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Spahn will offenbar Testpflicht ausweiten

Von t-online, dpa, rtr, afp
Aktualisiert am 27.07.2021Lesedauer: 69 Min.
Jens Spahn: KĂŒnftig Tests fĂŒr alle ReiserĂŒckkehrer?
Jens Spahn: KĂŒnftig Tests fĂŒr alle ReiserĂŒckkehrer? (Quelle: Axel Schmidt/ap-bilder)
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Gesundheitsminister Spahn plant einem Bericht zufolge, die Testpflicht fĂŒr ReiserĂŒckkehrer zu verschĂ€rfen. Demnach soll sie unabhĂ€ngig von Reiseverkehrsmittel und Herkunftsgebiet gelten. Alle Infos im Newsblog.

In Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie rund 3,75 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben 91.565. Die aktuelle Übersicht lesen Sie hier. Im Zuge der Ende 2020 begonnenen Impfkampagne haben inzwischen 60,9 Prozent der BundesbĂŒrger mindestens eine Impfdosis erhalten, 49,4 Prozent sind vollstĂ€ndig geimpft (Stand: 27. Juli).

Bericht: Spahn plant Ausweitung von Testpflicht fĂŒr ReiserĂŒckkehrer

Das Bundesgesundheitsministerium plant einem Medienbericht zufolge eine deutliche Ausweitung der Testpflicht fĂŒr ReiserĂŒckkehrer. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, will Minister Jens Spahn (CDU) Reisende kĂŒnftig verpflichten, bei ihrer Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorzulegen – egal, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln sie nach Deutschland kommen. Bisher gilt die Testpflicht fĂŒr Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht vollstĂ€ndig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind.

Die Abstimmung in der Regierung zu der VerschĂ€rfung der Corona-Reiseauflagen laufe, sagte eine Sprecherin des Ministeriums den Funke-Medien. Dem Bericht zufolge strĂ€ubt sich im Kabinett bisher vor allem Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegen Spahns PlĂ€ne. Sie hĂ€lt die umfassende Testpflicht demnach fĂŒr unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig.

Indien meldet niedrigsten Wert seit MĂ€rz

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 29.689 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der niedrigste Wert seit dem 17. MÀrz. Insgesamt wurden rund 31,44 Millionen AnsteckungsfÀlle registriert, weltweit weisen nur die USA mehr Infektionen auf. Die Zahl der TodesfÀlle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in Indien um 415 auf 421.832.

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Putins Plan geht auf
Olaf Scholz besichtigt das ehemalige GefĂ€ngnis "Number Four", in dem wĂ€hrend der Apartheid in SĂŒdafrika auch zahlreiche politische Gefangene einsitzen mussten: WĂ€hrend der Afrika-Reise des Kanzlers wird in Deutschland hitzig ĂŒber Waffenlieferungen fĂŒr die Ukraine gestritten.


Spanien und Niederlande sind Hochinzidenzgebiete

Spanien und die Niederlande sind seit Mitternacht als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusÀtzliche Auflagen, wie das Robert Koch-Institut mitgeteilt hatte. Mit der Entscheidung reagierte die Bundesregierung auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden LÀndern.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurĂŒckkehrt und nicht vollstĂ€ndig geimpft oder genesen ist, muss fĂŒr zehn Tage in QuarantĂ€ne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fĂŒnf Tagen verkĂŒrzen. Kurz vor Inkrafttreten der Entscheidung am Dienstag hĂ€tten nur sehr wenige deutsche Touristen ihren Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca vorzeitig beendet, hieß es dort.

Die Reisebranche hatte die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert. Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machten in der vergangenen Woche etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub - etwa 60 Prozent von ihnen auf den Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren und der Rest auf dem Festland. Hinzu kommen insgesamt geschÀtzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Schwesig fordert Corona-Ampel wegen steigender Infektionszahlen

Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) mahnt zeitnahe Beratungen von Bund und LĂ€ndern zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie an und fordert einen Strategiewechsel. "Wir sollten die nĂ€chste Konferenz der Regierungschefs der LĂ€nder mit der Kanzlerin vorziehen. Die Corona-Zahlen steigen weiter. Wir mĂŒssen jetzt gemeinsame Entscheidungen treffen, wenn wir uns gut auf den Herbst vorbereiten wollen", sagt Schwesig der Zeitung "Rheinische Post". Gemeinsam mit der rheinland-pfĂ€lzischen MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer (SPD) sei sie der Auffassung, "dass wir einen neuen Corona-Warnwert brauchen, der neben der Inzidenz auch die Auslastung der KrankenhĂ€user und den Impffortschritt berĂŒcksichtigt". Mecklenburg-Vorpommern habe eine solche Corona-Ampel bereits eingefĂŒhrt.

Justizministerin Lambrecht – Gastronomen können nur fĂŒr Geimpfte öffnen

Angesichts des schleppenden Impftempos verweist Bundesjustizministerin Christine Lambrecht auf die Möglichkeit, Restaurants nur fĂŒr Geimpfte zu öffnen. "Die Vertragsfreiheit ermöglicht privaten Anbietern wie Gastronomen eine weitgehend freie Gestaltung ihrer Angebote", sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wer seinen GĂ€sten einen besonderen Schutz anbieten wolle, könne deshalb auch Angebote machen, die sich nur an Geimpfte richten. Eine Impfpflicht schließt Lambrecht weiter aus. Jedoch solle die Allgemeinheit "nicht mehr auf Dauer fĂŒr Testkosten aufkommen mĂŒssen, wenn Menschen ihre Impfangebote nicht wahrnehmen."

Lauterbach warnt vor Unterricht ohne EinschrÀnkungen

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat vor einem Schulstart nach den Sommerferien ohne jegliche Corona-BeschrĂ€nkungen gewarnt. "Ich habe schon aus den LĂ€ndern von der Idee gehört, nach dem Sommer den Unterricht ohne jede EinschrĂ€nkung auch bei hohen Inzidenzen wieder durchzufĂŒhren. Wir hĂ€tten bis Ende des Schuljahres eine komplette Durchseuchung aller SchĂŒler", sagte er der "Rheinischen Post" (Dienstag). Fahre man die Schutzmaßnahmen in Schulen zu frĂŒh herunter, wĂŒrden sich sehr viele Kinder mit Covid-19 infizieren. Es sei unklar, wie viele von ihnen nach einer Erkrankung mit Long-Covid-SpĂ€tfolgen oder gar einem schwĂ€cheren Immunsystem zu kĂ€mpfen hĂ€tten.

Alternativ könnten Schulen an Wechselunterricht, Masken, Test und QuarantĂ€ne fĂŒr erkrankte SchĂŒler festhalten. "Auch die Impfung von ĂŒber zwölfjĂ€hrigen Jugendlichen kann aus meiner Sicht sehr dabei helfen, die Pandemie zu ĂŒberwinden", sagte Lauterbach.

Mediziner erwarten bei vierter Corona-Welle weniger dramatische Lage in Kliniken

Eine vierte Corona-Welle in Deutschland dĂŒrfte sich nach EinschĂ€tzung von Medizinern weniger belastend auf Kliniken auswirken als die jĂŒngste Infektionswelle. "Ich bin mir sicher, dass die Zahlen der Patienten auf den Intensivstationen und in den KrankenhĂ€usern bei einer vierten Welle nicht so hoch sein werden wie bei der dritten Welle", sagte Stefan Kluge von der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Kluge mahnte dennoch zur Vorsicht. Das Virus sei in seiner Delta-Variante viel ansteckender als noch vor einem Jahr. "Deshalb sollten jetzt auch nicht alle Regeln, wie etwa das Maskentragen in SupermÀrkten, aufgehoben werden."

Bund lĂ€sst mögliche EinschrĂ€nkung fĂŒr Ungeimpfte offen

Die Bundesregierung lĂ€sst offen, ob Ungeimpfte bei weiter steigenden Corona-Zahlen mit EinschrĂ€nkungen rechnen mĂŒssen. Zugleich unterstrich Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag: "Es bleibt dabei, wir wollen keine allgemeine Impfpflicht durch die HintertĂŒr." Es mĂŒsse aber alles getan werden, um eine Situation wie im FrĂŒhjahr zu vermeiden. Innerhalb einer Woche seien die Fallzahlen um 75 Prozent gestiegen. Es seien "zusĂ€tzliche Maßnahmen zu ergreifen", wenn sich diese Entwicklung fortsetze. Die Bundesregierung strebe mit den LĂ€ndern eine gemeinsame Strategie an. "Das wird jetzt in den nĂ€chsten Tagen und kommenden Wochen zu besprechen sein."

Demmer ließ auf Nachfrage offen, ob Kanzleramtschef Helge Braun mit seinen Aussagen zu möglichen EinschrĂ€nkungen fĂŒr Nicht-Geimpfte die Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel wiedergegeben habe. "Die Geimpften und die Genesenen tragen nicht gravierend zum Infektionsgeschehen bei", sagte Demmer. Ihr Anteil daran sei geringer als bei nur Getesteten. Es gehe um drei Herausforderungen – Erhöhung der Impfquote, Umgang mit ReiserĂŒckkehrenden und Umgang mit den steigenden Zahlen. Dazu werde es sicher auch eine Konferenz mit den MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder geben. Einen Termin dafĂŒr gebe es aber noch nicht.

New York ordnet Impfung oder Testpflicht fĂŒr alle stĂ€dtischen Mitarbeiter an

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante prescht die US-Metropole New York voran und ordnet Impfungen fĂŒr alle Mitarbeiter des öffentlichen Diensts an. Wahlweise mĂŒssen sich Nicht-Geimpfte einem wöchentlichen Corona-Test unterziehen, wie BĂŒrgermeister Bill de Blasio am Montag verkĂŒndete. In der Millionenstadt steigen derzeit die Fallzahlen wegen der Delta-Variante des Coronavirus besonders unter den Ungeimpften.

Die Regelung tritt am 13. September in Kraft und gilt fĂŒr mehr als 300.000 stĂ€dtische Mitarbeiter, darunter Polizisten, Feuerwehrleute und Lehrer. Bereits vergangene Woche hatte der BĂŒrgermeister die gleiche Anordnung fĂŒr die 30.000 Mitarbeiter der öffentlichen KrankenhĂ€user der Stadt ab dem 2. August verkĂŒndet.

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RKI meldet wenigste Impfungen an einem Tag seit MĂ€rz

Fast die HĂ€lfte der Menschen in Deutschland wurde vollstĂ€ndig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag (Stand 9.45 Uhr) sind inzwischen 49,4 Prozent der Gesamtbevölkerung voll geimpft. Das sind rund 41,1 Millionen Menschen. 50,6 Millionen – 60,9 Prozent – haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Laut RKI wurden am Sonntag jedoch nur 119.376 Impfungen verabreicht. Das ist der niedrigste Wert seit dem 1. MĂ€rz. Teilweise waren zuletzt mehr als doppelt so viele Menschen an einem Sonntag geimpft worden.

Unter den BundeslÀndern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,8 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollstÀndig Geimpften belegte Bremen mit 56,9 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,6 Prozent), genau wie bei den vollstÀndig Geimpften (45,6 Prozent).

HerdenimmunitÀt in Deutschland laut Experte nicht erreichbar

Angesichts der aktuellen Corona-Lage sieht der SaarbrĂŒcker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr keine Chance fĂŒr das Erreichen einer HerdenimmunitĂ€t in Deutschland. "Ich glaube nicht, dass sie erreichbar ist." DafĂŒr gebe es unter anderem viel zu wenig Impfungen und Impfbereitschaft, sagte der Experte fĂŒr Corona-Prognosen der Deutschen Presse-Agentur in SaarbrĂŒcken. FĂŒr eine HerdenimmunitĂ€t und somit eine erfolgreiche EindĂ€mmung der Pandemie mĂŒssten 85 Prozent der Deutschen geimpft oder genesen – also immun – sein.

Stattdessen sieht Lehr eine neue Welle auf Deutschland zurollen. "Das exponentielle Wachstum ist voll im Gange. Und die Zahlen werden jetzt weiter steigen", sagte er nach seinen Berechnungen. Wenn das Wachstum so weitergehe, wie derzeit, dann sei Ende September eine Inzidenz von 150 zu erwarten. "Wir wĂŒrden also bis dahin ein Verzehnfachung der Inzidenz sehen. Das muss man schon als neue Welle bezeichnen", sagt Lehr, der zusammen mit anderen Forschern ein Covid-19-Simulationsprojekt betreibt.

Eine Abbremsung bringen könnten sicherlich Impfungen, aber die Zahl der Impfungen gehe momentan "wirklich massiv zurĂŒck", sagte er. Vor allem die der Erstimpfungen. In Deutschland ist rund die HĂ€lfte der Bevölkerung vollstĂ€ndig geimpft.

Polizei löst bundesweit Partys mit teils Tausenden Teilnehmern auf

In mehreren GroßstĂ€dten hat die Polizei in der Nacht zu Sonntag Partys mit Hunderten und teils Tausenden Teilnehmern aufgelöst. Im Berliner Volkspark Hasenheide waren rund 4.000 Menschen zusammengekommen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. In MĂŒnchen und Dortmund wurden Gruppen von etwa 500 Leuten aufgelöst.

Anwohnerinnen und Anwohner des Berliner Parks hatten sich am spĂ€ten Samstagabend ĂŒber laute Musik beschwert. Nach der Christopher-Street-Day-Demo am Samstag hatte es nach ersten Erkenntnissen auch Teilnehmende in die Hasenheide verschlagen. Die EinsatzkrĂ€fte ließen die Musik stoppen und forderten die Feiernden auf, den Park zu verlassen.

Eine Party an einer BrĂŒcke an der Isar in MĂŒnchen schĂ€tzte die dortige Polizei in der Nacht wegen des hohen Wasserstands als gefĂ€hrlich ein. ZusĂ€tzlich sei der Infektionsschutz nicht mehr gewĂ€hrleistet gewesen, und die Teilnehmerzahl habe die derzeit erlaubte Anzahl fĂŒr Treffen ĂŒberschritten. Der Großteil der feiernden Jugendlichen verließ die Party nach dem Eingreifen der Polizei ruhig. Einige PartygĂ€ste wĂ€ren jedoch aggressiv geworden und es sei unter anderem ein Stein auf die Beamten geworfen worden, so die Polizei. Auch im Dortmunder Park der PartnerstĂ€dte kam die Mehrzahl den Ansagen der Polizei nach, es kam der Polizei zufolge aber auch zu Widerstand, unter anderem wurde eine Glasflasche auf einen Streifenwagen geworfen.

Mehr als 14.000 Corona-Neuinfektionen in der TĂŒrkei binnen eines Tages

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen hat der tĂŒrkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca an die Menschen appelliert, sich impfen zu lassen. "Wenn wir keine Maßnahmen ergreifen und uns nicht impfen lassen, könnte es sehr lange dauern, bis die Pandemie beendet ist", schrieb Koca am Sonntag bei Twitter. Zwischen Samstag und Sonntag wurden in der TĂŒrkei mehr als 14.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert.

Zuletzt hatte die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen in der TĂŒrkei im Mai so hoch gelegen. Noch Anfang Juli waren in dem Land tĂ€glich nur rund 4000 Neuansteckungen verzeichnet worden. Insgesamt wurden in der TĂŒrkei seit Pandemie-Beginn mehr als 5,5 Millionen Corona-FĂ€lle registriert. Mehr als 50.000 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19.

Nach offiziellen Angaben erhielten in der TĂŒrkei mehr als 39,4 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfdosis. Zwei Impfdosen wurden demnach 22,8 Millionen Menschen verabreicht.

Söder gegen kostenlose Tests fĂŒr Impfverweigerer

Impfverweigerer sollen nach Meinung von CSU-Chef Markus Söder kĂŒnftig keine kostenlose Tests mehr bekommen. "Klar muss sein: Wer ein Impfangebot hatte und dies bewusst ausschlĂ€gt, kann auf Dauer nicht mehr kostenlos getestet werden", sagt der bayerische MinisterprĂ€sident der "Augsburger Allgemeinen". Mehr dazu lesen Sie hier.

Kretschmann will Impfpflicht nicht ausschließen

Der baden-wĂŒrttembergische MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann hĂ€lt eine Impfpflicht im weiteren Kampf gegen die Corona-Krise fĂŒr denkbar. "Wir planen keine Impfpflicht. FĂŒr alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen", sagte der GrĂŒnen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen." Es könne auch gut sein, "dass wir irgendwann gewisse Bereiche und TĂ€tigkeiten nur noch fĂŒr Geimpfte zulassen".

Winfried Kretschmann, MinisterprĂ€sident von Baden-WĂŒrttemberg: Er hĂ€lt eine Impfpflicht fĂŒr denkbar.
Winfried Kretschmann, MinisterprĂ€sident von Baden-WĂŒrttemberg: Er hĂ€lt eine Impfpflicht fĂŒr denkbar. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa-bilder)

Er nannte die Masern als Beispiel: "Da gibt's auch eine Impfpflicht fĂŒr die Kitas, weil Masern höchst ansteckend sind." Ohne Impfungen werde man die Pandemie nicht in die Knie zwingen können. Kretschmann warnt seit lĂ€ngerem vor einer vierten Welle und blickt eher pessimistisch auf Herbst und Winter. Das Virus könnte aus seiner Sicht noch einmal genauso gefĂ€hrlich zurĂŒckkommen wie im vergangenen Herbst, als die Infektionszahlen plötzlich drastisch anstiegen. "Wir fahren weiter auf Sicht. Die Virusmutationen haben uns schon zweimal einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte er.

Inzidenzwert-Anstieg leicht abgebremst

Das RKI hat am Sonntag 1.387 neue Corona-Infektionen gemeldet. Nur sechs BundeslÀnder haben noch einen einstelligen Inzidenzwert. Den höchsten hat derzeit Berlin mit 23,5. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kanzleramtschef Braun: EinschrĂ€nkungen fĂŒr Nicht-Geimpfte

Kanzleramtsminister Helge Braun spricht sich fĂŒr Maßnahmen gegen Nicht-Geimpfte aus. Das sagte er in einem Zeitungs-Interview. Bestimmte Angebote seien nur fĂŒr Geimpfte möglich, kĂŒndigte er an. Mehr dazu lesen Sie hier.

Virologe kritisiert "Datenerhebungskatastrophe"

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ist davon ĂŒberzeugt, dass die Pandemie mit einer besseren Erhebung von Daten in Deutschland leichter bewĂ€ltigt werden könnte. "Wir haben eine Datenerhebungskatastrophe", sagte er im Podcast "Die Wochentester" von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)". Deshalb fehle in der Corona-Krise eine Datengrundlage fĂŒr wirksame Maßnahmen.

"Das hat uns die letzten anderthalb Jahre begleitet und ist meines Erachtens nur in homöopathischen Dosen besser geworden", so der Forscher vom Bernhard-Nocht-Institut. Dies betreffe etwa die Frage, wer nachgeimpft werden mĂŒsse. Die Frage nach der Impf-Auffrischung mĂŒsse ohnehin in den kommenden Wochen und Monaten dringend beantwortet werden, betonte er erneut. Denn: "Das Virus wird uns unser ganzes Leben weiter beschĂ€ftigen."

Polen verschÀrft QuarantÀneregeln wegen Delta-Mutation

Im Kampf gegen die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus und andere neue Mutanten verschĂ€rft Polen seine QuarantĂ€neregeln. Wenn bei einem Infizierten eine Variante mit erhöhter Ansteckungsgefahr festgestellt wird, kann das Gesundheitsamt kĂŒnftig ĂŒber eine VerlĂ€ngerung der hĂ€uslichen Isolierung auf bis zu drei Wochen entscheiden. Das geht aus einer neuen Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor, wie das Nachrichtenportal "Gazeta.pl" am Samstag berichtete.

Die Änderung soll demnĂ€chst im Amtsblatt veröffentlicht werden und damit in Kraft treten. Bisher galt, dass die Isolierung bereits nach zehn Tagen beendet werden kann, wenn der Betroffene keine Symptome mehr zeigt. Das Gesundheitsministerium in Warschau meldete am Samstag 122 Neuinfektionen und sechs TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie starben in dem EU-Mitgliedstaat 75.241 Infizierte. Polen hat knapp 38 Millionen Einwohner.

England lockert QuarantÀneregeln weiter

Wegen massiver PersonalausfĂ€lle in vielen Bereichen hat die britische Regierung die Corona-QuarantĂ€ne-Regeln fĂŒr weitere Berufsgruppen gelockert. So dĂŒrfen in England auch ZugfĂŒhrer, Grenzbeamte oder Feuerwehrleute, die Kontakt zu Corona-Infizierten hatten, sich nun tĂ€glich testen, statt in QuarantĂ€ne zu gehen. Dies gab die Regierung am Samstag bekannt. ZunĂ€chst hatten diese Sonderregeln nur fĂŒr BeschĂ€ftigte des Gesundheitsdienstes und spĂ€ter auch fĂŒr BeschĂ€ftigte der Lebensmittelversorgung gegolten.

