt Bremen weiter an der Spitze mit nun 71,7 Prozent mindestens einmal und 65,2 Prozent vollständig geimpften Einwohnern. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 53,0 Prozent mindestens einmal und 49,1 Prozent vollständig geimpften Einwohnern.

Studie: Jota-Variante erhöht Sterblichkeitsrisiko um bis zu 82 Prozent

Das New York City Department of Health and Mental Hygiene und die Mailman School of Public Health der Columbia University haben eine neue Studie zur Jota-Variante B.1.526 des Coronavirus veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Virusvariante die Sterblichkeitsrate bei Infektionen von älteren Erwachsenen verglichen mit anderen Varianten erheblich erhöht. Bei den 45- bis 64-Jährigen steigt das Sterblichkeitsrisiko um 82 Prozent und bei den 65- bis 74-Jährigen um 62 Prozent.

Die Modelle schätzen außerdem, dass B.1.526 eine um etwa 15 bis 25 Prozent höhere Übertragbarkeit aufweist als zuvor zirkulierende Varianten. Erstmals wurde die Variante im November 2020 in den USA nachgewiesen. Neue Varianten wie B.1.526 verbreiten sich wahrscheinlich schon Wochen vor ihrer Entdeckung in der Bevölkerung. 

RKI: Eventuell mehr Geimpfte als angenommen 

Bei der Interpretation von Impfquoten-Daten gibt es laut Robert Koch-Institut (RKI) eine "gewisse Unsicherheit". Mehrere Überlegungen legten nahe, dass die Meldungen im sogenannten Digitalen Impfquotenmonitoring (DIM) die Impfquoten vermutlich unterschätzen, geht aus einem RKI-Report vom Dienstag hervor. Mehr dazu lesen Sie hier

Medizinethikerin hält Abschaffung kostenloser Tests für gerechtfertigt

Die Göttinger Medizinethikerin Claudia Wiesemann sieht das Ende der kostenlosen Schnelltests für Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, als gerechtfertigt an. "Die Impfung gegen das Sars-Cov2-Virus stellt für alle Erwachsenen die einfachste und wirksamste Vorbeugungsmaßnahme dar. Da sie verträglich, verfügbar und kostenlos ist, ist der staatlichen Aufgabe, für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu sorgen, Genüge getan", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Bund und Länder hatten am Dienstag beschlossen, dass sich Nicht-Geimpfte im Kampf gegen eine neue große Corona-Welle auf mehr Testpflichten im Alltag einstellen müssen – und Schnelltests ab 11. Oktober in der Regel nicht mehr kostenlos sind. Gratis sollen Schnelltests nur noch für jene zu haben sein, die sich nicht impfen lassen können oder für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt wie Schwangere und Unter-18-Jährige

Melbourne weiter im Lockdown

Die australische Millionenmetropole Melbourne bleibt eine weitere Woche im Lockdown. Die Regionalregierung habe diese Entscheidung getroffen, nachdem innerhalb von 24 Stunden weitere 20 Neuinfektionen bestätigt worden seien, teilte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Mittwoch mit. "Es gibt zu viele Fälle, deren Ursprung uns nicht klar ist, zu viele unbeantwortete Fragen, zu viele Mysterien, als dass wir jetzt sicher aus dem Lockdown herauskommen könnten", betonte er.

Steinmeier ruft zum Impfen auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat alle Bürger, die sich noch nicht gegen das Coronavirus haben impfen lassen, dazu aufgerufen, dies nachzuholen. "Wir müssen die Pandemie in Schach halten", sagte er am Dienstagabend vor Beginn eines Jazzkonzerts im Park von Schloss Bellevue. Dies geschehe "nicht, indem jeder macht, was er will, wie manche empfehlen, sondern indem sich möglichst viele Menschen impfen lassen".

Steinmeier erinnerte an die vielen Künstler, die in der Pandemie ihre Werke nicht mehr zeigen konnten, an die Sängerinnen und Sänger, "die verstummen mussten" und an Bühnenbauer und Tontechniker, "die keine Bühne mehr bauten und keinen Sound mehr mischten, weil die Bühnen leer und die Lautsprecher stumm blieben". Er hoffe, dass man nie wieder so lange auf sie verzichten müsse.

"Wir müssen Kunst und Kultur nicht nur einen Neustart schenken. Wir müssen sie dauerhaft unterstützen und schützen", verlangte der Bundespräsident. "Das schulden wir all denen, die von ihrer Kunst leben. Und das schulden wir uns, die wir ohne Kunst und Kultur nicht leben können."

Hausärzte kritisieren Festhalten an Inzidenzwert

Nach dem Gipfel von Bund und Ländern kritisieren die Deutschen Hausärzte die anhaltende Ausrichtung der Corona-Politik am Inzidenzwert. Es hätte "endlich eines bundeseinheitlichen, umfassenden Bewertungssystems des Pandemiegeschehens auf Basis unterschiedlicher Faktoren bedurft", sagt der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochausgaben). Das Virus könne "Teil eines Alltags" werden, der Risiken mitbedenke, "ohne in der angstbehafteten Krisensituation zu verharren".

Bund und Länder wollen "epidemische Lage" verlängern

Bund und Länder wollen die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite verlängern. Dies kündigt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz an. Die Pandemie sei wegen der Delta-Variante des Coronavirus noch nicht vorbei und auch "beim Impfen sind wir nicht da, wo wir hinmüssen", sagt Merkel zur Begründung.

Als Ziel nennt sie eine Impfquote von deutlich mehr als 70 Prozent bis hin zur Marke von 80 Prozent. Die "epidemische Lage" ermöglicht es der Bundesregierung, in der Pandemie am Parlament vorbei per Verordnungen zu regieren. Derzeit läuft die Regelung bis zum 11. September. Verlängert werden muss sie durch einen Beschluss des Bundestags.

Linke kritisiert Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kritisiert die Beschlüsse des Bund-Länder-Treffens als "Stückwerk". "Fatal ist, dass es keinen Plan gibt, über positive Anreize die Impfkampagne aus der Tempo-30-Zone zu holen und die Impfung zu den Menschen zu bringen", sagt Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das Ziel einer möglichen Herdenimmunität gerate zunehmend aus dem Blick. "Wir stehen vor einer vierten Welle, auch weil Armin Laschet und andere vornehmlich den Wahltermin im Blick haben", sagt Bartsch. "Nach der Bundestagswahl drohen dann wieder Schließungen von Schulen. Die Bürger haben diesen kurzsichtigen Dilettantismus satt."

Jugendliche in Berlin: Inzidenz bei 100

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller nennt die aktuelle Impfquote von rund 60 Prozent gut. Es gebe aber noch viel zu tun. "Impfen, impfen, impfen ist nach wie vor das Gebot der Stunde." Wer sich nicht impfen lasse, gefährde sich und andere. Mit Tests sei zwar viel möglich. Es gebe aber höhere Inzidenzen bei Ungeimpften. Bei den 15- bis 25-Jährigen liege sie in Berlin beispielsweise bei etwa 100.

Tochter trotz Corona in Klinik besucht: Mutter freigesprochen

Eine Frau, die trotz des Verdachts auf eine Corona-Infektion ihre Tochter in einem Klinikum im Harz besucht hat, ist am Dienstag vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs und der versuchten gefährlichen Körperverletzung freigesprochen worden. Das Amtsgericht Quedlinburg folgte mit dieser Entscheidung dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte für die heute 72-Jährige eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung gefordert.

Die Frau war nach einer Anzeige des Klinikums von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Der Anklage nach hatte die Frau Anfang Oktober ihre erwachsene, operierte Tochter besucht, obwohl das Ergebnis eines kurz zuvor gemachten Corona-Tests noch nicht vorlag. Die Angeklagte gab vor Gericht an, sie habe sich Sorgen um ihre Tochter gemacht.

Söder warnt vor "Pandemie der Ungeimpften"

In der Corona-Krise will der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit finanziellem Negativanreiz den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich gegen das Virus impfen zu lassen. "Wer sich nicht impfen lässt, trägt auch die Verantwortung", sagte Söder im Bayerischen Rundfunk. "Und die heißt dann auch, dass die Steuerzahler dafür nicht alle Kosten übernehmen können. Und das muss man dann selbst zahlen", sagte er mit Blick auf bislang kostenlose Corona-Tests.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): "Wer sich nicht impfen lässt, trägt auch die Verantwortung". (Quelle: Imago/Sammy Minkoff)Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): "Wer sich nicht impfen lässt, trägt auch die Verantwortung". (Quelle: Imago/Sammy Minkoff)

Söder und die Ministerpräsidenten der übrigen 15 Bundesländer wollen am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Die Frage, ob Corona-Tests künftig kosten sollen, ist dabei ein Hauptthema.

Anders als der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sprach sich Söder dafür aus, Geimpfte von Corona-Beschränkungen auszunehmen: "Wer geimpft ist, stellt keine Gefahr dar, deshalb muss man ihm verfassungsrechtlich zwingend die Grundrechte zurückgeben." Söder warnte vor einer "Pandemie der Ungeimpften". "Wer sich nicht impfen lässt, gefährdet sich und andere", sagte der CSU-Chef. Oberstes Ziel sei die Verhinderung eines weiteren Lockdowns.

Südkorea meldet erstmals mehr als 2.000 neue Fälle

Südkorea verzeichnet einem Medienbericht zufolge erstmals mehr als 2.000 neue Corona-Fälle. Die Behörden melden binnen 24 Stunden 2021 weitere Positiv-Tests, meldet die Nachrichtenagentur Yonhap.

Düsseldorfer Karneval nur für Geimpfte oder Genesene 

Nun hat das Comitee Düsseldorfer Carneval entschieden, dass mit dem Start der Fastnacht nur Feiernde mit einem Impfpass oder bestätigter Genesung am Karneval teilnehmen können. Diese Regelung soll auch zum Impfen aufrufen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Länder geben rund 2,7 Millionen Impfdosen an Bund zurück

Angesichts der vorerst geringeren Nachfrage nach Corona-Impfungen geben die Länder rund 2,7 Millionen Dosen aus ihren Verteilzentren an den Bund zurück. Darunter sind 2,58 Millionen nicht benötigte Dosen des Mittels von Astrazeneca, wie aus einer Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Hinzu kommen Dosen von Johnson & Johnson.

Der Bund will die Impfstoffe nun rasch an andere Staaten mit akutem Bedarf spenden. In einem nächsten Schritt sollen die Länder bis zum 20. August auch Rückmeldungen zu nicht benötigten Dosen geben, die schon von den Verteilzentren in die regionalen Impfzentren gebracht wurden – zunächst ebenfalls für die Präparate von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Die Bundesregierung hat zugesagt, bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten abzugeben. Eine erste Tranche soll jetzt bereits über die internationale Hilfsinitiative Covax an fünf Länder gehen.

Aus den Verteilzentren geben nun 15 der 16 Länder nicht benötigten Impfstoff zurück – nur das Saarland meldete laut der Übersicht keine Dosen dafür an den Bund. Aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sollen demnach allein 922.000 Dosen des Mittels von Astrazeneca zurückgehen, aus Bayern 685.000 Dosen.

Hohe Infektionszahlen: Martinique rät Touristen zur Heimreise

Wegen stark ansteigender Corona-Infektionen haben die Behörden im französischen Überseegebiet Martinique Urlauber aufgefordert, die Karibik-Insel zu verlassen. Wie der Präfekt des Übersee-Départements, Stanislas Cazelles, am Montag verkündete, sollen alle "gefährdeten Touristen" das Urlaubsparadies verlassen. In einer Verschärfung des Lockdowns sollen alle Strände gesperrt und Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Geschäfte mit Ausnahme von Apotheken und Lebensmittelläden geschlossen werden.

Ein Paradies in der Karibik – die Insel Martinique (Archivbild). Die Infektionszahlen sind dramatisch gestiegen. (Quelle: imago images/Hans Lucas)Ein Paradies in der Karibik – die Insel Martinique (Archivbild). Die Infektionszahlen sind dramatisch gestiegen. (Quelle: Hans Lucas/imago images)

Hotels und Ferienunterkünfte würden für Urlauber geschlossen und stünden nur noch Geschäftsreisenden und Einheimischen offen. Die Inselbewohner dürfen sich demnach nicht mehr weiter als einen Kilometer von ihrer Wohnung entfernen. Die Maßnahmen sollen in 15 Tagen überprüft werden, kündigte Cazelles an. Die strengen Regeln würden aufgehoben, "sobald es die gesundheitliche Situation erlaubt", sagte er.

Krankenhäuser in Texas sollen Operationen verschieben

Angesichts der jüngsten Corona-Welle hat der US-Bundesstaat Texas alle Krankenhäuser gebeten, nicht absolut notwendige medizinische Eingriffe zu verschieben. Damit solle sichergestellt werden, dass alle Covid-Patienten adäquat versorgt werden könnten, erklärte Gouverneur Greg Abbott am Montag in einem Schreiben an den Krankenhausverband. Das Gesundheitsministerium werde sich zudem bemühen, für die Versorgung der Corona-Patienten medizinisches Personal aus anderen Bundesstaaten zu gewinnen, hieß es. Auch soll der Katastrophenschutz wieder Infusionszentren eröffnen, in denen Patienten Blutplasma-Behandlungen bekommen können.

Die Lage in Texas hat sich aufgrund der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus deutlich zugespitzt. In dem Bundesstaat mit 29 Millionen Einwohnern wurden zuletzt im Schnitt pro Tag rund 12.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie Daten der Behörden zeigen. Derzeit werden demnach rund 9.000 Covid-Patienten in Krankenhäusern behandelt. Der Republikaner Abbott hat Corona-Auflagen wie eine Maskenpflicht in dem Staat per Verfügung für illegal erklärt. In Texas sind rund 44 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, landesweit liegt die Impfquote bei 50 Prozent.

Gesundheitsminister wollen "epidemische Lage" verlängern

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich dafür ausgesprochen, dass der Bundestag die vorerst bis 11. September bestehende "epidemische Lage von nationaler Tragweite" verlängert. Hintergrund sei, dass eine Fortführung von Infektionsschutzmaßnahmen auch danach absehbar sei, heißt es in einem einstimmigen Beschluss der Ressortchefs von Montag. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Der Bundestag hatte zuletzt am 11. Juni festgestellt, dass die Sonderlage wegen der Corona-Pandemie fortbesteht – ohne eine erneute Bestätigung des Parlaments würde sie nach drei Monaten auslaufen.

Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise. Zudem beziehen sich konkrete Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen, die die Länder festlegen können, laut Infektionsschutzgesetz auf die Feststellung dieser "epidemischen Lage".

Iran: Alle zwei Minuten stirbt bei uns ein Mensch an Corona

Im Iran stirbt derzeit laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens fast alle zwei Minuten ein Mensch infolge einer Corona-Infektion. Alle zwei Sekunden werde zudem eine Person infiziert. Der Iran ist das am schwersten betroffene Land im Nahen Osten, er macht bereits eine fünfte Corona-Welle durch.

Am Montag meldeten die Behörden einen Anstieg der Totenzahl um 588 auf nunmehr 94.603. Die Zahl der Infektionen erhöhte sich demnach binnen 24 Stunden um 40.808 auf knapp 4,2 Millionen.

Vorstand der Intensivmediziner: Impfung ist "goldener Ausweg"

Das Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Stefan Kluge, hat angesichts steigender Zahlen Impfanreize gefordert. "Wir sehen das jetzt schon: Weltweit sind die Ungeimpften die größte Gruppe auf den Intensivstationen. Die Impfung ist der goldene Ausweg", sagte Kluge am Montag dem Sender NDR Info.

Der Leiter der Intensivmedizin am UKE Hamburg erwartet von den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag neben Impfanreizen auch neue Kriterien zum Abbilden der Infektionslage. Die 7-Tage-Inzidenz als Richtwert sollte bestehen bleiben, sagte Kluge auf NDR Info weiter. Aber der Wert müsse hochgesetzt werden. "Wir können nicht mehr bei 50 irgendwelche Maßnahmen ergreifen. Und die Auslastung der Intensivstationen sollte eine Rolle spielen." Es würden zwar auch noch andere Kriterien diskutiert. "Aber ich glaube, wir brauchen einfache Parameter, die für die Bevölkerung transparent und nachvollziehbar sind."

Kluge geht davon aus, dass es im Herbst auch in Deutschland deutlich mehr Neuinfektionen geben wird – durch Reiserückkehrer, Schulbetrieb und anderes Wetter. Darauf müsse sich die Politik vorbereiten, zum Beispiel mit Impfanreizen und mehr mobilen Teams. "Wir müssen jetzt die 10 bis 30 Prozent überzeugen, die noch unentschlossen sind."

Bundesjustizministerin: Wer sich nicht impft, muss Tests selbst bezahlen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich für ein Ende der kostenlosen Corona-Tests ausgesprochen. Jeder, der sich impfen lassen könne, habe ein Impfangebot, sagte sie am Montag im RBB-Inforadio. "Aber wenn ich mich selbst entscheide, dieses Angebot nicht anzunehmen, dann muss ich auch die Konsequenzen tragen und kann nicht erwarten, dass dann die Allgemeinheit diese Tests zahlt", sagte die SPD-Politikerin.

Damit schließt sich Lambrecht der Meinung mehrerer Mitglieder der Bundesregierung an, etwa Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sowie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Lambrecht räumte am Montag ein, dass noch "ein, zwei, drei Wochen" abzuwarten sei, "bis alle dann auch dieses Angebot angenommen haben". Weiterhin müsse dafür gesorgt werden, "dass die Infektionsketten nicht so steigen, dass wir einschreiten müssen". Auch dürfe es nicht dazu kommen, "dass wir ausgerechnet dann Menschen, die sich haben impfen lassen, wieder womöglich einem Lockdown aussetzen", fügte sie hinzu.

Stiko-Chef Mertens: Die Konzentration auf Kinderimpfung ist falsch

Sich auf Kinder und Jugendliche zu konzentrieren, um die nächste Infektionswelle abzuwehren – das ist laut dem Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, der falsche Ansatz. Laut Stiko müsse man die erwachsene Bevölkerung unter 60 Jahren noch viel stärker als bisher zum Impfen anhalten. "Der entscheidende Rest sind die Achtzehn- bis Neunundfünfzigjährigen. Hier entscheidet sich die vierte Welle und nicht bei den Zwölf- bis Siebzehnjährigen", sagte Mertens der "FAZ". 

Mehrere Ministerpräsidenten und Minister verlangen von der Stiko, dass sie eine Impfempfehlung für alle Kinder ab zwölf Jahren ausspricht. Mertens hält die Debatte um Kinderimpfungen für eine "Statthalter-Diskussion": "Sie überdeckt die Tatsache, dass man die eigentlich entscheidende Gruppe, nämlich die 18- bis 59-Jährigen, augenblicklich mit Impfangeboten nicht so gut erreicht, wie man das sollte und müsste." 

US-Immunologe Fauci: Eine noch gefährlichere Virusvariante könnte kommen

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci warnt vor der Entwicklung einer neuen, noch gefährlicheren Variante des Coronavirus, sollte die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante nicht eingedämmt werden. Fauci sagte am Sonntag dem Sender NBC: "Wenn Sie dem Virus erlauben, frei zu zirkulieren, und nicht versuchen, es zu stoppen, dann gibt es früher oder später die Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine andere Variante bekommen (...), die noch problematischer sein könnte als Delta." Wenn sich das Virus weiter ausbreiten und verändern könne, bestehe die Gefahr, dass sich am Ende eine Variante entwickele, vor der die aktuellen Impfstoffe – anders als bei Delta – keinen Schutz böten.

Anthony Fauci: Die Pandemie müsse unter Kontrolle gebracht werden, sagte der Immunologe. (Quelle: Scott Applewhite)Anthony Fauci: Die Pandemie müsse unter Kontrolle gebracht werden, sagte der Immunologe. (Quelle: Scott Applewhite)

Die Pandemie müsse unter Kontrolle gebracht werde, mahnte der prominente Immunologe und Präsidenten-Berater. Der beste Weg dazu seien Impfungen. Hilfreich wären Impfpflichten auf lokaler Ebene.

Sechs Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer

Auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer sind mehrere Corona-Fälle entdeckt worden. Wie die Reederei Costa Crociere mitteilte, wurden auf dem Schiff "Costa Smeralda", das am Sonntag in Marseille anlegte, sechs Mitglieder zweier Familien positiv getestet. Die Infizierten und sechs weitere Kontaktpersonen wurden demnach bis zum Ausstieg in der französischen Hafenstadt von den anderen Passagieren isoliert.

