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Corona in Deutschland | Vor Corona-Gipfel – Erdogan kritisiert "Impf-Nationalismus"

Newsblog zu Covid-19  

Vor Corona-Gipfel – Erdogan kritisiert "Impf-Nationalismus"

22.09.2021, 00:06 Uhr | t-online, dpa, AFP, rtr

Corona in Deutschland | Vor Corona-Gipfel – Erdogan kritisiert "Impf-Nationalismus". Recep Tayyip Erdogan bei der 76. Generaldebatte der UN: Der Präsident der Türkei kritisierte die ungleiche Impfstoffverteilung. (Quelle: Eduardo Munoz/Pool Reuters/AP/dpa)

Recep Tayyip Erdogan bei der 76. Generaldebatte der UN: Der Präsident der Türkei kritisierte die ungleiche Impfstoffverteilung. (Quelle: Eduardo Munoz/Pool Reuters/AP/dpa)

Der türkische Präsident hat die mangelnde Bereitschaft einiger Länder bei der gerechten Verteilung von Vakzinen kritisiert. Und: Es gibt eine neue Studie zum Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson. Alle Infos im Newsblog. 

In Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 4,1 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben 93.052. Mehr zu den aktuellen Zahlen lesen Sie hier. Im Zuge der Ende 2020 begonnenen Impfkampagne haben inzwischen 67,3 Prozent der Bundesbürger mindestens eine Impfdosis erhalten, 63,3 Prozent sind vollständig geimpft (Stand: 21. September 2021).
 



Erdogan verurteilt "Impf-Nationalismus"

Vor dem Online-Gipfel zur Corona-Pandemie von US-Präsident Joe Biden hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die mangelnde Bereitschaft einiger Länder bei der Verteilung von Vakzinen verurteilt. Angesichts von Millionen Toten und Dutzenden Millionen Infizierten sei es "eine Schande für die Menschheit, dass der Impf-Nationalismus immer noch mit verschiedenen Methoden weitergeführt wird", sagte Erdogan am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.

US-Präsident Biden hat für diesen Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Pandemie einberufen. Ziel ist es, Staats- und Regierungschefs mit Nichtregierungsorganisationen zusammenzubringen, um sich auf eine "gemeinsame Vision zur Bekämpfung" von Corona zu einigen, hieß es vorab aus dem Weißen Haus.

Zentrales Thema bei dem Treffen sei die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt. Bei der Verteilung vor allem des Zugangs zu Impfstoffen gibt es großte Ungleichheiten in der Welt. In Afrika sind beispielsweise erst etwa drei Prozent der Menschen geimpft.

Studie: Vakzin von Johnson & Johnson wirksamer durch Zweitimpfung

Der Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson ist neuen Untersuchungen zufolge wirksamer gegen eine Corona-Infektion, wenn er zweimal verabreicht wird. Eine zweite Impfung, die rund zwei Monate nach der ersten verabreicht wurde, bot in einer weltweiten klinischen Studie einen 75-prozentigen Schutz, wie das Unternehmen erklärte. Der Antikörperwert stieg demnach auf das Vier- bis Sechsfache der nach der Einzeldosis beobachteten Werte. In den USA habe die Schutzwirkung nach der zweiten Dosis sogar bei 94 Prozent gelegen.

Der Grund ging aus der Pressemitteilung des Unternehmens allerdings nicht hervor. Er könnte aber mit einer geringeren Anzahl von Varianten zum Zeitpunkt der Datenerhebung in den USA zusammenhängen.

Zuletzt war die Schutzwirkung des Einmal-Impfstoffs von Johnson & Johnson in Frage gestellt worden, nachdem vermehrt Imfdurchbrüche gemeldet worden waren. Allein in den USA sind fast 15 Millionen Menschen mit dem Vakzin geimpft worden.

WHO: Weltweiter Rückgang der Zahl von Corona-Fällen

Die Zahl der der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldeten Covid-19-Fälle ist gesunken. Vorige Woche wurden der WHO 3,67 Millionen Fälle gemeldet, 9 Prozent weniger als in den sieben Tagen zuvor, wie die UN-Behörde am Dienstagabend in Genf berichtete. Zuvor waren die Zahlen seit Anfang Juni kontinuierlich angestiegen und hatten im August ein Plateau erreicht.

Fast alle Kontinente verzeichneten Rückgänge. Nur in Afrika gab es einen leichten Anstieg. Die weltweite Zahl der Todesfälle sank im Wochenvergleich um 7 Prozent auf knapp 60.000. Der statistische Bericht der WHO enthielt keine Erklärungen für die Entwicklung der Zahlen.

Bericht: Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte geplant

Bei dem Treffen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern soll es am Mittwoch einem Bericht zufolge auch um eine Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte und Selbstständige in bestimmten Branchen gehen. Angesichts der Infektionslage und einer für Herbst und Winter prognostizierten vierten Welle solle die Testpflicht dort eingeführt werden, wo Beschäftigte mit "externen Personen in direkten Kontakt kommen", heißt es laut dem "Handelsblatt" in einem Beschlussentwurf für das Treffen.

Es werde "ein dringender Handlungsbedarf gesehen", da es eine Diskrepanz gebe zwischen einer rechtsverbindlichen 3G-Nachweispflicht im Publikumsverkehr einerseits und der bloßen Angebotspflicht auf Seiten der Arbeitgeber, schreibt das "Handelsblatt". "Daher sollte eine Pflicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, das Testangebot anzunehmen, bundeseinheitlich geregelt werden", zitiert die Zeitung aus dem Beschlussentwurf. Dies gelte vor allem wegen der Mobilität von Beschäftigten. Auch eine Testpflicht für Selbstständige mit vergleichbaren Außenkontakten müsse geregelt werden.

Berichten zufolge sieht der Beschlussentwurf für das Gesundheitsministertreffen auch vor, dass ungeimpfte Beschäftigte ab dem 11. Oktober im Quarantänefall keine Entschädigung mehr für Lohnausfall bekommen sollen. Ab dem Datum wird es die kostenlosen Schnelltests nicht mehr geben. Damit soll der Druck auf Ungeimpfte weiter erhöht werden, sich doch noch impfen zu lassen. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist davon unabhängig, sie wird bei einer Corona-Erkrankung bezahlt.

Macrons Impfzertifikat zirkuliert online

Das Corona-Impfzertifikat von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist in den sozialen Medien aufgetaucht. Der QR-Code mit Angabe von Namen und Geburtsdatum Macrons sowie seinen Impfinformationen sei aufgrund eines Fehlverhaltens im Netz gelandet, hieß es aus dem Élyséepalast in Paris. Ob der Code ausgetauscht werde, sei noch unklar. Dem Élysée zufolge haben Frankreichs Gesundheitskräfte Zugriff auf ein zentralisiertes System mit Corona-Impfzertifikaten. Aus dem Kreise dieses Personals sei Macrons QR-Code aus Versehen oder mit Absicht in Umlauf gebracht worden.

Emmanuel Macron: Nach seiner Corona-Infektion im Dezember war Frankreichs Präsident im Mai geimpft worden. (Quelle: Reuters/Gonzalo Fuentes)Emmanuel Macron: Nach seiner Corona-Infektion im Dezember war Frankreichs Präsident im Mai geimpft worden. (Quelle: Gonzalo Fuentes/Reuters)

Macron hatte Frankreich im Juli strikte Regeln im Kampf gegen eine vierte Corona-Welle auferlegt. Impfungen wollte er vorantreiben. Der Besuch von Restaurants, Bars und Museen sowie Fahrten etwa mit dem Fernzug sind mittlerweile nur mit dem sogenannten Gesundheitspass erlaubt. Als Gesundheitspass zählt neben einer Corona-Impfung ein Genesungsnachweis oder ein negativer Corona-Test. Nach seiner Corona-Infektion im Dezember war Macron im Mai geimpft worden.

Mittlerweile sind mehr als 70 Prozent der Menschen in Frankreich vollständig gegen das Coronavirus immunisiert. Die Zahl der Neuansteckungen sinkt weiter und lag zuletzt landesweit auf sieben Tage gesehen bei etwa 76 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

EU-Kommission unterschreibt Vertrag für Covid-19-Medikament

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220 000 Behandlungen eines Medikaments mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Es handele sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die Frage, ob Deutschland unter den 18 teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen.

CDU-Gesundheitspolitiker rechnet mit vollständiger Normalität ab März

Der Vorschlag eines "Freedom Days" am 30. Oktober, bei dem alle Corona-Beschränkungen fallen sollen, stößt weiter auf Kritik. "Ich finde es nicht kollegial, solche zusätzlichen Belastungen einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist", sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Impfquote ist viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben."

Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel ergänzte gegenüber dem RND: "Ich halte den Vorschlag für nicht hilfreich in der aktuellen Situation, kurz vor einer möglichen vierten Welle." Er rechne allerdings mit vollständiger Normalität ab März 2022. Kassenärztechef Andreas Gassen hatte den Vorschlag kürzlich gemacht – und war dafür bereits deutlich kritisiert worden.

Andreas Gassen: Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat sich für einen "Freedom Day" wie in Großbritannien ausgesprochen. (Quelle: imago images/Christian Thiel)Andreas Gassen: Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat sich für einen "Freedom Day" wie in Großbritannien ausgesprochen. (Quelle: Christian Thiel/imago images)

Booster-Impfung soll Schutz von J&J-Vakzin deutlich erhöhen

Eine Corona-Auffrischimpfung mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson verstärkt nach Angaben des US-Pharmakonzerns die Wirkung deutlich. Eine Booster-Impfung etwa zwei Wochen nach der ersten Impfung erhöhe den Schutz vor einem moderaten bis schweren Verlauf einer Infektion auf 94 Prozent, teilt das Unternehmen unter Verweis auf Untersuchungsergebnisse mit.

Im Vergleich dazu bietet eine Einzeldosis den Angaben zufolge einen Schutz von 70 Prozent. Die Antikörperbildung werde um das Vier- bis Sechsfache erhöht, bei einer Verabreichung sechs Monate nach der ersten Dosis stiegen die Antikörperspiegel sogar um das Zwölffache, heißt es weiter.

Die Nebenwirkungen von zwei Dosen seien mit denen vergleichbar, die in Studien bei einer Einzelimpfung beobachtet worden seien. Der Konzern betont zugleich, dass bei seinem Vakzin weiterhin eine Einzeldosis grundsätzlich ausreichend sei.

Hamburg lockert 2G-Modell: Maskenpflicht entfällt

In Hamburg können Fußballstadien ab dem kommenden Wochenende unter 2G-Bedingungen wieder bis zum letzten Platz besetzt werden. Auch in den Hamburger Clubs dürfen Geimpfte und Genesene ab Samstag wieder ohne Maske und abstandslos tanzen, wie die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag sagte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kanzleramtschef: Haben Inzidenz von bis zu 850 verhindert

Kanzleramtsminister Helge Braun hat Vorwürfe von "Horror-Prognosen" in der Corona-Pandemie zurückgewiesen. Seine Warnung aus dem Juli, dass die Inzidenz bis zur Bundestagswahl auf 850 steigen könnte, sei vielmehr der Grund für eine folgende Politikänderung gewesen, schreibt der CDU-Politiker in der "Bild".

Bund und Länder hätten dann die bundesweite Einführungen der 3G-Regeln und teilweiser 2G-Optionen beschlossen. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte auf Berechnung der damaligen Infektions-Dynamik vor sehr hohen Sieben-Tage-Inzidenzen im September und Oktober gewarnt.

Neuseeland kündigt höhere Strafen bei Corona-Verstößen an

Neuseeland will mit höheren Geld- und Haftstrafen gegen Personen vorgehen, die gegen Corona-Regeln verstoßen. "Unser Erfolg basiert auf der Tatsache, dass die Menschen im Großen und Ganzen konform waren", sagt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. "Es gab jedoch die eine oder andere Person, die die Regeln gebrochen und andere in Gefahr gebracht hat."

Jemand, der vorsätzlich eine Corona-Verordnung nicht befolgt, beispielsweise ohne Erlaubnis reist, begeht eine strafbare Handlung und muss im Falle einer Verurteilung nun mit einer Geldstrafe von bis zu 12.000 Neuseeland-Dollar (gut 7.200 Euro) oder sechs Monaten Haft rechnen. Die Geldstrafe ist das Dreifache von dem, was bislang fällig war.

Studien: Mehr US-Bürger an Corona gestorben als durch die Spanische Grippe

Infolge der Corona-Pandemie sind mittlerweile mehr US-Bürger gestorben als durch die Spanische Grippe. Laut einer am Montag veröffentlichten Zählung der Johns-Hopkins-Universität starben in den USA mehr als 675.700 in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Spanische Grippe, die zwischen 1918 und 1920 wütete, kostete laut US-Gesundheitsbehörde CDC 675.000 Menschen in den USA das Leben.

Damit hat die Spanische Grippe, zumindest in absoluten Zahlen, am Montag ihren Titel als schwerste Pandemie der jüngeren US-Geschichte verloren. Weltweit starben durch die Spanische Grippe laut Historikern mindestens 50 Millionen Menschen.

Anders als das Coronavirus endete die Spanische Grippe besonders für junge Leute häufig tödlich – insbesondere Menschen unter fünf Jahren oder zwischen 20 und 40 Jahren waren häufig betroffen.

Weiße Fahnen, die auf der National Mall in Washington D.C. zum Gedenken aufgestellt wurden: Im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion sind in den USA mehr als 675.700 Menschen gestorben. (Quelle: dpa/Aaron Schwartz/XinHua)Weiße Fahnen, die auf der National Mall in Washington D.C. zum Gedenken aufgestellt wurden: Im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion sind in den USA mehr als 675.700 Menschen gestorben. (Quelle: Aaron Schwartz/XinHua/dpa)

Australien: Behörden schließen alle Baustellen in Millionenstadt

Die australischen Behörden schließen alle Baustellen in der Fünf-Millionenstadt Melbourne für zwei Wochen. Hunderte Menschen hatten am Wochenende trotz eines strengen Lockdowns gegen eine Impfpflicht für Bauarbeiter protestiert. Die nicht genehmigte Demonstration schlug in Gewalt um, die sich auch gegen Gewerkschaftsvertreter richtete.

Die größten australischen Städte Sydney, Melbourne und die Hauptstadt Canberra befinden sich schon seit Wochen im Lockdown, um einen Ausbruch der hochansteckenden Delta-Variante einzudämmen. 

"Luxusdinner in New York" – Bolsonaro muss Pizza draußen essen

Mutmaßlich wegen seiner fehlenden Corona-Impfung hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro am Rande der UN-Generaldebatte in New York eine Pizza auf dem Bürgersteig gegessen. "Luxusdinner in New York" schrieb ein Mitglied der brasilianischen Delegation auf Twitter unter einem Foto, das Bolsonaro mit einem Stück Pizza im Freien zeigte. Hier lesen Sie mehr.

USA wollen geimpfte EU-Bürger wieder einreisen lassen

Die USA werden die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote unter anderem für Europäer lockern. Vollständig geimpfte Ausländer sollen ab "Anfang November" wieder einreisen dürfen, sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients. Reisende werden sich demnach testen lassen und einer Kontaktverfolgung zustimmen müssen. Hier lesen Sie mehr.

US-Präsident Joe Biden: Berichten zufolge will die US-Regierung den Einreisestopp für EU-Bürger im November aufheben. (Quelle: AP/dpa/Evan Vucci)US-Präsident Joe Biden: Berichten zufolge will die US-Regierung den Einreisestopp für EU-Bürger im November aufheben. (Quelle: Evan Vucci/AP/dpa)

Haltbarkeit von 100 Millionen Corona-Impfdosen läuft bald ab

Ende des Jahres läuft die Haltbarkeit von mehr als 100 Millionen Corona-Impfdosen weltweit ab. Wenn sie nicht dringend umverteilt würden, werde der Impfstoff vergeudet, warnte das Datenanalyse-Unternehmen Airfinity. Mehr als 40 Prozent dieser Impfdosen seien in der EU, wie Airfinity am Montag berichtete. Bedenke man, dass die meisten Empfängerländer mindestens zwei Monate Haltbarkeit ab Einfuhr brauchen, um die Impfkampagnen durchzuführen, drohten 241 Millionen Impfdosen ungenutzt abzulaufen.

Eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird aufgezogen: Weltweit droht eine gigantische Menge abzulaufen. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)Eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird aufgezogen: Weltweit droht eine gigantische Menge abzulaufen. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa)

Wenn diese Impfdosen umgehend verteilt würden, würde das zusammen mit dem bereits gekauften und zur Verfügung gestellten Dosen reichen, um 70 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen gegen das Coronavirus zu impfen, so Airfinity. Das britische Institut wertet unter anderem Unternehmens- und Wissenschaftsdaten aus.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf dringt seit Monaten auf eine fairere Verteilung der Impfstoffe. Je länger das Virus in Ländern mit niedriger Impfquote zirkuliere, desto größer sei die Gefahr neuer Varianten, gegen die die Impfstoffe weniger oder nicht wirkten. Die EU-Staaten sowie Japan, Kanada, Großbritannien und die USA werden bis Ende des Jahres nach Angaben von Airfinity zusammen eine Milliarde mehr Impfdosen zur Verfügung haben als sie benötigen, heißt es in der Analyse. Diese Länder haben zugesagt, bis Mitte nächsten Jahres 1,2 Milliarden Impfdosen zu spenden. Davon seien aber erst zwölf Prozent geliefert worden.

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister rechnet damit, dass ab dem kommenden Jahr auch Kinder unter 12 gegen Corona geimpft werden können. (Quelle: dpa/Federico Gambarini)Jens Spahn: Der Gesundheitsminister rechnet damit, dass ab dem kommenden Jahr auch Kinder unter 12 gegen Corona geimpft werden können. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Corona-Impfung für Unter-12-Jährige? Spahn dämpft Erwartungen 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet Anfang kommenden Jahres die Zulassung für einen Corona-Impfstoff für die Jüngsten. "Ich gehe davon aus, dass die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren im ersten Quartal 2022 kommt", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Dann könnten wir auch die Jüngeren noch besser schützen." 

Der Impfstoffhersteller Biontech hatte vor einigen Tagen erklärt, er rechne damit, dass noch in diesem Jahr sein Impfstoff für fünf- bis elfjährige Kinder zum Einsatz kommen kann. Der Minister wies zugleich darauf hin, zwischen der Zulassung und einer Impfempfehlung durch die Stiko könne dann noch einmal Zeit vergehen. "Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird auch in diesem Fall zeitlich etwas später kommen", sagte Spahn. 

In den Zeitungen der Funke Mediengruppe mahnte Spahn zugleich Einheitlichkeit bei den Corona-Regeln für Veranstaltungen an. "Ideal wäre, wenn sich alle Länder auf das 2G-Modell als Option einigen." Die Veranstalter könnten dann bundesweit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, um im Gegenzug von anderen Schutzauflagen befreit zu werden.

Tourismusbeauftragter hält Après-Ski in Wintersaison für möglich

Wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hält auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung eine Corona-Wintersaison in den Bergen samt Après-Ski unter bestimmten Bedingungen für möglich. "Wir wollen wieder unbeschwert Skiurlaub machen", sagte Thomas Bareiß (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Daher ist es grundsätzlich richtig, bestimmte Veranstaltungen nur für Personengruppen zu öffnen, bei denen die Ansteckungsgefahr gering ist." Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens dürfe es keine Schließungen mehr geben, gleichzeitig müssten Gäste und Gastgeber geschützt werden. "In dem Fall bleibt zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend ist", sagte Bareiß. "Die Impfung bleibt das A und O."

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach reagierte kritisch auf diesen Vorstoß. "Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen – auch nicht der österreichische Bundeskanzler", sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen. Er würde aus heutiger Sicht "eher davon abraten, unter Ischgl-ähnlichen Bedingungen zu feiern" und verwies auf Impfdurchbrüche. Der österreichische Party- und Skiort Ischgl war voriges Jahr zum Corona-Hotspot geworden.

Österreich: Chef von Rechtspopulisten klagt gegen Impf-Behauptung

Der Parteivorsitzende der FPÖ und ehemalige Innenminister Österreichs, Herbert Kickl, will gegen die Behauptung klagen, er sei gegen das Coronavirus geimpft. Kickl sieht seine "politische Glaubwürdigkeit durch Fake-Vermutungen und deren Wiedergabe" untergraben. "Ob sich jemand gegen Corona impfen lässt oder nicht, muss seine freie Entscheidung sein. Das ist der freiheitliche Zugang. Ich bin nicht geimpft." Über den Vorfall hatte unter anderem der österreichische "Kurier".

Zuvor hatte der Lobbyist Wolfgan Rosam in einer Sendung bei "oe.24" behauptet, Kickl habe sich entgegen seiner Behauptungen heimlich impfen lassen. Die Rechtspopulisten hatten zuletzt mit einem Video für Aufsehen gesorgt, in dem vor den Impfungen gewarnt wurden.

Auf die Androhung der Klage reagierte der Beschuldigte Rosam gelassen: "Ich finde es gut, dass Herr Kickl die Gerichte bemüht. Denn dann können wir dort auch seine unfassbaren Falschaussagen, dass auf den Intensivstationen lauter Geimpfte liegen, klarstellen. Ich ziehe meine Behauptung nicht zurück, sie war im Konjunktiv und es gibt ja auch dieses Gerücht", sagte Rosam der Zeitung "Österreich".

Spahn will Nachweis durchgemachter Corona-Infektion erleichtern

Für den Nachweis einer durchgemachten Corona-Infektion vor einer Impfung sollen bald auch Antikörpertests verwendet werden können. "Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der "Bild"-Zeitung. "Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen." Die Kosten für diesen müssten die Bürger allerdings selbst tragen.

Künftig gelte jeder als vollständig geimpft, "der mit einem Antikörpertest eine durchgemachte Infektion nachweisen kann und sich einmal hat impfen lassen", kündigte Spahn an. "So bekommen noch mehr Impfwillige ihre Freiheit zurück."

Bisher ist laut der geltenden Corona-Schutzverordnung ein sogenannter Genesenen-Nachweis nötig, um eine durchgemachte Corona-Infektion zu belegen. Dabei handelt es sich um den Nachweis eines entsprechenden Labortests während der Erkrankung, der mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate alt ist. Liegt ein solcher Nachweis vor, genügt eine Impfdosis für den Status als vollständig Geimpfter. Für den Status als Genesener, der für sechs Monate nach der Infektion gilt, ist dem Bericht zufolge weiterhin der entsprechende Labortest nötig.

Mehrheit für 2G-Regel in Restaurants

57 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten laut einer Umfrage die 2G-Regeln für die Gastronomie und Veranstaltungen. 33 Prozent halten das 2G-Modell laut der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild am Sonntag" hingegen für falsch. Von den Befürwortern sprachen sich 66 Prozent dafür aus, die 2G-Regeln verpflichtend einzuführen.

31 Prozent waren der Meinung, dass es den Gastronomen und Veranstaltern selbst überlassen sein sollte, ob sie auf das 2G-Modell setzen. Für die Umfrage wurden am 17. September 1002 Menschen befragt.

In immer mehr Bundesländern werden derzeit 2G-Optionsmodelle für Betriebe aus den Kultur- und Dienstleistungsbranchen eingeführt. Unter anderem in Hamburg, Berlin, Hessen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg gibt es entsprechende Wahlmöglichkeiten für Unternehmer.

Bei 2G-Optionsmodellen können Gastronomen oder Unternehmer etwa aus der Kultur-, Veranstaltungs- und Sportbranche den Zugang freiwillig auf Geimpfte und Genesene beschränken. Alle Kunden, die lediglich einen Coronatest vorweisen können, dürfen dann nicht eingelassen werden. Im Gegenzug entfallen in der Regel Masken- und Abstandsregeln. Für Kinder und Jugendliche gelten Ausnahmen.

Hausärzte offen gegenüber Doppel-Impfung

Der Deutsche Hausärzteverband steht einer gleichzeitigen Impfung gegen Corona und Grippe an einem Termin offen gegenüber. "Aus hausärztlicher Sicht sprechen zwei klare Vorteile dafür, die Corona- wie die Influenzaimpfung möglichst zeitgleich zu verabreichen", sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der Deutschen Presse-Agentur. "Zum einen bestünde andernfalls die Gefahr, dass manche Patientinnen und Patienten nur eine der beiden Impfungen wahrnehmen." Denn sie wollten eher nicht zu mehreren Impfterminen hintereinander erscheinen. "Außerdem wäre es aus organisatorischer Sicht einfacher und würde gleichzeitig das mögliche Ansteckungsrisiko durch die Vermeidung eines zusätzlichen Impftermins reduzieren", ergänzte Weigeldt.

Eine Doppel-Impfung hatte jüngst auch Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), in einem MDR-Interview für unbedenklich gehalten. Sein Verband begrüße diese Einschätzung zur parallelen Impfung auf Grundlage der aktuellen Daten, ergänzte Weigeldt.

Spahn sieht Impfaktionswoche als Erfolg

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine positive Bilanz der Aktionswoche zum Impfen gegen das Coronavirus gezogen. "Wir haben in der Aktionswoche insgesamt rund 500.000 der wichtigen Erstimpfungen geschafft, etwa die Hälfte dürfte auf Aktionen zurückgehen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Vereine, Organisationen, Privat-Initiativen und Freiwillige hätten bundesweit rund 1.500 Impfaktionen auf die Beine gestellt. Möglicherweise habe es noch deutlich mehr gegeben.

Dennoch zeigte sich Spahn besorgt über die große Gruppe Ungeimpfter in der älteren Bevölkerung: "Von den 24 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahren sind knapp vier Millionen noch ungeimpft, das ist fast jeder sechste in dieser Risikogruppe", sagte der Minister.

Kurz schließt Après-Ski nur für Geimpfte nicht aus

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz verspricht eine sichere Skisaison. Falls sich die Corona-Situation weiter verschärft, würden nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, kündigte er in einem Interview mit der Funke Mediengruppe (Samstag) an. Sowohl 70 Prozent der über 12-Jährigen in Österreich als auch die überwiegende Masse der Touristen seien geimpft. "Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege."

Der österreichische Party- und Skiort Ischgl war voriges Jahr zum Corona-Hotspot geworden. Am Freitag wurde in Wien ein Schadenersatz-Prozess gegen den Staat Österreich verhandelt. Die Kläger sind Hinterbliebene eines Corona-Toten, der in Ischgl geurlaubt hatte. Ihr Anwalt argumentierte, dass Kurz mit seiner unvorbereiteten Ankündigung der Quarantäne für Ischgl für ein Ausreise-Chaos mit weiteren Infektionen verantwortlich war. Die Republik weist die Vorwürfe von sich.

Kurz sagte im Interview, dass auch die sogenannte 3G-Regel für einen sicheren Winter sorgen werde – also der Zutritt zu Gastronomie und Hotels nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete. Der konservative Kanzler räumte ein, dass die Kampagne der rechten FPÖ mit ein Grund für Österreichs niedrigere Impfrate im Vergleich zu Deutschland ist.

US-Experten gegen Auffrischungsimpfung

Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat sich mit großer Mehrheit gegen generelle Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer ausgesprochen. Die einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern kam am Freitag nach stundenlanger Diskussion zu dem Schluss, dass vorliegende Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten.

US-Präsident Joe Biden hatte sich angesichts abnehmender Immunität gegen Covid-19 für eine weitere Dosis für alle ausgesprochen, deren Zweitimpfung schon mehr als acht Monate her ist.

US-Studie: Moderna schützt besser als Impfstoff von Pfizer/Biontech

Eine Studie mit 3.689 Teilnehmern über 18 Jahren in den US sieht einen Vorteil beim Impfstoff Moderna, vor allem was schwere Verläufe und einen langfristigen Schutz angeht. Der von der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlichte Bericht zeigte, dass Moderna bei 98 Prozent vor einem Krankenhausaufenthalt schützte, der Impfstoff von Pfizer-Biontech dagegen mit 88 Prozent. Nach vier Monaten konnte eine Abschwächung des Impfschutzes bei Pfizer-Patienten beobachtet werden. Auch bei Menschen mit einer Immunschwäche zeigte sich in der Studie Moderna überlegen – sie kamen seltener ins Krankenhaus.

Hunderte abgelaufene Impfdosen von Moderna verabreicht

Wegen eines falschen Etiketts sind in Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen 840 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna verabreicht worden. Der Impfstoff wurde vorschriftsmäßig in Kühlboxen transportiert. Auf den Paketen war eine längere Ablaufzeit notiert, wie die drei zuständigen Landkreise am Freitag mitteilten. Daher sei der Impfstoff teilweise noch gespritzt worden. Das Datum habe sich später als falsch herausgestellt. Die Verantwortlichen erwarteten wegen des Fehlers zunächst keine Folgen für die Betroffenen.