Leere Regale in einem Supermarkt in England: Weil zu viel Personal in QuarantÀne ist, hat die Regierung nun die Regelungen geÀndert.
Leere Regale in einem Supermarkt in England: Weil zu viel Personal in QuarantÀne ist, hat die Regierung nun die Regelungen geÀndert. (Quelle: Matthew Cooper/ap-bilder)

Weil in Großbritannien derzeit so viele mit dem Coronavirus infiziert sind und noch deutlich mehr Menschen mit diesen in Kontakt gekommen sind, hapert es an vielen Stellen des öffentlichen Lebens: ZĂŒge fallen aus, Supermarktregale bleiben zeitweise leer und MĂŒlltonnen werden nicht geleert. Millionen Briten mĂŒssen sich zu Hause isolieren. Mitte August sollen die QuarantĂ€ne-Regeln in England fĂŒr alle vollstĂ€ndig Geimpften gelockert werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Vereinigten Königreich zuletzt bei 497 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Stand: 18. Juli). Trotzdem gelten in England seit dieser Woche kaum noch Corona-BeschrĂ€nkungen: Abstand und Maske sind an vielen Orten freiwillig, auch Clubs haben wieder geöffnet. Schottland, Wales und Nordirland machen ihre eigenen Maßnahmen und sind vorsichtiger.

Warnung vor ungeimpften ReiserĂŒckkehrern

Der PrĂ€sident des WeltĂ€rztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor einem Infektionsanstieg durch ReiserĂŒckkehrer aus Spanien und Italien. "Spanien und Italien sind beliebte UrlaubslĂ€nder vor allem bei jĂŒngeren Menschen, die oft noch nicht zwei Mal geimpft sind. Der Viren-Eintrag nach Deutschland aus diesen LĂ€ndern wird durch die ReiserĂŒckkehrer ganz klar steigen", sagt Montgomery der DĂŒsseldorfer Rheinischen Post (Samstagausgabe) einem Vorabbericht zufolge.

Frank Ulrich Montgomery bei einer Talkshow (Archivbild). Der PrĂ€sident des WeltĂ€rztebundes warnt vor ungeimpften ReiserĂŒckkehrern.
Frank Ulrich Montgomery bei einer Talkshow (Archivbild). Der PrĂ€sident des WeltĂ€rztebundes warnt vor ungeimpften ReiserĂŒckkehrern. (Quelle: Thomas Trutschel/imago-images-bilder)

Deutschland befinde sich bereits in der vierten Welle, da man alle zehn Tage eine Verdoppelung der Ansteckungen sehen könne. "Wir mĂŒssen mit konsequenter QuarantĂ€ne fĂŒr ungeimpfte ReiserĂŒckkehrer und der Einhaltung der AHA-Regeln dafĂŒr sorgen, dass aus der vierten Welle kein Tsunami wird", so der WeltĂ€rzteprĂ€sident.

Dreyer fordert neues Corona-Warnsystem

Die rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer (SPD) hat ein neues Warnsystem fĂŒr die Corona-Politik jenseits der reinen Inzidenzwerte als Hauptkriterium gefordert. "Wir schauen natĂŒrlich auch mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen", sagte Dreyer der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). Dennoch sage "die Inzidenz heute viel weniger ĂŒber die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aus als noch vor einem halben Jahr, weil immer mehr Menschen geimpft werden".

Die Inzidenz bleibe wichtig, sagte die MinisterprĂ€sidentin der Zeitung. Sie mĂŒsse aber mit der Lage in den KrankenhĂ€usern verknĂŒpft werden.

Spanien und Niederlande zu Hochrisikogebieten erklÀrt

Die Bundesregierung hat Spanien und die Niederlande als Hochinzidenzgebiete eingestuft. Das teilte das Robert-Koch-Institut am Freitag in Berlin mit. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Die Neueinstufung gilt demnach ab Dienstag.

Wer nicht vollstĂ€ndig geimpft oder von Corona genesen ist, muss bei der RĂŒckkehr aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland fĂŒr zehn Tage in QuarantĂ€ne, die erst nach fĂŒnf Tagen durch einen negativen Test verkĂŒrzt werden kann.

Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen in den Niederlanden wie in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Beide LÀnder haben mit die schlechtesten Werte in ganz Europa.

In den Niederlanden lag die 7-Tage-Inzidenz am Freitag bei rund 360. In Spanien stieg sie von 42 im Juni auf jetzt 333, weit ĂŒber der Marke von 200, ab der Deutschland ein Land zum Hochinzidenzgebiet erklĂ€ren kann. Auf Mallorca lag der Wert zuletzt sogar bei 365. Binnen eines Monats wurden in ganz Spanien rund 475.000 Neuinfektionen gezĂ€hlt.

PatientenschĂŒtzer kritisieren Impffortschritt

PatientenschĂŒtzer werfen den jĂŒngeren Generationen eine mangelnde Impfbereitschaft vor. "Obwohl mittlerweile Impfstoff fĂŒr tĂ€glich zwei Millionen Menschen bereitsteht, werden nur 500.000 Dosen abgerufen, denn der Impffortschritt dĂŒmpelt in der jungen und mittleren Generation vor sich hin", sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Samstagsausgabe). Es sei allerhöchste Zeit, "dass jetzt auch die JĂŒngeren ihre ImpfsolidaritĂ€t in der Pandemie unter Beweis stellen."

Immer wieder sei beklagt worden, die Jungen mĂŒssten zugunsten Älterer auf ihre Freiheit verzichten, sagte Brysch der Zeitung. Dass die Impfbereitschaft bei ihnen nun so gering sei, zeige, "dass an dem Vorwurf nichts dran war". Die ĂŒber 60-JĂ€hrigen hingegen wĂŒrden "mit erwartbarer fast 90-prozentiger vollstĂ€ndiger Impfquote ihren Teil zur PandemiebekĂ€mpfung beitragen". Schon jetzt hĂ€tten 85 Prozent dieser Altersgruppe das Impfangebot angenommen.

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Corona-Infektionen in Italien deutlich gestiegen

In Italien sind die Corona-Infektionszahlen deutlich gestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert erhöhte sich auf landesweit durchschnittlich 41 FĂ€lle je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, in der Vorwoche waren es noch 19. Vor allem bei jungen Menschen seien mehr Infektionen verzeichnet worden, hieß es am Freitag im wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums in Rom. Die Zahl der Corona-Patienten in den KrankenhĂ€usern und auf den Intensivstationen blieb Experten zufolge auf Ă€hnlichem niedrigem Niveau wie in der Vorwoche.

Die ansteckendere Delta-Variante breite sich in Italien weiter aus und sei inzwischen vorherrschend. Die Regierung von MinisterprĂ€sident Mario Draghi hatte am Donnerstagabend bereits mit strengeren Coronaregeln reagiert. Ab dem 6. August ist in dem Land fĂŒr zahlreiche AktivitĂ€ten im Innenbereich ein Impfnachweis, ein negativer Corona-Test oder ein Genesungsnachweis notwendig. Zudem wurde der Notstand bis zum 31. Dezember verlĂ€ngert.

Niedersachsen will Corona-Regeln notfalls im Alleingang verschÀrfen

Niedersachsens Landesregierung erwĂ€gt, die Corona-Regeln noch vor dem nĂ€chsten Treffen der MinisterprĂ€sidenten anzupassen. Einerseits solle vermieden werden, dass mit steigenden Inzidenzwerten bald Bereiche von EinschrĂ€nkungen betroffen sind, "die mit der Entwicklung des Infektionsgeschehens gar nichts zu tun haben", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Kathrin Riggert am Freitag in Hannover. Andererseits mĂŒsse auf die in manchen Regionen mit "besorgniserregendem Tempo" ansteigenden Infektionszahlen reagiert werden.

Eine "bloße Verschiebung der Grenzen" im Corona-Stufenplan, damit EinschrĂ€nkungen erst bei einer höheren Inzidenz greifen, werde es nicht geben. Denn das hĂ€tte laut Riggert auch "unerwĂŒnschte Effekte": Unter UmstĂ€nden wĂŒrden so Bereiche gelockert, die zum Infektionsgeschehen beitrĂŒgen. Als Beispiele nannte sie Tanzveranstaltungen, bei denen es in der Vergangenheit immer wieder zu AusbrĂŒchen gekommen sei.

Riggert bekrĂ€ftigte die Forderung von MinisterprĂ€sident Stephan Weil (SPD) vom Mittwoch, dass es "schnell" ein Bund- und LĂ€ndertreffen geben mĂŒsse, um die Frage nach einem geeigneten Maßstab zur Bewertung der pandemischen Lage jenseits der Sieben-Tages-Inzidenz bundeseinheitlich zu klĂ€ren. So mĂŒsse etwa auch der Impffortschritt kĂŒnftig stĂ€rker berĂŒcksichtigt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag in Aussicht gestellt, die nĂ€chste, eigentlich erst fĂŒr Ende August vorgesehene MinisterprĂ€sidentenkonferenz zur Corona-Pandemie vorzuziehen.

Drosten ist "zunehmend besorgt ĂŒber den Impffortschritt"

Das Impfen gegen das Coronavirus in Deutschland geht dem Virologen Christian Drosten derzeit nicht rasch genug. Er sei "zunehmend besorgt ĂŒber den Impffortschritt", sagte der Leiter der Virologie der Berliner CharitĂ© in einem schriftlich gefĂŒhrten Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Hier kommen wir nicht schnell genug voran, obwohl genug Impfstoff zur VerfĂŒgung steht." Mehr dazu lesen Sie hier.

Pfizer und Biontech erhalten weiteren Großauftrag von USA

Die US-Regierung kauft weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Pfizer und Biontech. Davon sollen 110 Millionen bis Ende Dezember und die ĂŒbrigen 90 Millionen bis Ende April kommenden Jahres geliefert werden, wie die beiden Unternehmen mitteilen. Damit summiert sich die Gesamtzahl der von den USA bestellten Dosen auf 500 Millionen. Die USA sichern sich außerdem eine Option auf eine mögliche aktualisierte Fassung des Impfstoffs, um auch gegen neue Virusvarianten gewappnet zu sein. In den USA haben nach Behördenangaben bisher rund 86 Millionen Menschen den vollen Impfschutz erhalten.

Meilenstein: 40 Millionen Impfungen in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bezeichnet es als "weiteren wichtigen Meilenstein": Über 40 Millionen Menschen in Deutschland (48,5 Prozent) haben den vollen Impfschutz gegen das Coronavirus. Mehr als 50,4 Millionen (60,6 Prozent) sind mindestens einmal geimpft, teilte Spahn auf Twitter mit.

Weiter wies er daraufhin, dass nur eine doppelte Impfung gegen die Delta-Variante des Coronavirus schĂŒtze. Das Impfen im Sommer entscheide "wie wir durch Herbst und Winter kommen".

Wegen Deltavariante: Millionen Kinder auf Philippinen mĂŒssen zu Hause bleiben

Angesichts einer deutlichen Zunahme der Corona-Neuinfektionen in den NachbarlĂ€ndern will die philippinische Regierung Millionen Kinder des Landes wieder in ihre Wohnungen zwingen. Wegen der beginnenden Ausbreitung der Deltavariante des Virus auch im eigenen Land wĂŒrden fĂŒr die Hauptstadtregion Manila und vier weiterer Provinzen ab sofort wieder strengere Maßnahmen gelten, erklĂ€rte am Freitag ein PrĂ€sidentschaftssprecher. Unter anderem mĂŒssten Kinder im Alter zwischen fĂŒnf und 17 Jahren wieder zu Hause bleiben.

Die rigorose Maßnahme fĂŒr die Kinder, welche von der Regierung mit einem besonderen Ansteckungsrisiko in dieser Altersklasse begrĂŒndet wird, war erst vor zwei Wochen aufgehoben worden. Sie galt bis dahin bereits seit MĂ€rz 2020 – war aber von vielen Familien nicht eingehalten worden. Zu den neuen Maßnahmen zĂ€hlen auch BeschrĂ€nkungen fĂŒr Restaurants, Schönheitssalons und religiöse Veranstaltungen.

Die Philippinen haben große Probleme mit ihrer Impfkampagne und sehen sich deshalb kaum geschĂŒtzt gegen eine mögliche neue Infektionswelle. Nur fĂŒnf Millionen der 110 Millionen Einwohner sind vollstĂ€ndig geimpft.

Dramatischer Corona-Anstieg in den USA

In den USA nimmt die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen weiter zu. Die Behörden meldeten am Donnerstag 56.069 neue FÀlle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-UniversitÀt (JHU) in Baltimore hervorging. Das sind etwa 27.600 mehr als vor genau einer Woche. Mehr dazu lesen Sie hier.

Sechs BundeslĂ€nder liegen ĂŒber einer Inzidenz von 15

Laut Zahlen des Robert Koch-Instituts haben bereits sechs BundeslĂ€nder die Schwelle von einer Sieben-Tages-Inzidenz von 15 ĂŒberschritten. Erst vor etwa einem Monat waren alle BundeslĂ€nder unter eine Inzidenz von zehn gerutscht. Nun aber steigen die Zahlen wieder.

Die BundeslÀnder mit den höchsten Inzidenzen sind Berlin (21,8), Saarland (19,3), Hamburg (18,5), Hessen (17,6), Nordrhein-Westfalen (16,2) und Rheinland-Pfalz (15,3). Die bundesweite Inzidenz liegt derzeit bei 13,2.

Virologe: Datenschutz hemmt Pandemie-Abwehr

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ist davon ĂŒberzeugt, dass die Pandemie mit einem weniger strengen Datenschutz in Deutschland leichter bewĂ€ltigt werden könnte. "Wir haben eine Datenerhebungskatastrophe", sagte er im Podcast "Die Wochentester" von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)". Deshalb fehle in der Corona-Krise eine Grundlage fĂŒr wirksame Maßnahmen. "Das hat uns die letzten anderthalb Jahre begleitet und ist meines Erachtens nur in homöopathischen Dosen besser geworden", so der Forscher vom Bernhard-Nocht-Institut. Dies betreffe etwa die Frage, wer nachgeimpft werden mĂŒsse. Die Frage nach der Impf-Auffrischung mĂŒsse ohnehin in den kommenden Wochen und Monaten dringend beantwortet werden, betonte er erneut. Denn: "Das Virus wird uns unser ganzes Leben weiter beschĂ€ftigen."

London nimmt Lebensmittelhandel von Isolationspflicht aus

Die britische Regierung hat kurzfristig Ausnahmeregelungen fĂŒr Mitarbeiter im Lebensmittelhandel eingefĂŒhrt, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten. Hintergrund sind PersonalengpĂ€sse und mancherorts leere Supermarktregale. Die Regierung teilte am spĂ€ten Donnerstagabend mit, dass Mitarbeiter in Lebensmittel-Verteilzentren nun von der Pflicht zur Selbstisolation ausgenommen seien und stattdessen regelmĂ€ĂŸige Coronatests durchfĂŒhren.

Zuvor waren immer mehr Menschen per Corona-Warnapp oder von Mitarbeitern des Gesundheitsdiensts "gepingt" worden, das bedeutet als Kontaktpersonen identifiziert und zur hĂ€uslichen QuarantĂ€ne aufgefordert worden. Das fĂŒhrt in vielen Bereichen zu PersonalengpĂ€ssen. Beispielsweise wurden Tankstellen geschlossen und SchĂŒler vorzeitig in die Sommerferien geschickt. Britische Medien sprechen daher von einer "Pingdemic".

In Großbritannien steigen die Infektionszahlen seit Wochen wieder an. Das wird vor allem auf die starke Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurĂŒckgefĂŒhrt. Hinzu kommt, dass die britische Regierung fĂŒr den grĂ¶ĂŸten Landesteil England inzwischen fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben hat. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 488 angegeben (Stand: 17. Juli).

Italien will nach Anstieg bei Neuinfektionen "GrĂŒnen Pass" einfĂŒhren

Italien will zur EindĂ€mmung der zuletzt wieder stark zunehmenden Corona-Infektionen ImmunitĂ€tsnachweise bei zahlreichen Einrichtungen und Veranstaltungen verlangen. Gesundheitsminister Roberto Speranza teilt mit, dass ab 6. August der "GrĂŒne Pass" benötigt werde, um beispielsweise Sportstadien, Fitnesscenter, Museen, Kinos, SchwimmbĂ€der und Handelsmessen zu besuchen. Auch fĂŒr den Innenbereich von Restaurants mĂŒssten die GĂ€ste das Zertifikat vorweisen. Es bescheinigt in Italien, dass eine Person mindestens einmal geimpft, negativ getestet oder genesen ist.

Statt der Inzidenz werden demnach kĂŒnftig die Auslastung der Krankenhausbetten auf den Covid-19-Stationen sowie auf den Intensivstationen die entscheidenden Parameter sein. Der Notstand wurde einer Mitteilung zufolge bis zum 31. Dezember verlĂ€ngert.

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen. Experten zufolge wurden vor allem bei jungen Menschen mehr Ansteckungen registriert. "Die Delta-Variante ist bedrohlich, weil sie sich schnell ausbreitet", sagte MinisterprÀsident Mario Draghi bei einer Pressekonferenz am Abend.

Sydney ruft Notstand aus

Angesichts der sprunghaft ansteigenden Corona-Infektionen in der australischen Metropole Sydney haben die Behörden den Notstand ausgerufen. Die Regierung des Bundesstaats New South Wales, dessen Hauptstadt Sydney ist, rÀumte am Freitag ein, dass es trotz eines einmonatigen Lockdown nicht gelungen sei, die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zu stoppen. Sie rief die Regierung in Canberra auf, Impfstoffe und Ressourcen in den Bundesstaat zu schicken.

"Es gibt keinen Zweifel, dass die Zahlen nicht in die richtige Richtung gehen", sagte die Regierungschefin von New South Wales, Gladys Berejiklian. Sie rief die australische Regierung auf, ihre schleppende Impfkampagne zu beschleunigen. Da sich das Virus "ĂŒberall ausbreitet" und die HĂ€lfte der 25 Millionen Einwohner Australiens sich im Lockdown befinde, mĂŒsse die Regierung ihre Impfpolitik "neu ausrichten", forderte Berejiklian.

Die Millionenstadt Sydney befindet sich seit rund einem Monat im Lockdown, der Corona-Ausbruch konnte aber bislang nicht vollstĂ€ndig eingedĂ€mmt werden. New South Wales verzeichnete am Freitag einen neuen Höchststand von 136 Neuinfektionen. Besonders betroffen sind die westlichen und sĂŒdwestlichen Vororte Sydneys.

Intensivmediziner fordern mehr Impftempo wegen Delta-Variante

Intensivmediziner fordern eine Erhöhung des Impftempos, um eine vierte Welle mit der hochansteckenden Delta-Variante besser unter Kontrolle zu halten. "Es ist das Wichtigste, dass sich möglichst viele vollstĂ€ndig impfen lassen. Das ist unsere effektivstes Mittel gegen die Pandemie. Nur so lĂ€sst sich die vierte Welle abschwĂ€chenÂŽ", sagt der PrĂ€sident der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge.Um gegen die Delta-Welle gerĂŒstet zu sein, sei eine Impfrate von 85 Prozent nötig. Marx sei besorgt, weil etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland nicht vollstĂ€ndig und 32 Millionen gar nicht geimpft seien.

Neuseeland stoppt quarantÀnefreien Reiseverkehr mit Australien

Neuseeland wird quarantĂ€nefreies Reisen zwischen Australien und dem eigenen Land ab Freitagabend fĂŒr mindestens acht Wochen aussetzen. Wie Regierungschefin Jacinda Ardern mitteilt, habe man die Entscheidung getroffen, weil Australien gegen einen Ausbruch der hochinfektiösen Delta-Variante kĂ€mpfe. "Wir haben immer gesagt, dass sich unsere Reaktion mit der Entwicklung des Virus weiterentwickeln wĂŒrde. Dies ist keine Entscheidung, die wir leichtfertig getroffen haben, aber es ist die richtige Entscheidung, um die NeuseelĂ€nder zu schĂŒtzen", so Ardern.

Australien lĂ€sst Impfstoff von Biontech und Pfizer fĂŒr 12- bis 15-JĂ€hrige zu

Die australische Arzneimittelbehörde lĂ€sst den Impfstoff vom Biontech und Pfizer nun auch fĂŒr zwölf bis 15-JĂ€hrige zu. Laut Gesundheitsminister Greg Hunt habe sich die Behörde alle Bewertungen grĂŒndlich angeschaut und dann fĂŒr eine Zulassung entschieden. Bisher war das Vakzin in Australien nur fĂŒr Personen ab 16 Jahren zugelassen.