Die infizierten Passagiere gehörten den Angaben zufolge zu einer Gruppe von 180 Urlaubern, die an einer einwöchigen Mittelmeer-Kreuzfahrt mit Stopps in Spanien und Italien teilgenommen hatten. Alle Teilnehmer mussten demnach einen negativen Corona-Test vorlegen, als sie vor einer Woche in Marseille an Bord gingen. Ein zweiter Test wurde zur Mitte der Reise vorgenommen.

Danach meldete sich aber ein Fahrgast mit Fieber bei der Besatzung, wie Costa Crociere mitteilte. Alle Begleitpersonen wurden demnach umgehend getestet. Weil die Betroffenen nicht in Italien von Bord gehen wollten, wurden sie bis zur Rückkehr nach Marseille auf dem Schiff isoliert und nach dem Ausstieg in Krankenwagen nach Hause gebracht. Die regionale französische Gesundheitsbehörde bestätigte das "sichere Ausschiffen" der betroffenen Passagiere.

Befragung: Nebenwirkung bei dritter Impfung oft wie bei zweiter

Die Nebenwirkungen einer dritten Corona-Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer sind einer Befragung des israelischen Krankenversicherers Clalit zufolge weitgehend vergleichbar mit denen bei der zweiten. Clalit erklärte am Sonntag, er habe von Ende Juli bis Anfang August rund 240.000 Personen ein drittes Mal mit dem Vakzin geimpft.

Diese seien später dazu befragt worden. 4.500 der Geimpften hätten an der Befragung teilgenommen. 88 Prozent von ihnen hätten erklärt, sich nach der dritten Impfung "genauso oder besser" wie nach der zweiten gefühlt zu haben. 31 Prozent hätten über Nebenwirkungen berichtet, zumeist über Schmerzen an der Einstichstelle. Ein Prozent habe sich aufgrund von Nebenwirkungen in medizinische Behandlung begeben, 0,4 Prozent hätten Atemprobleme gehabt.

Frankreich: Wieder mehr Corona-Patienten im Krankenhaus

In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern immer weiter an. Wie die Gesundheitsbehörden am Sonntag mitteilten, wurden binnen 24 Stunden 498 Covid-19-Kranke neu aufgenommen. Damit lagen insgesamt 8.685 Corona-Patienten in den französischen Krankenhäusern - 25 Prozent mehr als vor gut drei Wochen, als mit rund 6.900 Patienten ein Tiefststand erreicht worden war.

Besonders stark hat in Frankreich den Angaben zufolge die Zahl der Covid-19-Patienten zugenommen, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Mit 117 Patienten, die binnen 24 Stunden neu auf Intensivstationen aufgenommen wurden, liegt sie nun bei 1.556 - 81 Prozent mehr als beim Tiefststand von 859 Intensivpatienten am 21. Juli.

Ärztepräsident: Darf keine Drohkulissen für Impfunwillige geben

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält Einschränkungen für Ungeimpfte nur bei einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems für vertretbar. Solche Maßnahmen seien nur zu rechtfertigen, wenn die Sicherstellung der stationären Versorgung von Covid-19-Erkrankten und anderen Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen akut gefährdet sein sollte, sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Es darf nicht um Drohkulissen und Strafmaßnahmen für Impfunwillige gehen, sondern allein darum, eine erneute Dauerbelastung unseres Gesundheitswesens zu verhindern. Alles andere wäre nur Wasser auf die Mühlen der Impfgegner", warnte der Ärztepräsident.

Sonderimpfaktion im niedersächsischen Freizeitpark Vechta: "Gerade der Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen muss verdeutlicht werden, dass eine Impfung nicht nur für sie persönlich sinnvoll ist". (Quelle: dpa/Philipp Schulze)Sonderimpfaktion im niedersächsischen Freizeitpark Vechta: "Gerade der Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen muss verdeutlicht werden, dass eine Impfung nicht nur für sie persönlich sinnvoll ist". (Quelle: Philipp Schulze/dpa)

Reinhardt forderte ferner, die Impfkampagne zu intensivieren. "Gerade der Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen muss verdeutlicht werden, dass eine Impfung nicht nur für sie persönlich sinnvoll ist, sondern auch ein Zeichen der Solidarität mit denjenigen darstellt, die sich nicht impfen lassen können", betonte der Präsident der Ärztekammer. Dafür brauche man kreative Informationskampagnen und unkonventionelle Anreize für eine Impfung. "Es muss ja nicht die Bratwurst sein, aber zum Beispiel mobile Impfteams vor Fußballstadien und Freikarten für das Fußballspiel können helfen, Menschen für eine Impfung zu gewinnen, die den Gang zum Arzt oder in ein Impfzentrum bisher aufgeschoben haben."

EM-Spiele in München waren kein Infektionsherd

Die vier Spiele der Fußball-Europameisterschaft in München haben laut Bayerns Gesundheitsministerium "keinen nennenswerten Beitrag zum Infektionsgeschehen im Freistaat" geleistet: Fünf Corona-Infektionen im Zusammenhang mit dem Besuch eines EM-Spiels in München seien dem Landesamt für Gesundheit (LGL) gemeldet worden. Mit Public-Viewing-Veranstaltungen rund um die Spieltage würden bayernweit 18 Corona-Fälle in Verbindung gebracht, sagte ein Ministeriumssprecher. Außerdem seien fünf Besucher eines EM-Spiels im Ausland anschließend positiv getestet worden.

Süden Frankreichs gilt nun als Corona-Hochrisikogebiet

Der Süden Frankreichs gilt seit Sonntag als Corona-Hochrisikogebiet. Die Bundesregierung stufte die französischen Regionen Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d'Azur sowie die Insel Korsika und auch die französischen Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Martin und St. Barthélemy aufgrund gestiegener Ansteckungszahlen entsprechend ein. Rückkehrer, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen damit nun in Deutschland in Quarantäne und können diese frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beenden.

Tunesien will an einem Tag bis zu eine Million Menschen impfen

In Tunesien ist am Sonntag eine große Impfaktion angelaufen. Bis zu eine Million Menschen über 40 Jahren sollen in dem von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Land eine erste Impfdosis erhalten. Die Impfkampagne lief bislang eher schleppend: In dem nordafrikanischen Staat sind bislang nur acht Prozent der insgesamt 11,5 Millionen Einwohner vollständig gegen das Virus geimpft. Täglich werden 2.000 bis 3.000 Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie starben annähernd 21.000 Menschen mit oder an dem Virus.

Für die Aktion wurden hunderte Einrichtungen wie etwa Schulen zu Impfzentren umfunktioniert. Nach Angaben eines Beraters von Präsident Kais Saied soll das Präparat des Herstellers Astrazeneca gespritzt werden. Bei einer Impfaktion vor zweieinhalb Wochen, zu der alle Erwachsenen eingeladen waren, kam es zu Massenaufläufen. Mehrfach musste die Polizei einschreiten. Damals waren die Bestände an Impfdosen äußerst knapp. Inzwischen bekam das Land knapp sechs Millionen Impfdosen aus dem Ausland gespendet.

Aufgrund der desolaten Lage kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Protesten gegen die Regierung. Viele forderten deren Rücktritt sowie die Auflösung des Parlaments. Vor zwei Wochen entließ Präsident Saied schließlich den Regierungschef und setzte die Arbeit des Parlaments für zunächst 30 Tage aus. Kritiker sprechen von einem Putsch.

Bericht: Länder geben mindestens 2,3 Millionen Dosen an Bund zurück

Angesichts der geringeren Nachfrage nach Corona-Impfungen wollen die Bundesländer einem Zeitungsbericht zufolge mindestens 2,3 Millionen ungenutzte Impfdosen an den Bund zurückgeben. Dies ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag". Demnach planen 14 Bundesländer die Rückgabe und werden bis Montag Zahlen an das Bundesgesundheitsministerium melden. Bayern sei noch dabei, die Zahl der Dosen zu ermitteln, die es wieder abgeben will. Schleswig-Holstein habe keine Angaben gemacht. Nur das Saarland sehe keine Notwendigkeit.

Impfstoff-Dosen im Kühlschrank: Vor allem Astrazeneca-Dosen bleiben derzeit liegen.  (Quelle: imago images/Joerg Boethling)Impfstoff-Dosen im Kühlschrank: Vor allem Astrazeneca-Dosen bleiben derzeit liegen. (Quelle: Joerg Boethling/imago images)

Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Ländern in einem Schreiben die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben. Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll nicht zurück. 

Allein Nordrhein-Westfalen sieht der "Welt am Sonntag" zufolge für 1,05 Millionen Impfdosen keinen Bedarf mehr. Baden-Württemberg wolle mehr als 450.000 zurückgeben, Hessen 185.200 und Sachsen 150.000. Die kleinste Rückgabemenge meldet Brandenburg mit 30.500. Das Bundeskabinett hatte Anfang Juli beschlossen, mindestens 30 Millionen Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten abzugeben.

"Kostenlose Tests für Ungeimpfte nicht notwendig"

Verbraucherschützer halten es für gerechtfertigt, dass Ungeimpfte künftig die Kosten für Corona-Schnelltests selbst tragen sollen. "Die Situation ist nicht mehr vergleichbar mit der der vergangenen 15 Monate. Der Staat muss sein Geld für die Aufgaben einsetzen, die wirklich notwendig sind und das sind nicht kostenlose Tests für Leute, die sich nicht impfen lassen wollen, obwohl sie es könnten", sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag).

"Für den Herbst muss jeder ohne Impfschutz damit rechnen, dass die Alltagstests nicht mehr vom Steuerzahler gezahlt werden", sagt Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. Der CDU-Politiker wirbt zudem für Impfungen: "Impfen ist ein Akt von Eigenschutz und Solidarität. Je mehr es machen, desto mehr Freiheit für alle." Geimpfte dürften keine Nachteile haben, weil andere "keine Lust haben oder zu bequem sind". Jede Corona-Maßnahme und jede Regel müsse im Übrigen immer der aktuellen pandemischen Lage angemessen sei.

Armin Laschet mit einer Maske bei einem Pressetermin. Der CDU-Politiker spricht sich gegen kostenlose Tests für Ungeimpfte aus. (Quelle: imago images/Klaus W. Schmidt)Armin Laschet mit einer Maske bei einem Pressetermin. Der CDU-Politiker spricht sich gegen kostenlose Tests für Ungeimpfte aus. (Quelle: Klaus W. Schmidt/imago images)

Frankreich lockert Maßnahmen nach Protesten

Angesichts der landesweiten Proteste in Frankreich gegen die Verschärfung der Corona-Regeln hat die Regierung einige vorgesehene Maßnahmen wieder gelockert. Wie Gesundheitsminister Olivier Véran in einem am Samstagabend veröffentlichten Interview der Zeitung "Le Parisien" ankündigte, sollen negative Tests nun 72 Stunden gültig sein - statt der bislang vorgesehenen 48 Stunden. Außerdem sollen neben Antigen- und Schnelltests auch Selbsttests unter medizinischer Aufsicht anerkannt werden. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Geimpfte Pilger dürfen nach Mekka

Saudi-Arabien lockert seine Corona-Restriktionen für Reisen von Pilgern nach Mekka. Muslime aus dem Ausland dürfen wieder an der Pilgerfahrt Umrah in die heilige Stadt teilnehmen, sofern sie gegen das Coronavirus geimpft sind, wie die amtliche Nachrichtenaqentur SPA am Sonntag meldete. Anträge aus dem Ausland für die Teilnahme an der Umrah würden ab Montag von der Regierung wieder "allmählich" entgegengenommen.

Das Königreich hatte vor 18 Monaten wegen der Pandemie seine Grenzen geschlossen. Zum 1. August waren die Grenzen jedoch bereits wieder für Touristen mit Corona-Impfung geöffnet worden. Für Reisen von Pilgern aus dem Ausland hatte diese Lockerung jedoch zunächst noch nicht gegolten.

EM-Spiele in München kein Hotspot gewesen

Die vier Spiele der Fußball-Europameisterschaft in München haben laut Bayerns Gesundheitsministerium "keinen nennenswerten Beitrag zum Infektionsgeschehen im Freistaat" geleistet: 5 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit dem Besuch eines EM-Spiels in München seien dem Landesamt für Gesundheit (LGL) gemeldet worden. Mit Public-Viewing-Veranstaltungen rund um die Spieltage würden bayernweit 18 Corona-Fälle in Verbindung gebracht, sagte ein Ministeriumssprecher. Außerdem seien 5 Besucher eines EM-Spiels im Ausland anschließend positiv getestet worden.

Zunahme von Covid-Patienten auf Intensivstation

Nach einer deutlichen Zunahme an gemeldeten Corona-Neuinfektionen steigt nun auch die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung etwas. «Wir sehen zum ersten Mal seit Wochen wieder eine echte Zunahme der Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen bei ausreichenden Kapazitäten», schrieb der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, am Samstagabend auf Twitter. Es sei wichtig, die Impfquote zu erhöhen.

Karagiannidis verwies auf Angaben der Deutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) von Samstag, derzufolge zuletzt 417 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt wurden. Vor einer Woche waren es noch 359.

Mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung nun komplett geimpft

In den USA ist nun mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Rund 166 Millionen Bürgerinnen und Bürger hätten inzwischen diesen Status, teilt die Seuchenschutzbehörde CDC mit. Das ergebe eine Quote von 50,1 Prozent. 58,5 Prozent hätten mindestens eine Impfdosis erhalten. Bei den Über-12-Jährigen beträgt die Quote der vollständig Geimpften 58,6 Prozent, bei den Über-18-Jährigen 61 Prozent und bei den Über-65-Jährigen 80,4 Prozent. Die USA verabreichen Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna, bei denen jeweils zwei Impfungen erforderlich sind. Zudem wird das Vakzin von Johnson & Johnson gespritzt, bei dem eine Dosis ausreicht.

RKI: Impfkampagne hat schon jetzt 38.000 Tote verhindert

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus hat laut einer Modellrechnung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland geschätzt Tausende Todesfälle verhindert. "Unsere hier präsentierten Daten belegen den überragenden Nutzen der Covid-19-Impfung bereits in den ersten 6,5 Monaten der Impfkampagne in Deutschland 2021", schreiben die Autoren der Analyse. Daraus ergebe sich, dass im Verlauf der dritten Corona-Welle geschätzt 38.300 Todesfälle verhindert wurden.

Die Zahl der verhinderten Meldefälle wird auf über 706.000 beziffert, die der stationären Patienten auf mehr als 76.600, die der Patienten auf Intensivstation auf knapp 20.000.

Für die Analyse modellierten Fachleute ein Szenario mit Impfkampagne und eines ohne. Die tatsächlichen Meldefälle wichen daher von den durch das Modell berechneten Fällen ab, hieß es. Das RKI weist zudem darauf hin, dass verschiedene Parameter und Annahmen mit gewissen Unsicherheiten eingeflossen seien. Es geht zum Beispiel um Effekte der Priorisierung.

Umfrage: Viele Deutsche wollen Supermarkt-Gutscheine als Impfprämie

Ob Gratis-Joint in New York oder Freigetränke in Tel Aviv – bei den Impfanreizen zeigen sich manche Staaten äußerst kreativ. In Deutschland wünschen sich die Menschen am liebsten Einkaufsgutscheine für den Supermarkt als Impf-Prämie. Das berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Insa-Befragung. Aus dem Kreis der Befragten, die materielle Anreize überhaupt befürworten, sprachen sich demnach 70 Prozent für Supermarkt-Einkaufsgutscheine aus.

New York, USA: Aktivisten verteilen bei der "Joints for Jabs"-Aktion Gratis-Joints an Geimpfte.  (Quelle: imago images/Ron Adar/Zuma)New York, USA: Aktivisten verteilen bei der "Joints for Jabs"-Aktion Gratis-Joints an Geimpfte. (Quelle: Ron Adar/Zuma/imago images)

An Gratis-Tickets für Sport- und Kulturveranstaltungen zeigten 33 Prozent dieser Befragten Interesse. Bratwürste wie in Thüringen und Sachsen befürworteten 17 Prozent.

Allerdings ist eine Mehrheit von 52 Prozent der Befragten gegen materielle Anreize bei der Corona-Impfung. Etwa ein Drittel (33 Prozent) ist für ein solches Vorgehen. 

Indien erteilt Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson Notfallzulassung

Indien hat dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson eine Notfallzulassung erteilt. Die Freigabe werde den Kampf gegen die Pandemie in Indien stärken, sagte Gesundheitsminister Mansukh Mandaviya am Samstag. Zuvor waren während einer zweimonatigen heftigen Infektionswelle bis Mitte Juni mindestens 200.000 Menschen gestorben.

Die Behörden machten keine Angaben dazu, wann die ersten Dosen des Einmalimpfstoffs des US-Unternehmens Indien erreichen werden. In dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land wurden bisher 500 Millionen Impfdosen verabreicht. Nur acht Prozent der Bevölkerung sind zweimal geimpft.

Lauterbach fordert PCR-Testpflicht für Ungeimpfte

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schlägt in der Debatte um eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Ungeimpften eine PCR-Testpflicht für Ungeimpfte bei hohen Inzidenzwerten vor. "Antigen-Schnelltests, für die man in Testzentren ein Zertifikat erhält, liefern in 40 Prozent der positiven Fälle ein falsch-negatives Ergebnis", sagt Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vorab. Auf dieser Grundlage sei es angesichts schwererer Krankheitsverläufe durch die Delta-Variante verantwortungslos, Ungeimpfte, die mit einem Schnelltest getestet werden, mit Geimpften und Genesenen in Hochrisikobereichen wie Clubs oder Restaurants gleichzustellen.

Karl Lauterbach: Der Gesundheitsexperte der SPD schlägt Änderungen bei der Testpflicht vor.  (Quelle: imago images/Political-Moments)Karl Lauterbach: Der Gesundheitsexperte der SPD schlägt Änderungen bei der Testpflicht vor. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Frauenärzte empfehlen Schwangeren Corona-Impfung

Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, empfiehlt Schwangeren eine Impfung gegen das Coronavirus. "Gerade, da die inzwischen verbreitete Delta-Variante nach internationalen Berichten mit einer hohen Infektiosität und mit einer erhöhten Erkrankungsrate auch bei Schwangeren einhergeht, ist nach Ansicht der Gynäkologenverbände eine Impfung vor und in der Schwangerschaft sowie im Wochenbett und in der Stillzeit sinnvoll", sagte Albring dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Rechtlich seien Ärztinnen und Ärzte sowie die Schwangere bei diesen Impfungen inzwischen durch das Infektionsschutzgesetz geschützt.

Eine schwangere Frau erhält eine Impfung (Symbolbild). Frauenärzte raten Frauen zu einem Schutz gegen Corona. (Quelle: imago images)Eine schwangere Frau erhält eine Impfung (Symbolbild). Frauenärzte raten Frauen zu einem Schutz gegen Corona. (Quelle: imago images)

Albring bedauerte, dass von der Ständigen Impfkommission (Stiko) bislang keine Empfehlung für die Impfung von Schwangeren vorliegt. In dem Fehlen sähen viele Ärztinnen und Ärzte ein Signal, "dass vielleicht doch ein Risiko in der Impfung verborgen sein könnte". Albring verwies auf Sachsen, wo die dortige Impfkommission eine Impfung von Schwangeren empfehle. Stiko-Mitglied Marianne Röbl-Mathieu hatte im RND-Interview am Freitag eine Entscheidung ihrer Kommission bis Ende des Monats in Aussicht gestellt.

Süden Frankreichs wird Hochrisikogebiet

Die Bundesregierung stuft größere Teile Südfrankreichs als Corona-Hochrisikogebiet ein. Von Sonntag an gelte das für die Regionen Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d'Azur sowie die Insel Korsika und auch für die französischen Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Martin und St. Barthélemy, teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. 

Außerhalb Europas stufte die Bundesregierung weitere Staaten als Hochrisikogebiete ein: Algerien, Bangladesch, Haiti, Honduras, Irak, Kasachstan, Korea (Demokratische Volksrepublik), Marokko, Mexiko, Myanmar, Papua-Neuguinea, Philippinen, Senegal, Tadschikistan, Thailand, Trinidad und Tobago, Turkmenistan und Usbekistan. Menschen, die aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreisen, müssen eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Rückkehrer, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen in Deutschland in Quarantäne. Ein sogenanntes Freitesten mit einem frischen Negativ-Nachweis ist frühestens nach fünf Tagen möglich.

