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Boeing fĂŒhrt Impfpflicht fĂŒr 125.000 Mitarbeiter ein

Von afp, dpa, rtr, t-online
Aktualisiert am 13.10.2021Lesedauer: 49 Min.
Ankunft einer Boeing-Maschine: Die Mitarbeiter des US-Flugzeugbauers mĂŒssen sich impfen lassen.
Ankunft einer Boeing-Maschine: Die Mitarbeiter des US-Flugzeugbauers mĂŒssen sich impfen lassen. (Quelle: Wolfgang Simlinger/imago-images-bilder)
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Bis Anfang Dezember mĂŒssen sich die US-Mitarbeiter des Flugzeugbauers Boeing impfen lassen. Damit setzt das Unternehmen eine Ansage des PrĂ€sidenten durch. A

In Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 4,3 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben mehr als 94.200 Menschen an oder mit dem Virus seit Beginn der Pandemie. Mehr zu den aktuellen Zahlen lesen Sie hier. Im Zuge der Ende 2020 begonnenen Impfkampagne haben inzwischen 68,6 Prozent der BundesbĂŒrger mindestens eine Impfdosis erhalten, 65,4 Prozent sind vollstĂ€ndig geimpft (Stand: 13. Oktober 2021).

Boeing fĂŒhrt Impfpflicht fĂŒr 125.000 Mitarbeiter ein

Der US-Flugzeugbauer Boeing fĂŒhrt im Rahmen einer von PrĂ€sident Joe Biden erlassenen Anordnung fĂŒr Auftragnehmer von US-Bundesbehörden eine Impfpflicht ein. "Bis zum 8. Dezember mĂŒssen die rund 125.000 US-Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder infolge einer Behinderung oder einer aufrichtigen religiösen Überzeugung anerkannte, zumutbare Schutzmaßnahmen treffen", teilt Boeing mit. Auch die US-Fluggesellschaften American Airlines, Southwest Airlines, JetBlue Airways und Alaska Airlines sowie der Flugzeugteilehersteller Spirit AeroSystems erklĂ€ren, dass sie sich an die von Biden vorgeschriebene Frist halten werden.

Diskrepanz bei Impfquote: Drosten verteidigt Robert Koch-Institut

In der Debatte um die Unsicherheit bei der Impfquote in Deutschland hat der Virologe Christian Drosten das Robert Koch-Institut (RKI) in Schutz genommen. Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so fĂŒr nicht gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner CharitĂ© am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Mehr zu der Kritik lesen Sie hier.

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Erster Angriff mit neuer Waffe hat drastische Folgen


USA öffnen Grenzen zu Kanada und Mexiko fĂŒr Geimpfte

Die USA öffnen ihre Grenzen zu Kanada und Mexiko fĂŒr Geimpfte wieder. Ab Anfang November werden nach 19 Monaten die BeschrĂ€nkung fĂŒr geimpfte Reisende aus Kanada aufgehoben, teilt das BĂŒro des MehrheitsfĂŒhrers im Senat, Chuck Schumer, mit. Auch die Grenze zu Mexiko werde dann fĂŒr vollstĂ€ndig Geimpfte geöffnet, erklĂ€rt das BĂŒro der demokratischen Senatorin Kirsten Gillibrand.

Zahl der ImpfdurchbrĂŒche gestiegen

Nach Angaben der Bundesregierung ist der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen angestiegen. Auf Grundlage der Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) registriert das Bundesgesundheitsministerium in den Wochen von Mitte August bis Anfang September 1.186 Corona-FÀlle, die "intensivmedizinisch versorgt" werden mussten, berichten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Von den Patienten waren 119 Personen geimpft, in 10,03 Prozent der FÀlle kam es demnach offenbar zu einem Impfdurchbruch, teilt das Ministerium in einer Antwort auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mit, aus der die Zeitungen zitieren. In einem lÀngeren Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September habe der Anteil der geimpften Intensiv-Corona-Patienten noch bei 1,84 Prozent gelegen.

"Dass im Laufe der Zeit mehr ImpfdurchbrĂŒche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollstĂ€ndig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen", erklĂ€rt das RKI.

Bund zahlte rund fĂŒnf Milliarden Euro fĂŒr Gratis-Tests

Die Ausgaben des Bundes fĂŒr kostenfreie Corona-BĂŒrgertests belaufen sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf mehr als fĂŒnf Milliarden Euro. Bis Mitte September 2021 wurden bereits 5,2 Milliarden Euro ĂŒber den Gesundheitsfonds abgerechnet, berichtet die Zeitung "Rheinische Post" aus einer Mitteilung des Ministeriums.

Thailand öffnet fĂŒr Geimpfte aus sicheren LĂ€ndern – auch Deutschland

Gute Nachrichten fĂŒr Fernreisende: Thailand öffnet ab dem 1. November seine Grenzen zum quarantĂ€nefreien Urlaub fĂŒr vollstĂ€ndig Geimpfte aus mindestens zehn Staaten – darunter auch Deutschland. Dies kĂŒndigte MinisterprĂ€sident Prayut Chan-o-cha in einer Fernsehansprache am Dienstag an. Andere LĂ€nder, die wegen ihrer geringen Corona-Inzidenz auf der Liste stehen, sind Singapur, China und die USA. Urlauber mĂŒssten lediglich einen PCR-Test vor der Abreise in ihrer Heimat und einen weiteren bei der Ankunft in Thailand machen, sagte Prayut. Danach könnten sie alle Landesteile frei bereisen.

Ab dem 1. Dezember sollen voraussichtlich weitere LĂ€nder zur Liste hinzugefĂŒgt werden. Dann werde voraussichtlich auch der seit Monaten wegen einer schweren Corona-Welle verbotene Ausschank von Alkohol in Restaurants wieder erlaubt sein.

"Es war auch fĂŒr mich eine der schmerzlichsten Erfahrungen in meinem Leben, Entscheidungen zu treffen, durch die die Rettung von Leben mit der Rettung von Lebensgrundlagen in Einklang gebracht werden mussten", betonte Prayut. Der fĂŒr das Land extrem wichtige Tourismussektor liegt seit mehr als eineinhalb Jahren fast komplett am Boden. Viele Menschen haben seither kein Einkommen mehr.

Keine einheitliche Testpflicht fĂŒr Mitarbeiter mit Kundenkontakt

Bund und LĂ€nder konnten sich nicht auf ein einheitliches Vorgehen fĂŒr das Erlassen einer Corona-Testpflicht fĂŒr Mitarbeiter in Unternehmen mit Publikumsverkehr einigen. Die Gesundheitsministerkonferenz beschloss am Montag in ihrer Schaltkonferenz lediglich, dass Paragraf 28 im Infektionsschutzgesetz als Rechtsgrundlage dafĂŒr geeignet sei. "Auf dieser Rechtsgrundlage kann eine Testvorlagepflicht fĂŒr die BeschĂ€ftigten mit direktem Kundenkontakt durch das Landesrecht erlassen werden", heißt es im einstimmig gefassten Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Im ursprĂŒnglichen Entwurf hatte es noch geheißen: "Die LĂ€nder sind sich einig, dass die mittlerweile in vielen BundeslĂ€ndern geregelte 3G-Nachweispflicht als Voraussetzung zum Zugang zu Betrieben, Einrichtungen oder sonstigen Angeboten mit direktem Kundenkontakt nicht nur fĂŒr Kundinnen und Kunden, Besucherinnen und Besucher oder sonstige externen Personen, sondern auch fĂŒr BeschĂ€ftigte gelten soll." Der von Baden-WĂŒrttemberg vorgelegte Textentwurf war aber kurz vor Beginn der Konferenz nach dpa-Informationen zurĂŒckgezogen worden.

In Berlin sind etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "mit körperlichem Kontakt zu Kundinnen und Kunden oder sonstigen Dritten" und BeschĂ€ftigte, "die als Funktionspersonal mit Publikumskontakt auf Veranstaltungen tĂ€tig sind", zu Tests verpflichtet, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. In Baden-WĂŒrttemberg mĂŒssen Mitarbeiter, die "direkten Kontakt zu externen Personen" haben, sich testen lassen, wenn sich die Corona-Lage verschĂ€rft und bestimmte Behandlungszahlen in den Kliniken ĂŒberschritten werden. In Sachsen ist die Testpflicht von BeschĂ€ftigten an einen Inzidenzwert von 35 gekoppelt.

Lauterbach befĂŒrwortet das Ende der kostenlosen Schnelltests

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstĂŒtzt das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests. "Das Auslaufen der kostenlosen Corona-Tests ist richtig", sagte Lauterbach der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag). "Es wĂ€re falsch, denjenigen, die sich selbst der SolidaritĂ€t des Impfens verweigern, unbegrenzt solidarisch die Tests zu bezahlen."

Karl Lauterbach blickt in die Kamera (Archivbild). Der Gesundheitsexperte sieht derzeit keine PrioritĂ€t bei einem FĂŒhrungswechsel im RKI.
Karl Lauterbach blickt in die Kamera (Archivbild). Der Gesundheitsexperte sieht derzeit keine PrioritĂ€t bei einem FĂŒhrungswechsel im RKI. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)

Auch die Kommunen begrĂŒĂŸen den Schritt. "Wir gehen nicht davon aus, dass die wegfallenden kostenlosen Tests zu ernsthaften sozialen Konflikten fĂŒhren", sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des StĂ€dte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Montag. "Angesichts einer Impfquote von 80 Prozent bei Erwachsenen ist das der richtige Schritt", sagte auch der PrĂ€sident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Neuseeland fĂŒhrt Impfpflicht ein

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die neuseelĂ€ndische Regierung eine weitgehende Impfpflicht fĂŒr Mitarbeiter im Gesundheitswesen sowie fĂŒr Lehrer angekĂŒndigt. "Wir können nichts dem Zufall ĂŒberlassen", sagte Chris Hipkins, der im Kabinett von Premierministerin Jacinda Ardern sowohl Bildungsminister als auch fĂŒr das Corona-Krisenmanagement zustĂ€ndig ist, am Montag. Deshalb werde die Impfung fĂŒr bestimmte Berufsgruppen obligatorisch.

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"Impfungen bleiben unser stĂ€rkstes und effektivstes Instrument, um uns gegen Infektionen und Erkrankungen zu schĂŒtzen", betonte Hipkins. Den neuen Regelungen zufolge mĂŒssen Ärzte, Krankenpfleger und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen bis zum 1. Dezember zweifach gegen das Coronavirus geimpft sein. Menschen im Bildungssektor mit direktem Kontakt zu SchĂŒlern haben bis zum 1. Januar Zeit, um sich vollstĂ€ndig immunisieren zu lassen.

WeiterfĂŒhrende Schulen werden dazu verpflichtet, eine Datenbank ĂŒber den Impfstatus ihrer SchĂŒler zu fĂŒhren. Eine Entscheidung zu einer möglichen Impfpflicht an Hochschulen steht noch aus.

Lauterbach: "Personaldiskussion nicht das Wichtigste"

In der Diskussion um die reale Impfquote ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach dem RKI-Leiter Lothar Heinz Wieler zu Hilfe gekommen. "Wir sind in einer besonders vulnerablen Phase, wo es jederzeit wieder ein Aufflammen der vierten Welle geben könnte und wahrscheinlich geben wird. Da halte ich die Personaldiskussion fĂŒr nicht das Wichtigste", sagte Lauterbach im "Bericht aus Berlin" in der ARD.

Dennoch spart er nicht an Kritik am Institut. "Es hat Defizite gegeben", rĂ€umte Lauterbach ein. Die Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Impfquoten sei "begrĂŒndungsbedĂŒrftig", das mĂŒsse aufgearbeitet werden. Im Vordergrund stehe aber, wie es inhaltlich weitergehe.

Das RKI und sein Chef Wieler sind in die Kritik gekommen, weil die vom Institut herausgegebene Impfquote wohl nicht der RealitĂ€t entsprach. Politiker von FDP und GrĂŒnen hatten eine mangelnde Distanz des Robert Koch-Instituts zur Bundesregierung beklagt und Unzufriedenheit mit Instituts-Chef Lothar Wieler geĂ€ußert. Bei Wieler gebe es "von Fehlereinsicht keine Spur", sagte die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus (FDP).

Corona-Schnelltests ab heute fĂŒr die meisten kostenpflichtig

Die seit dem FrĂŒhjahr fĂŒr alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger kostenlos möglichen Corona-Schnelltests mĂŒssen jetzt meist selbst bezahlt werden. Generell gratis bleiben sie noch fĂŒr Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren. Das legt eine neue Bundesverordnung fest, die am Montag in Kraft tritt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die MinisterprĂ€sidenten hatten vereinbart, dass das vom Bund seit Anfang MĂ€rz finanzierte Angebot fĂŒr kostenlose "BĂŒrgertests" fĂŒr alle ohne Symptome enden soll. Da kostenlose Impfungen fĂŒr alle möglich sind, sei eine dauerhafte Übernahme der Test-Kosten durch die Steuerzahler nicht lĂ€nger nötig, hieß es zu BegrĂŒndung.

Lockdown in Sydney beendet

Im australischen Bundesstaat New South Wales und seiner Hauptstadt Sydney ist am Montag der Lockdown nach 106 Tagen beendet worden. Insgesamt 63.000 Corona-Infektionen und ĂŒber 430 TodesfĂ€lle wurden in dieser Zeit gezĂ€hlt. Der Lockdown wurde beendet, nachdem in der Vorwoche ĂŒber 70 Prozent der Bevölkerung ihre zweite Schutzimpfung erhalten hatten. Landesweit liegt die Impfquote in Australien aktuell bei knapp 62 Prozent.

Mit dem Ende des strengen Lockdowns in Sydney werden auch zahlreiche EinschrĂ€nkungen aufgehoben. Unter anderem dĂŒrfen sich vollstĂ€ndig geimpfte Personen nunmehr in Gruppen von bis zu 30 Menschen treffen. Friseure dĂŒrfen wieder Kunden empfangen, allerdings nur unter Einhaltung der Distanzregeln, was auch fĂŒr Museen, Fitnessstudios oder Kinos gilt.

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Ärzte warnen vor weiteren Infektionen

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat wegen des Endes der kostenlosen Coronatests am Montag vor weiteren Infektionen gewarnt. "Kostenpflichtige Coronatests fĂŒhren dazu, dass sich kĂŒnftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden", sagte die Gewerkschaftsvorsitzende, Susanne Johna, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Sonntag. "Das ist ein Einfallstor fĂŒr eine weitere Übertragung des Virus."