RKI: Inzidenz steigt vor allem bei Jugendlichen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. WĂ€hrend sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau (unter 5 FĂ€lle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) verĂ€nderten, verzeichnet das RKI fĂŒr JĂŒngere relativ starke ZuwĂ€chse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt. Hier lesen Sie mehr.

Spanien will 7,5 Millionen Impfdosen spenden

Spanien will diese Woche damit beginnen, 7,5 Millionen Impfdosen zu spenden. Laut Regierungschef Pedro Sanchez sollen die Vakzine vor allem nach Lateinamerika gehen. Wie Sanchez in einem Interview mit CNN erklĂ€rt, werden die Impfstoffe ĂŒber die internationale Impfallianz Covax verteilt.

Großbritannien fĂŒhrt tĂ€gliche Corona-Tests im Lebensmittelsektor ein

Großbritannien will tĂ€gliche Corona-Tests fĂŒr Mitarbeiter im Lebensmittelsektor einfĂŒhren, um die Branche am Laufen zu halten. Mit einem negativen Testergebnis könnten Angestellte weiterarbeiten, auch wenn sie vorher von einer App-Warnung aufgefordert worden seien, sich in QuarantĂ€ne zu begeben, teilt die Regierung mit.

Nach offiziellen Corona-Warnungen fĂŒr Hunderttausende Mitarbeiter im Einzel- und Großhandel waren in Großbritannien Regale in SupermĂ€rkten leer geblieben. Die mit der App-Warnung zusammenhĂ€ngenden Probleme - in England kurzerhand Pingdemic getauft – fallen in eine Zeit, in der Premierminister Boris Johnson die Wirtschaft gerade erst weitgehend von Corona-Restriktionen befreit hat.

Bericht: Spanien und Niederlande wohl bald Hochinzidenzgebiete

Die Bundesregierung will Spanien und die Niederlande einem Medienbericht zufolge am Freitag zu Hochinzidenzgebieten erklĂ€ren. Außerdem soll Luxemburg als einfaches Risikogebiet eingestuft werden, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise am Donnerstag berichteten. Spanien gilt seit anderthalb Wochen als einfaches Risikogebiet, die Niederlande erst seit Sonntag.

Die Einstufungen haben Folgen fĂŒr die QuarantĂ€neregeln. Bei Hochinzidenzgebieten mĂŒssen Touristen nach einer RĂŒckkehr in eine zehntĂ€gige QuarantĂ€ne gehen, die sie aber nach fĂŒnf Tagen mit einem negativen Corona-Test vorzeitig beenden können.

RĂŒckkehrer aus Risikogebieten mĂŒssen die digitale Einreiseanmeldung vornehmen. Zudem bringt die Einstufung als Risikogebiet zwar grundsĂ€tzlich eine QuarantĂ€nepflicht mit sich. Diese kann aber durch ein negatives Testergebnis beziehungsweise einen Genesenen- oder Impfnachweis vermieden werden.

RKI mahnt zu Vorbereitungen auf kalte Monate

Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt wegen eines als wahrscheinlich eingeschĂ€tzten Anstiegs der Corona-FĂ€lle im Herbst und Winter darauf, jetzt vorbeugende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen zu ergreifen. So sollen schwere KrankheitsverlĂ€ufe, TodesfĂ€lle und die Belastung fĂŒr das Gesundheitswesen klein gehalten "und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können", schreibt das RKI in einem am Donnerstag veröffentlichten Strategiepapier, das auf verschiedene Szenarien eingeht. Als Handlungsempfehlungen werden eine "erfolgreiche Impfkampagne", "klassische Infektionsschutzmaßnahmen der GesundheitsĂ€mter" und der gezielte Einsatz von Maßnahmen genannt.

Die Bevölkerung sollte laut dem Papier "frĂŒhzeitig darĂŒber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens" und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der sogenannten ECMO-KapazitĂ€t (spezielle Maschinen fĂŒr Patienten mit schwerem Lungenversagen). Das RKI betont: "Die Vorstellung des Erreichens einer HerdenimmunitĂ€t im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus" – also ein weitgehendes ZurĂŒckdrĂ€ngen oder Ausrotten – sei nicht realistisch.

1,7 Millionen Briten in Selbstisolation – Supermarktregale leer

Die hohe Zahl an Menschen in coronabedingter QuarantĂ€ne stellt Großbritannien vor neue Herausforderungen. Mehrere SupermĂ€rkte haben Probleme, ihre Regale zu befĂŒllen, wie britische Medien am Donnerstag berichteten. In den sozialen Netzwerken kursieren Fotos von ersten leeren Regalen. In manchen Orten fĂ€llt der BBC zufolge außerdem die Leerung der MĂŒlltonnen aus. Auch die Polizei warnt vor lĂ€ngeren Wartezeiten, da viele KrĂ€fte ausfallen.

Leere Regale in einem britischen Supermarkt: Mehr als eine Million Menschen sind derzeit in Selbstisolation.
Leere Regale in einem britischen Supermarkt: Mehr als eine Million Menschen sind derzeit in Selbstisolation. (Quelle: @hapg86/PA Media/dpa-bilder)

SchĂ€tzungen zufolge sollen sich derzeit rund 1,7 Millionen Briten selbst isolieren, da sie entweder an Covid-19 erkrankt sind oder als enge Kontakte von Infizierten "gepingt" – also von der englischen Corona-App oder vom Gesundheitsdienst – benachrichtigt wurden. Die "Pingdemic", wie das PhĂ€nomen von britischen Medien bezeichnet wird, hat eine Debatte darĂŒber ausgelöst, ob vollstĂ€ndig Geimpfte der PflichtquarantĂ€ne entgehen können und sich stattdessen tĂ€glich testen dĂŒrfen. Ab Mitte August soll diese Regelung gelten. Bislang gelten Ausnahmen jedoch nur fĂŒr Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Pilotprojektes oder etwa fĂŒr BeschĂ€ftigte des Gesundheitsdienstes.

Die hochansteckende Delta-Variante lÀsst die Corona-Zahlen trotz hoher Impfquote im Vereinigten Königreich weiter ansteigen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 472 (Stand: 16. Juli).

Lauterbach blickt sorgenvoll auf den Herbst

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hĂ€lt die Delta-Variante fĂŒr deutlich gefĂ€hrlicher als bisherige Mutanten des Coronavirus. "Von allem, was wir bisher wissen, mĂŒssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Dies hĂ€tten Auswertungen aus Kanada gezeigt. Auch Daten aus England hĂ€tten die Hoffnung, Delta wĂ€re zwar ansteckender, aber nicht tödlicher, nicht bestĂ€tigt. Der Epidemiologe zeigte sich daher "sehr sorgenvoll fĂŒr den Herbst".

Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch fĂŒr jĂŒngere Menschen und Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben. "Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige TodesfĂ€lle erwarten mĂŒssen, wird es viele auch schwere VerlĂ€ufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch fĂŒr Kinder sein kann", sagte Lauterbach. Patienten mit Long Covid haben auch nach einer Infektion anhaltende Symptome.

Gamma-Variante in Russland entdeckt

Die erstmals in Brasilien aufgetauchte Gamma-Variante des Coronavirus ist in Russland nachgewiesen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Interfax und beruft sich auf das Vector Institut in Sibirien, das den russischen Impfstoff EpiVacCorona entwickelt hat. Die Mutante komme bislang in geringen Mengen vor. In Russland grassiert derzeit die Delta-Variante. Knapp 24.500 Neuinfektionen und 796 weitere TodesfĂ€lle verzeichnen die Behörden binnen 24 Stunden. Die Delta- und die Gamma-Variante seien als besorgniserregend eingestuft, da sie sich leichter ausbreiten als das ursprĂŒngliche Virus und die Wirksamkeit von Antikörpern verringern könnten, erklĂ€rt das Institut.

Landesbischof will Corona-Trauergruppen aufbauen

Der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, will Corona-Trauergruppen grĂŒnden. Ziel sei ein bayernweites Netzwerk von Selbsthilfegruppen fĂŒr Angehörige von Corona-Opfern, hieß es in einer Mitteilung der evangelischen Landeskirche am Donnerstag. Angehörige könnten bei einer zentralen Stelle eine Trauergruppe in ihrer NĂ€he erfragen oder Hilfe zur GrĂŒndung einer neuen Gruppe bekommen.

Die erste Trauergruppe soll sich am 4. August in Weiden in der Oberpfalz treffen. "Der Bedarf ist gerade dort hoch, denn Weiden und Umgebung, besonders der Landkreis Tirschenreuth waren ein Corona-Hotspot mit bislang 551 Corona-Toten (Stand Juli)." Das "Weidener Modell" soll dann Beispiel fĂŒr Ă€hnliche Projekte sein.

Zahl der Corona-FĂ€lle in den USA nimmt zu

In den USA nimmt die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen wieder zu. Mit 52.032 neuen FÀllen am Mittwoch meldeten die Behörden rund 20.000 mehr als vor genau einer Woche, wie aus Daten der Johns-Hopkins-UniversitÀt (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MESZ) hervorging. Die Zahl der Toten mit einer bestÀtigten Corona-Infektion blieb mit 333 vergleichsweise stabil. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300.462 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4.461 Toten verzeichnet.

Nach jĂŒngsten SchĂ€tzungen der Gesundheitsbehörde CDC ist die besonders ansteckende Delta-Variante inzwischen fĂŒr rund 83 Prozent aller erfassten Infektionen im Land verantwortlich. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Infizierten nahm zuletzt wieder zu und soll laut CDC-Prognose in den kommenden Wochen weiter ansteigen.

2.000 Neuinfektionen in Tokio gemeldet

Menschenansammlung in Tokio: Wegen der Olympischen Spiele befĂŒrchten Experten einen enormen Anstieg an Corona-Infektionen.
Menschenansammlung in Tokio: Wegen der Olympischen Spiele befĂŒrchten Experten einen enormen Anstieg an Corona-Infektionen. (Quelle: Kyodo News/imago-images-bilder)

Kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio steigt die Zahl der Neuinfektionen in der japanischen Hauptstadt auf den höchsten Wert seit Januar. Binnen 24 Stunden seien 1979 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilt die Stadtverwaltung mit. Das seien 671 FÀlle mehr als am Donnerstag vergangener Woche. Die Olympischen Sommerspiele 2020, die wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben wurden, werden am Freitag eröffnet, einzelne WettkÀmpfe finden bereits statt

Doppelimpfungen mit Biontech/Pfizer oder Astrazeneca hoch wirksam gegen Delta-Variante

Eine britische Studie bestĂ€tigt eine hohe Wirksamkeit der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca gegen die Delta-Variante des Coronavirus. Zwei Dosen des Impfstoffs Covid-19 von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca seien gegen die hochgradig ĂŒbertragbare Delta-Variante des Coronavirus fast genauso wirksam wie gegen die bisher dominierende Alpha-Variante, heißt es in der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Untersuchung.

Demnach sind zwei Impfungen mit Biontech/Pfizer 88 Prozent wirksam, um eine symptomatische Erkrankung durch die Delta-Variante zu verhindern, verglichen mit 93,7 Prozent gegen die Alpha-Variante. Die Zweifachimpfung mit Astrazeneca schĂŒtzt zu 67 Prozent wirksam gegen die Delta-Variante, verglichen mit 74,5 Prozent gegen die Alpha-Variante.

Australiens Premier entschuldigt sich fĂŒr langsame Impfkampagne

Australiens Premierminister Scott Morrison hat wegen der langsamen Impfkampagne gegen das Coronavirus um Entschuldigung gebeten. "Es tut mir Leid, dass wir die erhofften Zielmarken nicht erreichen konnten", sagte Morrison am Donnerstag. Die Behörden in der Metropole Sydney hatten zuvor angekĂŒndigt, dass es wegen des anhaltenden Anstiegs der Ansteckungszahlen wohl zu lĂ€ngerfristigen EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens kommen wird.

Morrison steht derzeit stark unter Druck. Die lange Zeit sehr niedrigen Ansteckungszahlen in Australien waren zuletzt so schnell angestiegen wie seit Beginn der Pandemie nicht. Zugleich sind nur rund elf Prozent der Bevölkerung geimpft – eine der niedrigsten Impfraten unter den reicheren LĂ€ndern.

Niedersachsen schließt tĂ€gliche Corona-Tests in Schulen nicht aus

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will nach den Sommerferien die Corona-Testfrequenz in den Schulen erhöhen. Möglicherweise solle statt zweimal wöchentlich tĂ€glich getestet werden, sagte der Minister der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". "Niemand wird nach den Sommerferien ohne einen negativen Corona-Test in die Schule gehen", sagte Tonne.

Zu der Frage, ob nach den Sommerferien alle Schulen mit Luftfiltern ausgestattet seien, sagte Tonne, dass das Land mittlerweile zusÀtzlich Fördermöglichkeiten in Höhe von 20 Millionen Euro geschaffen habe. Nötigenfalls solle finanziell nachgebessert werden. Die Umsetzung liege bei den SchultrÀgern

China lehnt erneute Studie zu Corona-Ursprung ab

China lehnt PlĂ€ne der WHO ab, den Ursprung des Coronavirus in einer zweiten Phase zu untersuchen. Dann soll die Hypothese geprĂŒft werden, dass das Virus aus einem chinesischen Labor entwichen sein könnte. China werde ein solches Vorhaben nicht akzeptieren. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bundesregierung Àndert QuarantÀneregeln

Die Bundesregierung hat die bestehenden Corona-Regeln fĂŒr Einreisende bis zum 10. September verlĂ€ngert und Erleichterungen bei der QuarantĂ€ne-Pflicht verabschiedet. Das geht aus einem Kabinettsbeschluss zur Einreiseverordnung hervor, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgestellt hat. Die neuen Regeln treten am 28. Juli in Kraft.

Die nun beschlossene Änderung der QuarantĂ€ne-Regeln sieht vor, dass vollstĂ€ndig Geimpfte, die aus Virusvariantengebieten einreisen, kĂŒnftig ihre QuarantĂ€ne vorzeitig beenden können, wenn nachweisbar ist, dass ihr Impfschutz gegen die Virusvariante im bereisten Gebiet wirksam ist. Das ist gemĂ€ĂŸ der neuen Verordnung dann der Fall, wenn das Robert Koch-Institut (RKI) die Wirksamkeit gegen die Virusvariante festgestellt und auf seiner Internetseite bekannt gegeben hat. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums will das RKI demnĂ€chst auf seiner Webseite eine Liste mit der Wirksamkeit der Impfstoffe im Zusammenhang mit Virusvarianten veröffentlichen.

Flugpassagiere in Hannover: Wer kĂŒnftig aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland zurĂŒckkehrt und vollstĂ€ndig geimpft ist, kann mit einer kĂŒrzeren QuarantĂ€ne rechnen.
Flugpassagiere in Hannover: Wer kĂŒnftig aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland zurĂŒckkehrt und vollstĂ€ndig geimpft ist, kann mit einer kĂŒrzeren QuarantĂ€ne rechnen. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa-bilder)

Bislang galt auch fĂŒr vollstĂ€ndig Geimpfte, die aus Virusvariantengebieten einreisen, eine strikte QuarantĂ€nepflicht. DarĂŒber, wie genau die Regelungen fĂŒr Reisende sein werden, um QuarantĂ€ne ab dem 28. Juli zu vermeiden, will das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben noch nĂ€her informieren.

Russland: Impfquote von 80 Prozent bis November

Russland strebt eine Impfquote von 80 Prozent der Bevölkerung bis zum 1. November an. Die Impfrate habe sich zuletzt verdoppelt, sagt VizeprĂ€sidentin Tatjana Golikowa bei einem im Fernsehen ĂŒbertragenen Regierungstreffen. 33,6 Millionen Russen seien mindestens einmal geimpft und 22,6 Millionen vollstĂ€ndig durchgeimpft. In Russland leben rund 145 Millionen Menschen.

Schlange in einem russischem Supermarkt fĂŒr Corona-Impfungen: Die russische Regierung strebt trotz großer Skepsis in der Bevölkerung eine hohe Impfquote an.
Schlange in einem russischem Supermarkt fĂŒr Corona-Impfungen: Die russische Regierung strebt trotz großer Skepsis in der Bevölkerung eine hohe Impfquote an. (Quelle: Polina Nikolskaya/Reuters-bilder)

Der Kreml hatte zuletzt eingerÀumt, dass man mit der Zahl der Geimpften nicht zufrieden sei. "Wir sind bei der Impfung der Bevölkerung wirklich nicht so weit vorangekommen, wie wir es gern wÀren", sagte Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. Deshalb habe Russland nun "mit den offensichtlichen negativen Folgen" zu kÀmpfen. "Die Sterblichkeit ist gestiegen, das Virus wird aggressiver und ansteckender."

Russische Forscher haben im Kampf gegen die Pandemie mehrere Impfstoffe entwickelt. Das bekannteste Vakzin ist Sputnik V, das bereits seit Mitte August 2020 auf dem russischen Markt verfĂŒgbar ist. Dennoch zögern viele Menschen mit einer Immunisierung. Westliche PrĂ€parate sind im flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten Land der Welt nicht zugelassen. Russland sei aber bereit, auslĂ€ndische Impfzertifikate anzuerkennen, sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Eine Anerkennung mĂŒsse aber auf Gegenseitigkeit beruhen. GesprĂ€che dazu sollten nun mit der EU gefĂŒhrt werden.

Streeck sieht kein schnelles Ende der Pandemie

Der Virologe Hendrick Streeck glaubt nicht, dass durch die aktuell verfĂŒgbaren Impfstoffe die Corona-Pandemie beendet werden kann. "Mit diesem Impfstoff wird man keine HerdenimmunitĂ€t erreichen", sagte Streeck dem Nachrichtensender "Welt". Streeck begrĂŒndet dies damit, dass die Impfung ein Eigenschutz sei, man aber dennoch das Virus weiter ĂŒbertragen könne. Somit könne der geimpfte Teil der Bevölkerung nicht den ungeimpften Teil vor einer Ansteckung schĂŒtzen.

Hendrick Streeck: Der Virologe glaubt nicht an eine schnelle HerdenimmunitÀt. (Archivfoto)
Hendrick Streeck: Der Virologe glaubt nicht an eine schnelle HerdenimmunitÀt. (Archivfoto) (Quelle: imago-images-bilder)

Dennoch empfiehlt der Virologe weiter jedem, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen: "Wir mĂŒssen mehr impfen, damit wir auf den Herbst besser vorbereitet sind." FĂŒr die kommenden Monate seien in Deutschland Ă€hnlich Entwicklungen wie in England möglich: Dort steigen die Infektions- und Inzidenzahlen stark an, wĂ€hrend die Zahl der Intensivpatienten nur leicht ansteigt.

Die weitestgehende Auflösung aller Corona-Maßnahmen auf der Insel hĂ€lt Streeck fĂŒr eine falsche Entscheidung: "Das ist ein enorm gewagtes Experiment und ein falsches Zeichen in der Pandemie." Dennoch mĂŒsse man einen Weg finden, mit dem Virus eine gewisse NormalitĂ€t herzustellen.

Spahn warnt vor hoher Inzidenz im Herbst

Gesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem drastischen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gewarnt. Im September schon könne die Marke von 400 und im Oktober die von 800 ĂŒberschritten werden, wenn sich die derzeitige Entwicklung fortsetze, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Man habe derzeit schon eine sehr schnelle Steigerung der Infektionszahlen. Das Robert-Koch-Institut hatte am Mittwoch die Sieben-Tage-Inzidenz mit 11,4 beziffert, nach 10,9 am Dienstag.

Der sogenannte R-Wert, der angibt, wie viele andere Menschen eine Infizierte oder ein Infizierter im Schnitt ansteckt, liege ĂŒber dem kritischen Wert von eins, sagte Spahn. "Jetzt im Juli wird entschieden, wie die Situation im Herbst sein wird." Man mĂŒsse alles tun, um die Zahlen möglichst niedrig zu halten, etwa durch eine konsequente Nutzung der Schutzmasken.

Mit den LĂ€ndern mĂŒsse beraten werden, ab welchen Inzidenz-Werten neue BeschrĂ€nkungen greifen mĂŒssten. Spahn verwies darauf, dass man nicht auf die alten Grenzwerte zurĂŒckgreifen könne, weil durch die höhere Impfquote etwa die Zahl der Hospitalisierungen und Corona-Patienten auf Intensivstationen geringer sei als frĂŒher. Es scheine so zu sein, dass "200 das neue 50 ist", sagte er zu frĂŒheren Grenzwerten fĂŒr Corona-BeschrĂ€nkungen. Man dĂŒrfe aber nicht solange warten, bis hohe Zahlen wieder erreicht seien.