Seit Sonntag gelten zudem neue Regeln: Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nach Deutschland nachweisen können, dass sie entweder negativ auf das Coronavirus getestet, gegen Covid-19 geimpft oder genesen sind. Eine solche Vorgabe gab es zuvor schon für alle Flugpassagiere. Jetzt gilt sie für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. "Kinder unter zwölf Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen, jedoch nicht von der Quarantäne-Pflicht. Kinder unter zwölf Jahren können die Quarantäne aber fünf Tage nach Einreise beenden – auch ohne Test", schreibt die Bundesregierung in einem Hinweis zu den neuen Regeln für Ein- und Rückreisen nach Deutschland.

Kretschmer: Großveranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich für mehr Freiheiten für Geimpfte ausgesprochen. Beim Treffen der der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde Sachsen die Haltung vertreten, "dass bei zunehmenden Infektionen und zunehmender Belegung der Krankenhäuser große Sport- und Kulturveranstaltungen nur von geimpften und genesenen Menschen besucht werden können", sagte Kretschmer am Freitag. Am nächsten Dienstag (10.8.) kommt die Ministerpräsidentenkonferenz zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie und über Hochwasser-Hilfen zu beraten.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen: "Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben." (Quelle: dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild)Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen: "Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben." (Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa)

"Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben", betonte Kretschmer. Impfungen seien das beste Mittel um einen Lockdown zu vermeiden. "Wir haben jetzt genug Impfstoff, aber noch keine ausreichende Impfquote erreicht, um ein erneutes Aufflammen der Pandemie zu verhindern." Der Regierungschef geht davon aus, dass es bei einer vierten Welle vor allem Infektionen bei Nicht-Geimpften gibt. Derzeit steige die Zahl der Corona-Infektionen, wenn auch "glücklicherweise im Moment noch sehr langsam". Das könne sich in den nächsten Wochen jedoch beschleunigen.

Tübingens Oberbürgermeister Palmer will eigene Kinder nicht impfen lassen

Boris Palmer: Der Grünen-Politiker will seine eigenen Kinder nicht impfen lassen. (Quelle: imago images/Ulmer Pressebildagentur)Boris Palmer: Der Grünen-Politiker will seine eigenen Kinder nicht impfen lassen. (Quelle: Ulmer Pressebildagentur/imago images)

Die Debatte um die Corona-Impfung für Minderjährige reißt nicht ab. Auch Politiker sind sich nicht einig – Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat eine klare Meinung zu dem Thema. Lesen Sie hier mehr.

US-Behörde warnt vor Hunderttausenden Covid-Neuinfektionen

Die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC hat vor Hunderttausenden Corona-Neuinfektionen pro Tag in den USA gewarnt. Wenn das Land zusammenstehe, Ungeimpfte sich impfen ließen und die Menschen ihre Masken trügen, könne man die Situation binnen wenigen Wochen unter Kontrolle bringen, sagte Rochelle Walensky am Donnerstagabend (Ortszeit) dem Sender CNN. "Unsere Modelle zeigen jedoch, dass wir, wenn wir das nicht tun, auf mehrere 100.000 Fälle pro Tag kommen könnten – ähnlich wie beim Anstieg Anfang Januar."

Auf die Frage, ob die Zahlen nun auch schnell wieder sinken könnten, sagte Walensky: "Das haben wir bisher noch nicht gesehen." In etlichen südlichen US-Bundesstaaten wie Florida gebe es vielmehr einen exponentiellen Anstieg. Es sei aber durchaus anzumerken, dass man in der Vergangenheit bei derart hohen Fallzahlen viel mehr Todesfälle verzeichnet habe. Das liege an der Impfung gegen das Virus. Bei Impfdurchbrüchen sei der Krankheitsverlauf in der Regel mild. "Was sie (die Impfung) aber nicht mehr kann, ist die Übertragung verhindern", sagte die CDC-Chefin mit Blick auf die besonders ansteckende Delta-Variante.

Die Delta-Variante hat inzwischen im ganzen Land mit seinen 330 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu einem starken Anstieg der Neuinfektionen geführt. Ihre Zahl ist von rund 10.000 pro Tag im Juni auf inzwischen fast 90.000 im Durchschnitt hochgeschnellt.

Eine Krankenschwester im Bundesstaat New York impft einen Mann: Trotz Impfungen steigt die Zahl der Neuansteckungen. (Quelle: Mary Altaffer/AP/dpa)Eine Krankenschwester im Bundesstaat New York impft einen Mann: Trotz Impfungen steigt die Zahl der Neuansteckungen.

Politik diskutiert über Impfanreize 

Um die stockende Impfkampagne in Deutschland wieder in Schwung zu bringen, werden in der Politik verschiedene Impfanreize diskutiert. Während Linken-Franktionschef Dietmar Bartsch für eine Impfprämie plädiert, kann sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt Impfstationen für Einreisende an Flughäfen und Banhöfen vorstellen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Stiko-Mitglied: Entscheidung über Schwangeren-Impfung bis Ende August

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will bis Ende dieses Monats entscheiden, ob sie eine Corona-Impfung für Schwangere doch empfiehlt. "Die Stiko arbeitet die vorliegenden Daten für eine Covid-19-Impfung in der Schwangerschaft derzeit systematisch auf", sagte die der Stiko angehörende Gynäkologin Marianne Röbl-Mathieu dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag).

Im Mittelpunkt stünden dabei die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe sowie die Erkenntnisse zu Corona-Erkrankungen in der Schwangerschaft. Diese Aspekte würden dann einer Nutzen-Risiko-Bewertung unterzogen. "Ergebnisse dieser Stiko-Analyse und Bewertung sind ab Ende August zu erwarten." Fachgesellschaften hatten sich dafür ausgesprochen, Schwangere und Stillende priorisiert gegen Covid-19 zu impfen.

Heil will Kurzarbeiterregelung bis Ende des Jahres verlängern 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die bestehende Kurzarbeiterregelung bis Ende 2021 verlängern. "Kurzarbeit war und ist unsere stabile Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal", sagte Heil der "Rheinischen Post" (Freitag). Die Arbeitslosigkeit gehe zurück, das sei erfreulich. "Aber angesichts der Tatsache, dass es in einer Reihe Branchen noch konjunkturelle Störungen gibt, halte ich es für sinnvoll, vorsorglich die bestehenden Regelungen für Kurzarbeit bis zum Ende des Jahres zu verlängern", so der SPD-Politiker weiter.

Ähnlich wie Heil hatte sich am Wochenende Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz geäußert: Sowohl die Kurzarbeiterregelung als auch die Wirtschaftshilfen für strauchelnde Unternehmen sollten bis Ende des Jahres verlängert werden, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Von verschiedenen Ökonomen gab es Kritik an einer Verlängerung der Maßnahmen: Das wäre "völlig verfrüht", sagte Lars Feld, ehemaliger Chef der Wirtschaftsweisen, der "Rheinischen Post".

Südfrankreich soll zum Hochrisikogebiet erklärt werden

Die Bundesregierung will einem Bericht der Funke Mediengruppe zufolge Südfrankreich zum Hochrisikogebiet erklären. Betroffen seien die Regionen Okzitanien, Provence-Alpes-Cote d'Azur sowie die Mittelmeerinsel Korsika, heißt es in einem Vorabbericht. Einreisende aus diesen Gebieten müssten dann in eine mindestens fünftägige Quarantäne gehen, wenn sie kein Impf- oder Genesenenzertifikat vorweisen können.

Gesundheitspass wird im öffentlichen Verkehr in Italien obligatorisch

In Italien werden die Regelungen zum Nachweis von Corona-Impfungen und -Tests ausgeweitet. Das Kabinett in Rom verabschiedete am Donnerstag eine Regelung, wonach der Corona-Gesundheitspass für Passagiere in öffentlichen Verkehrsmitteln ab 1. September obligatorisch wird. Dies gilt für Inlandsflüge, Züge und einige Fährverbindungen. Auch müssen Lehrer an Schulen sowie Lehrende und Studierende an Hochschulen den Pass vorweisen.

Corona-Fälle in Großbritannien steigen wieder

Nach einem überraschenden Rückgang der Corona-Zahlen in Großbritannien ist die Zahl der Neuinfektionen wieder angestiegen. Am Donnerstag wurden erstmals wieder mehr als 30.000 Neuinfektionen gemeldet, wie aus den offiziellen Zahlen der britischen Regierung hervorgeht. In den vergangenen Tagen hatten die täglichen Fallzahlen darunter gelegen.

Am 19. Juli waren in England fast alle noch geltenden Corona-Beschränkungen aufgehoben worden – auch Nachtclubs öffneten wieder und die Maskenpflicht wurde vielerorts abgeschafft. Dass danach die Fallzahlen für eine Weile zurückgingen, hatte Epidemiologen sowie die Öffentlichkeit überrascht. Danach hatten sie sich bei um die 20.000 Fälle täglich eingependelt, bevor sie nun wieder zunahmen. Ob der aktuelle Anstieg nun die gefürchtete Trendwende einleitet, ist noch nicht erkennbar.

Frankreich: Oberstes Gericht billigt Impfpflicht

Der französische Verfassungsrat hat grünes Licht für eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal und die Ausweitung der Nachweispflicht gegeben. Ein entsprechendes Gesetz bestätigte das Gericht in großen Teilen, wie es am Donnerstag mitteilte. Damit steht den strengeren Hygienevorschriften im Großen und Ganzen nichts mehr im Weg. Die Regierung will, dass sie schon ab nächster Woche gelten.

Kritik gab es vom Verfassungsrat aber an einigen Details, etwa einer geplanten Quarantänepflicht von zehn Tagen für positiv Getestete. Dies sei weder notwendig noch verhältnismäßig, urteilte die Instanz. Auch bestimmte berufliche Konsequenzen für Menschen, die etwa in Restaurants oder Museen arbeiten, ließ das Gericht durchfallen. Konkret geht es um Menschen, die an einem Ort arbeiten, an dem künftig ein Nachweis notwendig ist. Auch sie müssen diesen dann erbringen. Tun sie das nicht, kann das Konsequenzen haben. Dem Verfassungsrat zufolge dürfen befristete Verträge bei fehlendem Nachweis aber nicht vorzeitig beendet werden.

Demonstranten in Paris Ende Juli: Sie protestierten gegen die Impfpflicht für bestimmte Arbeitszweige und den von der Regierung geforderten obligatorischen Impfass.  (Quelle: dpa/Alain Jocard)Demonstranten in Paris Ende Juli: Sie protestierten gegen die Impfpflicht für bestimmte Arbeitszweige und den von der Regierung geforderten obligatorischen Impfass. (Quelle: Alain Jocard/dpa)

Frankreich steckt derzeit in einer vierten Corona-Welle. Innerhalb einer Woche infizierten sich zuletzt landesweit etwa 225 Menschen auf 100.000. Bereits Mitte Juli hatte Staatschef Emmanuel Macron im Kampf gegen das Virus Sars-CoV-2 die strengeren Regeln angekündigt. Wegen teils heftiger Kritik rief Premierminister Jean Castex den Verfassungsrat an. Auch einige Abgeordnete wandten sich an die Instanz. 

Israel verteidigt "Booster"-Impfungen als "großen Dienst für die Welt"

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett hat die Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen als "großen Dienst" für die Welt verteidigt, während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Ungleichverteilung von Impfstoffen einen vorübergehenden Stopp für dritte Impfdosen gefordert hat. "Israel geht hier mit etwas voran, das einen grundlegenden Beitrag zum globalen Wissen leistet", sagte Bennett am Donnerstag. Sein Land erweise der Welt einen Dienst, indem es die dritte Impfung an seiner Bevölkerung teste.

Fast 60 Prozent der 9,3 Millionen Einwohner Israels haben bereits zwei Impfungen erhalten. Für Menschen über 60 Jahren wurde zuletzt eine Auffrischungsimpfung eingeführt. Die WHO hingegen plädierte dafür, mit der dritten Dosis bis September zu warten, um erstmal in Ländern zu impfen, wo große Teile der Bevölkerung noch keinen Wirkstoff erhalten haben. Die ungleichmäßige Impfstoffverteilung wischte Bennett beiseite und verwies auf Israels relativ kleine Bevölkerung. Hingegen werde das in diesem Prozess gewonnene Wissen "sofort mit der ganzen Welt geteilt". "Ohne uns wüsste die Welt nicht, wie hoch die Wirksamkeit der Auffrischungsimpfungen genau ist, wie sie sich auf Infektionen auswirken und wie sie schwere Erkrankungen beeinflussen", sagte er.

Seine Äußerungen waren Teil einer Kampagne, mit der vor allem rund eine Million ungeimpfte jüngere Israelis zur Impfung ermutigt werden sollen. "Es ist, als ob Sie mit einem automatischen Gewehr herumlaufen und mit Delta-Varianten auf Menschen schießen", sagte Bennett über Umgeimpfte. Er warnte die Bevölkerung vor einem neuen Lockdown, würden die Impfraten nicht steigen. Seit Sonntag wurden in Israel durchschnittlich mehr als 3.000 neue Corona-Fälle pro Tag registriert. 250 Menschen sind ernsthaft erkrankt. Israel hatte die meisten Corona-Beschränkungen Anfang Juni aufgehoben, begann aber im vergangenen Monat, einige wieder einzuführen.

Spahn appelliert an Patriotismus der Ungeimpften

Die Appelle von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an die noch nicht gegen das Coronavirus geimpften Bürger werden immer eindringlicher. "Impfen ist ein patriotischer Akt", schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. "Man schützt nicht nur sich selbst, sondern uns als Gesellschaft."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Das Impfen gegen das Coronavirus nennt er einen "patriotischen Akt". (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Das Impfen gegen das Coronavirus nennt er einen "patriotischen Akt". (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Bisher haben mehr als 73 Prozent der über 18-Jährigen mindestens eine Impfung erhalten. Experten wie der Wissenschaftler Uwe Wagschal von der Universität Freiburg, der die Befragung "Politikpanel Deutschland" leitet, gehen von einer "tendenziellen Impfbereitschaft" von mehr als 80 Prozent der Erwachsenen aus. Die Thüringer Stadt Sonneberg hatte daher zum Beispiel versucht, Impfmuffel mit einer Gratis-Bratwurst zu locken.

Die Quote für einen vollständigen Impfschutz lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom heutigen Donnerstag (Stand 9.20 Uhr) zuletzt bei 53,6 Prozent der Bevölkerung – nach 53,0 Prozent am Vortag. Dies entspricht rund 44,6 Millionen Bürgern. Die Impfquote war in den vergangenen Wochen langsamer angestiegen als noch zuvor. Im Schnitt werden derzeit mehr als vier Personen pro Sekunde geimpft.

Bericht: Spahn will Pandemie-Notlage nicht verlängern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich einem Zeitungsbericht zufolge dagegen ausgesprochen, die Ende September auslaufende Pandemie-Notlage zu verlängern. Bei einer Sondersitzung des Bundestags-Gesundheitsausschusses habe er gesagt, aus seiner Sicht seien alle nötigen Anschlussregelungen für den Fall des Auslaufens bereits getroffen worden, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" ("RND"). Sollten weitere Maßnahmen nötig seien, könnten diese auf Länderebene beschlossen werden.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich dagegen gerade dafür ausgesprochen, diesen Sonderstatus zu verlängern. "Das wird sein müssen, wenn man mich fragt", sagte Scholz am Mittwochabend in der Veranstaltungsreihe "RND vor Ort" in Kiel.

Der Beschluss des Bundestags, wonach eine "Epidemische Lage von nationaler Tragweite" besteht, läuft Ende September aus. An die Feststellung sind eine Reihe von Anti-Corona-Maßnahmen gekoppelt. Sie gibt dem Bund das Recht, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise.

Moderna-Impfstoff schützt nach sechs Monaten etwa gleich gut

Der US-Biotechnologiekonzern Moderna gibt ermutigende Daten zu seinem Corona-Impfstoff bekannt: Das Vakzin schütze vier bis sechs Monate nach der zweiten Dosis zu 93 Prozent. Das unterscheidet sich kaum von der 94-prozentigen Wirksamkeit, die in der ursprünglichen klinischen Studie erzielt wurde, und ist besser als beim Impfstoff von Biontech und Pfizer. Die Schutzwirkung von deren Vakzin verringert sich Studien zufolge alle zwei Monate um etwa sechs Prozentpunkte und liegt sechs Monate nach der zweiten Impfung bei etwa 84 Prozent. Beide Impfstoffe basieren auf der sogenannten mRNA-Technologie.

Reisende am Stuttgarter Flughafen: Die Pflicht zu Corona-Tests vor und nach der Einreise ins Vereinigte Königreich besteht auch weiterhin. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)Reisende am Stuttgarter Flughafen: Die Pflicht zu Corona-Tests vor und nach der Einreise ins Vereinigte Königreich besteht auch weiterhin. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Großbritannien gibt grünes Licht für Reisende aus Deutschland

Reisende aus Deutschland, Österreich und einigen anderen europäischen Ländern dürfen ab Sonntag wieder ohne Quarantäneauflagen nach Großbritannien reisen. Die Regierung in London stufte die Länder am Donnerstag nach ihrem Corona-Ampelsystem auf Grün. Das bedeutet, vor und nach der Einreise ins Vereinigte Königreich gibt es nur die Pflicht zu Corona-Tests.

Die für die Briten wichtigen Urlaubsländer Spanien und Frankreich sind in der Warnstufe Gelb. Das bedeutete für Frankreich eine Lockerung, nachdem das Land Mitte Juli in die Kategorie "Amber plus" eingestuft worden war, sodass auch Geimpfte nach der Rückkehr in Quarantäne mussten. Jetzt sind sie wieder davon ausgenommen. Es gab Spekulationen, auch über Spanien werde die Verschärfung verhängt, was eine Welle vorzeitiger Rückreisen ausgelöst hätte.

Impfstoff-Ampullen des Covid-19-Vakzins von Johnson & Johnson: Trotz der sich ausbreitenden Delta-Variante sei die Impfnachfrage bereits vor den Sommerferien gesunken. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)Impfstoff-Ampullen des Covid-19-Vakzins von Johnson & Johnson: Trotz der sich ausbreitenden Delta-Variante sei die Impfnachfrage bereits vor den Sommerferien gesunken. (Quelle: Fabian Sommer/dpa)

Allein in NRW müssen 100.000 Impfstoffdosen vernichtet werden

Nachdem erstmals im zentralen Landeslager nicht länger haltbarer Corona-Impfstoff aus Impfzentren entsorgt werden muss, sehen auch Hausärzte ein Problem mit überschüssigen Dosen. Durch die Empfehlung einer Kreuzimpfung mit kombinierten Impfstoffen werde der Impfstoff von Astrazeneca kaum noch angenommen, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Nordrhein, Oliver Funken, der dpa.

Er rechne damit, dass landesweit etwa 100.000 Impfdosen zu verfallen drohten. "Das ist eine grobe Schätzung." Es gebe keine Mechanismen für die Hausärzte, Impfstoff an den Bund zurückzuführen. Es gebe nur die vage Möglichkeit einer Abgabe an Impfzentren. Eine Weitergabe an Dritte sei nicht möglich, da es sich um Staatseigentum handele.

Die Impfnachfrage sei schon kurz vor den Sommerferien gesunken. Die Aufhebung von Reisebeschränkungen trotz der sich ausbreitenden Delta-Variante habe die Impfungen zu Ferienbeginn in den Hintergrund rücken lassen. "Der Urlaub ruft", verdeutlichte Funken die Stimmung.

Reisende kontrolliert: Kaum Verstöße gegen Testpflicht

Zum Start der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus dem Ausland hat die Bundespolizei von Sonntag bis Mittwoch mehr als 28.200 Reisende an den Flughäfen Hannover, Hamburg und Bremen sowie an der niederländischen Grenze kontrolliert. Wie die Bundespolizei am Donnerstag mitteilte, wurden dabei nur wenige Verstöße festgestellt. In 92 Fällen meldeten die Beamten fehlerhafte oder fehlende Nachweise. "Bis auf wenige Beanstandungen haben sich die Reisenden vorbildlich auf die neue Situation eingestellt", sagte der Vizepräsident der Bundespolizeidirektion Hannover, Michael Schuol.