Moderna-Impfstoff: Ein falsches Datum auf einem Etikett hat wohl für die Verimpfung von abgelaufenen Dosen gesorgt.  (Quelle: imago images/Dusko Jaramaz/PIXSELL)Moderna-Impfstoff: Ein falsches Datum auf einem Etikett hat wohl für die Verimpfung von abgelaufenen Dosen gesorgt. (Quelle: Dusko Jaramaz/PIXSELL/imago images)

"Es gibt bisher keine Rückschlüsse, dass sich aus der längeren Aufbewahrungszeit Auswirkungen auf die Wirksamkeit ergeben hätten", sagte die ärztliche Leiterin des Sindelfinger Kreisimpfzentrums, Martina Burchert-Graeve. Einer neuen Studie des Herstellers zufolge sei der Impfstoff so stabil, dass er drei Monate lang bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden könne. In Europa gelte aber derzeit noch die Vorgabe der Europäische Arzneimittel-Agentur, nach der die Lagerung eine Dauer von 30 Tagen nicht überschreiten soll.

Österreich: Bei Verschärfung Après-Ski nur für Geimpfte

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz verspricht eine sichere Skisaison. Falls sich die Corona-Situation weiter verschärft, würden nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, kündigte er in einem Interview mit der Funke Mediengruppe (Samstag) an. Sowohl 70 Prozent der über 12-Jährigen in Österreich als auch die überwiegende Masse der Touristen seien geimpft. "Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege."

Der österreichische Party- und Skiort Ischgl war voriges Jahr zum Corona-Hotspot geworden. Am Freitag wurde in Wien ein Schadenersatz-Prozess gegen den Staat Österreich verhandelt. Die Kläger sind Hinterbliebene eines Corona-Toten, der in Ischgl geurlaubt hatte. Ihr Anwalt argumentierte, dass Kurz mit seiner unvorbereiteten Ankündigung der Quarantäne für Ischgl für ein Ausreise-Chaos mit weiteren Infektionen verantwortlich war. Die Republik weist die Vorwürfe von sich.

Kochsalz-Injektionen: Entschädigung für Betroffene

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland den über 10.000 Betroffenen eine Entschädigung an. Eine Aufwandsentschädigung von 35 Euro erhielten diejenigen, die eine Impfung wiederholen müssen, 50 Euro erhalte, wer zweimal nachgeimpft werden müsse, gab der Landkreis Friesland online bekannt.

Dafür müsse ein Antrag gestellt werden, das Antragsformular stehe auf der Homepage des Landkreises zum Herunterladen bereit. Das Formular müsse ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben werden und könne per E-Mail oder Post beim Landkreis eingereicht werden. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Alternativ könne der Vordruck auch bei den Städten und Gemeinden abgeholt werden, teilte der Landkreis weiter mit. Derzeit werde an einem Online-Formular gearbeitet, das von Ende kommender Woche an zur Verfügung stehen solle. Der Nachweis über die Nachholimpfung müsse dem Antrag beigefügt werden. Die Kosten übernehme das Land, die Auszahlung erfolge über den Landkreis. "Ich möchte ausdrücklich dem Land Niedersachsen danken, dass wir gemeinsam diese unbürokratische Lösung anbieten können", sagt Landrat Sven Ambrosy.

Eine Krankenschwester hatte zugegeben, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollten daher rund 10.000 Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.

Eine Frau auf Ischia lässt sich impfen: In Italien waren bis Donnerstag 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft. (Quelle: imago images/Pasquale Gargano)Eine Frau auf Ischia lässt sich impfen: In Italien waren bis Donnerstag 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft. (Quelle: Pasquale Gargano/imago images)

Weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung aus Schulen und Kitas gemeldet

Schulen und Kitas haben im Frühjahr 2020 während der Corona-Pandemie deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. In den Schulen hätten sich insbesondere im April und Mai vergangenen Jahres die Fälle im Vergleich zu den Vorjahresmonaten mehr als halbiert, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

Fachleute hatten vor dem ersten Corona-Lockdown davor gewarnt, dass ein Teil der Kinderschutzfälle durch die Schul- und Kitaschließungen unentdeckt bleiben könnte. Tatsächlich sanken die Hinweise der Statistik zufolge zeitweise stark.

Demnach ging die Zahl der von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle von März auf April 2020 von 1476 auf 674 Fälle zurück. Damit halbierte sich der Wert nicht nur gegenüber dem Vormonat, sondern auch im Vergleich zum April des Vorjahres mit 1435 Fällen. Im Mai 2020 lag die Zahl der von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle mit 729 weiterhin nur etwa halb so hoch wie im Mai des Vorjahres mit 1.433 Fällen.

Auch Kitas meldeten im April und Mai vergangenen Jahres weniger Fälle von Kinderwohlgefährdungen und Fälle von Hilfe- oder Unterstützungsbedarf an die Jugendämter. Mit 422 Kinderschutzfällen fielen die Hinweise der Kitas im April 2020 im Vergleich zum Vormonat und zum April des Vorjahres um mehr als ein Drittel niedriger aus. Gleiches galt für den Mai. Im Juni 2020 überschritten die Fallzahlen den Vorjahreswert dann deutlich.

Italien schreibt Beschäftigten Impfung oder Corona-Tests vor

Als erstes Land in Europa schreibt Italien künftig allen Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bereich Impfungen oder negative Corona-Tests vor, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi beschloss am Donnerstag, den "Grünen Pass" umfangreich auszuweiten. Wer kein Zertifikat vorweisen kann, darf vom 15. Oktober an nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie gehen. Mit der Maßnahme will Draghi Impfgegner und -zweifler umstimmen. In Italien waren bis Donnerstag 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft.

Das neue Dekret setzte Draghi trotz der Proteste der Gewerkschaften und Teile der rechten Parteien durch. Diese hatten in den Beratungen mit dem Regierungschef erfolglos gefordert, dass Covid-Tests als Alternativen zu Impfungen kostenlos bleiben müssten. Es dürfe nicht sein, dass man bezahlen müsse, um arbeiten zu gehen, hieß es. Draghis Kabinett aber beschloss lediglich Preisdeckelungen: Erwachsene dürfen pro Test höchstens 15 Euro zahlen, Kinder 8 Euro.

Verstöße gegen die Regeln sollen scharf geahndet werden: Wer keinen Grünen Pass – dazu zählt auch der EU-Corona-Zertifikat – hat und deshalb nicht zur Arbeit erscheint, darf ohne Bezahlung freigestellt werden – in öffentlichen Einrichtungen nach fünf Tagen, in der Privatwirtschaft sofort. In einigen Bereichen wie etwa an Schulen ist der Grüne Pass bereits Pflicht. Arbeitgebern, die keine Kontrollen durchführen, drohen Bußgelder bis zu 1.500 Euro. Das neue Dekret wird vom 15. Oktober bis 31. Dezember gelten. Bis Jahresende gilt in Italien offiziell noch der Corona-Notstand.

Neuseeland setzt Reisekorridor mit Australien weitere zwei Monate aus

Wegen der noch immer hohen Corona-Zahlen in Australien setzt Neuseeland den Reisekorridor mit dem Nachbarland um weitere zwei Monate aus. Die beiden Inselstaaten hatten sich im April auf eine Regelung zum quarantänefreien Reisen der Bürger zwischen den Ländern geeinigt. Die so genannte "Trans-Tasman bubble" wurde aber im Juli wieder gestoppt, nachdem Australien wegen der Ausbreitung der Delta-Variante steigende Fallzahlen meldete.

Auch Neuseeland kämpfte zuletzt mit einem Ausbruch in der Metropole Auckland, hat diesen aber wieder weitgehend unter Kontrolle gebracht. "Neuseeland vor einer möglichen weiteren Verbreitung der Delta-Variante zu schützen, hat für uns absolute Priorität", sagte der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins, am Freitag. "Das quarantänefreie Reisen mit Australien zu diesem Zeitpunkt wieder einzuführen, könnte unsere Fortschritte gefährden."

Im November will die Regierung in Wellington die Lage neu bewerten. Bis dahin seien voraussichtlich bei den Impfkampagnen Fortschritte gemacht worden, hieß es. Beide Länder hatten lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt und ihre Außengrenzen für internationalen Reiseverkehr weitgehend geschlossen. Die Impfungen schritten aber lange nur schleppend voran.

Krankschreibung per Telefon bei Erkältungen weiter möglich

Angesichts der weiter angespannten Corona-Lage bleiben Krankschreibungen in Deutschland wegen leichter Erkältungsbeschwerden bis Jahresende auch telefonisch und ohne Besuch einer Arztpraxis möglich. Die Sonderregelung wird nochmals um drei Monate bis 31. Dezember verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken beschloss. Dies solle wegen der leichter übertragbaren Delta-Virusvariante und langsam voranschreitender Impfungen weiterhin helfen, Kontakte zu vermeiden und Infektionsrisiken zu minimieren.

Telefonische Krankschreibungen sind bis zu sieben Tage möglich und können ebenfalls telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Ärztinnen und Ärzte müssen sich dafür durch "eingehende telefonische Befragung" persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen.

In den Krankenhäusern soll eine Corona-Sonderregelung auslaufen. Ab 1. Oktober sollen ausgesetzte Vorgaben zu einer Mindestbesetzung mit Pflegefachkräften in bestimmten Stationen wieder greifen. Diese Mindestausstattung solle gerade in kritischen Bereichen wie der Versorgung Frühgeborener und von Kindern nach einer Herzoperation oder einer Krebsbehandlung wieder gewährleistet sein.

Schnelltests für Schwangere und Jugendliche wohl ab 2022 kostenpflichtig

Die Kostenübernahme von Corona-Schnelltests für 12- bis 17-Jährige und für Schwangere soll Ende 2021 auslaufen. "Wir werden für alle Kinder über zwölf Jahren und für Schwangere bis Ende des Jahres die Kosten übernehmen", zitiert die "Welt" Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister rechnet damit, dass ab dem kommenden Jahr auch Kinder unter 12 gegen Corona geimpft werden können. (Quelle: dpa/Federico Gambarini)Jens Spahn: Der Gesundheitsminister rechnet damit, dass ab dem kommenden Jahr auch Kinder unter 12 gegen Corona geimpft werden können. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Für beide Gruppen sei die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen. "Sie haben in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen." Ungeimpfte müssen ab dem 11. Oktober Corona-Test selber bezahlen. Davon ausgenommen sind Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können und zunächst auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Frankreich suspendiert 3.000 ungeimpfte Beschäftigte aus Gesundheitssektor

In Frankreich sind nach Regierungsangaben rund 3.000 Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Ärztezentren vom Dienst suspendiert, weil sie der Pflicht zur Corona-Impfung nicht fristgemäß nachgekommen sind. Nach Worten von Gesundheitsminister Olivier Veran ergibt sich daraus kein größeres Problem für das französische Gesundheitswesen.

Eine Beschäftigte des französischen Gesundheitswesens wird gegen Corona geimpft: In Frankreich gilt für die Berufsgruppe eine Impfpflicht. (Quelle: imago images/Hans Lucas)Eine Beschäftigte des französischen Gesundheitswesens wird gegen Corona geimpft: In Frankreich gilt für die Berufsgruppe eine Impfpflicht. (Quelle: Hans Lucas/imago images)

"Es gab kein Chaos, bei weitem nicht", sagt er dem Radiosender RTL und beziffert die Zahl der in dem Sektor insgesamt Beschäftigten auf 27 Millionen. Gewerkschaften warnen dagegen vor Beeinträchtigungen in der Versorgung. Der Ausfall von wenig Personal reiche bereits aus, um einen Teufelskreis aus Überlastung und zusätzlichen Fehlzeiten in Gang zu bringen, argumentieren Branchenvertreter.

Moderna empfiehlt nach Studie mit eigenem Vakzin Booster-Impfungen

Angesichts neuer Daten zu seinem Vakzin hat sich der US-Impfstoffproduzent Moderna für Auffrischungsimpfungen ausgesprochen. Probanden, die erst kürzlich geimpft wurden (etwa acht Monate nach der ersten Dosis), wiesen ein geringeres Risiko eines sogenannten Impfdurchbruchs auf als solche, deren Erstimpfung bereits ein Jahr zurückliegt, erklärte das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit).

Vorbereitung einer Corona-Impfung: Der Impfstoff-Hersteller Moderna spricht sich für eine Booster-Impfung aus. (Quelle: imago images/Algi Febri Sugita/ZUMA Wire)Vorbereitung einer Corona-Impfung: Der Impfstoff-Hersteller Moderna spricht sich für eine Booster-Impfung aus. (Quelle: Algi Febri Sugita/ZUMA Wire/imago images)

"Das erhöhte Risiko von Impfdurchbrüchen bei Teilnehmern der COVE-Studie, die im letzten Jahr geimpft wurden, im Vergleich zu denjenigen, die erst vor kurzem geimpft wurden, verdeutlicht die Auswirkungen einer nachlassenden Immunität und untermauert die Notwendigkeit einer Auffrischungsimpfung zur Aufrechterhaltung eines hohen Schutzniveaus", erklärte Firmenchef Stéphane Bancel. Der Impfstoff bleibe grundsätzlich bis zu sechs Monate hochwirksam – auch angesichts des hohen Anstiegs an Delta-Fällen, betonte Moderna weiter.

Aus diesen Gründen lassen sich Ungeimpfte nicht impfen

Unter den Ungeimpften in Deutschland sind nicht nur strikte Impfgegner. Wie das Covid-Snapshot-Monitoring (Cosmo) zeigt, gehören 51 Prozent der Ungeimpften zu den unsicheren Zögerern: Sie möchten sich eher nicht impfen lassen oder wissen es noch nicht. Dafür nennen sie folgende Gründe: Sie verlassen sich eher auf die anderen, die sich impfen lassen oder sie neigen dazu, viele Informationen für und gegen die Entscheidung zu suchen und Risiken stark abzuwägen. Mehr zu genannten Gründen lesen Sie hier.

Christian Drosten: Der Virologe geht davon aus, dass sich die Pandemie in Großbritannien bald zu einer Endemie entwickeln könnte.  (Quelle: imago images/xim.gs)Christian Drosten: Der Virologe geht davon aus, dass sich die Pandemie in Großbritannien bald zu einer Endemie entwickeln könnte. (Quelle: xim.gs/imago images)

Drosten sieht einen Wandel von der Pandemie zur Endemie – aber nicht in Deutschland

In manchen Regionen könnte die Pandemie schon bald zu einer Endemie werden, glaubt Christian Drosten. Der Virologe gibt eine Einschätzung, warum das in Deutschland noch dauern wird. Lesen Sie hier mehr dazu.

Sterblichkeit in der EU weiter über Durchschnittsniveau vor Corona 

Noch immer liegt die Zahl der Todesfälle in der Europäischen Union über dem Durchschnittsniveau der Jahre zuvor – aber nur noch knapp. Im Juli dieses Jahres starben gut vier Prozent mehr Menschen als im Vergleichszeitraum der Jahre vor der Corona-Pandemie, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Statistikamts Eurostat mit Sitz in Luxemburg hervorgeht. Wie viele Menschen tatsächlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind, zeigt die Auswertung nicht. Die Daten unterscheiden keine Todesursachen und differenzieren nicht nach Geschlecht oder Alter.

In Deutschland entwickelten sich die Zahlen der Auswertung zufolge ähnlich wie in der EU, wobei die Übersterblichkeit hier tendenziell unter dem Schnitt der Europäischen Union lag. So habe diese im Juli 2021 bei gut zwei Prozent gelegen. Der Höhepunkt mit 30 Prozent über den Vergleichswerten wurde hierzulande den Informationen zufolge im Dezember 2020 erreicht.

Familienministerin Lambrecht will mehr Therapieplätze für Kinder 

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht will mehr Therapiemöglichkeiten für junge Menschen schaffen. "Kinder und Jugendliche schultern seit Beginn der Pandemie besonders viel, sie leiden unter Ängsten, Einsamkeit und Bewegungsmangel", sagt Lambrecht in Berlin.

Die schweren Zeiten der Lockdowns wirkten nach. Freie Plätze für Psychotherapien seien schwer zu finden, dies müsse sich ändern. "Das ist eine Aufgabe, der wir uns annehmen müssen. Es ist ganz wichtig, dass Eltern, Kinder und Jugendliche diese Möglichkeit haben, dass sie Plätze finden." Möglich seien finanzielle Hilfen, Erhöhungen von Budgets sowie ein Ausbau von Vorsorgeuntersuchungen.

Bundesregierung will Corona-Studie zu Rolle von Schulen

Die Rolle von Schulen in der Pandemie soll nach dem Willen der Bundesregierung durch eine Studie näher untersucht werden. "Die Bundesregierung strebt an, eine mit der Corona-Kita-Studie vergleichbare Studie für den Schulbereich aufzulegen", heißt es in einem gemeinsamen Bericht von Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium, mit dem sich das Bundeskabinett am Mittwoch befasst hat.

Mit der angedachten Schulstudie sollen die Wirksamkeit von Infektionsschutzmaßnahmen an den Einrichtungen und auch die Belastung bei Schulkindern in den Blick genommen werden. An den Kitas läuft seit dem vergangenen Jahr bereits eine größer angelegte Studie, die vom Deutschen Jugendinstitut und dem Robert Koch-Institut umgesetzt wird. Sie erforscht, welche Rolle Kinder und Kitas bei der Verbreitung von Corona spielen.

EU spendet 200 Millionen weitere Impfdosen für ärmere Länder

Die Europäische Union will 200 Millionen weitere Corona-Impfdosen für ärmere Länder spenden. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in ihrer zweiten Rede zur Lage der Union in Straßburg an. Von der Leyen sprach von einer "Investition in die Solidarität und einer Investition in die weltweite Gesundheit".

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Die EU will weitere 200 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden. (Quelle: Reuters/YVES HERMAN)Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Die EU will weitere 200 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden. (Quelle: YVES HERMAN/Reuters)

Spahn wirbt erneut für Impfungen 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert erneut zum Impfen auf und verweist auf die laufende bundesweite Kampagne "Hier Wird Geimpft". "Aktuell ist es besonders einfach, sich impfen zu lassen", schreibt der CDU-Politiker auf Twitter. "Überall im Land gibt es niedrigschwellige Angebote." Aktuell haben laut Spahn 62,4 Prozent oder 51,9 Mllionen Menschen in Deutschland den vollen Impfschutz, 66,7 Prozent oder 55,5 Millionen sind mindestens einmal geimpft.

Impfpflicht für Pflegepersonal in Frankreich in Kraft

In Frankreich gilt seit Mittwoch eine Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal und Feuerwehrleute. Etwa 2,7 Millionen Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Pflege- und Rettungsdiensten sowie der Feuerwehr müssen nun mindestens mit einer Dosis geimpft sein. Vom 15. Oktober an ist eine doppelte Impfung nötig. Wer sich nicht daran hält, soll vom Dienst suspendiert werden und kein Gehalt mehr bekommen.

Brandanschlag auf Impfzentrum in Sachsen 

Im sächsischen Vogtlandkreis hat es nach Angaben der Polizei einen Brandanschlag auf ein Impfzentrum gegeben. Drei Unbekannte sollen am Dienstagabend Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit auf das Gebäude in Treuen geworfen haben, wie die Polizei am Mittwochmorgen mitteilte.

Es wurde den Angaben zufolge niemand verletzt, einen größeren Schaden gab es ebenfalls nicht. Laut Zeugen sollen die Täter in einer roten Limousine geflüchtet sein. Die Hintergründe der Tat sowie weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Delta-Variante breitet sich in China aus

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in der südostchinesischen Provinz Fujian weiter aus. Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, wurden in der Provinz 50 weitere Infektionen entdeckt. Seit dem Ausbruch der Delta-Variante am vergangenen Freitag gab es damit 152 Infizierte. In zwei Großstädten der Provinz, Putian und Xiamen, war daraufhin ein Lockdown angeordnet worden.

Die chinesische Regierung verfolgt eine "Null-Covid-Strategie". Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus weitgehend im Griff. Zuletzt hatte es jedoch trotz strenger Maßnahmen eine Häufung lokaler Ausbrüche der Delta-Variante gegeben.

Der aktuelle Ausbruch hatte seinen Ursprung in Putian. Es wurde vermutet, dass ein Familienvater nach seiner Rückkehr aus Singapur das Virus eingeschleppt hat. Der Mann war am 4. August zurück nach China gereist, verbrachte 21 Tage in Quarantäne und war neun Mal negativ auf das Virus getestet worden. Am vergangenen Freitag fiel ein Test dann aber positiv aus. 

WHO fordert mehr Gerechtigkeit bei Impfstoffverteilung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Impfstoffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt und dabei vor allem auf Versorgungslücken in Afrika hingewiesen. "Weltweit wurden mehr als 5,7 Milliarden Dosen verabreicht, aber nur zwei Prozent davon in Afrika", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag. Das schade nicht nur den Menschen in Afrika, sondern allen.

Tedros sagte weiter: "Je länger die Ungleichheit bei den Impfstoffen anhält, desto mehr wird das Virus weiter zirkulieren und sich verändern, desto länger werden die sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen andauern und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Varianten auftauchen, die die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigen."

Die schlimmste Pandemie der letzten hundert Jahre werde erst dann beendet sein, wenn es eine echte globale Zusammenarbeit bei der Versorgung mit und dem Zugang zu Impfstoffen gebe, hieß es weiter. Impfziel der WHO sei weiter, dass bis Mitte 2022 70 Prozent der Bevölkerung aller Länder geimpft sein sollten.

Impfpflicht gilt nun in Frankreich für bestimmte Berufsgruppen

In Frankreich gilt von diesem Mittwoch an für bestimmte Berufsgruppen eine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Bei Missachtung droht eine Suspendierung ohne Fortzahlung des Lohns. Mindestens eine erste Impfung müssen nun Beschäftigte nachweisen, die im Krankenhaus- und Pflegebereich arbeiten, aber auch Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie die Beamten der Gendarmerie. Wer bislang nur die erste Impfdosis erhalten hat, muss zudem einen negativen Test auf der Arbeit vorlegen, bis er einen vollständigen Impfschutz hat. 

Ihre Impftermine dürfen die Beschäftigten ausdrücklich in die Arbeitszeit legen, um die Impfung zu erleichtern, hieß es. Aufschub von der Suspendierung können Betroffene erhalten, wenn sie freie Tage oder Urlaub nehmen. Sobald sie die Impfung erhalten haben, endet auch die Sanktion, betonten die Behörden. Eine Entlassung wegen einer fehlenden Corona-Impfung sei nicht möglich, hieß es.

Die Quote der vollständig Geimpften im Gesundheitsbereich lag in der vergangenen Woche bereits zwischen 84 und 91 Prozent. Wie vielen Beschäftigen tatsächlich Sanktionen drohen, weil sie noch keine erste Dosis erhalten haben, ist nicht bekannt. Die Zeitung "Le Monde" berichtete unter Verweis auf die Direktionen etlicher großer Kliniken, dort sei eine Impfquote von 95 Prozent bereits erreicht. Dennoch werden Probleme befürchtet, wenn angesichts der ohnehin angespannten Personaldecke Krankenhauspersonal wegen einer fehlenden Impfung nach Hause geschickt werden muss.

Arizona zieht gegen Bidens Impfvorgaben vor Gericht

Arizona ist als erster US-Bundesstaat gegen die neuen Corona-Impfvorgaben von Präsident Joe Biden vor Gericht gezogen. Arizonas Generalstaatsanwalt Mark Brnovich erklärte am Dienstag, die Impfpflicht für Bundesbedienstete und die Impf- oder Testpflicht für Mitarbeiter großer Unternehmen seien "verfassungswidrig".

"Die Regierung kann Menschen nicht dazu zwingen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen", erklärte der Republikaner. Die Regierung des Demokraten Biden missachte ein Mal mehr die geltenden Gesetze, um ihre "radikale Agenda voranzutreiben".

In der bei einem Bundesgericht eingereichten Klage argumentiert Brnovich, mit den neuen Impfvorgaben würden US-Bürger gegenüber "illegalen Migranten" benachteiligt – für diese gelte nämlich keine Impfpflicht. "Für Migranten, die illegal die Südgrenze (der USA) überschreiten, gibt es keinerlei Impfvorgaben." Das stelle eine "verfassungswidrige Bevorzugung von illegalen Migranten dar". Arizona liegt an der Grenze zu Mexiko.

Briten stimmen für Auffrischimpfung einer Altersgruppe

In Großbritannien können über 50-Jährige sowie Heimbewohner und Pflegekräfte eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, gilt die Regelung auch für klinisch extrem gefährdete Menschen sowie für Risikopatienten zwischen 16 und 65 Jahren. Insgesamt kommen damit mehr als 30 Millionen Menschen für eine dritte Impfung in Frage.

Ihnen soll frühestens sechs Monate nach der zweiten Dosis das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer gespritzt werden, das Studien zufolge gut als Auffrischung wirken und sehr verträglich sein soll. Alternativ sei auch der Impfstoff von Moderna möglich. Verabreicht werden soll die Spritze zusammen mit der normalen Grippeimpfung. Ob auch gesunde Menschen unter 50 eine sogenannte Booster-Impfung erhalten, soll entschieden werden, wenn mehr Daten vorliegen.

Zwei Drittel der Deutschen mindestens einmal geimpft 

Zwei Drittel aller Menschen in Deutschland sind nach offiziellen Angaben jetzt mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Zumindest eine erste Spritze bekommen haben inzwischen 55,4 Millionen Menschen oder 66,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag hervorgeht. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 51,8 Millionen Menschen oder 62,3 Prozent aller Einwohner.

Niederlande streichen Corona-Maßnahmen teilweise 

Die Niederlande heben einem Medienbericht zufolge bestimmte Auflagen auf und führen einen sogenannten Coronapass ein. Ab dem 25. September würden Abstandsregeln aufgehoben, berichtet der Sender NOS. Die Maskenpflicht beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr und in Schulen sowie die Aufforderung zum Homeoffice blieben jedoch bestehen. Der Coronapass als Nachweis über eine Impfung soll bei Restaurantbesucht und Kulturveranstaltungen zum Einsatz kommen und gilt für alle ab 13 Jahren. In den Niederlanden sind nach offiziellen Angaben 65 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Grippe- und Corona-Impfung gleichzeitig möglich

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat keine Bedenken gegen die gleichzeitige Verabreichung von Corona- und Grippeimpfung. Es gebe keine Hinweise, dass bei einer gleichzeitigen Impfung einer der beiden Impfstoffe nicht mehr wirke, erklärt der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens. "Insofern ist diese Vorsichtsmaßnahme des Auseinanderziehens der beiden Impfungen nicht mehr nötig."

Vor dem Hintergrund, dass in diesem Winter anders als im Vorjahr, weniger Corona-Regeln gelten dürften, hält Mertens eine Grippeschutzimpfung für dringend geboten. "Angesichts der Tatsache, dass wir in der vergangenen Saison einen Ausfall der Grippe hatten, würde ich sehr dazu raten, dass sich die Menschen, die ein Risiko für eine schwere Grippe-Erkrankung haben, tatsächlich gerade jetzt impfen lassen sollten."

Hospitalisierungs-Inzidenz in Deutschland steigt 

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei der Hospitalisierung steigt auf 1,86 pro 100.000 Einwohner, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Am Montag lag sie bei 1,79. Der Wert ist im aktualisierten Infektionsschutzgesetz maßgebend für den Umgang mit der Pandemie und hat dabei die Sieben-Tage-Inzidenz der neuen Positiv-Tests abgelöst.

Nach RKI-Angaben sind seit dem 26. Dezember 130.383.787 Impfungen verabreicht worden. Damit haben mindestens 65,9 Prozent der Bevölkerung eine Impfung erhalten. Vollständig durchgeimpft sind 61,7 Prozent.

Bayern will Lollitests in Kitas einführen

Bayern will die sogenannten Lollitests auch an den bayerischen Kitas einführen. "Wir wollen noch mehr Sicherheit in den Kitas", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag), "wir werden daher auf Wunsch der Eltern die Lollitests ermöglichen." Die Kommunen sollen demnach die Wahl haben, ob sie die Lollitests mit PCR-Standard einführen oder weiter auf freiwillige Selbsttests setzen. "Der Freistaat wird dafür die Kosten übernehmen", erklärte Söder.

Bei den Lollitests lutscht jedes Kind an zwei Tupfern. Im Labor werden die Proben von allen gesammelt und als Pool untersucht. Diese Pool-PCR-Tests gelten als zuverlässiger als die Schnelltests.