Japan erwartet Infektions-Rekorde nach Olympia

Shigeru Omi, Chef der Covid-19-Task-Force der japanischen Regierung, rechnet im Verlauf der Olympischen Spiele mit Rekordzahlen bei den Corona-Infektionen in der Hauptstadt. Tokio werde Anfang August wahrscheinlich tÀglich knapp 3.000 neue FÀlle verzeichnen, sagte Omi, "es kann gut sein, dass sich die aktuellen Fallzahlen bis dahin verdoppeln."

Menschenansammlung in Tokio: Wegen der Olympischen Spiele befĂŒrchten Experten einen enormen Anstieg an Corona-Infektionen.
Menschenansammlung in Tokio: Wegen der Olympischen Spiele befĂŒrchten Experten einen enormen Anstieg an Corona-Infektionen. (Quelle: Kyodo News/imago-images-bilder)

Am Dienstag, einen Tag vor dem sportlichen Auftakt der Spiele, wurden in der Metropole offiziell 1.387 neue Corona-Infektionen vermeldet, das waren 557 mehr als am Dienstag in der Woche zuvor. Mit einer Verdopplung der Fallzahlen wĂŒrde auch der bisherige Rekordwert fĂŒr Tokio ĂŒberboten. Am 7. Januar dieses Jahres hatte es 2.520 neue Infektionen gegeben, "und das war auf der dritten Corona-Welle", sagte Omi. Im Gegensatz zum Beginn des Jahres wĂŒrden derzeit trotz einer steigenden Impfquote mehr Menschen in die KrankenhĂ€user eingeliefert.

Tokio befindet sich derzeit neben weiteren PrĂ€fekturen in einem Corona-Notstand. Dieser ist vorlĂ€ufig bis zum 22. August angesetzt. Sollte sich das Geschehen jedoch so entwickeln wie befĂŒrchtet, dĂŒrften die Notfall-Maßnahmen wohl verlĂ€ngert werden.

Studie: Zwei Drittel der Menschen in Indien haben Corona-Antikörper

Zwei Drittel der Menschen in Indien ab sechs Jahren haben Kontakt mit dem Coronavirus gehabt oder eine Corona-Impfung erhalten und entsprechende Antikörper entwickelt. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung im Auftrag der indischen Regierung mit Proben von mehr als 36.000 Menschen vom Juni und Juli, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Die Ergebnisse seien zwar ein Hoffnungsschimmer, sagte der Chef des Indian Council of Medical Research, Balram Bhargava, bei der Pressekonferenz. Er forderte die BĂŒrger jedoch auch auf, sich nach wie vor an Corona-Regeln zu halten. Denn noch hĂ€tten rund 400 Millionen der mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohner des Landes keine Antikörper.

Spahn: Mehr als 50 Millionen Menschen sind jetzt ein Mal geimpft

Mehr als 50 Millionen Menschen in Deutschland sind nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn mindestens einmal geimpft. Das seien 60,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. 39,3 Millionen Menschen oder 47,3 Prozent seien vollstÀndig geimpft. "Aber das reicht noch nicht gegen Delta: Bitte lassen Sie sich impfen", schreibt Spahn auf Twitter.

RKI: Wieder mehr als 2.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit ĂŒber zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen lag sie bei 11,4 – am Vortag betrug der Wert 10,9 und beim jĂŒngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Mehr dazu lesen Sie hier.

WHO-Chef rĂŒgt weltweite Impfstoffverteilung

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, kritisiert die weltweite Impfstoffverteilung. "Anstatt breit eingesetzt zu werden, sind die Impfstoffe in den HĂ€nden einiger weniger GlĂŒcklicher gebĂŒndelt", sagt er. Die Pandemie werde erst enden, wenn die Welt sich dafĂŒr entscheide, sie zu beenden. "Wir haben alle Werkzeuge, die wir brauchen. Wir können dieser Krankheit vorbeugen, wir können auf sie testen und wir können sie behandeln. Es liegt in unseren HĂ€nden."

Novartis plant weiter Herstellung von Curevac-Impfstoff

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis geht weiter davon aus, den Covid-19-Impfstoff des deutschen Biotechunternehmens Curevac herzustellen. "Wir haben die Produktion wie geplant gestartet. Wir planen, dieses Jahr 50 Millionen Dosen auszuliefern", sagte Novartis-Finanzchef Harry Kirsch am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs oder der Wahrscheinlichkeit einer Zulassung könne sich Novartis nicht Ă€ußern. Wenn es Bedarf fĂŒr zusĂ€tzliche ProduktionskapazitĂ€ten gebe, etwa von Biontech/Pfizer oder anderen, könne Novartis diese weiter ausbauen. "Wir sind nicht auf den einen oder anderen beschrĂ€nkt."

Novartis unterstĂŒtzt bereits Biontech/Pfizer bei der Produktion ihres Impfstoffs. Das Vakzin von Curevac soll im österreichischen Werk Kundl von Novartis hergestellt werden. Der Impfstoff erzielte in der entscheidenden klinischen Studie nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent. Curevac hofft trotz der enttĂ€uschenden Studienergebnisse aber weiter auf eine Verwendung durch die EuropĂ€ische Union.

Neuinfektionen in NRW steigen

Die Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen steigen weiter. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch wurden binnen sieben Tagen 13,8 Ansteckungen pro 100.000 Einwohnern nachgewiesen. Am Tag zuvor hatte der Wert 13,0 betragen. Die Rate ist in NRW seit dem 9. Juli stetig nach oben geklettert. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag mit 11,4 etwas niedriger als in NRW.

Laut RKI kamen in NRW innerhalb von 24 Stunden zuletzt 501 neue InfektionsfĂ€lle und ein Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus hinzu. Seit Beginn der Pandemie starben im bevölkerungsreichsten Bundesland bereits ĂŒber 17.000 Menschen nach einer Infektion.

An der Spitze der Neuinfektionsraten lag auch am Mittwoch Solingen mit einer Inzidenz von 45,8, gefolgt von DĂŒsseldorf mit 33,0 und Köln mit 23,3. Am niedrigsten war der Wert in Remscheid (3,6). Inzwischen liegen nur noch 20 von 53 Kreisen und kreisfreien StĂ€dten unter 10. Wenn die Inzidenz stabil unter 10 liegt, erlaubt die seit dem 9. Juli aktualisierte Corona-Schutzverordnung weitreichende Lockerungen der coronabedingten EinschrĂ€nkungen.

Krankenhaus in USA meldet ersten Lambda-Patienten

In den USA breitet sich derzeit die Delta-Variante aus. Doch auch eine andere Virusvariante betrachten Mediziner mit zunehmender Sorge. In dem Bundesstaat Texas wird ein erster Patient, der mit der Lambda-Virusvariante infiziert ist, auf der Intensivstation behandelt. Der PrÀsident und CEO des texanischen Krankenhauses, Dr. Marc Boom, betonte, dass es "zwingend erforderlich" sei, dass sich die Bevölkerung "impfen lÀsst und die Verbreitung des Virus verringert." Derzeit seien 85 Prozent der Patienten in dem Krankenhaus mit der Delta-Variante infiziert.

Frankreich verschĂ€rft Corona-Maßnahmen auch fĂŒr Touristen

Touristen oder andere Frankreich-Reisende aus dem Ausland können eine vollstĂ€ndige Impfung etwa mit dem EU-weit gĂŒltigen Corona-Zertifikat auf dem Handy nachweisen. Ein negativer Corona-Test darf in der Regel höchstens 48 Stunden alt sein und kann auch in Papierform vorliegen. Bei VerstĂ¶ĂŸen drohen Geldbußen von bis zu 1.500 Euro. Am Wochenende hatten zehntausende Franzosen gegen die neuen Maßnahmen demonstriert. Die Regierung begrĂŒndet sie mit der hoch ansteckenden Delta-Variante.

Indien: Mehr Corona-Tote als bisher angenommen?

Indien gilt schon nach offiziellen Zahlen als eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie getroffenen LĂ€nder der Welt. Doch die Zahl der TodesfĂ€lle liegt einer Studie zufolge wohl noch zehnmal höher als gemeldet. Es seien vermutlich 3,4 bis 4,9 Millionen Menschen an den Folgen einer Erkrankung mit dem Virus gestorben, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Studie des Center for Global Development in den USA. "Die wahre Zahl der Toten liegt bei mehreren Millionen, nicht bei Hunderttausenden", erklĂ€rten die Forscher. Damit sei die Corona-Pandemie in Indien "die schlimmste menschliche Tragödie seit der UnabhĂ€ngigkeit".

Die Wissenschaftler werteten fĂŒr ihre Studie Daten zur Übersterblichkeit aus und verglichen die Zahlen aus Vor-Corona-Zeiten mit denen der Pandemie. Indien hat offiziell 414.000 Corona-TodesfĂ€lle vermeldet, das sind weltweit die drittmeisten nach den USA und Brasilien. Experten haben die Zahlen aus Neu Delhi aber seit Beginn der Pandemie angezweifelt. Dabei gingen sie meist nicht von bewusster Falschinformation aus, sondern machten das völlig ĂŒberforderte Gesundheitssystem des Landes verantwortlich. Besonders im Zusammenhang mit der heftigen zweiten Pandemie-Welle in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Im April und Mai war das Gesundheitssystem in vielen Regionen Indiens erneut zusammengebrochen, als die hochansteckende Delta-Variante grassierte. Diese Variante war erstmals in Indien aufgetreten und hat sich inzwischen weltweit verbreitet. In Indien hat sich die Lage inzwischen wieder entspannt. Es werden tĂ€glich zwischen 30.000 und 40.000 neue Corona-FĂ€lle gemeldet. Angesichts einer niedrigen Impfrate und einer zurĂŒckkehrenden NormalitĂ€t warnen Experten jedoch vor einer dritten Welle.

60 Prozent der BundesbĂŒrger mindestens einmal geimpft

In Deutschland sind inzwischen 60 Prozent der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft. Dies sei ein "wichtiger Meilenstein", schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag auf Twitter. Mindestens einmal geimpft sind demnach 49,9 Millionen Menschen. Den vollen Impfschutz haben inzwischen 38,8 Millionen Menschen, das sind laut Spahn 46,7 Prozent.

Der Gesundheitsminister rief dazu auf, die Impfungen gegen das Coronavirus weiter wahrzunehmen. "FĂŒr einen sicheren Herbst und Winter brauchen wir allerdings noch mehr, die mitmachen und so sich und andere schĂŒtzen", sagte Spahn.

Impfung im Zoo Wuppertal: Der Inzidenzwert steigt weiter.
Impfung im Zoo Wuppertal: Der Inzidenzwert steigt weiter. (Quelle: Malte Krudewig/dpa-bilder)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vergangene Woche mit Verweis auf Fachleute gesagt, in Deutschland mĂŒssten Impfquoten von 85 Prozent unter den Zwölf- bis 59-JĂ€hrigen erreicht werden. Bei den Über-60-JĂ€hrigen mĂŒsse die Quote bei 90 Prozent liegen, um angesichts der Verbreitung der Deltavariante einen neuen starken Anstieg der Fallzahlen zu vermeiden.

Sondersitzung im Bundestag am Montag

Der Innenausschuss des Bundestages will am Montag in einer Sondersitzung ĂŒber die Hochwasser-Katastrophe beraten. "Inhaltlich soll es zum einen um die aktuelle Lage in den Hochwassergebieten, aber auch um die AblĂ€ufe der Warn- und Alarmierungsverfahren in der vergangenen Woche gehen", teilt die Ausschussvorsitzende Andrea Lindholz (CSU) mit. "Die Pandemie und diese Naturkatastrophe zeigen uns ganz klar, dass wir uns besser vorbereiten mĂŒssen, dass sich etwas Ă€ndern muss." Ihre Teilnahme zugesagt hĂ€tten Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster.

Offiziell nun ĂŒber sechs Millionen Infektionen in Russland

In Russland hat die Zahl der offiziell gemeldeten InfektionsfĂ€lle die Marke von sechs Millionen ĂŒberschritten. Binnen 24 Stunden seien 23.770 Neuinfektionen registriert worden, teilte die Regierung mit. Insgesamt seien damit seit Beginn der Pandemie 6.006.536 AnsteckungsfĂ€lle bekanntgeworden. 784 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus, allein in Moskau 101.

Forschungsteam: Corona-SpÀtfolgen sind hÀufig OrganschÀden

Ein Forschungsprojekt der UniversitĂ€tsklinik Ulm zu Corona-SpĂ€tfolgen hat bislang bei etwa jedem fĂŒnften seiner Patienten OrganschĂ€den festgestellt. "Wir hatten bislang rund 250 Patienten. 20 Prozent von ihnen haben OrganschĂ€den", sagte Dominik Buckert, betreuender Oberarzt der Spezialambulanz fĂŒr Covid-SpĂ€tfolgen an Lunge, Herz und GefĂ€ĂŸen am Uniklinikum Ulm. Der grĂ¶ĂŸte Teil der ĂŒbrigen Patienten fĂŒhle sich schlechter belastbar als vor der Erkrankung, sagte Buckert. Bei ihnen konnten die Mediziner aber keine OrganschĂ€den feststellen.

Die meisten Menschen, die in die Sprechstunde kommen, sind demnach zwischen 40 und 50 Jahre alt. "Und eigentlich verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gesund, also ohne chronische Vorerkrankungen", so der Oberarzt. Die jĂŒngsten der etwas mehr mĂ€nnlichen Patienten sind um die 20 Jahre alt.

Das Uniklinikum hatte die Sprechstunde fĂŒr Menschen mit Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Erkrankung bereits im Februar 2021 eingerichtet. Die Ulmer Spezialisten fĂŒr innere Medizin beobachten bei den OrganschĂ€den vor allem HerzmuskelentzĂŒndungen und die Folgen davon. Dazu gehörten etwa HerzschwĂ€che und Herzrhythmusstörungen, so Buckert. "Bei der Lunge beobachten wir, dass sich das LungengerĂŒst verĂ€ndert und so ein schlechterer Gasaustausch möglich ist." Atemnot sei die Folge. Die bisherigen Erkenntnisse deckten sich mit den RĂŒckmeldungen anderer Kliniken zu Corona-SpĂ€tfolgen, sagte Buckert.

Berlin hat bundesweit höchste Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin steigt weiter deutlich. Laut den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag haben sich in den vergangenen sieben Tagen in der Hauptstadt pro 100.000 Einwohner 18 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 15,8. Mehr dazu lesen Sie hier.

Weitere australische Großstadt geht in Lockdown

Nach Sydney und Melbourne muss auch die australische Großstadt Adelaide in den Corona-Lockdown. Die Regierung des Bundesstaats South Australia, dessen Hauptstadt Adelaide ist, kĂŒndigte den Schritt am Dienstag an. Zuvor waren fĂŒnf Neuansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb des Bundesstaats registriert worden.

Der Lockdown gelte ab Dienstag um 18 Uhr, sagte der Regierungschef von South Australia, Steven Marshall. Die damit verbundenen Corona-BeschrĂ€nkungen wĂŒrden voraussichtlich fĂŒr mindestens sieben Tage gelten. "Wir hassen es, diese Restriktionen in Kraft setzen zu mĂŒssen. Aber wir glauben, dass wir nur diese eine Chance haben – eine Chance, um die Sache wiedergutzumachen", betonte Marshall.

Sorge vor Corona-Ausbreitung in Katastrophengebieten wÀchst

Folgt auf die Katastrophe nun eine Viruswelle? Behörden warnen vor einer Ausbreitung von Covid-19 in den betroffenen Regionen. Vor allem NotunterkĂŒnfte könnten zum Problem werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Montgomery: Zu schnelle Öffnungen wĂ€ren "brandgefĂ€hrlich"

Der Vorsitzende des WeltĂ€rztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat davor gewarnt, die Corona-BeschrĂ€nkungen in Deutschland auf einen Schlag aufzuheben. "Momentan verdoppelt sich die Zahl der Infizierten im Wochenrhythmus." Jetzt die EinschrĂ€nkungen unserer Kontakte einfach fallen zu lassen und "alles zu öffnen" wĂ€re "brandgefĂ€hrlich", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wer dies tue, riskiere den Einstieg in die vierte Welle. Es mĂŒsse stattdessen schrittweise und kontrolliert vorgegangen werden: "nicht gleich alles aufmachen, (...) sondern nach und nach mehr Kontakte zulassen", sagte Montgomery mit Blick auf England.

Trotz steigender Infektionszahlen hat England am Montag fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Sowohl die Pflicht zum Tragen von Masken als auch Abstandsregeln und zahlenmĂ€ĂŸige BeschrĂ€nkungen fĂŒr Veranstaltungen in InnenrĂ€umen gelten kĂŒnftig nicht mehr.

Es seien hoffnungsfrohe Botschaften, dass die Therapien sich verbessert hĂ€tten, Intensivstationen mehr Erfahrung hĂ€tten und Geimpfte weniger schwere VerlĂ€ufe erleben wĂŒrden, sagte Montgomery. "Aber vergessen wir nicht, wie trĂŒgerisch die Infektionszahlen im letzten Sommer daherkommen und welche destruktive Kraft das Virus danach entwickelte." Die vierte Welle werde kommen – "ob als leises PlĂ€tschern oder als wilde Brandung – das hĂ€ngt von uns ab."

Clubbesucher in Großbritannien brauchen kĂŒnftig Impfnachweis

FeierwĂŒtige brauchen in Großbritannien bald einen Nachweis ĂŒber eine vollstĂ€ndige Corona-Impfung, um in Clubs Eintritt zu erhalten. Eine vollstĂ€ndige Impfung solle Voraussetzung fĂŒr den Zutritt zu Discotheken oder anderen Orten werden, an denen sich viele Menschen versammeln, sagte Premierminister Boris Johnson am Montag. Ein negativer Corona-Test werde dann nicht mehr ausreichen. Die neue Regelung soll Ende September in Kraft treten.

Mehr als 70 Prozent der erwachsenen Briten sind bereits vollstĂ€ndig gegen das Coronavirus geimpft, das Impftempo ließ jedoch in jĂŒngster Zeit nach. Laut Johnson sind etwa 35 Prozent der 18- bis 30-JĂ€hrigen noch ungeimpft. Die Zahl der Neuinfektionen steigt derweil wieder rasant an.

England hatte am Montag nahezu alle Corona-BeschrĂ€nkungen aufgehoben. Unter anderem fielen Maskenpflicht und Abstandsregeln weg. Auch Discotheken dĂŒrfen wieder öffnen, Theater und Sportstadien sĂ€mtliche PlĂ€tze besetzen. Die Empfehlung zum Homeoffice wurde ebenfalls aufgehoben. Stattdessen setzt die Regierung auf die Eigenverantwortung der Menschen.

Sorge um Corona-Ausbreitung in Hochwasser-Katastrophengebieten

In den Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gibt es BefĂŒrchtungen, dass durch die Hilfsaktionen und Notunterkunft-Unterbringung vieler Menschen nach der Flutkatastrophe die Zahl der Corona-Infektionen steigt. "Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewĂ€ltigen. Hier lesen Sie mehr.

Frankreichs Regierung beschließt EinfĂŒhrung von Gesundheitspass

Die französische Regierung hat am Montag ein Gesetz zur EinfĂŒhrung eines Gesundheitspasses verabschiedet, mit dessen Hilfe die Impfbereitschaft in der Bevölkerung angekurbelt werden soll. Beim Betreten von Kultur- und Freizeiteinrichtungen muss ab Mittwoch per Gesundheitspass die vollstĂ€ndige Corona-Impfung, eine ĂŒberstandene Corona-Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden. Ab Anfang August ist der Pass auch beim Besuch von Restaurants und Bars Pflicht.

Am Wochenende hatten zehntausende Franzosen gegen die jĂŒngsten Corona-Maßnahmen der Regierung demonstriert. Die Regierung sieht die Regelungen als unerlĂ€sslich im Kampf gegen eine vierte Corona-Welle. Am Sonntag hatten die Behörden rund 12.500 Neuinfektionen gemeldet, doppelt so viele wie eine Woche zuvor. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg laut Regierungssprecher Gabriel Attal um fast 125 Prozent auf jetzt 86 FĂ€lle pro 100.000 Einwohner.

WeltĂ€rzte-PrĂ€sident warnt vor ĂŒbereilten Lockerungen

Angesichts von erneut rapide steigenden Infektionszahlen warnt WeltĂ€rzteprĂ€sident Frank Ulrich Montgomery vor zu schnellen Öffnungen. Schon die kleineren Öffnungsschritte der vergangenen Wochen hĂ€tten die Inzidenzwerte anwachsen lassen, sagt Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Momentan verdoppele sich die Zahl der Infizierten im Wochenrhythmus. "Jetzt die EinschrĂ€nkungen unserer Kontakte einfach fallenzulassen und 'alles zu öffnen' wĂ€re brandgefĂ€hrlich", erklĂ€rte der Mediziner. "Wer das tut, riskiert den Einstieg in die vierte Welle." Stattdessen plĂ€diert Montgomery fĂŒr ein schrittweises und kontrolliertes Vorgehen.