Seit Sonntag gilt für alle Menschen ab zwölf Jahren, dass für die Einreise nach Deutschland unabhängig vom Verkehrsmittel ein negatives Testergebnis, ein Impf- oder Genesenennachweis erforderlich ist. Bisher galt das nur für die Einreise mit dem Flugzeug. Wer aus einem Virusvariantengebiet zurückkehrt, braucht in jedem Fall ein negatives Testergebnis, auch wer geimpft oder genesen ist.

USA planen Impfpflicht für internationale Reisende

Die USA planen, ihre Grenzen für vollständig geimpfte Besucher wieder zu öffnen. Washington entwickele "einen stufenweisen Ansatz, der im Laufe der Zeit bedeuten wird, dass ausländische Staatsangehörige, die in die Vereinigten Staaten reisen – aus allen Ländern – vollständig geimpft sein müssen", sagte ein Beamter des Weißen Hauses am Mittwoch. Dabei werde es "begrenzte Ausnahmen" geben. Einen Zeitrahmen nannte der Beamte nicht. Die Arbeitsgruppen, die sich mit diesem Thema befassen, "entwickeln eine Politik, um zu gegebener Zeit auf dieses neue System umsteigen zu können".

Erst Ende Juli hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, betont, die verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Ländern würden vorerst nicht aufgehoben. Zur Begründung verwies sie darauf, dass sich die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus "sowohl hier als auch im Ausland" ausbreite.

Die USA hatten vor über einem Jahr die Einreise für Bürger der EU, Großbritanniens, Chinas und des Iran eingeschränkt. Später kamen weitere Länder hinzu, darunter Brasilien und Indien. Ausnahmen vom US-Einreiseverbot gelten unter anderem für Studenten, Journalisten und Geschäftsleute.

Großbritannien setzt Deutschland auf "grüne Liste": keine Quarantäne

Die britische Regierung hat Deutschland und mehrere andere europäische Länder in die niedrigste Risikokategorie herabgestuft. Die Änderung werde am Sonntag um 4 Uhr Ortszeit (5 Uhr deutscher Zeit) in Kraft treten, wie die britische Nachrichtenagentur PA am Mittwoch meldete. Einreisende aus Ländern auf der sogenannten grünen Liste können ohne Quarantäne nach Großbritannien einreisen, müssen jedoch einen negativen Test mitbringen und an Tag Zwei nach der Einreise einen PCR-Test machen.

Durch die neue Einstufung entfällt die Pflichtquarantäne auch für Menschen, die noch nicht vollständig geimpft sind. Zuvor konnten seit Anfang der Woche bereits Geimpfte aus der EU und den USA wieder nach Großbritannien einreisen, ohne sich isolieren zu müssen.

Bei der Rückkehr nach Deutschland können jedoch nach aktuellem Stand nur Geimpfte die Quarantäne umgehen, da das Vereinigte Königreich weiterhin als Hochrisikogebiet gilt. Die Inzidenz lag zuletzt bei 275 (Stand: 30. Juli).

Gleichzeitig erhöhte die britische Regierung die Preise für die Hotel-Quarantäne, die Einreisende absolvieren müssen, die aus Ländern auf der sogenannten roten Liste kommen. Auf dieser Liste stehen etwa Länder, in denen gefährliche Varianten kursieren. Mussten Reisende bislang für die elf Tage pro Person 1750 Pfund zahlen, werden es künftig 2285 Pfund (umgerechnet mehr als 2680 Euro) sein

Mehrere SPD-Regierungschefs gegen Verschärfungen für Ungeimpfte

Mehrere SPD-Landesregierungschefs haben die Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums zu Verschärfungen für Ungeimpfte zurückgewiesen. "Ich halte es für falsch und rechtlich unzulässig, Ungeimpfte vom öffentlichen Leben auszuschließen", kritisierte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte der "Bild"-Zeitung. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: "Niemand soll vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden." Mit negativem Test sollten Ungeimpfte weiter zum Beispiel an Veranstaltungen teilnehmen dürfen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sagte dem Blatt, es sei wichtig, dass sich mehr Menschen impfen ließen. "Drohungen bringen uns da nicht weiter. Wir müssen überzeugen."

Das Ministerium von Jens Spahn (CDU) hatte in einem Bericht, der an den Bundestag und die Länder ging, Vorschläge aufgelistet, um die vierte Welle flachzuhalten. Besonders für Ungeimpfte könnten abhängig von der Impfquote, der Inzidenz und der Rate schwerer Klinikfälle ab bestimmten Grenzwerten erneut weitergehende Einschränkungen notwendig werden, hieß es darin unter anderem. Dazu zählten Kontaktbeschränkungen und die Begrenzung der Teilnahme oder ein Teilnahme-Ausschluss für Veranstaltungen und die Gastronomie ("2G statt 3G") – also auch mit negativem Test

Weltweit mehr als 200 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen auf mehr als 200 Millionen angestiegen. Das ging am Mittwoch aus Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg damit in einem guten halben Jahr, seit dem 26. Januar, um 100 Millionen an. Die Zahl der weltweit bestätigten Todesfälle nach einer Corona-Infektion liegt inzwischen bei 4,25 Millionen – doppelt so viele wie noch Ende Januar. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von höheren Dunkelziffern aus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen etwas höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO zählte bis Mittwoch 199,5 Millionen bestätigte Infektionen und knapp 4,25 Millionen Todesfälle. Die Zahl der weltweit verabreichten Corona-Impfungen liegt laut WHO inzwischen bei rund vier Milliarden.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es bislang mit gut 35 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf Platz zwei steht mit rund 32 Millionen Infektionen Indien mit einer Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen. Dahinter folgen Brasilien (20 Millionen) sowie Russland und Frankreich (je etwa 6,25 Millionen). In Deutschland gab es den Johns-Hopkins-Daten zufolge knapp 3,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2.

WHO fordert von reichen Ländern Verzicht auf "Booster"-Impfungen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich für einen Stopp bei der Verabreichung dritter Impfdosen ausgesprochen. "Wir können nicht hinnehmen, dass Länder, die bereits den Großteil des weltweit verfügbaren Impfstoffs verwendet haben, jetzt noch mehr verwenden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch. Der Fokus der globalen Impfkampagne müsse stattdessen darauf liegen, dass ärmere Länder mehr Impfstoff für Erst- und Zweitimpfungen erhalten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO: "Wir können nicht hinnehmen, dass Länder, die bereits den Großteil des weltweit verfügbaren Impfstoffs verwendet haben, jetzt noch mehr verwenden", sagt ihr Chef am Mittwoch.  (Quelle: IMAGO / Andreas Haas)Die Weltgesundheitsorganisation WHO: "Wir können nicht hinnehmen, dass Länder, die bereits den Großteil des weltweit verfügbaren Impfstoffs verwendet haben, jetzt noch mehr verwenden", sagt ihr Chef am Mittwoch. (Quelle: IMAGO / Andreas Haas)

Die UN-Organisation prangert seit Monaten die ungleiche Verteilung von Impfstoffen an. "Wir brauchen eine dringende Umkehr davon, dass der Großteil der Impfstoffe an reiche Länder geht", unterstrich Tedros erneut. Deshalb sollten sogenannte Auffrischungsimpfungen bis mindestens Ende September nirgendwo gängige Praxis sein.

Die WHO hat das Ziel formuliert, dass jedes Land bis Ende September mindestens zehn Prozent seiner Bevölkerung geimpft hat. Bis Ende des Jahres sollen es 40 Prozent sein und 70 Prozent bis Mitte 2022. Davon sind viele Länder noch sehr weit entfernt. Nach Angaben der Weltbank wurden in reichen Ländern im Schnitt 101 Impfstoffdosen pro 100 Einwohner verabreicht. In den 29 ärmsten Ländern der Welt fällt dieser Wert auf weniger als zwei Impfdosen.

Neue Lambda-Variante besorgt Fachleute nicht

Daten aus Japan zu möglicherweise problematischen Eigenschaften der Lambda-Variante des Coronavirus sorgen bei Fachleuten nicht für besondere Beunruhigung. Die Weltgesundheitsorganisation verwies auf eine derzeit nicht besonders starke Ausbreitung der Variante: Covid-19-Expertin Maria van Kerkhove sagte am Mittwoch: "Es geht nicht wirklich hoch, selbst in Peru nicht, wo die Variante zuerst entdeckt wurde." Nach Angaben aus Peru werde die Lambda-Variante dort von der Gamma-Variante verdrängt.

Die Daten aus Japan würden derzeit überinterpretiert, teilte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Daten zeigten, dass Lambda in Labor-Versuchen etwas ansteckender sei als das ursprüngliche Virus, aber nicht ansteckender als die Delta-Variante, die in Deutschland derzeit vorherrschend ist. Lambda könnte demnach auch dem Immunschutz "etwas entkommen, aber nicht so stark wie Delta". Insofern beunruhige ihn diese Variante anhand der aktuell vorliegenden Daten noch nicht, erklärte Watzl.

Ein US-Team hatte Anfang Juli ebenfalls in einem Pre-Print Ergebnisse vorgelegt, die darauf hindeuteten, dass die derzeit genutzten Impfstoffe auch vor Lambda schützen. In Deutschland ist Lambda nach Daten des Robert Koch-Instituts seit Jahresbeginn 100-mal bei Analysen gefunden worden, was einem Anteil von 0,1 Prozent entspricht. In den vergangenen Wochen wurden demnach nur noch Einzelfälle festgestellt.

Deutschland spendet alle Impfdosen von Astrazeneca

Deutschland spendet ab sofort alle noch ausstehenden Impfstofflieferungen des britischen Herstellers Astrazeneca direkt an die internationale Impf-Initiative Covax. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Redaktionsnetzwerk Deutschland an. In einem ersten Schritt betrifft dies demnach 1,3 Millionen Dosen. Covax versorgt Entwicklungsländer mit Impfstoffen gegen das Coronavirus.

"Es ist in unserem ureigenen nationalen Interesse, die Welt zu impfen. Denn diese Pandemie ist erst wirklich vorbei, wenn das Virus weltweit unter Kontrolle ist", sagte Spahn. Deutschland werde zudem auch zugunsten von anderen EU-Staaten auf die ihm nach den EU-Verträgen noch zustehenden Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson verzichten. Hier geht es demnach um 1,7 Millionen Impfdosen. Bei Bedarf könnten diese später geliefert oder auch ebenfalls an Drittstaaten abgegeben werden.

Die Bundesregierung setzt bei der laufenden Impfkampagne derzeit praktisch ausschließlich auf die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. An diesen herrscht aktuell kein Mangel mehr. Für das nächste Jahr sind zudem Impfstoffe auf Proteinbasis von Novavax und Sanofi eingeplant, die aber bislang noch nicht zugelassen sind. Auch abschließende Daten zur Wirksamkeit liegen hier noch nicht vor.

Neue Studie: Kinder mit Covid-19 nach sechs Tagen gesund

Kinder mit Covid-19-Symptomen sind einer Studie zufolge im Durchschnitt nach sechs Tagen wieder gesund. Das berichten britische Forscher nach einer Studie im Fachmagazin "The Lancet Child & Adolescent Health". Nach eigenen Angaben liefern die Autoren, die unter anderem am King's College in London forschen, damit eine erste breit angelegte Untersuchung, die Erkenntnisse zu symptomatisch an Covid-19 erkrankten Kindern ermöglicht.

Corona-Test bei einem Mädchen: Einer neuen Studie zufolge kommt es nur sehr selten vor, dass Kinder auch noch vier Wochen nach ihrer Infektion Symptome zeigen.  (Quelle: IMAGO / Xinhua)Corona-Test bei einem Mädchen: Einer neuen Studie zufolge kommt es nur sehr selten vor, dass Kinder auch noch vier Wochen nach ihrer Infektion Symptome zeigen. (Quelle: IMAGO / Xinhua)

Basis der Untersuchung waren die von Eltern oder anderen Erziehungsbeauftragten eingetragenen Symptome, die über eine App nach einem positiven Test gemeldet wurden. In die Auswertung flossen die Krankheitsverläufe von 1.734 Kindern zwischen 5 und 17 Jahren ein, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und Krankheitssymptome zeigten. Im Schnitt hatten die erkrankten Kinder drei Symptome – zu den häufigsten zählten Müdigkeit, Kopfschmerzen und der Verlust von Geschmacks- oder Geruchssinn.

Selten kam es vor, dass Kinder auch noch vier Wochen nach ihrer Infektion oder länger Symptome zeigen – in der Untersuchung war das bei 4,4 Prozent der Fall. Nach acht Wochen verspürten noch weniger als zwei Prozent der Kinder Symptome. "Es ist beruhigend, dass die Zahl der Kinder, die lange unter Covid-19-Symptomen leiden, sehr niedrig ist", wird Hauptautorin Emma Duncan in einer "Lancet"-Mitteilung zitiert. Ältere waren etwas länger krank – im Schnitt sieben Tage – als die Fünf- bis Elfjährigen, bei denen die Symptome im Mittel fünf Tage dauerten. Der Untersuchungszeitraum lief bis Ende Februar. Daher ist unklar, ob die Ergebnisse auf die Delta-Variante des Coronavirus übertragen werden können. Diese wurde zunächst in Indien entdeckt und verbreitete sich erst ab dem Frühjahr von Großbritannien aus über Europa.

England lässt Corona-Impfung für 16- bis 17-Jährige zu

Nach einer neuen Empfehlung der britischen Impfkommission sollen in Großbritannien 16- und 17-jährige Jugendliche gegen Corona geimpft werden. "Ich habe die Expertenempfehlung angenommen und den Gesundheitsdienst gebeten, sich so schnell wie möglich auf die Impfungen vorzubereiten", sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Mittwoch laut einer Mitteilung. 

Zuvor hatte das "Joint Committee on Vaccination and Immunisation", das eine ähnliche Rolle wie die Ständige Impfkommission in Deutschland spielt, seine neue Linie bekanntgegeben. Bislang war die Corona-Impfung – ähnlich wie in Deutschland – nur für Jugendliche mit Vorerkrankungen empfohlen worden.

Die Kommission sieht zunächst eine Dosis des Biontech-Impfstoffs für die Jugendlichen vor. Eine Empfehlung zur zweiten Dosis soll folgen. Angesichts noch immer hoher Corona-Fallzahlen hatten Wissenschaftler die Regierung davor gewarnt, bei Kindern und Jugendlichen auf eine Strategie der natürlichen Durchseuchung zu setzen. Insbesondere nach den Sommerferien wird mit einem Anstieg der Fallzahlen gerechnet

EU kauft bis zu 200 Millionen Impfdosen von Novavax

Die EU sichert sich den Zugriff auf bis zu 200 Millionen Dosen eines möglichen neuen Corona-Imfstoffs aus den USA. Wie die für den Einkauf zuständige EU-Kommission mitteilte, wurde am Mittwoch der Abschluss eines entsprechenden Vertrags mit dem US-Hersteller Novavax genehmigt. Der Impfstoff-Kandidat muss allerdings noch von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für sicher befunden werden.

Impfdosen der US-Firma Novavax: Der Impfstoff ist in der EU noch nicht zugelassen. (Quelle: IMAGO / Martin Wagner)Impfdosen der US-Firma Novavax: Der Impfstoff ist in der EU noch nicht zugelassen. (Quelle: IMAGO / Martin Wagner)

Die Kommission hat bereits sechs andere Verträge über Abnahmegarantien mit Corona-Impfstoffherstellern abgeschlossen. Über die neue Vereinbarung können Mitgliedstaaten zunächst 100 Millionen Dosen von Novavax kaufen. Zudem gibt eine Option für den Kauf von weiteren 100 Millionen, sobald das Vakzin von der EMA überprüft wurde.

Der Impfstoff NVX-CoV2373, der zweimal gespritzt werden muss, hat laut den jüngsten Studien eine Wirksamkeit von 90,4 Prozent, wie Novavax im Juni mitteilte. Das heißt, dass bei geimpften Probanden rund 90 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als bei nicht geimpften.

Britische Studie: Ungeimpfte stecken sich dreimal häufiger an als Geimpfte

Eine neue Studie zeigt: Vollständig gegen Covid-19 Geimpfte haben ein deutlich geringeres Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken als Ungeimpfte. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Neue Höchstwerte bei Infektionszahlen in China

China hat nach Massentests zur Eindämmung eines Corona-Infektionsherdes neue Höchststände bei der Zahl der Neuinfektionen gemeldet. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilten, wurde das Virus binnen eines Tages bei 71 Menschen nachgewiesen, der höchste Wert seit Januar.

Die neuen Infektionsfälle gehen nach Einschätzung der chinesischen Gesundheitsbehörden auf einen Infektionsherd in der ostchinesischen Metropole Nanjing zurück, wo inzwischen Einschränkungen für hunderttausende Menschen gelten. In Nanjing waren Mitte Juli neun Reinigungskräfte am internationalen Flughafen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seitdem haben die Behörden fast 500 Neuinfektionen registriert.

Die chinesische Regierung verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie: Im Kampf gegen den größten Corona-Ausbruch seit Monaten wurden mehrere Städte unter einen strikten Lockdown gestellt, Beschränkungen für Inlandsreisen verhängt und viele Menschen auf das Virus getestet. Am Dienstag waren landesweit 61 Neuinfektionen gemeldet worden. Auch im zentralchinesischen Wuhan, wo das Coronavirus Ende 2019 erstmals auf einem Tiermarkt festgestellt worden war, meldeten die Behörden am Dienstag einen Corona-Fall. Nun sollen alle elf Millionen Einwohner der Millionenmetropole getestet werden.

Impfquote steigt leicht – Spahn: "Es reicht noch nicht"

Es geht weiter voran mit den Corona-Impfungen, doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sich damit noch nicht zufriedengeben. Die Impfquote für einen vollständigen Schutz lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand 9.58 Uhr) zuletzt bei 53,0 Prozent der Bevölkerung – nach 52,6 Prozent am Vortag. Dies entspricht rund 44,1 Millionen Bürgern.

Der CDU-Politiker betonte, damit hätten inzwischen 73 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfung erhalten. "Das ist gut, aber es reicht noch nicht für einen sicheren Herbst und Winter", schrieb Spahn auf Twitter. Über die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren wird gerade gerungen – möglich ist sie bereits bei niedergelassenen Ärzten und in Impfzentren, allerdings hat die Ständige Impfkommission (Stiko) noch keine allgemeine Empfehlung dafür ausgesprochen.

Diese Corona-Regeln fordert Spahn – Druck auf Ungeimpfte wächst

Die Bundesregierung will ungeimpfte Menschen teilweise vom öffentlichen Leben ausschließen, sollte die Pandemie noch einmal eskalieren. Kritik wird laut. Das sind die Pläne im Überblick. 

Untersuchung in Tel Aviv: Nach wie vor sind Corona-Tests notwendig.  (Quelle: imago images/Orit Ben-Ezzer)Untersuchung in Tel Aviv: Nach wie vor sind Corona-Tests notwendig. (Quelle: Orit Ben-Ezzer/imago images)

Israel verschärft Corona-Beschränkungen wegen Delta-Variante

Mit neuen Beschränkungen will Israel die wieder zunehmende Ausbreitung des Coronavirus im Land in den Griff bekommen. Unter anderem müssten ab Sonntag Masken bei Veranstaltungen im Freien mit mehr als hundert Teilnehmern getragen werden, teilten die Behörden am Dienstagabend mit. In Innenräumen müsse auch beim Zusammentreffen von weniger als hundert Menschen jeder Teilnehmer mit dem "grünen Pass" eine vollständige Impfung oder eine Genesung nachweisen.

Außerdem sollen Einreisende aus den meisten der Länder der Welt bei der Ankunft in Israel verpflichtend in Quarantäne gehen müssen, erklärten die Behörden. Dabei sei egal, ob sie geimpft seien oder nicht.

Israel war eines der ersten Länder, dass die Pandemie zwischenzeitlich mit einer schnellen Impfkampagne weitgehend unter Kontrolle gebracht hatte. Mit der Ausbreitung des hochansteckenden Deltavirus hat die Zahl der Infektionen aber wieder deutlich zugelegt. Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, wurden innerhalb von 24 Stunden 3.818 Neuinfektionen verzeichnet – so viele wie zuletzt im März.