Ab Montag sind die BĂŒrgertests nicht mehr kostenlos. So will die Politik den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich impfen zu lassen. Ausnahmen gelten unter anderem fĂŒr alle Gruppen, die sich aus medizinischen GrĂŒnden nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder fĂŒr die noch kein Impfstoff zur VerfĂŒgung steht.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die Maßnahme. "Kostenlose BĂŒrgertests abzuschaffen, gebietet die Fairness vor dem Steuerzahler", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Sonntag. Jeder, fĂŒr den es empfohlen sei und der wolle, habe sich mittlerweile impfen lassen können.

Bericht: Bund und LĂ€nder beraten ĂŒber 3G-Regel am Arbeitsplatz

Am Montag wollen die Gesundheitsminister von Bund und LĂ€ndern nach Angaben von "Business Insider" ĂŒber eine Testpflicht von Angestellten in Unternehmen mit Kundenkontakt beraten. Dem Magazin liegt ein Beschlussentwurf dazu vor, in dem es heißt: "Die LĂ€nder sind sich einig, dass die mittlerweile in vielen BundeslĂ€ndern geregelte 3G-Nachweispflicht als Voraussetzung zum Zugang zu Betrieben, Einrichtungen oder sonstigen Angeboten mit direktem Kundenkontakt auch fĂŒr BeschĂ€ftigte gelten soll.“ Bislang galt diese Regelung nur fĂŒr Kunden oder Besucher in Restaurants oder beim Friseur.

Ein möglichst einheitliches Vorgehen der LÀnder soll dabei umgesetzt werden. Bei Genesenen und Geimpften könne auch der Impfnachweis beziehungsweise Genesenenstatus ausreichen.

Lauterbach fordert neuen Impfgipfel und Corona-VerschÀrfungen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine neue Bund-LĂ€nder-Runde angeregt, um die Corona-Regeln teilweise zu verschĂ€rfen. "Es wĂ€re sinnvoll, dass sich die MinisterprĂ€sidenten zeitnah mit der Kanzlerin noch einmal treffen", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "In der Pandemie stehen sehr viele Entscheidungen an – von den Corona-Regeln bis zu den Booster-Impfungen. Wir dĂŒrfen in der Zeit, in der Koalitionsverhandlungen laufen, nicht den Überblick verlieren", sagte er mit Blick auf die GesprĂ€che zur Regierungsbildung.

Zwar werde die Pandemie, wenn keine gefĂ€hrlichere Virusvariante auftrete, im spĂ€ten FrĂŒhjahr 2022 vorbei sein. "Wir werden aber einen schweren Winter haben, wenn wir nicht die nötige Impfquote erreichen." Daher könnten die Schutzmaßnahmen nicht maßgeblich beendet werden. Aus seiner Sicht gehe es zum Teil sogar um VerschĂ€rfungen. "Wir sollten die 2G-Regel intensiver nutzen, also nur Geimpften und Genesenen den Zugang zu Restaurants, Kinos oder Veranstaltungen ermöglichen", erklĂ€rte Lauterbach. So schaffe man einen Anreiz, sich doch noch impfen zu lassen.

VdK warnt vor hohen Preisen fĂŒr Corona-Tests

Der Sozialverband VdK hat zum Ende der Gratis-Coronatests ab Montag vor den sozialen Folgen fĂŒr Geringverdiener gewarnt. "Wir befĂŒrchten, dass es wieder zu völlig ĂŒberteuerten Angeboten kommt", sagte VdK-PrĂ€sidentin Verena Bentele den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben). Sie kritisierte, dass bislang keine Deckelung der Kosten fĂŒr die Tests vorgesehen sei.

"Menschen mit wenig Geld sollten außerdem nur eine geringe Eigenbeteiligung zahlen mĂŒssen", forderte sie. Eine Regelung vom Sozialministerium dazu fehle allerdings noch. Bentele forderte zudem mehr Ausnahmen von der Bezahlpflicht, beispielsweise fĂŒr Menschen "die ernsthafte gesundheitliche Bedenken aufgrund von chronischen Erkrankungen oder Behinderungen haben".

Die Coronatests sind ab Montag nicht mehr kostenfrei. Ausnahmen gelten unter anderem fĂŒr alle Gruppen, die sich aus medizinischen GrĂŒnden nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder fĂŒr die noch kein Impfstoff zur VerfĂŒgung steht.

RKI: Lettland und Estland kĂŒnftig Corona-Hochrisikogebiete

Bundesregierung und Robert-Koch-Institut (RKI) haben die EU-Staaten Estland und Lettland neu als Corona-Hochrisikogebiete eingestuft. Gleiches gilt auch fĂŒr die Ukraine, Jemen und Brunei, wie das RKI am Freitag mitteilte. Dagegen wurden unter anderem eine Reihe französischer Überseegebiete sowie die norwegischen Regionen Oslo und Viken von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen.

Die neuen Einstufungen werden SonntagfrĂŒh wirksam. In der EU sind damit abgesehen von einigen verbleibenden Überseegebieten Frankreichs und der Niederlande noch RumĂ€nien, Litauen und Slowenien sowie die irische Region Border als Hochrisikogebiete eingestuft, außerdem unter anderem Großbritannien, LĂ€nder des westlichen Balkans, die USA, die TĂŒrkei sowie Ägypten und Israel.

Einreisende aus Hochrisikogebieten mĂŒssen fĂŒr zehn Tage in QuarantĂ€ne. Geimpfte und Genesene können die QuarantĂ€ne aber abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden ĂŒbermitteln. Bei nachtrĂ€glicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die QuarantĂ€ne verkĂŒrzt werden. Lettland hat inzwischen erneut den Notstand ausgerufen.

KassenÀrzte-Chef macht Hoffnung auf Freedom Day in Deutschland

Der Vorsitzende der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, erwartet nach der Korrektur der offiziellen Impfquote durch das Robert Koch-Institut baldige Lockerungen von Corona-Restriktionen. "Mit einer zu niedrigen Impfquote kann man nun nicht mehr fĂŒr Corona-Maßnahmen argumentieren", sagte Gassen der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). "Der Freedom-Day rĂŒckt nĂ€her."

DJane wirft Glitzer in die feiernde Menge: Ohne Abstand zu halten und ohne einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, tanzte das Publikum vor zwei Jahren noch eng zusammen.
DJane wirft Glitzer in die feiernde Menge: Ohne Abstand zu halten und ohne einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, tanzte das Publikum vor zwei Jahren noch eng zusammen. (Quelle: POP-EYE/imago-images-bilder)

Die Impfquote unter den Erwachsenen in Deutschland ist einer neuen Erhebung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge höher als bislang angenommen. Es sei "in der Erwachsenenbevölkerung von einem Anteil mindestens einmal Geimpfter von bis zu 84 Prozent und einem Anteil vollstĂ€ndig Geimpfter von bis zu 80 Prozent auszugehen", hieß es am Donnerstag in der Auswertung des neuen Impfquoten-Monitorings (Covimo).

Kultusminister wollen Schulen weiter offen halten

Die Kultusministerinnen und Kultusminister der LĂ€nder setzen sich weiterhin dafĂŒr ein, dass es in der Corona-Pandemie nicht zu erneuten Schulschließungen kommt. Es sei "unerlĂ€sslich, die Schulen offen zu halten und den PrĂ€senzunterricht dauerhaft zu sichern", heißt es in einem Beschluss, den die Minister am Freitag nach Beratungen in Potsdam fassten. Sie bekrĂ€ftigen damit im Wesentlichen ihre bereits im Juni und August formulierten BeschlĂŒsse fĂŒr einen "Schulischen Regelbetrieb im Schuljahr 2021/2022".

Im aktuellen Schuljahr sei es gelungen, trotz Pandemie und Delta-Variante durchweg in allen LĂ€ndern vollstĂ€ndigen und kontinuierlichen PrĂ€senzunterricht sicherzustellen. Das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung, Freizeitgestaltung und ZusammenkĂŒnfte sei weitestgehend ohne EinschrĂ€nkungen gesichert.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) sprach sich zudem fĂŒr eine zurĂŒckhaltende QuarantĂ€ne-Politik durch die GesundheitsĂ€mter aus: Auch bei einer weitgehenden Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen sollten QuarantĂ€neanordnungen "im Interesse eines verlĂ€sslichen PrĂ€senzunterrichts" auf tatsĂ€chlich infizierte Personen beziehungsweise enge Kontaktpersonen eingegrenzt werden.

Mehrheit ist gegen Maskenpflicht an Schulen

Die Mehrheit der BĂŒrger ist einer Umfrage zufolge fĂŒr die Abschaffung der Maskenpflicht im Klassenzimmer. 57 Prozent sind der Meinung, dass die Maskenpflicht im Unterricht abgeschafft werden sollte, wie eine Befragung von Infratest-dimap fĂŒr den ARD-Deutschlandtrend ergab.

Bei den Eltern mit schulpflichtigen Kindern sind es sogar 71 Prozent. Lediglich 37 Prozent sind fĂŒr eine Beibehaltung der Maskenpflicht an Schulen – und nur 27 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder. In Berlin mĂŒssen jĂŒngere SchĂŒler bis zur sechsten Klasse seit Montag im Unterricht keine Maske mehr tragen, in Bayern entfiel die Tragepflicht im Klassenzimmer zum Wochenbeginn fĂŒr alle SchĂŒler. Solche oder Ă€hnliche Regelungen gelten auch in anderen BundeslĂ€ndern oder sind dort in Planung.

Die Sorgen der BĂŒrger vor einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen ist der Umfrage zufolge im Vergleich zum Sommer kleiner geworfen. Aktuell treibt diese Sorge 42 Prozent um – im Juli gab noch eine Mehrheit von 62 Prozent an, sehr große oder große Sorgen zu haben, dass die Infektionen wieder steigen könnten.

EMA genehmigt Merck-Anlage zur Herstellung von J&J-Impfstoff

Die EuropĂ€ische Arzneimittelagentur EMA lĂ€sst den Produktionsstandort des US-Arzneimittelherstellers Merck & Co im amerikanischen West Point in Pennsylvania fĂŒr die Herstellung des Impfstoffs von Johnson & Johnson zu. Laut EMA soll die Anlage von Merck sofort in Betrieb genommen werden, um die weitere Versorgung mit dem Vakzin von J&J in der EuropĂ€ischen Union sicherzustellen. Merck hatte Anfang dieses Jahres zugestimmt, den Impfstoff seines Rivalen herzustellen, nachdem das Unternehmen die Entwicklung von zwei eigenen Impfstoffen aufgegeben hatte.

Stiko empfiehlt Booster-Impfungen fĂŒr ĂŒber 70-JĂ€hrige

Die StĂ€ndige Impfkommission empfiehlt jetzt auch allen Senioren ab 70 Jahren eine Corona-Auffrischimpfung. Im höheren Alter falle die Immunantwort nach Impfungen insgesamt geringer aus und ImpfdurchbrĂŒche könnten hĂ€ufiger auch zu einem schweren Krankheitsverlauf fĂŒhren, hieß es in der BegrĂŒndung. In Pflegeeinrichtungen könne ein sogenannter Booster wegen eines erhöhten Ausbruchsrisikos auch Senioren unter 70 Jahren gespritzt werden. Die Empfehlung fĂŒr eine Auffrischimpfung gilt darĂŒber hinaus auch fĂŒr Pflegepersonal in ambulanten und stationĂ€ren Einrichtungen fĂŒr Ă€ltere Menschen und andere Covid-Risikogruppen sowie fĂŒr medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten.

Corona-Schutzimpfung: Eine dritte Spritze sollen jetzt auch die ĂŒber 70-JĂ€hrigen erhalten.
Corona-Schutzimpfung: Eine dritte Spritze sollen jetzt auch die ĂŒber 70-JĂ€hrigen erhalten. (Quelle: Reichel/dpa-bilder)

Zuvor gab es eine entsprechende Empfehlung nur fĂŒr Menschen mit geschwĂ€chtem Immunsystem. Die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff soll frĂŒhestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen – unabhĂ€ngig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde.

Der Beschlussentwurf und die dazugehörige wissenschaftliche BegrĂŒndung sind am Donnerstag in ein Stellungnahmeverfahren von Fachkreisen und an die BundeslĂ€nder gegangen. Änderungen sind daher noch möglich, teilte die Stiko mit.

Pfizer beantragt Impfstoff-Zulassung fĂŒr FĂŒnf- bis ElfjĂ€hrige in den USA

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung seines zusammen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Corona-Impfstoffs fĂŒr fĂŒnf- bis elfjĂ€hrige Kinder beantragt. Pfizer erklĂ€rte am Donnerstag auf Twitter, der Zulassungsantrag liege der US-Arzneimittelbehörde FDA vor. Im September hatten die beiden Unternehmen bei der FDA bereits Studiendaten eingereicht, wonach der Impfstoff bei Kindern "sicher und wirksam" sei.

Vier Club-Besucher in Ulm mit Corona infiziert

Mindestens vier Besucher eines Ulmer Clubs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie der Alb-Donau-Kreis mitteilte, lagen zunĂ€chst positive PCR-Testergebnisse von drei Personen vor, die sich am Mittwoch vergangener Woche alle zur gleichen Zeit in dem Club aufgehalten hatten. "Es ist davon auszugehen, dass diese zu diesem Zeitpunkt ansteckend waren", hieß es vom Gesundheitsamt. Wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte, sei auch eine vierte Person positiv getestet worden.

In dem Ulmer Club habe die 3G-Regel gegolten, wie die Sprecherin des Gesundheitsamtes sagte. Das bedeute, Besucher mussten entweder geimpft, genesen oder getestet sein, um den Club besuchen zu können. Unter welchen Voraussetzungen einzelne Besucher eingelassen wurden, sei unklar. Die vorliegenden Infektionen, könnten auf fehlerhafte Tests oder etwa auch auf ImpfdurchbrĂŒche zurĂŒckzufĂŒhren sein.

354 Personen hĂ€tten ĂŒber die Luca-App einen Warnhinweis erhalten, heißt es vom Alb-Donau-Kreis. 51 ClubgĂ€ste, die sich nicht mit der App registriert hatten, seien telefonisch informiert worden. Eine generelle QuarantĂ€ne fĂŒr die GĂ€ste – mehrere Hundert – habe das Gesundheitsamt nicht angeordnet. Nach Vorgaben des Landes Baden-WĂŒrttemberg werde ein Ausbruchsgeschehen erst angenommen, wenn mindestens 5 Menschen oder 20 Prozent einer kleineren Gruppe positiv getestet wurden.