Starker Corona-Anstieg – Mallorca tritt auf die Party-Bremse

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen werden auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca voraussichtlich wieder schĂ€rfere EinschrĂ€nkungen ergriffen. Um Partys und Trinkgelage vor allem junger Leute unter freiem Himmel zu bekĂ€mpfen, sollen StrĂ€nde und Parks kĂŒnftig von 22 Uhr bis 6 Uhr geschlossen werden. Die Justiz muss den PlĂ€nen noch zustimmen, wie die "Mallorca Zeitung" am Montagabend berichtete. Teilnehmern solcher Partys drohen demnach kĂŒnftig saftige Bußgelder in Höhe von 1.000 Euro. Wenn ein Partygast mit seiner Teilnahme gegen eine QuarantĂ€ne verstĂ¶ĂŸt, soll sich das Bußgeld auf 2.000 Euro erhöhen. Wenn der Teilnehmer positiv auf Corona getestet wurde, werden sogar 5.000 Euro fĂ€llig. Den Organisatoren illegaler Parties drohen Strafen von bis zu 100.000 Euro.

Auch GaststĂ€tten mĂŒssen kĂŒnftig wohl wieder etwas frĂŒher schließen, und zwar um 1 Uhr statt um 2 Uhr. Maximal dĂŒrfen im Innenbereich von GaststĂ€tten dann noch Gruppen von vier Personen an einem Tisch sitzen, im Außenbereich acht. Von 1Uhr bis 6 Uhr dĂŒrfen sich der Zeitung zufolge nur noch Personen treffen, die im selben Haushalt leben. Gemeinsam eingecheckte Hotel- oder FincagĂ€ste sollen dabei als ein Haushalt gelten.

Jugendliche stehen vor einer Bar auf der Straße in Calvia: Die Corona-Pandemie macht Partyurlaubern auf Mallorca wieder einen Strich durch die Rechnung.
Jugendliche stehen vor einer Bar auf der Straße in Calvia: Die Corona-Pandemie macht Partyurlaubern auf Mallorca wieder einen Strich durch die Rechnung. (Quelle: dpa-bilder)

Auf die eigentlich geplante WiedereinfĂŒhrung der erst vor knapp einem Monat abgeschafften Maskenpflicht auch im Freien verzichtete die Regionalregierung nach GesprĂ€chen mit Unternehmern und Gewerkschaften, wie die Zeitung berichtete. Allerdings werde dringend geraten, freiwillig einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Kann ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu Fremden nicht eingehalten werden, ist die Maske auch im Freien wieder Pflicht, in allen öffentlichen InnenrĂ€umen und in Bussen und Bahnen sowieso.

Die Corona-Zahlen sind auf den Balearen, zu denen außer Mallorca auch die Inseln Menorca, Ibiza und Formentera gehören, wie in ganz Spanien stark angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte nach Angaben vom Montagabend auf den Balearen auf 310, fĂŒr ganz Spanien lag sie bei 323. Vor allem viele junge Leute infizieren sich derzeit mit Sars-CoV-2.

Frankreich – Vierte Pandemie-Welle hat begonnen

In Frankreich hat nach Darstellung der Regierung die vierte Welle der Pandemie begonnen. Kein Departement werde verschont, erklÀrt Regierungssprecher Gabriel Attal. Am Morgen schloss Europa-Minister Clement Beaune neue EinschrÀnkungen nicht aus, sollten die FÀlle weiter zunehmen.

Deutschland steuert auf Überangebot an Corona-Impfstoff zu

Mehr als ein halbes Jahr nach Start der Corona-Impfungen steuert Deutschland auf ein Überangebot an Impfstoff zu. Die VerfĂŒgbarkeit werde die Nachfrage bald deutlich ĂŒbersteigen, stellten die Gesundheitsminister von Bund und LĂ€ndern jetzt fest. "Ein RĂŒckgang der Nachfrage ist sowohl in den Impfzentren als auch in den Arztpraxen und bei den BetriebsĂ€rzten zu verzeichnen", heißt es in einem Beschluss. FĂŒr den Erfolg der Impfkampagne sei aber eine möglichst hohe Impfquote entscheidend.

46,4 Prozent der Menschen in Deutschland sind mittlerweile vollstĂ€ndig geimpft. 59,9 Prozent haben mindestens eine Dosis. "Bund und LĂ€nder werden ihre BemĂŒhungen noch einmal verstĂ€rken, um gezielt diejenigen Menschen mit einem Impfangebot zu erreichen, die sich bisher nicht fĂŒr eine Impfung entschieden haben", so die Gesundheitsministerkonferenz. Mobile Teams wĂŒrden etwa auf MarktplĂ€tze, nahe Kirchen, SupermĂ€rkten, EinkaufshĂ€usern sowie Kultur-, Sport- und FreizeitaktivitĂ€ten zusĂ€tzliche niedrigschwellige Angebote machen. Die Logistik rund um die Impfstofflieferungen soll flexibler werden.

Eine Frau lÀsst sich bei Ikea in Berlin impfen: Die Gesundheitsminister wollen jetzt mobile Teams auf MarktplÀtze und an andere öffentliche Orte schicken.
Eine Frau lÀsst sich bei Ikea in Berlin impfen: Die Gesundheitsminister wollen jetzt mobile Teams auf MarktplÀtze und an andere öffentliche Orte schicken. (Quelle: Stefan Zeitz/imago-images-bilder)

Nach ihrem Start im Dezember war die Impfkampagne ĂŒber Monate davon geprĂ€gt, dass weit weniger Impfstoff zur VerfĂŒgung stand als benötigt. Jetzt planen Bund und LĂ€nder eine verstĂ€rkte Weitergabe an andere LĂ€nder. "Der Verwurf von Impfstoffen muss auf ein Minimum begrenzt werden", heißt es in ihrem Beschluss. "Der Bund wird Impfstoffe, die in der nationalen Impfkampagne nicht zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe zulassen, Drittstaaten durch Impfstoffspenden zur VerfĂŒgung stellen."

EU ĂŒbertrifft USA bei Erstimpfungen

In der EuropĂ€ischen Union sind jetzt prozentual mehr Menschen mindestens einfach gegen das Coronavirus geimpft, als in den USA. EU-Industriekommissar Thierry Breton und Frankreichs EuropastaatssekretĂ€r ClĂ©ment Beaune teilten entsprechende Statistiken des Daten-Portals "Our World in Data" im Online-Dienst Twitter. Demnach haben 55,5 Prozent der EU-BĂŒrger mittlerweile mindestens eine erste Dosis Corona-Impfstoff erhalten, in den USA sind es 55,4 Prozent.

"Wir machen weiter, wir werden noch schneller", schrieb Beaune dazu. "Die EU hat die USA nicht nur bei Erstimpfungen ĂŒberholt", betonte Breton. "Wir sind zur gleichen Zeit offen geblieben und haben die HĂ€lfte unserer Produktion an mehr als 100 LĂ€nder exportiert."

Die europĂ€ische Impfstoffstrategie und insbesondere die EU-Kommission, welche die Impfstoffbestellungen fĂŒr die 27 Mitgliedstaaten koordinierte, war zu Anfang des Jahres heftig kritisiert worden. Aufgrund von LieferengpĂ€ssen und spĂ€ter erteilten Zulassungen fĂŒr Impfstoffe war die Impfkampagne deutlich schleppender angelaufen als in Großbritannien und den USA. Im Februar hatte KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen "Fehler" bei der Impfstoffbeschaffung eingestanden.

Johnson muss sich nach Corona-Kontakt teilweise isolieren

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ist als Kontaktperson eines Corona-Infizierten eingestuft worden und wird nach Angaben seiner Regierung vorerst nur den wichtigsten RegierungsgeschĂ€ften nachgehen. Außerhalb seiner Arbeitszeit werde sich Johnson isolieren, teilte die Downing Street am Sonntag mit. Dasselbe gelte fĂŒr Finanzminister Rishi Sunak. Am Samstag war eine Corona-Infektion von Großbritanniens Gesundheitsminister Sajid Javid bekannt geworden.

Trotz ihrer Einstufung als Kontaktpersonen eines Corona-Infizierten mĂŒssten Johnson und Sunak sich nicht vollstĂ€ndig isolieren, sondern dĂŒrften von der Downing Street aus weiter arbeiten, erklĂ€rte ein Regierungssprecher. Grund sei die Teilnahme beider Politiker an einem Pilotprogramm, das tĂ€gliche Corona-Testungen vorsehe. "Sie werden in dieser Zeit nur wesentliche RegierungsgeschĂ€fte erledigen", betonte der Sprecher. Gesundheitsminister Javid hatte am Samstag bekannt gegeben, trotz vollstĂ€ndiger Impfung positiv auf Covid-19 getestet worden zu sein. Er habe nur milde Symptome. Laut "Sunday Times" hatten Javid und Johnson am Freitag lĂ€nger zusammengesessen.

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Trotz stark steigender Infektionszahlen fallen in England ab Montag fast alle Corona-BeschrĂ€nkungen weg, darunter auch Maskenpflicht und Abstandsregeln. Die konservative britische Presse hatte das Datum zum "Freedom Day" erklĂ€rt. Johnson hatte die umstrittene Entscheidung mit der hohen Impfquote im Land begrĂŒndet und betont, dass er auf die "Verantwortung des Einzelnen" zĂ€hle.

Presse: Delta-Variante auf Mallorca bei 85 Prozent

Auf Mallorca wird nach einem Bericht der Zeitung "Mallorca Zeitung" die als ansteckender geltende Delta-Variante des Corona-Virus inzwischen bei 85 Prozent aller Proben festgestellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen sei bis Freitag auf gut 270 gestiegen. FĂŒr die Balearen insgesamt, also neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera, werde dieser Wert mit 290 angegeben, schrieb die Zeitung am Sonntag. Der sogenannte R-Wert lag nach Angaben der Gesundheitsbehörde bei 1,63. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 163 weitere Menschen anstecken.

Fast zwei Drittel der Bevölkerung ĂŒber 16 Jahren (65,7 Prozent) haben zumindest eine Corona-Impfung erhalten, 51,8 Prozent sind vollstĂ€ndig geimpft. Die Positivrate der Corona-Tests lag bei 11,88 Prozent. Auch wenn sich vor allem junge Leute infizieren, die meist nur milde Krankheitssymptome aufweisen, kommt das Gesundheitssystem langsam wieder unter Druck. Inzwischen seien wieder zehn Prozent der Betten auf Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt, schrieb die Zeitung.

Trotz der steigenden Zahlen schließe die Regionalregierung die WiedereinfĂŒhrung einer nĂ€chtlichen Ausgehsperre, wie sie etwa in den Regionen Valencia, Katalonien oder Kantabrien beschlossen wurde, weiterhin aus, berichtete die Zeitung "Última Hora" unter Berufung auf die Behörden. Man erwĂ€ge aber neue EinschrĂ€nkungen, darunter eine Begrenzung der Zahl von Personen, die privat oder öffentlich zusammenkommen dĂŒrfen.

54.674 Infektionen in Großbritannien – Höchster Wert seit sechs Monaten

In Großbritannien verzeichnen die Gesundheitsbehörden 54.674 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – so viele wie seit sechs Monaten nicht mehr. Am Tag zuvor wurden 51.870 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Ansteckungen steigt seit ĂŒber einem Monat an, in Großbritannien grassiert die Delta-Variante, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde. 41 weitere Menschen starben laut Regierung. Außerdem wurde der britische Gesundheitsminister Sajid Javid trotz vollstĂ€ndiger Impfung positiv auf das Coronavirus getestet.

London: Eine Frau trĂ€gt in einer Gruppe von FußgĂ€ngern einen Mund-Nasen-Schutz.
London: Eine Frau trĂ€gt in einer Gruppe von FußgĂ€ngern einen Mund-Nasen-Schutz. (Quelle: dpa-bilder)

Javid hat sich nun in QuarantĂ€ne begeben, teilte er in einer Videobotschaft bei Twitter mit. "Ich habe mich letzte Nacht ein wenig schlapp gefĂŒhlt", sagte der Minister in der Aufnahme. Daraufhin sei er am Morgen bei einem Antigentest positiv auf das Virus getestet worden.

Altmaier schließt weiteren Lockdown aus

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schließt einen erneuten Corona-Lockdown in Deutschland aus. "Wir mĂŒssen und werden einen neuen Lockdown verhindern", sagte Altmaier der "Bild am Sonntag". Dieser wĂ€re nach seinen Worten "fĂŒr viele GeschĂ€fte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend".

Der Wirtschaftsminister sieht aktuell auch keinen Bedarf fĂŒr weitere Maßnahmen gegen das Coronavirus: "Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems droht, gibt es keinen Grund fĂŒr neue Maßnahmen oder gar einen Lockdown." Geimpfte oder JĂŒngere hĂ€tten bei einer Infektion meist gar keine Symptome, die Intensivbetten-KapazitĂ€t in Deutschland sei weit von ihrer Auslastungsgrenze entfernt.

Allerdings hĂ€lt Altmaier den Verlauf der Impfkampagne fĂŒr zu langsam. "Wir mĂŒssen die Impfkampagne noch einmal stark beschleunigen", forderte er. "Überall dort, wo Menschen öffentlich zusammenkommen, ob im Biergarten oder in der FußgĂ€ngerzone, sollten Impfungen angeboten werden." Der CDU-Politiker plĂ€dierte auch dafĂŒr, dass "mobile Impfteams Menschen in CafĂ©s und GaststĂ€tten ansprechen und direkt vor Ort impfen".

MinisterprĂ€sidentinnen fĂŒr neuen Warnwert

Nach der rheinland-pfĂ€lzischen Regierungschefin Malu Dreyer dringt auch die MinisterprĂ€sidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, auf einen neuen "Warnwert" zur Bewertung der Corona-Lage. "Ich unterstĂŒtze den Vorschlag, dass sich Bund und LĂ€nder auf einen neuen bundeseinheitlichen Warnwert zur Coronalage verstĂ€ndigen, ausdrĂŒcklich", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag). "Wir mĂŒssen zukĂŒnftig stĂ€rker Impfungen und Krankenhausbelastungen berĂŒcksichtigen."

Schwesig verwies auf das in in ihrem Bundesland geltende Ampelmodell, das die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivstationen berĂŒcksichtigt. Dreyer hatte zuvor einen "neuen Warnwert" zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland gefordert. Bei steigenden Impfquoten habe die Sieben-Tage-Inzidenz heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr.

Dieser Inzidenzwert gibt die Zahl der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sie war in der Pandemie bisher Grundlage fĂŒr viele Corona-EinschrĂ€nkungen, etwa fĂŒr das Greifen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Die Bundesregierung hat aber bereits angekĂŒndigt, dass kĂŒnftig weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stĂ€rker berĂŒcksichtigt werden sollen.

Wissenschaftler: NÀchste Welle kommt spÀtestens im Oktober

In der Corona-Pandemie erwartet eine Wissenschaftlergruppe der Technischen UniversitĂ€t Berlin (TU) anhand von Modellierungen eine vierte Welle, die auch an KrankenhĂ€usern nicht vorbeigeht. "Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten. Falls die derzeitige Entwicklung anhĂ€lt, wird dies sogar frĂŒher beginnen, und sich im Oktober dann nochmal verstĂ€rken", heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den MobilitĂ€tsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung.

Den zuletzt bereits verzeichneten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen wertet das Team wegen hohen relativen Zunahmen als "beunruhigend". Nur wenn die Impfstoffe gegen Delta deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Das Modell ergebe "unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von AktivitÀten in InnenrÀume im Herbst verstÀrkt werden wird."

Erste BundeslÀnder knacken Marke von 50 Prozent vollstÀndig Geimpfter

In Bremen und dem Saarland ist jeweils mehr die HĂ€lfte der Einwohner nun vollstĂ€ndig gegen das Coronavirus geimpft. Die beiden BundeslĂ€nder ĂŒberschritten als erste die Marke von 50 Prozent, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (Stand: 10.05 Uhr) hervorgeht.

Laut RKI wurden am Freitag in Deutschland 601 220 Impfdosen verabreicht. Bundesweit sind damit nun rund 38,2 Millionen Menschen oder 45,9 Prozent der Bevölkerung vollstĂ€ndig gegen Covid-19 geimpft, wofĂŒr bei den meisten eingesetzten Impfstoffen zwei Dosen nötig sind. Insgesamt haben 59,7 Prozent oder rund 49,6 Millionen Einwohner mindestens die erste Spritze erhalten.

WÀhrend Bremen mit 50,6 Prozent und das Saarland mit 50,1 Prozent vollstÀndig Geimpfter beim Impftempo an der Spitze liegen, bilden Sachsen und Brandenburg mit je 42,6 Prozent das Schlusslicht. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit 48,8 Prozent derzeit auf Platz drei.

Bei der Zahl der Erstgeimpften ist zunehmend ein GefĂ€lle zu sehen: Schlusslicht ist Sachsen mit 50,7 Prozent, gefolgt von ThĂŒringen (54,2), Brandenburg (54,7), Sachsen-Anhalt (55,6) und Bayern (57,6 Prozent). In Bremen sind dagegen mittlerweile mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) aller Einwohner mindestens einmal immunisiert, auch das Saarland (65,0 Prozent) steht an dieser Marke.

Eine SchĂŒlerin wird in MĂŒnchen geimpft (Archivbild). Ob wirklich alle Kinder geimpft werden mĂŒssen, ist immer noch Teil einer breiten Diskussion.
Eine SchĂŒlerin wird in MĂŒnchen geimpft (Archivbild). Ob wirklich alle Kinder geimpft werden mĂŒssen, ist immer noch Teil einer breiten Diskussion. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Astrazeneca-Entwicklerin bezweifelt Nutzen von Kinder-Impfung

Die federfĂŒhrende Entwicklerin des Astrazeneca-Impfstoffs, Sarah Gilbert, hat den Nutzen einer Corona-Impfung fĂŒr alle Kinder in Frage gestellt. Die Politik sollte eine Kosten-Nutzen-Analyse machen, sagte Gilbert im Interview mit "Welt" und anderen europĂ€ischen Medien. Die Delta-Variante sei zum Beispiel sehr ansteckend, so dass Leute trotz zwei Impfungen mit einem milden Verlauf krank wĂŒrden. Schwere FĂ€lle und TodesfĂ€lle seien aber selten. "Wenn also die Übertragung nicht zu verhindern ist, und Kinder weder schwer erkranken noch sterben, dann stellt sich die Frage: Lohnt sich das Impfen?"

Zugleich machte Gilbert deutlich, dass eine Impfung fĂŒr manche Kinder sinnvoll sein könnte. "FĂŒr eine sehr kleine Zahl von Kindern ist das Virus gefĂ€hrlich. LĂ€nder sollten erwĂ€gen, diese zu impfen", sagte Gilbert.

Dreyer schlĂ€gt neuen Corona-Maßstab vor

Die rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer fordert einen neuen Maßstab zur Beurteilung der pandemischen Lage in Anbetracht steigender Infektionszahlen. "Wir schauen natĂŒrlich auch mit Sorge auf diese Zahlen", sagte die SPD-Politikerin der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. "Dennoch möchte ich sagen, dass die Inzidenz heute viel weniger ĂŒber die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aussagt, als das noch vor einem halben Jahr der Fall war - einfach deshalb, weil immer mehr Menschen geimpft werden."

Dreyer will bei der kommenden MinisterprĂ€sidentenkonferenz auch ĂŒber die Aufhebung sĂ€mtlicher Corona-BeschrĂ€nkungen beraten. "Wie viel GrundrechtseinschĂ€nkung geht ĂŒberhaupt noch, wenn Ende August alle Erwachsenen ein Impfangebot bekommen haben?"

Steigende Infektionszahlen – wie sicher ist der Mallorca-Urlaub?

Auf den Balearen mit Mallorca als liebster Urlaubsinsel der Deutschen schießt die Zahl der Neuinfektionen weiter in die Höhe. Binnen 24 Stunden seien 864 Ansteckungen mit dem Coronavirus erfasst worden, so viele wie noch nie zuvor an einem einzigen Tag seit Ausbruch der Pandemie, teilten die Gesundheitsbehörden der spanischen Mittelmeerinseln am Freitag in Palma mit. Der bisherige Höchstwert vom Vortag wurde um 69 FĂ€lle ĂŒbertroffen. Deutlich mehr als 700 Ansteckungen pro Tag hatte es zuletzt im Januar gegeben. Die Region mit knapp 1,2 Millionen Einwohnern hatte im Winter bezogen auf die Bevölkerungszahl zeitweilig die höchsten Werte ganz Spaniens.