Bolivien meldet ersten Fall von "Schwarzem Pilz" bei Corona-Patient

Bolivien hat einen ersten Fall mit dem "Schwarzen Pilz" bei einem Corona-Patienten gemeldet. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurde der 42-Jährige Ende Juli in ein Krankenhaus der Stadt Cochabamba eingeliefert und musste sich zwei Operationen unterziehen. Dem Mann seien nach seiner Corona-Infektion, bei der er auf der Intensivstation behandelt worden war, die Zähne ausgefallen.

Fälle von "Schwarzem Pilz" bei Corona-Patienten waren zuvor bereits in Indien, Irak, Iran, Uruguay und Guatemala festgestellt worden. Die indische Hauptstadt Neu Delhi musste wegen der grassierenden Pilzinfektionen sogar eine spezielle Krankenhausabteilung einrichten.

Die Krankheit wird durch den Mucor-Schimmelpilz verursacht. Er gelangt durch die Atmung oder Hautverletzungen in den Körper und befällt dort in der Regel die Nebenhöhlen. Diabetiker und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders anfällig für die lebensbedrohliche Pilzinfektion.

In Türkei neuer Infektions-Höchstwert seit Anfang Mai

In der Türkei springen die neuen Coronavirus-Fälle mit knapp 25.000 auf ein neues Hoch seit den Spitzenwerten von Anfang Mai. Seitdem die Regierung mehrere Einschränkungen gelockert hat, rollt eine neue Infektionswelle über das Land. Bislang haben zwei Drittel aller Erwachsenen mindestens eine Impfung erhalten, knapp die Hälfte hat zwei Impfungen bekommen.

In Spanien sinkt Inzidenz nach Höhepunkt im vergangenen Monat

In Spanien schwächt sich der Inzidenz-Wert nach dem Höhepunkt neuer Infektionen mit der Delta-Variante vergangenen Monat weiter ab. Die Behörden melden einen Rückgang um 19 auf 674. Der Anteil an Klinik-Betten, die mit Corona-Patienten belegt sind, fällt auf 8,7 Prozent gegenüber 8,9 Prozent am Montag.

Künftig Impfnachweise für Restaurants und Fitnessstudios in New York

Für Aktivitäten in öffentlichen Innenräumen – etwa Restaurants, Fitnessstudios oder Kultureinrichtungen – muss in der Millionenmetropole New York künftig ein Impfnachweis erbracht werden. Das gelte ab Ende des Monats und auch für Mitarbeiter dieser Einrichtungen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Dienstag mit.

Mit der Maßnahme sollen die weitere Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eingedämmt und zudem weitere Menschen dazu gebracht werden, sich impfen zu lassen. Rund zwei Drittel der Erwachsenen in der Metropole mit rund 8,5 Millionen Einwohnern sind bislang vollständig geimpft.

Nicht-Geimpften könnte Zugang zu Restaurants verweigert werden

Aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums sind zur Eindämmung einer neuen großen Infektionswelle in den nächsten Monaten weitere Corona-Vorgaben erforderlich. Laut einem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, werden medizinische Schutzmasken noch bis ins nächste Jahr nötig sein.

Für Restaurantbesuche oder auch Veranstaltungen soll generell die 3G-Regel (3G: geimpft, genesen oder getestet) gelten. Abhängig von Faktoren wie der Impfquote, der Inzidenz und Zahl der Krankenhausfälle nach Altersgruppe könnte die 3G-Regel aber auch zu einer 2G-Regel verschärft werden. Damit könnten ungeimpfte Personen beispielsweise von Veranstaltungen ausgeschlossen werden.

Bundespolizei: Kaum Verstöße gegen neue Einreise-Testpflicht

Obwohl die neue Testpflicht kurzfristig eingeführt wurde, halten sich die meisten Reisenden daran. Das Bundespolizeipräsidium in Potsdam zog am Dienstag eine erste positive Zwischenbilanz. Lediglich in 616 Fällen habe die Bundespolizei die Gesundheitsbehörden der Länder über fehlende oder fehlerhafte Nachweise informieren müssen. Bei insgesamt 155.000 kontrollierten Einreisenden entspricht das einem Anteil von 0,4 Prozent.

Seit Sonntag gelten neue Regeln, die am Freitagnachmittag von der Bundesregierung offiziell bekanntgegeben worden waren. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nach Deutschland nachweisen können, dass sie entweder negativ auf das Coronavirus getestet, gegen Covid-19 geimpft oder genesen sind.

Ärztevertreter beklagen "Demontage" der Stiko

Die Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz, Jugendlichen ab zwölf Jahren verstärkt Corona-Impfungen anzubieten, sorgt weiter für Wirbel. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der Virchowbund, in dem niedergelassene Ärzte und Ärztinnen organisiert sind, am Dienstag eine "Demontage" der Ständigen Impfkommission (Stiko) durch die Politik.

"Bei aller berechtigten Kritik an der Transparenz der Entscheidungen, der Kommunikation und Geschwindigkeit der Stiko lehnen wir den gestrigen faktischen Eingriff in die wissenschaftliche Unabhängigkeit ab und weisen ihn zurück", erklärten die beiden Verbände. Die Stiko sei eine "bewährte Institution" und werde durch dieses Vorgehen geschwächt.

Iran: Neuer Höchstwert an Corona-Infektionen

Der Iran hat einen neuen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Als Ursache wird eine zunehmende Verbreitung der Delta-Variante angegeben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag wurden binnen eines Tages 39.019 Neuinfektionen registriert. Am Vortag waren es 37.189 Fälle. Im selben Zeitraum starben 378 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Iran liegt nun bei fast 4 Millionen, die der Corona-Toten bei über 91.000.

Delta-Ausbruch – Wuhan testet alle elf Millionen Einwohner

Mehr als eineinhalb Jahre nach der erstmaligen Feststellung des neuen Coronavirus in der chinesischen Stadt Wuhan herrscht dort wieder erhöhte Wachsamkeit. Die örtlichen Behörden kündigten am Dienstag die Testung aller zwölf Millionen Einwohner an, nachdem in der Hauptstadt der Provinz Hubei die ersten drei Fälle mit der als hoch ansteckend geltenden Delta-Variante entdeckt worden waren. Die Metropole war die erste weltweit, in der es Anfang 2020 zu einem Lockdown und Massentestungen kam. Seit Mai vergangenen Jahres wurden in Wuhan keine heimischen Übertragungen mehr registriert. 

Menschen in Wuhan (Archivfoto): Die Stadt will ihre Bürger auf das Coronavirus testen. (Quelle: imago images/Cheng Min)Menschen in Wuhan (Archivfoto): Die Stadt will ihre Bürger auf das Coronavirus testen. (Quelle: Cheng Min/imago images)

Ein Behördenvertreter sagte, nun sollten alle Bürger rasch getestet werden. Das Hauptaugenmerk in der Volksrepublik konzentrierte sich bislang auf Nanjing, die Hauptstadt der Provinz Jiangsu. Dort kam es Regierungsvertretern zufolge zu einem Virusausbruch, nachdem die Delta-Variante dort wahrscheinlich mit einem Flug aus Russland eingeschleppt worden war.

Seit in Nanjing am 20. Juli die ersten Infektionen entdeckt wurden, haben die chinesischen Behörden insgesamt 414 Fälle festgestellt. Ob diese alle auf die Delta-Variante zurückgehen und mit Nanjing zusammenhängen, ist bislang unklar.

Schottland hebt Großteil der Corona-Beschränkungen am 9. August auf

Nach England will auch Schottland den Großteil seiner verbleibenden Corona-Beschränkungen am kommenden Montag aufheben. Das gab Regierungschefin Nicola Sturgeon am Dienstag in Edinburgh bekannt. So muss etwa in Pubs, Restaurants oder bei Konzerten ab dem 9. August kein verpflichtender Abstand mehr gehalten werden, sodass Kapazitäten wieder voll ausgeschöpft werden können.

Vollständig Geimpfte müssen nicht mehr in Quarantäne, wenn sie mit
einem Infizierten in Kontakt gekommen sind. Auch Kontaktbeschränkungen bleiben Schutzmasken in vielen öffentlichen Räumen weiterhin Pflicht.

Rheinland-Pfalz impft Kinder ab Mittwoch auch in Zentren

Die Impfzentren in Rheinland-Pfalz werden von diesem Mittwoch an auch Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gegen das Coronavirus impfen. Außerdem kann diese Altersgruppe jetzt auch in Impfbussen eine Spritze bekommen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Dienstag in Mainz mitteilte. Die Impfzentren sind nur noch bis 30. September geöffnet.

Bangladesch will zehn Millionen Menschen in einer Woche impfen

Bangladesch will binnen einer Woche mindestens zehn Millionen Menschen gegen das Coronavirus impfen. Wie der Minister A.K.M Mozammel Haque am Dienstag bekanntgab, sollen die Impfungen ab Samstag in 14.000 Impfzentren im ganzen Land erfolgen. Alte Menschen, Arbeiter und Ladenbesitzer sollen demnach bevorzugt geimpft werden. Die Impfdosen hat die Regierung in Dhaka demnach aus China und den USA über die internationale Covax-Initiative erhalten.

Impf-Angebot für Kinder – Hausärzte kritisieren Gesundheitsminister

Die Hausärzte in Deutschland haben mit Unverständnis auf den Beschluss der Gesundheitsminister reagiert, allen Kindern ab zwölf Jahren ein Corona-Impfangebot zu machen. Warum eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu dieser Frage auf der Basis fundierter Studien nicht abgewartet werden könne, sei ihm schleierhaft, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Das Ganze klingt ein wenig nach Wahlkampfgetöse."

Jugendliche lässt sich impfen: Die Hausärzte werden den Gesundheitsministern eine "Missachtung der Kompetenz" der Stiko vor. (Quelle: dpa/Raul Mee)Jugendliche lässt sich impfen: Die Hausärzte werden den Gesundheitsministern eine "Missachtung der Kompetenz" der Stiko vor. (Quelle: Raul Mee/dpa)

Weigeldt warf den Gesundheitsministern eine "Missachtung der Kompetenz" der Stiko vor und warnte, dass der Beschluss zum Impfangebot zu Verunsicherung führen könne. Zudem liege das Pandemie-Risiko derzeit "mehr bei den nicht impfwilligen Erwachsenen als bei den Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren". Die Stiko empfiehlt Corona-Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige bisher nur bei Vorliegen besonderer Risiken.

In der "Wirtschaftswoche" vom Dienstag bezeichnete Weigeldt die Vorstellung, "dass wir selbst nach einer Stiko-Empfehlung alle Jugendlichen durchimpfen", als "genauso Science-Fiction wie die Vorstellung über eine Impfquote von 90 Prozent". Dies sei aber auch nicht notwendig. "Worunter die meisten Kinder leiden, ist sicherlich weniger Long-Covid als vielmehr Long-Lockdown", sagte der Mediziner. Er plädierte deshalb für eine Debatte über eine Impfpflicht für Kita- und Lehrpersonal.

Später als geplant: 70 Prozent der Erwachsenen in USA geimpft

Mit rund einem Monat Verspätung haben die USA ein von US-Präsident Joe Biden ausgerufenes Impfziel erreicht. Mit Stand Montag haben 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht. Eigentlich sollte diese Marke bereits am Unabhängigkeitstag am 4. Juli erreicht werden. Das Ziel wurde damals jedoch trotz zahlreicher Impfanreize und eines großen Vorrats an Impfstoffen verfehlt.

Impfung in einem Gemeindezentrum in Florida: Die USA haben eine wichtige Wegmarke ihrer Impfkampagne erreicht. (Quelle: imago images/Zuma Wire)Impfung in einem Gemeindezentrum in Florida: Die USA haben eine wichtige Wegmarke ihrer Impfkampagne erreicht. (Quelle: Zuma Wire/imago images)

Cyrus Shahpar, der im Weißen Haus für die Corona-Daten zuständig ist, schrieb auf Twitter von einem "Meilenstein". In den USA sind bislang fast 50 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft, rund 58 Prozent haben mindestens die erste Spritze bekommen.

Angesichts der rasch steigenden Zahl neuer Corona-Infektionen haben sich in den USA zuletzt wieder deutlich mehr Menschen impfen lassen. Die Impfkampagne war seit Juni ins Stocken geraten, mit zuletzt nur rund einer halben Million verabreichten Spritzen pro Tag. Der Trend kehrte sich nun jedoch angesichts der neuen Corona-Welle, die auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurückgeführt wird, wieder um.

RKI meldet wieder mehr Neuinfektionen – Inzidenz steigt weiter

Im Vergleich zur Vorwoche hat das Robert Koch-Institut wieder deutlich mehr Corona-Infektionen verzeichnet, auch die Inzidenz steigt weiter. Die aktuellen Zahlen zur Pandemie in Deutschland im Überblick.

Karl Lauterbach: Der Gesundheitsexperte befürwortet die Impfung von Jugendlichen. (Quelle: imago images/Political-Moments)Karl Lauterbach: Der Gesundheitsexperte befürwortet die Impfung von Jugendlichen. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Lauterbach spricht sich für Impfung von Jugendlichen aus

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach begrüßt den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, eine Impfung auch für Kinder und Jugendliche zu empfehlen. "Dass die Politik Fakten schafft, ist richtig", sagte er im Deutschlandfunk. "Wir wollen verhindern, dass Schulausfall und Krankheit kommen." Die Haltung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die derzeit keine Impfung von Kindern und Jugendlichen empfiehlt, wertete Lauterbach als Außenseiterposition. International nehme die Zahl der Studien zu, die eine Impfung empfehlen. Gleichwohl würdigte Lauterbach die Arbeit der Stiko, sie sei nicht überflüssig. 

Die wesentlichen Studien zur Impfung von Kindern zeigten, dass eine Durchseuchung mit der Delta-Variante des Coronavirus gefährlicher sei als eine Impfung. Wissenschaftlich komme er klar zu dem Ergebnis, dass Impfungen Kindern helfen. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC, die weltweit wohl die besten Experten habe, empfehle die Impfung von Kindern. In den USA seien mehr als sechs Millionen Kinder geimpft, die Immunisierung sei hier gut untersucht, so Lauterbach.

An diesem Montag haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern Corona-Impfangebote für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beschlossen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ort in Kolumbien verhängt Ausgangssperre für Ungeimpfte

Die Behörden der kolumbianischen Gemeinde Sucre haben eine achttägige Ausgangssperre für Ungeimpfte verhängt. "Alle müssen geimpft werden, sonst können sie sich in der Gemeinde Sucre nicht frei bewegen", sagte Bürgermeisterin Elvira Julia Mercado am Montag dem Radiosender Blu. Wer sich nicht an die Regelung halte, dem drohe eine Geldbuße oder sogar eine Haftstrafe.

Die Maßnahme sieht vor, dass Menschen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, ihr Haus nur in Ausnahmefällen verlassen dürfen - etwa, um einen Arzt aufzusuchen oder sich impfen zu lassen. Die Einschränkungen sollen zunächst acht Tage lang dauern und dann mit Blick auf das Infektionsgeschehen überprüft werden.

Stiko-Chef Mertens äußert sich zu Impfung für Kinder

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) Thomas Mertens dämpft Erwartungen an eine überarbeitete Impf-Empfehlung für Jugendliche. "Ich hoffe, dass wir das in den nächsten zehn Tagen schaffen", sagt Mertens dem "Spiegel". Eine grundsätzliche Änderung der Empfehlung könne er aber nicht versprechen. Bislang empfiehlt die Stiko Impfungen ab zwölf Jahren nur bei bestimmten Vorerkrankungen. Die Gesundheitsminister- und ministerinnen der Länder sprechen sich dagegen für eine allgemeine Impfung aus. Mertens sieht darin keinen Gegensatz. "Das ist eine politische Entscheidung, es ist die Freiheit der Politik so etwas im Sinne der allgemeinen Gesundheitsvorsorge anzubieten."

FDP-Chef Lindner befürwortet Impfangebote für Kinder ab zwölf Jahren

Christian Lindner hat befürwortet, dass Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ein Impfangebot gemacht werden soll. Wie das Nachrichtenmedium "Der Spiegel" berichtete, betonte der FDP-Parteichef aber gleichzeitig, dass Familien ohne jeden Druck entscheiden können müssten, ob sie das Angebot annehmen. "Der Selbstbestimmung kommt eine besondere Bedeutung zu, weil es keine Empfehlung der Stiko gibt", sagte Lindner dem Nachrichtenmedium.

Der FDP-Politiker warnte er zudem vor einer Unterscheidung zwischen geimpften und nicht geimpften Kindern und Jugendlichen im Schulunterricht. Es dürfe später nicht zu einer Gefährdung des Schulfriedens durch eine Ungleichbehandlung der Schülerinnen und Schüler kommen, so Lindner. Er forderte engmaschige Lolli- oder PCR-Pool-Tests und Hygienekonzepte für den Schulbetrieb.

Bundesweit höchse Corona-Inzidenz in Hamburg

In Hamburg ist die Corona-Inzidenz rund doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt – und das kurz vor dem Ende der Sommerferien. In den vergangenen sieben Tagen haben sich in Hamburg 32,7 Menschen pro 100.000 Einwohner mit Corona infiziert. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, erwartet durch die Öffnung der Schulen einen weiteren Anstieg der Inzidenz. Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe hält die Schulen in der Hansestadt für gut gerüstet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Grüne widersprechen Günther: Kostenpflicht für Corona-Tests

Im Tauziehen um die Kosten für Corona-Bürgertests stößt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf Widerspruch beim Koalitionspartner Grüne. "Wir Grünen halten diese Debatte für verfrüht", sagte die Gesundheitsexpertin Marret Bohn am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Aktuell ist es nicht absehbar, wie sich die Corona-Situation entwickeln wird." Die Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante sei wesentlich höher. Die Schule habe wieder begonnen und viele seien gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt, sagte die Landtagsabgeordnete und Ärztin. "Wir müssen erst einschätzen können, welche Auswirkungen diese veränderte Situation hat, bevor wir final entscheiden können, ob die Tests zukünftig kostenfrei bleiben."

Günther hatte den Bund aufgefordert, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen. "Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Corona-Tests festlegen", sagte er der "Welt". Dieses Datum könnte der 20. September sein. Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte die Chance, sich vollständig impfen zu lassen.

China verhängt erneut Corona-Lockdown über Millionen Menschen

In China sind Millionen Menschen wegen mehrerer Corona-Ausbrüche im Land wieder im Lockdown, darunter in Metropolen wie Peking und Nanjing. Die Behörden meldeten am Montag 55 neue, lokal übertragene Infektionen – insgesamt sind inzwischen mehr als 20 Städte und rund ein Dutzend Provinzen von den Infektionsherden betroffen sind. Die Gesundheitsbehörden führen den Anstieg der Infektionsfälle auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurück.

In der zentral gelegenen Stadt Zhuzhou in der Provinz Hunan ordneten die Behörden am Montag an, dass über 1,2 Millionen Einwohner für drei Tage zu Hause bleiben müssen. In der Zeit sollen alle Menschen getestet und die Impfkampagne vorangetrieben werden. Neue Fälle wurden am Montag auch in der beliebten Urlaubsregion Hainan sowie in der von Überschwemmungen verwüsteten Provinz Henan gemeldet.

In den vergangenen zwei Wochen wurden im ganzen Land mehr als 360 Fälle entdeckt. In Großstädten wie Peking wurden inzwischen Millionen von Einwohnern getestet, Wohngebiete abgeriegelt und Menschen durch eine engmaschige Kontaktnachverfolgung unter Quarantäne gestellt, um die Weiterverbreitung des Virus zu stoppen. Die chinesische Regierung verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz kleine Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet.

Reisende kommen am Londoner Flughafen Heathrow an (Archivbild). England hat jetzt die Quarantänepflicht für EU-Bürger aufgehoben. (Quelle: imago images/Mark Thomas)Reisende kommen am Londoner Flughafen Heathrow an (Archivbild). England hat jetzt die Quarantänepflicht für EU-Bürger aufgehoben. (Quelle: Mark Thomas/imago images)

 

Stiko-Chef bekräftigt Zurückhaltung bei Impfempfehlung für Jugendliche

Trotz Drucks von Seiten der Politik bleibt die Ständige Impfkommission (Stiko) bei ihrer skeptischen Haltung zu Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Es gebe noch zu wenige Daten zu möglichen Folgeschäden, sagt Stiko-Chef Thomas Mertens dem NDR. Ohne die notwendige Datensicherheit könne man keine generelle Impfempfehlung aussprechen. Man spüre aber den öffentlichen Druck: "Es kann durchaus sein, dass wir unsere Empfehlung ändern werden, aber sicher nicht, weil Politiker sich geäußert haben."