Lehrerin verteilt Lollitests in Grundschule: In Bayern sollen diese Tests auch bei Kita-Kindern angewendet werden. (Quelle: imago images/ Political-Moments)Lehrerin verteilt Lollitests in Grundschule: In Bayern sollen diese Tests auch bei Kita-Kindern angewendet werden. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Chinesische Metropole muss erneut in Lockdown wegen Delta-Ausbruch

Ein neuer Ausbruch der Delta-Variante des Coronavirus hat für Menschen im Südosten Chinas weitreichende Einschränkungen zur Folge. Die Behörden der Küstenmetropole Xiamen in der Provinz Fujian forderten Bewohner am Dienstag dazu auf, die Stadt nicht mehr zu verlassen. Großveranstaltungen wurden abgesagt, Restaurants und Einkaufszentren angewiesen, die Zahl der Besucher zu reduzieren. Schulen schwenkten auf Online-Unterricht um.

Die Maßnahmen erfolgten, nachdem in der Stadt am Montag 32 neue Corona-Fälle entdeckt worden waren, womit die Zahl der Infektionen in der Provinz Fujian seit der vergangenen Woche auf über 100 angestiegen ist.

Australiens Hauptstadt verlängert Lockdown

Die Region Australian Capital Territory (ACT) mit der australischen Hauptstadt Canberra bleibt einen weiteren Monat im Lockdown. Diese Entscheidung traf die Regionalregierung am Dienstag, nachdem die Behörden in dem Territorium 22 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet hatten.

Canberra ist vom Bundesstaat New South Wales umschlossen, der von der derzeitigen Welle besonders schwer betroffen und seit einem guten Monat im Lockdown ist. Mitte August wurde im ACT erstmals seit einem Jahr wieder ein Corona-Fall bestätigt.

Leeres Einkaufszentrum in Canberra Wegen 22 neuer Corona-Fälle wird im  Australian Capital Territory der Lockdown verlängert. (Quelle: imago images/ Xinhua)Leeres Einkaufszentrum in Canberra Wegen 22 neuer Corona-Fälle wird im Australian Capital Territory der Lockdown verlängert. (Quelle: Xinhua/imago images)

Die Regionalregierung teilte weiter mit, dass bislang etwa 50 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft seien. Im Australian Capital Territory leben rund 430.000 Menschen. Die Beschränkungen sollen erst dann gelockert werden, wenn mindestens 70 Prozent der Bürger zwei Impfdosen erhalten haben, hieß es.

Auch die Bundesstaaten New South Wales mit der Metropole Sydney und Victoria mit der Millionenstadt Melbourne sind weiter im Lockdown. Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern hat seit Beginn der Corona-Krise eine Null-Covid-Strategie verfolgt und war wegen extrem strikter Regeln lange erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante häufen sich aber die Lockdowns.

Experten sehen keine breite Notwendigkeit für Auffrischimpfungen

Zusätzliche Corona-Auffrischungsimpfungen sind nach Ansicht mehrerer führender Wissenschaftler für die allgemeine Bevölkerung nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht erforderlich. Es seien mehr Belege erforderlich, um solche "Booster" zu rechtfertigen, heißt es in einem Artikel der Experten im Medizin-Fachjournal "Lancet". Die Verfasser räumen aber ein, dass einige Personen, etwa Menschen mit geschwächtem Immunsystem, von einer zusätzlichen Impfdosis profitieren könnten. Eine breitere Anwendung von Auffrischungsimpfungen könnte zudem künftig erforderlich sein, wenn die Immunität bei Geimpften nachlasse oder sich neue Varianten entwickelten.

Zu den Autoren zählen zwei scheidende Spezialisten der US-Arzneimittelaufsicht FDA, sowie zwei ranghohe Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie verweisen darauf, dass mit den derzeitigen Impfvorräten mehr Menschen gerettet werden könnten, wenn sie bei bislang Ungeimpften zum Einsatz kämen. Länder wie Israel haben aus Angst vor der ansteckenderen Delta-Variante begonnen, jedem Bürger eine Auffrischungsimpfung anzubieten, während die Versorgung ärmerer Länder mit Impfstoffen immer noch stockt und Millionen Menschen noch nicht ihre erste Impfung erhalten haben.

US-Staat Florida droht Landkreisen mit Strafen bei Impfpflicht 

Der Gouverneur vom US-Bundesstaat Florida, Ron DeSantis, droht Städten und Landkreisen mit Strafen, falls sie ihre Angestellten zu Impfungen zwingen wollen. Er kündigt für jeden einzelnen Fall eine Strafe von 5000 Dollar an. "Das sind potenziell Millionen und Abermillionen Dollar an Strafen", sagt er. US-Präsident Joe Biden hat vergangene Woche Impfungen für alle Mitarbeiter der Bundesregierung angeordnet.

Kündigungen wegen Impfpflicht – New Yorker Krankenhaus schließt Geburtenstation 

Im Lewis County General Hospital in Lowville im US-Bundesstaat New York können vorübergehend keine Babys mehr entbunden werden. Sechs Mitarbeiter der Entbindungsstation hatten gekündigt, weil sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten, sieben weitere Mitarbeiter seien noch unentschlossen. Das berichten mehrere US-Medien. Insgesamt seien bereits 464 Mitarbeiter des Krankenhauses geimpft, bei 165 weiteren stehe die Impfung noch aus. 

"Wir sind nicht in der Lage, den Dienst nach dem 24. September sicher zu besetzen", sagte Gerald Cayer, Geschäftsführer des Krankenhauses. Um die Entbindungsstation nicht dauerhaft schließen zu müssen, will Cayer mit dem Gesundheitsministerium zusammenarbeiten. Die Suche nach geimpftem Personal habe bereits begonnen. 

Im US-Bundesstaat New York müssen sich Angestellte im Gesundheitswesen bis zum 27. September gegen das Coronavirus impfen lassen. Anderenfalls droht ihnen die Kündigung. 

Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt über 1.500

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen ist wieder auf mehr als 1.500 gestiegen. Wie am Montag aus dem Tagesreport des Divi-Intensivregisters hervorging, stieg die Zahl im Vergleich zum Vortag um 49 auf 1.501.

Davon wurden 788 invasiv beatmet, wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) weiter mitteilte. Der Anteil betrug damit 52 Prozent. Hier gab es einen Anstieg um 31 Menschen.

Der bisherige Höchststand der Corona-Intensiv-Belegung war im Januar mit mehr als 5.700 Patientinnen und Patienten erreicht worden. Zwischenzeitlich ging die Zahl stark zurück, steigt allerdings bereits seit einigen Wochen wieder deutlich an.

Polizei in Vietnam entdeckt Corona-Flüchtlinge in Kühllaster 

In Vietnam haben sich 15 Menschen in einem Kühllaster versteckt, um trotz strenger Reisebeschränkungen aus einem Corona-Hotspot im Süden des Landes zu fliehen. Wie die staatliche Zeitung "Phap Luat" am Montag auf ihrer Internetseite berichtete, wurde das Versteck am Sonntag bei einer Polizeikontrolle in der Provinz Binh Thuan entdeckt. "Die Polizisten waren sehr überrascht, 15 Menschen in dem Laster zu finden", hieß es in dem Bericht.

Alle versteckten Insassen, darunter auch ein siebenjähriger Junge, hatten demnach negative Test-Nachweise dabei. Einige von ihnen schwitzten und litten unter Atemnot, weil sie den Fahrer des Lasters gebeten hatten, die Kühlung abzuschalten.

Vietnam kämpft gerade gegen seine bisher schlimmste Corona-Welle. Landesweit wurden inzwischen 610.000 Infektions- und 11.400 Todesfälle verzeichnet. Die südlichen Provinzen sind besonders stark betroffen und unterliegen daher strengen Reisebeschränkungen. Sie dürfen weder auf dem Land- noch auf dem Luftweg verlassen werden.

Griechenland verschärft Testpflicht für Ungeimpfte

In Griechenland ist eine verschärfte Corona-Testpflicht für Ungeimpfte in Kraft getreten. Sie müssen seit Montag, dem ersten Schultag nach den Sommerferien, am Arbeitsplatz und in Schulen und Universitäten regelmäßig einen Test-Nachweis vorlegen. Dies gilt für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren, die nicht vollständig geimpft sind. Die Tests, die in Griechenland bisher kostenlos waren, müssen zudem nun selbst bezahlt werden.

Ungeimpfte Beschäftigte müssen ihren Arbeitgebern einmal die Woche einen digitalen Testnachweis vorlegen. Lehrer, Schüler und Studenten sowie Beschäftigte im Tourismus-, Kultur- und Medienbereich müssen sich zweimal die Woche testen lassen. Die griechische Regierung hat die Kosten für Antigen-Schnelltests auf zehn Euro und für PCR-Tests auf 60 Euro gedeckelt.

Aktionswoche startet: Spahn wirbt für Corona-Impfungen 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche zur Teilnahme an der Corona-Impfung aufgerufen. Es gehe darum, vor Herbst und Winter nochmal mehr Menschen zu überzeugen, sagte Spahn am Montag dem Sender WDR 5. "Jetzt, wo auch die Impfzentren Ende September schließen werden, wechseln wir stärker auf mobile Teams." Bei "ganz vielen" bislang noch Ungeimpften gehe es um eine einfache Gelegenheit, sich impfen zu lassen.

Die Bundesregierung will mit der Aktionswoche Schwung in die ins Stocken geratene Impfkampagne bringen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen an vielen Orten anzusprechen und auf einfachem Wege Impfungen zu ermöglichen. Beispiele dafür sind Spiel- und Sportplätze, Fußgängerzonen, Geschäfte oder Vereine. Ausführliche Informationen gibt es auf der Website www.hierwirdgeimpft.de

Millionenstadt in China nach Corona-Ausbruch abgeriegelt

In Putian, einer Großstadt in Südchina mit knapp drei Millionen Einwohnern, haben Behörden drastische Maßnahmen ergriffen. Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, ist die Stadt praktisch abgeriegelt, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Busse und Bahnen haben den Dienst eingestellt. Wer die Stadt im Auto verlassen will, muss einen aktuellen Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

In Putian waren nach Angaben lokaler Medien bis zum Sonntag 32 Neuinfektionen festgestellt worden. Viele Patienten sind unter 12 Jahre alt. Behörden haben eine Massentestung mit 120.000 Tests pro Tag begonnen. Kinos und Sehenswürdigkeiten sind geschlossen, Restaurants müssen strikte Anweisungen befolgen.

Eigentlich hatte China die Pandemie schon 2020 als unter Kontrolle bezeichnet. Durch die Delta-Variante kommt aber immer wieder zu regionalem Aufflammen.

Institut: Lockdown viermal teurer als Ausschluss Ungeimpfter

Ein erneuter Lockdown für alle Bundesbürger würde einem Bericht zufolge viermal so hohe finanzielle Schäden verursachen wie ein Ausschluss Ungeimpfter. Das zeigen Berechnungen des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), wie das "Handelsblatt" am Sonntag berichtete. Erneute Einschränkungen würden demnach je nach Ausgestaltung zwischen 6,5 und 52 Milliarden Euro an Wertschöpfung kosten.

Als akut von Einschränkungen bedroht gelten dem Bericht zufolge die Anbieter von kontaktintensiven Dienstleistungen. Dazu gehören Restaurants, Tourismus, Kunst und Kultur. Das RWI hat berechnet, wie groß der Schaden verschiedener (Teil-)Schließungen in diesem Bereich wäre, wenn diese im vierten Quartal eingeführt und noch das gesamte erste Quartal 2022 gelten würden.

Der Schaden bei Schließungen, die für alle Bundesbürger gelten, betrüge demnach 52 Milliarden Euro. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) würde dadurch 0,6 Prozentpunkte im Gesamtjahr 2022 geringer ausfallen. Vergleichswert ist ein Szenario ohne Schließungen, bei dem die Unternehmen von einer überdurchschnittlichen Nachfrage profitieren, weil die Bürger Konzerte oder Reisen nachholen.

Würde die Politik nur den Ungeimpften den Zugang zu bestimmten Orten verwehren und eine 2G-Regelung einführen, läge die Wertschöpfung dem Bericht zufolge 13 Milliarden Euro geringer, sofern es bei dem aktuellen Impftempo bleibt und die Kaufkraft zwischen Geimpften und Ungeimpften gleich ist. Das BIP würde 0,15 Prozentpunkte geringer ausfallen.

Lauterbach plädiert für Drittimpfung mit Biontech-Impfstoff

Karl Lauterbach (SPD) zufolge ist die Wirkung einer dritten Corona-Impfung mit dem Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer deutlich stärker, als es viele Experten erwartet hätten. Dabei bezieht sich der Gesundheitsexperte via Twitter auf erste Ergebnisse einer Studie, die in Israel durchgeführt wurde. Die Auffrischimpfung biete einen zehnfachen Schutz gegen eine Infektion mit dem Coronavirus oder einen schweren Krankheitsverlauf. "Damit ist klar, dass die Nachfrage bald sehr groß sein wird", so Lauterbach.

Der SPD-Politiker ist wegen Tweets wie diesem längst zum Feindbild aller Corona-Skeptiker geworden. Inzwischen traut er sich nur noch mit Personenschutz auf die Straße. Mehr dazu lesen Sie hier.

Brandenburger Regierung erwägt Einführung der 2G-Regelung

Brandenburg erwägt die landesweite Einführung der sogenannten 2G-Regelung (Geimpfte und Genesene) für den Zugang zu bestimmten Innenräumen. Das geht aus dem Kabinettsentwurf für die dritte Sars-CoV-2-Umgangsverordnung hervor, der der dpa vorliegt. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet, darunter die "B.Z.", der "Tagespiegel", die Märkische Allgemeine" und der RBB.

Wie aus dem Entwurf hervorgeht, soll es mit diesem Modell Veranstaltern und Einrichtungen ermöglicht werden, ausschließlich Geimpften oder Genesenen und Kindern bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr Zutritt zu gewähren. Dafür entfielen einzelne Vorgaben zum Infektionsschutz. Betreiber und Veranstalter, die die 2G-Regelung anwenden wollen, müssen dies an die Gesundheitsämter melden. Die Brandenburger Landesregierung will in der kommenden Woche über die neue Corona-Verordnung entscheiden.

Vorbereitung einer Corona-Impfung: In den USA muss eine Klinik die Entbindungsstation schließen, weil mehrere Mitarbeiter wegen der Impfpflicht gekündigt hatten. (Quelle: imago images/MiS)Vorbereitung einer Corona-Impfung: In den USA muss eine Klinik die Entbindungsstation schließen, weil mehrere Mitarbeiter wegen der Impfpflicht gekündigt hatten. (Quelle: MiS/imago images)

Bericht: Deutschland hat bald mehr als 100 Millionen Dosen Impfstoff übrig

Impfstoffhersteller wie Biontech/Pfizer und Moderna wollen Deutschland von Oktober bis April mit rund 181 Millionen Dosen Corona-Impfstoff beliefern. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS") berichtete, werden in dieser Zeit jedoch höchstens 63 Millionen Dosen benötigt. Daraus ergebe sich ein Überschuss von 118 Millionen Dosen – selbst, wenn die Impfquote noch auf 85 Prozent der über Zwölfjährigen steige und sich Geimpfte einer Auffrischungsimpfung unterziehen würden.

Nach Angaben der "FAS" hat die internationale Impf-Initiative Covax indes in den 91 ärmsten Ländern der Welt erst 245 Millionen Dosen verteilt. Das Ziel, bis zum Ende des Jahres in diesen Ländern zwei Milliarden Menschen zu impfen, werde sie also verfehlen.

Johnson will Plan für Pandemiewinter vorlegen

Der britische Premierminister Boris Johnson will kommende Woche seine Pläne für den Kampf gegen das Coronavirus in der kälteren Jahreszeit vorlegen, wenn sich die Menschen wieder verstärkt drinnen aufhalten. Johnson werde deutlich machen, dass die Impfkampagne funktioniere, sagt Gesundheitsminister Sajid Javid dem Sender Sky News. "Natürlich wollen wir trotzdem sehr vorsichtig sein." So müssten einige Regeln etwa bei Reisen in Kraft bleiben. Weitere Lockdowns erwarte er aber nicht.

Mehr als 28.000 Neuininfektionen in Indien registriert

In Indien registriert das Gesundheitsministerium 28.591 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle steigt damit binnen 24 Stunden auf mehr als 33,23 Millionen. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus legt um 338 auf 442.655 zu. Mehr Corona-Tote gibt es nur in den USA und Brasilien.

Australien und Neuseeland bestellen zusätzliche Impfstoffdosen

Australien und Neuseeland kaufen weitere Dosen der Impfstoffe von Moderna und Pfizer Biontech, um den Kampf gegen Ausbrüche der Delta-Variante zu verstärken. Der australische Premierminister Scott Morrison kündigte an, sein Land werde in dieser Woche eine zusätzliche Lieferung von einer Million Moderna-Dosen erhalten. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern sagte, ihre Regierung habe 500.000 Dosen des Pfizer/Biontech-Impfstoffes in Dänemark gekauft. Wichtige Teile beider Länder befinden sich noch in strengen Lockdowns.

Ärztepräsident: Mehr Druck auf Ungeimpfte unangemessen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hält stärkere Einschränkungen für Ungeimpfte derzeit für unangebracht. "Im Moment bin ich dagegen", sagte Reinhardt der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Noch mehr Druck auf Nicht-Geimpfte auszuüben, wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen." Er war gefragt worden, ob er ein Befürworter einer stärkeren Verbindlichkeit von "2G"-Regeln sei, bei denen nur Geimpfte und Genesene Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen haben.

Der Präsident der Bundesärztekammer argumentierte, zum einen sei das Gesundheitssystem aktuell nicht so sehr beansprucht, dass das von dieser Seite her legitimiert wäre. "Zum anderen dürfte mehr Druck bei Unentschlossenen, die man mit vernünftigen Argumenten überzeugen könnte, eher Gegenreaktionen auslösen. Auf diese Weise werden wir die fehlenden 20 bis 25 Prozent bei der Impfquote kaum erreichen." Reinhardt plädierte dafür, vielmehr "noch stärker und gezielter" zu versuchen, "bestehende Zweifel zu zerstreuen und Fake-News über das Impfen (...) konsequent zu korrigieren".

Er lehnte auch Überlegungen ab, dass Ungeimpfte bald keinen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Quarantäne mehr haben sollen. Dies ist in mehreren Bundesländern bereits angekündigt. "Diese Debatte ist überzogen. Zudem löst sie die daraus folgende Frage aus, wie mit anderen Menschen umgegangen wird, die Raubbau an ihrem Körper betreiben."

Kassenärzte-Chef: Begeisterung für Auffrischungsimpfungen gering

Das Interesse der Menschen an einer dritten Corona-Impfung ist derzeit nach Ansicht des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gering. "Die Zahlen zeigen, dass derzeit weder besonders viele Ärzte bei den Auffrischimpfungen mitmachen noch in der Bevölkerung der Bedarf nach einer weiteren Dosis groß ist", sagte Andreas Gassen der "Welt am Sonntag". Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag haben sich bislang etwas mehr als 162.000 Menschen in Deutschland eine sogenannte Booster-Impfung verabreichen lassen. Diese werden in mehreren Bundesländern bereits für bestimmte Menschen angeboten, deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt.

Dass diese Angebote bisher zögerlich angenommen werden, sieht Gassen in der derzeit fehlenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) begründet. "Die Bevölkerung hat mittlerweile zu Recht gelernt, beim Impfen nicht auf Politiker, sondern eher auf Mediziner zu hören", sagte Gassen der "Welt am Sonntag". Auch die Ärzte seien von dem erneuten Vorpreschen der Politik und der lückenhaften Datenlage verunsichert.

"Die Begeisterung ist begrenzt, nach der sehr belastenden Impfkampagne jetzt noch einzelne Auffrischimpfungen durchzuführen, die schlecht vergütet und organisatorisch aufwendig sind", sagte Gassen. Die Stiko plant nach Angaben ihres Chefs Thomas Mertens zeitnah eine Empfehlung für Auffrischungsimpfungen.

39 Corona-Infizierte nach 2G-Party in Münster

Bei einer Clubparty unter "2G"-Bedingungen in Münster ist die Zahl der bekannt gewordenen Infizierten auf 39 gestiegen. Weitere Ansteckungen seien wahrscheinlich, berichtete die Stadtverwaltung am Freitag. Bei den Betroffenen handele es sich hauptsächlich um immunisierte Personen zwischen Anfang und Mitte 20. Sie hätten milde oder gar keine Symptome. 22 Infizierte kämen aus Münster. Die Suche nach weiteren möglicherweise betroffenen Kontakten gestalte sich schwierig, da die aktuelle Corona-Schutzverordnung keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsehe. Die Betroffenen hatten sich am 3. September bei einer Partynacht mit rund 380 Gästen angesteckt.

Corona-Schnelltest: Die Betroffenen haben nur milde Symptome (Symbolbild). (Quelle: imago images/C. Hardt/Future Image)Corona-Schnelltest: Die Betroffenen haben nur milde Symptome (Symbolbild). (Quelle: C. Hardt/Future Image/imago images)

Die Stadt lobte unterdessen die Clubbetreiber. Das vom Club bereits Mitte August eingebrachte Hygienekonzept werde von der Verwaltung als vorbildlich bewertet. Die Betreiber hätten die vorgeschriebene 3G-Zugangsvoraussetzung selbstständig auf 2G verschärft, womit ausschließlich Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten sollten. Trotz des Lobs forderte das Gesundheitsamt die Impfnachweise der betroffenen Gäste an.

Kreta und Korsika ab Sonntag keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

Die Bundesregierung streicht die bei Urlaubern beliebten Inseln Kreta und Korsika ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. In Frankreich bleiben damit nur noch die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur und einige Überseegebiete auf der Liste, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Griechenland verschwindet damit komplett von der Liste der Hochrisikogebiete. Lesen Sie hier mehr zu der Einstufung.

Kind wird geimpft: Der Impfstoff-Hersteller Biontech macht Hoffnung auf eine baldige Zulassung eines Impfstoffs gegen Corona für Kinder. (Quelle: imago images/Westend61)Kind wird geimpft: Der Impfstoff-Hersteller Biontech macht Hoffnung auf eine baldige Zulassung eines Impfstoffs gegen Corona für Kinder. (Quelle: Westend61/imago images)

Impfstoff für Kinder könnte noch dieses Jahr kommen

Biontech will in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren beantragen. Dazu würden die Ergebnisse einer Studie den Behörden weltweit, "auch hier in Europa", vorgelegt, sagte die medizinische Geschäftsführerin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci dem "Spiegel". "Wir bereiten bereits die Produktion vor. Der Impfstoff ist derselbe, aber weniger hoch dosiert, und es muss weniger abgefüllt werden."

Die Studienergebnisse liegen laut Biontech vor und müssten nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. "Es sieht gut aus, alles läuft nach Plan", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin dem "Spiegel". Bis Ende des Jahres würden auch die Studiendaten zu den jüngeren Kindern ab sechs Monaten erwartet.

Zugleich fordern die beiden Biontech-Gründer dazu auf, alles daranzusetzen, in den kommenden Wochen noch unentschiedene Menschen von einer Impfung zu überzeugen. "Noch bleiben uns als Gesellschaft etwa 60 Tage Zeit, um einen harten Winter zu vermeiden", sagte Sahin. "Wir sollten das uns Mögliche tun, in diesen knapp zwei Monaten so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren."

Eine Impfung mit dem Vakzin von Pfizer und BioNTech gegen Covid-19 für Kinder zwischen fünf und elf Jahren könnte Insidern zufolge im nächsten Monat in den USA genehmigt werden. Die zuständige amerikanische Arzneimittelbehörde FDA könnte bei rechtzeitiger Einreichung aller klinischen Daten die Notzulassung bis Ende Oktober erteilen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere

Die Ständige Impfkommission hat entschieden: Auch Schwangere und Stillende sollen sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Gesundheitsminister Spahn befürwortet das. Mehr dazu lesen Sie hier

Los Angeles führt Impfpflicht für Schüler ab 12 Jahren ein

Der kalifornische Schulbezirk Los Angeles, der zweitgrößte in den USA, führt für alle Schüler ab zwölf Jahren eine Impfpflicht ein. Wer keine medizinische oder anderweitig begründete Ausnahmegenehmigung habe, müsse für den Präsenzunterricht ab 10. Januar vollständig geimpft sein, teilte der Schulbezirk am Donnerstag (Ortszeit) mit. "Die Impfungen gegen Covid-19 sind sicher und wirksam. Von den impfberechtigten Schülern zu verlangen, dass sie geimpft sind, ist der stärkste Weg, um unsere Schulgemeinschaft zu schützen", sagte die geschäftsführende Behördenchefin Megan Reilly.

In die Zuständigkeit des Bezirks fallen nach dessen Angaben rund 640.000 Kinder und Jugendliche in allen Jahrgangsstufen, vom Kindergarten bis zum Abitur. Der Bezirk im Westküstenstaat Kalifornien umfasst die Stadt Los Angeles sowie einige umliegende Gemeinden. Für die Angestellten gilt bereits ab Mitte Oktober eine Corona-Impfpflicht.

US-Regierung weitet Regelungen zur Impfpflicht dramatisch aus

Die US-Regierung will die Corona-Pandemie mit Hilfe von Anordnungen zur Impfpflicht eindämmen. Neue Regelungen zur Corona-Impfung sollen für fast 100 Millionen Beschäftigte der Privatwirtschaft und des Gesundheitswesens gelten. Auch für alle Angestellten der Bundesregierung sowie Zulieferer verschärft US-Präsident Joe Bidens Regierung die Impfvorschriften. Hier lesen Sie mehr.

Tupfer mit einem Abstrich für einen Corona-Test: Nach einer Party in Münster wurden trotz strengen Auflagen viele Neuinfektionen registriert. (Symbolfoto) (Quelle: dpa/ Sebastian Gollnow)Tupfer mit einem Abstrich für einen Corona-Test: Nach einer Party in Münster wurden trotz strengen Auflagen viele Neuinfektionen registriert. (Symbolfoto)

Dänemark verabschiedet sich von letzten Corona-Beschränkungen

In Dänemark fallen ab diesem Freitag die letzten Corona-Beschränkungen weg. So muss beispielsweise niemand mehr bei bestimmten Großveranstaltungen wie Begegnungen in der obersten dänischen Fußballliga einen Corona-Pass vorzeigen. Der Nachweis, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet worden ist, entfällt auch in den gerade erst wieder eröffneten Diskotheken. Zugleich wird Covid-19, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Erkrankung, nicht mehr länger als "gesellschaftskritische Krankheit" eingestuft.

Ein Grund für die endgültige Lockerung sind die hohen Impfzahlen, wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke bei der Ankündigung Ende August erklärt hatte. Bislang sind mehr als 83 Prozent aller Menschen im Land im Alter von über zwölf Jahren vollständig geimpft worden.

Bei der Einreise aus dem Ausland gelten je nach Herkunftsland oder -region jedoch weiterhin gewisse Einschränkungen: Deutsche Reisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen sich zum Beispiel nach der Einreise auf Corona testen lassen. Das an Dänemark grenzende Schleswig-Holstein ist davon nicht betroffen.

Italien weitet Corona-Nachweispflicht aus

Italiens Regierung hat die Corona-Nachweispflicht im Bildungs- und Pflegebereich ausgeweitet. Wer Einrichtungen im nationalen Bildungssystem betreten will, muss nachweislich gegen Covid-19 geimpft oder davon genesen sein beziehungsweise einen negativen Test vorweisen können, wie die Regierung am späten Donnerstagabend mitteilte. In Italien werden diese Nachweise unter dem Begriff "Green Pass" (Grüner Pass) zusammengefasst. Die Regelung gilt damit für Schulen, aber auch Einrichtungen, in denen zum Beispiel Abend- oder Weiterbildungskurse abgehalten werden.

Die Regierung hatte die "Green Pass"-Pflicht bereits für die Lehrer zum im September beginnenden Schuljahr eingeführt. Nun sind alle, also auch externe Arbeitskräfte, davon eingenommen, die zum Beispiel in der Schulkantine tätig sind oder in den Einrichtungen sauber machen. Wer diesen Nachweis nicht hat, kann damit nicht zur Arbeit kommen. Von der Regelung ausgenommen sind die Schüler. An den Universitäten brauchen dagegen alle den Nachweis. Für die Kontrollen ist immer die Leitung der jeweiligen Einrichtung zuständig, wie weiter aus der Mitteilung hervorging.

Das Kabinett von Ministerpräsident Mario Draghi einigte sich auch darauf, ab dem 10. Oktober den "Green Pass" für das Personal in Alten- und Pflegeheimen vorzuschreiben. Sowohl im Bildungs- als auch im Pflegebereich gelten die Maßnahmen zunächst bis Ende des Jahres, teilte die Regierung weiter mit. Ausgenommen sind Menschen, die nachweislich nicht geimpft werden können.