Trotz der rapide steigenden Zahlen schließe die Regionalregierung die WiedereinfĂŒhrung einer nĂ€chtlichen Ausgehsperre, wie sie etwa in den Regionen Valencia und Katalonien beschlossen wurde, weiterhin aus, berichtete die Zeitung "Última Hora" unter Berufung auf die Behörden. Man erwĂ€ge aber neue EinschrĂ€nkungen, darunter eine Begrenzung der Zahl von Personen, die privat oder öffentlich zusammenkommen dĂŒrfen.

Vor Ende nĂ€chster Woche werde es aber sicher keine neuen Maßnahmen geben, sagte am Freitag RegionalprĂ€sidentin Francina Armengol. Die derzeitige Infektionswelle habe mit den vorherigen nichts zu tun, versicherte sie. Die Lage in den KrankenhĂ€usern sei "völlig unter Kontrolle". Die Balearen seien "ein absolut sicheres Urlaubsziel".

Niederlande und Griechenland werden Corona-Risikogebiete

Restaurants und Bars in Amsterdam (Archivbild): Die Infektionszahlen in den Niederlanden waren zuletzt deutlich gestiegen.
Restaurants und Bars in Amsterdam (Archivbild): Die Infektionszahlen in den Niederlanden waren zuletzt deutlich gestiegen. (Quelle: Piroschka van de Wouw/Reuters-bilder)

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag die Niederlande, Griechenland und Teile DĂ€nemarks als Risikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. RĂŒckkehrer aus Risikogebieten mĂŒssen innerhalb von 48 Stunden einen negativen Test oder einen Impfnachweis vorgelegen.

Verhaftungen wegen Betrugsverdachts in Coronatestzentren

Weil sie bei der Abrechnung von Coronatests betrogen haben sollen, sind der GeschĂ€ftsfĂŒhrer sowie ein weiterer Verantwortlicher einer Betreibergesellschaft verhaftet worden. Sie befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und das PolizeiprĂ€sidium Nordhessen am Freitag gemeinsam mitteilten.

Ermittelt wird demnach gegen mehrere Verantwortliche von in Hessen, Niedersachsen und Sachsen betriebenen Coronatestzentren. Sie stehen unter Verdacht des gewerbsmĂ€ĂŸigen bandenmĂ€ĂŸigen Betrugs an Standorten in Kassel, Braunschweig, Hannover und Leipzig. Die Betreibergesellschaft ist in Nordrhein-Westfalen ansĂ€ssig.

Johnson-Berater: "Könnten schnell in Schwierigkeiten geraten"

Wenige Tage vor dem Ende fast aller Corona-Regeln in England werden die Warnungen vor den Folgen lauter. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen könne innerhalb weniger Wochen ein "ziemlich beĂ€ngstigendes" Niveau erreichen, sagte der medizinische Berater der britischen Regierung, Chris Whitty. "Wir sollten nicht unterschĂ€tzen, dass wir ĂŒberraschend schnell wieder in Schwierigkeiten geraten könnten." Auch wegen des Impfprogramms stehe Großbritannien zwar gut da. Aber: "Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus", sagte Whitty bei einem Webinar des Londoner Science Museum am Donnerstagabend.

Zuvor hatte Premierminister Boris Johnson davor gewarnt, jede Vorsicht ĂŒber Bord zu werfen, wenn am kommenden Montag (19. Juli) Abstandsregeln und Maskenpflicht enden, Nachtclubs öffnen und bei Veranstaltungen keine Obergrenze fĂŒr Teilnehmer mehr gilt. Whitty zeigte sich ĂŒberzeugt, dass die meisten Menschen sich weiterhin rĂŒcksichtsvoll verhalten wĂŒrden. Johnson hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass "das Schlimmste" hinter dem Land liege, "wenn wir vorsichtig sind und diese Krankheit und ihre andauernde Bedrohung weiterhin respektieren".

45 Prozent der Bevölkerung in Deutschland voll geimpft

In Deutschland sind inzwischen 45 Prozent der Gesamtbevölkerung vollstÀndig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 10.20 Uhr) wurden am Donnerstag 736.361 Impfdosen verabreicht. Damit haben nun rund 37,7 Millionen beide Impfungen erhalten, 49,5 Millionen (60 Prozent) sind mindestens einmal geimpft.

"Wir entscheiden jetzt darĂŒber, wie der Herbst wird, wie der Winter wird durch die Impfkampagne. Jeder Einzelne entscheidet das", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn den Sendern RTL/ntv. Dabei machte der CDU-Politiker deutlich, dass Ungeimpfte im Herbst und Winter mit deutlicheren BeschrĂ€nkungen rechnen mĂŒssen: "Jemand, der geimpft ist, den können wir nicht und mĂŒssen wir auch nicht mit den gleichen BeschrĂ€nkungen belegen, wie jemand, der nicht geimpft ist. Insofern ist auch sehr klar, dass die Impfung ganz sicher auch fĂŒr Herbst und Winter fĂŒr jeden einen Unterschied macht."

Unter den BundeslÀndern liegt Bremen mit einem Anteil von 68,4 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen weiter an erster Stelle; bei den vollstÀndig Geimpften behauptet das Saarland mit 49,6 Prozent seinen Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstgeimpften bleibt Sachsen (50,6 Prozent); bei den vollstÀndig Geimpften ist es Brandenburg (41,8 Prozent).

Mehr als 100.000 Corona-Tote in Argentinien

Argentinien hat trotz seiner bisweilen strengen AusgangsbeschrĂ€nkungen die Marke von 100.000 Corona-Toten ĂŒberschritten. Im Vergleich zum Vortag waren nach Daten des Gesundheitsministeriums in Buenos Aires vom Mittwochabend 614 TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit Covid-19 hinzugekommen, womit die Gesamtzahl seit dem Ausbruch der Pandemie auf 100.250 stieg.

Ein Mitarbeiter in einem Krankenhaus in Buenos Aires: In Argentinien sind bereits mehr als 100.000 Menschen an Covid-19 gestorben.
Ein Mitarbeiter in einem Krankenhaus in Buenos Aires: In Argentinien sind bereits mehr als 100.000 Menschen an Covid-19 gestorben. (Quelle: imago-images-bilder)

Mehr als 4,7 Millionen Menschen in dem sĂŒdamerikanischen Land haben sich demnach mit dem Coronavirus infiziert. Argentinien hat rund 45 Millionen Einwohner, von denen mehr als ein Drittel im Großraum Buenos Aires leben. Die Regierung von PrĂ€sident Alberto FernĂĄndez ordnete eine fĂŒnf Tage lange Staatstrauer an, wie aus einer Mitteilung im Amtsblatt hervorging.

Neuer Höchststand: Russland verzeichnet fast 800 Corona-Tote an einem Tag

Mit fast 800 TodesfÀllen an einem Tag hat die Zahl der mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen in Russland einen neuen Höchststand erreicht. Die offizielle Statistik des Landes wies am Donnerstag 791 Tote auf, so viele wie nie zuvor im Lauf der Pandemie. Das Land, das selbst drei Impfstoffe entwickelt hat, aber keine westlichen PrÀparate zulÀsst, verzeichnete zudem 25.293 Neuinfektionen. Russland gehört zu den weltweit am stÀrksten von der Ausbreitung des Virus betroffenen Staaten.

Schweden und DĂ€nemark lockert Corona-Regeln

In Schweden sind weitere Corona-BeschrĂ€nkungen aufgehoben worden. Seit Donnerstag fĂ€llt gemĂ€ĂŸ Stufe drei des schwedischen Öffnungsplans unter anderem die Begrenzung der Passagierzahl im Fernverkehr mit Bus und Bahn weg. GeschĂ€fte, Museen, VergnĂŒgungsparks und Fitnessstudios mĂŒssen sich bei ihren Kunden- und Besucherzahlen zudem nicht mehr an ihrer QuadratmeterflĂ€che orientieren. Es liege aber weiter in der Verantwortung dieser Betriebe, dass kein GedrĂ€nge entstehe, sagte Staatsepidemiologe Anders Tegnell am Morgen im Sender SVT.

Menschen sitzen in Stockholm vor einem Cafe: In Schweden werden weitere Corona-Maßnahmen beendet.
Menschen sitzen in Stockholm vor einem Cafe: In Schweden werden weitere Corona-Maßnahmen beendet. (Quelle: imago-images-bilder)

Diese und weitere Lockerungen hatten die schwedische Regierung und die Gesundheitsbehörde FolkhĂ€lsomyndigheten am Montag bekanntgegeben. BegrĂŒndet wurde der Beschluss mit gesunkenen Corona-Zahlen und der Tatsache, dass immer mehr Schwedinnen und Schweden geimpft worden sind. Man wolle damit nicht das Signal senden, dass man nun erleichtert ausatmen könne, sagte Tegnell. "Wir befinden uns weiter mitten in einer Pandemie." Anderswo in Europa und der Welt stiegen die Neuinfektionszahlen wieder. Die Lage in Schweden sei aber stabil, und man sei zum Schluss gekommen, dass diese Lockerungen ohne grĂ¶ĂŸeres Risiko möglich seien.

Auch in DĂ€nemark, wo bereits der Großteil aller Corona-BeschrĂ€nkungen aufgehoben worden ist, wird weiter gelockert: Lokale dĂŒrfen nun bis 2.00 Uhr und damit zwei Stunden lĂ€nger offen bleiben als bisher. Auch der Alkoholverkauf zum Beispiel in Kiosken und Tankstellen ist jetzt bis 2.00 Uhr in der Nacht erlaubt.

Aiwanger unterstĂŒtzt Club-Öffnungen von Söder nicht

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kĂŒndigt Widerstand gegen den Plan von MinisterprĂ€sident Markus Söder an, ab Herbst Clubs und Diskotheken möglicherweise nur fĂŒr vollstĂ€ndig Geimpfte zu öffnen. Der Zutritt zu gesellschaftlichen Bereichen dĂŒrfe nicht allein von einer Corona-Impfung abhĂ€ngig gemacht werden, sagt der Freie-WĂ€hler-Chef der Zeitung "Augsburger Allgemeinen".

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Es dĂŒrfe nicht passieren, dass am Ende nur Geimpfte an einer Hochzeit teilnehmen, in einen Reisebus einsteigen oder ins Hallenbad gehen können. Dann drohe eine Zwei-Klassengesellschaft. "Die 3G-Strategie, die Geimpften, Getesteten und Genesenen den Zugang ermöglicht, ist hier der bessere Weg."

Aiwanger selbst hatte mehrfach bekrĂ€ftigt, er wolle sich aktuell nicht impfen lassen. Die Entscheidung darĂŒber nannte der stellvertretende MinisterprĂ€sident eine "elementares bĂŒrgerliches Freiheitsrecht". GegenĂŒber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" warnte er darĂŒber hinaus, man dĂŒrfe beim Impfen "nicht in eine Apartheidsdiskussion kommen".

Spanien gedenkt 81.000 Corona-Toten

Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Spanien Abschied von seinen mehr als 81.000 Todesopfern der Corona-Pandemie genommen. Im Mittelpunkt der von König Felipe VI. geleiteten Zeremonie stand am Donnerstag in Madrid die Ehrung der Mitarbeiter des spanischen Gesundheitssystems. Die 102 SanitĂ€ter, Pfleger und Ärzte, die sich bei der Behandlung von Patienten ansteckten und mit Covid-19 starben, wurden posthum mit dem Großkreuz des Zivilverdienstordens ausgezeichnet. Das Staatsoberhaupt ĂŒberreichte den Hinterbliebenen die Auszeichnung persönlich. Viele der rund 700 GĂ€ste hatten TrĂ€nen in den Augen.

Das spanische Königspaar Letizia und Felipe: Mit einer Trauerfeier hat sich Spanien von den mehr als 81.000 Corona-Toten verabschiedet.
Das spanische Königspaar Letizia und Felipe: Mit einer Trauerfeier hat sich Spanien von den mehr als 81.000 Corona-Toten verabschiedet. (Quelle: Javier Lizon/ap-bilder)

"Unser Respekt und unsere Bewunderung gilt den Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die von Beginn der Pandemie an mit voller Hingabe gearbeitet haben", sagte der Monarch auf dem Armería-Platz vor dem Königlichen Palast. Felipe bezeichnete die Mitarbeiter des Gesundheitssystems als ethische und soziale Vorbilder. Ein Orchester und SÀnger trugen das Lied "Hallelujah" von Leonard Cohen vor.

Seit Ende Juni verschlechtert sich wieder die Corona-Lage in Spanien. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt auf 270. Sie ist damit mehr als fĂŒnf mal so hoch wie vor zwei Wochen. Und es sind vor allem die 12- bis 19- sowie die 20- bis 29-JĂ€hrigen, die die Zahlen in die Höhe treiben. Die 14-Tage-Inzidenz liegt in diesen Altersgruppen mit jeweils gut 1250 und gut 1500 deutlich ĂŒber dem Durchschnitt (469).

RKI: Delta-Variante in drei Viertel der untersuchten Corona-Proben

Die anteilsmĂ€ĂŸige Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat sich in Deutschland weiter rasch fortgesetzt. Sie erreiche mittlerweile einen Anteil von 74 Prozent an den untersuchten Proben, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochabend mit Blick auf die Woche bis zum 4. Juli.

In den Wochen zuvor hatte sich der Delta-Anteil erst von 18 auf 39 und dann auf 60 Prozent erhöht. Infektionen mit der zuvor vorherrschenden Alpha-Variante hingegen nahmen sehr schnell ab, auf nun noch rund 22 Prozent. Weitere als besorgniserregend eingestufte Varianten des Coronavirus spielen unverÀndert eine untergeordnete Rolle in Deutschland. Es werden allerdings nicht alle positiven Proben auf Varianten untersucht.

Die in Indien entdeckte Delta-Variante (B.1.617.2) gilt als deutlich ansteckender als bisherige Formen des Virus. In mehreren anderen LÀndern hat sie die Infektionszahlen massiv steigen lassen. Laborexperimente deuten laut RKI jedoch darauf hin, dass vollstÀndig Geimpfte auch bei Delta einen hohen Schutz vor schweren KrankheitsverlÀufen haben.

Baden-WĂŒrttemberg will Geimpften Rechte zurĂŒck geben

VollstĂ€ndig gegen das Coronavirus Geimpfte sowie Genese sollen in Baden-WĂŒrttemberg ab Anfang September alle Rechte zurĂŒck bekommen. FĂŒr sie entfallen dann die Corona-EinschrĂ€nkungen, wie eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums in Stuttgart Angaben der "Heilbronner Stimme" und des "SĂŒdkurier" bestĂ€tigte.

Volle Innenstadt in Ulm: Der Inzidenzwert ist erneut sprunghaft gestiegen.
Volle Innenstadt in Ulm: Der Inzidenzwert ist erneut sprunghaft gestiegen. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago-images-bilder)

Der Amtschef des Ministeriums, Uwe Lahl, sagte den Zeitungen, fĂŒr nicht vollstĂ€ndig Geimpfte oder Ungeimpfte solle es dann eine Testpflicht geben bei den Besuchen von Restaurants, Bars, Clubs, Kultur- oder Sportveranstaltungen. Über den Sommer solle die Corona-Verordnung des Landes noch zwei Mal ĂŒberarbeitet werden, ehe Anfang September die Neuregelung in Kraft treten könne.

Unklar sei noch, ob die Pflicht-Tests fĂŒr Nichtgeimpfte oder nicht vollstĂ€ndig Geimpfte ab einer Inzidenz von 10 oder 35 gelten wĂŒrden. Entschieden werden mĂŒsse auch noch, wie mit der Maskenpflicht fĂŒr vollstĂ€ndig Geimpfte umgegangen werde. Lahl sagte weiter, das Land wolle weiter aufklĂ€ren und versuchen, alle impffĂ€higen Menschen davon zu ĂŒberzeugen, dass sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen.

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RKI: Deutlicher Fallzahlenanstieg bei jungen Erwachsenen

Der leichte Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland vorige Woche scheint vor allem auf Corona-Infektionen bei jungen Erwachsenen zurĂŒckzugehen. WĂ€hrend sich die FĂ€lle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in fast allen Altersgruppen ĂŒber mehrere Wochen hinweg ungefĂ€hr konstant oder rĂŒcklĂ€ufig entwickeln, haben sie bei den 20- bis 29-JĂ€hrigen vor allem in der vergangenen Woche zugenommen. Das geht aus dem Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagabend hervor.

Am deutlichsten ist der Trend bei den 20- bis 24-JĂ€hrigen, mit einem Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz von 10 auf 19 binnen zwei Wochen. Zum Vergleich: Bei Senioren zwischen 75 und 84 Jahren stagnierte der Wert im gleichen Zeitraum bei 1.

Gruppe junger Menschen in Berlin: Laut RKI ist diese Altersgruppe besonders bei den Neuinfektionen dabei.
Gruppe junger Menschen in Berlin: Laut RKI ist diese Altersgruppe besonders bei den Neuinfektionen dabei. (Quelle: Eibner/imago-images-bilder)

Mehr als 49 Millionen Deutsche mit mindestens einer Corona-Impfung

In Deutschland sind mittlerweile 43,7 Prozent der Menschen vollstĂ€ndig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 10.45 Uhr) wurden tags zuvor 736.031 Impfdosen verabreicht. Damit haben bundesweit rund 36,4 Millionen Personen den kompletten Impfschutz. Mehr als 49 Millionen Menschen sind mindestens einmal geimpft – das entspricht einer Quote von 58,9 Prozent.

In Bremen haben sogar schon mehr als 68 Prozent der Menschen zumindest eine Impfung erhalten. Damit liegt die Hansestadt unter allen 16 BundeslÀndern an der Spitze; Sachsen (50,1 Prozent) ist mit Abstand das Schlusslicht. Beim vollstÀndigen Impfschutz hat das Saarland mit einer Quote von 47,9 Prozent knapp vor Nordrhein-Westfalen die Nase vorn; am Ende der Liste rangiert Brandenburg mit 40,0 Prozent.

Bei Jungfernfahrt: Corona-Ausbruch auf FlugzeugtrÀger

WÀhrend der Jungfernfahrt des neuen britischen FlugzeugtrÀgers "HMS Queen Elizabeth" ist es an Bord zu einem Corona-Ausbruch gekommen. "Im Zuge von Routinetests wurden einige Besatzungsmitglieder des Marineverbands positiv auf Corona getestet", sagte eine Sprecherin der Royal Navy am Mittwoch der BBC. Dem Sender zufolge handelt es sich um etwa 100 FÀlle, auch Besatzungen auf begleitenden Kriegsschiffen seien betroffen. Die "Queen Elizabeth" war im Mai zu einer Fahrt bis nach Ostasien aufgebrochen. Derzeit befindet sich das Schiff im Indischen Ozean, ein Abbruch des Einsatzes ist trotz der Corona-FÀlle nicht geplant.

Der FlugzeugtrÀger "HMS Queen Elizabeth": Bei der Jungfernfahrt haben sich rund 100 britische Soldaten mit Covid-19 infiziert. (Archivfoto)
Der FlugzeugtrÀger "HMS Queen Elizabeth": Bei der Jungfernfahrt haben sich rund 100 britische Soldaten mit Covid-19 infiziert. (Archivfoto) (Quelle: Andrew Matthews/dpa-bilder)

"Der FlugzeugtrÀgerverband wird seine operationalen Aufgaben fortsetzen, es gibt keine Auswirkungen auf den Einsatz", sagte die Marinesprecherin. An Bord gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht, es gebe ein Nachverfolgungsprogramm. Insgesamt sind etwa 3.700 KrÀfte an dem Einsatz beteiligt. Zum Verband gehören sechs weitere Kriegsschiffe und ein U-Boot.

Es ist nicht der erste Corona-Ausbruch an Bord eines britischen Kriegsschiffs. Vergangenes Jahr musste die Besatzung der Fregatte "HMS Northumberland" einen Einsatz abbrechen und sich ĂŒber Weihnachten an Land in Selbstisolation begeben.

Zahl der Neuinfektionen in Olympia-Stadt Tokio steigt auf mehr als 1.000

Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio ist die Zahl der Neuinfektionen wieder auf mehr als 1.000 FĂ€lle gestiegen. Am Mittwoch registrierte die Hauptstadt 1.149 Neuinfektionen binnen eines Tages, wie örtliche Medien meldeten. Damit liegt diese Zahl erstmals seit rund zwei Monaten wieder ĂŒber der Marke von 1.000 FĂ€llen, obwohl seit Beginn dieser Woche der inzwischen vierte Notstand in Tokio herrscht.