England hebt Quarantänepflicht für geimpfte EU-Bürger auf

Reisen nach England wird wieder leichter: Ab Montag entfällt für Corona-Geimpfte aus der EU und den USA die bisher geltende Quarantäne-Pflicht. Reisende aus Frankreich fallen wegen der dortigen Verbreitung der Beta-Variante des Coronavirus nach britischen Regierungsangaben nicht unter die neue Regelung. Die Befreiung von der Quarantäne-Pflicht gilt nach Behördenangaben für alle, die vollständig mit einem von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA oder der US-Behörde FDA zugelassenen Impfstoff geimpft sind.

Bislang waren lediglich Menschen von den Quarantäne-Regeln ausgenommen, die den Impfstoff in Großbritannien verabreicht bekommen hatten. Die ab Montag geltenden neuen Regeln betreffen allerdings lediglich die Einreise nach England. Die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Einreisebestimmungen. 

SPD-Fraktionschef: Private Anbieter können Genesenen Vorteile gewähren

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich hat Nachteile für Ungeimpfte nicht ausgeschlossen. "Private Anbieter können natürlich Geimpften oder Genesenen Vorteile gewähren", sagte der Politiker der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Staatliche Stellen müssten allen gleichermaßen ihre Leistungen anbieten, doch auch dort könnten durch Hygienekonzepte oder Corona-Tests Nachteile für Ungeimpfte entstehen.

Dabei handle es sich jedoch nicht um exklusive Rechte für Menschen mit einer Corona-Impfung, betonte Mützenich. "Exklusiv-Rechte halte ich für den falschen Begriff, weil bisher eingeschränkte Grundrechte wieder gelten", sagte der SPD-Fraktionschef.

Vorbereitung einer Corona-Impfung: Die Hersteller Pfizer und Moderna wollen von der EU künftig mehr Geld pro Dosis haben. (Quelle: imago images/ Martha Asencio-Rhine)Vorbereitung einer Corona-Impfung: Die Hersteller Pfizer und Moderna wollen von der EU künftig mehr Geld pro Dosis haben. (Quelle: Martha Asencio-Rhine/imago images)

Nachfrage nach Impfungen in den USA steigt wieder an

Angesichts der rasch steigenden Zahl neuer Corona-Infektionen haben sich in den USA zuletzt wieder deutlich mehr Menschen impfen lassen. Die Impfkampagne war seit Juni ins Stocken geraten, mit zuletzt nur rund einer halben Million verabreichten Spritzen pro Tag. Der Trend kehrte sich nun jedoch angesichts der neuen Corona-Welle, die auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurückgeführt wird, wieder um. Am Sonntag (Ortszeit) wurden 816 000 Impfungen verabreicht, darunter 517 000 Erstimpfungen, wie ein leitender Beamter des Weißen Hause auf Twitter schrieb. Die jüngsten Daten zeigten einen "steten Anstieg", erklärte Cyrus Shahpar.

Dem Beamten zufolge lagen auch die Impfzahlen der vergangenen Tage deutlich über jenen der Vorwoche. Am Samstag etwa seien es 712.000 Dosen gewesen, ein Anstieg um 77 Prozent gegenüber der Vorwoche (403.000). Am Freitag habe es ein Plus von 43 Prozent gegeben. Im April waren täglich noch gut drei Millionen Dosen verabreicht worden.

Pfizer und Moderna erhöhen Preise für EU

Die Corona-Impfstoffhersteller Pfizer und Moderna haben einem Zeitungsbericht zufolge in den jüngsten Lieferverträgen für die Europäische Union die Preise angehoben. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf Vertragsunterlagen berichtet, kostet eine Dosis des Vakzins von Pfizer und Biontech nun 19,50 Euro statt bisher 15,50 Euro. Der Moderna-Impfstoff kostet demnach je Dosis nun 25,50 Dollar statt bisher 19 Euro (22,55 Dollar).

Der neue Preis von Moderna liege aber unter dem ursprünglich vereinbarten Betrag von 28,50 Dollar, weil das Auftragsvolumen gestiegen sei. Von beiden Unternehmen waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

Wieder viele Schwerkranke – Israel will schnell nachimpfen

Die Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel hat erstmals seit April wieder die 200er-Marke überschritten. Von insgesamt 362 Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, seien 212 schwer erkrankt, teilte das Gesundheitsministerium in Tel Aviv mit. 37 müssen künstlich beatmet werden. Auf dem Höhepunkt der Pandemie in Israel im Januar hatte die Zahl der Schwerkranken bei etwa 1.200 gelegen.

Angesichts steigender Infektionszahlen hat Israel als erstes Land damit begonnen, Menschen über 60 Jahren eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zu geben. Ein Expertenteam hatte eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende Vorgabe der Arzneimittelbehörde FDA gibt.

Fast 58 Prozent der 9,3 Millionen Israelis sind vollständig geimpft. Von den Menschen über 50 Jahren sind es sogar 88 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat die Effektivität des in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfstoffs seit Anfang Juni aber deutlich nachgelassen. Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen liegt seit sechs Tagen in Folge bei mehr als 2.000.

Tote Corona-Geimpfte: Experte fordert mehr Obduktionen

Um die Wirkung von Impfstoffen besser zu verstehen, müssten viel mehr Leichen obduziert werden. Das fordert Pathologe Peter Schirmacher. Er geht von einer beträchtlichen Dunkelziffer an Impftoten aus. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Hausärzte sollen Kinder ab zwölf Jahren impfen

Die Bundesregierung und die Gesundheitsminister der Länder wollen bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag offenbar Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beschließen. Wie "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einen Beschlussentwurf für die Konferenz berichtet, sollen die Impfungen in Impfzentren, bei Haus-, Kinder- und Betriebsärzten erfolgen. Die Länder wollen jungen Erwachsenen demnach in Universitäten, Berufsschulen und Schulen Impfungen anbieten. "Dies kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen", zitierte das Blatt aus dem Entwurf.

Eine Schülerin wird in München geimpft: Die Gesundheitsminister wollen jetzt die Grundlage für Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren legen. (Quelle: imago images/Sven Simon)Eine Schülerin wird in München geimpft: Die Gesundheitsminister wollen jetzt die Grundlage für Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren legen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Zuletzt hatten sich führende SPD-Politiker für mehr Impfungen bei jungen Menschen ausgesprochen. "Die Infektion selbst mag bei den meisten Kindern und Jugendlichen harmlos verlaufen. Doch auch bei ihnen gibt es die Gefahr von Long-Covid", sagte Parteichefin Saskia Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige bislang nicht generell, sondern nur für Risikogruppen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna aber bereits für diese Altersgruppe freigegeben. Mit dem Einverständnis ihrer Eltern können die Kinder und Jugendlichen sich deshalb bereits impfen lassen.

Müller: Mehr Impfstoff an Entwicklungsländer geben

Entwicklungsminister Gerd Müller ruft dazu auf, mehr Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer abzugeben. "Die Abgabe von überschüssigen Impfdosen ist der schnellste Weg, die weltweite Impfkampagne voranzubringen", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Müller erinnerte an die Zusage der Bundesregierung, ärmeren Ländern bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfstoffdosen zu geben. "Diese Menge sollten wir schrittweise weiter aufstocken, weil inzwischen in Deutschland ausreichend Impfstoff verfügbar ist", sagte er. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits Mitte Juli angekündigt, dass Deutschland über die bereits angekündigten 30 Millionen Impfdosen hinaus weiteren Impfstoff an andere Länder geben werde. 

London appelliert an Schwangere: Lasst euch impfen

Die britischen Gesundheitsbehörden haben angesichts des Vormarsches der Delta-Variante alle Schwangeren aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Einen entsprechenden offenen Brief an schwangere Frauen, Hausärzte und Geburtshelfer veröffentlichte die leitende Hebamme des Gesundheitsdienstes in England, Jacqueline Dunkley-Bent. Sie wies auf eine neue Studie hin, wonach sich bei ungeimpften Schwangeren das Risiko einer schweren Erkrankung erhöht hat, seit die Delta-Variante im Land grassiert.

Impfzentrum in London: Die britischen Behörden raten Schwangeren, sich dringend impfen zu lassen. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)Impfzentrum in London: Die britischen Behörden raten Schwangeren, sich dringend impfen zu lassen. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Der Impfstoff könne Schwangere davor schützen, ins Krankenhaus zu müssen, erklärte Dunkley-Bent in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. Er könne das Leben von Mutter und Kind retten. Laut der neuen Studie der Universität von Oxford ist der Anteil der schwangeren Frauen, die mit einer mittelschweren bis schweren Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurden, seit dem Auftreten der Delta-Variante im Mai "erheblich" gestiegen. 99 Prozent von ihnen waren demnach nicht geimpft, jede zehnte musste intensivmedizinisch behandelt werden. Mehr zu der Studie lesen Sie hier.

"Es ist eine sehr gute Nachricht, dass so wenige geimpfte schwangere Frauen mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden", erklärte die Leiterin der in der vergangenen Wochen online veröffentlichten Studie, Marian Knight. "Aber es ist sehr besorgniserregend, dass die Krankenhauseinweisungen von Schwangeren mit Covid-19 zunehmen und dass sie von der Delta-Variante stärker betroffen zu sein scheinen."

Israel beginnt mit dritter Impfung für Ältere

In Israel können sich ab Sonntag alle Menschen ab 60 zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Ab Sonntag erlaubt sind zudem Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Impfungen bereits seit Anfang Juni offen.

Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu dem Alleingang bei den Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer entschlossen. Trotz der steigenden Infektionszahlen dürfen aber geimpfte Touristen ab Sonntag wieder nach Israel einreisen.

China kämpft mit stärkstem Ausbruch seit Monaten

China erlebt wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante derzeit den stärksten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten. In insgesamt 14 Provinzen verzeichneten die Behörden am Samstag einen Anstieg der Infektionsfälle. Derzeit zirkuliere vor allem die Delta-Variante, "wodurch die Herausforderungen der Prävention und Kontrolle noch größer werden", sagte Mi Feng, Sprecher der Nationalen Gesundheitskommission.

Im Juli registrierten die Behörden 328 symptomatische Infektionen - fast genauso viele wie im gesamten Zeitraum von Februar bis Juni. Am Samstag meldeten die Behörden neue Fälle unter anderem in der Provinz Fujian und in der 31-Millionen-Einwohner-Stadt Chongqing. Staatliche Medien zeigten am Samstag Bilder von Bewohnern, die für einen Corona-Test anstanden.

Mittlerweile gehen landesweit über 260 Ansteckungen auf einen Ausbruch in der ostchinesischen Stadt Nanjing zurück. Dort waren am 20. Juli neun Reinigungskräfte am internationalen Flughafen positiv getestet worden. Alle Fälle sind nach Angaben der Behörden auf die ansteckendere Delta-Variante des Virus zurückzuführen. In der Stadt wurde für Samstag die Schließung aller Touristenattraktionen und Kulturstätten angeordnet.

Regierung will kostenlose Tests abschaffen

Die Bundesregierung plant ein Ende der kostenlosen Coronatests. "Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen", teilte das Bundesgesundheitsministerium jetzt mit. Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, die Bundesregierung habe sich grundsätzlich darauf geeinigt, dass die Tests kostenpflichtig werden, sobald sich alle Deutschen zweimal impfen lassen konnten – also Ende September oder Anfang Oktober. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Corona-Tests sollten kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können – also in wenigen Wochen." Ausnahmen müssten natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte den Bund auf, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen. "Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Corona-Tests festlegen", sagte der CDU-Politiker "Welt". Dieses Datum könnte der 20. September sein. "Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen."

Krankenhausbetreiber schlagen neuen Indikatorenmix vor

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert eine Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuansteckungen als maßgeblichen Richtwert in der Pandemie. "Die Politik muss endlich handeln und einen Indikatorenmix festlegen", sagte DKG-Chef Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben). "Es kann doch nicht sein, dass das Robert-Koch-Institut auf allen diesen Daten sitzt, keine neuen Vorschläge macht und wir nach wie vor nur über die Inzidenzen reden."

Steht in der Kritik: Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, bei einer Pressekonferenz (Archivbild) (Quelle: imago images)Steht in der Kritik: Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, bei einer Pressekonferenz (Archivbild) (Quelle: imago images)

Bundes- und Landespolitiker verschiedener Parteien hatten sich zuletzt gegen die Inzidenz als Hauptrichtwert ausgesprochen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verwies insbesondere auf die mittlerweile hohe Impfquote. Eine höhere Inzidenz führe dann nicht so schnell zu einer Überlastung des Gesundheitssystems. Das maßgeblich für die Beobachtung des Infektionsgeschehens zuständige Robert Koch-Institut (RKI) will aber weitgehend an der Inzidenz als Richtwert für Corona-Maßnahmen festhalten. "Das ist für mich unbegreiflich", sagte DKG-Chef Gaß. Es gehe schließlich darum, "die Akzeptanz in der Bevölkerung für Maßnahmen gegen Corona zu erhalten".

Problematisch sei, wie andere Maßnahmen den Inzidenzwert beeinflussen. Gaß geht etwa davon aus, dass die neue Testpflicht für Reiserückkehrer zu steigenden Inzidenzen führen wird, weil schlichtweg mehr getestet wird. Diese Entwicklungen müssten richtig eingeordnet werden, etwa Gegenüberstellung mit der Quote der positiven Testergebnisse, sagte er dem RND.

Weitere australische Stadt mit Ausgangssperre

Die Behörden haben in Australiens zweitgrößter Stadt Brisbane nach einem Corona-Ausbruch eine strenge Ausgangssperre verhängt. Wie der stellvertretende Ministerpräsident des australischen Bundesstaates Queensland, Steven Miles, mitteilte, werden Millionen von Einwohnern der Stadt und einiger anderer Gebiete ab Samstagnachmittag für drei Tage zu Hause bleiben müssen. Zuvor waren insgesamt sieben Ansteckungen mit der Delta-Variante des Coronavirus verzeichnet worden.

Mit dem Ausbruch in Verbindung gebracht werden ein Lehrer, eine Schülerin und deren Familie. Die Behörden versuchen nach eigenen Angaben noch, den Ursprung der Ansteckungen ausfindig zu machen. "Der einzige Weg, die Delta-Variante zu besiegen, ist, schnell zu handeln", begründete Miles die drastischen Maßnahmen.

Sachsens Impfkommission empfiehlt Impfung für Kinder ab zwölf

Die Sächsische Impfkommission (Siko) empfiehlt eine Corona-Schutzimpfung für alle Kinder ab zwölf Jahren. Das geht aus einem Update der Empfehlungen zum 1. August hervor. Bisher hatte sie die Schutzimpfung im Alter von 12 bis 15 Jahren bei Vorliegen von Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf empfohlen – sowie für alle nach einer ausführlichen Aufklärung über Nutzen und Risiken.

Die Siko-Empfehlung weicht nunmehr von der Haltung der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts ab. Diese empfiehlt bislang eine Impfung nur für 12- bis 17-Jährige, die aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung haben. Sachsen hat als einziges Bundesland eine eigene Impfkommission.

SPD-Spitze für Impfung von Kindern und Jugendlichen

Führende SPD-Politiker dringen auf mehr Impfungen gegen das Corona-Virus bei jungen Menschen. "Die Infektion selbst mag bei den meisten Kindern und Jugendlichen harmlos verlaufen. Doch auch bei ihnen gibt es die Gefahr von Long-Covid", sagte die Ko-Parteivorsitzende Saskia Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben). Sie sprach sich dafür aus "Impfmobile" an Schulen zu schicken, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen.

Eine Jugendliche wird in Bayern geimpft: Sachsens Impfkommission empfiehlt diesen Schritt nun allen ab 12 Jahren.  (Quelle: imago images/Sven Simon)Eine Jugendliche wird in Bayern geimpft: Sachsens Impfkommission empfiehlt diesen Schritt nun allen ab 12 Jahren. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Esken und auch Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz forderten junge Menschen auf, sich auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) immunisieren zu lassen. Impfstoffe seien zugelassen und stünden zur Verfügung, sagte Scholz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Ich traue 15-Jährigen zu, gemeinsam mit ihren Eltern eine solche Entscheidung treffen zu können."

Umfrage: Angst vor Coronavirus steigt wieder an

Nachdem die Menschen mit etwas weniger Corona-Sorgen in den Sommer gegangen sind, sehen laut einer Umfrage nun wieder mehr Deutsche ihre Gesundheit durch die Pandemie in Gefahr. Ihr Anteil stieg in einer Befragung für das ZDF-"Politbarometer" in den vergangenen beiden Wochen um sechs Punkte auf 44 Prozent. Eine Mehrheit der Menschen über 18 Jahre (54 Prozent) sieht allerdings aktuell keine persönliche Gesundheitsgefährdung durch das Virus. Die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung halten nur noch 52 Prozent der Befragten (minus elf Punkte) für gerade richtig. Härtere Auflagen wünschen sich 29 Prozent (plus 13), 16 Prozent finden die geltenden Regeln übertrieben.

Mann trägt Maske und blickt aufs Meer: Die Angst der Deutschen vor dem Coronavirus steigt wieder. (Quelle: imago images/Bihlmayerfotografie)Mann trägt Maske und blickt aufs Meer: Die Angst der Deutschen vor dem Coronavirus steigt wieder. (Quelle: Bihlmayerfotografie/imago images)

Dass Geimpfte und Genesene weniger Einschränkungen hinnehmen sollten, halten 60 Prozent der befragten Wahlberechtigten für sinnvoll, 37 Prozent lehnen eine solche Bevorzugung ab. Inzwischen ist nach Zahlen des Robert Koch-Instituts eine knappe Mehrheit der Deutschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Eine allgemeine Impfpflicht lehnen fast zwei von drei Bürgerinnen und Bürgern (64 Prozent) ab.

Trotz Druck: Stiko will offenbar keine neue Impf-Empfehlung aussprechen

Ungeachtet des massiven Drängens führender Politiker plant die Ständige Impfkommission (Stiko) offensichtlich vorerst keine neue Empfehlung zu Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Solche Forderungen empörten ihn, sagte Kommissionsmitglied Martin Terhardt dem Sender RBB. Er äußerte die Erwartung, dass es eine neue Stiko-Empfehlung in dieser Sache erst in einigen Wochen geben werde.

Bisher sei die Datenlage noch nicht ausreichend, um eine Corona-Schutzimpfung für die Zwölf- bis 16-Jährigen allgemein zu empfehlen, bekräftigte Terhardt. Diese rät zu solchen Impfungen von Jugendlichen und älteren Kindern bislang nur in Risikofällen. Ansonsten solle individuell nach ärztlicher Beratung entschieden werden.

"Wir sind ja schon einiges gewöhnt in den letzten Wochen, dass halt die Politiker auf der Stiko herumschlagen, weil sie das Gefühl haben, sie würde nicht vernünftig oder nicht professionell arbeiten", sagte Terhardt dem RBB weiter. "Das erzürnt uns, das empört uns, das entwertet uns und das schadet dem Vertrauen der Ständigen Impfkommission, und das finde ich einen groben Fehler", kritisierte er.

Mit PCR-Test – Berlin öffnet Clubs für Pilotprojekt 

In Berlin sollen bald ausgewählte Clubs wieder innen öffnen dürfen. Im Rahmen des Pilotprojektes müssen Gäste vorher einen PCR-Test machen – im Club dürfen sie dafür ohne Maske herumlaufen. Mehr dazu lesen Sie hier.

RKI: Inzidenz auf 17 angestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit über drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Freitagmorgen lag sie bei 17,0 – am Vortag betrug der Wert 16,0, am Freitag der Vorwoche 13,2. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ausnahmezustand in Tokio verlängert

Der Ausnahmezustand für Tokio wird angesichts steigender Infektionszahlen bis zum 31. August verlängert. Außerdem erlässt Ministerpräsident Yoshihide Suga den Ausnahmezustand für vier weitere Präfekturen. Drei davon liegen in der Nachbarschaft von Tokio, wo derzeit die Olympischen Spiele ausgetragen werden. Die japanische Hauptstadt meldet 3300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, das sind etwas weniger als der Rekordwert von 3865 vom Donnerstag. Das Gesundheitssystem wird zunehmend belastet, in Tokio sind bereits 64 Prozent der Intensivpflegebetten für Covid-19-Patienten belegt.