Mindestens 26 Corona-Infizierte nach "2G"-Party

Bei einer Partynacht mit "2G"-Zugangsbeschränkung in einem Club in Münster haben sich vergangene Woche mindestens 26 Menschen mit Corona infiziert, hauptsächlich Mittzwanziger. Dabei handele es sich nach bisherigen Erkenntnissen um Impfdurchbrüche und Ansteckungen von bereits Genesenen, berichtete die Stadt Münster am Donnerstag. 20 Infizierte wohnten in Münster. Ein Mitarbeiter des Clubs sei ebenfalls positiv getestet worden.

Die Stadt rechnet damit, dass noch weitere Infektionen bekannt werden. Die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt laufe auf Hochtouren. Zahlreiche Kontakte müssten nun einen PCR-Test vorlegen. "Die genaue Anzahl der engen Kontaktpersonen ist noch unklar", hieß es.

Der Eintritt zu der Party am 3. September sei in verschärfter 2G-Regelung erfolgt. "Alle Gäste waren nach Eigenangabe geimpft oder genesen", so die Stadt. Auf die Infektion aufmerksam geworden seien die Betroffenen aufgrund milder Symptome oder durch eine Meldung ihrer Corona-WarnApp auf dem Smartphone.

Moderna plant Booster-Impfung gegen Covid-19 und Grippe

Moderna-Impfung: Das Unternehmen will einen Kombi-Impfstoff auf den Markt bringen. (Symbolbild) (Quelle: imago images/NurPhoto)Moderna-Impfung: Das Unternehmen will einen Kombi-Impfstoff auf den Markt bringen. (Symbolbild) (Quelle: NurPhoto/imago images)

Der US-Biotechkonzern Moderna will eine Einfach-Impfung entwickeln, die eine Auffrischungsimpfung sowohl gegen Covid-19 als auch gegen saisonale Grippe kombiniert. Für Moderna habe es derzeit höchste Priorität, einen solchen Impfstoff auf den Markt zu bringen, sagt Vorstandschef Stephane Bancel auf dem Forschungstag des Unternehmens. Diesen jährlichen Auffrischungsimpfstoff, der mit einer Dosis verabreicht werden soll, wolle Moderna ständig anpassen und aktualisieren.

Berichte: Biden will Impfpflicht für Angestellte der Regierung

Im Kampf gegen das Coronavirus will US-Präsident Joe Biden Berichten zufolge eine Impfpflicht für Angestellte der Bundesregierung verfügen. Das berichteten am Donnerstag etwa der Sender CNN und die "Washington Post" unter Berufung auf Regierungskreise. Die Möglichkeit, sich durch regelmäßige Corona-Tests von einer Impfpflicht zu befreien, soll demnach wegfallen. Die Regelung solle auch für Unternehmen gelten, die für die Regierung arbeiten.

Biden wollte am späten Nachmittag (Ortszeit) in einer Rede seinen Corona-Plan zur Bekämpfung der Delta-Variante vorstellen. Die Impfkampagne in den USA macht nur noch sehr langsam Fortschritte. Bislang sind dort 53,3 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen abschließend geimpft. Die Impfungen sind für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene freigegeben. In der Bevölkerungsgruppe ab 12 Jahren sind 62,4 Prozent vollständig geimpft. Biden hatte zuletzt immer wieder auch für eine Corona-Impfpflicht in Unternehmen geworben und Arbeitgeber zum Handeln aufgefordert.

EU-Behörde stuft Corona-Variante Mu hoch

Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema wird die in Kolumbien entdeckte Corona-Variante Mu künftig stärker beobachten. Man werde untersuchen, ob Geimpfte gegen sie möglicherweise weniger gut geschützt sind. Lesen Sie hier mehr.

Kinder in der Corona-Pandemie: Nicht nur Erwachsene haben mit der enormen psychischen Belastung während des Lockdowns zu kämpfen, wie eine neue Umfrage zeigt. (Quelle: imago images/Michael Gstettenbauer)Kinder in der Corona-Pandemie: Nicht nur Erwachsene haben mit der enormen psychischen Belastung während des Lockdowns zu kämpfen, wie eine neue Umfrage zeigt. (Quelle: Michael Gstettenbauer/imago images)

Pandemie verursacht viele gesundheitliche Probleme bei Kindern

In fast jeder zweiten Familie haben die Einschränkungen der Lockdown-Monate einer Umfrage zufolge zu physischen und psychischen Belastungen bei den Kindern geführt. In der Erhebung für die pronova BKK mit Sitz in Ludwigshafen, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag, gaben jeweils 46 Prozent der befragten Eltern an, dass die körperliche beziehungsweise psychische Gesundheit ihrer Kinder gelitten habe.

Der Medienkonsum (79 Prozent) und in selteneren Fällen auch Streitigkeiten in der Familie (36 Prozent) nahmen während des Lockdowns zu. 46 Prozent der Eltern sahen der Umfrage zufolge außerdem die körperliche Gesundheit ihrer Kinder durch Bewegungsmangel und fehlende motorische Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt. Für die Erhebung wurden im Juli bundesweit tausend Menschen ab 18 Jahren mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt repräsentativ befragt.

Konkret nahmen Eltern bei ihren Kindern ab sechs Jahren vor allem Müdigkeit (47 Prozent), Antriebslosigkeit (45 Prozent) und Konzentrationsschwierigkeiten (43 Prozent) wahr. Auch bei den Älteren ab elf Jahren spielten den Angaben zufolge Müdigkeit und Antriebslosigkeit eine dominierende Rolle. Neben der Unruhe hätten Kinder im Grundschulalter aber auch verstärkt mit Konzentrationsproblemen, Sehschwierigkeiten und Kopfschmerzen zu kämpfen.

Dennoch zeigten sich 73 Prozent der befragten Eltern zuversichtlich, dass ihre Kinder die Erfahrungen aus der Krise und dem Lockdown gut verarbeiten würden. 89 Prozent der Eltern sagten, dass es allen gut tue, dass die Kinder wieder in Schule und Kita gehen könnten. 66 Prozent machen sich aber nach den Schul- und Kitaschließungen Sorgen um die Bildungschancen ihrer Kinder.

Lauterbach besorgt wegen Mu-Variante

Karl Lauterbach hat auf Twitter vor der Coronavirus-Mutante Mu gewarnt. "In Japan festgestellte Mu-Variante ist gegen Biontech oder Antikörper Genesener resistenter als ALLE anderen Varianten", schrieb der SPD-Gesundheitsexperte in einem Post. Mehr dazu lesen Sie hier.

EMA listet seltene Nervenkrankheit als mögliche Impf-Nebenwirkung 

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat das Guillain-Barré-Syndrom auf die Liste "sehr seltener" Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs Astrazeneca aufgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten der Nervenerkrankung gebe, sei "zumindest begründet", heißt es in einer Erklärung der EMA vom Mittwoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kontakt-Nachverfolgung nicht mehr möglich

Die Gesundheitsämter in Deutschland können derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen von Infizierten nachverfolgen. "Bei einer hohen Zahl von positiv Getesteten ohne gleichzeitigen Lockdown haben die Menschen häufig so viele Kontakte, dass eine grundsätzliche und umfängliche Nachverfolgung nicht mehr zu leisten ist", sagt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, der Zeitung "Rheinische Post".

Kassenärzte-Chef empfiehlt NRW-Quarantäne-Regeln

Für die geplanten Erleichterungen der Quarantäneregeln in Schulen bekommt die nordrhein-westfälische Landesregierung Zustimmung vom Chef der Kassenärztlichen Vereinigung. "NRW hat hier den richtigen Weg eingeschlagen: Wir begrüßen die Entscheidung, dass künftig nur noch das mit dem Coronavirus infizierte Kind in Quarantäne muss", sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der Zeitung "Rheinische Post". Dieser Entschluss sei längst überfällig gewesen "und sollte auch von anderen Bundesländern übernommen werden", sagte Gassen.

Die Kinder seien ohnehin die Leidtragenden der Pandemie. "Dass immer gleich ganze Schulklassen für zwei Wochen zu Hause bleiben müssen, ist nicht länger hinnehmbar", sagte Gassen. "Die Folgen von langen Isolationszeiten und von Wechselunterricht sind für Kinder wohl viel schädlicher als mögliche Risiken durch Long-Covid-Symptome."

Nordrhein-Westfalen will künftig nur noch infizierte Kinder in Quarantäne schicken. Die notwendigen Erlasse und Verordnungen sollen demnach bis spätestens Ende der Woche ausgearbeitet und veröffentlicht werden.

Corona-Pandemie: Montgomery spricht sich für weitreichende 2G-Regel aus

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für eine Verschärfung von Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Es werde kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen.

"Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugang hätten dann jeweils nur noch Geimpfte und Genesene.

Dort, wo es nicht praktikabel wäre, Ungeimpfte auszuschließen, wie etwa im Öffentlichen Nahverkehr, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten. "Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Tests vorweisen. Ein einfacher Schnelltest dürfte nicht mehr ausreichen", sagte Montgomery. Eine solche erweiterte 2G-Regel könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen.

Shell erwägt Impfpflicht für Mitabeiter

Der Ölkonzern Shell erwägt einem Medienbericht zufolge eine Impfpflicht für seine Mitarbeiter. Angestellte, die die Immunisierung verweigerten, solle gekündigt werden, berichtet die "Financial Times".

Novavax startet Studie mit Kombi-Impfstoff gegen Grippe und Covid-19

Das US-Biotechunternehmen Novavax startet eine frühe klinische Studie mit einem kombinierten Impfstoff gegen saisonale Grippe und Covid-19. An der Studie der Phase 1/2 in Australien sollen 640 Erwachsene zwischen 50 und 70 Jahren teilnehmen, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren oder die mindestens acht Wochen zuvor einen zugelassenen Covid-19-Impfstoff erhalten haben. Die Studienergebnisse erwartet Novavax im ersten Halbjahr 2022.

Eine Intensivstation in Duisburg (Symbolbild): Laut einem Bericht hat die Bekämpfung der Corona-Pandemie Folgen für die Eindämmung anderer Krankheiten.  (Quelle: imago images)Eine Intensivstation in Duisburg (Symbolbild): Laut einem Bericht hat die Bekämpfung der Corona-Pandemie Folgen für die Eindämmung anderer Krankheiten. (Quelle: imago images)

Bericht: Verheerende Auswirkung von Covid-19 auf andere Krankheiten

Die Covid-19-Pandemie wirkt sich katastrophal auf den Kampf gegen andere schwerwiegende Krankheiten aus. Das berichtete der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria am Mittwoch in Genf. Betroffen seien vor allem Tuberkulose- und Aids-Patienten - bei beiden Krankheiten sei die Zahl der Behandlungen und Tests infolge der Pandemie deutlich gesunken. "Die Covid-19-Pandemie hatte verheerende Auswirkungen auf den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria im Jahr 2020."

Die 2002 gegründete und zuvor von der G8 gebilligte internationale Organisation mobilisiert und investiert eigenen Angaben zufolge jährlich mehr als vier Milliarden US-Dollar zur Unterstützung von Programmen, die von lokalen Experten in mehr als 100 Ländern durchgeführt werden. Bis August 2021 seien bereits 3,3 Milliarden US-Dollar für Aids-, Tuberkulose- und Malariaprogramme bewilligt worden, im vergangenen Jahr 4,2 Milliarden US-Dollar (3,55 Milliarden Euro). Zusätzlich habe man 980 Millionen US-Dollar genehmigt, um auf Covid-19 zu reagieren.

Dem Bericht zufolge sank im Jahr 2020 die Zahl der gegen arzneimittelresistenten Tuberkulose behandelten Menschen in den Ländern, in die der Fonds investiere, um 19 Prozent. Auch die Zahl der Menschen, die mit Aids-Präventionspogrammen erreicht worden seien, sei im Vergleich zu 2019 um 11 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der HIV-Tests sei um 22 Prozent zurückgegangen, was den Beginn einer Behandlung in den meisten Ländern verzögert habe. Der Kampf gegen Malaria sei durch Covid-19 nicht ganz so stark betroffen gewesen, hieß es weiter. Allerdings sei die Zahl der getesteten Malariaverdachtsfälle um 4,3 Prozent zurückgegangen.

Spritze in einem Pflegeheim wird aufgezogen: Zurzeit werden Ältere erneut geimpft.  (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)Spritze in einem Pflegeheim wird aufgezogen: Zurzeit werden Ältere erneut geimpft. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Drei Bewohner von Seniorenheim nach Boosterimpfung reanimiert 

In einigen Bundesländern wird Älteren und Pflegebedürftigen bereits eine Auffrischungsimpfung angeboten. In einer Pflegeeinrichtung im nordrhein-westfälischen Oberhausen ist es drei Tage nach einer Auffrischungsimpfung zu schweren Herz-Kreislauf- und Atemwegsstörungen bei mehreren Bewohnern gekommen. Drei Bewohner mussten wiederbelebt werden. Eine dieser Personen starb. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf den Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Die verstorbene Person sei zuvor bereits palliativ betreut worden.

Unklar ist, ob es einen Zusammenhang mit den Impfungen gibt. Die Fälle sind dem Sprecher zufolge dem Gesundheitsministerium, der arzneimittelaufsichtsbehörde und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet worden. 

Astrazeneca-Chef gegen dritte Impfung für alle

AstraZeneca-Chef Pascal Soriot spricht sich gegen eine dritte Impfung für jedermann in Großbritannien aus. Dies könne unnötig sein und zudem das britische Gesundheitssystem NHS überfordern, sagt er der Zeitung "Telegraph". "Wir brauchen das Gewicht eines klinischen Beweises (...) bevor wir eine fundierte Entscheidung über eine dritte Dosis fällen können", erklärte Soriot.

Ärztepräsident Reinhardt fordert Neustart der Impfkampagne

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert einen Neustart der Corona-Impfkampagne. "Die Impfquote ist in ganz Deutschland zu niedrig, insbesondere aber in den östlichen Bundesländern", sagte Reinhardt der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Das sei mit Blick auf den Herbst und Winter bedenklich.

Viele Ungeimpfte seien keine überzeugten Impfverweigerer. "Um diese Unentschlossenen zu erreichen, muss die Impfkampagne in Deutschland komplett neu aufgestellt werden", sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Die Aufforderung "Ärmel hoch" habe anfangs genützt. "Jetzt aber brauchen wir viel zielgenauere Kommunikationsmaßnahmen und niedrigschwellige Impfangebote." Gefragt seien kreative Konzepte.

Neue Version der Corona-Warn-App mit neuer Funktion 

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist um eine zusätzliche Warnfunktion für Events erweitert worden. Damit können Veranstalter ihre Gäste vor einer möglichen Risikobegegnung mit einer später positiv getestete Person warnen, selbst wenn dieser Besucher gar nicht über die App eingecheckt war. Die neue Version 2.9 wird an diesem Mittwoch erscheinen. Hier lesen Sie mehr.

Corona-Zahlen in Neuseeland sinken – Lockdown weitgehend aufgehoben

Neuseeland hat den landesweiten Corona-Lockdown nach drei Wochen weitgehend wieder aufgehoben. Die Zahl der Neuinfektionen war in den vergangenen Tagen im Vergleich zum August deutlich gesunken. Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden zum vierten Mal in Folge etwa 20 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Vor einigen Wochen lag die Zahl kurzzeitig bei über 80. Lediglich in der Millionenstadt Auckland, dem Epizentrum des derzeitigen Ausbruchs, sollen die Beschränkungen zunächst weiter gelten.

Geschäfte und Schulen durften in allen anderen Landesteilen wieder öffnen. Einige Regeln sollen aber überall weiter bestehen bleiben. So müssen die Bürger jetzt in Innenräumen Masken tragen. Zudem dürfen sich in geschlossenen Räumen nur noch maximal 50 Personen versammeln, im Freien bis zu 100 Personen.

Der Inselstaat im Südpazifik hat, ebenso wie der Nachbar Australien, lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt. Die hochansteckende Delta-Variante habe "das Spiel aber verändert", betonte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern zuletzt.  Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus. Bislang wurden nur rund 3.800 Infektionen bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Allerdings sind bisher nur etwa 25 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Virologe Dittmer warnt vor Überlastung der Intensivstationen

Der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Essen hat angesichts steigender Inzidenzzahlen bei Ungeimpften vor einer Überlastung der Intensivstationen gewarnt. "Wir machen uns langsam das Gesundheitssystem kaputt", sagte Ulf Dittmer der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Die Kräfte in den Intensivstationen kämen angesichts der steigenden Fallzahlen wieder an ihre Grenze.

In seiner Klinik liege die Zahl der Kranken mit schweren Symptomen bei 23. Davon seien 20 ungeimpft, der Jüngste sei 20 Jahre alt. Dittmer forderte deshalb eine Diskussion über die Impfpflicht. "Darüber müssen wir reden", sagte er. Schon jetzt gebe es in Nordrhein-Westfalen keinen freien Platz mehr für die Behandlung mit einer Herz-Lungen-Maschine (Ecmo). "Hier müssen wir bereits auswählen, welchen Patienten wir an das Gerät anschließen."

Lauterbach warnt Geimpfte vor Corona-Infektion

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt vollständig gegen Corona geimpfte Personen davor, sich mit dem Virus zu infizieren. "Es ist richtig, dass eine Corona-Infektion nach einer doppelten Impfung die Immunität abrundet", sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Aber ich würde niemandem empfehlen, sich freiwillig zu infizieren oder eine Ansteckung auch nur zu riskieren", ergänzt er. "Auch vollständig Geimpfte können mit schweren Verläufen ins Krankenhaus kommen. Außerdem gibt es das Risiko von Long Covid auch bei Geimpften", argumentiert Lauterbach. "Und drittens vergrößert eine solche Praxis die Gefahr für alle Ungeimpften auf eine riskante Art und Weise."

Bundesregierung plant Aktionswoche für Impfungen

Mit einer "Impfaktionswoche" will die Bundesregierung in der kommenden Woche zur Immunisierung gegen das Coronavirus aufrufen. Bei der Aktion arbeite die Regierung mit zahlreichen Verbänden und Organisationen zusammen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in der Fernsehsendung "RTL Direkt". Das Spektrum der Teilnehmer reiche von Sportvereinen über Ärzteverbände bis hin zu Richtervereinigungen.

Ziel sei, "dass wir einen gemeinsamen Ruck für viele Impfungen in Deutschland bekommen: Sportplatz, Kirchplatz, Arbeitsplatz, Spielplatz, wo immer sich eine einfache Gelegenheit ergibt", sagte Spahn. Er wundere sich immer wieder, wie viele Menschen noch nicht geimpft seien, obwohl sie prinzipiell keine Einwände gegen eine Impfung hätten. "Denen wollen wir eine einfache Gelegenheit geben", sagte der Minister.

Bis Montag waren nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland 61,4 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, 65,9 Prozent waren mindestens einfach geimpft. Im Schnitt der vergangenen Tage wurden täglich rund 182.000 Menschen geimpft. Noch im Juli hatte das Sieben-Tage-Mittel bei mehr als 800.000 Impfungen pro Tag gelegen.

NRW will künftig nur infizierte Kinder in Quarantäne schicken

In Nordrhein-Westfalen sollen bei Corona-Infektionen in Schulen und Kitas in der Regel nur noch die erkrankten Kinder selbst in Quarantäne. "Wir schaffen eine Regelung mit Augenmaß, die sowohl die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellt, als auch ihr Recht, am Präsenzunterricht und der Betreuung teilzunehmen", sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die notwendigen Erlasse und Verordnungen sollen demnach bis Ende der Woche ausgearbeitet und veröffentlicht werden.

Weiter einzuhalten sind aber die geltenden Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Lüften, Testen und Tragen von medizinischen Masken. Nur wenn mehrere Kinder infiziert seien und deshalb von einem erkennbar größeren Ausbruchsgeschehen ausgegangen werden könne, sollen Gesundheitsämter über das einzelne Kind hinaus Anordnungen zur Quarantäne erlassen, hieß es. Diese Kontaktpersonen können aber vorzeitig zurückkehren, wenn nach fünf Tagen ein PCR-Test negativ ausfällt.

Schweden hebt fast alle Corona-Regeln Ende September auf

Schweden hebt Ende September so gut wie alle Corona-Einschränkungen auf. "Unser Ziel war es immer, die Beschränkungen so bald wie möglich aufzuheben", sagte Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Dienstag vor Journalisten. Sie berief sich dabei auf die Fortschritte der schwedischen Impfkampagne und die gute epidemiologische Lage im Land.

Ab dem 29. September gelten in Schweden nur noch Empfehlungen, etwa für Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln im öffentlichen Raum. Für Großereignisse erwägt die Regierung, einen Gesundheitspass einzuführen, wie er bereits in zahlreichen anderen Ländern genutzt wird.

Die schwedische Regierung hatte in der Corona-Krise keine Lockdowns verhängt. Stattdessen empfahl Stockholm, Möglichkeiten zum Homeoffice zu nutzen und begrenzte die Teilnehmerzahl bei Versammlungen. Für Restaurants und Cafés galten Beschränkungen der Öffnungszeiten, die zum Teil noch in Kraft sind.

Schleswig-Holstein schafft Maskenpflicht bei 3G-Regel ab

Schleswig-Holstein will die Maskenpflicht bei Veranstaltungen, beim Sport und in der Gastronomie abschaffen. Dort greift das sogenannte 3G-Prinzip, wonach nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zugang erhalten. "Überall da, wo 3G in Schleswig-Holstein eingehalten werden kann, gelten in Zukunft keinerlei Beschränkungen mehr", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP will damit zum 20. September einen klaren Kurswechsel vollziehen. Sie setzt künftig auf die sogenannte 3G-Regel. Den Plänen zufolge gibt es dann bei Veranstaltungen, im Kino, beim Sport oder in der Gastronomie keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Überall dort, wo die 3G-Regel nicht praktikabel sei wie im Einzelhandel oder im öffentlichen Nahverkehr bleibe es bei den bestehenden Regeln, sagte Günther.

Neben der Sieben-Tage-Inzidenz soll künftig die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten stärker in den Blick rücken. Derzeit seien nur 2,2 Prozent der möglichen Intensivbetten belegt, sagte Günther.

Rheinland-Pfalz führt ab Sonntag sogenannte 2G-Plus-Regelung ein

Rheinland-Pfalz führt ab Sonntag eine sogenannte 2G-Plus-Regelung mit Einschränkungen für Ungeimpfte ein. "Für Geimpfte und Genesene bleibt es bei einem sehr großen Stück Normalität", erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Für diese Gruppen sollen unbegrenzte Treffen möglich sein. Dazu könne ein gewisses Kontingent an getesteten Ungeimpften kommen.

Statt Inzidenzschwellen sollen laut der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung die Intensivbettenauslastung und die Hospitalisierungstendenz Kriterien für weitere Schutzmaßnahmen sein. Einen weiteren Lockdown werde es nicht geben, erklärte Dreyer. Stattdessen soll bei steigenden Zahlen der Zutritt von Ungeimpften zu Veranstaltungen jeglicher Art und der Gastronomie schrittweise reduziert werden.

Laut Verordnung gibt es ab Sonntag drei neue Warnstufen, die sich aus der Sieben-Tage-Inzidenz, dem Sieben-Tage-Hospitalisierungswert und dem Anteil der mit Covid-19-Erkrankungen belegten Intensivbetten zusammensetzen. Wenn mindestens zwei der Indikatoren über drei Tage am Stück bestimmte Werte erreichten, wird die nächsthöhere Stufe ausgerufen.

Neue Streeck-Studie: Schlechte Belüftung führte zum Corona-Chaos

Bei der Verbreitung des Coronavirus auf der sogenannten Kappensitzung in Gangelt am 15. Februar 2020 spielte die Belüftung eine wichtige Rolle. Das geht aus einer jetzt als Vorveröffentlichung (Preprint) publizierten Studie des Bonner Virologen Hendrik Streeck und anderer Wissenschaftler hervor. "Die Studie zeigt deutlich, wie wichtig eine gute Belüftung mit Frischluft und Filteranlagen sind", sagte Streeck der Deutschen Presse-Agentur.

Die Forscher haben über Monate hinweg 411 der insgesamt etwa 450 Teilnehmer der Karnevalssitzung befragt. Die Sitzung hatte sich als Superspreader-Event herausgestellt. Fast die Hälfte der Teilnehmer – 46 Prozent – infizierte sich mit dem Virus.

Eine große Rolle bei der Verteilung des Virus im Saal spielte den Erkenntnissen zufolge die Lüftung. Sie führte dem Saal, dessen Fenster geschlossen waren, nur 30 Prozent Frischluft zu. Dadurch habe die Lüftung das Virus verbreitet, sagte Streeck. Dementsprechend höher war das Infektionsrisiko, wenn man in der Nähe des Tisches saß, an dem die Luft angesogen wurde, oder an der Bar stand, wo die Luft wieder ausgepustet wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite des Saals war das Risiko dagegen geringer.

Alkoholkonsum habe sich nicht als Risikofaktor erwiesen. Zuvor war darüber spekuliert worden, dass Teilnehmer, die viel Alkohol getrunken hatten, enthemmter gewesen sein und mehr Körperkontakt gehabt haben könnten. Auch das Geschlecht wirkte sich den Erkenntnissen zufolge nicht aus.

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz (Archivbild): Einen Lockdown soll es in Österreich nicht mehr geben. (Quelle: Mary Altaffer/AP/dpa.)Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz (Archivbild): Einen Lockdown soll es in Österreich nicht mehr geben.

Österreichs Kanzler Kurz schließt Lockdown für Geimpfte aus

In Österreich wird es nach Worten von Bundeskanzler Sebastian Kurz für Geimpfte keinen weiteren Lockdown mehr geben. "Die Zeit der Lockdowns muss vorbei sein, weil wir jetzt die Impfung haben", sagte Kurz am Abend in einem ORF-Interview. Sollten Maßnahmen notwendig werden, etwa wenn es in den Krankenhäusern zu einer Überlastung kommt, soll es allerdings Einschränkungen für Ungeimpfte geben. Als Beispiele nannte der konservative Politiker die Nachtgastronomie und Großveranstaltungen. Am Mittwoch sollen die Details mit den Länderchefs beschlossen werden.

Kuba beginnt als erstes Land mit Impfungen für Kleinkinder

Kuba hat als erstes Land der Welt mit der Coronavirus-Impfung für Kleinkinder begonnen. Am Montag begannen die Behörden in der Provinz Cienfuegos mit den Impfungen für die Altersgruppe der Zwei- bis Elfjährigen. Die Kinder erhalten die in Kuba entwickelten Corona-Impfstoffe Abdala und Soberana, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings nicht anerkannt werden. Seit Freitag schon werden Kinder ab zwölf Jahren geimpft.

Wegen der Corona-Pandemie waren Kubas Schulen seit März 2020 die meiste Zeit geschlossen. Am Montag begann nun das neue Schuljahr – am Fernseher, weil nur wenige Haushalte in dem kommunistisch regierten Karibikstaat einen Internetanschluss haben. Die Behörden planen, die Schulen ab Oktober schrittweise wieder zu öffnen, wenn bis dahin alle für eine Corona-Impfung in Frage kommenden Kinder und Jugendliche die Impfspritzen erhalten haben.

In vielen weiteren Ländern der Welt werden Kinder ab zwölf Jahren mittlerweile ebenfalls geimpft, und in einigen werden auch Versuche mit jüngeren Kindern durchgeführt. China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela haben angekündigt, dass sie jüngere Kinder bald regulär impfen lassen wollen – Kuba ist allerdings das erste Land mit einer flächendeckenden Impfkampagne für Kleinkinder.

Apothekerverband: Hausärzte dürfen bald mit Moderna impfen

Nach der Schließung der Impfzentren in Deutschland sollen die niedergelassenen Ärzte auch das Vakzin des US-Herstellers Moderna verimpfen. "Wir werden ab Oktober auch den Moderna-Impfstoff an die Arztpraxen liefern können. Da bin ich mir sehr sicher", sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der Zeitung "Rheinische Post" (Dienstagausgabe). Das sei wichtig, damit in den Arztpraxen auch Erst- oder Folgeimpfungen mit Moderna stattfinden könnten. Zurzeit werde der Moderna-Impfstoff nur in den Impfzentren und Kliniken verimpft.

Gesundheitsminister einigen sich bei Auffrischungsimpfungen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern machen den Weg für Auffrischimpfungen frei: In Pflegeeinrichtungen und weiteren Einrichtungen mit sogenannten vulnerablen Gruppen sollen den Beschäftigen eine Auffrischimpfung angeboten werden. Dies gilt laut Beschluss auch für Personen, die regelmäßig in Kontakt mit infektiösen Menschen stehen wie etwa medizinisches Personal. Nach individueller Abwägung könnten auch Personen über 60 Jahren infrage kommen, deren Impfungen mehr als sechs Monate zurückliegt. Hier lesen Sie mehr über die Beschlüsse. 