Lauterbach: Bessere Impfquote plausibel – aber nicht genug fĂŒr Freedom Day

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist erfreut ĂŒber den neuen Covimo-Bericht des Robert Koch-Instituts. Dem Papier zufolge könnte die Impfquote höher liegen als offiziell angegeben. Bei einer Telefonbefragung unter 1.005 Erwachsenen gaben 87,5 Prozent an, bereits einmal geimpft zu sein. 80,9 Prozent sagten, vollstĂ€ndig geimpft zu sein. "Die Daten sind plausibel", twitterte Lauterbach. "Trotzdem reicht das noch nicht fĂŒr einen Freedom Day." Ein paar Wochen 2G-BeschrĂ€nkung und "gute Impfangebote" wĂŒrden helfen, so Lauterbach weiter.

Morgennebel ĂŒber dem Opernhaus in Sydney: Ein mĂŒhsamer Weg aus dem Lockdown.
Morgennebel ĂŒber dem Opernhaus in Sydney: Ein mĂŒhsamer Weg aus dem Lockdown. (Quelle: Joel Carrett/AAP/dpa/dpa)

Sydney lockert Corona-BeschrÀnkungen

Aufatmen im australischen Bundesstaat New South Wales und in der Millionenstadt Sydney: Weil dort inzwischen 70 Prozent der Bevölkerung vollstĂ€ndig geimpft sind, hat die Regionalregierung weitreichende Lockerungen der strikten Corona-BeschrĂ€nkungen angekĂŒndigt. Bereits ab Montag dĂŒrfen vollstĂ€ndig Geimpfte – erstmals seit 100 Tagen – wieder in Restaurants essen und ins Fitnessstudio gehen. Zudem können sich wieder zehn statt wie bisher fĂŒnf Erwachsene in PrivathĂ€usern treffen, im Freien sind Versammlungen von 30 statt wie bisher 20 Menschen erlaubt, wie Regionalpremier Dominic Perrottet am Donnerstag erklĂ€rte.

Ab dem 18. Oktober sollen zudem schrittweise die Schulen wieder aufmachen. "Impfungen sind der SchlĂŒssel zur Normalisierung des Lebens, und die Lockerungen werden dazu beitragen, dass Familien und Freunde wieder zusammenkommen, Kinder in die Schulen gehen und Unternehmen schneller ihren Betrieb aufnehmen", sagte Perrottet.

Flug- und Zugreisen in Kanada nur noch mit Impfung

Die meisten Reisenden in Kanada mĂŒssen kĂŒnftig vollstĂ€ndig gegen das Coronavirus geimpft sein. Ab dem 30. Oktober gelte die Impfpflicht fĂŒr alle, die Maschinen von kanadischen FlughĂ€fen nehmen oder mit den öffentlichen ZĂŒgen im Land fahren, teilte MinisterprĂ€sident Justin Trudeau am Mittwoch mit. Auch an einer entsprechenden Vorschrift fĂŒr Reisende auf Kreuzfahrtschiffen werde gearbeitet. Ähnliche Regelungen gibt es auch schon in anderen LĂ€ndern, in Deutschland aber bislang nicht.

Die neuen Regeln sind Teil einer Strategie der kanadischen Regierung, die Zahl der Geimpften weiter hochzutreiben. Dazu gehört auch die am Mittwoch ebenfalls verkĂŒndete Pflicht fĂŒr öffentliche Angestellte, darunter auch Polizisten, bis Ende Oktober nachzuweisen, ein Vakzin erhalten zu haben. Ansonsten wĂŒrden sie ab Mitte November vom Dienst entbunden und nicht mehr bezahlt.

Firmen im Transportsektor mĂŒssten ebenfalls sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter ihren Impfstatus nachweisen. Bisher sind 72 Prozent der 38 Millionen Kanadier komplett geimpft. Die verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig erfolgreiche Kampagne war zuletzt ins Stocken geraten.

Schweden Und DĂ€nemark setzen Moderna-Impfung fĂŒr unter 30-JĂ€hrige aus

Nach Schweden setzt auch DĂ€nemark Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff von Moderna bei JĂŒngeren aus. In Schweden sollen Menschen, die 1991 oder spĂ€ter geboren wurden, zunĂ€chst nicht mehr mit dem Vakzin Spikevax geimpft werden. Hintergrund seien Berichte ĂŒber seltene Nebeneffekte wie HerzmuskelentzĂŒndung (Myokarditis), teilte die schwedische Gesundheitsbehörde mit.

Daten deuteten auf eine Zunahme von Herzmuskel- und HerzbeutelentzĂŒndungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach der Impfung hin. "Der Zusammenhang ist besonders deutlich, wenn es sich um den Impfstoff Spikevax von Moderna handelt, vor allem nach der zweiten Dosis." Das Risiko sei aber sehr niedrig.

Die schwedische Gesundheitsbehörde empfiehlt nun stattdessen eine Impfung mit Comirnaty von BioNTech/Pfizer, ebenso wie die dĂ€nische. DĂ€nemark will Impfungen mit dem Vakzin bei Personen unter 18 Jahren wegen der Berichte ĂŒber seltene Nebenwirkungen aussetzen. Die dĂ€nische Gesundheitsbehörde verwies auf eine bisher noch nicht veröffentlichte nordische Studie, die nun an die EuropĂ€ische Arzneimittelbehörde EMA gehen soll. Norwegen empfiehlt bereits eine Impfung mit Comirnaty bei MinderjĂ€hrigen.

Die tÀglichen Corona-Zahlen vom RKI verzögern sich

Die Meldung der tĂ€glichen Corona-Zahlen verzögert sich. Derzeit wird das Dashboard des Robert Koch-Insituts noch aktualisiert. "Bitte schauen Sie spĂ€ter wieder vorbei", heißt es dort. Einige Zahlen (Neuinfektionen, Inzidenz, TodesfĂ€lle) waren ab dem Vormittag dann auf der Seite des RKI abrufbar. Andere wie die zu den Impfungen, zur Hospitalisierungsrate und zum R-Wert fehlten noch.

RKI-Befragung: Bei Krankenhauspersonal noch fĂŒnf Prozent Ungeimpfte

FĂŒnf Prozent des Krankenhauspersonals in einer Online-Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) sind im Sommer noch nicht gegen Covid-19 geimpft gewesen. Mit 91 Prozent gab der ĂŒberwiegende Großteil der Teilnehmenden an, bereits vollstĂ€ndig geimpft zu sein.

Weitere vier Prozent waren im Studienzeitraum von Ende Juni bis Ende Juli noch unvollstĂ€ndig geimpft. Das geht aus dem aktuellen RKI-Ergebnisbericht hervor. Die Fragen der Behörde beantworteten demnach knapp 17.000 BeschĂ€ftigte von 111 Kliniken auf freiwilliger Basis. Darunter waren Ärztinnen und Ärzte, PflegekrĂ€fte, aber auch Menschen aus anderen Bereichen wie Laboren und Verwaltung. Den höchsten Anteil an Ungeimpften gab es in der Erhebung bei Pflegepersonal mit sechs Prozent, vor therapeutischen Berufen und medizinisch-technischem Personal mit je fĂŒnf Prozent. Dass sich jemand nicht impfen lĂ€sst, kam im Ă€rztlichen Dienst mit zwei Prozent am seltensten vor.

Eine Mehrheit der 774 ungeimpften Teilnehmer gab laut Bericht an, sich auf keinen Fall impfen zu lassen (56 Prozent), ein knappes Viertel Ă€ußerte sich eher negativ. "Die HauptgrĂŒnde gegen eine Impfung waren die Furcht vor bleibenden SchĂ€den, die Sorge, dass die neuen Impftechnologien nicht sicher sein könnten, der Wunsch, noch abwarten zu wollen und die Furcht vor starken Nebenwirkungen", schreiben die Autoren zu den GrĂŒnden. Rund ein FĂŒnftel der Ungeimpften gab an, bereits mit Corona infiziert gewesen zu sein.

Als BeweggrĂŒnde fĂŒr eine Corona-Impfung nannten Geimpfte vor allem, dass sie ihre privaten und beruflichen Kontakte und sich selbst schĂŒtzen wollen. Aber auch Aufforderungen durch den Arbeitgeber spielten eine Rolle.

Lehrerverband fordert einheitliche Corona-Regelungen

Der Deutsche Lehrerverband hat ein Ende der unterschiedlichen Corona-Regelungen an Schulen gefordert. Vor der Tagung der Kultusministerkonferenz Ende der Woche forderte VerbandsprĂ€sident Heinz-Peter Meidinger in der "Rheinischen Post" einheitliche Kriterien fĂŒr Testungen, Maskenpflicht und den erforderlichen Mindestabstand in Schulen bei stark steigenden Inzidenzen. Ebenso mĂŒssten die Infektions- und QuarantĂ€nezahlen wöchentlich bundesweit erfasst werden. "Das grĂ¶ĂŸte Ärgernis fĂŒr uns als Lehrerverband ist die Tatsache, dass bei den Corona-Maßnahmen derzeit wieder ein RĂŒckfall in die wildeste Kleinstaaterei stattgefunden hat", sagte Meidinger der Zeitung.

Der Vertreter der Lehrerinnen und Lehrer kritisierte, dass die Maskenpflicht in einigen BundeslĂ€ndern komplett, anderswo nur teilweise abgeschafft worden sei. Ebenso unterschiedlich wĂŒrden Testungen der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler gehandhabt. In ThĂŒringen seien neben der Maskenpflicht auch die Tests abgeschafft worden, wodurch die Schulen "zur Durchseuchung freigegeben werden". In dem Bundesland gilt eine Maskenpflicht im Unterricht nur ab bestimmten Warnstufen, im SchulgebĂ€ude jedoch grundsĂ€tzlich. Verbindliche Tests sind lediglich ab der höchsten Warnstufe vorgeschrieben.

Virologe Stöhr fordert Ende aller Maßnahmen fĂŒr MinderjĂ€hrige

Der Virologe Klaus Stöhr unterstĂŒtzt die Forderung nach Lockerungen an Schulen. Der Wissenschaftler sprach sich in der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" fĂŒr das Ende aller Corona-Maßnahmen – den "Freedom Day" – fĂŒr MinderjĂ€hrige aus. "Sie sollten alle als geimpft oder genesen gelten und Masken in den Schulen und die Testpflicht fĂŒr diese Gruppe verschwinden." Mit den Massentests von Kindern werde "einfach nur sinnlos Geld verbrannt".

EMA gibt grĂŒnes Licht fĂŒr Auffrischungsimpfung mit Biontech-Impfstoff

Die EuropĂ€ische Arzneimittelbehörde EMA hat Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus mit dem Biontech-Impfstoff genehmigt. Eine Booster-Impfung mit dem Corona-Vakzin des Mainzer Unternehmens und seines US-Partner Pfizer komme fĂŒr Menschen ab 18 Jahren in Betracht, erklĂ€rte die EMA am Montag. Die dritte Impfung soll demnach frĂŒhestens sechs Monate nach Verabreichung der zweiten Dosis erfolgen. Mehr dazu lesen Sie hier.

StÀdtetagsprÀsident warnt vor zweitem Corona-Winter

StĂ€dtetagsprĂ€sident Burkhard Jung ruft alle BundeslĂ€nder zu grĂ¶ĂŸeren Anstrengungen bei den Corona-Impfungen auf. "Vor dem Winter mĂŒssen wir noch mehr Menschen zur Impfung motivieren, nur dann können wir relativ sicher durch die kalte Jahreszeit kommen", sagt Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deshalb mĂŒssten die Impfangebote der StĂ€dte in Einkaufszentren oder bei Sportveranstaltungen weiter laufen. Schulen und Kitas mĂŒssten unbedingt offenbleiben, doch fĂŒr mehr Sicherheit seien weitere 2G-Regeln erforderlich. Wer auf den Weihnachtsmarkt, oder in Kinos, Clubs oder in ein Fitnessstudio gehen wolle, solle sich impfen lassen.

Australien kauft antivirale Corona-Pillen von Merck&Co

Australien kauft 300.000 Dosen der experimentellen antiviralen Pillen von Merck&Co Nach Ansicht von Experten könnte das erste orale Coronavirus-Medikament "Molnupiravir" bei besonders gefÀhrdeten Patienten die Wahrscheinlichkeit zu sterben oder ins Krankenhaus eingeliefert zu werden auf die HÀlfte reduzieren. Das Medikament muss in Australien noch zugelassen werden.

RKI-Befragung: Bei Krankenhauspersonal noch fĂŒnf Prozent Ungeimpfte

FĂŒnf Prozent des Krankenhauspersonals in einer Online-Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) sind im Sommer noch nicht gegen Covid-19 geimpft gewesen. Mit 91 Prozent gab der ĂŒberwiegende Großteil der Teilnehmenden an, bereits vollstĂ€ndig geimpft zu sein. Weitere vier Prozent waren im Studienzeitraum von Ende Juni bis Ende Juli noch unvollstĂ€ndig geimpft. Das geht aus dem aktuellen RKI-Ergebnisbericht hervor.

Die Fragen der Behörde beantworteten demnach knapp 17.000 BeschĂ€ftigte von 111 Kliniken auf freiwilliger Basis. Darunter waren Ärztinnen und Ärzte, PflegekrĂ€fte, aber auch Menschen aus anderen Bereichen wie Laboren und Verwaltung. Den höchsten Anteil an Ungeimpften gab es in der Erhebung bei Pflegepersonal mit sechs Prozent, vor therapeutischen Berufen und medizinisch-technischem Personal mit je fĂŒnf Prozent. Dass sich jemand nicht impfen lĂ€sst, kam im Ă€rztlichen Dienst mit zwei Prozent am seltensten vor.

Eine Mehrheit der 774 ungeimpften Teilnehmer gab laut Bericht an, sich auf keinen Fall impfen zu lassen (56 Prozent), ein knappes Viertel Ă€ußerte sich eher negativ. "Die HauptgrĂŒnde gegen eine Impfung waren die Furcht vor bleibenden SchĂ€den, die Sorge, dass die neuen Impftechnologien nicht sicher sein könnten, der Wunsch, noch abwarten zu wollen und die Furcht vor starken Nebenwirkungen", schreiben die Autoren zu den GrĂŒnden. Rund ein FĂŒnftel der Ungeimpften gab an, bereits mit Corona infiziert gewesen zu sein.

Als BeweggrĂŒnde fĂŒr eine Corona-Impfung nannten Geimpfte vor allem, dass sie ihre privaten und beruflichen Kontakte und sich selbst schĂŒtzen wollen. Aber auch Aufforderungen durch den Arbeitgeber spielten eine Rolle.