RKI: Corona-Infektionen durch Reisen nehmen zu

Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Mehr dazu lesen Sie hier.

Urlauber am Strand in der Türkei: Der überwiegende Teil der Infektionen finde jedoch noch immer in Deutschland statt (Symbolbild). (Quelle: imago images/Altan Gocher/GocherImagery)Urlauber am Strand in der Türkei: Der überwiegende Teil der Infektionen finde jedoch noch immer in Deutschland statt (Symbolbild). (Quelle: Altan Gocher/GocherImagery/imago images)

NRW setzt Maßnahmen trotz Grenzwert aus

Nordrhein-Westfalen legt eine Regelung der Coronaschutzverordnung auf Eis, die härtere Auflagen in Kommunen vorsieht, in denen die Corona-Inzidenz dauerhaft über 50 liegt. Die sogenannte Inzidenzstufe 3 werde bis zum 19. August ausgesetzt, teilt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mit. "Wir haben derzeit eine vergleichsweise niedrige Landesinzidenz", sagt er. Zudem gebe es die Möglichkeit, "auf lokaler Ebene strengere Coronaschutzmaßnahmen durchzusetzen". Die Stufe 3 sieht unter anderem vor, dass Gäste in der Außengastronomie wieder negative Corona-Tests haben müssen. Statt der Stufe 3 gelten in den betroffenen Gebieten die Regeln der Stufe 2 – dann kann etwa die Außengastronomie ohne Test besucht werden.

Sydney verschärft Lockdown

Im australischen Sydney, das mit einer Rekordzahl von Coronavirus-Fällen zu kämpfen hat, verschärfen die Behörden die Beschränkungen in acht Stadtbezirken. Mehr als zwei Millionen betroffene Einwohner dürfen sich nur in einem Radius von fünf Kilometern um ihre Häuser aufhalten und müssen Masken tragen, wenn sie das Haus verlassen. Das Militär und die Polizei sollen die Einhaltung der Regeln überwachen. Die Polizei ist sogar befugt, Unternehmen zu schließen, die gegen die Vorschriften verstoßen.

Saudi-Arabien öffnet Grenzen für Geimpfte

Saudi-Arabien öffnet nach 17 Monaten seine Grenzen für gegen das Coronavirus geimpfte Touristen. Die wegen der Pandemie verhängte Einreisesperre für ausländische Reisende werde ab dem 1. August aufgehoben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur am Freitag unter Berufung auf das Tourismusministerium.

Demnach können Reisende mit Tourismusvisum, die mit den von Saudi-Arabien zugelassenen Impfstoffen (Pfizer/Biontech, Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson) vollständig geimpft sind, einreisen und müssen sich nicht in Quarantäne begeben. Vor der Einreise muss ein negativer PCR-Test vorliegen.

Lauterbach: Druck auf Ungeimpfte wird steigen

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht von einer stark steigenden Corona-Impfbereitschaft im Herbst aus. "Corona-Verhaltensbeschränkungen sind im Wesentlichen im Herbst vorbei, nicht aber für die Ungeimpften. Der Druck auf Ungeimpfte wird dann automatisch steigen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post" (Freitag). Es könne aber dann keine Gleichbehandlung von Geimpften und Getesteten mehr geben.

Die Delta-Variante sorge dafür, dass die Aussagekraft von Schnelltests noch nicht genau genug sei, um Ansteckungsketten zu vermeiden, argumentierte Lauterbach. "Es gibt zu viele falsch-negative Ergebnisse. Somit werden ungeimpfte Personen nicht zu einer Normalität zurückkehren können." Jeder, der sich nicht impfen lassen wolle oder könne, müsse leider damit rechnen, im nächsten halben Jahr an Covid zu erkranken, sagte Lauterbach. "Ich gehe deswegen davon aus, dass die Impfbereitschaft im Herbst noch einmal stark steigen wird."

Israel impft ältere Bürger zum dritten Mal

Israel fordert alle Einwohner über 60 Jahren zu einer dritten Impfung gegen das Coronavirus auf. "Ich rufe alle älteren schon geimpften Personen auf, sich diese weitere Dosis geben zu lassen. Schützt Euch", sagte Regierungschef Naftali Bennett am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache. Die Aufforderung richte sich an alle Menschen in der betroffenen Altersgruppe, bei denen die zweite Impfung mehr als fünf Monate her sei.

Die neuen Impfungen sollen Bennett zufolge bereits ab Sonntag möglich sein. Als erster werde Präsident Isaac Herzog, 60 Jahre alt, bereits am Freitagmorgen seine dritte Spritze gegen das Coronavirus erhalten.

Die Zeitspanne von fünf Monaten seit der zweiten Impfung ist in Israel bereits bei besonders vielen Menschen vergangen, weil die Impfkampagne im Land früh begann und sehr schnell voranging. Inzwischen sind rund 55 Prozent der Gesamtbevölkerung doppelt gegen das Coronavirus geimpft.

Epidemiologe: Herdenimmunität auch durch "harte Tour" erreichbar

Epidemiologe Timo Ulrichs hält das Ziel der Herdenimmunität in Deutschland trotz stagnierender Impfquote für erreichbar: "Entweder es geht über das Impfen oder auf die harte Tour, durch die Durchseuchung", sagte der Forscher dem Sender RTL. Auch ein Genesener habe erstmal zumindest teilweise Immunschutz und sei dann auch nicht mehr so empfänglich für eine weitere Virusausbreitung, so Ulrichs weiter.

Nordrhein-Westfalen: Impfstudie mit Kindern kann starten

Die im Kreis Siegen-Wittgenstien geplante wissenschaftliche Studie zur Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen kann jetzt doch im Impfzentrum des Kreises durchgeführt werden. Der jüngste Erlass des Gesundheitsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen habe den Weg dafür geebnet, teilte der Kreis am Donnerstag mit.

Bei dem Projekt wollen Mediziner unter anderem herausfinden, wie sich die Impfung der jüngeren Altersgruppen unter 16 Jahren auf das Infektionsgeschehen auswirkt. Das Ministerium hatte in der vergangenen Woche den Impfzentren erlaubt, Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ein Impfangebot zu machen. Kinder- und Jugendärzte im Impfzentrum müssten die Jungen und Mädchen sowie ihre Sorgeberechtigten aber auf jeden Fall ausführlich medizinisch beraten. "Ein "Ärmel hoch und Spritze rein" soll es bei jungen Menschen nicht geben", hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gesagt.

Apotheken: Impfzertifikate schrittweise wieder erhältlich

Erste Apotheken in Deutschland stellen nach einer Unterbrechung wieder digitale Corona-Impfzertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite www.mein-apothekenmanager.de informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann.

Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

Vor gut einer Woche hatte der Deutsche Apothekerverband (DAV) das Ausstellen der digitalen Zertifikate nach Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt. Grund waren Hinweise auf eine Sicherheitslücke.

Krankenhausbetten in Bangkok werden knapp

Wegen drastisch steigender Corona-Fallzahlen werden in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Krankenhausbetten und die Quarantäne-Einrichtungen knapp. "Ich bin ganz offen, wir haben nicht genug Betten in den Krankenhäusern", sagte am Donnerstag Somsak Akkasilp, Generaldirektor der staatlichen Gesundheitsdienste. In den großen Krankenhäusern seien die Intensivstationen überbelegt.

Die Krankenhäuser in Bangkok hätten Kapazitäten für 1000 neue Patienten pro Tag, sagte Somsak. Derzeit seien die Zahlen aber deutlich höher. Allein am Donnerstag wurden 4000 Neuaufnahmen von Corona-Patienten in Bangkoks Krankenhäusern gezählt.

Bundesregierung erzielt Einigung über Testpflicht für Reiserückkehrer

In der Bundesregierung gibt es einem Bericht zufolge eine Einigung auf die allgemeine Testpflicht für Reiserückkehrer ab dem 1. August. Ein entsprechender Beschluss wurde am Donnerstagnachmittag in einer Runde der Staatssekretäre der beteiligten Ministerien gefasst, wie "Handelsblatt" und Ntv berichteten. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Ein Corona-Test wird durchgeführt (Symbolfoto): Nach den Plänen der Bundesregierung soll schon ab dem 1. August eine PCR-Testpflicht für alle Einreisenden gelten.  (Quelle: imago images/Eibner)Ein Corona-Test wird durchgeführt (Symbolfoto): Nach den Plänen der Bundesregierung soll schon ab dem 1. August eine PCR-Testpflicht für alle Einreisenden gelten. (Quelle: Eibner/imago images)

SPD-Fraktion fordert Kostenübernahme für PCR-Tests von Reiserückkehrern

Der Staat muss nach Ansicht der SPD-Fraktion die Kosten für geplante PCR-Tests für Rückkehrer aus Corona-Hochrisikogebieten übernehmen. Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollten bei Einreise aus einem solchen Land Schnelltests zur Abkürzung der Quarantäne bald nicht mehr ausreichen, sagte der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider der Deutschen Presse-Agentur.

Die dann geforderten PCR-Tests seien aber erheblich teurer. "Für eine Familie kann das schnell mehrere hundert Euro betragen", sagte Schneider. "Deshalb fordere ich, dass in diesen Fällen die Kosten für die PCR-Tests vom Staat übernommen werden." Der Urlaub dürfe nicht zur Kostenfalle werden. Mehr zu den Plänen des Bundes lesen Sie hier. 

Corona-Warn-App prüft Zertifikat für Urlaubsziele

Eine neue Version der Corona-Warn-App ist erschienen – und bringt praktische Funktionen für Urlauber mit. Die wichtigsten Änderungen der App im Überblick.

Militär in Sydney soll Lockdown überwachen

Die Polizei in Sydney hat angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen die Unterstützung des Militärs angefordert. 300 Soldaten sollen bei der Überwachung des Lockdowns in der australischen Millionenmetropole helfen, wie der Polizeichef des Bundesstaats New South Wales, Mick Fuller, am Donnerstag mitteilte. Der Lockdown gilt seit fünf Wochen.

Lockdown in Sydney: Obwohl die Zahlen im Vergleich noch relativ niedrig sind, reagiert die Regierung mit harten Maßnahmen auf den Anstieg. (Quelle: imago images/AAP)Lockdown in Sydney: Obwohl die Zahlen im Vergleich noch relativ niedrig sind, reagiert die Regierung mit harten Maßnahmen auf den Anstieg. (Quelle: AAP/imago images)

Die Restriktionen haben die Ausbreitung des Coronavirus bislang nicht bremsen können. Mit 239 Ansteckungsfällen wurde in Sydney zuletzt ein neuer Tageshöchstwert verzeichnet, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen während der aktuellen Corona-Welle in Sydney, die im Juni begonnen hatte, stieg demnach auf 2.810.

Unter den Lockdown-Regeln dürfen die Einwohner von Sydney ihre Häuser und Wohnungen nur verlassen, um sich zur Arbeit oder zum Arzt zu begeben, Lebensmittel und andere essenzielle Güter einzukaufen und Fitnesstraining zu machen. Viele Einwohner halten sich jedoch nicht an die Vorschriften. Parks und Strände sind weiterhin vielbesucht. Die Polizei werde nun vermehrt Geldstrafen bei Verstößen verhängen, kündigte Fuller an. Der Lockdown soll nach den bisherigen Planungen bis Ende August gelten.

SPD wirbt auf Mallorca für Impfungen

Die SPD wirbt mit großen Plakatwänden auf der Urlaubsinsel Mallorca dafür, sich impfen zu lassen. Wie die "Mallorca-Zeitung" unter Berufung auf die zuständige Agentur Brinkert Lück aus Hamburg meldet, sind rund um Palma de Mallorca mehrere Plakatwände aufgestellt. Angelehnt an den Ballermann-Hit von Mickie Krause ("Schatzi, schenk mir ein Foto") heißt es auf den Plakaten: "Schatzi, schenk mir ne Dosis" oder "Ein kleiner Pieks für dich, ein großer Schritt zur Normalität".

Seehofer: Corona-Tests sollten während Pandemie kostenfrei bleiben

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist dagegen, Corona-Tests für Nicht-Geimpfte bald kostenpflichtig zu machen. "Solange die Pandemie anhält, würde ich nichts an der Kostenfreiheit ändern. Ich möchte, dass denen, die weder geimpft noch genesen sind, die Chance des Tests bleibt", sagte Seehofer der "Mittelbayerischen Zeitung". "Was glauben Sie, wie viele Leute den Test nicht mehr machen oder machen können, wenn er nicht kostenfrei ist? Damit könnte ein verstecktes Infektionsgeschehen stattfinden", warnte er.

Seehofer stellte sich damit gegen jüngste Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und auch von CSU-Chef und Bayerns Regierungschef Markus Söder. Diese hatten zuletzt dafür plädiert, Corona-Tests auf Dauer nicht mehr öffentlich zu bezahlen – wenn alle, die sich impfen lassen können, ein Impfangebot erhalten haben.

Dreyer fordert Konzept für Kontrolle der Testpflicht

Nach den Worten der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist das Ziel einer Testpflicht für Reiserückkehrer, keine Infektionen ins Land zu tragen, um die Inzidenzen so niedrig wie möglich zu halten und Kinder und Jugendlichen einen möglichst normalen Schul- und Kitabesuch zu ermöglichen. "Jeder, egal ob er mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug aus dem Ausland zu uns einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test nachweisen können", sagt sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie erwarte von der Bundesregierung ein Konzept, wie die Kontrolle und die Einhaltung der Testpflicht sichergestellt werden sollen.

Malu Dreyer: "Jeder, egal ob er mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug aus dem Ausland zu uns einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test nachweisen können" (Quelle: imago images)Malu Dreyer: "Jeder, egal ob er mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug aus dem Ausland zu uns einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test nachweisen können" (Quelle: imago images)

Die geplante generelle Corona-Testpflicht für Urlaubsheimkehrer, die keinen Nachweis einer vollständigen Impfung oder Genesung haben, wird von den Regierungschefs mehrerer Bundesländer unterstützt.  Hier lesen Sie mehr.

Impfquote steigt leicht an

Die Corona-Impfquote steigt in Deutschland weiter leicht an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag sind inzwischen 50,9 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 9.45 Uhr). Das entspricht 42,36 Millionen Menschen. Am Vortag war ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: Erstmals war mehr als die Hälfte der Bevölkerung zwei Mal gegen die Viruskrankheit immunisiert. Mindestens eine Impfdosis haben dem RKI zufolge inzwischen 61,3 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 51,01 Millionen Menschen verabreicht bekommen. Im Schnitt werden fünf Menschen pro Sekunde geimpft.

Bei den Bundesländern liegt Bremen mit 59,2 Prozent Bevölkerungsanteil der vollständig Geimpften weiterhin an der Spitze, das Schlusslicht bildet Sachsen mit 46,5 Prozent. Die meisten Impfdosen wurden bislang mit 20,50 Millionen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen verabreicht.

Johns-Hopkins-Universität gibt weltweite Zahlen bekannt

Weltweit haben sich mehr als 195,8 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,34 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus. Die höchsten Infektions- und Totenzahlen weisen die USA, Indien und Brasilien auf.

J&J-Impfstoff länger haltbar als angenommen

Der Impfstoff des US-Pharmaproduzenten Johnson & Johnson (J&J) ist nach Angaben der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittelsicherheit (FDA) länger haltbar. Nach Überprüfung der von J&J eingereichten Daten ergebe sich eine Haltbarkeit von sechs anstelle der bislang angenommen viereinhalb Monate, wenn das Vakzin zwischen zwei bis acht Grad Celsius gelagert werde, teilt die Behörde mit.

Biden fordert zivile Bundesangestellte zur Impfung auf

US-Präsident Joe Biden wird einem Insider zufolge am Nachmittag (Ortszeit) ankündigen, dass sich alle zivilen Bundesangestellten gegen das Coronavirus impfen lassen sollen. Anderenfalls müssten sie sich regelmäßig auf eine Infektion testen lassen, Masken tragen, Abstand halten und sich Reisebeschränkungen unterwerfen. Wer sich gegen eine Impfung entscheide, werde nicht entlassen, sagt der Insider. Auch werde kein Impfstoff vorgeschrieben. In den USA gibt es rund 2,18 Millionen Zivilbeschäftigte, weitere 570.000 arbeiten für den US Postal Service. Ob auch für die Postangestellten die Impfaufforderung gilt, war zunächst nicht klar.

Intensivmediziner rechnen mit Anstieg viraler Erreger

Intensivmediziner in Deutschland rechnen für Herbst und Winter wieder verstärkt mit Menschen mit diversen Atemwegserkrankungen. "Durch das Tragen von Masken und die anderen Regeln war die Zahl der Patienten mit Grippe und anderen viralen Krankheitserregern während der Corona-Zeit verschwindend gering", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir befürchten, dass dieser positive Effekt nun verschwinden wird und wir zu den potenziellen Corona-Patienten zwischen Oktober und März auch die anderen Patienten mit viralen Erkrankungen betreuen werden."

Die Patientenzahlen seien schwer einzuschätzen, auch vor der Corona-Zeit schwankten die Werte von Saison zu Saison. "Aber klar ist, dass Grippe- und Covid-19-Patienten unter Umständen die gleichen Therapien brauchen, zum Beispiel die künstliche Lunge. Die Ecmo-Kapazität in Deutschland ist im internationalen Vergleich sehr gut, aber jede Kapazität hat ihre Grenzen." Ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf von Grippe haben laut RKI unter anderem ältere Menschen und solche mit bestimmten Grundkrankheiten oder schwerer Fettleibigkeit. Außerdem erhöhe eine Schwangerschaft, vor allem im fortgeschrittenen Stadium, dies Risiko.

New York zahlt jedem 100 Dollar, der sich impfen lässt

Die Stadt New York bietet künftig jedem seiner Einwohner 100 Dollar an, wenn er sich die erste Corona-Impfdosis abholt. Das gab Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch bekannt. Das Angebot gilt ab Freitag und kann bei allen von der Stadt betriebenen Impfzentren in Anspruch genommen werden.

In der Millionenstadt steigen derzeit die Fallzahlen wegen der Delta-Variante des Coronavirus besonders unter den Ungeimpften. Vor diesem Hintergrund hatte Bürgermeister de Blasio am Montag Impfungen für alle Mitarbeiter des öffentlichen Diensts angeordnet. Wahlweise müssen sich Nicht-Geimpfte einem wöchentlichen Corona-Test unterziehen. 

Spahn: Hälfte der Deutschen ist vollständig geimpft

Seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, haben sich inzwischen mehr als 50 Prozent der Deutschen impfen lassen. Das teilte Gesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. "Ein weiterer Meilenstein" sei erreicht, schreibt er. Demnach haben 50,2 Prozent (41,8 Millionen Menschen) der Deutschen nun den vollen Impfschutz. 61,1 Prozent seien mindestens ein Mal geimpft. "Je mehr sich jetzt impfen lassen, desto sicherer werden Herbst und Winter", appelliert Spahn in seinem Post.

Baerbock hält Testpflicht für Reiserückkehrer für "absolut notwendig" 

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat eine sofortige Verschärfung der Reiseregeln als absolut notwendig bezeichnet. Man dürfe nicht die Fehler des vergangenen Sommers wiederholen, indem man sich erst über besseren Schutz Gedanken mache, wenn die Reiserückkehrer bereits wieder zurück seien, sagte Baerbock am Mittwoch beim Besuch eines Zementwerks im schwäbischen Alb-Donau-Kreis.

Es sei absolut notwendig, dass Reiserückkehrer, die keine zweifache Impfung hätten, ab sofort vernünftig getestet würden. Denn die Inzidenzen gingen wieder hoch. Man habe bereits gesehen, dass Reiserückkehrer Infektionen auch in Kitas und Schulen hereingebracht hätten.

NRW-Vize-Ministerpräsident fordert Quarantäne nur für Infizierte 

Nordrhein-Westfalens stellvertretender Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) hat vom Robert Koch-Institut (RKI) eine Änderung der Corona-Quarantäne-Vorgaben verlangt. "Es sollten nur noch jene in Quarantäne geschickt werden, die tatsächlich infiziert sind", sagte der NRW-Minister für Kinder und Familie der Wochenzeitung "Die Zeit". Nach seiner Ansicht sollten künftig bei einzelnen Infektionsfällen nicht mehr ganze Klassen und Gruppen, Kitas oder Schulen in Quarantäne geschickt werden. "Sonst wäre an regulären Unterricht im Herbst nicht zu denken", sagte der FDP-Politiker.