Italien: Lebenserwartung durch Pandemie gesunken

In Italien ist die durchschnittliche Lebenserwartung infolge der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr um 1,2 Jahre gesunken. In besonders betroffenen Regionen ging sie sogar um mehr als vier Jahre zurück, wie die Statistikbehörde Istat am Montag mitteilte. 2020 lag die Lebenserwartung landesweit demnach bei 82 Jahren, ein Jahr zuvor waren es noch 83,2 Jahre.

Der seit Jahren andauernde Trend zu einer steigenden Lebenserwartung sei durch die Corona-Pandemie "und den daraus resultierenden starken Anstieg der Sterblichkeit" unterbrochen worden, teilte die Behörde mit. Am Auffälligsten ging die Lebenserwartung demnach in den im vergangenen Jahr besonders stark von der Pandemie betroffenen norditalienischen Provinzen Bergamo und Cremona zurück: Für Männer sank sie demnach um 4,3 beziehungsweise 4,5 Jahre, für Frauen um 3,2 beziehungsweise 2,9 Jahre.

Italien hatte vergangenes Jahr als erstes europäisches Land einen massiven Corona-Ausbruch erlebt. Seit Pandemiebeginn starben dort mehr als 129.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus, die Mehrheit von ihnen in Norditalien.

Quarantäne in den Schulen soll nur noch für fünf Tage gelten

Die Corona-Quarantäne in Schulen soll künftig nur noch für fünf Tage gelten – und auch nicht mehr für ganze Klassen. Dies hat die Gesundheitsministerkonferenz am Montag beschlossen, wie deren Vorsitzender Klaus Holetschek (CSU) mitteilte. Die Runde folgte damit einem Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Bislang wird die Schulquarantäne bei auftretenden Corona-Fällen unterschiedlich gehandhabt – mit teilweise strengeren Regeln.

Bei Schülerinnen und Schülern ohne Symptome, die als enge Kontaktpersonen eingestuft werden, kann die Quarantäne bereits frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test oder Antigenschnelltest aufgehoben werden, erläuterte Bayerns Gesundheitsminister Holetschek. Geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler würden von Test- und Quarantänepflichten komplett ausgenommen, sagte Holetschek. 

Mediziner befürchten Anstieg von Corona-Patienten auf Intensivstationen

Deutschlands Intensivmediziner blicken mit Sorge auf den Herbst. "Wir werden mit den jetzigen Impfquoten einen erneuten Anstieg auf den Intensivstationen im Oktober und November sehen", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der "Rheinischen Post". "Das gute Wetter schützt uns im Moment. Die Wochen der Wahrheit kommen aber, wenn das Wetter nass-kalt und ungemütlich wird."

"Je höher wir jetzt mit den Zahlen steigen, desto weniger Puffer werden wir haben", sagte Karagiannidis zu den Corona-Infektionszahlen, die seit mehreren Wochen wieder deutlich steigen. "Wir müssen den Anstieg im Herbst soweit es geht in die Länge ziehen. Der Verdoppelungszeit in den Inzidenzen und bei der Intensivbelegung wird eine entscheidende Bedeutung zukommen." Karagiannidis sprach sich außerdem dafür aus, die Entwicklung von Corona-Impfungen per Nasenspray stärker zu fördern. "Ich glaube, wir würden beim Impfen noch besser vorankommen, wenn man den Impfstoff nicht spritzen müsste, sondern als Nasenspray verabreichen könnte", sagte er.

Umfrage: Mehrheit befürwortet strengere Regeln für Ungeimpfte

Eine Umfrage zeigt, dass die Mehrheit möglichen strikteren Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte als für Geimpfte, etwa beim Zugang zu Veranstaltungen in Innenräumen, zustimmt. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov befürworteten es 58 Prozent, wenn für Ungeimpfte strengere Regeln gelten würden – 28 Prozent halten dagegen gleiche Regeln wie für Geimpfte und Genesene für richtig. Weitere 9 Prozent der Befragten gaben an, alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abzulehnen.

Corona-Impfung: Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich für strengere Regeln für Ungeimpfte aus. (Archivbild) (Quelle: dpa/Jens Büttner)Corona-Impfung: Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich für strengere Regeln für Ungeimpfte aus. (Archivbild) (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Die Zustimmung hierzu steigt laut der Umfrage mit dem Alter. Demnach befürworten 71 Prozent der Befragten ab 60 Jahre strengere Regeln für Ungeimpfte – bei 18- bis 29-Jährigen sind es 36 Prozent. Dabei sind unter Älteren auch mehr Menschen bereits geimpft. Gleiche Regeln für Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte treffen bei jüngeren Leuten bis 29 Jahre auf die höchste Zustimmung (49 Prozent). Unter Älteren ab 60 Jahren befürworten dies weniger als 20 Prozent.

Unterschiede gibt es laut der Umfrage auch regional: Strengere Regeln für Ungeimpfte unterstützen im Westen Deutschlands 60 Prozent der Befragten, im Osten 49 Prozent. Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge 2022 Menschen ab 18 Jahren zwischen dem 27. und 31. August befragt.

Spahn schlägt Fünf-Tage-Quarantäne an Schulen vor

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor den Beratungen mit seinen Länderkollegen für Einheitlichkeit bei den Quarantäneregeln an Schulen geworben. Spahn schlug einen Quarantänezeitraum von fünf Tagen bei Corona-Verdachtsfällen vor, nach dem sich Schülerinnen und Schüler durch ein negatives Testergebnis freitesten können sollen. Zudem solle diese Regelung bei Auftreten eines Infektionsfalls in der Schule nur für die umsitzenden Schüler gelten, nicht für die gesamte Klasse.

Voraussetzung müsse dabei aber sein, dass alle Masken tragen, dass regelmäßig getestet werde und dass entsprechende Lüftungskonzepte vorhanden seien. "Ich werde dafür werben, dass wir uns auf diese einheitliche Linie verständigen", sagte der Minister.

Spahn kritisierte, dass es bislang zum Teil sogar innerhalb der Länder wegen der verschiedenen Vorgehensweisen der Gesundheitsämter Unterschiede gebe: Manchmal müsse die gesamte Klasse in Quarantäne, manchmal seien es nur die umsitzenden Schüler. Die oft verhängten 14 Tage seien zudem "eine lange Zeit, wenn es um Kitas und Schulen geht".

Spahn: Deutschland spendet 100 Millionen Impfdosen

Deutschland will bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen in der internationalen Corona-Impfkampagne zur Verfügung stellen. "Das ist so viel wie wir bisher auch in unserem Land verimpft haben", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Rande des G20-Treffens der Gesundheitsminister in Rom.

Jens Spahn beim G20-Treffen der Gesundheitsminister: Deutschland will viele Millionen Impfdosen bereit stellen.  (Quelle: dpa/Johannes Neudecker)Jens Spahn beim G20-Treffen der Gesundheitsminister: Deutschland will viele Millionen Impfdosen bereit stellen. (Quelle: Johannes Neudecker/dpa)

"Wir wollen 40 Prozent der Weltbevölkerung bis Ende des Jahres impfen. Und Deutschland tut seinen Teil dafür und spendet 100 Millionen Impfdosen", so Spahn. Die Pandemie sei erst vorbei, wenn sie auf der ganzen Welt vorbei sei, so der CDU-Politiker. Ansonsten könnten Varianten entstehen, die dann auch Deutschland wieder erreichten und zu Problemen führten.

Beim zweitägigen Treffen der Gesundheitsminister aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) ist die Corona-Pandemie ein zentrales Thema. Laut Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza strebt Italien an, den "Pakt von Rom" zu unterzeichnen, um die Bewohner der ganzen Welt zu impfen. Kein Land könne sich selbst retten und die Impfstoffe seien die Waffe, die man habe. Italien hält derzeit den Vorsitz der G20-Staaten.

Ostbeauftragter warnt vor stark steigenden Fallzahlen

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung warnt vor stark steigenden Corona-Fallzahlen in den neuen Bundesländern."Wenn die Schulferien in allen fünf neuen Ländern zu Ende sind, werden die Infektionszahlen mit großer Sicherheit deutlich steigen", sagt Marco Wanderwitz (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Einmal, weil das Virus gerade im Osten auf eine im Vergleich zum Westen hohe Zahl von Ungeimpften treffe. Aber auch deshalb, weil hier die Zahl derjenigen groß sei, die die Schutzmaßnahmen verweigerten. "Ich rechne damit, dass die Inzidenzen im Osten in wenigen Wochen höher sein werden als jetzt im Westen. Ich fürchte, es wird dann kein Halten geben und wir werden ähnlich dramatische Verhältnisse habe wie im vergangenen Herbst."

Lehrerverband mahnt Umsicht in Schul-Quarantänedebatte an

In der Debatte über Corona-Quarantänemaßnahmen an Schulen hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Umsicht angemahnt. "Wenn eine gute Lüftung im Klassenzimmer gewährleistet ist, wenn vielleicht sogar eine Raumluftfilteranlage drin ist, dann muss man nicht die Kinder einer ganzen Klasse in Quarantäne schicken", sagte Heinz-Peter Meidinger im Podcast "Die Schulstunde" des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Dann kann man sich auch auf die unmittelbaren Banknachbarn konzentrieren." Auch ob es eine Maskenpflicht gebe, spiele dabei eine Rolle. Geimpfte Kinder müsse man nicht in Quarantäne schicken.

Unterm Strich gehe es darum, genau hinzuschauen, wie die Situation vor Ort aussehe, sagte Meidinger und fügte an: Er verstehe, dass Quarantäne-Anordnungen Eltern vor enorme Probleme stellten. Das ändere aber nichts daran, dass teils die Notwendigkeit bestehe. Ausschließlich infizierte Schüler in Quarantäne zu schicken und dabei auf Kontaktverfolgung komplett zu verzichten, wäre "ein Signal für die schnelle Durchseuchung der Schulen".

Mann greift in Thüringen Corona-Impfteam an – Verletzte

Bei einer Corona-Impfaktion im thüringischen Gera ist am Samstag ein mobiles Impfteam angegriffen worden. Dabei seien zwei Mitglieder verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Die Polizei bestätigte den Vorfall, der sich am Nachmittag in einem Einkaufszentrum ereignete. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hatte der Mann eine Impfbescheinigung verlangt, wollte sich aber nicht impfen lassen. Als die Mitarbeiter ihm sagten, dass es ohne Impfung keine Bescheinigung gebe, sei der Mann "ausgetickt". Er habe eine medizinische Fachangestellte und einen Helfer verletzt.

Sie wurden in einem Krankenhaus behandelt, aber nach KV-Angaben bereits wieder entlassen. Der Angreifer habe sich bei der Impfaktion registrieren lassen, sodass seine Daten bekannt waren. Die Polizei stellte ihn nach Angaben eines Sprechers in einem Parkhaus, gegen ihn laufe eine Anzeige. Er sei auf freiem Fuß. Laut Polizei soll auch er im Einkaufszentrum leicht verletzt worden sein.

Der KV zufolge ist es das erste Mal seit Beginn der Impfkampagne, dass ein Impfteam in Thüringen angegriffen wurde. Die Impfaktion wurde daraufhin abgebrochen, bis zum Vorfall waren 120 Menschen geimpft worden. Die Aktion soll wiederholt werden. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) verurteilte die Tat ebenso wie Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos). "Aus der Hetze der Impfgegner werden Taten", sagte Werner. "Das können wir als Gesellschaft nicht akzeptieren. Unsere Impfteams sind unterwegs, damit sich Menschen vor der Infektion mit dem heimtückischen Virus schützen können."

Brasilien setzt Sinovac-Impfungen aus

Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa setzt die Verwendung von mehr als 12 Millionen Dosen des von der chinesischen Sinovac Biotech Ltd. entwickelten Corona-Impfstoffs für 90 Tage aus. Nach Informationen der Behörde wurden die Impfdosen in einer nicht von Anvisa zugelassenen Anlage hergestellt. Anvisa werde versuchen, die Anlage zu inspizieren. Weitere neun Millionen Impfdosen aus der gleichen Produktionsstätte seien bereits auf dem Weg nach Brasilien.

Mediziner warnen vor vielen Intensivpatienten im Herbst

Die Intensivmediziner warnen für den Fall, dass die Corona-Impfquote in Deutschland nicht deutlich ansteigt, vor vielen Intensivpatienten im Oktober und November. "Wir sehen schon jetzt, wie stark sich die Delta-Variante in geschlossenen Räumen ausbreitet", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Wenn wir bis Oktober nicht die Impfquote deutlich nach oben bringen, bekommen wir im Herbst einen richtig starken Anstieg der Corona-Fälle auf den Intensivstationen." Die Entwicklung könne für den Fall, dass die Impfquote kaum noch steigt, relativ genau vorausberechnet werden.

Auch ein Anstieg der Impfquote um zehn Prozentpunkte würde laut Karagiannidis einen enormen Unterschied bei der Belegung der Intensivstationen machen: "Das ist eine sehr einfache Rechnung: Bei einer Impfquote von 80 Prozent gibt es doppelt so viele Gefährdete wie bei einer Impfquote von 90 Prozent, denn dann gäbe es nur zehn Prozent Ungeimpfte statt 20 Prozent. Bei einer Impfquote von 70 Prozent ist die Zahl dreimal so hoch."

In Deutschland macht sich in der Corona-Pandemie zusehends Impfmüdigkeit breit. Der Anteil der vollständig immunisierten Bundesbürger sei mit rund 61 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (59 Prozent) weiterhin nur langsam gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend.

Vorerst keine Impfempfehlung für Kinder in Großbritannien

Die britische Impfkommission (JCVI) hat sich überraschend gegen flächendeckende Corona-Impfungen von 12- bis 15-Jährigen ausgesprochen. Die Kommission erweiterte zwar ihre Impfempfehlung für an Herz, Lungen und Leber erkrankte Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe, eine allgemeine Impfempfehlung wollte sie aber nicht aussprechen. Zur Begründung hieß es, dass eine Impfung für gesunde Menschen dieser Altersgruppe kaum gesundheitliche Vorteile bietet.

Bislang lautete die Empfehlung der Kommission, 12- bis 15-Jährige nur zu impfen, wenn sie in die Gruppe der besonders durch Covid-19 gefährdeten Menschen fallen. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit unterdrücktem Immunsystem.

Erst eine Woche zuvor hatte das britische Gesundheitsministerium mitgeteilt, sich auf die flächendeckende Impfung der 12- bis 15-Jährigen im größten Landesteil England vorzubereiten. Ob die Regierung der Empfehlung der Impfkommission folgen wird, war zunächst unklar. Die medizinischen Chefberater der vier Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland sollen nun eine endgültige Empfehlung aussprechen, die neben der individuellen Gesundheit auch weitere Gesichtspunkte wie die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs einbezieht.

Laschet kritisiert Kompromiss zu Impfabfrage in Firmen

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat den Kompromiss der großen Koalition zur Impfabfrage in Unternehmen als unzureichend kritisiert. "Aus Gründen der Betriebssicherheit sollte es Arbeitgebern erlaubt sein, sich nach Impfungen in der Belegschaft zu erkundigen - natürlich unter der Voraussetzung, dass diese Informationen vertraulich bleiben", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. "Leider war das im Bund mit der SPD für alle Unternehmen nicht zu machen." Immerhin sei erreicht worden, dass die Arbeitgeber in besonders sensiblen Bereichen ein Auskunftsrecht bekämen, also in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. "Angesichts der aktuellen pandemischen Lage ist das aus Sicht des Infektionsschutzes auch absolut notwendig."

Spahn verteidigt Booster-Impfung für Risikogruppen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Auffrischungsimpfungen für Senioren und immungeschwächte Menschen vor einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) verteidigt. "Ich will nicht warten, bis in den Pflegeheimen wieder Menschen sterben", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). "Dass wir jetzt mit den Booster-Impfungen begonnen haben, ist vorausschauendes, vorsorgliches Handeln. Damit schützen wir Menschenleben."

Mehrere Bundesländer haben damit angefangen, Pflegebedürftigen, über 80-Jährigen und Menschen mit Immunschwäche die dritte Impfung anzubieten, wenn die letzte mindestens sechs Monate zurückliegt, weil nach diesem Zeitraum die Wirkung deutlich nachlassen kann. Die Stiko plant nach Angaben ihres Chefs Thomas Mertens eine Empfehlung zeitnah.

Spahn verwies auf Studien, "die eindeutig belegen, dass Booster-Impfungen für Hochbetagte, Pflegebedürftige und Menschen mit bestimmten Immunerkrankungen Sinn machen".

US-Studie: Delta verursacht keine schwereren Verläufe bei Kindern

Die Deltavariante des Coronavirus führt ersten Erkenntnissen zufolge nicht zu schwereren Verläufen von Covid-19 bei Kindern. Wie eine Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigt, unterscheidet sich der Anteil der schweren Krankheitsverläufe bei Kindern aktuell nicht wesentlich von dem im Januar, als in den USA die Alpha-Variante des Coronavirus vorherrschte. Außerdem deuten die Daten auf eine hohe Wirksamkeit des Impfschutzes bei Jugendlichen hin.

Die Rate der Corona-bedingten Krankenhauseinweisungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren war in den USA zuletzt wieder stark gestiegen und lag Mitte August bei 1,4 pro 100.000. Die Forscher verglichen daraufhin rund 3.100 Krankenhaus-Fälle vom Januar mit 164 aus der aktuellen Delta-Welle und stellten kaum Unterschiede bei der Stärke der Verläufe fest.

Niederlande verschärfen Einreiseregeln aus Deutschland

Angesichts der verschlechterten Corona-Lage in Deutschland verschärfen die Niederlande ab kommendem Montag die Einreiseregeln. Erforderlich ist ab dann der Nachweis einer Impfung, eines negativen Tests oder der Genesung, teilte das Außenministerium in Den Haag am Freitag mit.

Ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren. Wer mit dem Flugzeug in die Niederlande fliegt, muss künftig zuvor eine Gesundheitserklärung ausfüllen und bei sich führen. Auch geimpften Niederländern wurde bei der Rückkehr aus Deutschland zu einem Schnelltest geraten. Zuletzt gab es bei der Einreise von Deutschland in die Niederlande keine besonderen Restriktionen.

Lauterbach: Mehr Mut zu "2G"-Regeln

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich für mehr Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte ausgesprochen. Lauterbach twitterte, es sei jetzt die beste Zeit um die vierte Infektionswelle zu stoppen: "Wir sollten Mut haben viel mehr 2G zu fordern". Damit ist gemeint, dass es  Einschränkungen für Menschen geben müsse, die nicht von Corona-Erkrankung genesen oder vollständig gegen das Virus geimpft sind. 

Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker spricht sich für mehr sogenannte 2G-Regeln aus. (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker spricht sich für mehr sogenannte 2G-Regeln aus. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Lauterbach hatte bereits am Donnerstag gegenüber t-online gefordert, neue Corona-Vorkehrungen für den Herbst zu treffen. Mit Einschränkungen für Geimpfte rechne er allerdings im Moment nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn: SPD verhindert Impfstatusabfrage im größeren Stil

Union und SPD haben am Freitag darüber beraten, ob der Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer ein generelles Auskunftrecht zu seinem Impfstatus haben sollte. Am Donnerstag war dieses Recht für sensible Bereiche wie die Pflege, Kitas und Schulen beschlossen worden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich dafür ausgesprochen, dieses Recht auch auf andere Bereiche zu erweitern. Dafür habe es nun aber keine Mehrheit gegeben. Spahn wirft der SPD vor, den Beschluss verhindert zu haben. Unterstützung bekommt er dabei auch von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn: Auskunftsrecht zum Impfstatus in sensiblen Bereichen wie Kitas und Schulen

Wie Gesundheitsminister Jens Spahn mitteilt, hat sich die Regierung darauf verständigt, dass Arbeitgeber in besonders sensiblen Bereichen nach dem Impfstatus ihrer Beschäftigten fragen dürfen. "Wir wollen in dieser Pandemie dieses Auskunftsrecht auch auf andere Bereiche ausdehnen", sagt Spahn dem "Spiegel". Konkret nennt der Gesundheitsminister Pflegeheime, Kitas oder Schulen. In diesen Bereichen seien den Beschäftigten Menschen anvertraut, die einen besonderen Schutz bräuchten. Eine weiter gefasste Auskunftspflicht, etwa um auch das Arbeiten im Großraumbüro zu ermöglichen, soll es jedoch nicht geben.

"Der Arbeitgeber kann (...) vom Beschäftigten Auskunft oder die Vorlage eines Nachweises über das Bestehen eines Impfschutzes oder das Bestehen einer natürlichen Immunität in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID19) verlangen", zitierte die Nachrichtenagentur dpa aus einem Entwurf eines Änderungsantrags am späten Donnerstagabend nach stundenlangen Beratungen der Union und SPD. Gerade in Kita, Schule und Heim könne es "im Interesse des Infektionsschutzes" nötig sein, Beschäftigte hinsichtlich ihres Corona-Impf- und Serostatus, der über Antikörper Aufschluss gibt, "unterschiedlich einzusetzen oder von einer Beschäftigung ungeimpfter Personen (in bestimmten Bereichen) abzusehen", soll es weiter in dem Entwurf des Antrags lauten.

Die Möglichkeit soll nur während der festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite gelten. Begründet wird das Vorhaben in dem Antrag damit, dass in den betroffenen Einrichtungen "besonders vulnerable Personengruppen betreut werden oder untergebracht sind beziehungsweise aufgrund der räumlichen Nähe zahlreiche Menschen einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind". Die Daten sollen direkt beim Beschäftigten zu erheben sein. "Die Freiwilligkeit der Entscheidung über die Inanspruchnahme von Impfschutz bleibt unberührt", stellt der Entwurf klar. 

Dritte Impfdosen auch in Italien – "Grüner Pass" wird ausgedehnt

Im Kampf gegen die Pandemie wird auch in Italien für gewisse Bevölkerungsgruppen eine dritte Impfdosis angeboten. Das teilte Ministerpräsident Mario Draghi am Donnerstag nach einer Sitzung seiner Regierung mit. Eine dritte Dosis sollen ab Ende September Personen mit einer schwachen Immunreaktion bekommen, präzisierte Gesundheitsminister Roberto Speranza.

Italien sieht sich bei den Impfungen auf einem guten Weg, wie Draghi betonte. Am Donnerstag war mehr als 70 Prozent der zu impfenden Bevölkerung über zwölf Jahren durchgeimpft. Für Ende September erwartet die Regierung einen Wert von 80 Prozent, wie Draghi sagte. Vor allem von der jüngeren Bevölkerungsgruppe, die sich fleißig impfen lasse, gehe "ein großes Signal" aus, lobte Speranza.

Darüber hinaus kündigte der Regierungschef an, dass der sogenannte Green Pass ausgeweitet wird. Derzeit dürfen nur Leute auf Inlandsflüge, in Fernbusse oder -züge, Museen und Innenbereichen von Restaurants, die den "Grünen Pass" als Nachweis einer Impfung, Corona-Genesung oder eines Negativtests besitzen; Italien erkennt dabei den in der EU gültigen Corona-Pass an. Kinder unter zwölf Jahren sind davon ausgenommen. Unklar blieb zunächst noch, welche weiteren Bereiche in den Pass aufgenommen werden; denkbar sind Behörden oder Bereiche der privaten Wirtschaft.

Corona-Variante Mu in Kolumbien vorherrschend

Die als Mu bezeichnete Variante des Coronavirus hat sich in Kolumbien zum vorherrschenden Virusstamm entwickelt. Die Virusvariante sei verantwortlich für die bisher tödlichste Welle der Corona-Pandemie in dem südamerikanischen Land, sagte Marcela Mercado von den kolumbianischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag einem örtlichen Radiosender.

Während der dritten Infektionswelle in Kolumbien von April bis Juni waren täglich rund 700 Menschen durch das Virus gestorben. Bei fast zwei Drittel der Tests bei Corona-Toten sei die hochansteckende Mu-Variante nachgewiesen worden. Bislang starben in Kolumbien fast 125.000 Menschen an Covid-19. Weniger als ein Drittel der rund 50 Millionen Einwohner ist gegen das Coronavirus geimpft.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Mu oder B.1.621 am Dienstag als "Variante von Interesse" eingestuft. Die Variante weise Mutationen auf, die das Risiko einer Resistenz gegen Corona-Impfstoffe befürchten ließen. Die Mu-Variante wurde außer in Kolumbien auch in weiteren südamerikanischen Ländern sowie in Europa nachgewiesen.

RKI: Impfquote in Deutschland steigt nur noch langsam

Die Zahl der Geimpften in Deutschland steigt nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) nur noch langsam. Bis Ende August seien 61 Prozent der Bevölkerung komplett geimpft worden, teilt das RKI in seinem Wochenbericht mit. Dies ist ein Anstieg von zwei Prozentpunkten zur Vorwoche. Mehr dazu lesen Sie hier.

Israel meldet neuen Höchstwert bei Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel ist auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Es seien 11.187 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Der neue Höchststand wurde am Tag nach dem Schulbeginn veröffentlicht – Experten hatten davor gewarnt, dieser könnte das Infektionsgeschehen noch weiter befeuern. Es ist der dritte Tag in Folge mit mehr als 10.000 neuen Fällen in Israel. Die Zahl der Schwerkranken ist gleichzeitig stetig gesunken und liegt etwa bei der Hälfte des Wertes von Januar.

Experten betonen, der Impfstoff von Biontech/Pfizer sei weiterhin wirksam bei der Verhinderung von schweren Erkrankungen und Todesfällen. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner ist die Zahl der Corona-Erkrankungen in Israel in allen Altersgruppen unter den Ungeimpften um ein Vielfaches höher als unter den Geimpften. Dies gilt besonders für Schwerkranke über 60.

Seit Ende Juli verabreicht das Land als erstes weltweit dritte Impfungen gegen Corona, mehr als 25 Prozent der rund 9,4 Millionen Bürger haben diese bereits erhalten. Hintergrund der Entscheidung für eine dritte Impfung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Mehr als 59 Prozent der Bürger sind zweimal geimpft.

Mehr als fünf Millionen Coronafälle im Iran

Seit Beginn der Pandemie sind im Iran mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Mit über 30.000 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden sei die Gesamtzahl der Infizierten auf 5.055.512 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach auf fast 109.000.

Wegen der deutlich ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus sind in den letzten Wochen die Todes- und Infektionszahlen im Iran drastisch gestiegen. Außerdem kann das Land wegen der Wirtschaftskrise und US-Sanktionen nicht genügend Vakzine einführen. Dementsprechend läuft auch die Impfkampagne nur schleppend. Bislang konnten nur elf Prozent der mehr als 83 Millionen Iraner doppelt geimpft werden.

Norwegen bietet Impfungen auch 12- bis 15-Jährigen an

 Angesichts eines enormen Anstiegs von Corona-Fällen bei Jugendlichen will Norwegen 12- bis 15-Jährigen nun Impfungen anbieten. "Die Situation ist jetzt unberechenbar", sagte Regierungschefin Erna Solberg am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Oslo, wie unter anderem die Zeitung "Verdens Gang" berichtete. Wegen Infektionen oder Selbstisolation nach Corona-Kontakt müssten viele Schüler dem Unterricht derzeit fernbleiben. Das müsse sich ändern, betonte Solberg. Der Anstieg der Corona-Fälle war in der vergangenen Woche in der Altersgruppe der 13- bis 19-Jährigen am höchsten ist – die Zahl der Neuinfektionen stieg hier um 174 Prozent.

Zugleich kündigte Solberg an, geplante Lockerungen der Corona-Regeln zu verschieben, bis der Anteil der vollständig Geimpften höher ist. Dann sollen aber alle Einschränkungen aufgehoben werden. Bisher haben 57 Prozent der Erwachsenen beide Dosen erhalten. "Eine weitere Öffnung birgt nun das Risiko einer weiteren Infektion", sagte die Regierungschefin. "Wir werden dieses Risiko nicht eingehen." Wenn mehr Menschen vollständig geimpft sind, könne das Land dann mit erhöhter Wachsamkeit in einen normalen Alltag übergehen.

Drosten äußert sich über stagnierende Impfkampagne

Der Berliner Virologe Christian Drosten mahnt mit Blick auf die Delta-Variante zu mehr Tempo bei den Impfungen. "Der Virologe vermutet auch, dass aufgrund steigender Infektionszahlen im Herbst wieder Kontaktbeschränkungen notwendig werden. "Wir werden gegen Anfang Oktober eine zehnprozentige Kontaktreduktion und gegen Anfang November eine 30-prozentige nochmalige Kontaktreduktion brauchen, angesichts der erwartbaren Lage in den Krankenhäusern", erklärte er. Man wisse inzwischen auch, dass Geimpfte nach "vier, fünf oder sechs Monaten deutlich den Übertragungsschutz verlieren". Mehr dazu lesen Sie hier.