Seit nunmehr 25 Tagen in Folge liegt die Zahl der Neuinfektionen ĂŒber dem gleichen Tag der Vorwoche. Die Spiele sollen am 23. Juli eröffnet werden. Viele Japaner fĂŒrchten, dass es ein Superspreader-Event wird.

Lauterbach warnt vor Aufhebung aller Corona-Maßnahmen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich gegen eine schnelle Aufhebung der verbliebenen Corona-Maßnahmen ausgesprochen. "Der Weg von London, eine völlige Öffnung, wird auch von Einigen bei uns gefordert, ist aber ein ganz falscher", sagte Lauterbach der "Passauer Neuen Presse".

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterach: "Wenn wir aber jetzt nicht drastisch öffnen und uns an die wichtigste Regel im Pandemie-Sommer halten, nĂ€mlich draußen geht viel, drinnen muss man vorsichtig bleiben, dann kommen wir gut durch".
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterach: "Wenn wir aber jetzt nicht drastisch öffnen und uns an die wichtigste Regel im Pandemie-Sommer halten, nĂ€mlich draußen geht viel, drinnen muss man vorsichtig bleiben, dann kommen wir gut durch". (Quelle: imago-images-bilder)

"Die Fallzahlen steigen zwar wieder, aber das war zu erwarten mit den Lockerungen, die gerade beschlossen wurden. Sie werden auch noch weiter nach oben gehen. Wenn wir aber jetzt nicht drastisch öffnen und uns an die wichtigste Regel im Pandemie-Sommer halten, nĂ€mlich draußen geht viel, drinnen muss man vorsichtig bleiben, dann kommen wir gut durch."

Der Weg in England, wo fĂŒr den 19. Juli das Ende aller Corona-Maßnahmen angekĂŒndigt wurde, erzeuge "letztlich nur eine Welle von chronisch kranken Long-Covid-Kranken", so Lauterbach.

Israel verkĂŒrzt Corona-QuarantĂ€ne

Israel verkĂŒrzt die QuarantĂ€ne-Zeit von mindestens zehn Tagen auf sieben, um die Bevölkerung wĂ€hrend der Corona-Pandemie zur Einhaltung der Selbstisolation zu motivieren. Betroffene könnten am siebten Tag einen Corona-Test machen und bei negativem Test-Ergebnis die Isolation beenden, teilte das BĂŒro von MinisterprĂ€sident Naftali Bennett am Dienstagabend mit. "Wir legen Bedingungen fest, die die Öffentlichkeit erfĂŒllen kann", sagte Bennett laut Mitteilung. "Wir kommen der Öffentlichkeit entgegen."

Wer allerdings die QuarantĂ€ne bricht, muss Bennett zufolge umgerechnet rund 1.290 Euro Strafe zahlen. Der Regierungschef kĂŒndigte an, dass eine Einhaltung der QuarantĂ€ne sowie das Tragen von Masken stĂ€rker kontrolliert wĂŒrden. Nach einer Entscheidung des Corona-Kabinetts soll auch ein umfassendes Schnelltest-Angebot geschaffen werden.

Bund fördert Luftfilter fĂŒr Schulen mit 200 Millionen Euro

Die Bundesregierung will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur den Einbau mobiler Luftfilter in Schulen mit 200 Millionen Euro fördern. Ein entsprechender Beschluss des Bundeskabinetts wurde am Mittwoch erwartet. Das Geld soll den LĂ€ndern zur VerfĂŒgung gestellt werden. Bisher fördert der Bund nur den Einbau fester Anlagen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte ĂŒber GesprĂ€che ĂŒber eine Ausweitung des Bundesprogramms berichtet. Der nordrhein-westfĂ€lische MinisterprĂ€sidenten Armin Laschet (CDU) hatte mitgeteilt, Bund und LĂ€nder arbeiteten an einem Programm fĂŒr mehr Luftfilter in Klassenzimmern. Nachdem das Umweltbundesamt seine kritische Meinung gegenĂŒber den Filtern geĂ€ndert habe, wĂŒrden die LĂ€nder nun beraten, wie man die Bundesförderung ergĂ€nzen könne, so der Kanzlerkandidat der Union am Sonntag in der ARD.

Söder: Kostenlose Tests fĂŒr Nicht-Geimpfte sind "Frage der Fairness"

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder stellt kostenlose Corona-Tests fĂŒr Nicht-Geimpfte infrage. "Es ist eine Frage der Fairness", sagt der CSU-Chef im ZDF. Da nun ausreichend Impfstoff zur VerfĂŒgung stehe, stelle sich die Frage, wieso die Steuerzahler kĂŒnftig noch die hohen Testkosten fĂŒr die ĂŒbernehmen sollten, die sich nicht impfen lassen wollen. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Dienstag gesagt, dass man mittelfristig ĂŒber Änderungen bei den bisher kostenlosen Schnell- und PCR-Tests nachdenken mĂŒsse.

Britisches Parlament stimmt fĂŒr Impfpflicht von Pflegern in Heimen

Das britische Parlament hat einer Corona-Impfpflicht fĂŒr PflegekrĂ€fte in Heimen in England zugestimmt. Von Oktober an mĂŒssen Heim-Mitarbeiter zwei Impfungen gegen das Virus vorweisen. Allerdings votierten mehrere Mitglieder der Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson am Dienstagabend gegen das Vorhaben. Sie kritisierten, dass die Regierung vor der Abstimmung keine Bewertung der Auswirkungen veröffentlicht hat. Gesundheits-StaatssekretĂ€rin Helen Whately betonte, die Regierung arbeite daran.

Zuvor hatte bereits Frankreich eine Impfpflicht fĂŒr BeschĂ€ftigte im Gesundheitswesen von September an erlassen. Kanzlerin Angela Merkel lehnt einen solchen Schritt fĂŒr Deutschland ab.

Die Corona-Krise hatte in Großbritannien vor allem zu Beginn die Pflege- und Altersheime getroffen. Dort starben in den ersten Monaten der Pandemie fast 30.000 Bewohner mehr als im Vorjahreszeitraum.

Malta setzt Grenzschließung fĂŒr Ungeimpfte doch nicht um

Malta will die angekĂŒndigten Grenzschließungen fĂŒr nicht vollstĂ€ndig gegen das Coronavirus Geimpfte doch nicht umsetzen. Menschen, die ohne Impfzertifikat nach Malta einreisten, mĂŒssten sich jedoch fĂŒr bestimmte Zeit in QuarantĂ€ne begeben, teilte die Regierung am Dienstagabend mit. Die am Freitag angekĂŒndigte Grenzschließung hĂ€tte in der Nacht zum Mittwoch in Kraft treten sollen.

Touristen in Malta: Das Land hat nun eine Regelung gekippt, nach der nur noch Geimpfte einreisen dĂŒrfen.
Touristen in Malta: Das Land hat nun eine Regelung gekippt, nach der nur noch Geimpfte einreisen dĂŒrfen. (Quelle: Joanna Demarco/getty-images-bilder)

Impfquote von 90 Prozent in deutschen Kliniken

Die Impfquote in den Kliniken ist nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) sehr hoch. "Anhand einzelner RĂŒckmeldungen von 90 Prozent und mehr gehen wir von sehr hohen Impfquoten in den KrankenhĂ€usern aus", sagt ein DKG-Sprecher den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Daher ist die Debatte um eine Impfpflicht fĂŒr die KrankenhĂ€user kaum relevant. Es dĂŒrfte keinen anderen Bereich geben, in dem die BeschĂ€ftigten sich selbst und ihr Umfeld so gut schĂŒtzen, wie im Krankenhaus."

MinisterprÀsidentin Dreyer fordert Neujustierung der Corona-Warnstufe

Die rheinland-pfÀlzische MinisterprÀsidentin Malu Deyer dringt auf verÀnderte Kriterien zur Beurteilung der Corona-Lage. "Wir brauchen jetzt eine neue Warnstufe", sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

"Die Inzidenz bleibt ein wichtiger Warnfaktor, aber wir mĂŒssen neu justieren. Je höher die Impfquote, desto weniger schwere VerlĂ€ufe wird es geben und somit wird das Gesundheitssystem nicht so schnell ĂŒberlastet." Daher mĂŒsse die Situation in den KrankenhĂ€usern stĂ€rker einbezogen werden. Sie halte dabei eine bundeseinheitliche Lösung fĂŒr notwendig.

NRW-Hochschulrektoren knĂŒpfen Öffnungen an Impfquote

Die UniversitĂ€ten in Nordrhein-Westfalen sollen nach dem Willen der Rektoren erst bei einer hohen Impfquote wieder vollstĂ€ndig öffnen. "Es muss zu Semesterbeginn eine Durchimpfung nicht nur der Mitarbeitenden, sondern auch der Studierendenschaft von mindestens 80 Prozent erreicht sein und die Deltavariante darf nicht erneut zu einer hohen Infektionsrate in der Bevölkerung gefĂŒhrt haben", sagt der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Lambert T. Koch, der Zeitung "Rheinische Post". Nur wenn beides gegeben sei, könnten die Abstandsregeln fallen. Wegen des knappen Raumangebots könne es ansonsten nur in begrenztem Umfang PrĂ€senzangebote geben.

Erstes Bundesland lockert Maskenpflicht beim Einkaufen

In Sachsen soll die Maskenpflicht beim Einkaufen bei einer Wocheninzidenz von unter zehn entfallen. Die Regelung greife ab diesem Freitag (16. Juli) mit der neuen Landesverordnung, kĂŒndigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) an. Die Maske muss aber weiter in Bus und Bahn sowie in medizinischen Einrichtungen wie KrankenhĂ€usern oder Pflegeheimen getragen werden.

Frau mit Maske im Supermarkt: In Sachsen fÀllt die Pflicht dazu ab Freitag.
Mit Maske im Supermarkt: In Sachsen fÀllt die Pflicht dazu ab Freitag. (Quelle: IPA Photo/imago-images-bilder)

Derzeit liegen alle Landkreise und StĂ€dte im Freistaat unter dem Schwellenwert von zehn wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Sachsen ist allerdings auch das einzige Bundesland, das die 50-Prozent-Quote bei den Erstgeimpften noch nicht erreicht hat. Das Bundesland verzichtet nun auf eine Terminvergabe: Ab diesem Mittwoch können sich die BĂŒrger auch ohne Voranmeldung im Impfzentrum impfen lassen.

Arbeitgeberverband gegen Corona-Impfpflicht

Der Arbeitgeberverband BDA hat sich gegen eine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. "Als Arbeitgeber setzen wir weiter auf Freiwilligkeit", erklĂ€rte der Verband auf Anfrage der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post". Gerade fĂŒr Mitarbeiter, die mit gefĂ€hrdeten Personengruppen arbeiteten, sei die Bereitschaft zur Impfung ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein und RĂŒcksichtnahme.

Der Verband regte aber eine ÜberprĂŒfung der kostenlosen Corona-Tests an. "Wenn die Impfkampagne erfolgreich fortschreitet und voraussichtlich spĂ€testens Ende August jeder ein Impfangebot erhalten hat, muss ĂŒberprĂŒft werden, ob kostenlose Tests fĂŒr Menschen, die sich nicht impfen lassen, noch angemessen und geboten sind", hieß es.

Söder stellt Öffnungen von Klubs und Diskos ab Herbst in Aussicht

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) will jungen Menschen mit der Öffnung von Klubs und Diskotheken Anreize fĂŒrs Impfen geben. Im Herbst könnten die Betriebe der Nachtgastronomie wieder öffnen, sagte Söder am Dienstag im Anschluss an eine Sitzung des bayerischen Kabinetts in MĂŒnchen. Voraussetzung sei aber, dass GĂ€ste geimpft oder genesen seien.

Vorher soll es eine Impfkampagne fĂŒr junge Menschen geben. Die Öffnung der Nachtgastronomie könne ein Anreiz fĂŒr Impfungen sein, sagte Söder. Der bayerische MinisterprĂ€sident will Geimpften auch einen leichteren Zugang zu Kultur- und Sportveranstaltungen ermöglichen. Hier stellte Söder in Aussicht, dass Geimpfte nicht bei der vorab festgelegten Höchstzahl von Zuschauern mitgerechnet werden. Genaue Festlegungen auf einen Zeitpunkt fĂŒr die Lockerungen machte das Kabinett nicht.

Bundesregierung will offenbar Einstufung als "Risikogebiete" streichen

Es ist Urlaubszeit, viele BĂŒrger Ă€chzen beim Blick auf die komplizierten Einreiseregeln. Doch in dem Bereich plant die Bundesregierung noch im Juli einige zentrale Änderungen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Niederlande: Reproduktionszahl so hoch wie nie zuvor

In den Niederlanden breitet sich das Coronavirus durch die Deltavariante rasant aus. Die Reproduktionszahl liegt derzeit bei 2,17, das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie im MĂ€rz 2020, wie das zustĂ€ndige Amt fĂŒr Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag dem Parlament in Den Haag mitteilte.

Die Zahl bedeutet, dass rechnerisch 100 Infizierte 217 weitere Personen anstecken. Das RIVM schĂ€tzt, dass bereits 60 bis 65 Prozent aller Infektionen auf die Deltavariante zurĂŒckzufĂŒhren sind.

Die Zahl der Neuinfektionen in 24 Stunden lag zuletzt bei rund 8.000. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene bis 29 Jahre wĂŒrden jetzt infiziert. Da sie aber weniger hĂ€ufig schwer an Covid erkranken, steigt die Zahl der Patienten in KrankenhĂ€usern noch nicht. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei rund 270 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland betrĂ€gt dieser Wert aktuell 6,5.

Über 200 Mitarbeiter in malaysischem Corona-Impfzentrum infiziert

In einem Impfzentrum in Malaysia haben sich mehr als 200 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Obwohl rund 400 der insgesamt 453 Mitarbeiter des Zentrums in Shah Alam, der Hauptstadt des Bundesstaats Selangor, geimpft waren, wurden insgesamt 203 von ihnen positiv getestet, wie der zustÀndige Minister Khairy Jamaluddin am Dienstag mitteilte. Das Zentrum wurde zur Desinfizierung bis Mittwoch geschlossen.

Mit welchem Vakzin die betroffenen Mitarbeiter geimpft waren, sagte der Minister nicht. Nach seinen Angaben zeigte aber keiner von ihnen schwere Symptome. Malaysia setzt derzeit die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca und des chinesischen Pharmaunternehmens Sinovac ein.

Das sĂŒdostasiatische Land kĂ€mpft seit Wochen gegen eine massive neue Corona-Welle, fĂŒr die vor allem die Ausbreitung ansteckenderer Virus-Varianten verantwortlich ist. Am Dienstag meldeten die Behörden mit ĂŒber 11.000 InfektionsfĂ€llen binnen eines Tages einen neuen Höchststand. Seit Juni befindet sich das Land im Lockdown, gleichzeitig treibt die Regierung die Impfkampagne mit Hilfe von Massen-Impfzentren massiv voran.

239.000 Dosen Astrazeneca in Impfzentren von Verfall bedroht

In den knapp 100 Impfzentren Bayerns lagern derzeit 239.000 Dosen des Impfstoffs Astrazeneca, die keine Abnehmer finden und vom Verfall bedroht sind. Die Haltbarkeit des Impfstoffs laufe Ende Juli ab, gab Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in MĂŒnchen bekannt. Er plĂ€dierte dafĂŒr, GesprĂ€che mit anderen LĂ€ndern zu suchen, um den Impfstoff nicht verfallen lassen zu mĂŒssen. Auch Kommunen könnten gegebenenfalls ihre Kontakte ins Ausland nutzen.

Seehofer: Corona-Erkrankung war "teuflische Angelegenheit"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat mit Verweis auf seine eigene Corona-Infektion eindringlich fĂŒr Impfungen geworben. "Ich habe das in einem milden Verlauf selbst erlebt", sagte er am Dienstag in Berlin mit Blick auf seine ĂŒberstandene Erkrankung. "Ich kann sagen, das ist auch bei einem milden Verlauf eine teuflische Angelegenheit, eine solche Infektion."

Seehofer sprach sich aber gegen eine Impfpflicht aus. Es gebe "noch viele Möglichkeiten, durch Kampagnen und Anreize zu einem höheren Impfverhalten beizutragen", sagte er. Eine Pflicht dĂŒrfe es bei einer solchen die Gesundheit betreffenden Maßnahme nicht geben.

Horst Seehofer: Er hatte sich mit dem Coronavirus infiziert.
Horst Seehofer: Er hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Zahl der Corona-Toten in Russland auf neuem Rekordhoch

In Russland ist die Zahl der tÀglich verzeichneten Corona-TodesfÀlle auf ein erneutes Rekordhoch gestiegen. Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, wurden binnen 24 Stunden 780 TodesfÀlle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Es ist bereits das sechste Mal seit Anfang Juli, dass in Russland eine neue Rekordzahl bei den Corona-Toten verzeichnet wurde.

Manche Experten sagen jedoch, die offiziellen Angaben zu den Corona-TodesfĂ€llen seien zu niedrig – da beispielsweise nur solche Toten gezĂ€hlt wĂŒrden, bei denen sich das Coronavirus als primĂ€re Todesursache nachweisen lasse.

Derzeit breitet sich in Russland die hochansteckende Delta-Variante des Virus in rasantem Tempo aus. Am Dienstag wurden 24.702 neue InfektionsfÀlle erfasst. Das bewegte sich in etwa auf dem Stand der Vortage. Seit Beginn der Pandemie gab es in Russland laut den amtlichen Statistiken insgesamt mehr als 5,8 Millionen Infektions- und knapp 144.500 TodesfÀlle.

Beerdigung des Schauspielers Regisseurs Vladimir Menshov am 8. Juli in Moskau: Menshov starb nach einer Corona-Infektion.
Beerdigung des Schauspielers Regisseurs Vladimir Menshov am 8. Juli in Moskau: Menshov starb nach einer Corona-Infektion. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)

USA: Boosterimpfung fĂŒr Vollgeimpfte nicht notwendig

Das US-Gesundheitsministerium hĂ€lt eine Corona-Auffrischimpfung bei vollstĂ€ndig Geimpften weiterhin nicht fĂŒr nötig. Vertreter des Ministeriums trafen sich am Montag mit dem US-Pharmakonzern Pfizer, um Informationen ĂŒber die neuesten vorlĂ€ufigen Daten zu der Impfung zu erhalten und wollen mit dem Unternehmen im GesprĂ€ch bleiben, ob und wann kĂŒnftig eine dritte Auffrischimpfung nötig ist, wie ein Sprecher sagte. Pfizer und sein deutscher Partner Biontech hatten Ende vergangener Woche angekĂŒndigt, vor dem Hintergrund der hochansteckenden Delta-Variante bei den Zulassungsbehörden in den USA und Europa innerhalb der nĂ€chsten Wochen die Genehmigung einer dritten Dosis als Booster-Impfung zu beantragen.

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Die US-Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC hatten bereits erklĂ€rt, dass Vollgeimpfte gegenwĂ€rtig keine Auffrischimpfung benötigten. Nach EinschĂ€tzung der EU-Arzneimittelbehörde EMA ist es fĂŒr eine mögliche Zulassung mangels Daten aus den laufenden Impfkampagnen noch zu frĂŒh. Die EMA zeigte sich aber zuversichtlich, dass das gegenwĂ€rtige Programm mit zwei Impfungen ausreiche. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte gemahnt, dass reiche LĂ€ndern nicht Auffrischimpfungen fĂŒr ihre bereits geimpfte Bevölkerung bestellten sollten, wĂ€hrend Ă€rmere LĂ€nder immer noch auf die Möglichkeit einer Impfung warteten.

Pfizer will weitere definitive Daten noch in einem wissenschaftlichen Fachmagazin veröffentlichen. "Wir sind uns einig, dass die wissenschaftlichen Daten die nÀchsten Schritte vorgeben werden", sagte eine Sprecherin. Pfizer und Biontech gehen derzeit davon aus, dass eine Auffrischimpfung "hilfreich sein kann, um den höchstmöglichen Schutz aufrecht zu erhalten". Die beiden Partner entwickeln zudem zusammen eine angepasste Variante ihres Covid-19-Impfstoffs gegen die Delta-Variante.

Impfdosis gegen das Coronavirus: Das US-Gesundheitsministerium hĂ€lt eine dritte Impfung fĂŒr vollstĂ€ndig Geimpfte fĂŒr unnötig. (Archivfoto)
Impfdosis gegen das Coronavirus: Das US-Gesundheitsministerium hĂ€lt eine dritte Impfung fĂŒr vollstĂ€ndig Geimpfte fĂŒr unnötig. (Archivfoto) (Quelle: ap-bilder)

WeltgrĂ¶ĂŸter Impfstoffhersteller in Indien will Sputnik in Massen produzieren

Russland hat mit dem weltgrĂ¶ĂŸten Impfstoffhersteller in Indien ein Abkommen ĂŒber die Herstellung von mehr als 300 Millionen Dosen Sputnik V pro Jahr geschlossen. Die ersten Dosen sollten dort im September produziert werden, teilte der staatliche Direktinvestmentfonds Russlands RDIF am Dienstag mit. Der weltgrĂ¶ĂŸte Impfstoffhersteller Serum Institute stellt bereits Astrazeneca-Impfstoff her.