Politiker will weiter Corona-Zertifikat mit Sputnik erstreiten

Einem Politiker der Linkspartei wird das Impfzertifikat verweigert, da er mit dem russischen Vakzin geimpft ist. Dagegen klagte er und verlor. Jetzt will er offenbar in die nÀchste Instanz gehen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Neuseeland rĂŒckt vorsichtig von Null-Covid-Strategie ab

Neuseeland rĂŒckt vorsichtig von seiner ehrgeizigen Null-Covid-Strategie ab. Premierministerin Jacinda Ardern sagte am Montag, die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus habe sich als "Wendepunkt" erwiesen. In Auckland habe das Coronavirus auch mit dem strengen Lockdown der vergangenen Wochen nicht ausgemerzt werden können.

Ardern kĂŒndigte an, die Strategie noch nicht unmittelbar aufzugeben. Die Regierung werde die BeschrĂ€nkungen in Auckland aber leicht lockern, auch wenn die Zahl der neuen FĂ€lle nicht zurĂŒckgegangen sei. Sie fĂŒgte hinzu, dass diese Strategie-Änderung erst durch die deutliche Steigerung der Impfquote möglich geworden sei.

Die Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt Auckland bleibt demnach bis auf Weiteres weitgehend abgeriegelt. Ab Mittwoch sollen in Neuseelands einwohnerreichsten Stadt Treffen draußen mit bis zu zehn Menschen aber wieder erlaubt sein. Jede Woche will die Regierung nun weitere Lockerungen prĂŒfen. In den kommenden Wochen könnten also weitere GeschĂ€fte und Schulen wieder öffnen. Ende September hatten bereits einige GeschĂ€fte wie Restaurants mit Lieferdienst wieder geöffnet.

KinderÀrzteverband bekrÀftigt Ablehnung von Maskenpflicht an Schulen

Der Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte hat seine Forderung nach einem Ende der Maskenpflicht an Schulen bekrĂ€ftigt. DafĂŒr sei jetzt der richtige Zeitpunkt, sagte der Verbandssprecher, der Berliner Kinderarzt Jakob Maske, am Montag im Deutschlandfunk. Kinder und Jugendliche hĂ€tten genug gelitten, zurĂŒckgesteckt und RĂŒcksicht auf Ă€ltere Altersgruppen genommen. "Jetzt ist endlich wieder Zeit, normalen Unterricht zu machen, normal durch Mund und Nase atmen zu können, ohne dass hier eine BeschrĂ€nkung durch die Maske da ist."

Die Virologin Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum fĂŒr Infektionsforschung hatte die Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen mit Verweis auf die hohe Anzahl Nicht-Geimpfter, darunter Kinder, "verfrĂŒht" genannt. In mehreren BundeslĂ€ndern wurden Maskenregeln fĂŒr SchĂŒler inzwischen gelockert.

StÀdtetag will 2G in Kinos und Fitnessstudios

Frauen trainieren in einem Fitnessstudio (Archivbild). Der StĂ€dtetagsprĂ€sident empfiehlt, diese und andere Einrichtungen nur fĂŒr Geimpfte und Genesene zu öffnen.
Frauen trainieren in einem Fitnessstudio (Archivbild). Der StĂ€dtetagsprĂ€sident empfiehlt, diese und andere Einrichtungen nur fĂŒr Geimpfte und Genesene zu öffnen. (Quelle: imago-images-bilder)

Angesichts der Debatten um die Impfquote in Deutschland hat sich StĂ€dtetagsprĂ€sident Burkhard Jung fĂŒr die Ausweitung der 2G-Regeln auf weitere Einrichtungen ausgesprochen. Das Land brauche "weitere 2G-Regeln, besonders in pĂ€dagogischen und pflegerischen ZusammenhĂ€ngen", sagte Jung der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). "Und auch in Kinos, Clubs, Fitnessstudios sollten nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben."

"Wir mĂŒssen alles tun, um noch mehr Menschen fĂŒrs Impfen zu motivieren und um die Impfquote zu steigern", forderte der SPD-Politiker. Etwa 70 Prozent der Erwachsenen seien aktuell geimpft. "Das ist zu wenig", betonte Jung.

Zudem kritisierte der Leipziger OberbĂŒrgermeister die Schließung von Impfzentren. Es sei zwar richtig, das Gros der Impfungen den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zu ĂŒberlassen. "Wenn im Herbst und Winter Grippeimpfungen und ErkĂ€ltungswelle rollen, kann es aber eng in den Wartezimmern werden", warnte er. "Dann können wir die Impfzentren nicht einfach wieder aufmachen."

Weitere BundeslÀnder locken Maskenpflicht an Schulen

In zwei BundeslĂ€ndern greifen an diesem Montag Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen. In Berlin ist die Pflicht zum Masketragen im Unterricht bis zur sechsten Klasse fortan aufgehoben, in Bayern mĂŒssen im Unterricht nun generell keine Masken mehr getragen werden.

Über die Aufhebung der Pflicht wird seit Tagen erbittert gestritten. Einige Ärztevertreter hatten eine generelle Fortsetzung der Maßnahme an Schulen als unangemessen bezeichnet. Andere, etwa Virologen, halten den Kurswechsel fĂŒr verfrĂŒht, weil in den KlassenrĂ€umen die Abstandsregeln nicht gelten, dort altersbedingt viele Ungeimpfte sitzen und die Zahl der Infektionen gerade unter jungen Menschen hoch ist. Das Coronavirus geht nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) besonders stark bei Kindern ab dem Vorschulalter und Heranwachsenden bis zum Teenager-Alter um.

Zu prĂ€sent – Pfleger Ricardo Lange darf nicht mehr in Klinik arbeiten

Auftritte mit Spitzenpolitikern und in Talkshows haben den Berliner Intensivpfleger Ricardo Lange in der Corona-Pandemie bekannt gemacht. Lange berichtete vom stressigen Arbeitsalltag in deutschen KrankenhÀusern und kritisierte die Privatisierung im Gesundheitswesen. "Kliniken sind momentan eher Fabriken, wo die Ware Mensch hineinkommt und da wird Geld generiert bis zum letzten Atemzug", sagte er zum Beispiel im Mai bei "Markus Lanz". Jetzt haben seine offenen Worte berufliche Konsequenzen.

"Bisher haben sich die negativen Auswirkungen meiner BemĂŒhungen fĂŒr eine bessere Patientenversorgung auf Beleidigungen beschrĂ€nkt", schreibt Lange auf Twitter. "Nun darf ich in einer Klinik nicht mehr arbeiten, weil ich mich zu medienwirksam fĂŒr die Pflege einsetze. Ich bin enttĂ€uscht!" Lange ist bei einer Leiharbeitsfirma angestellt, also nicht direkt bei der Klinik. Sein Arbeitgeber sei ihm treu und die Klinik könne frei entscheiden, welche PflegekrĂ€fte sie buche und welche nicht. "Offiziell wĂŒrden sie den wahren Grund fĂŒr meine Sperrung natĂŒrlich nie zugeben", sagte Lange dem "Tagesspiegel". "Man ist machtlos. Kein schönes GefĂŒhl."

Den Namen der privaten Klinik will Lange aber nicht sagen: "Ich finde, das gehört sich nicht", zitiert ihn der "Tagesspiegel". Es gehe ihm nicht um einen persönlichen Rachefeldzug oder darum, die Klinik durch den Dreck zu ziehen. "Die Klinik ist ja auch dem unterlegen, was politisch gewollt ist." Trotzdem mache ihn die Reaktion der Klinik traurig – er sei schließlich immer loyal gewesen.

Melbourne stellt Lockdown-Rekord auf

Gut eineinhalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie hat die australische Millionenmetropole Melbourne einen unrĂŒhmlichen Rekord aufgestellt. Die Hauptstadt des Bundesstaats Victoria an der OstkĂŒste komme inzwischen auf zusammengezĂ€hlt 246 Tage im Lockdown-Modus, berichtete der australische Rundfunksender ABC. Damit habe Melbourne dem bisherigen Rekordhalter Buenos Aires den Rang abgelaufen.

In Victoria haben die Corona-Neuinfektionen zuletzt drastisch zugenommen, vergangene Woche purzelte gar ein Rekordwert nach dem anderen. Dabei befindet sich die Region seit fast zwei Monaten in einem strikten Lockdown – zum sechsten Mal bereits. Nicht nur im Großraum Melbourne mit seinen rund fĂŒnf Millionen Einwohnern liegen deshalb bei vielen Menschen die Nerven blank, zumal der Lockdown noch mehrere Wochen andauern soll.

Viel mehr Kinder mit Atemwegsinfekten – Mediziner in Sorge

Eine ungewöhnliche HĂ€ufung von Atemwegsinfekten bei Kindern beunruhigt Mediziner. Betroffen seien vor allem Kinder unter sechs Jahren, sagt Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und JugendĂ€rzte. Aufgrund von Kita-Schließungen und anderen Corona-Maßnahmen im vergangenen Winter und FrĂŒhjahr seien sie bisher nicht in Kontakt mit bestimmten Erregern gekommen. "Die Infekte werden jetzt nachgeholt."

GefĂ€hrlich sind bestimmte Erreger wie das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) vor allem fĂŒr FrĂŒhgeborene und vorerkrankte Kinder im ersten Lebensjahr. Die Ärzte sorgen sich um ihre Versorgung im Herbst und Winter. Dem Verbandssprecher zufolge ist es schon jetzt sehr mĂŒhsam, kleine Patientinnen und Patienten stationĂ€r in Kinderkliniken unterzubringen. Hintergrund sei auch, dass zu wenig Pflegepersonal fĂŒr Kinder ausgebildet werde.

GrĂ¶ĂŸere RSV-AusbrĂŒche unter Kindern wurden bereits im Mai aus Israel und in den Sommermonaten aus den USA, Australien und Japan gemeldet. Das RKI mahnte deshalb schon im Sommer an, sich auf ein Ă€hnliches Szenario vorzubereiten. Im September seien doppelt so viele Ein- bis VierjĂ€hrige pro Woche mit Atemwegsinfekten in Kliniken eingewiesen worden wie in den Jahren vor der Pandemie, erlĂ€uterte das RKI.

Israel forciert Booster-Impfung

Wegen hoher Infektionszahlen erhöht Israels Regierung in der Corona-Krise den Druck auf zweifach geimpfte Personen: Ab Sonntag gilt der sogenannte GrĂŒne Pass, der den Zugang zum öffentlichen Leben erleichtert, nur noch bis zu sechs Monate nach der zweiten Impfung. Danach mĂŒssen Betroffene eine dritte Spritze als Auffrischung erhalten.

Eine israelische Fachkraft impft eine Frau zum dritten Mal mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff (Archivbild). Jetzt sollen alle BĂŒrger mit einem GrĂŒnen Pass eine dritte Impfung bekommen.
Eine israelische Fachkraft impft eine Frau zum dritten Mal mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff (Archivbild). Jetzt sollen alle BĂŒrger mit einem GrĂŒnen Pass eine dritte Impfung bekommen. (Quelle: Nir Alon/imago-images-bilder)

Auch wer positiv auf Corona getestet wurde, muss spÀtestens sechs Monate danach noch eine Impfung erhalten. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums könnten von der neuen Regelung mehr als eine Million Menschen betroffen sein.

Rund 61 Prozent der rund 9,4 Millionen Einwohner sind laut Gesundheitsministerium zweifach geimpft, rund 37 Prozent dreifach. Voraussetzung fĂŒr die dritte Spritze ist, dass die zweite Impfung mindestens fĂŒnf Monate zurĂŒckliegt. Israel hat Ende Juli als erstes Land weltweit damit angefangen, dritte Impfungen zu vergeben. Hintergrund der Entscheidung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die EffektivitĂ€t der Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat.

Lauterbach fordert Ausweitung der 2G-Regel

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen vermehrten Einsatz der 2G-Regel in Deutschland. Das sagte er dem Sender "ntv". Nur noch Geimpfte und Genesene haben mit der 2G-Regel Zutritt zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens. Derzeit gilt in Deutschland oft die 3G-Regel: Neben Geimpften und Genesenen haben dann auch Ungeimpfte Zutritt – wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können.

Die Mischung aus Geimpften und Ungeimpften schĂ€tzt Lauterbach als "nicht sicher" ein. FĂŒr ein besseres und sichereres Leben brauche es mehr 2G. Geimpfte könnten sich zwar auch mit Corona infizieren. Aber: "Wenn sie untereinander sind, erkrankt niemand schwer." Das sei bei der 3G-Regel nicht der Fall.

Lufthansa empfiehlt Impfpflicht fĂŒr Flugpersonal

Die Deutsche Lufthansa hat sich fĂŒr eine Corona-Impfpflicht fĂŒr Flugpersonal in Deutschland ausgesprochen. "Als weltweit operierende Airline befĂŒrworten wir eine verpflichtende Impfung fĂŒr unsere Crews und brauchen darĂŒber hinaus eine Möglichkeit zur Erfassung der Impfdaten", sagte Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser "Bild am Sonntag".

Als BegrĂŒndung teilte die Lufthansa mit, dass mit Hongkong gerade das erste internationale Flugziel eine Impfung fĂŒr Piloten und Flugbegleiter vorschreibe. Der Konzern rechne damit, dass Kanada und die USA bald Ă€hnliche Regelungen erlassen werden. Die neuseelĂ€ndische Fluglinie Air New Zealand wird ab dem 1. Februar 2022 nur noch vollstĂ€ndig geimpfte Passagiere auf ihren internationalen Strecken befördern.

Johnson will Einreise nach Großbritannien erleichtern

Der britische Premierminister Boris Johnson wird im Laufe dieser Woche weitere LĂ€nder fĂŒr Einreisen ohne HotelquarantĂ€ne öffnen, berichtet der Sunday Telegraph. Bislang stehen 54 LĂ€nder auf einer roten Liste, bald sollen es nur noch neun sein. So könnten zukĂŒnftig Reisende aus SĂŒdafrika, Brasilien, Mexiko und Indonesien bei ihrer Ankunft in England ab Ende Oktober nicht mehr 10 Tage lang in einem von der Regierung bestimmten Hotel unter QuarantĂ€ne gestellt werden, so die Zeitung.

Die HotelquarantĂ€ne-Richtlinie fĂŒr Reisende schreibt bisher vor, dass man in einem Hotel bleiben muss, was pro Erwachsenem 2.285 Pfund (2.669 Euro US-Dollar) kostet und viele Touristen abschreckt.

So viele Über-60-JĂ€hrige sind noch immer nicht geimpft

Besonders Ă€ltere Menschen laufen Gefahr, bei einer Corona-Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Dennoch sind Stand heute noch mehr als drei Millionen der Über-60-JĂ€hrigen nicht geimpft. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit und drang darauf: "Gerade diese Altersgruppe hat ein besonders hohes Risiko fĂŒr schwerste und auch tödliche Covid-19-VerlĂ€ufe, vor allem bei steigenden Infektionszahlen im Winter." Die Impfung schĂŒtze und sei sicher.