Sachsen-Anhalt weiterhin mit bundesweit niedrigster Inzidenz

Sachsen-Anhalt ist weiterhin das Bundesland mit der niedrigsten Corona-Inzidenz. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit 18,9 an und damit etwas höher als am Vortag (16,9).

Landesweit war das Infektionsgeschehen im Landkreis Wittenberg mit 41,1 erneut am höchsten. Im einstelligen Bereich waren der Altmarkkreis Salzwedel (9,7) und die Stadt Dessau-Roßlau (7,6).

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser in Sachen-Anhalt lagen nach Daten des Divi-Registers vom Donnerstag (Stand: 7.19 Uhr) fünf Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung. Vier von ihnen mussten beatmet werden. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Landesweit gibt es demnach 52 freie Covid-spezifische Intensivbetten.

Karliczek: Maskenpflicht in Schulen soll bleiben

"Wenn wir die Maskenpflicht beibehalten, dann werden wir es auch schaffen, den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten", sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Sendergruppe RTL/NTV. Sie kann sich demnach aber eine Verkürzung der Quarantäneregeln an Schulen und Kitas vorstellen. "Zwei Wochen ist sehr, sehr lang, und wenn es gute Gründe gibt, Einzelne nach einigen Tagen mit einer Testung wieder aus der Quarantäne zu entlassen, dann kann das eine Alternative sein", ergänzt die Ministerin.

Bericht: Seit März mehr als 15 Millionen Corona-Impfdosen in den USA weggeworfen

In den USA sind einem Medienbericht zufolge seit März mehr als 15 Millionen Corona-Impfdosen weggeworfen worden. Wie der Sender NBC am Mittwoch unter Berufung auf Daten der Gesundheitsbehörden berichtete, sind die Gründe für die Verschwendung vielfältig. Neben zerbrochenen Ampullen, kaputten Gefrierschränken und Fehlern bei der Verdünnung des Impfstoffs kommt es demnach auch vor, dass aufbereitete Impfdosen übrig bleiben und dann nach einigen Stunden entsorgt werden müssen.

Die Zahl der weggeworfenen Impfdosen ist deutlich höher als gedacht – und die Dunkelziffer könnte sogar noch höher sein. Laut NBC wurden die Zahlen von Bundesstaaten und Apotheken gemeldet. Mindestens sieben Bundesstaaten und mehrere Bundesbehörden fehlen aber in der Statistik.

Insgesamt wurden in den USA bislang fast 444 Millionen Impfdosen ausgeliefert und 371 Millionen Dosen verabreicht. 52 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen vollständig geimpft.

Lauterbach dringt auf schnelle Stiko-Empfehlung zu Boostern

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine schnelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die Auffrischungsimpfung gegen Covid-19. "Ich halte es für unerlässlich, dass wir eine klare Empfehlung für die dritte Impfung seitens der Stiko jetzt bekommen", sagt Lauterbach der Zeitung "Rheinische Post". Dabei sprach sich Lauterbach für zielgenaue Drittimpfungen aus. "Wird die Impfung unnötigerweise bei Niedrigrisiko-Vorgeimpften und Jüngeren gemacht, verschwenden wir nicht nur Impfstoff, der in anderen Ländern benötigt würde, sondern haben auch keine zusätzliche Wirkung des Impfstoffes zu erwarten."

Ärztepräsident kritisiert Auffrischimpfungen ohne Stiko-Empfehlung

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat kritisiert, dass viele Bundesländer auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) mit Corona-Auffrischungsimpfungen begonnen haben. Sie werden zunächst Senioren und Immungeschwächten angeboten. Zwar spreche theoretisch einiges dafür, sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Nach bisherigem Kenntnisstand und Auffassung namhafter Experten ist sie aber für die meisten Geimpften nicht sofort nötig." Insgesamt fehlten noch aussagekräftige Studien, ob, wann und für wen eine sogenannte Boosterimpfung nötig sei.

"Da ist also von der Politik eine Erwartungshaltung bei den Patienten geschürt worden, die viele Ärztinnen und Ärzte ohne eine wissenschaftlich fundierte Impfempfehlung nicht bedienen wollen", sagte Reinhardt. Er nannte das Vorgehen einen Fehler von Bund und Ländern.

Kassenärzte-Chef erwartet Ende der Pandemie im Frühjahr

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen rechnet mit einem Ende der Corona-Pandemie in einem halben bis Dreivierteljahr. "Ich gehe davon aus, dass im Frühjahr 2022 Schluss sein wird mit Corona", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Bis dahin wird die Impfquote noch einmal etwas höher liegen, vor allem nimmt aber auch die Zahl der Genesenen mit Antikörpern zu. Einschränkungen werden dann wohl gänzlich unnötig werden."

Moderna reicht bei US-Behörde Daten für Auffrischungsimpfung ein

Der amerikanische Impfstoffhersteller Moderna hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA erste Daten für die Prüfung einer Auffrischungsimpfung eingereicht. Die Booster-Impfung rufe eine robuste Antikörperreaktion auf die Delta-Variante hervor, teilt Moderna-Chef Stéphane Bancel mit. Das Unternehmen wolle die Daten auch der europäischen Behörde Ema in den nächsten Tagen übermitteln. Mitte August hatte die FDA eine dritte Moderna-Impfung für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem genehmigt.

EU-Umfrage: Deutsche fühlen sich am meisten in Freiheit eingeschränkt

In Deutschland fühlen sich die Menschen einer EU-weiten Umfrage zufolge durch die Corona-Pandemie besonders in ihrer Freiheit eingeschränkt. Wie aus der vom Brüsseler Politikinstitut European Council on Foreign Relations (ECFR) vorgestellten Erhebung zur Wahrnehmung der Corona-Krise hervorgeht, fühlten sich lediglich elf Prozent der Befragten in Deutschland in der Gestaltung ihres Alltags "frei". 35 Prozent fühlten sich "teilweise frei", 49 Prozent fühlten sich "nicht frei".

Zugleich gaben 68 Prozent der Befragten in Deutschland an, sich 2019 vor der Corona-Pandemie frei gefühlt zu haben. Damit sahen sich die Menschen hierzulande so sehr von der Corona-Krise in ihrer Freiheit eingeschränkt wie in keinem anderen der zwölf untersuchten EU-Länder. Im europäischen Gesamtdurchschnitt gaben 22 Prozent an, sich frei zu fühlen, während 64 Prozent angaben, sich vor der Pandemie frei gefühlt zu haben.

In Deutschland gaben zugleich 23 Prozent an, von der Pandemie durch Krankheit, Krankenhausaufenthalt oder Tod eines Angehörigen oder Freundes betroffen zu sein. 13 Prozent gaben an, wirtschaftlich durch Jobverlust oder ein geringeres Einkommen betroffen zu sein. In Spanien und Italien, die in der Pandemie hohe Totenzahlen verzeichneten, gaben mehr Menschen an, direkt von den Folgen der Corona-Krise betroffen zu sein. Für die Befragung von 16.000 Menschen in zwölf EU-Ländern beauftragte das ECFR mehrere Institute. Die Telefon- und Online-Interviews wurden im Mai und Juni geführt.

Stiko plant zeitnahe Empfehlung für dritte Impfung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) plant in der Corona-Pandemie eine zeitnahe Empfehlung zu Auffrischungsimpfungen für Senioren und Immungeschwächte. Die Aufarbeitung der vorliegenden Daten sei in vollem Gange, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Lange werde es nicht mehr dauern, auf ein genaues Datum für die Empfehlung könne er sich aber noch nicht festlegen.

Geplant sei auch eine Aktualisierung der Empfehlung für Schwangere, wenn die Datenaufarbeitung bei der Stiko in diesem Bereich voranschreite. Bisher ist die Empfehlung für Schwangere stark eingeschränkt: Sie gilt nur für Frauen mit Vorerkrankungen und einem hohen Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung oder für Frauen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände. Nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung kann diesen Gruppen seit Mai eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel angeboten werden.

Für Kinder unter 12 Jahren gibt es in Europa bisher keine zugelassenen Impfstoffe. Hersteller wollen bis zum Herbst Daten dafür vorlegen.

Kassenärzte fordern Stiko-Empfehlung zu dritter Corona-Impfdosis

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordert eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus. "Die Stiko hat die Daten, um für bestimmte Gruppen eine Empfehlung für eine Drittimpfung auszugeben", sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). "Die Stiko wäre für solche Vorgaben die richtige Institution. Dort sitzen die Fachleute, die tatsächlich Ahnung vom Impfen haben."

Es gehe darum, diejenigen zuerst durch eine dritte Dosis schützen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. "Die Stiko trifft rationale, faktenbasierte Entscheidungen – anders als mitunter die Politik", sagte Gassen.

Athen besteht auf Impfpflicht im Gesundheitssektor

In Griechenland ist am Mittwoch die verpflichtende Frist für Krankenhauspersonal, sich gegen Corona impfen zu lassen, abgelaufen. Athen hatte dies gesetzlich festgelegt. Wer die Impfung weiterhin verweigert, könnte vom Dienst suspendiert werden und keinen Lohn bekommen. "Das Gesetz wird Anwendung finden", sagte der Gesundheitsminister Thanos Plevris im Staatsfernsehen. Zunächst gab es keine Informationen, ob Impfverweigerer vom Dienst suspendiert wurden.

Dennoch zeigten sich am Mittwoch manche Gegner des Vorhabens hart: Einige Dutzend von ihnen demonstrierten vor den Eingängen von Krankenhäusern in Athen und Thessaloniki, wie das Fernsehen zeigte. "Keine Impfpflicht", skandierten sie.

Die Impfverweigerer werden auf etwa 20 Prozent des Krankenhauspersonals geschätzt. In ihrer Mehrheit sind es Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger. Das Gesundheitsministerium hat aus diesem Grund alle Urlaube von Krankenhauspersonal ab 1. September annulliert und plant, neues Personal einzustellen. 

Australien: "Delta-Variante macht Null-Covid-Strategie unmöglich"

Trotz eines seit mehr als zwei Monaten geltenden Lockdowns haben die Behörden im australischen Bundesstaat New South Wales erneut mehr als 1.100 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Die Regierung in der Region mit der Millionenstadt Sydney gestand am Mittwoch ein, dass die Null-Covid-Strategie, die das Land lange verfolgt hatte, gescheitert sei. "Es ist unmöglich, die Delta-Variante zu eliminieren", sagte Regional-Premierministerin Gladys Berejiklian.

Bisher sei New South Wales erfolgreich darin gewesen, andere Varianten unter Kontrolle zu bringen. "Aber die Delta-Variante ist ein Wendepunkt – und jeder Bundesstaat in Australien wird früher oder später damit leben müssen." Die Behörden versuchen derzeit, so schnell wir möglich 70 Prozent der Bevölkerung vollständig zu impfen, um eine Herdenimmunität zu erreichen. In New South Wales könnte dies bereits Mitte Oktober der Fall sein, sagte Berejiklian.

Söder verkündet neues Corona-Kapitel für Bayern

In Bayern gelten künftig völlig neue Anti-Corona-Regeln: Die FFP2-Maskenpflicht, die allgemeinen Kontaktbeschränkungen, aber auch die Sperrstunde in der Gastronomie sowie die Kundenbegrenzungen im Handel entfallen. Mehr dazu lesen Sie hier.

70 Prozent der erwachsenen EU-Bürger sind vollständig geimpft

Die Europäische Union hat im Kampf gegen das Coronavirus ein wichtiges Ziel erreicht. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sind mittlerweile 70 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. "Das sind mehr als 250 Millionen Menschen, die immunisiert sind", erklärte die Chefin der Exekutive der EU am Dienstag. Sie sprach von einer "großen Leistung" und einem "Meilenstein".

Die EU hat damit eine erfolgreiche Aufholjagd hingelegt. So waren zum Beispiel die USA anfangs deutlich schneller darin gewesen, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Dies lag vor allem daran, dass in der EU anfangs nur sehr wenig Impfstoff zur Verfügung stand. Heute liegen die Vereinigten Staaten bei der Immunisierungsquote hinter der EU.

Das Ziel, bis Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der EU durch eine Impfung vor Covid-19 zu schützen, hatte die EU-Kommission im Januar ausgegeben. Experten waren damals davon ausgegangen, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung einen Impfschutz erhalten müssen, um die Corona-Pandemie in einem Land zu stoppen.

Kabinett beschließt Hospitalisierung als entscheidendes Corona-Kriterium

Das Bundeskabinett hat am Dienstag offiziell beschlossen, dass die sogenannte Hospitalisierungsrate künftig das entscheidende Kriterium für Maßnahmen in der Corona-Pandemie sein soll. Ein entsprechender Bericht der Funke Mediengruppe wurde am Vormittag in Regierungskreisen in Berlin bestätigt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Neuregelung vergangene Woche angekündigt. Mehr dazu lesen Sie hier

Söder schließt neuen Lockdown definitiv aus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schließt einen neuen Lockdown in der vierten Corona-Welle grundsätzlich aus. Mittlerweile seien 60 Prozent der Menschen zweifach geimpft, sagte der CSU-Chef am Dienstag in München. "Daher wird es jetzt definitiv keinen Lockdown mehr geben oder Beschränkungen wie wir sie hatten."

Derzeit gebe es keine Pandemie wie vorher. "Es handelt sich um eine Pandemie der Ungeimpften und der Jüngeren." In dieser Gruppe gebe es aber die Chance auf mildere Krankheitsverläufe. Söder erwartet daher keine ähnlichen Todeszahlen wie bei den bisherigen Corona-Wellen.

USA warnen jetzt vor Reisen in die Schweiz

Die USA sehen in der Schweiz eine erhöhte Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus und warnen deshalb vor unnötigen Reisen in das Alpenland. Die US-Behörden stufen die Schweiz jetzt in ihrer höchsten Gefahrenkategorie 4 ein. "Do not travel" – nicht dorthin reisen – steht online in einem roten Balken über den Informationen zur Schweiz, die in der Nacht zu Dienstag neu gefasst wurden. In der Kategorie sind unter anderem auch Großbritannien und die Niederlande. Deutschland ist in Kategorie 3.

Innerhalb von sieben Tagen haben sich in der Schweiz zuletzt mehr als 200 von 100.000 Einwohnern mit dem Coronavirus angesteckt. Die Infektionszahlen steigen seit Anfang Juli deutlich. Sie sind in etwa so hoch wie in der dritten Welle im April, aber deutlich unter den Werten von Oktober vergangenen Jahres. In Deutschland lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag bei 75,8.

Spahn hält Impfabfrage bei der Arbeit für sinnvoll

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann sich vorstellen, dass Arbeitgeber Mitarbeiter nach ihrem Corona-Impfstatus fragen dürfen. Er sei hin- und hergerissen, ob das Gesetz geändert werden solle, damit Arbeitgeber zumindest für die nächsten sechs Monate fragen dürften, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in der ARD-Sendung "Hart aber fair". So werde es ja im Restaurant auch gemacht. Auf die Frage, wie seine Haltung dazu sei, sagte Spahn: "Ich tendiere zunehmend zu ja."

Der Minister argumentierte: "Wenn alle im Großraumbüro geimpft sind, kann ich damit anders umgehen, als wenn da 50 Prozent nicht geimpft sind." Mehr dazu lesen Sie hier.


Israel meldet Höchststand bei Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel ist mit fast 11.000 Fällen binnen 24 Stunden auf einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie geklettert. Es seien 10.947 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Die bisher höchste Zahl war Mitte Januar mit rund 10.100 Fällen registriert worden. Damals wurde aber noch deutlich weniger getestet. Mittlerweile sind in dem 9,4-Millionen-Einwohner-Land mehr als eine Million Infektionen gemeldet worden. Die Zahl der Schwerkranken sank leicht, sie lag am Dienstag bei 719. Mehr dazu lesen Sie hier

54,2 Millionen Menschen in Deutschland sind mindestens einmal geimpft

In Deutschland sind inzwischen 65,1 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. Demnach haben 60,5 Prozent den vollen Impfschutz, was 50,3 Millionen Menschen entspricht. 66,9 Prozent der 18-59-Jährigen und 31,4 Prozent der 12-17-Jährigen seien mindestens einmal geimpft. "Das ist gut –  aber es reicht noch nicht für Herbst und Winter", schreibt er.

Neue Corona-Variante besorgt Forscher

Südafrikanische Wissenschaftler haben eine neue Coronavirus-Variante mit mehreren Mutationen entdeckt. Allerdings muss noch festgestellt werden, ob sie ansteckender ist als andere Varianten oder ob Impfungen oder Genesung Schutz vor einer Infektion bieten.

Die neue Variante, bekannt als C.1.2, wurde erstmals im Mai entdeckt und hat sich vor allem in Südafrika verbreitet. Einige Fälle sind aber auch aus Asien und Europa bekannt. Südafrikanische Wissenschaftler veröffentlichten eine Studie, die aber noch als Pre-Print gilt. Das bedeutet, dass sie noch nicht von anderen Forschern begutachtet wurden. Die neue Variante zeichnet sich durch mehrere Mutationen aus, was das Virus noch überlebensfähiger machen könnte als die Delta-Variante. Das wiederum erhöht die Ansteckungsgefahr bei Menschen.

Noch ist die Verbreitung gering, aber sie steigt an. Im Juli wurde sie in Südafrika in drei Prozent der Proben gefunden, während es im Juni nur ein Prozent war.

EU empfiehlt Einreisebeschränkungen für US-Bürger

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen in den USA hat die EU ihren Mitgliedstaaten die Wiedereinführung von Einreisebeschränkungen für US-Touristen empfohlen. Wie der Rat der Europäischen Union am Montag mitteilte, wurden die USA sowie Israel, das Kosovo, der Libanon, Montenegro und Nordmazedonien von der Liste der Länder gestrichen, die von den Corona-Einreisebestimmungen in die EU ausgenommen werden sollen. Ob sie die Empfehlung Brüssels umsetzen, ist den nationalen Regierungen der EU-Staaten überlassen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben die meisten EU-Mitgliedstaaten die Empfehlungen Brüssels zu den Einreisebeschränkungen für Reisende aus Drittstaaten umgesetzt. Im Juni hatte die EU ihren Mitgliedstaaten empfohlen, die Einreisebeschränkungen für US-Touristen zu lockern.

Lauterbach fordert einheitliche Hospitalisierungsquoten

Bei der Debatte um die künftigen Richtwerte in der Corona-Pandemie hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach deutschlandweit einheitliche Quoten bei den Klinik-Einlieferungen von Corona-Patienten gefordert. Er sei dafür, "dass wir bundesweit einheitliche Hospitalisierungsraten festlegen", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sonst droht ein Flickenteppich." Lauterbach sprach sich auch weiterhin für die Berücksichtigung der Sieben-Tage-Inzidenz aus.

Derzeit sei der Wert, ab dem es kritisch werden könnte, "regional sehr unterschiedlich", erklärte der SPD-Politiker. So hänge die Bedeutung der Hospitalisierungsquote etwa davon ab, "wie viele Geimpfte und wie viele Krankenhausbetten es in einer Region gibt". Auch der Altersdurchschnitt spiele eine Rolle. Wenn die Hospitalisierungsquote in einem Bundesland mit hohem Altersdurchschnitt stark ansteige, "hat dies eine andere Bedeutung als in einer Studentenstadt mit vielen jüngeren Bewohnern", sagte Lauterbach.

30.000 Schüler sind in Nordrhein-Westfalen in Quarantäne

Gut 30.000 Schüler in Nordrhein-Westfalen sind nach aktuellen Rückmeldungen in Quarantäne geschickt worden. Wie das Schulministerium am Montag mitteilte, befanden sich zum Stichtag 26. August 30.018 Schülerinnen und Schülern in Quarantäne – 1,6 Prozent der Schülerschaft. In dieser Gruppe wurde bei etwa 0,35 Prozent – 6.561 Personen – tatsächlich eine Corona-Infektion bestätigt. Der Höchststand bei den von Quarantäne betroffenen Schülern war im November 2020 bei 73.836 Kindern und Jugendlichen erreicht worden.

Beim Lehrpersonal war den jüngsten Angaben zufolge für 0,2 Prozent – 286 Kräfte – Quarantäne angeordnet worden. Und bei 0,08 Prozent von ihnen bestätigte sich eine Infektion. Das Schulministerium wies darauf hin, dass aber nicht die Daten aller Schulen, Schüler und Lehrer erfasst wurden: An der wöchentlichen Abfrage des Ministeriums beteiligten sich demnach knapp 4.000 der insgesamt 4.844 befragten öffentlichen Schulen – mit fast 1,85 Millionen Schülern und rund 140.500 Lehrkräften. Das entspreche einer Rückmeldequote von 82,3 Prozent der Schulen. Bei den bestätigten Corona-Fällen sind zudem auch außerschulische Tests – etwa bei Reiserückkehrern – enthalten. 

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte, die Impfquote steige auch in der Schülerschaft erfreulich an. Eine anonymisierte Umfrage haben ergaben, dass 87,5 Prozent des Lehrpersonals vollständig geimpft sei. 

WHO befürchtet 236.000 neue Corona-Todesfälle in Europa bis 1. Dezember

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass bis 1. Dezember 236.000 weitere Menschen in Europa am Coronavirus sterben. In der vergangenen Woche sei die Zahl der Covid-19-Toten in der Region um elf Prozent gestiegen, berichtet WHO-Europadirektor Hans Kluge. "Eine glaubwürdige Hochrechnung kommt auf 236.000 Todesfälle von jetzt bis zum 1. Dezember."

Ein Intensivpfleger versorgt eine Covid-19-Patientin in einer Berliner Klinik: Bisher starben in Europa 1,3 Millionen Menschen an einer Corona-Erkrankung. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)Ein Intensivpfleger versorgt eine Covid-19-Patientin in einer Berliner Klinik: Bisher starben in Europa 1,3 Millionen Menschen an einer Corona-Erkrankung. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Zugleich äußerte sich Kluge besorgt über den Verlauf der Impfkampagne in vielen Ländern. "Die Stagnation bei den Impfzahlen in unserer Region bereitet uns ernsthafte Sorge". Das Europa-Büro der WHO ist für 53 Länder und Regionen zuständig, darunter auch einige Länder in Zentralasien. Bisher starben in Europa 1,3 Millionen Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung.

In Deutschland sind inzwischen mehr als 60 Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von Montag hervor. Demnach wurden am Sonntag 79.103 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 54 Millionen Menschen (65 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, 50,1 Millionen (60,3 Prozent) sind vollständig geimpft.

Merkel hält 3G-Regel in Zügen weiterhin für sinnvoll

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine 3G-Regel zum Schutz vor Corona-Ansteckungen in Fernzügen trotz Bedenken aus Ministerien weiter für eine "mögliche und sinnvolle Maßnahme". Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er verwies darauf, dass es in Frankreich seit Anfang August die 3G-Regel im Fern-Bahnverkehr gebe, Italien werde dies ab Anfang September tun. Dort sei die Regel nicht "unmöglich oder unkontrollierbar".

Mehrere Bundesministerien dagegen haben Bedenken gegen eine 3G-Regel in Fernzügen deutlich gemacht. Eine Durchsetzung wäre "praktisch nicht durchführbar", heißt es in einem Papier des Verkehrs-, Gesundheits- sowie Innenministeriums. Mehr dazu lesen Sie hier.

Frankreich: 3G-Regel für Mitarbeiter in Zügen oder Cafés

In Frankreich müssen 1,8 Millionen Beschäftigte in Fernzügen, der Gastronomie oder Kulturstätten seit Montag ihren 3G-Status nachweisen. Dafür müssen sie ihren Arbeitgebern einen Gesundheitspass vorlegen, der Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Corona-Infektion oder einen negativen Test gibt. Die neue Maßnahme gilt vor allem für Beschäftigte mit Kundenkontakt.

Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Paris: Die 3G-Regel ist vorerst bis zum 15. November befristet. (Quelle: dpa/Julien Mattia)Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Paris: Die 3G-Regel ist vorerst bis zum 15. November befristet. (Quelle: Julien Mattia/dpa)

Die 3G-Regel gilt in überregionalen Zügen oder Bussen sowie Restaurants, Bars, Cafés, Theatern, Kinos, Museen, Freizeitparks, Zoos und Messen. Betroffen sind auch die Mitarbeiter von Einkaufszentren in Gebieten mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen, etwa in Südfrankreich. Kunden und Besucher in den genannten Einrichtungen müssen bereits seit rund einem Monat ihren 3G-Status nachweisen – nun auch die Beschäftigten. Dabei sind Negativ-Tests 72 Stunden gültig.

Mit der von Präsident Emmanuel Macron im Juli angekündigten Verschärfung will die Regierung die vierte Corona-Welle brechen. Die 3G-Regel ist vorerst bis zum 15. November befristet, Gesundheitsminister Olivier Véran schließt eine Verlängerung aber nicht aus. Allerdings gibt es Widerstand: Am Samstag demonstrierten nach offiziellen Angaben landesweit rund 160.000 Menschen gegen den Gesundheitspass und die Impfpflicht für Gesundheitskräfte. Im Vergleich zu den sechs vorherigen Wochen schwächten sich die Proteste aber ab.

SPD: Wirte in NRW sollen über Zugang für Ungeimpfte entscheiden

Veranstalter und Gastrobetriebe sollen nach dem Willen der SPD in Nordrhein-Westfalen selbst entscheiden können, ob sie ihre Angebote nur für Geimpfte und Genesene zugänglich machen wollen. "Nordrhein-Westfalen muss die 2G-Regelung von Hamburg übernehmen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Kutschaty.

Thomas Kutschaty, SPD-Fraktionschef in NRW: "Wenn 2G gewollt ist und kontrolliert wird, dann muss auch das möglich sein". (Quelle: imago images)Thomas Kutschaty, SPD-Fraktionschef in NRW: "Wenn 2G gewollt ist und kontrolliert wird, dann muss auch das möglich sein". (Quelle: imago images)

Beim sogenannten Hamburger "2G-Optionsmodell" können Veranstalter und Wirte selbst wählen, ob sie nur Geimpfte und Genesene (2G) als Besucher akzeptieren oder auch Menschen mit einem aktuellen negativen Corona-Test (3G). Sofern nur Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten, fallen für die Veranstalter fast alle Corona-Auflagen weg.

Es sei nicht die Aufgabe des Staates zu entscheiden, welches Modell genutzt werde, sagte SPD-Landeschef Kutschaty. "Wenn 2G gewollt ist und kontrolliert wird, dann muss auch das möglich sein, auch in Nordrhein-Westfalen. Und wenn 3G gewollt ist, dann muss das auch wieder mehr Abstand und weniger Teilnehmer bei einer Veranstaltung bedeuten. Nur so können wir das Infektionsrisiko reduzieren."

Israel bietet Bürgern ab 12 dritte Impfung zur Auffrischung an

In Israel können künftig alle Bürger von zwölf Jahren an eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Ministerpräsident Naftali Bennett teilte dies am Sonntag mit und sprach von einem "Privileg, das es in keinem anderen Land gibt". Zuletzt galt eine Altersgrenze von 30 Jahren für die Auffrischungsimpfung, es müssen außerdem mindestens fünf Monate seit der zweiten Impfung vergangen sein.

Impfung gegen das Coronavirus: Ab dem 1. Oktober läuft der sogenannte grüne Pass für diejenigen aus, die nur zwei Mal geimpft sind (Symbolbild).  (Quelle: imago images/Nir Alon)Impfung gegen das Coronavirus: Ab dem 1. Oktober läuft der sogenannte grüne Pass für diejenigen aus, die nur zwei Mal geimpft sind (Symbolbild). (Quelle: Nir Alon/imago images)

Zwei Millionen von insgesamt mehr als neun Millionen Israelis hätten bereits eine dritte Impfdosis erhalten, sagte Bennett. "Es gibt bereits Ergebnisse: Der Anstieg an schweren Erkrankungen hat sich verlangsamt." Knapp 59 Prozent sind zweifach geimpft.

In Israel wird fast ausschließlich das Präparat von Biontech/Pfizer gespritzt. Seit Ende Juli verabreicht das Land als erstes weltweit dritte Impfungen gegen das Coronavirus. Hintergrund der Entscheidung für eine dritte Impfung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Gleichzeitig verbreitete sich die Delta-Variante, die als besonders ansteckend gilt. Vom 1. Oktober an soll der sogenannte Grüne Pass nach Medienberichten für nur zweifach Geimpfte auslaufen.