Bei der Auslieferung von Sputnik V hatte der Kreml bereits LieferengpÀsse eingerÀumt und nach weiteren Möglichkeiten gesucht, um Lieferversprechungen an viele LÀnder einhalten zu können.

Auch das Serum Institute hatte schon Probleme, Versprechen einzuhalten. Es sollte eigentlich Corona-Impfstoff im großen Stil fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder im Rahmen des UN-Impfprogramms Covax produzieren. Allerdings gab es Hindernisse - unter anderem verhĂ€ngte die indische Regierung einen Exportstopp fĂŒr Corona-Impfstoffe, nachdem eine heftige zweite Welle unter anderem im Zusammenhang mit der Delta-Variante das Land erschĂŒtterte. Wann Indien wieder Corona-Impfstoff exportiert, ist unklar.

Israel: Zahl der Infizierten auf höchstem Stand seit MÀrz

Die Zahl der neuen Corona-FÀlle ist in Israel auf den höchsten Stand seit Ende MÀrz geklettert. 730 neue FÀlle seien binnen 24 Stunden gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Bei 1,3 Prozent der mehr als 55.000 Getesteten fiel das Ergebnis demnach positiv aus. Die Zahl der Schwerkranken blieb bei 45, es gab auch keine neuen TodesfÀlle.

Ein Gesundheitsmitarbeiter testet in Tel Aviv ein Kind auf das Coronavirus: In Israel ist die Zahl der Infektionen zuletzt wieder deutlich gestiegen.
Ein Gesundheitsmitarbeiter testet in Tel Aviv ein Kind auf das Coronavirus: In Israel ist die Zahl der Infektionen zuletzt wieder deutlich gestiegen. (Quelle: Amir Cohen/Reuters-bilder)

Die meisten der neuen FĂ€lle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Diese wurde zuerst in Indien entdeckt und gilt als besonders ansteckend. Unter den Neuinfizierten in Israel sind viele jĂŒngere Menschen und auch zweifach Geimpfte. ImmungeschwĂ€chten Israelis wird inzwischen bereits eine dritte Impfdosis verabreicht.nVon rund 80 Covid-Patienten in KrankenhĂ€usern sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums weniger als die HĂ€lfte nicht geimpft, von den 45 Schwerkranken 44 Prozent.

Johnson & Johnson: Sprechen mit FDA ĂŒber Nebenwirkung von Impfung

Die FDA hat vor einem "erhöhten Risiko" einer seltenen Nervenerkrankung bei einer Impfung mit dem Corona-Vakzin des Pharmakonzerns Johnson & Johnson gewarnt. Die US-Gesundheitsbehörde aktualisierte am Montag ihren Warnhinweis.

Nach Angaben aus informierten Kreisen gibt es 100 vorlĂ€ufige Berichte ĂŒber ein Auftreten der neurologischen Krankheit Guillain-BarrĂ©-Syndrom mit LĂ€hmungserscheinungen – bei rund 12,5 Millionen verabreichten J&J-Impfdosen. In 95 FĂ€llen mussten die Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Mensch starb.

Eine Spritze und eine Ampulle des Impfstoffs von Johnson & Johnson: Es wurden Dutzende FĂ€lle einer seltenen Nervenkrankheit gemeldet.
Eine Spritze und eine Ampulle des Impfstoffs von Johnson & Johnson: Es wurden Dutzende FĂ€lle einer seltenen Nervenkrankheit gemeldet. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa-bilder)

Johnson & Johnson ist eigenen Angaben zufolge in GesprĂ€chen mit FDA ĂŒber das neurologische Krankheitsbild. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Syndrom auftrete, sei sehr gering, teilt Johnson & Johnson mit.

In den USA gibt es jĂ€hrlich zwischen 3.000 und 6.000 FĂ€lle des Guillain-BarrĂ©-Syndroms. Die entzĂŒndliche neurologische Erkrankung fĂŒhrt zu MuskelschwĂ€che bis hin zu LĂ€hmungen. Die meisten Patienten erholen sich wieder. Auch bei einigen Grippe-Impfungen wurde ein Auftreten des Syndroms beobachtet.

Spahn: Kreative Impf-Aktionen wichtig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnt mehr Anstrengungen zum Voranbringen der Impfkampagne an: "Egal ob auf dem Markt- oder Sportplatz, vor Kirchen, Moscheen oder im Drive-In: Wichtig sind jetzt kreative Impfaktionen vor Ort, um Unentschlossene zu erreichen", twittert Spahn. Nach seinen Angaben wurden in Deutschland mittlerweile 82,4 Millionen Impfungen verabreicht. 48,8 Millionen Menschen oder 58,7 Prozent sind demnach mindestens einmal geimpft, 35,8 Millionen oder 43 Prozent haben die Zweitimpfung.

Klingbeil lehnt Impfpflicht ab

SPD-GeneralsekretĂ€r Lars Klingbeil hat sich deutlich gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. "Ich halte eine Impfpflicht in Deutschland fĂŒr falsch, aber wir mĂŒssen die Impfbereitschaft erhöhen", sagt er den Sendern RTL und ntv. Man mĂŒsse nun kreative Wege finden, um die Menschen zu erreichen und zu ĂŒberzeugen, dass Impfen der Weg aus der Krise sei. Als Beispiel nennt er den Einsatz von mobilen Impfteams und ein Angebot von Impfungen an Urlaubsorten. Mit Blick auf den Beginn des neuen Schuljahrs nach den Sommerferien fordert er am PrĂ€senzunterricht festzuhalten. "Das heißt aber wir mĂŒssen nochmal gesondert mit Lehrerinnen und Lehrern ĂŒber das Impfen sprechen und SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern ein Impfangebot machen", sagt Klingbeil. Auch mit der StĂ€ndigen Impfkommission mĂŒsse man nochmal diskutieren, dass sie ihre Empfehlung ĂŒberarbeite. "Wir brauchen ein Impfangebot fĂŒr junge Menschen."

Impfungen am Stuttgarter Flughafen vor Abflug angeboten

Reisende können sich von Mittwoch an auf dem Weg in den Urlaub am Stuttgarter Flughafen gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Land biete ein offenes Impfangebot fĂŒr alle an, die bald eine Flugreise antreten wollten, sagte baden-wĂŒrttembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (GrĂŒne) am Montag. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Ethikratsvorsitzende: Impfpflicht fĂŒr bestimmte Berufsgruppen unnötig

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hĂ€lt eine Corona-Impfpflicht fĂŒr bestimmte Berufsgruppen in Deutschland fĂŒr unnötig. Im ZDF-"Morgenmagazin" wies Buyx am Dienstag darauf hin, dass der Ethikrat zwar ganz vorsichtig erklĂ€rt habe, unter bestimmten UmstĂ€nden könnte man ĂŒber solche berufsbezogenen, sehr eng begrenzten Impfpflichten nachdenken. "Allerdings wĂŒrde ich sagen, dass diese UmstĂ€nde gar nicht zutreffen", betonte sie.

Erstens gebe es fĂŒr die meisten vulnerablen - also besonders gefĂ€hrdeten - Gruppen andere Möglichkeiten zum Schutz. "Und: Wir haben viel bessere Impfraten bei den unterschiedlichen Berufsgruppen als beispielsweise in Frankreich. Beim Gesundheitspersonal und bei den Lehrerinnen und Lehrern haben wir wirklich super Impfraten. Deswegen glaube ich, brauchen wir das gar nicht."

Spanischer Corona-Hotspot Katalonien schrÀnkt Nachtleben weiter ein

Menschen vergnĂŒgen sich nachts in Barcelona: Die Region Katalonien schrĂ€nkt nun das Nachtleben wieder massiv ein.
Menschen vergnĂŒgen sich nachts in Barcelona: Die Region Katalonien schrĂ€nkt nun das Nachtleben wieder massiv ein. (Quelle: Thiago Prudencio/imago-images-bilder)

Zur EindĂ€mmung der schon seit Tagen rasant steigenden Infektionszahlen schrĂ€nkt der spanische Corona-Hotspot Katalonien nĂ€chtliche AktivitĂ€ten weiter ein. Restaurants, Bars, Kultur- und Sportlokale sowie alle anderen Betriebe mĂŒssen in der Region mit der Metropole Barcelona und einer knapp 600 Kilometer langen KĂŒste kĂŒnftig ab 0.30 Uhr schließen. Die Maßnahme werde "morgen oder ĂŒbermorgen in Kraft treten", sagte die Sprecherin der Regionalregierung, Patricia Plaja, am Montag.

Neben anderen Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Pandemie sollen Treffen von mehr als zehn Personen sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum untersagt werden. Auch sollen alle StrĂ€nde und PlĂ€tze zwischen 0.30 Uhr in der Nacht und 6.00 Uhr morgens gesperrt werden.

Chef der Krankenhausgesellschaft warnt vor dem Begriff "Vierte Welle"

Der Vorstandvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, warnt vor Alarmismus um eine mögliche vierte Corona-Welle. "Den Begriff Vierte Welle sehe ich kritisch. Das sorgt bei den BĂŒrgern nur fĂŒr die Angst, dass mit steigenden Fallzahlen die Intensivstationen wieder mit Covid-Patienten volllaufen – dank der Impfung wird das aber nicht der Fall sein," sagte Gaß der "Bild". Gaß erwartet steigende Infektionszahlen im Herbst, "eine Gefahr fĂŒr das Gesundheitssystem ist das aber nicht". Infektionen, schwere Erkrankungen und TodesfĂ€lle hĂ€tten sich zunehmend entkoppelt. "Wir erwarten bei gleicher Inzidenz viel weniger Corona-Patienten in den Kliniken."

Frankreich fĂŒhrt Impfpflicht fĂŒr Gesundheitspersonal ein

Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron: Gesundheitspersonal ist kĂŒnftig verpflichtet, sich impfen zu lassen.
Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron: Gesundheitspersonal ist kĂŒnftig verpflichtet, sich impfen zu lassen. (Quelle: Axel Schmidt/getty-images-bilder)

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron kĂŒndigt eine Impfpflicht fĂŒr das Gesundheits- und Betreuungswesen an. Ab dem 15. September werde kontrolliert, ob das Personal in diesen Bereichen geimpft ist. "Wenn wir jetzt nicht handeln, werden die Zahlen und die Einlieferungen in die Kliniken steigen." Wegen der Delta-Variante gebe es einen Wettlauf mit der Zeit. Mehr dazu lesen Sie hier.

FDP-Chef spricht sich auch bei steigenden Inzidenzen gegen Lockdown aus

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich auch im Falle steigender Infektionszahlen gegen einen weiteren Lockdown ausgesprochen. "Mit der FDP in der Regierung wird es mehr RĂŒcksicht auf Freiheitsrechte geben", sagte Lindner der "Bild" (Dienstagsausgabe).

Lindner fordert stattdessen eine "politische Garantie fĂŒr Geimpfte", dass diese sich "im Herbst frei bewegen können". Es sei genug Zeit, um "Hygienekonzepte und Logistik aufzubauen, so dass auch Menschen ohne Impfschutz so wenige EinschrĂ€nkungen wie möglich befĂŒrchten mĂŒssen", sagte der FDP-Chef.

Ärztekammer fordert intensivere Corona-Impfkampagne

Der PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, Klaus Reinhardt, fordert eine intensivere Corona-Impfkampagne. "Ich vermisse den TV-Spot zum Impfen vor der Tagesschau. Und dann mĂŒssen wir direkt vor Ort informieren, und zwar genau da, wo die Impfbereitschaft bisher gering ist. Wir mĂŒssen auf die Menschen zugehen", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post" (Dienstag). Man mĂŒsse nicht nur Sportvereine, sondern auch Kulturvereine und Glaubenseinrichtungen fĂŒr die Impfkampagne mit ins Boot holen. "Statt zu verordnen, mĂŒssen wir vor Ort sein."

Die Frage, inwieweit die erhöhten Inzidenzwerte zu einer Belastung des Gesundheitssystems fĂŒhren werden, hĂ€nge maßgeblich von der Impfquote ab, sagte Reinhardt. "Ich finde, jeder Erwachsene steht in der Verantwortung, durch seine Impfung dazu beizutragen, das Infektionsgeschehen niedrig zu halten - auch zum Schutz der Kinder. Sie sind bisher die großen Verlierer der Pandemie."

Lauterbach lehnt Impfpflicht fĂŒr Lehr- und ErziehungskrĂ€fte ab

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach lehnt eine vom Ethikrat Wolfram Henn ins Spiel gebrachte Impfpflicht fĂŒr LehrkrĂ€fte und pĂ€dagogische FachkrĂ€fte ab. "Eine Impfung gegen Covid-19 muss die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen sein. Hier muss und wird die Politik zu ihrem Wort stehen. Das gilt auch fĂŒr Lehrer und Erzieher", sagt Lauterbach der Zeitung "Rheinische Post".

Griechische Regierung verschĂ€rft Druck auf ungeimpfte BĂŒrger

Restaurant-Besucher in Athen: KĂŒnftig sollen nur noch Geimpfte in den Innenbreiech dĂŒrfen.
Restaurant-Besucher in Athen: KĂŒnftig sollen nur noch Geimpfte in den Innenbreiech dĂŒrfen. (Quelle: Matt Cardy/getty-images-bilder)

In Griechenland dĂŒrfen sich die Menschen kĂŒnftig nur noch in den InnenrĂ€umen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten, wenn sie gegen Corona geimpft sind. Das gab der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis am Montagabend bekannt. BeschĂ€ftigte im Gesundheitssektor und in der Altenpflege mĂŒssen sich zudem kĂŒnftig verpflichtend impfen lassen – sonst können sie von ihrer Arbeit freigestellt werden. "Wir werden das Land wegen der Haltung einiger nicht wieder schließen", sagte der Premier bei einer Ansprache im Staatsfernsehen.

Die Patienten auf den Intensivstationen seien "zu 99 Prozent nicht geimpft", begrĂŒndete Mitsotakis die Maßnahme. Griechenland sehe sich wie auch andere LĂ€nder einer doppelten Bedrohung ausgesetzt: der aggressiveren Delta-Variante des Coronavirus und ungeimpften Menschen. "Dabei ist nicht Griechenland gefĂ€hrdet, sondern die Ungeimpften sind es", sagte Mitsotakis. Die Impfpflicht gilt kĂŒnftig auch fĂŒr alle Wehrpflichtigen.

Rutte entschuldigt sich fĂŒr zu frĂŒhe Öffnung in den Niederlanden

Der niederlĂ€ndische MinisterprĂ€sident Mark Rutte entschuldigt sich dafĂŒr, die Corona-EinschrĂ€nkungen zu frĂŒh gelockert zu haben. "Was wir glaubten, dass es möglich wĂ€re, hat sich als nicht möglich in der Praxis erwiesen", sagt er vor Reportern in Amsterdam. "Wir hatten ein schlechtes Urteilsvermögen, was wir bedauern und fĂŒr das wir uns entschuldigen."

In dem Land legt die Zahl der Neuinfektionen wegen der Delta-Variante wieder zu. Allerdings steigt die Zahl der Klinikeinweisungen derzeit nicht so stark, da sich vor allem jĂŒngere Menschen anstecken und viele Ältere geimpft sind.

England hebt alle Maßnahmen auf – Johnson mahnt zur Vorsicht

Seit Wochen steigen die Infektionszahlen, nun will England alle Corona-Regeln aufheben. Dennoch könne die Bevölkerung nicht einfach zum normalen Leben zurĂŒckkehren, mahnt Premier Boris Johnson. Mehr dazu lesen Sie hier.

WHO kritisiert Massenfeiern bei EM-Finale

Menschen feiern am Londoner Wembley-Stadion: Die WHO kritisiert nun, die Feiern senden ein falsches Signal.
Menschen feiern am Londoner Wembley-Stadion: Die WHO kritisiert nun, die Feiern senden ein falsches Signal. (Quelle: Alex Pantling/getty-images-bilder)

Die Bilder von Fan-Massen rund um das Finale der Fußball-EM behindern aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Kampf gegen die Pandemie. WĂ€hrend in Europa schon relativ viele Menschen gegen Covid-19 geimpft seien, seien Hunderte Millionen in anderen Regionen noch nicht geschĂŒtzt, sagte WHO-Notfallkoordinator Mike Ryan am Montag in Genf. Die Menschen dort wĂŒrden den EM-Trubel sehen und denken, "Wow, die in Europa haben viel Spaß", sagte er bei einer Pressekonferenz. Dies mache es schwieriger, Menschen in Ă€rmeren Regionen ohne Impfstoff-Zugang dazu zu bewegen, sich weiterhin an Corona-Maßnahmen zu halten.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte die Hersteller Moderna und Pfizer auf, noch keine Auffrischungs-Impfungen an reiche LÀnder liefern. Dosen sollten zuerst an Àrmere LÀnder gehen, die noch nicht einmal ihr Gesundheitspersonal und Risikogruppen impfen konnten.

Nachlassendes Tempo der Impfkampagne macht Spahn Sorgen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich besorgt ĂŒber das nachlassende Tempo bei der Corona-Impfkampagne gezeigt. Am Sonntag seien insgesamt lediglich 221.720 Impfungen verabreicht worden – "so wenig Erstimpfungen wie gestern hatten wir zuletzt im Februar", schrieb Spahn am Montag auf Twitter.

"Anders als im Februar ist nun aber genug Impfstoff da", schrieb Spahn weiter. Er richtete einen Appell an die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger: "Es bleibt dabei: Bitte impfen lassen!"

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Söder hofft auf schnellere Impfempfehlung fĂŒr Jugendliche

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) macht weiter Druck auf die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) – er hofft auf eine schnellere generelle Corona-Impfempfehlung fĂŒr Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Seinen Informationen nach solle wohl bis Mitte, Ende August nochmals ĂŒber eine mögliche Empfehlung nachgedacht werden – da sei es fĂŒr den normalen Schulstart nach den Sommerferien allerdings "ganz nĂŒchtern zu spĂ€t", sagte Söder am Montag in MĂŒnchen.

Bisher hat die Stiko keine generelle Impfempfehlung fĂŒr Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt die Impfung in der Altersgruppe bisher nur bei bestimmten Vorerkrankungen.

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Gericht hebt QuarantĂ€ne fĂŒr ReiserĂŒckkehrerin aus Portugal rĂŒckwirkend auf

Keine ungleiche Behandlung fĂŒr ReiserĂŒckkehrer aus Portugal: Im Fall einer Urlauberin, die vier Tage vor der Herabstufung des Landes zum Hochinzidenzgebiet zurĂŒckkehrte, hat das Verwaltungsgericht in Frankfurt am Main eine behördlich angeordnete QuarantĂ€ne aufgehoben. Die Frau landete am 3. Juli in Deutschland und sollte sich fĂŒr 14 Tage isolieren, wie das Gericht am Montag mitteilte. Portugal galt zu diesem Zeitpunkt noch als Virusvariantengebiet.

Die Reisende musste sich demnach trotz vollstĂ€ndigen Corona-Impfschutzes und negativen PCR-Tests in QuarantĂ€ne begeben. Laut Gericht hĂ€tte die Urlauberin die QuarantĂ€ne gĂ€nzlich vermeiden können, wenn sie vier Tage lĂ€nger im Urlaub geblieben wĂ€re. Warum sie mit Blick auf den Infektionsschutz als "gefĂ€hrlicher" einzustufen sei als ein wenige Tage spĂ€ter zurĂŒckgekehrter Reisender, sei nicht nachzuvollziehen, hieß es.

Zahl der UnterernÀhrten weltweit in Corona-Krise deutlich gestiegen

Der Hunger weltweit hat einem UN-Bericht zufolge im Jahr der Corona-Pandemie 2020 deutlich zugenommen. Zwischen 720 und 811 Millionen Menschen – knapp ein Zehntel der Weltbevölkerung – waren SchĂ€tzungen zufolge im vergangenen Jahr unterernĂ€hrt, wie aus dem aktuellen Report zur Lage der weltweiten Nahrungsmittelsicherheit der Vereinten Nationen hervorgeht.

Dies seien 70 bis 161 Millionen mehr als 2019, es handelte sich um einen Anstieg um etwa 1,5 Prozentpunkte binnen eines Jahres. In den Jahren zuvor war der Zuwachs deutlich niedriger.

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