Italien erlaubt gleichzeitige Impfung gegen Corona und Grippe

Italiens Gesundheitsministerium hat grĂŒnes Licht fĂŒr die gleichzeitige Impfung gegen Corona und Grippe gegeben. Das teilt die Behörde mit. Eine britische Studie hatte zuvor gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung sicher ist und das Immunsystem dadurch nicht negativ beeinflusst wird.

Arzt soll falsche Impfzertifikate ausgestellt haben

In Bayern ermittelt die Kriminalpolizei gegen ein Hausarzt. Er soll Patienten Impfnachweise ausgestellt haben, ohne sie tatsĂ€chlich gegen das Coronavirus geimpft zu haben. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR) unter Berufung auf die Polizei. Demnach werde auch geprĂŒft, ob der Mediziner die falschen Nachweise auf Verlangen der Patienten ausgestellt hat und ob dafĂŒr Geld geflossen ist.

UnabhĂ€ngig davon haben die Ermittlungen Folgen fĂŒr alle, die sich in der Praxis haben impfen lassen: Sie gelten jetzt als ungeimpft, da die Gefahr bestehe, dass sie keinen ausreichenden Schutz haben. Sie dĂŒrfen ihre EintrĂ€ge im gelben Impfausweis sowie das digitale Impfzertifikat nicht verwenden. Wer dies trotzdem tue, dem drohen strafrechtliche Konsequenzen, so der BR. Das Landratsamt habe alle Impf-Patienten der Praxis aufgefordert, ihren Impfschutz mit einem Antikörper-Test abklĂ€ren zu lassen.

In der Praxis hatte es vor drei Tagen eine Razzia gegeben, bei der Dokumente beschlagnahmt worden. Die Praxis ist derzeit geschlossen.

USA ĂŒberschreiten Zahl von 700.000 Corona-Toten

In den USA sind inzwischen mehr als 700.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Mit 700.258 TodesfĂ€llen wurde die Schwelle am Freitag (Ortszeit) ĂŒberschritten, wie die John Hopkins-UniversitĂ€t meldete. Das ist ungefĂ€hr so viel wie die gesamte Einwohnerschaft der Hauptstadt Washington.

Durchschnittlich werden in den USA derzeit rund 1.000 Corona-TodesfĂ€lle pro Tag verzeichnet. Die Impfkampagne stagniert derweil, die Quote der vollstĂ€ndig geimpften US-BĂŒrger liegt bei nur 55,7 Prozent. Auch die Diskussion um das Tragen von Schutzmasken spaltet das Land. Mehrere Gouverneure von der Republikanischen Partei haben eine Maskenpflicht verboten, unter anderem in Texas und Florida.

Kalifornien dagegen kĂŒndigte am Freitag verpflichtende Corona-Impfungen fĂŒr alle SchĂŒler ab dem kommenden Jahr an, sofern die Impfstoffe von der Arzneimittelbehörde FDA fĂŒr die jeweilige Altersgruppe bis dahin vollstĂ€ndig zugelassen sind.

Deutschland hat 17 Millionen Impfdosen gespendet

Deutschland hat inzwischen mehr als 17 Millionen Corona-Impfdosen fĂŒr andere Staaten abgegeben. Davon wurden zehn Millionen Dosen des PrĂ€parats von Astrazeneca ĂŒber die internationale Initiative Covax verteilt, wie aus einer neuen Aufstellung des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Gut sieben Millionen Dosen gingen direkt an LĂ€nder mit akutem Bedarf - nĂ€mlich an die Ukraine, Namibia, Vietnam, Ägypten und Ghana. Außerdem steht demnach noch eine direkte Auslieferung nach Thailand an.

Minister Jens Spahn sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur: "Wir impfen die Welt, um anderen und uns selbst zu helfen. Denn erst wenn alle geschĂŒtzt sind, hat diese Pandemie endlich ein Ende." Der CDU-Politiker dankte besonders der Bundeswehr fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung bei der Logistik. "Wir können uns darauf verlassen, dass unser gespendeter Impfstoff ĂŒberall auf der Welt sicher ankommt."

Unter den abgegebenen Impfstoffen sind nach Ministeriumsangaben auch mehr als fĂŒnf Millionen nicht mehr verwendete Impfdosen, die der Bund vom Pharma-Großhandel und den LĂ€ndern zurĂŒckgenommen hatte. Damit seien beim Bund keine BestĂ€nde von Astrazeneca mehr auf Lager. Ab Oktober sollen nun auch alle weiteren Lieferungen des Impfstoffs von Johnson & Johnson direkt an die Covax-Initiative gehen.

Deutschland hat zugesagt, bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen fĂŒr andere LĂ€nder bereitzustellen – ungefĂ€hr so viele (108 Millionen) wurden bisher auch im Inland eingesetzt.

Ärztevertreter gegen Maskenpflicht an Schulen

In der Debatte um eine Maskenpflicht an Schulen hat sich der PrĂ€sident des Berufsverbands der Kinder- und JugendĂ€rzte, Thomas Fischbach, gegen eine allgemeine FortfĂŒhrung der Maßnahme ausgesprochen. "Ich halte eine generelle Fortsetzung einer Maskenpflicht in Schulen fĂŒr unangemessen", sagte Fischbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Er sehe etwa keinen Grund, warum GrundschĂŒler im Unterricht grundsĂ€tzlich weiterhin Maske tragen sollten, zumal sie erheblich weniger zum Infektionsgeschehen beitrĂŒgen als Jugendliche und Erwachsene. Die Entscheidung mĂŒsse sich jeweils an den Inzidenzwerten und am Lebensalter der Kinder ausrichten. Fischbach kritisierte, es könne nicht sein, dass den JĂŒngsten das Maskentragen "weiterhin von der Gesellschaft zugemutet wird, um auf diejenigen RĂŒcksicht zu nehmen, die sich einer Impfung verweigern".

Mehr als fĂŒnf Millionen Corona-Tote

Weltweit haben die Covid TodesfĂ€lle die fĂŒnf Millionen Grenze ĂŒberschritten. Das ergibt eine Reuters-ZĂ€hlung auf Basis offizieller Daten. Die Delta-Variante verursachte einen sprunghaften Anstieg der Todesopfer, vor allem unter ungeimpften Menschen. Mehr als die HĂ€lfte der Weltbevölkerung hat noch nicht einmal eine Dosis eines Impfstoffs erhalten. Laut der Reuters-Analyse dauerte es fast ein Jahr, bis die Zahl der Covid-19-Toten 2,5 Millionen erreichte, wĂ€hrend die nĂ€chsten 2,5 Millionen TodesfĂ€lle innerhalb von 236 Tagen verzeichnet wurden.

"Maskenpflicht völlig unangemessen"

Der ÄrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt Ă€ußerte sich Ă€hnlich. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag) sagte er: "Es ist völlig unangemessen, dass Kinder und Jugendliche stundenlang im Unterricht eine Maske tragen mĂŒssen, wĂ€hrend die Erwachsenen abends maskenlos ins Lokal gehen können." Er betonte: "Die Maskenpflicht im Unterricht muss jetzt bundesweit in allen Schultypen entfallen."

Kein Impfzertifikat nach Impfung mit Sputnik

Eine zweifache Impfung mit dem russischen Impfstoff Sputnik V berechtigt nicht zu einem deutschen Impfzertifikat. Es fehlen die Zulassung in Deutschland und eine entsprechende Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts, wie der hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel in einem am Freitag bekanntgegebenen Eilbeschluss entschied.Der Antragsteller war im Mai in Moskau und dann nochmals im Juli in San Marino mit Sputnik V geimpft worden.

Beim Landkreis Fulda begehrte er die Ausstellung eines deutschen Impfzertifikats. Der Landkreis lehnte dies ab – zu Recht, wie nun der VGH entschied. Die Voraussetzungen fĂŒr den Impfnachweis seien nicht erfĂŒllt. Nach der Corona-Schutzmaßnahmenausnahmenverordnung sei der Impfnachweis nur bei Impfungen mit einem Impfstoff auszustellen, der vom Paul-Ehrlich-Institut öffentlich gelistet werde.

Lauterbach dringt auf strikte 2G-Regeln

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dringt auf die strikte Anwendung von 2G-Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus. "Die Menschen denken, wir hĂ€tten das Virus im Griff, das Gegenteil ist der Fall: Die Probleme sind nicht gelöst", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". UnterschĂ€tzt werde beispielsweise auch die Gefahr sogenannter ImpfdurchbrĂŒche, also Erkrankungen trotz vollstĂ€ndiger Impfungen.

"Immer noch sind 30 Prozent der unter 60-JÀhrigen nicht geimpft. Wir unterschÀtzen diese enorme Zahl", sagte Lauterbach. Er warnte daher vor einer neuen Corona-Welle im Herbst und Winter, wenn sich "das Leben wieder in geschlossene RÀume verlagert".

Lauterbach verwies auf eine aktuelle Studie aus den USA, die zeige, dass infizierte Geimpfte eine gleich hohe Viruslast tragen wie Nicht-Geimpfte und damit gleich ansteckend sind. Um "gut durch den Winter zu kommen", plĂ€dierte Lauterbach daher fĂŒr "eine Kombination von strikter Einhaltung" der 2G-Regeln – also Zugang nur fĂŒr Genesene oder Geimpfte –, konsequentem Testen sowie zusĂ€tzlichen Impf-Anreizen.

64,6 Prozent der Bevölkerung vollstÀndig gegen Corona geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind jetzt 64,6 Prozent der Bevölkerung vollstĂ€ndig geimpft. Die dafĂŒr meist nötige Spritze bekamen nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag fast 53,7 Millionen Menschen. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben mittlerweile 56,6 Millionen Menschen oder 68,1 Prozent aller Einwohner.

Unter den Kindern von 12 bis 17 Jahren sind laut Robert Koch-Institut (RKI) inzwischen 41,9 Prozent mindestens einmal und 34,6 Prozent vollstÀndig geimpft. Bei Erwachsenen haben 78,9 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, vollstÀndig geimpft sind 75,1 Prozent.

Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen gut 769.000 Menschen bekommen. Sie wird unter anderem Ă€lteren Menschen und Risikogruppen angeboten, bei denen die vollstĂ€ndige Impfung schon mindestens sechs Monate zurĂŒckliegt.

Mann in DĂŒsseldorf: Ab Freitag kann die Maske im Freien so getragen werden – auch wo keine AbstĂ€nde eingehalten werden können.
Mann in DĂŒsseldorf: Ab Freitag kann die Maske im Freien so getragen werden – auch wo keine AbstĂ€nde eingehalten werden können. (Quelle: Michael Gstettenbauer/imago-images-bilder)

Bundesland Àndert Regel zur Maskenpflicht im Freien

Der nordrhein-westfĂ€lische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat weitere Corona-Lockerungen in dem Bundesland angekĂŒndigt. Zum 1. Oktober werde die Corona-Schutzverordnung geĂ€ndert, sagte Laumann am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtages. Zuerst hatte der NDR berichtet.

Zu den wesentlichen Änderungen gehöre, dass es keine Maskenpflicht mehr im Freien geben werde. Es wĂŒrden mehr Zuschauer bei Großveranstaltungen zugelassen, allerdings nur auf den SitzplĂ€tzen, nicht auf den StehplĂ€tzen. Außerdem sollen in der Gastronomie keine besonderen AbstĂ€nde mehr vorgeschrieben werden. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes solle vom 1. Oktober bis Ende Oktober GĂŒltigkeit haben.

Stiko-Chef: Druck wegen Kinderimpfung ist "absurd"

Eine mögliche Impfempfehlung fĂŒr Kinder unter 12 Jahren wird aus Sicht der StĂ€ndigen Impfkommission (Stiko) noch schwieriger als die fĂŒr 12- bis 17-JĂ€hrige. Kein Kind unter 17 sei in Deutschland ausschließlich an Covid-19 gestorben, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag). Weil die Krankheitslast bei den 12- bis 17-JĂ€hrigen so gering gewesen sei, sei die Entscheidung zur Impfung in der Nutzen-Schaden-AbwĂ€gung so schwierig gewesen. "Bei den JĂŒngeren wird das noch schwieriger sein."

Wenn sich die Zulassungsstudie von Biontech auf 3.000 Kinder beziehe, dann tauchten auf dieser Datenbasis seltene Nebenwirkungen wie zum Beispiel HerzmuskelentzĂŒndungen wahrscheinlich gar nicht auf, sagte Mertens. Der Stiko-Chef erwartet zugleich erneut eine "Welle des politischen Drucks" mit Blick auf die Impfung jĂŒngerer Kinder. "Druck ist in dem Zusammenhang aber schlecht. Ganz besonders auch, weil die Kinder herhalten sollen, um die ImpfmĂŒdigkeit der 18- bis 59-JĂ€hrigen auszugleichen", sagte er den BlĂ€ttern. "Das ist absurd."

Corona-Medikament zeigt Wirkung in klinischer Studie

Eine Corona-Therapie von Roche hat in klinischen Tests Wirkung gezeigt. Das PrĂ€parat Ronapreve verringerte nach Angaben des Schweizer Pharmakonzerns in einer Phase-II/III-Studie die Virenlast von im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten signifikant und erreichte damit das Hauptziel. In mehreren LĂ€ndern wie etwa den USA, Großbritannien und Japan ist der Cocktail aus den Arzneien Casirivimab und Imdevimab fĂŒr den Notfalleinsatz bereits zugelassen.

Kaum mehr EinschrĂ€nkungen fĂŒr 3G im Saarland ab Freitag

Mit massiven Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen prescht das Saarland vor: Ab diesem Freitag gelten in dem kleinsten FlĂ€chenland der Republik praktisch keine EinschrĂ€nkungen mehr fĂŒr geimpfte, getestete oder genesene Personen (3G). Heißt konkret: Sie mĂŒssen in Restaurants, Kinos oder Diskotheken keine Maske mehr tragen – generell wird der bisher einzuhaltende Mindestabstand von 1,50 Meter von einem Muss in eine Empfehlung umgewandelt.

Studie: Astrazeneca-Impfstoff zeigt 74-prozentige Wirksamkeit

Der Covid-19-Impfstoff des britischen Pharmaherstellers Astrazeneca erweist in einer groß angelegten US-Studie einen 74-prozentigen Schutz vor einer Erkrankung. Bei Menschen ab einem Alter von 65 steige die Wirksamkeit sogar auf 83,5 Prozent, heißt es in der klinischen Studie des Unternehmens.

"Ich war positiv ĂŒberrascht", sagt Anna Durbin, Impfstoffforscherin an der Johns Hopkins University und eine der Studienleiterinnen. Der Impfstoff biete auch einen hohen Schutz vor schweren Erkrankungen und Krankenhausaufenthalten. Es traten keine FĂ€lle der seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkung der Hirnvenen-Thrombose auf, die bislang mit dem Vakzin in Verbindung gebracht wurde.