Neuseeland: Frau starb nach Pfizer/BioNtech-Impfung

In Neuseeland starb eine Frau nach einer Covid-19-Impfung mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Ein unabhängiges Gremium zur Überwachung der Sicherheit des Vakzins sei zu dem Schluss gekommen, dass der Tod der Frau auf eine Myokarditis zurückzuführen ist, teilt das Gesundheitsministerium mit. Gleichzeitig seien aber andere medizinische Probleme aufgetreten, die das Risiko nach der Impfung beeinflusst haben könnten. Eine Herzmuskelentzündung gilt als seltene Nebenwirkung des Impfstoffs.

Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstation steigt auf mehr als 1.000

Die Zahl der bundesweit auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten ist in der vierten Corona-Welle erstmals wieder über 1.000 gestiegen. Im Divi-Register-Tagesreport vom Sonntag wurden 1.008 Covid-19-Patienten auf Intensivstation gemeldet, 485 davon mussten beatmet werden.

Pflegerinnen betreuen eine Intensivpatientin auf der Coronastation: Die Patientinnen sind größtenteils ungeimpft (Symbolbild). (Quelle: imago images/Reichwein)Pflegerinnen betreuen eine Intensivpatientin auf der Coronastation: Die Patientinnen sind größtenteils ungeimpft (Symbolbild). (Quelle: Reichwein/imago images)

Am 29. August vergangenen Jahres hatte die Zahl bei gerade einmal 241 gelegen (134 beatmet), erst zu Ende Oktober hin war sie im Zuge der zweiten Welle auf über 1.000 gestiegen. Anders als im Vorjahr sind zudem inzwischen längst nicht mehr vor allem Senioren betroffen: Knapp jeder zehnte derzeit auf Intensivstation behandelte Covid-19-Patient ist den Daten des Divi-Registers zufolge 30 bis 39 Jahre alt, knapp jeder fünfte 40 bis 49 Jahre (Stand 26.08). Die 50- bis 59-Jährigen stellen gut ein Viertel der Patienten, die 60- bis 69-Jährigen gut ein Fünftel. Zumeist sind von schweren Verläufen und Todesfällen Ungeimpfte betroffen.

Besonders hoch ist der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten derzeit in Nordrhein-Westfalen (6,4 Prozent) und dem Saarland (5,3 Prozent). Selbst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in den kommenden Tagen nicht weiter steigen oder sogar sinken sollte, würde die Zahl der auf Intensivstation behandelten Covid-19-Patienten zunächst weiter zunehmen. Die Infektions-Inzidenz spiegelt sich stets verzögert bei der Klinikbelegung wieder, weil zwischen Infektion und Einweisung meist etwa 10 Tage vergehen.

Baerbock fordert mehr Druck auf Ungeimpfte

Geimpfte und Genesene sollen nach Ansicht von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mehr Freiheiten erhalten als Ungeimpfte. Wenn jemand nicht solidarisch mit etwa Kindern oder chronisch Kranken sei, "dann kann er oder sie nicht erwarten, dass alle anderen auf ihre Freiheit verzichten", sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie halte es deswegen für richtig, Geimpften oder Genesenen wieder mehr Freiheiten zu geben, "so wie Hamburg das jetzt macht".

Annalena Baerbock: Die Grünen-Kanzlerkandidatin will durch mehr Anreize Menschen zum Impfen bewegen. (Quelle: imago images/ Andre Germar)Annalena Baerbock: Die Grünen-Kanzlerkandidatin will durch mehr Anreize Menschen zum Impfen bewegen. (Quelle: Andre Germar/imago images)

In Hamburg gilt seit dem Wochenende ein bislang bundesweit einmaliges 2G-Optionsmodell. Besuchen nur Geimpfte und Genesene eine Veranstaltung, entfallen fast alle Corona-Auflagen. Veranstalter oder Wirte können entscheiden, ob sie diesen Weg gehen oder weiter das 3G-Modell nutzen wollen – also auch aktuelle Tests akzeptieren.

Damit erhöhe man auch den Anreiz, sich impfen zu lassen, sagte Baerbock. Man dürfe nun in der Impfkampagne nicht nachlassen, "gerade auch, um Kinder zu schützen". Es brauche mobile Impfteams, eine intensive Ansprache und Informationen in vielen Sprachen. Eine allgemeine Impfpflicht sei rein rechtlich nicht durchsetzbar.

Patientenschützer: Krankenhäuser sollen 2G-Quote veröffentlichen

Patientenschützer fordern eine gesetzliche Verpflichtung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, die Quote der Geimpften und Genesenen beim Personal zu veröffentlichen. "Kranke und Pflegebedürftige brauchen Transparenz, um das Infektionsrisiko einschätzen zu können", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). Das sei umso wichtiger, als es immer noch keine bundesweit geltende tägliche Testpflicht für das medizinisch-pflegerische Personal gebe.

Brysch verwies darauf, dass inzwischen vielerorts nur noch Menschen Zutritt zu Gaststätten oder Hotels hätten, die gegen Covid-19 geimpft oder von der Krankheit genesen seien (2G-Regel). "Doch Pflegebedürftige und Patienten wissen nicht mal, wie hoch die 2G-Quote der Beschäftigten im Pflegeheim oder in der Klinik ist", kritisierte er. Weil es keine Testpflicht für das Personal gebe, gelte in Kliniken und Pflegeeinrichtungen nicht einmal 3G (geimpft, genesen, getestet).

Ein Pfleger versorgt einen beatmeten Patienten (Symbolbild). Patientenschützer fordern eine Offenlegung der 2G-Quote in Krankenhäusern. (Quelle: imago images/Olaf Döring)Ein Pfleger versorgt einen beatmeten Patienten (Symbolbild). Patientenschützer fordern eine Offenlegung der 2G-Quote in Krankenhäusern. (Quelle: Olaf Döring/imago images)

Lockdown in Melbourne wird verlängert

Der sechste Lockdown in der australischen Stadt Melbourne wird verlängert. Das teilten die Behörden am Sonntag mit Verweis auf die immer noch zu hohen Corona-Infektionszahlen mit.

Eigentlich hätten die verschärften Maßnahmen für die fast sieben Millionen Einwohner von Melbourne und dem Bundesstaat Victoria am Donnerstag nach vier Wochen aufgehoben werden sollen. Dies sei nicht mehr möglich, da die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages um 92 angestiegen sei, sagte der Regierungschef von Victoria, Dan Andrews.

Die nächtliche Ausgangssperre bleibt somit bestehen, Spielplätze bleiben geschlossen und Sportmöglichkeiten begrenzt. Wie lange die verschärften Maßnahmen beibehalten werden sollen, sagte Andrews nicht. 

China: US-Corona-Bericht "verlogen"

China hat einen Bericht der US-Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus als "verlogen" bezeichnet. Bei dem am Freitag vorgelegten Papier handele es sich um einen "verlogenen Bericht, der für politische Zwecke erstellt wurde", hieß es in einer am Sonntag vom Außenministerium in Peking verbreiteten Mitteilung. Von einem "verleumderischen Angriff" auf China war die Rede. "Ohne Beweise zu liefern, haben die USA eine Geschichte nach der nächsten erfunden, um China zu diffamieren und zu beschuldigen", wurde Chinas Vize-Außenminister Ma Zhaoxu zitiert.

Der am Freitag veröffentlichte Bericht der US-Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus hatte keine eindeutigen Feststellungen geliefert. Darüber, ob das Virus aus einem Labor stamme oder von einem Tier auf den Menschen übergesprungen sei, herrschte demnach unter den Diensten Uneinigkeit.

Kuba setzt chinesischem Impfstoff ein

Kuba, das bislang nur ein eigenes Vakzin eingesetzt hat, will nun auch den chinesischen Impfstoff Sinopharm verwenden. Im Kampf gegen die explodierenden Corona-Zahlen sollen ab Sonntag in der Zentralprovinz Cienfuegos neben zwei Dosen Sinopharm eine Booster-Impfung mit dem kubanischen Mittel verabreicht werden, teilt das Impfinstitut mit. Kuba wollte bis August 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben. Bislang wurden aber nur 30 Prozent geschafft. Virologen vermuten, dass Kuba nicht über genügend eigenen Impfstoff verfügt, um das Ziel zu erreichen.

Vietnam überlegt, eigenen Impfstoff zuzulassen

Nach vietnamesischen Medienberichten, die sich auf staatliche Pressemitteilungen beziehen, könnte es für den Impfstoff Nano Covax eine Notfallzulassung geben. Er würde die Bedingungen für kurzfristige Anwendungen erfüllen, nachdem es bereits Phase-3-Studien mit 13.000 Patienten gegeben hat. Zunächst muss das Ethik-Komitee über eine Notfallzulassung beraten. Vietnam erlebt derzeit einen neuen Corona-Ausbruch, mit 12.000 Fällen und übe 300 Toten pro Tag. Das südostasiatische Land hat 96 Millionen Einwohner. 

Bericht: Viele Firmen zahlen Corona-Soforthilfen zurück

Tausende Firmen in ganz Deutschland zahlen freiwillig ihre Corona-Soforthilfen zurück. Laut einem Vorabbericht der "Bild am Sonntag" sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums bisher 911 Millionen Euro eingegangen. Allein in Bayern hätten rund 25.000 Unternehmen insgesamt 190 Millionen Euro zurückgegeben. In Schleswig-Holstein hätten 2.230 Unternehmen insgesamt 15,3 Millionen Euro zurückgezahlt, in Mecklenburg-Vorpommern 5.000 Firmen 46,3 Millionen Euro.

Indien: Höchste Tageszahl an Corona-Infektionen seit zwei Monaten

Indien verzeichnet nach zahlreichen Fällen im südwestlichen Bundesstaat Kerala erneut einen deutlichen Anstieg an täglichen Corona-Neuinfektionen. Mit 46.759 Infektionsfällen sei am Samstag der höchste Tageswert seit etwa zwei Monaten erreicht worden, teilte das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mit. 70 Prozent dieser neuen Fällen gingen auf Kerala zurück, wo lockerere Regeln für Reisen und Zusammenkünfte während des traditionellen Onam-Erntedankfestes als Treiber hinter dem Anstieg vermutet werden.

Indische Schüler beim Temperaturmessen: In dem Land steigen die Infektionszahlen erneut. (Quelle: dpa/Xin Hua)Indische Schüler beim Temperaturmessen: In dem Land steigen die Infektionszahlen erneut. (Quelle: Xin Hua/dpa)

Samstag war seit dem 7. Juli der dritte Tag in Folge, an dem mehr als 45.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet wurden. Während zum Höhepunkt der zweiten Welle im April und Mai an einigen Tagen mehr als 400.000 Infektionen erfasst wurden, waren es zuletzt um die 30.000 bis 40.000 pro Tag gewesen. Welche Rolle die besonders schnell übertragbare und erstmals in Indien festgestellte Delta-Variante des Erregers derzeit spielt, wurde nicht gesagt.

In dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Subkontinent hatte die Impfkampagne zeitweise auch wegen fehlender Dosen gestockt. Diese Probleme seien nun beseitigt und am Freitag eine Rekordzahl von zehn Millionen Menschen geimpft worden, teilte das Ministerium weiter mit. 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, sie wird auf etwa 940 Millionen geschätzt, sind demnach nun ganz und mehr als 50 Prozent einmal gegen Corona geimpft.

Epidemiologe sagt Normalzustand für Sommer 2022 voraus 

Der Epidemiologe Klaus Stöhr geht davon aus, dass die Corona-Pandemie in Deutschland nach dem Winter vorüber ist. "Ab dem Frühjahr werden wir eine dramatische Entspannung der Situation erleben", sagte Stöhr dem "Münchner Merkur". Mehr dazu lesen Sie hier.

Scholz: "Wir waren gerne eure Versuchskaninchen"

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat Menschen mit Corona-Impfung in Deutschland aufgerufen, Ungeimpfte von der Impfung zu überzeugen. "Überzeugt eure Liebsten, überzeugt die Freunde am Stammtisch, überzeugt den Sportverein, überzeugt die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb", sagte Scholz am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Berlin. "Wir alle waren gerne eure Versuchskaninchen – bei uns ist das mit der Impfung gut gegangen, jetzt bitte macht es auch."

Scholz sagte: "Einen neuen Lockdown, wieder eine Zeit ohne Präsenzunterricht in den Schulen, das kann es und das darf es unter diesen Umständen nicht geben." Deshalb werde es weiter "noch ein paar Vorsichtsregeln" geben müssen – "also das mit den Masken, nicht nur hier, sondern auch in Bus und Bahn". Wer in ein Restaurant oder einen Klub gehe, solle geimpft, genesen oder getestet sein. Das sei beschwerlich, aber besser als die harten Lockdown-Maßnahmen der Vergangenheit.

Mehr als 60 Prozent der Deutschen vollständig geimpft

Mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben inzwischen gut 50 Millionen Menschen (60,1 Prozent) erhalten, wie das Bundesgesundheitsministerium am Samstag bekannt gab. Knapp 65 Prozent (54 Millionen) sind demnach mindestens einmal geimpft. Am Freitag wurden den Angaben zufolge 213 092 Impfdosen verabreicht.

In Bremen haben bereits 74,7 Prozent mindestens eine Impfung, 70,2 Prozent sind dort vollständig geimpft. In Sachsen dagegen haben erst 54,8 Prozent mindestens eine Impfung, 51,4 Prozent sind dort vollständig geimpft.

"Jede einzelne Impfung hilft, dass wir gemeinsam gut durch Herbst und Winter kommen", schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter.

Mehr als 320.000 Neuinfektionen in den USA gemeldet

In den USA haben sich nach Reuters-Zählung 321.193 Menschen am Freitag mit dem Corona-Virus angesteckt. Damit steigt die Zahl der registrierten Infizierten auf 38,89 Millionen. 3.163 Menschen, bei denen das Virus nachgewiesen worden war, starben am Freitag.

Über zehn Millionen Menschen in Indien an einem Tag geimpft

In Indien sind zum ersten Mal über zehn Millionen Menschen an einem einzigen Tag geimpft worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag wurde die Marke am Vortag überschritten. Premierminister Narendra Modi feierte den Meilenstein als "bedeutsame Leistung" für sein Land.

Modis Regierung steht seit dem Corona-Tod von über 200.000 Menschen bei einer weitgehend ungebremsten Infektionswelle im April und Mai in der Kritik. Sie hatte es sich zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres etwa 1,1 Milliarden Erwachsene zu impfen; Lieferengpässe, Verwaltungschaos sowie die Skepsis bei vielen Bürgern haben die Impfkampagne jedoch massiv behindert. Seit Beginn der Kampagne im Januar sind erst 15 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft.

Das 1,3 Milliarden Einwohner zählende südasiatische Land hat offiziell bisher 437.370 Todes- und mehr als 32 Millionen Infektionsfälle registriert. Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer mindestens viermal so hoch sein könnte, weil nur wenige Fälle überhaupt entdeckt und gemeldet werden.

Experte: Inzidenzwert muss um Impfungen korrigiert werden

In der Diskussion um eine neue Formel für Corona-Auflagen hat sich der Leiter des Covid-19-Registers in Rheinland-Pfalz für eine impfkorrigierte Sieben-Tage-Inzidenz ausgesprochen. "Die Beschreibung der Infektionslage durch die Parameter der Sieben-Tage-Inzidenz ist heute anders zu bewerten als vor einem Jahr, als keinerlei Anteile der Bevölkerung einen Impfschutz hatten", sagte Anselm Gitt vom Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen der Deutschen Presse-Agentur.

Das Festhalten an der Inzidenz unterschätze die aktuelle gefährliche Infektionslage, warnte Gitt. "Diese Zahlen beziehen sich seit Beginn der Pandemie auf die gesamte Bevölkerung und lassen völlig außer Acht, dass sich mittlerweile die Hälfte hat impfen lassen."

Korrigiere man dies, erhalte man ein realistisches, allerdings auch bedrohliches Bild. "Im Mittel wäre die Sieben-Tage-Inzidenz dann für die gesamte Bundesrepublik um mehr als den Faktor Zwei höher. Die impfkorrigierte Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit in 11 der 16 Bundesländer weit über 100 und in Nordrhein-Westfalen sogar bei 277."

Spanien ist ab Sonntag kein Corona-Hochrisikogebiet mehr

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag ganz Spanien – und damit auch die beliebte Ferieninsel Mallorca – von der Liste der Hochrisikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Damit entfallen alle Quarantänevorschriften für aus Spanien zurückkehrende Urlauber.

Brinkhaus kann sich berufliche Einschränkungen für Ungeimpfte vorstellen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus kann sich berufliche Einschränkungen für Menschen vorstellen, die sich nicht impfen lassen wollen. "Wenn sich jemand Sorgen macht, weil sich eine Kita-Erzieherin nicht impfen lässt, nehme ich das sehr ernst", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel".

Es könne niemand gezwungen werden, sich impfen zu lassen. "Aber wenn in der Hochansteckungsphase im Herbst ungeimpfte Menschen in sensitiven Bereichen arbeiten, sollte man sie vielleicht woanders einsetzen", so Brinkhaus. Einer Impfpflicht erteilte er allerdings eine Absage. 

Angesichts steigender Infektionsraten und der eher schleppend verlaufenden Impfkampagne wird derzeit über mögliche Einschränkungen für Menschen diskutiert, die sich trotz bestehender Möglichkeiten nicht impfen lassen wollen.

Regierung prüft 3G-Regeln für Züge und Inlandsflüge

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie prüft die Bundesregierung, ob künftig nur noch Geimpfte, Getestete und Genesene Fernzüge und Inlandsflüge nutzen dürfen. "Wir haben sehr stark steigende Fallzahlen und deswegen ist es richtig, zu prüfen, was helfen kann, diesen Anstieg der Fallzahlen zu dämpfen und möglichst zu stoppen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Zuvor hatte "Bild" über Pläne der Bundesregierung berichtet, den Zugang zu Zügen im Fernverkehr und Flügen im Inland künftig nur noch Geimpften, Genesenen oder getesteten Personen zu gewähren. Die Bahn wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

Seibert verwies auf den starken Anstieg der Corona-Fallzahlen vor allem in der jungen Altersgruppe, die sich noch nicht impfen lassen könne. "Das heißt all diejenigen, die sich impfen lassen können, haben eine Verantwortung gegenüber denen, die sich nicht per Impfung schützen lassen können", sagte Seibert. Engmaschiges Testen bringe zusätzlichen Schutz, weshalb die Bundesregierung nun auch die Einführung der sogenannten 3G-Regel – Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete – prüfe.

Den Angaben zufolge ist das Bundesverkehrsministerium derzeit mit der Prüfung befasst. Als Vorbild für einen solchen Schritt nannte Seibert Frankreich, wo die Nachweispflicht bereits im Fernverkehr gelte.

Deutsche halten Corona nicht mehr für das wichtigste Problem

Erstmals seit dem Frühjahr 2020 ist die Coronavirus-Pandemie laut ZDF-Politbarometer nur noch das zweitwichtigste Problem in Deutschland. 40 Prozent halten das Thema Umwelt- und Klimaschutz für besonders drängend, 34 Prozent dann Corona. Die aktuellen Corona-Maßnahmen empfinden 58 Prozent der Befragten für gerade richtig, jeweils 19 Prozent halten sie für übertrieben beziehungsweise zu lasch. 63 Prozent glauben vor dem Hintergrund einer steigenden Impfquote, dass es in der vierten Welle nicht zu so großen Belastungen in den Krankenhäusern kommen wird wie bei früheren Wellen.

Dänemark hebt Corona-Einschränkungen auf

 Dänemark definiert Covid-19 künftig nicht mehr als eine Pandemie, die in einem hohen Grad die Gesundheit der Bevölkerung bedroht. Gesundheitsminister Magnus Heunicke erklärte am Freitag, die Pandemie sei unter Kontrolle. "Wir haben rekordhohe Impfraten. Daher können wir zum 10. September einige der Sonderregeln, die wir im Kampf gegen Covid-19 einführen mussten, fallen lassen."

Für die Dänen bedeutet das, dass sie keinen Corona-Pass mehr vorzeigen müssen, wenn sie Restaurants, Nachtclubs oder größere Veranstaltungen besuchen. Ein Mund-Nasen-Schutz muss schon länger nicht mehr getragen werden. In Dänemark sind 80 Prozent der Bevölkerung im Alter über zwölf Jahre vollgeimpft.

Heunicke warnte jedoch, dass die Pandemie nicht überstanden sei. "Die Regierung wird nicht zögern, schnell zu handeln, wenn die Pandemie wieder wichtige Funktionen in unserer Gesellschaft bedroht."  

Studie: Jeder zweite Corona-Krankenhauspatient nach einem Jahr mit Langzeitfolgen

Auch ein Jahr nach ihrer Erkrankung leiden einer Studie zufolge rund die Hälfte der wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingelieferten Patienten noch an Langzeitfolgen. Die Autoren der chinesischen Studie, die am Freitag in der Fachzeitschrift "The Lancet" erschien, forderten daher eine bessere Berücksichtigung der Langzeitfolgen der Krankheit. Einer von drei Patienten sei etwa auch nach einem Jahr noch kurzatmig. Die Gesundheitssysteme müssten sich darauf einstellen, Covid-19-Patienten langfristige Unterstützung anzubieten. 

Bei Patienten, die mit einem schweren Verlauf der Erkrankung auf einer Intensivstation lagen, sei der Anteil der Menschen mit Langzeitfolgen der Studie zufolge noch höher. Die Forscher nutzten die Krankenakten von fast 1.300 Patienten, die zwischen Januar und Mai 2020 in einem Krankenhaus in der chinesischen Stadt Wuhan behandelt wurden, wo das Virus zuerst entdeckt wurde.

Für die Studie wurden Daten sechs und zwölf Monate nach dem Ende der Behandlung gesammelt. Demnach lag der Anteil der Patienten mit mindestens einem verbleibenden Symptom oder einer Folgeerkrankung nach einem halben Jahr bei 68 Prozent, nach einem Jahr bei 49 Prozent. Der Anteil der Patienten, die unter Angstzuständen und Depressionen litten, stieg leicht von 23 auf 26 Prozent. Trotz der Langzeitfolgen stellten die Forscher fest, dass eine große Mehrheit von 88 Prozent ein Jahr nach ihrer Erkrankung wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt war. 

Fast 60 Prozent der Deutschen sind vollständig geimpft

"Die vierte Welle kommt mit zunehmender Wucht. Der beste Schutz ist eine rechtzeitige Impfung", teilte Gesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. 59,9 Prozent, also 49,85 Millionen Menschen in Deutschland, sind jetzt vollständig geimpft. 64,8 Prozent haben mindestens eine Impfung.

Neuseeland verlängert Lockdown erneut

Neuseeland verlängert wegen Dutzender neuer Corona-Fälle den landesweiten Lockdown um weitere vier Tage. Gleichzeitig kündigte die Regierung ab kommendem Mittwoch Lockerungen der strikten Regeln in weiten Landesteilen an. Am Freitag verzeichneten die Behörden in dem Pazifikstaat 70 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, größtenteils in der Metropole Auckland auf der Nordinsel. Jedoch waren zuletzt auch in der Hauptstadt Wellington Fälle gemeldet worden.

Derzeit sind in Neuseeland Schulen und nicht lebensnotwendige Geschäfte geschlossen. Bürger dürfen das Haus nur noch unter bestimmten Bedingungen verlassen. Während Mitte kommender Woche einige Beschränkungen für Regionen südlich von Auckland aufgehoben werden könnten, sollen sie in der Stadt selbst voraussichtlich noch einige Zeit bestehen bleiben, wie Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sagte.

Betriebe sollen Impfungen während der Arbeitszeit ermöglichen müssen

Arbeitgeber in Deutschland sollen Corona-Impfungen künftig ausdrücklich während der Arbeitszeit ermöglichen müssen. "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten zu ermöglichen, sich während der Arbeitszeit gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen zu lassen", heißt es im Entwurf des Bundesarbeitsministeriums für eine neue Arbeitsschutzverordnung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zudem sollen Arbeitgeber die Betriebsärzte organisatorisch und personell unterstützen. Die Impfbereitschaft soll durch eine Ansprache der Beschäftigten und durch eine innerbetriebliche Informationskampagne gefördert werden.

Künftig sollen Arbeitgeber bei ihren Hygienekonzepten auch den Impf- oder Genesenen-Status der Beschäftigten berücksichtigen können, sofern dieser ihnen bekannt ist. Die aktualisierte Arbeitsschutzverordnung wird derzeit innerhalb der Regierung abgestimmt und soll kommenden Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet werden. 

Sieben-Tage-Inzidenz bei den Hospitalisierungen gestiegen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen ist auf 1,56 gestiegen. Das meldete das Robert-Koch-Institut in seinem Lagebericht vom heutigen Donnerstag. Am Vortag lag die Zahl noch bei 1,47. Sie beziffert die gemeldeten Covid-19-Fälle in den Krankenhäusern pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen.

Ein Krankenhaus in Rheinhausen: Die Zahl der Menschen, die wegen einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert werden, steigt bundesweit an. (Quelle: imago images/Reichwein)Ein Krankenhaus in Rheinhausen: Die Zahl der Menschen, die wegen einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert werden, steigt bundesweit an. (Quelle: Reichwein/imago images)

Bericht: Bei Corona soll Krankenhausbelegung auf Landesebene entscheidend sein

Entscheidende Größe für Corona-Maßnahmen soll einem Bericht zufolge statt des Inzidenzwertes künftig die Krankenhausbelegung auf Landesebene sein. Das geht nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Donnerstag aus der Formulierungshilfe des Bundesgesundheitsministeriums zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes hervor. "Wesentlicher Maßstab für die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen ist insbesondere die Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Hospitalisierungs-Inzidenz)", heißt es demnach in der Vorlage.

"Der Schwellenwert ist jeweils unter Berücksichtigung der regionalen stationären Versorgungskapazitäten festzusetzen mit dem Ziel, eine drohende Überlastung der regionalen stationären Versorgung zu vermeiden", heißt es dem Bericht zufolge weiter. "Weitere Parameter zur Bewertung der epidemischen Lage, wie die Infektionsdynamik und die Anzahl der gegen Covid-19 geimpften Personen, können einbezogen werden."

Spahn plant Vorrat mit 80 Millionen Impfdosen

Bundesgesundheitsminister Spahn will 80 Millionen Corona-Impfdosen einlagern. Das hat das Gesundheitsministerium dem ARD-Magazin Kontraste bestätigt. "Im Rahmen eines Portfolioansatzes ist die Bevorratung mit unterschiedlichen Impfstoffarten geplant", so das Ministerium.

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister plant ein großes Impfstoffdepot für Deutschland. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)Jens Spahn: Der Gesundheitsminister plant ein großes Impfstoffdepot für Deutschland. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Das Arsenal soll offenbar aus Dosen der Hersteller Biontech und Moderna bestehen. Experten aus Medizin und Politik sehen allerdings keinen Sinn in dem Vorrat. "Den Impfstoff hier zu behalten und einzulagern, ist kurzsichtig und egoistisch", erklärt der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon Hochschule Berlin. Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen kritisiert die Bevorratung als Ausdruck "einer angstgetriebenen und wenig vorausschauenden Politik".

Statt Impfstoff zu horten, plädieren beide dafür, überschüssige Impfdosen an ärmere Länder abzugeben. Bereits jetzt hat Deutschland einen Überschuss von rund 13 Millionen Dosen. Unabhängig von dem geplanten Impfdepot werden noch bis Jahresende 100 Millionen Dosen von Biontech und Moderna erwartet.

NRW will Schulen und Kitas offenhalten

Der stellvertretende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Joachim Stamp will Schulen und Kitas trotz steigender Infektionszahlen offen halten. "Wir müssen hier abwägen", sagt der FDP-Politiker im Deutschlandfunk. Es gebe bei den Unter-12-Jährigen, die derzeit nicht geimpft werden können, "de facto keine schweren Verläufe". Das zeigten auch Erfahrungen aus den Nachbarländern. Dafür hätten die Corona-Beschränkungen nach Angaben von Kinderärzten zu erheblichen Problemen geführt, die von Übergewicht, Angstpsychosen bis zu Kontaktstörungen bei Kindern reichten.

Großbritannien erwägt Schul-Impfungen ohne Zustimmung der Eltern

Die britische Gesundheitsbehörde NHS erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren ohne Einverständnis der Eltern in den Schulen zu impfen. Die regionalen NHS-Organisationen seien angewiesen, sich auf die "mögliche Einführung eines Impfprogramms für 12- bis 15-jährige gesunde Kinder ab dem 6. September" vorzubereiten, berichtet die Zeitung "The Telegraph" unter Berufung auf E-Mails der Gesundheitsbehörde. Die Kinder benötigten keine elterliche Zustimmung für das Impfprogramm an den Schulen.