Er sprach sich laut "Die Zeit" auch dafür aus, die Inzidenz als Richtwert aufzugeben. Stattdessen sollte auf die Hospitalisierung und die Lage der Intensivmedizin geblickt werden. Das folge insbesondere aus dem Fortschritt der Impfkampagne.

Start für Testpflicht bei Einreisen noch offen

Die Bundesregierung lässt den Start der geplanten generellen Corona-Testpflicht für Urlauber bei der Rückkehr nach Deutschland vorerst offen. Die stellvertretende Sprecherin Ulrike Demmer nannte am Mittwoch in Berlin keinen Termin und wies auf noch laufende interne Abstimmungen hin. Regelungen für Reiserückkehrer stünden auch auf der Themenliste der Corona-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am 10. August. Was schon vorher geklärt werden könne, werde selbstverständlich geklärt. Es gelte: "Je schneller, desto besser."

Moderna-Impfstoff für Jugendliche in Italien freigegeben 

Die italienische Arzneimittelagentur Aifa hat den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für die Altersgruppen zwischen 12 und 17 Jahren freigegeben. Die technisch-wissenschaftliche Kommission habe die Auffassung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA vollständig akzeptiert, teilte die Aifa am Mittwoch in Rom mit. Die verfügbaren Daten hätten die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs für diese Altersgruppe gezeigt.

Die EMA hatte am vergangenen Freitag empfohlen, das Vakzin von Moderna auch Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu spritzen. Die Experten bewerteten die Daten positiv und machten damit den Weg frei. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung gegen Covid-19 bisher nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen.

3.000 neue Fälle in Tokio registriert

In der Olympia-Stadt Tokio steigen die Corona-Infektionen weiter deutlich an. Am Mittwoch seien 3.177 Neuinfektionen erfasst worden, teilen die Behörden der Stadt mit. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie und der zweite Tag in Folge mit einem Rekord. Erstmals liegt die Zahl über 3.000. Am Dienstag waren es 2.848 und am Montag 1.429 neue Fälle. Die Gouverneure von drei Präfekturen rund um Tokio wollen wegen der Ausbreitung des Virus den Ausnahmezustand ausrufen und die Regierung am Donnerstag um eine entsprechende Genehmigung bitten. Der Notstand in Tokio selbst gilt bis 22. August und damit über die Olympischen Spiele hinaus. Unter den Athleten, Betreuern und Mitarbeitern gab es bislang insgesamt 169 Fälle, darunter 16 neue am Mittwoch.

Zweite Astrazeneca-Dosis führt nicht zu erhöhtem Thrombose-Risiko

Eine zweite Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs Vaxzevria führt einer Studie zufolge zu keinem erhöhten Risiko seltener Blutgerinnsel. Nach den im Fachmagazin "Lancet" veröffentlichten Daten traten je einer Million Geimpfte 2,3 Fälle sogenannter TTS-Thrombosen auf. Dies sei vergleichbar mit der Fallzahl bei ungeimpften Personen. Nach der ersten Dosis wurde noch eine Rate von 8,1 Fällen je eine Million Geimpfte festgestellt. "Sofern nach der ersten Dosis kein TTS festgestellt wurde, sprechen diese Ergebnisse für die Verabreichung von zwei Dosen Vaxzevria", sagt AstraZeneca-Manager Mene Pangalos.

Niedersachsen plant dritte Impfung für Senioren

Niedersachsen bereitet sich auf eine dritte Corona-Impfung für ältere Menschen ab Herbst vor. Senioren in Alten- und Pflegeeinrichtungen die zu Jahresbeginn oder im Frühjahr ihre Impfung erhalten hätten, sollten nach Ende des Sommers eine dritte Impfung bekommen, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Länder planten für Oktober entsprechende Auffrischungsimpfungen, erklärte die SPD-Politikerin.

In Niedersachsen haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums knapp 64 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. 49,1 Prozent sind vollständig gegen das Virus geimpft. Rund 11 Prozent der Bevölkerung sind unter 12 Jahre alt, für sie steht noch kein Impfstoff zur Verfügung.

"Im September machen die Impfzentren dicht, und die mobilen Impfteams werden im Oktober in die Alten- und Pflegeheime gehen", sagte Behrens. Voraussetzung sei, dass es bis dahin einen zugelassenen Impfstoff für die Auffrischungsdosis gebe. Behrens rechnet damit, dass der Schutz ähnlich einer Grippeimpfung jährlich erneuert werden muss.

Ein Senior erhält die Corona-Impfung: "Im September machen die Impfzentren dicht, und die mobilen Impfteams werden im Oktober in die Alten- und Pflegeheime gehen". (Quelle: imago images)Ein Senior erhält die Corona-Impfung: "Im September machen die Impfzentren dicht, und die mobilen Impfteams werden im Oktober in die Alten- und Pflegeheime gehen". (Quelle: imago images)

Bericht: Geimpfte EU-Bürger müssen nicht mehr nach Einreise in England in Quarantäne 

Vollständig geimpfte EU-Bürger sollen Berichten zufolge bald in England nach der Einreise nicht mehr in Quarantäne gehen müssen. Minister der britischen Regierung wollten am Mittwoch Details der Regelung diskutieren, wie unter anderem der "Guardian" berichtete. Premierminister Boris Johnson sei besorgt, sein Land könne seinen "Impfbonus" einbüßen und hinter Europa zurückfallen, heißt es in der "Times". In vielen EU-Ländern gelten bereits seit Monaten gelockerte Bestimmungen für geimpfte Reisende.

In England hingegen gilt bislang für ausländische Reisende aus Ländern von der sogenannten "orangenen Liste" – auf der auch Deutschland trotz niedriger Corona-Zahlen weiterhin steht – in Großbritannien eine strikte Quarantänepflicht. Ankommende müssen sich für mindestens fünf Tage isolieren, auch wenn sie vollständig geimpft sind.

SPD für Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer

Die SPD unterstützt grundsätzlich eine Ausweitung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer, fordert aber von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Nachbesserung bei den konkreten Vorschlägen. "Das muss rechtlich sauber sein, das muss verhältnismäßig sein", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei an Gesundheitsminister Spahn, eine "rechtssichere Grundlage" zu schaffen. Die SPD sei dann schnell "handlungs- und umsetzungsfähig".

SPD-Chefin Saskia Esken sprach sich ebenfalls grundsätzlich dafür aus, ein besonderes Augenmerk auf Reiserückkehrer zu richten. "Ich bin unbedingt dafür, dass wir Reisende uns genau anschauen", sagte Esken in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart". Es sei ganz deutlich zu sehen, "dass Reisen ins Ausland Risiken mit sich bringen".

USA melden fast 70.000 Neuinfektionen an einem Tag

In den USA registrieren die Gesundheitsbehörden mindestens 68.437 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich damit bislang 34,78 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Toten in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 375 auf 610.278. Weltweit verzeichnen die USA die meisten Infizierten und Toten.

Bericht: RKI-Chef Wieler hält an Inzidenz als "Leitindikator" fest

Angesichts der Diskussion über den Umgang mit steigenden Infektionszahlen hat sich Lothar Wieler einem Medienbericht zufolge weiterhin für die Inzidenz als "Leitindikator" ausgesprochen. Außerdem sagte er: "Die vierte Welle hat begonnen". Mehr dazu lesen Sie hier.

Lockdown in Sydney wird verlängert 

Der seit Ende Juni geltende Lockdown in der australischen Metropole Sydney wird um vier Wochen verlängert. "Bitte seien Sie versichert, dass ich genauso verärgert und frustriert bin wie Sie, dass wir die Fallzahlen nicht so herunterbekommen haben, wie wir es gerne hätten", sagte Regional-Premierministerin Gladys Berejiklian am Mittwoch. In den vergangenen 24 Stunden sei im Bundesstaat New South Wales eine Rekordzahl von 177 neuen Fällen bestätigt worden, teilten die Behörden mit.

Berejiklian machte unter anderem die nur schleppend vorankommende Impfkampagne für die Situation verantwortlich. Sydney an der australischen Ostküste ist vor allem wegen der Ausbreitung der Delta-Variante seit dem 26. Juni im Lockdown. Die Bürger dürfen nur in Ausnahmen ihre Häuser verlassen, die Schulen sind geschlossen. Am Wochenende kam es zu Protesten gegen die strengen Regeln und Zusammenstößen wütender Demonstranten mit der Polizei.

Amtsärzte wollen Impfung ab 12

Angesichts der wieder schnell steigenden Corona-Infektionszahlen sprechen sich die deutschen Amtsärztinnen und -ärzte dafür aus, auch alle Kinder ab zwölf Jahren zu impfen. "Wenn die Vakzine getestet, geprüft und zugelassen sind, sehe ich keinen Grund, sie nicht zur Impfung zu empfehlen, auch für Jüngere", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch.

"Wenn es eine Zulassung für Impfstoffe gegen Covid-19 auch für Kinder und Jugendliche gibt, bin ich dafür, dass Menschen damit geimpft werden", sagte Teichert. Die Inzidenzen seien bereits in den niedrigeren Altersgruppen besonders hoch. "Das wird sich bald in die noch jüngeren Gruppen verschieben. Warum sollten wir diese Altersgruppen nicht vor Corona schützen?", gab Teichert zu bedenken. "Zumal die Jungen viele Kontakte haben. Da ist es doch sinnvoll, sie zu impfen."

In Deutschland ist der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Immunisierung bisher aber nur für junge Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen.

US-Behörde empfiehlt Masken in Innenräumen auch für Geimpfte

 In einer Verschärfung der Anfang des Monats herausgegebenen Richtlinien empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC künftig auch für vollständig Geimpfte das Maskentragen in geschlossenen Räumen. Hintergrund sei die Ausbreitung der Delta-Variante, teilt die Behörde mit. Außerdem sollten nach Ansicht der CDC alle Schüler, Lehrer und Angestellte in Kindergärten und Schulen Masken tragen, unabhängig davon, ob sie geimpft sind. Die CDC-Empfehlungen sind Richtlinien, die Umsetzung obliegt den Bundesstaaten. Mindestens acht verbieten derzeit sogar das Tragen von Masken an Schulen.

Kleine Änderung bei Corona-Quarantäne bei Einreisen

Bei den Corona-Regeln für Einreisen nach Deutschland gilt ab Mittwoch eine kleinere Änderung bei Quarantäne-Vorgaben. Wer aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten kommt, kann die vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne nun mit einem negativen Test vorzeitig beenden, wenn die Region noch während der Quarantänezeit herabgestuft wird - zu einem Risikogebiet oder Hochinzidenzgebiet mit hohen Infektionszahlen. Grundsätzlich ist vorzeitiges "Freitesten" für Einreisende aus Virusvariantengebieten sonst nicht möglich. Hier lesen Sie mehr.

Großbritannien: So viele Corona-Tote wie seit März nicht mehr

In Großbritannien ist die Zahl der Corona-Toten auf den höchsten Tageswert seit mehr als vier Monaten gestiegen. Am Dienstag meldeten die Behörden den Tod von 131 Menschen, das waren so viele wie seit dem 17. März nicht. Damals starben 141 Menschen innerhalb von vier Wochen nach einer Corona-Infektion. In den vergangenen sieben Tagen gab es landesweit 480 Corona-Tote, 40 Prozent mehr als in der Vorwoche.

"Dies liegt unter anderem an der hohen Fallzahl, die in den vergangenen Wochen registriert wurde", sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle. "Wir wissen, dass Todesfälle folgen, wenn es eine hohe Anzahl von Neuinfektionen gibt, und die Daten von heute zeigen, dass wir uns immer noch in der dritten Welle befinden."

Allerdings gibt es Anlass für vorsichtigen Optimismus. Am Dienstag sank die Zahl der Neuinfektionen den siebten Tag in Folge. Knapp 230 000 Neuinfektionen in einer Woche bedeuten ein Minus von gut 30 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Irland erlaubt Corona-Impfungen für 12- bis 15-Jährige

In Irland dürfen bald 12- bis 15-Jährige eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Diesen Vorschlag unterbreitete die nationale Impfkommission der Regierung des EU-Staats. Der Nutzen der Impfung könne nun auf die jüngere Altersgruppe ausgeweitet werden, sagte Außenminister Simon Coveney am Dienstag dem Sender RTÉ. Erwartet wird, dass damit etwa 250.000 Jugendliche bereits von der kommenden Woche an geimpft werden können. Sie sollen einen mRNA-Impfstoff erhalten, also das Mittel von Moderna oder Pfizer/Biontech. 

Mehrere Regionen Frankreichs führen Maskenpflicht im Freien wieder ein

Wenige Wochen nach der Aufhebung der Maskenpflicht im Freien in Frankreich wird diese in immer mehr Regionen und Städten des Landes wieder eingeführt. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus muss seit Dienstag in der Präfektur Gironde im Südwesten Frankreichs auch im Freien wieder eine Maske getragen werden. Auch in anderen Landesteilen im Osten und Südosten des Landes sowie auf der Mittelmeerinsel Korsika gilt wieder eine strengere Maskenpflicht.

Kretschmann rechnet mit Einschränkungen für Ungeimpfte

Baden-Württembergs Länderchef Winfried Kretschmann: Vollständig Geimpften werde man maximale Freiheiten geben, sagt Kretschmann. (Quelle: dpa/Bernd Weißbrod)Baden-Württembergs Länderchef Winfried Kretschmann: Vollständig Geimpften werde man maximale Freiheiten geben, sagt Kretschmann. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa)

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat kurz vor einer Schalte mit den unionsgeführten Ländern zum Kampf gegen die Corona-Pandemie Einschränkungen für Nicht-Geimpfte in Aussicht gestellt. "Die, die sich nicht impfen lassen, müssen damit rechnen, dass der Zugang zu Veranstaltungen, Institutionen, erschwert ist", sagte der Grünen-Politiker.

Ungeimpfte müssten außerdem damit rechnen, dass sie sich an den Kosten für Tests beteiligen müssen, sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht wurde. Vollständig Geimpften werde man hingegen maximale Freiheiten geben, soweit das möglich sei. Allerdings werde man von der Einhaltung der AHA-Regeln nicht abrücken können.

Olympia-Stadt Tokio meldet Rekord bei Neuinfektionen

In der Olympia-Stadt Tokio steigen die Neuinfektionen auf über 3.000 registrierte Fälle – so viele wie nie an einem einzigen Tag. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji. Am Montag waren 1.429 neue Corona-Fälle erfasst worden, doppelt so viele wie eine Woche zuvor.

Zuschauer bei den Olympischen Spielen: Die Neuinfektionen steigen derzeit in Tokio rapide an. (Quelle: imago images/GEPA pictures)Zuschauer bei den Olympischen Spielen: Die Neuinfektionen steigen derzeit in Tokio rapide an. (Quelle: GEPA pictures/imago images)

Die Krankenhäuser bereiten sich derweil auf die Aufnahme zusätzlicher Covid-19-Kranke vor. Die Zahl der Betten für diese Fälle soll von derzeit 5.967 auf 6.406 erhöht werden, berichtet der Sender TBS. 

Fast die Hälfte der Deutschen hat vollständigen Impfschutz

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden 61 Prozent der gesamten Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Das sind 50,7 Millionen Menschen. Fast die Hälfte der Bevölkerung (49,7 Prozent) ist inzwischen vollständig geimpft. Laut RKI wurden am Montag 313.275 Impfungen verabreicht.

Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,9 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 57,5 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,7 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (45,8 Prozent).

Bericht: Italien prüft Impfpflicht für Lehrer

In Italien erwägt die Regierung nach einem Zeitungsbericht eine Corona-Impfpflicht für Lehrer und anderes Personal an den Schulen. Noch in dieser Woche könnte dazu ein Dekret erlassen werden, hieß es am Dienstag in der Zeitung "Corriere della Sera". Zuvor solle es noch ein Treffen mit den Gewerkschaften geben. Gesundheitsminister Roberto Speranza sagte im Fernsehen, es werde geprüft, was das wirksamste Mittel sei, um Präsenzunterricht wieder zu ermöglichen.

Nach offiziellen Angaben sind 85 Prozent der Lehrer zumindest einmal gegen Covid-19 geimpft. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Ministerpräsident Mario Draghi betonte in der Vergangenheit immer wieder, wie wichtig normaler Unterricht in den Klassen sei. Derzeit sind in Italien Ferien, noch bis September. Wegen der Pandemie mussten viele Mädchen und Jungen vergangenes Jahr zu Hause via Internet am Unterricht teilnehmen.

70 Prozent der Erwachsenen in der EU sind ein Mal geimpft

In der EU haben 70 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag mitteilte, haben zudem 57 Prozent der Volljährigen bereits den vollen Impfschutz. Damit habe Europa im weltweiten Vergleich aufgeholt. Unter anderem waren etwa die USA oder Israel zunächst deutlich schneller darin, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Man müsse die Anstrengungen aber beibehalten, so von der Leyen. "Die Deltavariante ist sehr gefährlich." Sie rufe daher jeden und jede dazu auf, sich impfen zu lassen, sofern die Möglichkeit dazu bestehe.

Bericht: Spahn plant Ausweitung von Testpflicht für Reiserückkehrer

Das Bundesgesundheitsministerium plant einem Medienbericht zufolge eine deutliche Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, will Minister Jens Spahn (CDU) Reisende künftig verpflichten, bei ihrer Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorzulegen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Jens Spahn: Künftig Tests für alle Reiserückkehrer? (Quelle: AP/dpa/Axel Schmidt)Jens Spahn: Künftig Tests für alle Reiserückkehrer? (Quelle: Axel Schmidt/AP/dpa)

Neuinfektionen in Israel auf hohem Niveau

In Israel steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter deutlich an: Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 2.112 Fälle – so viele wie seit Mitte März nicht mehr. Dem Fernsehen zufolge handelt es sich bei etwa jedem zehnten neuen Fall um Rückkehrer aus dem Ausland. Die Zahl der Corona-Patienten mit schwerem Verlauf stieg auf 138 – am Montag vor einer Woche waren es noch 61. Die meisten neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus.

Unter den Neuinfizierten sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte. Mehr als 57 Prozent der 9,3 Millionen Bewohner Israels sind bereits vollständig geimpft. Die dortige Impfkampagne war besonders zu Beginn sehr erfolgreich. Allerdings gibt es nach Angaben von Ministerpräsident Naftali Bennett immer noch mehr als eine Million Israelis, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun.

Indien meldet niedrigsten Wert seit März

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 29.689 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der niedrigste Wert seit dem 17. März. Insgesamt wurden rund 31,44 Millionen Ansteckungsfälle registriert, weltweit weisen nur die USA mehr Infektionen auf. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in Indien um 415 auf 421.832.

Spanien und Niederlande sind Hochinzidenzgebiete

Spanien und die Niederlande sind seit Mitternacht als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusätzliche Auflagen, wie das Robert Koch-Institut mitgeteilt hatte. Mit der Entscheidung reagierte die Bundesregierung auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen. Kurz vor Inkrafttreten der Entscheidung am Dienstag hätten nur sehr wenige deutsche Touristen ihren Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca vorzeitig beendet, hieß es dort.

Die Reisebranche hatte die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert. Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machten in der vergangenen Woche etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub – etwa 60 Prozent von ihnen auf den Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren und der Rest auf dem Festland. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Schwesig fordert Corona-Ampel wegen steigender Infektionszahlen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mahnt zeitnahe Beratungen von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie an und fordert einen Strategiewechsel. "Wir sollten die nächste Konferenz der Regierungschefs der Länder mit der Kanzlerin vorziehen. Die Corona-Zahlen steigen weiter. Wir müssen jetzt gemeinsame Entscheidungen treffen, wenn wir uns gut auf den Herbst vorbereiten wollen", sagt Schwesig der Zeitung "Rheinische Post". Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sei sie der Auffassung, "dass wir einen neuen Corona-Warnwert brauchen, der neben der Inzidenz auch die Auslastung der Krankenhäuser und den Impffortschritt berücksichtigt". Mecklenburg-Vorpommern habe eine solche Corona-Ampel bereits eingeführt.

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