Unter den mehr als 17.600 Probanden gab es keine FÀlle von schweren VerlÀufen, wÀhrend unter den 8.500 Freiwilligen der Placebogruppe acht verzeichnet wurden sowie zwei TodesfÀlle. Bei Studienteilnehmern, die den Impfstoff erhielten, traten keine TodesfÀlle auf.

Rasanter Anstieg der Corona-Zahlen im australischen Victoria

Der australische Bundesstaat Victoria mit der Metropole Melbourne hat erneut einen massiven Anstieg der Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Nachdem bereits am Mittwoch ein Rekordwert von 950 neuen FĂ€llen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden war, kletterte die Zahl am Donnerstag auf 1438. Die Behörden sind alarmiert, zumal sich die Region an der OstkĂŒste bereits seit fast zwei Monaten in einem strikten Lockdown befindet.

Die Regionalregierung glaubt, dass der Anstieg vor allem mit dem jĂŒngsten langen Wochenende in Victoria in Zusammenhang steht, an dem sich viele BĂŒrger trotz der BeschrĂ€nkungen mit ihren Familien und Freunden getroffen hĂ€tten. Regionalpremier Daniel Andrews sagte, die Situation sei "absolut vermeidbar" gewesen. "Wir hatten ganz klar gesagt, dass die Zahlen steigen wĂŒrden, wenn sich die Leute nicht an die Regeln halten."

Victoria befindet sich bereits zum sechsten Mal im Lockdown. Nachdem aber 80 Prozent der Bevölkerung mittlerweile zumindest eine erste Impfdosis erhalten haben, wurden die Regeln am Mittwoch leicht gelockert. Die Menschen dĂŒrfen sich jetzt wieder in einem Radius von 15 statt wie bisher 10 Kilometern von ihren Wohnsitzen bewegen. Zudem sind kontaktfreie Sportarten im Freien, wie etwa Golf, wieder erlaubt.

Lauterbach: Corona wÀhrend Regierungsbildung nicht vernachlÀssigen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat davor gewarnt, die BekĂ€mpfung des Coronavirus in der Phase der Regierungsbildung zu vernachlĂ€ssigen. Rund um die Bundestagswahl sei das Thema in den Hintergrund gerĂŒckt, das dĂŒrfe nicht so bleiben, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir mĂŒssen wieder mehr vorlegen", forderte der SPD-Politiker.

Mit Blick auf den Herbst geht er davon aus, dass es saisonbedingt wieder eine Zunahme der Infektionszahlen geben werde. Denn bei kĂ€lterer Witterung breite sich das Virus schneller aus. Er hoffe daher, dass sich Ungeimpften dazu bewegen ließen, sich noch impfen zu lassen, sagte Lauterbach.

Viele Impfzentren schließen – HausĂ€rzte sehen sich gut gerĂŒstet

Die HausĂ€rzte sehen sich mit Blick auf die Schließung vieler Impfzentren gut vorbereitet, weitere Corona-Impfungen sicherzustellen. In der Anfangsphase hĂ€tten die Zentren trotz hoher Kosten Sinn gemacht. "FĂŒr die ausstehenden Impfungen, zu denen wir dringend weitere Menschen ermuntern mĂŒssen, ebenso wie fĂŒr die nun fĂ€lligen Auffrischungsimpfungen sehen wir uns in den Hausarztpraxen allerdings gut gerĂŒstet", sagte der Vorsitzende des Deutschen HausĂ€rzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). KassenĂ€rzte-Chef Andreas Gassen betonte im RND ebenfalls: "Die Praxen sind gut vorbereitet, auch vor dem Hintergrund, dass der Beratungsaufwand grĂ¶ĂŸer geworden ist." In vielen BundeslĂ€ndern schließen an diesem Donnerstag Impfzentren. Die Arztpraxen waren im April in die Massenimpfungen gegen Corona eingestiegen.

Chef der Krankenhausgesellschaft wirft Impfunwilligen rĂŒcksichtsloses Verhalten vor

Der Chef der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, wirft Impfunwilligen ein rĂŒcksichtsloses Verhalten vor und ruft nachdrĂŒcklich dazu auf, sich impfen zu lassen. "Wir leben in einer freien und demokratischen Gesellschaft, in der es grundsĂ€tzlich auch fĂŒr jeden ein individuelles Recht auf Krankheit gibt. Dieses Recht auf Krankheit darf aber nicht zur Gefahr fĂŒr andere werden", schreibt Gaß in einem Aufruf, aus dem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag) berichten.

90 Prozent der Covid-Patienten auf den Intensivstationen seien nicht geimpft. Nur bei den allerwenigsten gebe es medizinische GrĂŒnde, die eine Impfung ausschlössen. "Es ist ein wichtiger Akt der SolidaritĂ€t und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, durch die eigene Impfung die knappen und wertvollen personellen und medizintechnischen Ressourcen in unseren KrankenhĂ€usern fĂŒr die schwerkranken Patientinnen und Patienten zu schĂŒtzen, die dringend darauf angewiesen sind."

Chemiefabrik zahlt Mitarbeitern 500 Euro fĂŒr Impfung

In Schwaben erhalten Mitarbeiter einer Chemiefabrik 500 Euro PrĂ€mie, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Chemische Fabrik Karl Bucher in Waldstetten (Landkreis GĂŒnzburg) will mit der Aktion vor allem Mitarbeiter zur Impfung motivieren, die bisher unentschlossen waren.

Da sich die Politik bei einem so sensiblen Thema schwer tue, habe sich das Unternehmen zu dem Angebot entschieden, sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Bucher. Es reiche nicht, wenn sich die Wirtschaft mit Forderungen an die Politik bemerkbar mache.

Durch den Betrag solle ein hoher Anreiz geschaffen werden, dass sich nicht geimpfte BeschĂ€ftigte mit dem Thema fachlich befassen oder auch Ă€rztliche Beratung in Anspruch nehmen, erklĂ€rte der Chef des Familienunternehmens, das rund 130 Mitarbeiter hat. "Die ImpfprĂ€mie sehen wir nicht nur als gute Investition in die Gesundheit unserer Mitarbeiter, sondern auch in eine Risikominimierung zur Aufrechterhaltung der ProduktionsfĂ€higkeit." Eine Infektionsquelle innerhalb des Betriebs könne fĂŒr Tage und Wochen zu stillstehenden Anlagen fĂŒhren.

Globales Impfziel der WHO wird verfehlt

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind die Impfraten in zahlreichen LÀndern der Welt noch immer verschwindend gering. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bis Ende September in jedem Land mindestens zehn Prozent der Bevölkerung zu impfen, wird verfehlt, wie aktuelle WHO-Zahlen belegen. In einigen Dutzend LÀndern, vorwiegend in Afrika, liegt die Impfquote deutlich darunter. Die WHO rief reiche LÀnder auf, mehr Impfdosen abzugeben.

Frau erhÀlt Impfung: Die WHO verzeichnet vor allem in Àrmeren LÀndern eine zu geringe Impfquote.
Frau erhÀlt Impfung: Die WHO verzeichnet vor allem in Àrmeren LÀndern eine zu geringe Impfquote. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)

"Wir brauchen heute eine eisenharte globale Verpflichtung, dass bis Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Bevölkerung in jedem Land geimpft werden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vergangene Woche. Bis Mitte nÀchsten Jahres sollen es 70 Prozent sein.

In der Demokratischen Republik Kongo wurden nach WHO-Angaben erst 0,15 Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht, im Tschad 0,87 und in Madagaskar 1,5. Zum Vergleich: In Deutschland waren es bislang 128,49 Impfdosen pro 100 Einwohner, in Kanada gut 147, in China fast 146. Die meisten Impfstoffe werden in zwei Dosen verabreicht. Neben dem fehlenden Impfstoff sind auch KapazitĂ€tsprobleme fĂŒr die geringen Impfraten in vielen LĂ€ndern verantwortlich.

Schweiz kauft dritten Impfstoff von Johnson & Johnson

Die Schweiz hat einen dritten Corona-Impfstoff gekauft. 150.000 Dosen des Impfstoffs des US-Konzerns Johnson & Johnson sollen noch in dieser Woche geliefert werden. Das Vektor-basierte Vakzin solle primĂ€r bei Personen zum Einsatz kommen, die aus medizinischen GrĂŒnden nicht mit einem mRNA-Impfstoff geimpft werden können, erklĂ€rt die Regierung.

Es steht aber auch fĂŒr andere Impflinge zur VerfĂŒgung. Bislang kommen in der Schweiz lediglich die Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie von Moderna zum Einsatz. In der Schweiz ist die Impfrate geringer als in anderen LĂ€ndern, obwohl ausreichend Impfdosen verfĂŒgbar sind.

Schweden hebt fast alle Corona-BeschrÀnkungen auf

Nach anderthalb Jahren mit ohnehin vergleichsweise lockeren Maßnahmen sind in Schweden die allermeisten Corona-BeschrĂ€nkungen aufgehoben worden. Seit Mittwoch gelten in dem skandinavischen EU-Land keine Teilnehmerobergrenzen mehr fĂŒr allgemeine ZusammenkĂŒnfte und Veranstaltungen wie Fußballspiele und Konzerte. Auch grĂ¶ĂŸere private Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage sind damit wieder ohne BeschrĂ€nkung der GĂ€stezahl möglich. Die Empfehlung zum Arbeiten aus dem Homeoffice fĂ€llt ebenfalls weg. Wer Krankheitssymptome zeigt, sollte aber weiterhin zu Hause bleiben und sich auf das Coronavirus testen lassen.

BegrĂŒndet hatten die schwedische Regierung und die Gesundheitsbehörde FolkhĂ€lsomyndigheten die Lockerungen mit der erfolgreich verlaufenden Impfkampagne. Bislang haben in Schweden mehr als 83 Prozent der Menschen im Alter von ĂŒber 16 Jahren mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten, ĂŒber 76 Prozent auch schon ihre zweite. Zuvor haben auch schon DĂ€nemark und Norwegen die allermeisten BeschrĂ€nkungen innerhalb ihrer LĂ€nder beendet.

Söder kĂŒndigt Ende der Maskenpflicht am Platz in Schulen an

SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in Bayern sollen in KĂŒrze am Platz keine Masken mehr tragen mĂŒssen. Das kĂŒndigte MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) am Mittwoch nach Teilnehmerangaben in einer CSU-Fraktionssitzung im Landtag in MĂŒnchen an. Demnach soll dies in der Kabinettssitzung an diesem Donnerstag beschlossen werden. Ab wann genau die Maskenpflicht am Platz entfallen soll, blieb aber zunĂ€chst offen. Diese hatte seit dem Start des neuen Schuljahres wieder gegolten, um nach den Sommerferien die Corona-Gefahr an den Schulen einzudĂ€mmen – bis auf weiteres, hatte es geheißen, ein konkretes Enddatum war bisher nicht genannt worden.

Virologe Drosten: Corona-Herbstwelle deutet sich mancherorts an

Der Virologe Christian Drosten hĂ€lt die derzeitige Beruhigung der bundesweiten Corona-Infektionszahlen fĂŒr ein vorĂŒbergehendes PhĂ€nomen. Es sei bereits zu sehen, dass in ostdeutschen BundeslĂ€ndern die Inzidenz offenbar unabhĂ€ngig vom Ferienende wieder Fahrt aufnehme. Mehr dazu lesen Sie hier.

KinderĂ€rztin untersucht Kind: Der Gesetzgeber solle darĂŒber nachdenken, eine Impfpflicht fĂŒr bestimmte Berufsgruppen einzufĂŒhren.
KinderĂ€rztin untersucht Kind: Der Gesetzgeber solle darĂŒber nachdenken, eine Impfpflicht fĂŒr bestimmte Berufsgruppen einzufĂŒhren. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)

Australien: Victoria meldet Rekord an Corona-Neuinfektionen

Trotz eines seit fast zwei Monaten geltenden Lockdowns steigen die Corona-Zahlen im australischen Bundesstaat Victoria weiter. Die Behörden in der Region mit der Millionenmetropole Melbourne meldeten am Mittwoch 950 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Gleichzeitig wurden die Anfang August verhĂ€ngten Maßnahmen leicht gelockert. Die Menschen dĂŒrfen sich jetzt wieder in einem Radius von 15 statt wie bisher 10 Kilometern von ihren Wohnsitzen bewegen. Zudem sind kontaktfreie Sportarten im Freien, wie etwa Golf, wieder erlaubt.

Der Bundesstaat befindet sich bereits zum sechsten Mal im Lockdown. Schlimmer als Victoria war bisher nur der benachbarte Bundesstaat New South Wales mit der Stadt Sydney betroffen. Hier wurden zeitweise weit mehr als 1.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet. Jedoch sinken die Zahlen dort leicht: Die Regionalregierung meldete am Mittwoch 863 neue FĂ€lle.

Die Impfkampagne, die zunÀchst schleppend angelaufen war, schreitet derweil voran: Mittlerweile ist mehr als die HÀlfte der Bevölkerung vollstÀndig geimpft.

United Airlines kĂŒndigt etwa 600 Impfverweigerern

Die US-Fluggesellschaft United Airlines entlĂ€sst fast 600 Mitarbeiter, die sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen wollen und keine gesundheitliche oder religiöse Ausnahmegenehmigung haben. "Dies war eine unglaublich schwierige Entscheidung, aber die Sicherheit unseres Teams hatte fĂŒr uns immer oberste PrioritĂ€t", teilten Unternehmenschef Scott Kirby und PrĂ€sident Brett Hart den Mitarbeitern zu der Entscheidung mit. Die betroffenen BeschĂ€ftigten könnten ihren Arbeitsplatz noch retten, wenn sie sich vor dem offiziellen KĂŒndigungsgesprĂ€ch impfen lassen.

KinderĂ€rzte: Über Impfpflicht fĂŒr Lehr- und PflegekrĂ€fte nachdenken

Der PrĂ€sident des Berufsverbands der Kinder- und JugendĂ€rzte, Thomas Fischbach, hat eine Corona-Impfpflicht fĂŒr bestimmte Berufsgruppen ins GesprĂ€ch gebracht. "Wenn viele BeschĂ€ftigte in Kitas, Schulen und Kliniken Impfungen weiter verweigern, sollte der Gesetzgeber ernsthaft ĂŒber eine Impfpflicht in diesen sensiblen Bereichen nachdenken", sagte Fischbach der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". "Wer mit vulnerablen Gruppen zu tun hat und die eigene Immunisierung ablehnt, hat seinen Verstand ausgeschaltet."