Impf-Auffrischung in den USA schon nach sechs Monaten erwogen

Die US-Behörden erwägen einem Zeitungsbericht zufolge, eine Impf-Auffrischung ("Booster") künftig schon nach sechs statt bislang nach acht Monaten zu empfehlen. Das berichtet das "Wall Street Journal".

Erstmals mehr als 1.000 Neuinfektionen im Großraum Sydney

Der australische Bundesstaat New South Wales mit der Metropole Sydney hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 1.000 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Die Behörden meldeten am Donnerstag 1.029 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Trotz eines seit acht Wochen geltenden strikten Lockdowns bekommt die Region an der Ostküste die jüngste Viruswelle bislang nicht in den Griff.

Gleichzeitig kündigte die Regierungschefin des Bundesstaats, Gladys Berejiklian, leichte Lockerungen der Regeln für vollständig Geimpfte an. So dürfen sich ab kommender Woche wieder Gruppen von bis zu fünf Menschen draußen treffen - jedoch nur in einem Umkreis von fünf Kilometern von ihrem Wohnsitz.

Berejiklian kündigte weitere Lockerungen an, sobald 70 Prozent der acht Millionen Einwohner des Bundesstaates geimpft seien. Derzeit haben erst knapp 33 Prozent der Bürger von New South Wales einen vollständigen Impfschutz.

Sydney erweitert Notaufnahmen wegen Delta-Ausbruch mit Zelten

Zwei Krankenhäuser im Westen der australischen Millionenmetropole Sydney errichten zur Bewältigung des Anstiegs der Covid-19-Patienten Notfallzelte. Die provisorischen Notaufnahmen dienten dazu, "Wartezeiten abzubauen", sagt ein Sprecher des Bezirks der Nachrichtenagentur Reuters. Die beiden Kliniken seien derart überlastet, dass Rettungswagen in andere Krankenhäuser umgeleitet werden müssen, teilt die australische Sanitäter-Vereinigung APA mit. Die größte Stadt Australiens verzeichnet auch nach zwei Monaten strengen Lockdowns weiter Rekordstände bei Neuinfektionen mit der Delta-Variante.

US-Stadt Tampa setzt auf Behandlung mit Antikörpern

Schlangestehen vor der Pop-Up-Praxis: In Tampa im US-Bundesstaat Florida werden Infizierte mit einem Antikörper-Medikament behandelt. (Quelle: Twitter/Gabe Gutierrez)Schlangestehen vor der Pop-Up-Praxis: In Tampa im US-Bundesstaat Florida werden Infizierte mit einem Antikörper-Medikament behandelt. (Quelle: Twitter/Gabe Gutierrez)

Die Stadt Tampa im US-Bundesstaat Florida hat eine Pop-Up-Praxis eingerichtet, bei der sich mit Corona Infizierte mit einem Antikörper-Medikament behandeln lassen können. In einem Video, das der NBC-Reporter Gabe Gutierrez auf Twitter veröffentlichte, ist zu sehen, wie die Menschen in ihren Autos Schlange stehen.

In den USA verzeichneten die Gesundheitsbehörden mindestens 132.127 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich damit mehr als 38,25 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 1.437 auf 630.541. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Todeszahlen auf.

Der US-Virologe Anthony Fauci warb bereits für die Behandlung von Covid-19 mit monoklonalen Antikörpern. Diese werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. "Unterm Strich ist das eine sehr wirksame Maßnahme gegen Covid-19. Sie wird nur unzureichend genutzt, und wir empfehlen nachdrücklich, sie in vollem Umfang zu nutzen", sagte Fauci.

Baden-Württemberg will Kontaktverfolgung abschaffen

Nach Nordrhein-Westfalen plant auch Baden-Württemberg, künftig auf die massenhafte Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen zu verzichten. Das würde bedeuten, dass etwa die Besucher von Gaststätten, Kinos oder Museen demnächst nicht mehr ihre persönlichen Daten hinterlegen müssten, etwa mit Hilfe der Luca-App oder handschriftlich. Das Gesundheitsministerium in Stuttgart bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach das Land hier einen Strategiewechsel vorbereite.

Bisher waren die Daten nötig, damit die Gesundheitsämter bei einem Corona-Fall etwa die Nebensitzer aufspüren können. Die Lage habe sich nun insofern geändert, "als dass es eine zunehmende Zahl von Geimpften und Genesenen gibt", erklärte ein Ministeriumssprecher. "Wer geimpft oder genesen ist, muss in aller Regel – auch wenn er oder sie Kontaktperson ist – nicht in Quarantäne." Künftig sei das Ziel: "Wir wollen die Kräfte auf eine intelligente Schwerpunktnachverfolgung von herausragenden Ereignissen konzentrieren."

NRW will Impfstatus von Lehrern abfragen

Das nordrhein-westfälische Schulministerium will eine eigene Erhebung zur Impfquote bei der Lehrerschaft starten. "Die Lehrerverbände nennen eine Quote von 90 Prozent. Wir wollen uns selber ein genaues Bild machen, wie viele Lehrkräfte geimpft sind und werden eine Abfrage starten", sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) der "Rheinischen Post".

"Die Angaben sind natürlich freiwillig und anonym", so Gebauer. Als Arbeitgeber sei man daran interessiert, die Impfquote zu kennen, um einschätzen zu können, inwieweit Lehrer geschützt seien, sagte die Schulministerin. Mit den Ergebnissen rechne das Ministerium in den nächsten Wochen. Eine Impfpflicht für Lehrer werde es "definitiv nicht geben", sagte Gebauer der "Rheinischen Post".

100 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht

Acht Monate nach dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland sind mehr als 100 Millionen Impfdosen gespritzt worden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Mittwoch bei Twitter von einem "weiteren Meilenstein": Dies sei "eine der größten logistischen Leistungen in der Geschichte unseres Landes". Genau sind es nach Ministeriumsangaben nunmehr 100,2 Millionen verabreichte Dosen.

Corona-Impfung in Aichtal: Mittlerweile wurden in Deutschland mehr als 100 Millionen Impfdosen verspritzt. (Archivfoto) (Quelle: imago images/Daniel Jüptner)Corona-Impfung in Aichtal: Mittlerweile wurden in Deutschland mehr als 100 Millionen Impfdosen verspritzt. (Archivfoto) (Quelle: Daniel Jüptner/imago images)

Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind demnach inzwischen 49,4 Millionen Menschen oder 59,4 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung erhalten haben 53,5 Millionen Menschen oder 64,4 Prozent aller Einwohner. Spahn dankte allen, die beim Impfen mithelfen.

In 6 der 16 Bundesländer sind inzwischen mehr als 60 Prozent der Einwohner vollständig geimpft: an der Spitze weiter Bremen mit 69,5 Prozent. Es folgen das Saarland mit 64,6 Prozent vollständig geimpften Einwohnern, Schleswig-Holstein mit 63,2 Prozent, Nordrhein-Westfalen 62,2 Prozent, Hamburg mit 61,3 Prozent und Niedersachsen mit 60,6 Prozent.

RWE und Bayer erwägen Impfpflicht für US-Standorte

Die Einstichstelle am Arm einer Frau in Kiel wird nach dem Impfen desinfiziert (Symbolbild): Deutsche Unternehmen erwägen eine Impfpflicht für Mitarbeiter in den USA. (Quelle: dpa/Frank Molter/dpa.)Die Einstichstelle am Arm einer Frau in Kiel wird nach dem Impfen desinfiziert (Symbolbild): Deutsche Unternehmen erwägen eine Impfpflicht für Mitarbeiter in den USA.

Bayer und RWE prüfen eine Impfpflicht für ihre US-Standorte. "In den USA führen viele Unternehmen eine Impfpflicht ein. Das wird dort im Rahmen von Good Citizenship erwartet. Wir setzen auf Freiwilligkeit, aber natürlich schauen wir uns die Standards in den verschiedenen Ländern, in denen wir Mitarbeitende haben, genau an", sagt die Sprecherin des Energiekonzerns RWE der Zeitung "Rheinische Post" (Mittwochausgabe).

Aktuell bestehe auch für die Bayer-Beschäftigten in den USA keine Impfpflicht, aber "es wird auch bei uns in den USA darüber diskutiert, es gibt aber derzeit keine Entscheidung in dieser Richtung", sagte ein Sprecher des Chemiekonzerns dem Blatt.

USA melden erneut enorme Infektionszahlen

In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 132.127 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich damit mehr als 38,25 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 1437 auf 630.541. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Todeszahlen auf.

Fast 1.000 Neuinfektionen an einem Tag im Großraum Sydney

Trotz eines seit acht Wochen geltenden Lockdowns bekommt der australische Bundesstaat New South Wales mit der Metropole Sydney seine schwere Corona-Welle nicht unter Kontrolle. Am Mittwoch verzeichneten die Behörden innerhalb von 24 Stunden 919 Neuinfektionen – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Zwei Menschen, darunter eine erst etwa 30 Jahre alte Frau, seien in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, sagte Regional-Premierministerin Gladys Berejiklian.

US-Experte Fauci: "Sind in der Lage, die Pandemie zu verkürzen"

Für US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hängt ein Ende der Corona-Pandemie in den USA vom Verhalten der Menschen und vor allem von ihrer Impfbereitschaft ab. "Ich möchte (...) an die Menschen im Land appellieren die nicht geimpft sind, zu erkennen, dass wir in der Lage sind, den Zeitrahmen bis zum Ende dieser Pandemie im Wesentlichen zu verkürzen", sagte der Immunologe am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Lassen Sie sich impfen, und der Zeitrahmen wird dramatisch verkürzt."

Zuvor hatte Fauci im Interview mit dem Sender CNN gesagt, er gehe davon aus, dass die Corona-Pandemie bis Frühjahr 2022 unter Kontrolle gebracht werden könnte – wenn die Menschen sich impfen ließen. "Wir könnten zu einem gewissen Grad an Normalität zurückkehren", so Fauci. Der Winter könnte noch einmal schwierig werden – vor allem wegen der Grippe und anderen Atemwegserkrankungen. Später sagte Fauci, dass man bei Zeitangaben immer vorsichtig sein müsse. Mit Blick auf Impfungen erklärte er, die Pandemie könne sogar "schon vorher" beendet werden.

FDP-Politiker fordert kostenlose Antikörper-Tests vor dritter Impfung

Die Bundesregierung sollte allen Bürgern nach Ansicht des FDP-Abgeordneten Gerald Ullrich vor einer dritten Corona-Impfung einen Antikörpertest bezahlen. Derzeit werde erwartet, dass sich Menschen zur Auffrischung impfen ließen, ohne zu wissen, ob dies überhaupt nötig sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wer noch genug Antikörper gegen das Coronavirus hat, sollte sich nicht pauschal impfen lassen müssen, um den Impfstatus zu behalten." Durch einen kostenlosen Antikörpertest dagegen könne das Vertrauen in die Impfung weiter gestärkt werden.

Das Gesundheitsministerium hatte Ullrich auf eine schriftliche Frage geantwortet, derzeit gebe es keine Pläne für kostenlose Antikörpertests. "Aus Sicht der Bundesregierung ist davon auszugehen, dass die Bereitschaft für eine Auffrischimpfung hoch sein dürfte", hieß es.

Totenzahl in Großbritannien auf höchstem Stand seit Mitte März

In Großbritannien sind nach offiziellen Angaben weitere 174 Menschen gestorben, die positiv getestet wurden. Das ist die höchste Zahl seit dem 12. März. Zudem werden 30.838 neue Positiv-Tests registriert.

In Großbritannien sind die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben. Zunächst gingen die Fallzahlen nach dem "Freedom Day" in England Mitte Juli überraschenderweise zurück, mittlerweile steigen sie jedoch wieder kontinuierlich an. Die Inzidenz liegt mit 327 (Stand: 18. August) weiterhin auf hohem Niveau.

Die Kliniken stehen zwar dank der hohen Impfquote derzeit nicht vor der Überlastungsgrenze, doch die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle steigt ebenfalls wieder an. Häufig sind in den vergangenen Tagen in Großbritannien mehr als 100 Tote pro Tag gezählt worden.

"Zynisches Experiment": Lauterbach kritisiert Abkehr von Inzidenzwert

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat davor gewarnt, die Inzidenzwerte bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu vernachlässigen. "Wenn die Inzidenzzahlen weiter so steigen, gehen die Ungeimpften voll ins Risiko – einschließlich der Kinder", sagte Lauterbach am Dienstag dem "Spiegel". Er bezeichnete es als "zynisches Experiment, die Jüngsten einer Krankheit auszusetzen, vor der viele Erwachsene Angst haben".

Er gehe davon aus, dass fünf Prozent der erkrankten Kinder unter Long-Covid-Symptomen leiden könnten, sagte Lauterbach. Angesichts stark steigender Fallzahlen brauche es eine Grundsatzentscheidung: "Entweder wir entschließen uns, die Inzidenzen weiter zu begrenzen, dann wären unpopuläre Maßnahmen nötig. Oder wir ignorieren die Inzidenzzahlen künftig weitgehend, dann geben wir den Schutz der Ungeimpften auf."

Lauterbach forderte angesichts der steigenden Zahlen weitere Corona-Maßnahmen. "Nur weil Wahlkampf ist, sollten wir uns nicht vom Schutz der Menschen verabschieden", sagte der SPD-Politiker. Er plädierte dafür, "mit juristischem Fingerspitzengefühl an einer 2G-Lösung zu arbeiten": Zu Clubs, den Innenräumen von Restaurants oder Fitnessstudios sollten dann bei hohen Inzidenzen nur Geimpfte oder Genesene Zutritt haben.

Spahn äußert sich zu neuen Kennzahlen in der Pandemie

Bund und Länder beraten nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über neue Kennzahlen zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland. "Wir haben ja Erfahrungswerte aus dem letzten Winter, etwa aus Dezember, Januar, wo wir eine sehr, sehr starke Belastung in den Kliniken hatten", sagte Spahn am Dienstag im Interview bei "Welt". Gemeinsam mit den Ländern schaue man sich jetzt an, was die richtigen Kennziffern für weiteres Handeln seien. "Wir können sie ableiten aus den letzten zwei Wellen."

Spahn hatte angekündigt, dass der bisherige Inzidenzwert von 50, der noch im Infektionsschutzgesetz als Richtwert für schärfere Maßnahmen verankert ist, ausgedient habe. Das Gesetz wird demnach nun geändert. Künftig soll die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 entscheidend sein.

Israel: Auch 30-Jährige erhalten dritte Impfung

Israel vergibt nun auch an Menschen ab 30 Jahren eine dritte Impfdosis, um eine Zunahme von Corona-Neuinfektionen zu stoppen. Mehrere Expertenteams hätten eine Empfehlung zur Ausweitung der Impfkampagne gegeben, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Bisher haben demnach knapp 17 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis eine Auffrischungsimpfung erhalten. Knapp 59 Prozent sind zweifach geimpft.

In Israel wird fast ausschließlich das Präparat von Biontech/Pfizer gespritzt. Seit Ende Juli verabreicht das Land als erstes weltweit dritte Impfungen gegen das Coronavirus. Entscheidend ist dabei, dass die zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt.

Hintergrund der Entscheidung für eine dritte Impfung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Gleichzeitig verbreitete sich die Delta-Variante, die als besonders ansteckend gilt.

Frankreichs Gesundheitsbehörde empfiehlt dritte Impfung für ab 65-Jährige

Die französische Gesundheitsbehörde (HAS) hat eine Corona-Auffrischungsimpfung für alle Bürger ab 65 Jahren empfohlen. Auch Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Fettleibigkeit, die bei einer Infektion ein erhöhtes Risiko haben, schwer zu erkranken, sollten "nach einer Analyse der vorliegenden Daten" eine dritte Impfdosis erhalten, erklärte die Behörde am Dienstag.

Das Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche Auffrischungsimpfungen für alle Bewohner von Altenheimen, alle über 80-Jährigen, die zu Hause leben sowie für Hochrisikopatienten und Menschen mit unterdrücktem Immunsystem angekündigt.

Ungeimpfte müssen Tests in Griechenland künftig selber zahlen

In Griechenland müssen ungeimpfte Bürger ihre Corona-Tests vom 13. September an selbst zahlen. Ausgenommen sind nur Schüler sowie Genesene, Geimpfte und Menschen, die Symptome zeigen, kündigte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias am Dienstag in Athen an. Zudem können Arbeitgeber Auskunft von den Beschäftigten darüber erhalten, ob sie geimpft sind oder nicht, und andernfalls zwei Tests pro Woche verlangen. Ein Schnelltest kostet in Griechenland zehn Euro.

"Weit über 90 Prozent der Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind ungeimpft", begründete Kikilias die Maßnahmen, die mindestens bis zum 31. März 2022 gelten sollen. Im Freizeitsektor setzt die Regierung die Menschen besonders unter Druck: Geschlossene Räume von Tavernen, Theatern, Fußballstadien und ähnlichen Einrichtungen dürfen künftig nur noch von Geimpften besucht werden – oder von Genesenen, deren Infektion nicht länger als sechs Monate zurückliegt. Auch Maßnahmen für Reisende innerhalb des Landes kündigte Kikilias an: Ungeimpfte müssen dafür einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Studie: Viruslast bei Delta-Variante 300-mal höher

Die Viruslast bei einer Infektion mit der Delta-Variante ist einer Studie aus Südkorea zufolge 300-mal höher als beim ursprünglich aufgetretenen Virus. Die Wissenschaftler der Korea Disease Control and Prevention Agency (KDCA) haben aber auch herausgefunden, dass die Anzahl der Viren, die bei den ersten Symptomen auftreten, rasch abnimmt.

Nach zehn Tagen sei die Viruslast etwa so hoch wie bei anderen Coronavirus-Mutationen zu beobachten sei. Die Ergebnisse bedeuteten nicht, dass die Delta-Mutation 300-mal ansteckender sei, erklärt das südkoreanische Gesundheitsministerium. Die Übertragungsrate sei in etwa doppelt so hoch wie bei dem Anfang 2020 zuerst aufgetretenen Virus.

Großer Andrang auf einem Bahnsteig: Eine Studie zeigt, dass die Viruslast bei einer Erkrankung mit der Deltavariante des Coronavirus, deutlich höher ist.  (Quelle: imago images/ Ralph Peters)Großer Andrang auf einem Bahnsteig: Eine Studie zeigt, dass die Viruslast bei einer Erkrankung mit der Deltavariante des Coronavirus, deutlich höher ist. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Griechische Urlaubsinseln sind jetzt Corona-Hochrisikogebiete

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Kreta und weitere griechische Urlaubsinseln nun als Hochrisikogebiet ein. Die Regelung gilt seit diesem Dienstag. Nach jüngsten Schätzungen des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind derzeit etwa 150.000 Pauschalurlauber aus Deutschland in Griechenland unterwegs. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl an Individualreisenden. Das Land zählt zu den beliebtesten Reisezielen rund ums Mittelmeer.

Neben Kreta ist nun auch die südliche Ägäis mit Urlaubsinseln wie Rhodos, Kos, Mykonos oder Naxos Hochrisikogebiet. Die Inseln gelten auch wegen ihres intensiven Nachtlebens als Keim der Corona-Ausbreitung in Griechenland. Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Für vollständig Geimpfte und Genesene gibt es keine Quarantänepflicht.

Touristen an einem Strand in Kreta: Die griechischen Inseln sind nun Corona-Hochrisikogebiet. (Quelle: imago images/Nicolas Economou)Touristen an einem Strand in Kreta: Die griechischen Inseln sind nun Corona-Hochrisikogebiet. (Quelle: Nicolas Economou/imago images)

49,2 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. 49,2 Millionen Menschen oder 59,2 Prozent der Bevölkerung sind nun vollständig geimpft, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag per Twitter mitteilte. Mindestens eine erste Impfung haben 53,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise 64,2 Prozent der Bevölkerung erhalten.

Spahn warnte davor, dass sich die vierte Corona-Welle aufbaue. "Wie hoch und gefährlich sie wird, haben wir noch in der Hand: Jede zusätzliche Impfung hilft, die Welle abzuflachen", twitterte er.

Infolge der Corona-Krise starben Hunderttausende Babys

Der Wirtschaftsabschwung im Zuge der Corona-Krise könnte allein im vergangenen Jahr den Tod von mehr als 260.000 Babys vor allem in ärmeren Ländern der Welt zur Folge gehabt haben. Zu diesem Schluss kommen Experten der Weltbank in einer im Fachmagazin "BMJ Open" vorgestellten Modellierungsstudie. Zugrunde liegen demnach mehrere Mechanismen: eine schlechtere Pflege und Ernährung in verarmenden Haushalten, der eingeschränkte Zugang zu Gesundheitsdiensten sowie beeinträchtigte Angebote und schwindende Qualität angebotener Gesundheitsdienste im Zuge der Wirtschaftskrise.

Rund 267.000 bis zu zwölf Monate alte Kinder starben der Studie nach infolge des coronabedingten Wirtschaftsabschwungs – und damit insgesamt rund sieben Prozent mehr als im Mittel der Vorjahre. Mit mehr als einem Drittel – rund 100.000 – der zusätzlichen Todesfälle entfielen die weitaus meisten auf Indien. Indien habe zum einen die höchste Zahl jährlicher Geburten weltweit und zum anderen ein besonders großes prognostiziertes Wirtschaftsdefizit für 2020 (etwa minus 17 Prozent), erläutern die Experten der Weltbank.

Spahn schließt neuen Lockdown für Geimpfte aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen weiteren Lockdown für Geimpfte und Genesene ausgeschlossen. In den ARD-"Tagesthemen" antwortete der Minister am Montag auf die Frage, ob es im Herbst einen Lockdown geben werde: "Für Geimpfte und Genesene sicher nicht". Die 2G-Regel, nach der Geimpfte und Genesene gewisse Vorteile erhalten können, hält Spahn für einen "vernünftigen Weg". "Geimpfte und Genese sollen es durchaus leichter haben", betonte er.

Jens Spahn: Der Bundesminister fuer Gesundheit schließt einen weiteren Lockdown für Geimpfte und Genesene aus. (Quelle: imago images)Jens Spahn: Der Bundesminister fuer Gesundheit schließt einen weiteren Lockdown für Geimpfte und Genesene aus. (Quelle: imago images)

Zur Debatte über neue Regeln in der Corona-Pandemie sagte Spahn, es sei nicht so, dass der "Inzidenzwert gar kein Maßstab mehr ist". Aber es habe einen "deutlichen Impffortschritt" gegeben und nun werde auch die Zahl der ins Krankenhaus eingelieferten berücksichtigt. Auf Nachfrage nannte Spahn allerdings keine genaue Zahl, ab wie vielen ins Krankenhaus eingelieferten Corona-Patienten neue Beschränkungen gelten könnten.

Zuvor hatte Spahn erklärt, dass die Bundesregierung den Inzidenzwert 50 als zentrales Kriterium für Pandemie-Schutzmaßnahmen aus dem Infektionsschutzgesetz streichen will. Der CDU-Politiker nannte die sogenannte Hospitalisierungsquote als wichtigen neuen Richtwert. Sie gibt an, wie viele Menschen wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Dieser Wert soll künftig eine zentrale Rolle spielen.

Weltweit starben über 4,6 Millionen Menschen an Corona

Weltweit haben sich bislang mehr als 212,38 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,61 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus. Die höchsten Infektions- und Totenzahlen weisen nach wie vor die USA auf.

Biontech-Impfstoff in den USA jetzt vollständig zugelassen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Mittel des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer als erstem Corona-Impfstoff in den USA die vollständige Zulassung erteilt. Sie gelte für Menschen ab 16 Jahren, teilte die FDA mit und nannte die Entscheidung einen Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie. Die Notfallzulassung für Personen ab zwölf Jahren bleibe weiterhin bestehen.

Der Impfstoff ist in den USA seit Dezember mit einer Notfallzulassung im Einsatz, im Mai hatten Biontech und Pfizer die vollständige Zulassung beantragt. Dafür musste die FDA, die ein beschleunigtes Verfahren nutzte, etwa zehnmal so viele Daten prüfen wie für die Notfallzulassung – darunter viele, die aus dem massenhaften Einsatz des Impfstoffs im Land in den vergangenen Monaten gewonnen wurden.

Eine Frau im US-Bundesstaat Pennsylvania wird gegen das Coronavirus geimpft: Seit Dezember war der Impfstoff von Biontech und Pfizer in den USA mit einer Notfallzulassung im Einsatz. (Quelle: Reuters/Hannah Beier)Eine Frau im US-Bundesstaat Pennsylvania wird gegen das Coronavirus geimpft: Seit Dezember war der Impfstoff von Biontech und Pfizer in den USA mit einer Notfallzulassung im Einsatz. (Quelle: Hannah Beier/Reuters)

Die vollständige Zulassung könnte den Erwartungen vieler Experten zufolge weitere Impfpflichten nach sich ziehen – etwa von Stadtverwaltungen, Universitäten oder Gesundheitseinrichtungen, die aus rechtlichen Gründen die vollständige Zulassung für einen solchen Schritt abwarten wollten. Zudem erhoffen sich Experten auch davon abgesehen einen Schub für die Impfkampagne, da viele Menschen, die sich bislang nicht haben impfen lassen, in Umfragen das Fehlen einer vollständigen Zulassung als Grund dafür angaben. 

US-Verteidigungsministerium kündigt Impfpflicht für Soldaten an

Nach der vollständigen US-Zulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech und Pfizer soll eine Impfung mit dem Mittel für alle Mitglieder des US-Militärs Pflicht werden. Aktuell werde an einem Zeitplan gearbeitet, der in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden solle, kündigte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Montag an. Dabei beschränke man sich zunächst auf das Mittel von Biontech und Pfizer, sagte Kirby. Das Pentagon setzt mit der Impfpflicht bereits angekündigte Pläne um.

Baerbock schließt Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus

Für den Fall einer drastischen Verschlimmerung der Corona-Lage in Deutschland schließt Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nicht aus. "Eine Impfpflicht ist in unserem Land gesetzlich, rechtlich, juristisch nicht ganz einfach", antwortete Baerbock im Online-Programm Tagesschau24 auf eine entsprechende Zuschauerfrage. Es gebe aber Berufszweige etwa bei der Bundeswehr, wo so etwas möglich sei.

Annalena Baerbock: Die Grünen-Kanzlerkandidatin schließt eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus. (Quelle: Reuters/Kay Nietfeld)Annalena Baerbock: Die Grünen-Kanzlerkandidatin schließt eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus. (Quelle: Kay Nietfeld/Reuters)

Es könne dazu kommen, dass man "über die Frage weiterer Impfpflichten in einzelnen Berufsgruppen" sprechen müsse. Die Grünen-Chefin verwies insbesondere auf die Lage in den Schulen und auf Kinder, die wegen ihres jungen Alters noch nicht geimpft werden könnten.

Bund gibt Ländern 200 Millionen Euro für Luftreiniger in Schulen und Kitas

Die Bundesregierung unterstützt die Länder mit 200 Millionen Euro bei der Beschaffung von mobilen Luftreinigern für Schulen und Kitas. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, sollen davon Einrichtungen mit Kindern unter zwölf Jahren profitieren, für die es derzeit keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt. Bei Kinderbetreuung und Unterricht solle der bestmögliche Infektionsschutz erreicht werden.

"Unser Ziel ist es, in diesem Herbst und Winter den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten", erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Brandenburgs Bildungsministerin und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), sagte: "Es ist gut, dass die finanzielle Unterstützung des Bundes kommt." Mobile Luftreiniger könnten Schulen und Kitas helfen, auch Räume zu nutzen, die sich nicht gut lüften ließen.

Die 200 Millionen Euro sollen nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel zwischen den Ländern aufgeteilt werden, die Länder müssen ebenfalls einen Teil zuschießen.

Jens Spahn will 50er-Inzidenz als Grenzwert abschaffen

Gesundheitsminister Jens Spahn hat ein klares Ende für eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 als Entscheidungsgrundlage in der Corona-Pandemie formuliert. Künftig soll ein anderer Parameter die Maßnahmen bestimmen. Mehr dazu hier.

Israel will Schüler in Unterrichtszeit impfen

Mit Beginn des neuen Schuljahrs am 1. September will Israel Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit gegen das Corona-Virus impfen. Dafür sei lediglich die Zustimmung der Eltern erforderlich, teilte das Corona-Kabinett der Regierung am Montag mit. Israel impft grundsätzlich Kinder schon mit zwölf Jahren, in Ausnahmefällen sogar schon mit fünf. Dies gilt allerdings nur für besonders gefährdete Kinder – etwa wegen extremer Fettleibigkeit, schweren chronischen Lungenkrankheiten oder Herzproblemen.

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