Neben der Politik sieht der Verbandschef auch BetriebsĂ€rzte von Kliniken in der Verantwortung. "Sie mĂŒssen aufklĂ€ren und das medizinische Personal an seine Pflicht erinnern, kranken Menschen zu helfen und sie vor Ansteckungen zu schĂŒtzen, so Fischbach. Wer sich dem verweigere, der mĂŒsse Konsequenzen spĂŒren, "die wehtun". Er verwies darauf, dass KrankenhĂ€user oder Pflegeheime Impfverweigerer entlassen könnten. "Wenn es nach Monaten des ImpfstoffĂŒberschusses noch AusbrĂŒche in Pflegeheimen gibt, muss man die ZĂŒgel anziehen, und da darf FachkrĂ€ftemangel kein Gegenargument sein", sagte er.

ThĂŒringen: CDU und GrĂŒne fordern 2G-Optionsmodell auch fĂŒr Gastronomie

Nach Ansicht der Landtagsfraktionen von CDU und GrĂŒnen sollten auch in ThĂŒringer Restaurants, CafĂ©s und Bars bestimmte Corona-BeschrĂ€nkungen wegfallen, wenn dort kĂŒnftig nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Auch solche Unternehmen mĂŒssten die Möglichkeit erhalten, das sogenannte 2G-Optionsmodell zu nutzen, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete ThadĂ€us König wĂ€hrend einer Sitzung des Gesundheitsausschusses des Landtages am Dienstag in Erfurt.

Die GrĂŒnen fordern in einem Positionspapier Vergleichbares. Die Betreiber hĂ€tten damit eine langfristige Planbarkeit und mĂŒssten keinen erneuten Lockdown fĂŒrchten, heißt es in dem Papier.

Bislang ist geplant, dass das 2G-Optionsmodell nicht fĂŒr die Gastronomie gelten soll – sondern nur fĂŒr die Veranstaltungsbranche.

ThĂŒringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erklĂ€rte allerdings, derzeit laufe noch die Ressortabstimmung zu der neuen Corona-Verordnung, mit der ein solches Modell eingefĂŒhrt werden soll.

Sanofi stellt Entwicklung von eigenem Impfstoff ein

Der französische Pharmakonzern Sanofi stellt die Entwicklung seines Covid-Impfstoffs auf Basis der mRNA-Technologie ein. "Wir brauchen keine neuen Covid-Impfstoffe mit mRNA-Technologie mehr", sagte Thomas Triomphem, Vizechef der Impfsparte von Sanofi, am Dienstag der AFP. Das Unternehmen wolle die Technik aber nutzen, um Impfstoffe fĂŒr kĂŒnftige Pandemien zu entwickeln.

Sanofi setzt unterdessen die Entwicklung eines proteinbasierten Covid-Impfstoffes fort. Die Ergebnisse der dritten und letzten Testphase des PrĂ€parats, das Sanofi gemeinsam mit dem britischen Hersteller GSK entwickelt hat, werden nach Angaben des Unternehmens Ende des Jahres erwartet. An dem Test nehmen 35.000 Menschen teil, unter anderem in den USA. Die mRNA-Technologie hingegen könne kĂŒnftig eine große Rolle spielen, etwa bei der Behandlung von Krebs und seltenen Krankheiten, hatte kĂŒrzlich Sanofi-Chef Paul Hudson betont.

Japan hebt Notstand auf

Japan wird den Corona-Notstand zum Monatsende aufheben. Das kĂŒndigte der scheidende MinisterprĂ€sident Yoshihide Suga am Dienstag an. Nach dem planmĂ€ĂŸigen Ende der Maßnahmen am 30. September steht erstmals seit Anfang April keine Region des Inselreiches mehr unter Notstand oder Quasi-Notstand. Die Zahl der Neuinfektionen sowie der Patienten mit schweren Symptomen habe dramatisch abgenommen, sagte Suga im Parlament.

Die Restriktionen werden stufenweise gelockert. Der Notstand in Tokio sowie 18 weiteren PrĂ€fekturen sieht im Wesentlichen vor, dass Restaurants keinen Alkohol ausschenken und frĂŒher schließen. Fortan ist Alkohol wieder erlaubt, die Restaurants sind aber aufgerufen, einen weiteren Monat lang frĂŒher zu schließen. Japan hatte den inzwischen fĂŒnften Notstand immer wieder verlĂ€ngert und ausgeweitet. Einen Lockdown mit harten Ausgangssperren wie in anderen LĂ€ndern hat Japan seit Beginn der Pandemie jedoch nie verhĂ€ngt.

USA: Wer mit Sputnik geimpft ist, darf nicht einreisen

Ab Anfang November sollen vollstĂ€ndig geimpfte Nicht-US-BĂŒrger wieder in die USA einreisen dĂŒrfen. Wie das amerikanische Nachrichtenmedium "Washington Post" berichtete, gelten dabei allerdings Ausnahmen: Menschen, die mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft sind, soll die Einreise weiterhin verwehrt bleiben.

Die UniversitÀtsprofessorin Judyth Twigg sieht in dieser Entscheidung den Versuch der USA, den weltweiten Kampf gegen Covid-19 zu politisieren. In klinischen Studien sei die Wirksamkeit von Sputnik V hinreichend bewiesen worden.

ZunÀchst stand auch zur Debatte, ob Menschen, die mit Astrazeneca gegen das Coronavirus geimpft sind, die Einreise in die USA verwehrt bleibt. In einem Bericht der "New York Times" versichert aber Thomas Skinner, Sprecher der Centers for Disease Control and Prevention, dass Astrazeneca-Geimpfte in den USA ebenfalls als vollstÀndig geimpft gelten.

Thailand auf tiefstem Stand seit Mitte Juli

Thailand bekommt seine bisher schwerste Corona-Welle immer besser in den Griff. Am Dienstag meldeten die Behörden in Bangkok rund 9.400 Neuinfektionen – so wenige wie seit Mitte Juli nicht mehr. Die höchste jemals in dem sĂŒdostasiatischen Land verzeichnete Zahl waren 23.400 neue FĂ€lle innerhalb von 24 Stunden am 13. August. Bislang ist jedoch nur etwa ein Viertel der rund 70 Millionen Einwohner vollstĂ€ndig geimpft.

Wegen strikter Maßnahmen sinken die Zahlen aber seit Wochen stetig, sodass die Regierung zum Wochenbeginn weitere Lockerungen des Lockdowns ab dem 1. Oktober angekĂŒndigt hat. Dann dĂŒrfen Museen, Fitnessstudios, Spas und Kinos wieder öffnen. Zudem werden die nĂ€chtlichen AusgangsbeschrĂ€nkungen um eine Stunde verkĂŒrzt. Auch fĂŒr Reisende gibt es gute Nachrichten: VollstĂ€ndig Geimpfte mĂŒssen nach der Ankunft in Thailand nur noch sieben statt wie bisher 14 Tage in Hotel-QuarantĂ€ne.

Indien verzeichnet niedrigsten Corona-Wert seit MĂ€rz

Indien verzeichnet mit 18.795 Corona-Neuinfektionen den niedrigsten Wert seit Anfang MÀrz. Zudem meldet das Gesundheitsministerium 179 TodesfÀlle binnen 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Virus. Das ist die niedrigste Zahl seit Mitte MÀrz. Insgesamt haben sich in Indien seit Beginn der Pandemie rund 33,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 447.000 Menschen sind in Verbindung mit einer Infektion gestorben. Indien verzeichnet nach offiziellen Daten weltweit die zweitmeisten Infektionen nach den USA und die drittmeisten Corona-TodesfÀlle nach den USA und Brasilien.

Biden bekommt vor laufender Kamera Auffrischungsimpfung

US-PrĂ€sident Joe Biden hat seine dritte Corona-Impfung bekommen. "Ich weiß, ich sehe nicht so aus, aber ich bin ĂŒber 65 Jahre alt", scherzte der 78-JĂ€hrige am Montag im Weißen Haus, wĂ€hrend er sich vor laufender Kamera impfen ließ. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer fĂŒr Ă€ltere Menschen und Risikogruppen in der vergangenen Woche genehmigt. Die zweite Impfung muss mindestens sechs Monate her sein. Biden ließ sich auch die ersten beiden Impfungen öffentlich verabreichen.

Auch seine 70 Jahre alte Ehefrau Jill werde die dritte Spritze bekommen, sagte Biden. "Ich möchte klarstellen, dass Auffrischungsimpfungen wichtig sind, aber das Wichtigste ist, dass mehr Menschen geimpft werden", sagte Biden weiter. Die Impfkampagne in den USA hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt verloren. Bislang sind dort 55,3 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollstÀndig gegen das Coronavirus geimpft.

Auffrischungsimpfung fĂŒr US-PrĂ€sident Biden: Er ließ sich auch die ersten beiden Impfungen öffentlich verabreichen.
Auffrischungsimpfung fĂŒr US-PrĂ€sident Biden: Er ließ sich auch die ersten beiden Impfungen öffentlich verabreichen. (Quelle: Evan Vucci/ap-bilder)

Minister MĂŒller: "Reiche LĂ€nder haben Impfstoffe vom Weltmarkt weggekauft"

Entwicklungsminister Gerd MĂŒller (CSU) hat vor einer zunehmenden Benachteiligung armer LĂ€nder bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen gewarnt. "Reiche LĂ€nder haben zusĂ€tzliche Impfstoffe vom Weltmarkt weggekauft, um Drittimpfungen zu ermöglichen, wĂ€hrend ĂŒber 90 Prozent der Afrikaner noch nicht einmal die erste Impfung hatten", sagte MĂŒller der Funke Mediengruppe. Eine weitere Benachteiligung der Ă€rmeren LĂ€nder mĂŒsse unbedingt verhindert werden.

MĂŒller bekrĂ€ftigte: "Wir dĂŒrfen nicht in eine Situation geraten, in der die reichen Staaten den Markt leerkaufen und Impfstoffe horten, wĂ€hrend fĂŒr die armen LĂ€nder nichts ĂŒbrig bleibt." Das Ziel der internationalen Impfstoff-Initiative Covax, bis Ende des Jahres zwei Milliarden Impfstoffdosen fĂŒr Menschen in armen LĂ€ndern zur VerfĂŒgung zu stellen, sei nicht mehr zu erreichen, beklagte MĂŒller. Bisher seien nur ĂŒber 300 Millionen Impfdosen durch Covax verteilt worden. Die Impfstoff-Lieferungen fĂŒr Afrika wĂŒrden bis Ende des Jahres voraussichtlich um 25 Prozent geringer ausfallen als erwartet. Das liege vor allem an mangelndem Nachschub.

Die Impfstoff-Spenden der reichen LĂ€nder mĂŒssten jetzt schnell erfolgen, forderte MĂŒller. Die EU-Staaten hĂ€tten 248 Millionen Dosen zugesagt, bisher aber nur 20 Millionen Dosen abgegeben. "Weltweit gibt es 100 Millionen Dosen, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen und schnell verimpft werden mĂŒssen", mahnte der Minister. MĂŒller nahm auch die Impfstoff-Hersteller in die Pflicht und forderte sie auf, ihre Lieferpolitik zu Ă€ndern. "Es wĂ€re absolut nicht hinnehmbar, wenn Impfstoffe extra knapp gehalten werden. Oder vertraglich zugesagten Dosen an Covax hinten angestellt wĂŒrden, um stattdessen an reichere LĂ€nder zu liefern", warnte er. Die Hersteller sollten "endlich Covax in den Lieferungen vorziehen".

Bericht: Schutzmasken im Auto bald Pflicht

Die Mitnahme von Schutzmasken im Auto soll nach einem Zeitungsbericht zur Pflicht werden. Wie die DĂŒsseldorfer "Rheinische Post" (Samstag) berichtet, sollen FahrzeugfĂŒhrer auch nach der Corona-Pandemie kĂŒnftig zwei Mund-Nase-Bedeckungen dabeihaben mĂŒssen. Dies habe eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums der Zeitung bestĂ€tigt.

Demnach sollen die Masken dem vorgeschriebenen Inhalt des Verbandkastens in Pkw, Lkw und Bussen hinzugefĂŒgt werden. Es sei beabsichtigt, die Vorgabe mit der nĂ€chsten Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung umzusetzen – greifen solle sie voraussichtlich im nĂ€chsten Jahr. Wer den Verbandkasten dann nicht um zwei Masken ergĂ€nzt, muss dem Bericht zufolge mit einem Bußgeld rechnen. Bisher sind fĂŒnf Euro fĂ€llig, wenn die Erste-Hilfe-AusrĂŒstung unvollstĂ€ndig ist.

Frankreich will 120 Millionen Dosen fĂŒr arme LĂ€nder spenden

Frankreich will doppelt so viele Corona-Impfdosen an Ă€rmere LĂ€nder spenden wie bisher geplant. Insgesamt werde sein Land 120 Millionen Dosen zur VerfĂŒgung stellen, kĂŒndigte der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron am Samstag bei dem weltweiten Musikfestival Global Citizen Live an. Er bezeichnete es als "Ungerechtigkeit", dass die Impfkampagne auf anderen Kontinenten deutlich langsamer laufe als in Europa. "Wir mĂŒssen schneller und entschlossener vorgehen", betonte Macron in seiner Videobotschaft.

Am Mittwoch hatten bereits die USA angekĂŒndigt, weitere 500 Millionen Impfdosen fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder bereitzustellen. Damit erhöhte die US-Regierung ihre Zusagen fĂŒr Impfstoff-Spenden auf insgesamt 1,1 Milliarden Dosen.

NiederlÀndische StaatssekretÀrin im Streit um Corona-Kurs entlassen

Im Streit um den Corona-Kurs der Niederlande hat Premierminister Mark Rutte am Samstag WirtschaftsstaatssekretĂ€rin Mona Keijzer fristlos entlassen. Der ungewöhnliche Schritt folgt auf Kritik von Keijzer an der EinfĂŒhrung eines Corona-Passes in den Niederlanden, die sie im Interview mit der Zeitung "De Telegraaf" (Samstag) geĂ€ußert hatte. Wie Rutte nach einer Mitteilung der Regierung sagte, vertrĂŒgen die Äußerungen der StaatssekretĂ€rin sich nicht mit den kĂŒrzlichen BeschlĂŒssen des Ministerrats.

Zwar wurde in den Niederlanden am Samstag die 1,5 Meter-Abstandsregel zum Schutz vor einer Corona-Infektion abgeschafft. An die Stelle tritt aber ein heftig umstrittener Corona-Pass. Fortan muss jeder ab einem Alter von 13 Jahren vor dem Besuch von GaststÀtten, Kultur- oder Sportveranstaltungen nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen ist. Keijzer hatte dem "Telegraaf" gesagt: "Wenn wir in einer Gesellschaft gelandet sind, in der man voreinander Angst haben muss, es sei denn, dass man einen Nachweis vorlegt, dann muss man sich (...) fragen: Wollen wir diese Richtung wÀhlen?"

Stiko-Chef unzufrieden mit Verlauf der Impfkampagne

Der Chef der StĂ€ndigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, ist unzufrieden mit dem Verlauf der Impfkampagne gegen das Coronavirus in Deutschland. Dem Bayerischen Rundfunk sagte Mertens am Samstag, aus seiner Sicht sei es betrĂŒblich, dass sich gerade die entscheidende Altersgruppe der 18- bis 59-JĂ€hrigen im Augenblick nicht so impfen lasse, wie die Stiko das gerne sehen wĂŒrde. Es sei noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.

"Es ist klar aus allen mathematischen Modellierungen, dass diese Altersgruppe auch entscheidend sein wird fĂŒr den Verlauf dieser vierten Welle und letztlich auch fĂŒr den weiteren Verlauf der Pandemie in Deutschland", sagte Mertens. Ziel mĂŒsse sein, den Menschen verstĂ€ndlich zu machen, dass die Impfung entscheidend ist fĂŒr die gesamte Bevölkerung. Die Impfquote liegt in der Altersgruppe der 18- bis 59-JĂ€hrigen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 69,2 Prozent.

NiederlÀnder demonstrieren gegen Corona-Pass

In den Niederlanden protestieren Hunderte gegen die EinfĂŒhrung eines "Corona-Passes". Sie ziehen in Den Haag, dem Regierungssitz, durch die Straßen und halten Schilder mit Aufschriften wie "Medizinische Apartheit. Stoppt ImpfpĂ€sse" in die Höhe. In den Niederlanden ist seit Samstag ein Corona-Pass mit dem Nachweis ĂŒber eine Impfung oder ein negativer Test Voraussetzung fĂŒr einen Besuch im Restaurant, Bars, Theater oder anderen Veranstaltungsorten. Im Gegenzug wurden Abstandsregeln und Maskenpflicht weitgehend aufgehoben. In öffentlichen Verkehrsmitteln muss weiterhin eine Maske getragen werden, in Schulen aber nicht mehr. 72 Prozent der Bevölkerung haben zumindest eine Impfdosis erhalten.

Stiko empfiehlt keine Booster-Impfung fĂŒr Senioren

Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) spricht sich in ihrer aktuellen Empfehlung bislang nicht fĂŒr generelle Auffrischungsimpfungen bei Senioren aus – obwohl Ă€ltere Menschen diese in Deutschland bereits bekommen können. Empfohlen wird eine Booster-Dosis mit einem mRNA-Impfstoff aber fĂŒr Menschen mit ImmunschwĂ€che, heißt es in dem am Freitag vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Papier. Die Stiko arbeite derzeit die Studienlage fĂŒr eine Auffrischimpfung anderer Bevölkerungsgruppen auf. Eine Entscheidung soll es in den kommenden Wochen geben.

Die Stiko ist mit ihrer Empfehlung damit zurĂŒckhaltender als die Gesundheitsministerkonferenz. Diese hatte Anfang August beschlossen, dass ein Booster ab 60 Jahren wahrgenommen werden könne – frĂŒhestens sechs Monate nach der vollstĂ€ndigen Impfung und nach "individueller AbwĂ€gung, Ă€rztlicher Beratung und Entscheidung".

Seit einigen Wochen ist dieser Booster unter anderem fĂŒr alte und immungeschwĂ€chte Menschen bundesweit zu haben – auch ohne Stiko-Empfehlung. Damit soll ihr Immunsystem nochmals gegen Sars-CoV-2-Viren gestĂ€rkt werden. Mehr als eine halbe Million BundesbĂŒrger haben dieses Angebot bislang bereits angenommen.

US-Bedienstete mĂŒssen bis Dezember Impfung vorweisen

Wie das Weiße Haus in Washington mitteilt, sind Millionen von Staatsbediensteten und Mitarbeitern von US-Unternehmen mit RegierungsauftrĂ€gen verpflichtet, sich bis zum 8. Dezember gegen das Coronavirus impfen zu lassen. US-PrĂ€sident Joe Biden unterzeichnete Anfang September dazu bereits ein entsprechendes Gesetz, nun gibt das Weiße Haus die formelle Anweisung bekannt. Die US-Regierung will auch eine entsprechende Klausel in zukĂŒnftige ArbeitsvertrĂ€ge aufnehmen, die Impfungen vorschreibt.

Biden ruft Berechtigte zu Auffrischungsimpfungen auf

Nach der Zulassung von Corona-Auffrischungsimpfungen fĂŒr bestimmte Bevölkerungsgruppen in den USA hat PrĂ€sident Joe Biden dringend dazu aufgerufen, das Angebot zu nutzen. Biden appellierte am Freitag bei einer Ansprache im Weißen Haus an die Berechtigten, sich eine dritte Impfung geben zu lassen, sobald sie an der Reihe seien. Es sei eine Tragödie, dass noch immer Menschen sterben mĂŒssten, weil sie ungeimpft seien. "Bitte lassen Sie das nicht Ihre Tragödie werden", mahnte der PrĂ€sident.

Oberverwaltungsgericht: Maskenpflicht im Wahllokal ist rechtens

Auch Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen mĂŒssen bei der Bundestagswahl an diesem Sonntag im Wahllokal eine Maske tragen. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) fĂŒr das Land Nordrhein-Westfalen am Freitag klargestellt. Das Gericht in MĂŒnster wies den Eilantrag eines Mannes aus Ennigerloh im Kreis Warendorf ab.

Der Antragsteller sieht durch die Maske sein allgemeines Wohlbefinden und seine Konzentration beeintrĂ€chtigt. Außerdem wollte er mit dem Verweigern der Maske seine kritische Haltung gegenĂŒber den staatlichen Corona-Maßnahmen ausdrĂŒcken, heißt es in einer Mitteilung des OVG. Die Maskenpflicht verletze ihn in seinem Wahlrecht, so der Mann. Dieser Sicht folgte das Gericht nicht. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Die in der Coronaschutzverordnung des Landes NRW festgeschriebene Maskenpflicht im Wahllokal bei der Bundestagswahl sei eine verhĂ€ltnismĂ€ĂŸige Schutzmaßnahme zur Verhinderung von Corona-Infektionen, so das Gericht. Die auf wenige Minuten begrenzte Maskenpflicht hindere keinen Wahlberechtigten an der Stimmabgabe. Ausnahmen seien nur aus medizinischen GrĂŒnden möglich

Nach Corona-Infektionen in New York: Bolsonaro hinterfragt QuarantÀne

Brasiliens PrĂ€sident Jair Bolsonaro hat die ihm auferlegte QuarantĂ€ne nach dem positiven Corona-Test seines Gesundheitsministers wĂ€hrend einer Dienstreise in New York infrage gestellt. Er habe deswegen bei der GesundheitsĂŒberwachungsbehörde Anvisa nachgefragt, sagte Bolsonaro in einer Übertragung in sozialen Medien am Donnerstagabend (Ortszeit).

Bolsonaro befindet sich nach der RĂŒckkehr aus den USA laut brasilianischen Medienberichten derzeit fĂŒr fĂŒnf Tage in Isolation im Regierungspalast in der Hauptstadt BrasĂ­lia. Danach wolle er einen neuen Test machen. Die Anvisa, die etwa Corona-Impfstoffe in Brasilien zulĂ€sst, hatte Bolsonaro und Mitgliedern der brasilianischen Delegation, die Kontakt mit Gesundheitsminister Marcelo Queiroga hatte, 14 Tage QuarantĂ€ne empfohlen.

Queiroga gab am Dienstag bekannt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei und in New York in QuarantÀne bleibe. Er hatte mit Bolsonaro an der Generaldebatte der Vereinten Nationen teilgenommen und sich dabei auch im UN-Hauptquartier am East River aufgehalten. Zuvor war bereits ein weiteres Mitglied der Delegation positiv getestet worden. Zudem twitterte Queiroga in den Tagen in New York Fotos unter anderem mit Bolsonaro, dessen Frau Michele und Vertretern von Investmentfonds. Er hatte auch ein Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson, der wiederum US-PrÀsident Joe Biden traf. Die britische Nachrichtenagentur PA meldete am Donnerstagabend, dass Johnson negativ getestet worden sei.

Bericht: Ausnahmen bei Lohnfortzahlung fĂŒr Beamte

Die BundeslĂ€nder und die Bundesregierung hatten sich darauf verstĂ€ndigt, Ungeimpften die Lohnfortzahlung zu streichen, sollten diese in Corona-QuarantĂ€ne geschickt werden und deswegen nicht arbeiten können. Doch das soll offenbar nicht fĂŒr jeden Arbeitnehmer gelten. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") berichtete, sollen Beamte von den neuen Regeln ausgenommen sein.

Im öffentlichen Dienst könne dies zu einer Spaltung der Belegschaft fĂŒhren. Denn wĂ€hrend Ungeimpfte in einem AngestelltenverhĂ€ltnis von den LohnausfĂ€llen betroffen sind, blieben demnach verbeamtete BeschĂ€ftigte verschont. "Das ist eine Ungleichbehandlung, die den Betriebsfrieden in RathĂ€usern oder Schulen ganz erheblich stören kann", sagte Roland Staude, Chef des Beamtenbundes Nordrhein-Westfalen der "WAZ".

Norwegen hebt Corona-EinschrÀnkungen auf

Norwegen beendet seine EinschrĂ€nkungen zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie. Die Restriktionen wĂŒrden am Samstagnachmittag aufgehoben, kĂŒndigte MinisterprĂ€sidentin Erna Solberg am Freitag an. "Es ist 561 Tage her, dass wir die hĂ€rtesten Maßnahmen in Norwegen in Friedenszeiten eingefĂŒhrt haben. (...) Jetzt ist die Zeit gekommen, zu einem normalen Alltag zurĂŒckzukehren." Mehrere Maßnahmen waren bereits gelockert worden, nun fĂ€llt auch das Abstandsgebot weg. Restaurants können damit wieder ihre volle KapazitĂ€ten ausschöpfen, ebenso wie Nachtclubs, Sportarenen und andere VeranstaltungshĂ€user. "Kurz gesagt: Wir können jetzt wieder normal leben", sagte Solberg. Zugleich betonte sie, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei. "Menschen werden immer noch erkranken und darum ist es notwendig, dass sich alle impfen lassen." Wer sich infiziere, mĂŒsse nach wie vor in Isolation, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Norwegen folgt damit einer wachsenden Zahl an LĂ€ndern, die bereits ihre EinschrĂ€nkungen aufgehoben haben, etwa DĂ€nemark und Großbritannien. Auch ReisebeschrĂ€nkungen sollen gelockert werden. Zudem will die Regierung nicht mehr vor Reisen außerhalb Europas warnen. FĂŒr Menschen, die aus LĂ€ndern mit hohen Infektionsraten nach DĂ€nemark einreisen, sollen allerdings einige Restriktionen in Kraft bleiben.

67 Prozent der Bevölkerung Norwegens sind nach Angaben des der Gesundheitsbehörden vollstÀndig geimpft. Etwa 76 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten

So denken die Deutschen ĂŒber ein Ende der Corona-Auflagen

Die meisten Deutschen sind gegen ein rasches Ende aller Corona-Auflagen. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wandten sich 61 Prozent der Befragten gegen eine sofortige Aufhebung aller BeschrĂ€nkungen. 33 Prozent wĂ€ren hingegen dafĂŒr.

DĂ€nemark hatte vor kurzem bei einer Impfquote von 83 Prozent alle Corona-BeschrĂ€nkungen aufgehoben. "In Deutschland waren zuletzt rund 62 Prozent der Menschen vollstĂ€ndig geimpft", lautete die Frage. "Sollten in Deutschland jetzt alle BeschrĂ€nkungen zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie aufgehoben werden?" 33 Prozent lehnten dies kategorisch ab, 28 Prozent antworteten mit "eher nein". 19 Prozent sind entschieden fĂŒr eine Aufhebung, 14 Prozent wĂ€hlten "eher ja". Die stĂ€rkste Ablehnung eines sofortigen Endes aller BeschrĂ€nkungen gab es bei alten Menschen.

Saar-Regierung plant weitere Lockerungen der Maßnahmen

Die saarlĂ€ndische Landesregierung plant ab dem 1. Oktober weitere Lockerungen von Corona-Maßnahmen in verschiedenen Bereichen. "Wir wollen unser Saarland-Modell fĂŒr die Phase der dank hoher Impfquote und erfolgreicher Teststrategie abklingenden Pandemie mutig weiterentwickeln", teilte Saarlands MinisterprĂ€sident Tobias Hans (CDU) am Freitag mit. Der Ministerrat werde die neue Verordnung voraussichtlich am Dienstag (28. September) beschließen. Anschließend werde ĂŒber Details informiert.

Hans sagte weiter: "Unser Ziel ist es, fĂŒr mehr Klarheit und eine Vereinfachung der Regeln zu sorgen und eine Perspektive fĂŒr Veranstaltungsbranche, Gastronomie, Clubs, Kultur und Hotellerie zu ermöglichen. So viel BeschrĂ€nkung wie nötig – so viel Freiheit wie möglich: Das ist und bleibt unser Leitmotiv." Zuvor hatte die "SaarbrĂŒcker Zeitung" ĂŒber die PlĂ€ne der Regierung berichtet.

WHO empfiehlt erstmals vorbeugende Therapie bei Covid-Risikopatienten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt erstmals ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten. Sie verweist auf Studien, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab von der US-Firma Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche deren Überlebenschancen verbessern kann. Die WHO veröffentlichte ihre neue Empfehlung am Freitag im "British Medical Journal". In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen FĂ€llen fĂŒr Corona-Patienten eingesetzt.

Die WHO empfiehlt nun die Gabe der Mittel bei Corona-Patienten mit Vorerkrankungen, die deshalb Gefahr laufen, schwer an Covid-19 zu erkranken und dann auf Intensivstationen behandelt werden mĂŒssten. Ebenso sollen bereits schwer Erkrankte damit behandelt werden, die keine Antikörper gegen Covid-19 haben. Herausforderung seien die hohen Kosten und die knappe Produktion, so die WHO. Deshalb werde mit Roche ĂŒber niedrigere Preise, eine mögliche Schenkung und eine faire Verteilung in aller Welt verhandelt. Die WHO setzte sich dafĂŒr ein, dass auch anderen Herstellern die Produktion ermöglicht wird, damit billigere Varianten der Mittel auf den Markt kommen.

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